Standpunkte eines Frommen

Sonntag, 17. Januar 2010

Blasphemie ist das Allerletzte! Doch Irland schreitet wieder einmal voran, weist Europa den Weg, bekämpft mit strenger Hand das Allerletzte. Richtig so! Was mußte ich mich schon ärgern, was hat man mir schon an den Kopf geworfen, mir und meinem Gott! Die Iren handeln gezielt und richtig, sie hauen den Lästermäulern gesittet und nachdrücklich auf die Zungen. Unsereins hat genug von diesen Besserwissern, die einem brühwarm ins Gesicht speien, es gäbe keinen Gott, nur um sich dann an unseren feuerroten Zornesgesichtern zu ergötzen.

Ergötzen! Denn auch solche Kinder Gottes, entfremdete Kinder fürwahr, dienen einem Gott. Einem falschen, einem garstigen Gott - einem Götzen. Wenn wir rot anlaufen, wenn uns die Wut ins Gesicht buchstabiert ist, wenn einigen unserer Schwestern die Tränen aus den Augenwinkeln triefen, dann ergötzen sie sich, dann vollziehen sie ihren frevelhaften Ergötzungsdienst gleich einem schändlichen Götzendienst. Unsere Wut, das Leid, das sie uns achtlos antun, ist ihr Götze, ihr täuschendes Idol, ihr teuflischer Gott. Man höre mir mit Atheisten auf! Ständig bekehren sie einen, dauernd sind sie in Mission, fortwährend teilen sie der halben Welt mit, es gäbe kein höchstes Wesen, auch dann, wenn die halbe Welt davon gar nichts wissen will. Früher waren es wir, wir Gotteskinder, die missioniert, die Proselytenfängerei betrieben haben - was man uns heute immer noch vorwirft. Heute tun das die Gottlosen, wenn sie ihren entwichenen Gott vor die Nasen halten und dabei erklären, dass das, was sie vor den Nasen hin und her schwingen, nichts weiter sei als das Nichts. Und wie sie es nihilistisch vor den Angesichtern baumeln lassen! Ganze Omnibusse bepinseln sie mit ihren unfrohen Botschaften! Dabei haben sie die Gottgläubigen innovativ überrundet. Wir hatten befestigte, immobile Orte unseres Glaubens, jene jedoch sind mobil, betreiben einen fahrenden Altar, chauffieren ihren Glauben, der weismachen will, er glaube an nichts, durch die Straßen. In Kriegszeiten kannten auch wir mobile Altäre, die mit einigen feldgeistlichen Griffen zu errichten waren. In Kriegszeiten wohlgemerkt! Und genau darin befinden sie sich, diese chronisch Gottlosen. Sie befinden sich im Krieg mit uns, weswegen sie ihre provokativen Feldaltäre durch die Innenstädte sausen lassen.

All das macht mich wütend! Dieses ganze unwissenschaftliche Geschwafel von Gottlosigkeit. Verdammt, sicherlich ist es auch unwissenschaftlich, einen Gott zu erhoffen. Aber wir waren früher da, waren vor den penetranten Gottlosen auf der Welt! Wir haben ein Anrecht darauf, unser Primat zu pflegen! Und wir wollen geschützt werden von denen, die uns unsere Hoffnung ruinieren wollen. Das haben die Iren verstanden und umgesetzt. Dass man von solchen Gestalten, von diesen verirrten Schafen, erst überhaupt geschützt werden muß, ist schon ein Trauerspiel für sich. Dass aber die entflohenen Schafe dieser Welt pikiert blöken und ihre Kränkung als Verstoß gegen irgendein mutmaßliches Menschenrecht hinstellen, weil man ihnen nun gesetzlich Respekt vor Gott verordnet, läßt mich zürnen, weckt meinen heiligen Zorn. Die tun ja gerade so, als sei die Blasphemie ein Grundrecht, Kruzifix nochmal! Wir hätten kein Recht auf Märchen, erklären sie stolzierend. Aber Gottlose schon, oder wie? Die dürfen wohl die Mär von einer gottlosen Welt erzählen, gottverdammt!

Gotteslästerei gehört bestraft! Um uns zu schützen, um unseren Herrn zu würdigen und - das unterschätze man nicht! - um unsere aufkochende Wut zu bändigen. Es kann der Brävste nicht in Frieden glauben, wenn es den Boten des Teufels nicht gefällt. Sakrament, dabei habe ich lange Zeit am Mittelmeer gelebt, in Italien, später in Spanien. Nirgends sind die verirrten Schafe so störrisch wie im nördlichen Europa. Diese nordeuropäische, diese deutsche Eigenart, ständig bekehren zu wollen! Bekehren zu müssen! Dieser krankhafte Zwang! Sogar im Säkularen bekehren sie, spritzen den Menschen Ideologien in die Venen, pfropfen ihnen aberwitzige Glaubenskanons wie Kappen über die Rüben. Der italienische Faschismus war nie derart in den Italienern verankert, wie der jüngere Nationalsozialismus in den Deutschen - er war keine Religion, zu der er nördlich der Alpen herausgeputzt wurde. Natürlich hätte der faschistische Papst und seine Kardinäle gerne gesehen, dass ihr Volk zum Liktorenbündel kröche - aber es fehlte an begnadeten Missionaren und am allgemeinen Glaubenseifer der Gemeinde. Der jüngere deutsche Ableger konnte das Original nur überrunden, weil man im nördlichen Europa einen markanteren Hang zur Bekehrung intus hatte. Und immer noch hat! Heute bekehren sie die Menschen zur materiellen Lebensweise, zum ökonomisierten Weltbild, zum Geschichtsnihilismus - zwar schlägt das auch in Südeuropa zuweilen durch, aber weitestgehend nimmt man jene Damen und Herren, die in Missionarsstellungen penetrieren, für nicht ganz gescheit und läßt sie beten. Läßt sie beten und den lieben Gott einen guten Mann sein!

Selbst ihre Gottlosigkeit predigen und verkünden sie wie einen Gott! Das weckt all meine Wut, heilige Scheiße nochmal! Sicher, auch in Italien lästerten zuweilen einige Herrschaften über Gott und seine erfundene Existenz. Aber diese Lästereien waren hoffnungslose Unterfangen, denn sofort stürzten sich einige Fromme auf das Schandmaul, traktierten es mit Hieben und überzogen es mit Wutausbrüchen. Porco Dio!, riefen sie dem gotteslästerlichen Frevler zu. Madonna puttana!, wünschten sie ihm, oder Porca Madonna! In Spanien war es nicht anders. Wenn sie sich auf Lästerzungen warfen, schlagend und schimpfend, dabei ihr Me cago en dios y la virgen! grölend, oder ihr Me cago en dios y en todos los santos!, dann wagte es kein Gottloser mehr, den göttlichen Pöbel zu beleidigen.

Und hier? Hier erntet der Gottlose Applaus! Naja, jedenfalls wird er toleriert. Kein Mob, der ihn bändigt, der ihn im Namen des Herrn zur Vernunft bringt, ihn beschimpft und betitelt. Irland macht es ganz richtig. Wenn sich keine göttlichen Heerscharen der Frommen von alleine formieren, dann muß der Staat einschreiten, muß ein Gesetz erlassen, das den Gottlosen an Ketten nimmt. Gottverdammt, unser Herr vermag es nicht, sich selbst zu schützen, daher schicken wir den Staat an die Front. Der moderne Staat hat zur Aufgabe, Wehrlose zu beschützen - so wie er Mittellose, Alte, Kranke schützt. Schützen sollte - zumindest theoretisch! Und er muß Gott schützen, einen Gott, der wehr- und schutzlos, der mittellos, alt und krank geworden ist. Irland hat das begriffen, Irland ist ein moderner Staat, weil dort der Fürsorgepflicht an Hilflosen nachgekommen wird.

Von wegen Rückschritt ins Mittelalter! Im Mittelalter wurden Wehrlose getreten und geschändet, in modernen Zeiten schützt man sie - zumindest theoretisch. Irland ist modern! Modern ist, wer unserem Herrn in seiner Hilflosigkeit ein Gesetz in die Hand gibt! Sozialfälle brauchen keine liberale Mildtätigkeit, die heute gegeben und morgen unterlassen werden kann. Sie brauchen eine sichere Burg - der Herr kann nur eine sichere Burg sein, wenn er in einer sicheren Burg einsitzt. Wenn er weiß, der Staat nimmt sich seines Sozialfalles an. Irland stärkt Gott, gibt ihm ein Gesetz in die faltig gewordene Pranke, damit seine Kinder, die Gläubigen des Landes, nicht auf Mildtätigkeit der Gottlosen hoffen müssen. Darauf hoffen müssen, dass der Atheist hoffentlich schweigend seines Weges geht, ohne seinen Nihilismus missionarisch zu verbreiten. Ohne Gesetz bleibt nur die Hoffnung. Als Sozialfall mit einer Unmenge von Gesetzen und Gerichtsentscheidungen im Rücken, lebt es sich sicherer - zumindest theoretisch.

Wer nicht mehr arbeiten kann, wer erkrankt, wer unvermittelbar ist, wer zu betagt ist, den muß die Gesellschaft stützen. Die modernen Gesellschaften sorgen sich um jene, die hilflos geworden sind - zumindest theoretisch. Schon alleine deswegen ist Irlands Intervention zu begrüßen. Bevor der Greis zu Boden stürzt, verabschiedet man ein Sozialgesetz, das eine Gehhilfe zusichert. Gottlose sind grausam, weil sie dem Greis keinen besonderen Schutz zusprechen wollen. Gott braucht aber Schutz, er benötigt einen Stock - die moderne Gesellschaft ist es ihm schuldig...

40 Kommentare:

Anonym 17. Januar 2010 um 02:26  

Dazu passt m.E. folgender Spruch:

Christen glauben an ein universelles Wesen, dass am Anfang der Zeiten alles kreierte.

Atheisten glauben an ein Nichts, das dann explodierte ;o)

Nicht ganz zu dem Thema passend, aber m.E. wichtig:

Ich bin Katholikin, ich bin links und ich glaube - im Gegensatz zu Dir, Roberto - immer noch an das Gute im Menschen. Ich bin überzeugt davon, dass die Mehrheit der Menschen anständig ist. Das ist die Erfahrung, die ich in meinem bisher 35jährigen Leben gemacht habe.

Ich werde in Kürze - ohne mich von Parteien oder anderen Institutionen instrumentalisieren zu lassen - in München anfangen Demonstrationen zu veranstalten (am Anfang wahrscheinlich nur mit ein paar Hanseln), die auf den Aufstand der Anständigen zielen. Kannst Du Dich an die Lichterkette Anfang der 90er erinnern, die gegen den aufblühenden Rechtsradikalismus ein Zeichen gesetzt hat ? Ich habe vor, den vielen Anständigen in dieser Gesellschaft die Möglichkeit zu geben (ein Versuch ist es wert), gegen die permanenten Spaltungsversuche der Politik: Alt gegen Jung, Gesund gegen Krank, Arbeitslos gegen "Leistungsträger", Männer gegen Frauen usw. ein ZEICHEN zu setzen, dass die Spaltung in dieser Gesellschaft von der Mehrheit nicht gewollt ist. Ich denke, viele warten auf den Startschuss. Ich muss endlich selbst etwas tun und darf nicht darauf warten, dass andere mir diese Mühe abnehmen! Der Schlüssel ist die Unparteilichkeit! Für menschlichen Anstand demonstrieren können bei mir Linke, Katholiken und Evangelen, CSUler, Grüne, Ordo-Liberale, Rentner, Familien, Moslems usw. Denn die meisten Menschen hier im Land sind nach wie vor anständig, davon bin ich fest überzeugt! Das treten nach unten ist kein Mainstream. NEIN! Die Egomanen sind nur so laut, dass die Mehrheit völlig übertönt wird! Ich will nicht, dass ich irgendwann bereue, untätig geblieben zu sein, als es noch Möglichkeiten gab sich zu wehren.
Lieber Roberto, ich würde gerne wieder auf Dich zukommen, wenn ich alles dingfest gemacht habe. Wir dürfen nicht nur lamentieren und in Selbstmitleid baden, wir müssen etwas TUN! Alle Räder stehen still, wenn unsere starke Faust es will! Wir brauchen endlich wieder ein Gefühl der Solidarität in diesem Land! Hören wir mit diesem Scheiß-Blockdenken auf, das uns nur behindert!

Liebe Grüße

Andrea

carlo 17. Januar 2010 um 02:27  

...einigen wir uns doch darauf:
Es gibt keinen Gott, und Roberto ist sein Prophet!
Nichtsdestotrotz (was für ein Wortungetüm) aber gut geschrieben. Weiter so und alles Gute im Neuen Jahr.

Anonym 17. Januar 2010 um 05:28  

Danke - eine vortreffliche Satire auf das irische Blasphemiegesetz - Ich werde diese "Gottlosen" weiterempfehlen.

Übrigens, wußtest Du, dass Kaiser Julian Apostata - ein alter röm. Kaiser, der zurück in die Religion seiner Väter wollte, und dafür bis heute als "Christenhasser" tituliert wird, was der Realität wohl so nie entsprach, weil er keine Christen verfolgen ließ die Christen als "Gottlose" beschmipft hat? Sein einziger Fehler, der ihm den Titel "Christenhasser" eingebracht hat? Wo dies steht? In einer vergriffenen Biografie einer gewissen Marion Giebel, die sich der Geschichte der römischen Philosophen, auch derer auf dem Kaiserthron, angenommen hat. Fazit: Christen müssen nicht nur ihren Gott via Gesetz schützen, sondern sind so rachsüchtig, dass die nicht einmal das Andenken verstorbener Ehren.

Noch so ein Fall kommt im "gottlosen" Spanien bald ins Kino - Überschrift: „Ihr Film wird Hass gegen Christen schüren“ - http://feuerbringer.com/2010/01/01/ihr-film-wird-hass-gegen-christen-schuren

Der selbige Feuerbringer hat sich übrigens auch des selben Vorgangs wie Du, Roberto J. de Lapuente angenommen:

"Irisches Blasphemiegesetz tritt heute in Kraft"

- http://feuerbringer.com/2010/01/01/irisches-blasphemiegesetz-tritt-heute-in-kraft

Will noch sagen, ich stimme nicht in allem mit Feuerbringer überein, da er z.B. eine ziemlich radikale Einstellung zum "Krieg gegen die Moslems" hat, und jeglichen Kritiker daran in die Ecke von Bin Laden stellt - Ein Unding für mich, dass ein Atheist sich als Verteidiger von George W. Bushs Kriegen outet. Außerdem selbst einmal bekannt hat, der liebe Feuerbringer, Ex-Linker und Marxist gewesen zu sein, und nun den Kapitalismus verteidigt bzw. dazu steht eine ideologische Wende um 90° gemacht zu haben. Fehlt bloß noch, dass "Feuerbringer" FDP wählt. Sein Hasspredigen gegen alles Linke kommt schon fast an Westerwelle heran.

Dennoch:

Ich finde auch seinen Blog, zumindest was Religionskritik und Verteidigung des Atheismus angeht, lesenswert, wenn auch Du Roberto J. de Lapuente mit tausendmal mehr wert bist als "Feuerbringer", der sich einmal am echten Prometheus (= der Feuerbringer in der röm.-griech. Mythologie?) orientieren sollte, der sicher keine solche schwarz-weiß Sicht vertreten hat - als Aufklärer - wie der Blogger "Feuerbringer" in so mancher Hinsicht außerhalb seines Atheismus bzw. nicht so rechthaberisch war wie dieser in seinem Verbreiten von eigener Meinung.

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

Desparada-News 17. Januar 2010 um 06:06  

Jaja das Bodenpersonal - es regt einen immer masslos auf - egal von welcher Front auch immer. Es ist völlig gleichgültig, ob sie es für Gott, oder gegen ihn tun, wenn sie missionieren, dann eben gründlich.

Sie nerven...

Anonym 17. Januar 2010 um 07:53  

Wie man das einzuchätzen hat, muß einem nícht gesagt werden, wer das lobt und wo das tödlich ist eigentlich auch nicht.

Hoffentlich setzt Stober sich bei uns nicht irgendwann auch durch.

Also wenns was kostet wärs schon die Hölle, denn ich schaffe es nie zu kriechen.

Anonym 17. Januar 2010 um 08:07  

Es ist mir wichtig, ich muß zu gerade noch was ergänzen. Es könnte so aussehen, als wenn ich Blasphemie nicht ablehne. Doch auch als Atheist lehne ich Blasphemie ab, indem ich sie auch nie praktiziere, aber unso schärfer "geistig" die Sache angehe. Blasphemie verbietet sich für mich aus Anstand. Die Frage ist nur, was ist Blasphemie? Also das ist sicher klar, aber genauso sicher wird sachliche "Kritik" auch schon als Blasphemie gesehen.

Anonym 17. Januar 2010 um 08:08  

Darf ja jeder sehen wie er will - der Meinungsfreiheit sei Dank ;-)

Anonym 17. Januar 2010 um 08:20  

Noch eine kleine Wortspielerei hinterher:
Echte Blasphemie ist ungehörig. Aber dass Problem ist, für Gläubige kann die Existenz eines Atheisten bereits ungehörig sein. Das wäre dann ungehörig.

Anonym 17. Januar 2010 um 08:55  

Die Welt wäre viel besser, wenn alle Menschen gehörig (statt oft ungehörig) wären. Sie müssen ja nicht alle zugehörig sein,
Unzugehörigkeit darf sein.

River Tam 17. Januar 2010 um 09:26  

Sehr amüsant Roberto!
Aber jetzt mal ernsthaft: weißt du nicht, wie teuer eine Hilfsmittelverordnung für einen Rollator ist? Und dabei wird es mit Sicherheit nicht bleiben! Der Abbau schreitet doch mit zunehmendem Alter fort. Wer soll denn die Inkontinezmaterialien bezahlen, die noch nötig werden, wenn Gott seine Ausscheidungsfunktionen nicht mehr unter Kontrolle hat? Und die Ausrüstung für die PEG-Ernährung, wenn er nicht mehr essen kann?
Ich fürchte, es wird Zeit, sich bei den Politikern Rat zu holen, die sich schon früher mit "sozialverträglichem Ableben" beschäftigt haben und demzufolge Experten auf diesem Gebiet sind. Kam nicht der eine oder andere sogar aus einer christlichen Partei?

Anonym 17. Januar 2010 um 10:42  

"[...]Es ist völlig gleichgültig, ob sie es für Gott, oder gegen ihn tun, wenn sie missionieren, dann eben gründlich.

Sie nerven...
[...]"

Was mich nervt ist der ständige, unqualifizierte Vorwurf Atheisten würden missionieren - Grund? Die Gegenseite tut's, die Atheisten meist nicht - ich meine "das missionieren".

Soviel ich weiß kommt "Missionar" aus dem christlichen, und nicht aus dem atheistischen, Sprachschatz. Ja? Warum wohl?

Übrigens, Atheist wird man meist nach reiflicher Überlegung, und selber - Beim Missionieren sieht die Sache etwa anders aus - als da wären Kreuzzüge, Verfolgung Andersdenkender (nicht unbedingt nur Atheisten wurden verfolgt, sondern jeder Andersgläubige), Hexen- und Ketzerverbrennung etc.

Alles Dinge, die man bei Deschners "Kriminalgeschichte des Christentums" so nachlesen kann, incl. Bekehrung von "Heiden" mit Feuer und Schwert durch Kreuzritter, Conquistadores und sonstige Gläubige....

Blutiges Missonieren eben auf das Atheisten, wenn diese sich nicht wie Hitler oder Stalin selbst als weltliche Götter sehen, nicht unbedingt stehen....

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

Anonym 17. Januar 2010 um 10:50  

@River Tam

Die "christliche Partei" ist das nicht diejenige die - ähnlich wie die SPD/GRÜNEN - sozial schwätzt und asozial handelt?

Blasphemisch:

Wäre Christus nicht auferstanden, er würde sich im Grabe als Kreisel drehen, wenn er an gewisse Parteien mit einem "C" im Namen denkt...

Man könnte es auch - bei den sich neuerdings christlich gebenden Liberalen passt es sogar noch besser - mit folgendem Jesus-Zitat begnügen:

"Ihr habt aus meinem Tempel ein Hurenhaus gemacht!"

So sehen die Kirchen, die sich von Neoliberalen beraten lassen, die eigentlich eine Konkurrenzreligion zu den Kirchen - die Marktgläubigkeit und deren Heilige Dreifaltigkeit - heute leider aus.

Man könnte auch noch das Zitat von den falschen Propheten bringen.

Übrigens, was Käßmann & die angebliche Friedenstaube Kirche angeht, da habe ich - zumindest was Deutschland angeht - noch die Hurra-Predigten des 1. und 2. Weltkrieges im Ohr. Die Gegner Deutschlands wurden damals mit ähnlichen Hurra-Predigten versorgt. Einzig die Wendezeit 1989/90 ging, dank Kirchen (?), einigermaßen friedlich rum.

International habe ich noch ein tolles Bild in Erinnerung: Damals im Krieg Kroatien bzw. Serbien/Ex-Jugoslawien - so um die selbe Zeit rum wie die Deutsche Einheit - segneten katholische Priester kroatische Kampfpanzer, damit die besser gegen Serben eingesetzt werden können - Das hat mich eindeutig auf die moderne Heuchelei der Kirchen eingeschworen.

Daher bin ich skeptisch was heutige kirchliche "Friedenstauben" angeht - Egal ob Zollitsch oder Käßmann.

Wer weiß, ob unsere dt. Panzer in Afghanistan, oder die "Jungs" (=nach George W. Bush Kreuzritter) dort nicht auch vor jedem Kampfeinsatz gegen die Taliban (=Moslems) den Segen Gottes einholen?

Wundern tut mich heute gar nichts mehr.

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

Anonym 17. Januar 2010 um 10:54  

Noch was:

Verbote habe noch nie etwas bewirkt, wie man daran sieht, dass die Atheisten in Irland bereits auf sehr intelligente Art und Weise gegen dieses unsinnige Gesetz protestieren:

http://www.sueddeutsche.de/panorama/401/499675/text

Übrigens, wie Religion soziales Vertrauen zerstört beweist eine hochaktuelle Studie, die man hier finden kann:

http://hpd.de/node/8568

Interessant daran ist folgendes:

"[...]Die Auswirkungen der Religiosität sind theoretisch unklar: Während sämtliche Hauptreligionen zu Wohlverhalten gegenüber anderen aufrufen, können religiöse Gruppierungen vor allem Menschen in ihren eigenen Gruppen trauen und anderen misstrauen, wie auch Spaltungen in der breiteren Population auslösen[...]"

...eine Blaupause für religiöse Konflikte....

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

maguscarolus 17. Januar 2010 um 12:04  

Einen Glauben zu haben - das mag jeder für sich entscheiden.

Glauben zu organisieren: Das ist unerträglich!

Anonym 17. Januar 2010 um 12:20  

soso, eine per gesetz geschützte meinung also....

dazu fällt mir nur folgendes ein:

"Es gibt kein Gesetz, das besagt, die Wahrheit müsse erfreulich sein."

ja ich habe dawkins gelesen und es genossen.

von der wehrlosen religion zu sprechen, ist für mich eine verklärung der geschichte, gegenwart und - wenn man sich die usa anschaut - zu erwartenden zukunft zusammen.

realitätslästerung sozusagen....

die worte eines linken

Anonym 17. Januar 2010 um 13:34  

Hallo Roberto,

eine so starke Satire, dass sie Theisten als Vorlage gelten könnte. ;-)

Nur zwei Punkte noch:

1. Das «Primat» hat nicht das Christentum, sondern viel ältere Religionen, die vom Christentum verdrängt wurden. Oder anders gesagt: Wir sind in Wahrheit alle Atheisten, nur sind einige noch einen Gott weiter...

2. Mir ist es - wie den meisten Atheisten - völlig egal, ob ein Mensch nun partout glauben will oder nicht. Ich habe absolut keinen Antrieb zu missionieren, halte aber auch mit meiner Meinung nicht hinterm Berg. Und ich halte es für Unsinn von katholischen, evangelischen, muslimischen oder 'was-weiß-ich' Kindern zu sprechen, die zu jung sind um sich frei für einen bestimmten Glauben zu entscheiden (vgl.R. Dawkins "Der Gotteswahn"). Glauben an sich (ja oder nein) und in Bezug auf das Glaubensziel sollte eine bewusste persönliche Entscheidung sein und nichts in das man hinein geboren, das also oktroyiert, wurde!


Schönen Sonntag
Omnibus56

antiferengi 17. Januar 2010 um 14:42  

@Anonym 17.1 2:26
Bitte jetzt nicht falsch verstehen, es ist lediglich eine Frage aus Interesse.

Christen glauben an ein universelles Wesen, dass am Anfang der Zeiten alles kreierte.

Das ist eigentlich Teil des Pantheismus und deshalb keine Religion. Die Christen, und besonders die Katholiken glauben an einen personifizierten, und vor allen Dingen irdischen Gott. Nochmals gesagt, nur aus Interesse. Ich will keinem zu nahe treten, aber das hört sich irgendwie grün an.

Ansonsten stimme auch ich zu, das außerhalb von Politik mehr möglich wäre ohne Blockdenken. Demonstrationen sollten aber auch gegen die zielen, welche mit Gesetzen inhumanes bewirken. Und dieses irische Gesetz bewirkt genau dieses. Glauben unter Zwang. Außerdem bietet es tatsächlich eine Hintertür, bezüglich Art.9 der europäischen Menschenrechtskonvention, in welcher das Recht auf Unglauben gar nicht definiert ist. Mit diesem Gesetz ist jetzt jeder Ire gezwungen irgendetwas zu glauben, - ob er will, oder nicht. Auch kann er jetzt evtl. gegen dieses Gesetz kaum demonstrieren, weil dies wieder als Blasphemie ausgelegt werden könnte. Ich sehe eine ausgesprochen hohe Gefährlichkeit darin.

Sicher mit Demonstrationen kann man evtl. wieder Aufmerksamkeit für Menschlichkeit wachrufen, und sind mehr als unterstützenswert. Gesetze werden aber i.d.R. schneller verabschiedet als solche Weckrufe vernommen werden. Deshalb sehe ich keinen Schlüssel in Unparteilichkeit. Eine vielleicht irgendwann mögliche soziale Mitte existiert logischerweise nur wenn links auch was vorhanden ist. Aber du bist ja links, wie du schreibst.

Anonym 17. Januar 2010 um 16:13  

Unbequemer:

Ich habe immer nur eine Antwort, wenn es um den GLAUBEN geht:

Der Ringparabel aus „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781), die sich schon in „Das Dekameron“, von Giovanni Boccaccio zwischen 1350 und 1353 geschrieben, befindet.

Anonym 17. Januar 2010 um 16:17  

@maguscarlos

Du schreibst es, und da kommt mir immer der Bibelspruch von den "falschen Propheten" in den Sinn.....der hat bei mir die ersten Zweifel an den Religionen geschürt, denn genau betrachtet, und deswegen wollen Religionslehrer nicht, dass man diesen Satz allzu wortwörtlich nimmt gilt der auch für die eigene christliche Religion.

Mit dem Zitat grenzen Christen sich von ihren angeblich jüdischen Verfolgern ab, und sind, wenn man darüber nachdenkt keinen Deut besser als die Pharisäer und Schriftgelehrten, die diese als "falsche Propheten" bezeichnen.

River Tam 17. Januar 2010 um 17:06  

@Anonym:

"Man könnte es auch - bei den sich neuerdings christlich gebenden Liberalen passt es sogar noch besser - mit folgendem Jesus-Zitat begnügen:

"Ihr habt aus meinem Tempel ein Hurenhaus gemacht!""

Das halte ich für eine Beleidigung jedes anständigen Hurenhauses!

vunkenvlug 17. Januar 2010 um 17:15  

Julian apostata wurde hinterlistig ermordet. die christen waren von beginn an ein tückisches völkchen.
natürlich ist der atheismus mindestens so alt wie der theismus, schon Lukrez nimmt in seinem "de rerum natura" für Leukipp und Demokrit in anspruch, dass sie "die fratzen der götter aus den gevierten des himmels gerissen" hätten und ironischerweise bekennt er sich zur "alma Venus", "hominum divumque voluptas". sein werk, durch seine gewaltige dichterische und gedankliche kraft selbst in übersetzung hinreißend, verführte die christen zur legendenbildung: da die freunderln des leibes des dichters nicht habhaft wurden, erklärten sie kurzerhand seinen geist für verwirrt und ließen ihn im liebeswahnsinn selbstmord begehen.

dies war noch eine der mildesten todesarten, die geistig wehrhafte un- oder auch nur andersgläubige zu gewärtigen hatten und hätten, wenn die kreuzesjünger nicht zur leisetreterei gezwungen wären.

die schonung, die lange zeit gegenüber dem Islam angewendet wurde, beginnt, sich zu rächen, und es kreuzen in seinem windschatten wieder auf die alten abgetakelten fregatten.

River Tam 17. Januar 2010 um 17:19  

@antiferengi:

Ich weiß nicht, wie es in Irland ist, aber in den meisten Ländern umfasst ein Grundrecht, dass als Freiheitsrecht ausgestaltet ist (wie z.B. die Religionsfreiheit oder Meinungsfreiheit) auch die Ausübung des "Negativrechts"; also: keine Religion zu haben oder keine Meinung zu haben bzw. diese nicht zu äußern. Ansonsten wäre die entsprechende Grundfreiheit ja auch ziemlich sinnlos...

M.A. Verick 17. Januar 2010 um 18:34  

Früher mal, kam ich zu folgendem Schluss: Glaube ist keine Frage der Wahl, sondern der Überzeugung. Weder werden Gläubige geboren, noch saugen sie den Glauben mit der Muttermilch auf, hierzu gab es keinerlei Aufzeichnungen. Es gab wohl vereinzelt gläubig Geborene, nur wussten die noch nichts von ihrer Gläubigkeit, und mussten erstmal überzeugt werden, dass sie gläubig sind. Vor allem die Überzeugung anderer, z.B. ständiges Wiederholen von Psalmen, Suren etc. führt zu einem Wirken dieser ständigen Überzeugungsarbeit. Ein weiteres Schäfchen wurde somit kreiert, dass nun von der Gemeinde aufgenommen wird. Am Tun und Handeln wahrhaft Gläubige zu erkennen, gelingt nur dann wenn sie beten. Sonst konnte ich, bis heute, keine signifikanten Unterschiede feststellen.

Der Glaube an etwas ist schon faszinierend, denn er ermöglicht es den wahrhaft Gläubigen, auch vor der Realität, die Augen zu verschliessen.

Und so habe ich mir heutzutage angewöhnt, meinen Nacken nicht mehr zu verrenken. Weder beim hochschauen (zu jemand aufblicken), noch beim hinunterschauen (auf jemand herabblicken). Eine ziemlich ekelhafte, geradezu blasphemische Auflehnung ist das, ja ich weiss. Mir sind Kontakte auf gleicher Augenhöhe einfach lieber, keine Ahnung warum. Liegt bestimmt daran, das ich gottlos (ohne Gottesglauben) bin oder eben zu dumm zum Glauben.

philgeland 18. Januar 2010 um 01:38  

Omnibusse mit Thesen zu bemalen ist ein Akt nicht zu unterschätzender Öffentlichkeitsarbeit, die Meinungsvielfalt widerspiegelt. Eine Gesellschaft, die sich über solche, plakativ zur Schau gestellte Behauptungen aufregt, sollte sich fragen, wie es um ihre sogenannte demokratische Einstellung bestellt ist.

Anonym 18. Januar 2010 um 08:43  

Wer keine Werte gelten lassen will die anderen etwas Wert sind, der muss auch damit leben das die eigenen Werte in den Dreck gestiefelt werden.

Eure Frauen? Eure Kinder? Sind mir einerlei, die beschimpfe ich, werfe mit Dreck auf diese.
Eure Hackfressen? Eure Lästermäuler? Da scheiß ich rein. Da spuck ich drauf!
Euer Moralgekotze von wegen sozialem Tand von vorgestern? Ist mir scheißegal, ich hab nen Job, der Arbeitslose hat halt Pech und euer gutes Moralempfinden ist nichts als unwürdiger Ballast einer modernen Gesellschaft.

Und Ehe die der Kritik unfähigen Kritiker wieder jammern und heulen sie verstünden hier nichts, so verweise ich nochmal deutlich darauf: Wer das moralische Empfinden anderer in den Dreck stiefeln will, begeht eine Art der Beleidigungstat. Dafür kann und muss der Gesetzgeber genauso einen Schutz einfordern, wie er für den Rest der Pietät für den Menschen einfordert. Natürlich ist das nicht immer und überall durchsetzbar, aber der Schutz religiöser Gefühle hat genauso ein Daseinsrecht und das absichtliche Verletzen derselben genauso eine Pflicht auf Straffähigkeit, wie es für andere Rechte, die sich aus moralischen Überlegungen und Beleidigungen ableitet zu sehen ist.

Völlig korrekte Einführung eines Rechts. Sinnlos, aber eine Stellungnahme, die unter Umständen auch zum Denken anregt, wieder freundlicher auch mit den Positionen umzugehen, die man gar nicht verstehen oder nachvollziehen kann.

Anonym 18. Januar 2010 um 08:44  

Wer Glauben auf institutionalisierte Religion beschränkt, hat nicht verstanden was Glauben heißt.

Anonym 18. Januar 2010 um 20:03  

"[...]Und Ehe die der Kritik unfähigen Kritiker wieder jammern und heulen sie verstünden hier nichts, so verweise ich nochmal deutlich darauf: Wer das moralische Empfinden anderer in den Dreck stiefeln will, begeht eine Art der Beleidigungstat.[...]"

Stimmt, sehe ich als Atheist an die Adresse von Gläubigen gerichtet genauso - Gläubige beleidigen Atheisten ständig, wie Deine Worte wieder einmal beweisen. Fazit: Gleiches Recht für alle. Wer Atheisten mit Entzug von moralischen Qualitäten bestrafen will ist auch nicht besser als der angeblich die Gläubigen beleidigende. Darüber schon nachgedacht?

"[...]Dafür kann und muss der Gesetzgeber genauso einen Schutz einfordern, wie er für den Rest der Pietät für den Menschen einfordert.[...]" Siehe oben.

"[...]Natürlich ist das nicht immer und überall durchsetzbar, aber der Schutz religiöser Gefühle hat genauso ein Daseinsrecht und das absichtliche Verletzen derselben genauso eine Pflicht auf Straffähigkeit, wie es für andere Rechte, die sich aus moralischen Überlegungen und Beleidigungen ableitet zu sehen ist[...]"

Du sagst es, aber als Atheist bestehe ich darauf, dass die selben Prinzipien, die Du hier vertrittst dann auch für Gläubige und das Beleidigen von Ungläubigen (die nicht perse alle Atheisten/Agnostiker sein müssen) gelten dürfte.

Fazit:

Wen schon Verbot, dann auch für das Beleidigen von atheistischen Einstellungen, Aussagen und sonstigen Äußerungen herabsetzender Art an die Adresse von Nichtgläubigen durch Gläubige.

Merkst du wie unsinnig deine Thesen an die Adresse von Atheisten sind? Bist du immer noch ein beinharter Gläubiger, der alle Nichtgläubigen herunterstufen will?

Übrigens, ein uralter Spruch, der die wahre Qualität von Glaubenseiferern wie Deinesgleichen voll auf den Punkt bringt:

"Du glaubst dran - Oder du mußt dran glauben!"

Frag mal die gläubigen Inquisitoren nach dem tieferen Sinn des Spruches, falls der dir nicht gleich aufgeht.

Genau dieser Spruch ist es, der die Unsinnigkeit von Gesetzen gegen "Ungläubige" voll auf den Punkt bringt, weil er zeigt wohin die Reise geht, wenn man Gläubigen volle Gestaltungsfreiheit in Staat und Gesellschaft gibt.

Wie unsinnig das Blasphemie-Gesetz ist dürfte wohl die Zeit zeigen - Ich denke nämlich, dass es auch für Texte längst verstorbener Autoren gilt. Fazit: Oscar Wilde wird in Irland ebensowenig gelesen wie Nietzsche. Beides Atheisten, und Weltphilosophen erster Sahne sowie längst tot - Nur 2 Beispiel, um einmal die ganze Unsinnigkeit des irischen Gesetzes - auch aus historischer Perspektive - aufzuzeigen.

Nun ja, vielleicht dürften die Ir(ren) in Zukunft ja auch nur NOCH ein Buch lesen, das Buch der Bücher, dass mehr Gottlose produziert hat als alle Bücher vor ihm.

Wir kennen es alle

D i e

B i b e l

Amüsierte Grüße
Nachdenkseiten-Leser

Anonym 18. Januar 2010 um 20:20  

@vunkenvlug

Seh ich alles genaus, nur eine Ergänzung noch bei Julian Apostata, dem zu 90% von Christen ermordeten röm. Kaiser, der wird jeden Tag neu von Christen ermordet - Seit seinem Tod in einer Schlacht wo ihn ein Speer von hinten - aus den eigenen Reihen - traf. Christen sind nämlich auch sehr gut darin "heidnische" oder auch "gottlose" Menschen auch nach ihrem Ableben noch zu töten.

Ich bin sicher auch genau aus diesem Grund gibt es in Ländern wie Deutschland ein Gesetz, dass das Andenken frisch Verstorbener vor übler Nachrede schützt.

Julian Apostata ist auch hier kein Einzelfall - Angeblich soll auch die Geschichte Neros eine völlig andere sein als die Christen 2010 Jahre lang predigen.

Ich will hier aber keine Namensliste von christlicher Rufschädigung Verstorbener anfangen, die geht sicher in die tausende, und wird bestimmt einmal geschrieben...wenn die nicht längst besteht....

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

carlo 18. Januar 2010 um 23:56  

Der Ringparabel aus „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781), die sich schon in „Das Dekameron“, von Giovanni Boccaccio zwischen 1350 und 1353 geschrieben, befindet.
Es gibt dazu aber eine realistisch geschmiedete Reprise von Günter Anders, worin er zeigt das die Ringparabel in sich schon logisch falsch ist....aber mal selber denken!
Könnte sich in den Ketzereien finden..aber selber suchen!

Anonym 20. Januar 2010 um 12:44  

"Wen schon Verbot, dann auch für das Beleidigen von atheistischen Einstellungen, Aussagen und sonstigen Äußerungen herabsetzender Art an die Adresse von Nichtgläubigen durch Gläubige."

Der Punkt ist doch ein etwas anderer. Hierzulande ist so, das man sich schon über den Relgiösen an sich lustig machen darf. Man darf auch Gott karikieren, man kann seine Meinung auch mit Mitteln der Satire klar machen.

Wenn wir aber über so eine Beleidigung sprechen, geht es darum, jedenfalls in meinen Augen, zu prüfen welche Rahmenbedingungen dafür erfüllt sein müssen.
So wie ich eine Gruppe bezichtigen darf der Scheinheiligkeit. Zum Beispiel sind Atheisten sehr scheinheilige Zeitgenossen, weil sie vorgeben nicht religiös zu sein, aber faktisch ihren Unglauben zur Religion erheben, das ist sogar belegt worden in einem anerkannten Lexikon http://www.stupidedia.org/stupi/Atheist
Genauso steht es dem Atheisten frei, den Katholiken im Sinne seiner Gemeinschaft als Scheinheiligen anzuzeigen. Das ist völlig legitim.

Aber: Weder darf ich einen vor mir stehenden Atheisten, sagen wir Herr Ali Mayer-Gökmet, der mit einer deutschen Theologin türkischer Herkunft verheiratet ist. So darf ich dem nicht vorwerfen ein Atheistisches Schwein zu sein, weil dies eine persönliche Beleidigung wäre, was ich nicht mache.
Genauso verhälts sich umgekehrt wenn der verlogene katholische Pfaffe nun nach dem Stelldichein mit dem gerade volljährigen Chorknaben und jahrelangem Partner vor der Kirche seine Schäfchen hütet, da darf der Atheist nicht zu ihm gehen und ihn persönlich bleeidigen in dem er ihn als Schwule katholische Kinderschändersau bezeichnet.

Also problematisch wirds ja auch nur dann, wenn ein Mensch real an Gott glaubt und nicht nur ein Scheinheiliger ist. Wer also wirklich Glaubt da gibst einen, wie auch die Atheisten glauben da gibts keinen, der darf so gesehen sich persönlich beleidigt fühlen wenn seine Gottheit beleidigt wird, weil dies dann nämlcih genau in der Absicht gemacht wird, diesen Menschen zu verletzen und herabzuwürdigen. Es ist absichtliche persönliche Beleidigung in beisein eines religiösen Menschen Gott zu beleidigen, oder den MAthematiker der gerade Gottes Nichtexistentz aus einer Gleichung ableiten will. Das sind persönliche Beleidigungen und die müssen geahndet werden, auch wenn sie einen Umweg über religiöse Gefühle machen.

Atheisten sollten schnell für ihre Relgion entsprechenden Schutz beantragen und sich ihre Gottlosigkeit als Schützenwerte Gottheit eintragen lassen, damit sie dieselben Anträge stellen können, wie die Moslems und Katholiken und andere Glaubensgemeinschaften in Irland.

Anonym 21. Januar 2010 um 21:01  

"[...]Atheisten sollten schnell für ihre Relgion entsprechenden Schutz beantragen und sich ihre Gottlosigkeit als Schützenwerte Gottheit eintragen lassen, damit sie dieselben Anträge stellen können, wie die Moslems und Katholiken und andere Glaubensgemeinschaften in Irland.[...]"

Welche Religion denn? Wo bitte haben Atheisten (=Gottlose) denn einen Gott? Ich glaube Sie verbreiten hier nur längst vergilbte Uralt-Vorurteile an die Adresse von Atheisten, und pauschalieren persönliche Erlebnisse, die Sie negativ mit Atheisten in ihrem Umfeld hatten.

Sie plädieren also für die Wiedereinführung der Gegenreformation? Die Inquisition und andere Scherze, die dank Aufklärung (nein nicht die sexuelle, die allgemeine unter Voltaire, Kant & Co. ist gemeint) längst von Vorgestern sind?

Sind Sie Benedikt XVI? Sie wissen schon der dt. Papst der Tatsachen umdreht, die Geschichte fälscht usw. - alles im Namen der einen, angeblich selig machenden römisch-katholischen Kirche.

Sie leben, wie der dt. Papst, in längst vergangenen Zeiten und haben daher mein Mitleid.

Anonym 21. Januar 2010 um 22:17  

Lieber Anonymus,

Ihre Vorurteile gegenüber Atheisten in allen Ehren, aber Sie sollten auch wissen, dass man Atheisten nicht alle über einen Kamm scheren kann - ebensowenig wie ich Gottgläubige alle über einen Kamm schere.

Hier einmal ein sehr treffender Texthinweis über die hirnrissigen Vorurteile, die manche allgemein an die Adresse von Atheisten richten - Ich finde der Text hat etwas, und paßt daher genau hier herein:

[...]Die vier apokalyptischen Reiter

von Edgar Dahl, 21. Januar 2010, 00:04

Seit der Veröffentlichung von Richard Dawkins’ „Der Gotteswahn“, Christopher Hitchens’ „Der Herr ist kein Hirte“, Daniel Dennetts „Den Zauber brechen“ und Sam Harris’ „Das Ende des Glaubens“ gibt es wieder einmal eine erbittert geführte Debatte über die Religion.

Der Streit darüber, ob die Annahmen der Religion wirklich glaubwürdig sind, scheint dabei kein Ende zu nehmen. Mit dem kürzlich erschienenen Buch „50 Voices of Disbelief: Why We Are Atheists“ ist sogar noch einmal zusätzlich Öl ins Feuer gegossen worden[...]"

Quelle und kompletter Text:

http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/libertarian/allgemein/2010-01-21/die-vier-apokalyptischen-reiter?utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter

Zum "anerkannten Lexikon", da halte ich mich doch lieber an dies hier - zum Thema Atheismus sowieso:

http://athpedia.de/wiki/Atheismus

...ebenso anerkannt, aber von Atheisten gestaltet....

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

Anonym 21. Januar 2010 um 23:19  

"Atheisten haben auch einen Glauben weil ..."

Das soll wohl heißen ein Atheist glaubt an die Nichtexistenz Gottes.

Also "Existenz" ist ein schwieriges Problem, auch ich habe noch keine Möglichkeit gefunden, die Nichtexistenz von etwas logisch nachzuweisen.

Man muß sich also mit einem schwächeren Formalismus zufrieden geben, aber mit dem stärksten der existiert

Ich glaube nicht daran, das Gott nicht existiert (ich kann es auch nicht wissen), sondern ich messe der Existenz Gottes denselben Status wie der Existenz des Yeti bei. Ich glaube nicht an die Existenz des Yeti, man muß

mir beweisen,

das er existiert (Nicht ich muß die Nichtexistenz des Yeti beweisen!) (Entlehnt von Bernulf Kanitscheider.)
Dann muß ich es nicht glauben dann weiß ich es, das er existiert.

Ich glaube also nicht an die Nichtexistenz Gottes, ich warte auf einen Beweis für seine Existenz.

Bertrand Russell meinte dazu als er gefragt wurde, was er sagen würde wenn er nach seinem Tod Gott begegne: Ich würde ihn fragen, warum hast Du uns auf Erden kein sicheres Zeichen Deiner Existenz gegeben?

Also ich bin auch überzeugt davon, das Gott nicht existiert, aber wie gesagt das rechtfertigt sich im obigen Sinne maximal rational und hat nichts mit Glauben zu tun.

Da der Beweis der Nichtexistenz nicht geführt werden kann, gibt es ja auch noch den Agnostizismus. Aber ich neige dem Yeti-Argument zu.

Anonym 23. Januar 2010 um 16:48  

"[...]Aber ich neige dem Yeti-Argument zu[...]"

Schon mal was von der Religion des Abstrusen - Oder auch nur der des "Fliegenden Spaghetthimonsters" gehört?

Nein? http://www.denkladen.de hilft gerne weiter....

Anonym 23. Januar 2010 um 20:10  

Anonym 23. Januar 2010 16:48

Nein, aber ich seh gleich nach!

Anonym 23. Januar 2010 um 20:20  

Ich war gerade bei denkladen.de.

Also Nietzsche ist ja in dieser Hinsicht das Größte. Ich bin nie dazu gekommen was von ihm zu lesen, aber mir hat mal jemand gesagt, er sei verfolgt worden wegen seines Mutes und er habe gesagt er habe die Pflicht, die Religion zu kritisieren.

Man hats da heute leichter, aber man soll Nachteile nicht unterschätzen.

Die Gesellschaft zur Verbreitung des vernunftgeleiteten Denkens (so ähnlich) soll aber in unserer Gesellschaft von der Religion Verfolgte unterstützen.

Z. B. wird man glaube ich bei der Caritas gekündigt, wenn bekannt wird das man geschieden ist (oder so ähnlich) War eine Altenpflegerin glaube ich.

Anonym 24. Januar 2010 um 11:45  

"[...]Ich war gerade bei denkladen.de[...]"

Danke für... :) ;-)

"[...]Also Nietzsche ist ja in dieser Hinsicht das Größte. Ich bin nie dazu gekommen was von ihm zu lesen, aber mir hat mal jemand gesagt, er sei verfolgt worden wegen seines Mutes und er habe gesagt er habe die Pflicht, die
Religion zu kritisieren[...]"

Ist ein Fehler, würde ich nachholen - Nietzsches bekanntestes Buch ist "Der Antichrist" - Und bis heute unschlagbar ;-)

"[...]Man hats da heute leichter, aber man soll Nachteile nicht unterschätzen[...]"

Stimmt, aber Holzauge sei wachsam - zumal sich im "alten Europa" US-Fundis bzw. Evangelikale tummeln, die auch in Deutschland auf Missionstour gehen wollen. Europa ist - im Unterschied zu den USA, dem Bibelgürtel dort - doch noch ein "Kind der Aufklärung" - Manfred Spitzer, ein Hirnforscher - glaube ich, plädiert dennoch für eine Aufklärung 2.0, da auch in Europa die christliche "Gegenreformation" auf dem Vormarsch sein dürfte....manche machen auch hier den USA alles nach. Nein nicht den USA von Obama, der sich ja ausdrücklich in einer Rede auch an die "Nichtglaubenden" gewandt hat -in versöhnlicher Absicht, sondern der USA von des christlichen Fundis George W. Bush und seiner Mitstreiter aus dem "Biblebelt" der USA.

"[...]Die Gesellschaft zur Verbreitung des vernunftgeleiteten Denkens (so ähnlich) soll aber in unserer Gesellschaft von der Religion Verfolgte unterstützen[...]"

Nie von gehört: Wo gibt es diese "Gesellschaft zur Verbreitung des vernunftgeleitenden Denkens"?

"[...]Z. B. wird man glaube ich bei der Caritas gekündigt, wenn bekannt wird das man geschieden ist (oder so ähnlich) War eine Altenpflegerin glaube ich[...]"

Da kann man einiges davon im - oben im Text erwähnten - Humanistischen Pressedienst, http://www.hpd.de, nachlesen.

Ist sehr aufschlußreich dieser Pressedienst, der vorwiegend Nachrichten aus dem religionskritisch, aufklärerischen, agnostischen bzw. atheistischen, sowie Kuriositäten auf gläubiger Seite aus der Nachrichtenwelt, sammelt, und veröffentlicht.

Übrigens Nietzsche ist ein Klassiker, immer noch hochaktuell, aber mittlerweile gibt es ja berühmte US-Forscher, wie z.B. Daniel Dennett, Richard Dawkins und andere die sich als "Neue Atheisten" outen.

Ich glaube die USA holen einfach das nach, was wir in Europa längst hinter uns haben - eine Aufklärung 2.0 eben...

Dazu zählt übrigens auch das Kino, dass neuerdings religionskritische Filme und Dokumentationen, z.B. Religolous - oder so ähnlich - veröffentlicht hat.

Anonym 24. Januar 2010 um 11:52  

Noch was:

Von mir aus - auch aus meiner Gottlosigkeit - kann jeder jeden Unsinn glauben solange er andere nicht damit belästigt.

Die meisten Atheisten halten sich daran, da die nicht sonderlich auf missionieren stehen, und - entgegen einer oben geäußerten völlig haltlosen Meinung weder einen Glauben, einen Gott noch eine Religion haben.

Es ist traurig, aber die christliche Missionsstation im Netz, siehe oben, hat 24 h geöffnet, und daher halte ich es für oberwichtig dagegen zu halten, und danke meinen religionskritischen, atheistischen, agnostischen und auch nur konfessionslosen, aber gläubigen, Mitstreitern hier.

Wie schon erwähnt, ich habe nichts gegen Glauben - solange der ohne missionierende Absicht praktiziert wird -, und als Mitglied der IBKA e.V. bin ich für die strikte Trennung von Religion und Staat, wie in Frankreich real gelebt.

Mehr zur IBKA e.V. hier:

http://www.ibka.org

Anonym 24. Januar 2010 um 14:06  

"Nie von gehört: Wo gibt es diese "Gesellschaft zur Verbreitung des vernunftgeleitenden Denkens"?"

Ja tut mir zunächst leid, ich weiß, das ich sowas (zumindest) (extrem) Ähnliches mal las. Über Google müßte man es dann aber finden.

Ich meine ich las es in einem Artikel der Wikipedia. Ich meine es war der Artikel über Atheismus. Aber, es ist nicht wiederzufinden.

Also sehr mysteriös, ich weiß es muß fast genauso geheißen haben.
Ich war auch überrascht das es so etwas geben soll und ich nie etwas gehört hatte.

Anonym 24. Januar 2010 um 14:23  

@ Anonym 24. Januar 2010 11:45

Gesellschaft zur Verbreitung des vernunftgeleiteten Denkens gibts wohl nicht.

Ich dachte also statt verbreiten kann man ja eher fördern.

Es ist wahrscheinlich die IBKA, die ich auch nicht kannte. Da steht in der Wiki: "Förderung des vernunftgeleiteten Denkens" Da das länger her ist habe ich daraus dann wohl "Gesellschaft zur Verbreitung des vernunftgeleiteten Denkens gemacht."

Jetzt sieht man wie Gerüchte entstehen.

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