Bekenntnis zum Sonntag

Freitag, 25. September 2009

Obwohl es mir schwer fällt, mich am Parlamentarismus und an politischen Parteien zu erfreuen, lege ich heute mein Bekenntnis ab. Am Sonntag wähle ich zweistimmig die LINKE. Natürlich entsprechen viele Punkte des Partei- und Wahlprogrammes meinen Anschauungen, andere widerstreben mir aber ebenso natürlich. Wenn sich die LINKE heute mit der Abwrackprämie rühmt, die nur durch ihr Engagement entstanden sei, dann wird die Systemimmanenz offenbar. Jemand der Dezentralisierung, Basisdemokratie und Ökologismus als wesentliche Grundpfeiler neuen Zusammenlebens befürwortet, kann zwangsläufig mit politischen Parteien nicht anbandeln. Denn frei nach Konstantin Wecker: Ich bin kein Parteimitglied. Ich habe auch nicht vor, das zu ändern. Denn ich bin der Meinung, dass die Politik ethischer werden muss und nicht umgekehrt.


Dennoch wähle ich am Sonntag die LINKE. Ich wähle sie, weil sie sich einen Rest sozialen Anspruchs bewahrt hat. Ich wähle sie, weil ich die Jugend dieser neuen Bewegung rund um die Partei ausgenutzt haben möchte, bevor es in einigen Jahren vielleicht zu spät ist, weil sie welk wurde wie Dörrobst. Ich wähle sie, weil ich die dauernde Hatz gegen alles was nach LINKE riecht, nicht mehr ertragen kann und ich die Hetzer mit ihrem menschenhassenden Weltbild nicht als Mandatsträger installiert haben möchte. Ich wähle sie, weil sie für einen Rest von Gerechtigkeit steht, während in der Presse schon vorab erklärt wird, dass Gerechtigkeit lediglich ein Phantasieprodukt Unzufriedener sei.

Eine bestimmte deutsche Tageszeitung hat kürzlich von Prominenten und ihren bevorzugten Parteien berichtet. Keiner von denen sprach sich für die LINKE aus. Sodann und Wecker wurden natürlich nicht gefragt. Es entstand der Eindruck, als würde die prominente Vernunft - nur Vernünftige werden ja prominent! - eingesehen haben, dass die LINKE stinkt. Ein Bekenntnis, gerade auch, wenn mehrere Zeitgenossen geschlossen bekennen, selbst wenn sie Kritik an dieser Partei üben, ist daher der notwendige Akt zivilcouragierter Wähler.

Wir wählen die LINKE, mehr oder minder überzeugt, mehr oder minder erfreut. Wir wählen sie, weil sie die letzte wählbare Alternative bleibt, weil es Gebot gesunden Pragmatismus' ist, jemanden seine Stimme zu geben, der nicht zuviel Schindluder mit dem verliehenen Volksauftrag treibt. Ich bin kein Parteimitglied und werde auch fortan kritisch mit der LINKEN umspringen. Mit meinem Bekenntnis habe ich niemanden Treue oder ewige Liebe versprochen. Zwar wähle ich nicht in vollster Überzeugung, aber doch überzeugt davon, dass es neben der LINKEN keine mehrheitsfähige Partei gibt, die das Bisschen an Volkswillen, das man mir gestattet, auch verdienen würde. Ich verheirate mich mit diesem Bekenntnis nicht mit der LINKEN, werde kein Parteisoldat und hinterfrage weiterhin. Dies könnte ich gewissenhaft geloben, denn meine zugegeben ausgeprägte Eitelkeit würde Unterordnung oder auferlegte Parteidirektiven niemals billigen.

28 Kommentare:

Jan Perlak 25. September 2009 um 18:19  

Ich finde gut, dass Du dein Bekenntnis abgibst. Letztlich muss zwar jeder selbst entscheiden, wem er am Sonntag sein Vertrauen schenkt. Aber der Wahlgang ist noch immer ein wichtiger Teil des Widerstands. Was auch immer die Linkspartei und Lafontaine in der Vergangenheit getan haben, sie werden offensichtlich vom ganzen Mainstream in Deutschland aufs Äußerste bekämpft.

Niemand hört die Argumente der Linkspartei und ihrer Unterstützer an. Niemand lässt sich auf eine ernste Auseinandersetzung mit dieser Partei ein. Die Medienpropaganda hat Tiefenwirkungen erzielt, die dazu führen, dass Linke mittlerweile pauschal als "Kommunistenschweine" bezeichnet werden.

Die Linke, also eine mäßig linke Partei zu unterstützen, gilt weitgehend als problematisch oder gar radikal. Rechtsextremisten und Linke werden mittlerweile auf eine Stufe gestellt. Wer links wählt, muss mindestens mal ein bisschen verrückt sein. Oder wer links wählt, muss schon ziemlich arm dran sein.

Allein, um diesen kollektiven und systematischen Fehleinschätzungen und der Unterdrückung eines großen Teils der Bevölkerung etwas entgegenzusetzen, sollte man DIE LINKE wählen. Ob es wirklich etwas verbessert, weiß man nicht. Aus Protest nicht zur Wahl zu gehen, verbessert jedoch mit Gewissheit nichts.

Kurt aka Roger Beathacker 25. September 2009 um 19:00  

" nur Vernünftige werden ja prominent! - "

Ach - und ich dachte immer "Prommi" waere die kleine Schwester von "Vollpfosten".

:-D

Roberto J. De Lapuente 25. September 2009 um 19:02  

Ach, Kurt, da spricht nur der Neid. Wie gerne wärst Du prominent, gell? Schau Dir doch an, was Andrea Sawatzki als Kanzlerin machen würde. Der Ständestaat wäre endlich wieder Wirklichkeit - wenn das mal keine Vernunft ist.

Anonym 25. September 2009 um 19:48  

Nur eine soziale Marktwirtschaft ist, was es anzustreben gilt. Und dafür müßt ihr die Humanwirtschaftspartei wählen, die die Freiwirtschaft anstrebt. Ich selbst wähle in der BRD nie mehr, da dieser Möchtegernstaat völkerrechtlich seit anno 1990 abgewirtschaftet hat.
Gruß
Erwin

klaus baum 25. September 2009 um 19:55  

dieter bohlen ist prominent, was roger recht geben würde.

Frank Benedikt 25. September 2009 um 20:03  

Ja,'mein Bruder im Geiste'. Irgendwann kommt für uns alle die Zeit, in der wir uns (wieder) bekennen müssen - oft auch mal zum Unangenehmen. Du kennst mich vermutlich schon genug, um zu wissen, daß mir diese Aktion nicht leicht fällt, weil sie eigentlich 'gegen mein Prinzipien' geht, aber ich versuche, ausnahmsweise 'pragmatisch' zu denken. Ähnliches Denken meine ich bei Dir und einigen Kollegen zu erkennen und: Shice - wir können nicht verhindern, daß die Feuer der Hölle über uns kommen, aber wir können schon mal ein paar Eimer Wasser zum Löschen bereitstellen ;-)

Liebe Grüße
Frank

michael1366 25. September 2009 um 20:31  

Genauso kann ich das unterschreiben. Es ist ja scheinbar so, wenn man dem veröffentlichten Mainstream glauben müsste, man bewegt sich mit dem Kreuz bei der schon sehr gemässigten Linken jenseits des Irrsinns. Wo leben wir denn, dass nur noch Abnicken der Neoliberallalas als konform durchgeht?
Deshlab natürlich Linke wählen. Jetzt erst recht.

Anonym 25. September 2009 um 20:38  

Roberto, was ist mit Andrea Sawatzki (die ich als Schauspielerin sehr schätze)? Hat sie politisch dummes Zeugs geschwatzt oder war das Ironie?

Hartmut kritik und kunst

Kempec 25. September 2009 um 21:36  

Ich würde auch die "Linke" wählen wenn ich noch könnte.Ich wohne nicht mehr in D und bitte daher jemanden der hier mit liest, und normaler weise nicht Wählen gehen wollte, es für mich zu tun! Wenn es mehrere werden um so besser. Danke

pax-japan 25. September 2009 um 22:10  

Danke für das offene Statement. In einer Atmosphäre der Hexenjagd gegen linke Strömungen betrachte ich es als ein Zeichen von Mut.

Doch da alle Parteien zunächst um ihr eigenes Wohl besorgt sind, es im Zweifelsfall dem Allgemeinwohl vorzögen;
weil jede Partei nur ihre Meinung bzw. ihre Interessengruppen vertritt, nicht den objektiven Faktenstand;
weil alle Parteien ihre Parlamentsmitglieder zum Zwecke der Stimmgewalt auf Fraktionsdisziplin einschwören, statt ihnen Gewissensfreiheit zuzugestehen;
weil Parlamentariern in der Regel die Fachkenntnisse fehlen, um technischen Fragen folgerichtig entscheiden zu können;
weil viele wichtige Entscheidungen längst in undemokratischen Vorstandsetagen getroffen werden;
weil das ganze System der Repräsentation, und insbesondere die Art, wie es in Deutschland im Einzelnen organisiert ist, dem Demokratiegedanken und der Intelligenz engagierter Bürger Hohn spricht;
und zu guter Letzt, weil ich als Person so viel mehr erreichen kann, solange ich der Wandel zu sein versuche, den ich in der Welt zu sehen wünsche, also vor Ort handle statt in Berlin zu wählen,
darum gehe ich NICHT wählen. Gestern nicht, heute nicht, und auch für alle Zukunft nicht mehr.
Die Demokratie hat ihre historische Aufgabe erfüllt. Es ist Zeit, den nächsten Schritt zu tun!

Anonym 26. September 2009 um 11:29  

Ich gehe wählen, da nichtwählen mich - leider - nicht von den gesellschaftlichen Mißständen entbindet. Die Frage "Was bringt's?" muß sich jeder selbst beantworten.
Was bringt nichtwählen?

Bei der Frage, ob ich Die Linke liebe, halte ich es mit Heinemann:
Ich liebe meine Frau :-)

Manul 26. September 2009 um 14:15  

Auch ich wähle morgen mit meiner Zweitstimme die Linke und zwar aus einem Grund: Protest! Ich kann inzwischen diese ganze Hetze gegen jeden Ansatz, der nach vermeintlichen linken Ideologien riecht, einfach nicht mehr ertragen, denn es wird so getan, als sei alles, was nicht dem Grosskapital nützt, gleich Kommunismus. Die nächste Regierung macht mir heute schon Angst, obwohl noch gar nicht gewählt wurde. Es macht mir einfach Angst, dass in diesem Land die Verelendung ganzer Schichten als natürlich betrachtet wird, aber nicht als systemisch. Es macht mir Angst, dass sich ein wirtschaftlicher Faschismus breit macht, der das Portemonaie jedes Einzelnen zum gesellschaftlichen Teilnahmefaktor macht. Und noch mehr Angst mir, dass durch diese materielle Fixiertheit die menschliche Welt immer unmenschlicher wird und selbst der blanke Humanismus als linke Ideologie diffamiert wird.

Ich hoffe, dass möglichst viele diese Wahl dazu nutzen dieser inhumanen und verbrecherischen Politik einen Denkzettel zu verpassen. Ich habe deshalb in den letzten Wochen sehr viel Wahlwerbung in meinem Bekanntenkreis für die Linke gemacht und es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich eine explizite Wahlempfehlung den Leuten gab. Ich musste viele Vorurteile aufräumen, die in den letzten Jahren durch die Propagandalautsprecher verbreitet wurden, aber wenn nur ein Teil von denen, die ich ansprach, morgen wählen und auch klug wählen, dann hat es sich schon gelohnt.

Anonym 26. September 2009 um 14:26  

Wieso kann man nicht aus dem Ausland wählen? Es gibt doch die Briefwahl. Jeder Deutsche, der im Ausland lebt, hat das Recht zu wählen! Im Internet kann man erfahren, wie das funktioniert.
Ich lebe in Italien - was hindert mich an einer Wahlbeteiligung?

Gruß,

Mary

Wolf-Dieter 26. September 2009 um 17:51  

Die Linke wählen? Gut so.

Anonym 26. September 2009 um 17:56  

Respekt für Eure Aktion! Man hat ja bislang das Gefühl, sich gesellschaftlich total ins Abseits zu stellen, wenn man offen zugibt, diese Partei zu wählen. Und das, obwohl es angesichts der jüngsten wirtschaftlichen Entwicklungen jede Menge gute Gründe gibt, die "Linke" zu wählen (auch wenn man an ihr längst nicht alles richtig finden muss). Schämen müsste man sich eigentlich eher, wenn man bei den großen "Volksparteien" sein Kreuzchen macht und damit ihrer unsäglichen derzeitigen Politik zustimmt.

Ich hätte es vor einem Jahr selbst noch nicht für möglich gehalten, aber ich habe vor kurzem bereits einmal ein Kreuzchen bei der "Linken" gemacht. Ich würde es auch jetzt wieder tun, bin aber leider vor wenigen Wochen ins Ausland umgezogen und habe es nicht geschafft, mich um die Briefwahlunterlagen zu kümmern. Ich dachte, die Post würde mir die Wahlbenachrichtigung nachsenden - das war aber leider nicht der Fall. Also, wählt bitte für mich mit!

Grüße, Daisy

Anonym 27. September 2009 um 09:36  

Seit 1998 bin ich nicht mehr wählen gegangen und habe dafür meine Stimme einer Initiative für direkte Demokratie gegeben. Der Lauf der Dinge hat mich leider darin bestätigt, denn die Parteien verfahren nach dem Motto: „ Das Volk hat gewählt, das Volk kann gehen." Diese Einsicht ist übrigens nicht neu, eine vernichtende Kritik des Parlamentarismus hat schon 1966 der Philosoph Karl Jaspers mit seinem Buch: „Wohin treibt die Bundesrepublik? " geliefert, Dieser damals politische Bestseller wird übrigens kaum gelesen. Ich war der erste Leser, der diese Publikation nach über 40 Jahren aus der Bibliothek der Technischen Universität Berlin ausgeliehen hat!
Trotzdem werde ich an diesem Sonntag die Linke wählen, weil ihr Programm im Gegensatz zu den etablierten Parteien für ein soziales und friedfertiges Deutschland steht.

carlo 27. September 2009 um 12:09  

Habe mit meinen Nachbarn gewettet! Wenn die Linke über 14 % kommt, gebe ich ein Fest. Bis jetzt hat das ganz gut geklappt. Alle sind mit.

Frank Benedikt 27. September 2009 um 12:33  

@ "Anonym", 09:36 Uhr

Danke! Alles, was Du hier gesagt hast, kann ich unterschreiben - 'in meinem Namen!'

Das Beste hast Du Dir ja für den Schluß aufgehoben: "für ein soziales und friedfertiges Deutschland". Anders wüßte auch ich es nicht zu formulieren, und das Versprechen(!) der Linken, dies so halten zu wollen, hat mich zu unserer kleinen Aktion gebracht, die dankenswerterweise bspw. von Roberto mitgetragen wird. Aktuell stehe ich mit zwei "Funktionären" der Linken im Kontakt und versuche ihnen klarzumachen, daß sie 'unsere Stimmen' nicht für lau bekommen. Ich versuche, sie da auf ihr Wahlprogramm festzunageln und Ehrlichkeit einzufordern. Das, so denke ich, ist das, was wir alle erwarten und uns erhoffen. Wir wurden lange genug belogen ...

Beste Grüße
Frank

Andreas 27. September 2009 um 15:03  

[X] DIE LINKE

Kempec 27. September 2009 um 16:13  

@ Mary
Natürlich kann man im Ausland wählen, aber wenn man dafür erst 500 km in einem Bus über nicht ungefährliche Straßen fahren muss, um die Unterlagen zu bekommen, ist es vielleicht verständlich wenn man es lässt. Und post gibt es hier nicht. Nicht mal einen Straßennamen. Glaub mir , ich hätte es gemacht wenn es einfacher gewesen wäre.
Gruß Kempec

Harry H. 27. September 2009 um 18:45  

Tja - die Wahl ist gelaufen. Und ab heute ist es mir regelrecht peinlich, hier in diesem Lande zu leben. Warum? Das liegt schlicht und einfach an dem grauenhaften Wahlausgang. Mir wird schlecht, wenn ich an unser aller Zukunft denke! Wir werden es erleben - denn das teilweise bequeme und vor allem merkbefreite Wahlvieh wollte es so. Fein! Prima! Meine Stimmabgabe hat hinsichtlich “schicksalhaftem“ Richtungs- geschweige denn “Systemwechsel“ zumindest nichts maßgeblich bewegt. Die persönliche Enttäuschung ist sehr groß. Gute Nacht, armes Deutschland! Nun haben wir für die kommenden vier Jahre die Fresse zu halten. Und dann dazu das schwülstige, verlogene Gesabber in der Verblödungsmaschinerie...! In diesem Sinne - alles Gute für die kommende Zeit und schöne Grüße! Mehr vermag ich momentan dazu leider nicht zu sagen...

Roberto J. De Lapuente 27. September 2009 um 18:58  

Harry, ich schließe mich an. Ich bin niedergeschlagen. Der Super-GAU ist eingetroffen. Wollte heute noch zur Feder greifen, bin dazu aber nicht in der Lage. Bin wirklich auf dem falschen Bein erwischt worden.

Andreas 27. September 2009 um 19:37  

Harry und Roberto: man muss sich Sorgen machen, aber man muss sich nicht um alle Sorgen machen, schwarz-gelb sei dank.

Margitta 27. September 2009 um 21:00  

Auch ich schließe mich Dir,lieber Harry an.
Danke, dass Du mir die Mühe abgenommen hast, eigene Worte dafür finden zu müssen. Im Moment bin ich nämlich gar nicht in der Lage klar zu denke vor lauter Wut.

Liebe Grüße an alle Mitstreiter und Mitstreiterinnen
Margitta

pillo 27. September 2009 um 21:00  

Auch wenn es sich schon über einen längeren Zeitraum angekündigt hatte, so bin ich trotz allem ob des nun eingetretenen worst case entsetzt und sprachlos. Der Zugewinn für die Linke freut mich zwar, liegt jedoch unter meinen Erwartungen. Ich hatte insgeheim auf ein Resultat 15+x% gehofft.

Nachdem die ersten Bilder aus dem Willy-Brandt-Haus über die Bildschirme flatterten, mischte sich bei mir auch schon wieder Wut in mein derzeitiges Gefühlschaos. Wenn ich höre, daß Steinmeier nun allen Ernstes "Opposotionsführer" werden will, treibt es mir die Zornesröte ins Gesicht. Hat dieses neoliberale SPD-Gesindel denn überhaupt keine Ehre und keinen Anstand mehr? Anstatt die volle Verantwortung für dieses Desaster zu übernehmen, sofort zurückzutreten und somit den Weg für einen parteiinternen Neuanfang freizumachen, wollen die Schrödianer anscheinend weiterwursteln wie bisher.

Steinmeier als SPD-Fraktionschef und Oppositionsführer? Wie soll das gehen? Wie knallhart und überzeugend er im "Duell" mit Merkel wirkt, konnten wir ja erst unlängst beobachten.

Nachdem das langjährige U-Boot W.Clement kurz vor der Wahl endlich auftauchte und klar Flagge zeigte, sollte doch auch der Letzte begriffen haben, wessen Geistes Kind die 'SPD-Rechten' sind. Man kann nur hoffen, daß die SPD-Basis nun endlich den Arsch hoch bekommt und rebelliert. Ansonsten ist es nicht unwahrscheinlich, daß die SPD 2013 nur noch dritt- oder viertstärkste Partei wird.

Anonym 27. September 2009 um 22:09  

"Man kann nur hoffen, daß die SPD-Basis nun endlich den Arsch hoch bekommt und rebelliert. Ansonsten ist es nicht unwahrscheinlich, daß die SPD 2013 nur noch dritt- oder viertstärkste Partei wird."
@ pillo

Nun mal nicht den Kopf hängen lassen
und:

Pfeifen wir doch nun endlich auf die bekloppte SPD. Wer braucht sie noch? Dieses ganze Geseiere um Pseudo-Grabenkämpfe in dieser Bude ist doch völlig egal und nur noch was für Nostalgiker. Soll doch der Seeheimer Kreis glücklich auf dem sinkenden Boot untergehen.

Der Laden ist ab heute bundespolitisch gesehen Geschichte und nach dieser (der Eindruck "vorsätzlich" drängt sich stark auf) Zertrümmerung wird sich in DE etwas komplett Neues formieren.

Die Linke kann sich für die kommenden Jahre schon mal entspannt zurücklehnen und auf den Zulauf warten.

Andreas 27. September 2009 um 22:15  

@Pillo:
Was ich als eine absolute Frechheit empfand war, dass die Führungsbande der SPD im Angesicht ihrer größten Niederlage tatsächlich erzählen, sie wäre die Partei des sozialen Ausgleichs und der Gerechtigkeit.

Und das die Anhänger der Sozialvernichtungspartei Deutschlands so dermaßen in Jubel ausbrechen, zeugt doch nur davon, wie sehr sie sich inzwischen selbst belügen können. Zum Glück lassen sich die Wähler nicht mehr so sehr belügen und trauen diesem Verein zurecht nicht mehr über den Weg. Ich hätte der Linken auch ein paar Pünktchen mehr gegönnt, aber das katastrophale Ergebnis erfüllt mich ein wenig mit Genugtuung.

Ja, ich gebe es zu: ich hasse die SPD.

Frank Benedikt 28. September 2009 um 01:02  

Lieber Roberto,

schön, daß Du trotz "Super-GAU" doch noch zum Federkiel gegriffen hast ;-)
Mann! Das Ergebnis haben wir doch erwartet und jetzt sind wir m.E. erst recht alle gefordert, der neuen Regierung das Leben sauer zu machen :-D

Ich bin schon munter dabei, die 'Nachfolgetruppen' für ein neues, noch breiteres (diesmal parteiloses) Aktionsbündnis zu 'rekrutieren'. Der Kampf hat gerade erst begonnen ...

Liebe Grüße
Frank

P.s.: Während der Arbeit höre ich gerade Buffy Sainte-Maries "Soldier Blue" in einer Endlosschleife ;-) Scheint mir irgendwie passend ...

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