Ein dringender Nachtrag zur "Schulkarriere"

Samstag, 14. März 2009

Jene Handvoll Zeilen, die vor einigen Stunden das Tageslicht erblickten, widmen sich einer fiktiven Schulkarriere, wie sie so fiktiv nicht ist, weil sie sich auf Erzählungen, Erlebtem und Zugetragenem gründet. Sie handeln die Pathologisierung eines Schülers ab, der aufgrund seiner Sensibilität und seines Andersseins nicht toleriert, wohl aber in die Enge einer Gummizelle getrieben wird. Auch wenn es sich um eine Erzählung handelte, blieb dieser drastische Schritt, einen Menschen, der den Druck nicht mehr ertragen kann, zum psychisch labilen Zeitgenossen zu erklären, keine bloße Phantasie. Wir erleben dies oft, manchmal nur bei banalen Dingen, und fast ist man geneigt festzustellen: wir erleben dies immer öfter.

So sei der amoklaufende Schüler aus Winnenden schon länger depressiv gewesen, war sogar in psychiatrischer Behandlung, wird berichtet. Könnte ja sein, möchte man da sagen. Aber stutzig macht es schon, dass die Eltern des Jungen das abstreiten, obwohl sie mit dieser Diagnose wenigstens eine Art der Entschuldigung vorweisen könnten - nämlich jene, dass nicht der Sohn ein bösartiger Menschenschlächter war, sondern einfach ein kranker junger Mann, der wohl nicht wußte, was er da tat. Stutzig macht auch, dass Depressionen sich nicht dahingehend auszeichnen, zu besonderem Aktionismus zu animieren. Der Depressive kann sich kaum dazu ermutigen, einen notwendigen Toilettengang zu machen, ganz davon zu schweigen, eine Waffe zu nehmen, um einen Massenmord zu begehen. Wer selbst schon einmal in die Freuden einer depressiven Episode geraten ist, weiß das nur zu gut. Bestenfalls, was hier soviel heißt wie: im schlechtersten Falle, richtet man das Messer gegen sich selbst - es ist für einen Depressiven höchst untypisch, einen Massenmord zu begehen.

Wie gesagt, die Eltern hätten da ein treffliches Entschuldigungspotenzial in der Hand, benutzen es aber nicht. Und genau darum geht es denen, die die öffentliche Meinung machen: sie wollen dieses Entschuldigungspotenzial voll ausschöpfen, um die wahren Hintergründe, die Mißstände die unsere Kinder immer mehr bedrängen und unter Druck setzen, erhalten zu wissen. Man erklärt den Täter zum depressiven Wilderer, nur um nicht darlegen zu müssen, dass da ein Gescheiterter nicht mehr weiter wußte. Wenn nämlich nach den Gründen geforscht würde, wenn wir wirklich wissen wollten, warum jemand zu so einer blutigen und unmenschlichen Tat schreitet, dann müßten wir erkennen, dass der schulische und gesellschaftliche Druck, der Umstand immer Stärke zeigen zu müssen, das Sichverleugnen und Sichnutzbarmachen, Einrichtungen wie das G8, gebündelter Nachmittagsunterricht und fehlende Freizeit, Trost nur durch Konsum etc. dazu führen, Menschen vollkommen orientierungslos werden zu lassen. Deswegen läuft nicht jeder Orientierungslose Amok, zumal viele erstmal einen Waffenhändler aufsuchen müßten, was sie wiederum aus vielerlei Gründen, aus Schüchternheit und Angst, nicht machen würden. Andere greifen zu Alkohol, bekiffen sich, leben hemmungslosen Sex aus, der sie immer nur kurz befriedigen kann, bevor die allgemeine Unzufriedenheit wieder Besitz von ihnen ergreift.

Wenn also der Attentäter nicht depressiv wäre, dann müßte der allgemeine Zustand der Gesellschaft auf den Tisch, vornehmlich hier der allgemeine Zustand der Lebenswelt unserer Kinder und Jugendlichen. Dies wollen aus nachvollziehbaren Gründen bestimmte Kreise nicht als Sujet einer öffentlichen Diskussion gestatten. Da ist es die beste aller Lösungen, wir erklären den Amokläufer zum Verrückten, machen wieder einmal einen Einzelfall aus ihm, um die vielen, vielen Einzelfälle, die da latent in der Masse gären, unsichtbar zu belassen. Es geht wieder einmal nicht um Wahrheit, nicht um die Erforschung möglicher Motive einer solchen Tat; wieder einmal will gerettet werden, was mit rationalen und humanen Gründen eigentlich nicht zu retten wäre. Bildung muß eben billig sein, muß schnell vollzogen werden, darf den Menschen nicht zu lange unproduktiv sein lassen - da kann doch nicht so ein Attentäter daherkommen und mittels seiner Untat eine Diskussion anstossen, die für die herrschenden Kreise ein Graus wäre. Die Spreu soll sich vom Weizen trennen, wer nicht stark genug ist für ein solch repressives Schulsystem, der soll eben auf der Strecke bleiben - das ist die (Selbst-)Gerechtigkeit dieser elitären Kreise. Der Amokläufer von Winnenden war ein solcher Schwächling in deren Augen, tragisch ist nur, dass er Mitmenschen aufgrund seiner Schwäche mitauslöschte - wir gedenken dieser Menschen, weil sie Menschen waren; bestimmte Kreise trauern um sie, weil mit ihnen möglicherweise fähige Arbeitskräfte verlorengingen.

Tim K. muß depressiv sein, sonst könnte es andere Motive geben. Dass freilich die Depression auch Motive hätte, die wahrscheinlich sogar diesselben wären, bleibt unbehandelt. Alleine das Wort "Depression" reicht aus, um ihn als Schwächling und Kranken zu brandmarken und das Kapitel Wenningen abzuschließen, zum traurigen Einzelfall zu stilisieren. Jetzt müssen die Eltern auf Linie gebracht werden, damit das Lügengebäude stehenbleiben kann, und wenn sie nicht spuren, werden sich sicherlich Zeitungen finden, die jeden erdenklichen Müll über die beiden auskippen, sie als Rabeneltern an den Pranger stellen, um wieder einmal ein Ablenkungsmanöver zu führen, das die wahren Motive unter den Tisch fallen läßt. Auf die Idee, dass unmenschliches Benehmen immer auch einer unmenschlichen Erfahrung im Vorfeld bedarf, kommen die Berichterstatter nicht - oder dürfen sie nicht kommen?

18 Kommentare:

Anonym 14. März 2009 um 15:57  

"[...]Alleine das Wort "Depression" reicht aus, um ihn als Schwächling und Kranken zu brandmarken und das Kapitel Wenningen abzuschließen, zum traurigen Einzelfall zu stilisieren.[...]"

Ich meinte irgendwo im Netz gelesen zu haben, wenn nicht sogar auf Nachdenkseiten, dass die Hausärzte wegen eines neuen Abrechnungssystems gleich mal die Diagnose "depressiv" aussprechen, wenn ein Patient zu ihnen kommt, d.h. es wird gar nicht mehr untersucht ob der Patient wirklich eine Therapie notwendig hätte, sondern gleich die Diagnose "Depression", mit anschließender Psychotherapie, verhängt.

Ich machte die Erfahrung übrigens selbst als vor nun fast über 3 Jahren mein Vater urplötzlich nach einer Operation verstarb, obwohl er selbst hoffte, dass alles normal abläuft. Ich wurde damit nicht fertig, dass er mich, und meine Mitgeschwister, alleine gelassen hat, ohne irgend etwas zu regeln.

Ich begab mich also zum Hausarzt, der mir sofort "Depression" attestierte, und eine Gesprächspsychotherapie, die ich annehmen sollte.

Ich ging hin, zog die Zeit durch, und las nach der Behandlung, die m.E. nur gebracht hat, dass ich den Tod meines Vaters streckenweise besser akzeptieren kann, in einem Frauenmagazin beim Friseurbesuch, "dass Trauer keine Depression wäre". Da war es aber auch zu spät, aber es ärgert mich noch heute, dass der Hausarzt sofort die Diagnose "depressiv" gewählt hat, die er nun wohl in der Akte stehen hat, bei sich in der Praxis.

Übrigens, mit dieser Diagnose hätten die Psychiater, und sonstige Seelenklemptner, viel zu tun - Man denke nur an die Millionen Arbeitslosen, und HartzIV-Empfänger, die tagtäglich mit Vorurteilen konfrontiert werden, die einem an die Endphase der Weimarer Republik, und den Beginn der Hitlerherrschaft, erinnern.

Ich weiß ja nicht, wie es beim Amokläufer war, aber mein Beispiel zeigt wie schnell ein Arzt mit einer - in meinem Fall falschen - Diagnose zur Hand ist, die wie man auch beim "Fall Vera Stein (der Name ist ein Pseudonym) nachlesen kann.

Diese Frau kam sogar in eine "geschlossene psychiatrische Einrichtung", ein befreundeter Psychiater der Familie erklärte die Diagnose des einweisenden Arztes für falsch, und die Frau kämpfte bis zum europ. Gerichtshof für ihre Menschenrechte, und das Recht normal zu gelten - ich weis das, weil ich ihren Fall mitverfolgt habe - für Buchleser kein Problem, und auch im Netz kann man genug darüber finden. Es ist eben doch so, dass auch im wiedervereinigten Unangepasste, und völlig normale Menschen, ins Räderwerk der Psychiatrie geraten.

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

PS: Eine Debatte über die Ersatzreligion der Psychotherapie wäre eigentlich längst überfällig, aber die Lobby ist auch hier riesig, und genau deswegen werden wir auch beim nächsten Amokläufer, und sonstigen "Auffälligen" lesen, dass er "nicht normal", und "in Behandlung" war - es sind Zustände in .de mittlerweile, die mich an totalitäre Systeme (Die Ex-Sowjetunion bzw. Ostblockstaaten sowie NS-Deutschland) denken lassen: Anderstickende und -denkende aufgepaßt, die Diagnose der staatstreuen Psychiatrie ist bald wieder zur Hand.

Anonym 14. März 2009 um 16:05  

Noch was - ich kann mich auch irren:

Gibt es nicht auch schon Bücher - im philosophischen Bereich - die sich von dieser Ecke an die Frage annähern ob unsere Gesellschaft geisteskrank ist, und nicht der Mensch den diese Gesellschaft letztendlich produziert?

Würde mich echt einmal interessieren ;-)

Sagte nicht schon Karl Marx:

"Das (gesellschaftliche" Sein bestimmt das Bewußtsein."?

Soll heißen, ein gutgenährter Mensch aus der selbsternannten "Elite" sieht die Dinge natürlich völlig anders als ein gleich aufgezogener aus der Unter- bzw. Mittelschicht.

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

PS: Meine Schwester hat übrigens auch einen Sohn, der im Jugendalter nun nicht einmal die Freunde mehr gerne nach Hause bringt. Der Grund? Sein Vater, Frührentner, und Ex-Hirntumor-Patient, sitzt den ganzen Tag faul auf dem Sofa rum....

Kommt einem doch irgendwie aus RTL & Co. bekannt vor - ich sollte noch erwähnen, dass der Sohn meiner Schwester, eigentlich mein Lieblingsneffe ist, aber dieser Satz hat mir denn doch zu denken gegeben. Ich vermute einmal stark, dass er den aus den RTL-Shows hat, die er immer sieht, wenn er - als bekennender Fernsehsüchtiger - nachmittags vor der Glotze rumlümmelt anstatt zu lernen.

Die Menschenverachtung übrigens, die hier Kindern anerzogen wird kann vielleicht einmal wieder zu einer neuen "Elite" in Deutschland führen, die stark an die SS und Waffen-SS erinnert, und dies schreibe ich, gerade weil ich meinen Neffen, als verführt ansehe....

Andreas Bemeleit 14. März 2009 um 16:06  

Als er ein Kind war, haben seine Eltern ihm in kleinen Schritten die Welt erklärt. Eine Welt in der es das Gute und das Böse gibt. Wobei zum Schluss das Gute über das Böse siegen wird.

Dem Kind wird erzählt, dass es die Schule besuchen wird, einen Abschluss und danach eine Lehre oder ein Studium absolvieren wird. Oder kurz gesagt: mach was von dir verlangt wird und Alles wird gut.

Das Kind hat sich an diese Regeln gehalten. Es hat die Schule besucht und sich in die Gesellschaft auf seine Art integriert. Wir lesen, dass Tim ein erfolgreicher Sportler war. Wir lesen auch, dass Tim nur einen mittelmäßigen Schulabschluss geschafft hat.

Wir wissen, dass dieser Abschluss nur bedingt reichen wird, um in eine von Sorgen freie Zukunft zu schauen. Tim ist kein Kind mehr. Er ist 17 Jahre alt und damit ist auch ihm bewusst geworden, dass trotz all seiner Bemühungen die Zukunft für ihn keine einfache sein wird.

Mit dieser Erkenntnis und den Versprechen der Vergangenheit in der Erinnerung, darf er sich vom Leben betrogen fühlen. Wer sich betrogen fühlt, der ruft nach Ausgleich und Gerechtigkeit. Der Betrüger muss genannt werden und seine Taten sollen bestraft werden.

Was aber, wenn der Betrogene keinen Adressaten hat, dem er den Betrug vorwerfen kann ? Wenn seine Erklärung ist, dass ihn alle betrogen haben ? Kann dann aus der kindlichen Idee „Alles wird gut“ die Erkenntnis werden, dass Alles und Jeder gegen einen ist ?

Hans Wurst 14. März 2009 um 16:26  

Ich möchte zu diesem und vielen anderen gesellschaftlich relevanten Themen mal auf Freerk Huisken verweisen, der Mann hat wirklich Interessantes zu sagen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Freerk_Huisken

http://www.fhuisken.de/gewalt.htm

backwoods 14. März 2009 um 17:08  

Also ehrlich, diese Idee, "der depressive Kranke ist in unseren verrückten gesellschaftlichen Umständen eigentlich der Gesunde", diese Idee sollte man nun doch nicht überstrapazieren. Wer die Möglichkeit hat, sich über entwicklungspsychologische Phasen, die alle Menschen durchlaufen, zu informieren (die anthroposophischen Waldorfpädagogen tragen zu dem Thema auch einiges Interessante bei) der weiß, daß die pubertäre Phase sehr oft sehr viel länger dauern kann als "normal". Wer darin steckt, kommt irgendwann einmal unweigerlich zu so einem frustigen Punkt, daß er am liebsten alle Zeitgenosssen über den Jordan... Da gibt es natürlich viele Grade der Heftigkeit je nach Lebensumfeld. Nun liesse sich das Problem theoretisch ganz einfach lösen, wenn man umsetzte, was Hermann Scheer fordert: Waffen und Munition raus aus privater Hand. Wären da nicht diese vielen Interessen der Rüstungslobby und der Waffenindustrie...

Anonym 14. März 2009 um 17:17  

"[...]Was aber, wenn der Betrogene keinen Adressaten hat, dem er den Betrug vorwerfen kann ? Wenn seine Erklärung ist, dass ihn alle betrogen haben ? Kann dann aus der kindlichen Idee „Alles wird gut“ die Erkenntnis werden, dass Alles und Jeder gegen einen ist ?[...]"

Mag schon sein, dass im Fall Winnenden die Lage so ist, aber die heutigen anderen Nachrichten zeigen doch glasklar, dass wir in einer durch und durch elitären Gesellschaft leben, die keine Moral mehr kennt...

Ich denke so einfach, dass Jugendliche, die dies nicht duchschauen, Amok laufen ist die Lage nicht, die sind schon schlau genug die Lage zu durchschauen und nicht, dass angeblich "alle gegen alle" sind, wenn die Lage, zumindest was die selbst ernannten "Eliten" angeht wirklich so ist....

Nur mal von gestern:

Der vorbestrafte Zumwinckel erhält 20 Millionen Pension - Eine normale Rentnerin muß wieviel Jahre für diese Rente arbeiten?

Seine Kollegen bei der Deutschen Post, die ganz oben, gönnen sich einen fetten Aufschlag bei den Abfindungen - so heute, und begründen dies noch dreist mit irgend einer erfundenen "Leistung": "Die ganze Nacht durchgearbeitet" usw. usf.

Und so eine Gesellschaft soll ein Jugendlicher noch für "normal" befinden, und die Ver... nicht durchschauen?

Pardon, aber das glauben Sie doch selber nicht!

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

Anonym 14. März 2009 um 17:53  

"[...]Wer die Möglichkeit hat, sich über entwicklungspsychologische Phasen, die alle Menschen durchlaufen, zu informieren (die anthroposophischen Waldorfpädagogen tragen zu dem Thema auch einiges Interessante bei) der weiß, daß die pubertäre Phase sehr oft sehr viel länger dauern kann als "normal". [...]"

Stimmt, kenne ich, die Menschen, die damals 1789 den König köpften, weil seine Frau den Spruch brachte "Wer kein Mehl hat zum Brot backen, der soll eben Kuchen backen!" waren nach der Waldorf-Logik ja auch alles noch in der Pubertät fest steckende Jünglinge/Jungfrauen. Von den anderen revolutionären Bewegungen gar nicht zu reden....

Scherz beiseite, spätestens seit dem "Schwarzbuch Waldorf" (Albri-Verlag) sind mir die Walddorfschulen denn doch etwas zu elitär, rechtsextremismusverdächtig und sektiererisch.

Bin ich deswegen auch ein pubertierender Jüngling von über 30 Jahren? Sind die Autoren des "Schwarzbuches Walddorf" auch nur Pubertierende?

Amüsierte Grüße
Nachdenkseiten-Leser

Anonym 14. März 2009 um 17:57  

Die Ansicht, dass wir in einer "kranken Gesellschaft" leben stammt übrigens nicht von mir.

Ich meine wirklich, die mal irgendwo gelesen zu haben, weiß aber nicht mehr wo....

Und was das "depressive" angeht, die Gesellschaft bestimmt tatsächlich wer als verrückt zu gelten hat....

Kennen Sie den Film:

"Der Mann den Sie Pferd nannten?"

Nein, in dieser indianischen Gesellschaft wurden Menschen als völlig normal akzeptiert, die bei uns längst weggeschlossen wurden.

Es gibt übrigens eine antipsychiatrische Bewegung in Deutschland:

http://www.antipsychiatrie.de

Ich vermute einmal stark, die ist nicht sektenmäßig organisiert ;-)

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

Anonym 14. März 2009 um 18:01  

@backwoods

Es gibt keine Zwangspsychiatrie in unserem Rechtsstaat, der Unschuldige einweist?

Glauben Sie nicht, dann wir Ihnen hier geholfen:

http://www.zwangspsychiatrie.de

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

backwoods 14. März 2009 um 19:22  

ich hätte nie gedacht, in welches Wespennest man mit so einer harmlosen Klammer, (die anthroposophischen Waldorfpädagogen tragen zu dem Thema auch einiges Interessante bei)stoßen kann. Ich kann Sie beruhigen: Ich habe als Kinder-Vater mit diesem Thema intra-muros-Erfahrungen und überwiegend sehr positive Erinnerungen. Gerade auch Kinder aus zerrütteten Familienverhältnissen hatten dort ihren Platz. Das zum Vorwurf "elitär". Aber mein Beitrag richtete sich ja eigentlich an ein ganz anderes Thema. Nun denn. So ist das immer wieder mit der selektiven Wahrnehmung (mich eingeschlossen). Lesenswert auf jeden Fall und absolut sachlich die Stellungnahme von Scheer auf dessen homepage http://www.hermannscheer.de/de/index.php?option=com_content&task=view&id=635&Itemid=173

Knut 15. März 2009 um 01:32  

@ Nachdenkseiten-Leser: Ich meinte auch mich an Gelesenes zu erinnern. Meine Vermutung war Fromm. Also suchte ich und fand: http://www.youtube.com/watch?v=Dt09hfllNc8

Anonym 15. März 2009 um 08:46  

Andreas Bemeleit hat geschrieben:
"Wir lesen auch, dass Tim nur einen mittelmäßigen Schulabschluss geschafft hat.

Wir wissen, dass dieser Abschluss nur bedingt reichen wird, um in eine von Sorgen freie Zukunft zu schauen. Tim ist kein Kind mehr. Er ist 17 Jahre alt und damit ist auch ihm bewusst geworden, dass trotz all seiner Bemühungen die Zukunft für ihn keine einfache sein wird."

Tim sollte später mal das Unternehmen seines Vaters übernehmen. So zappenduster sah's nicht aus. Das Problem war wohl die fehlende soziale Anerkennung und anscheinend auch der mangelnde Erfolg beim weiblichen Geschlecht. Die Mehrzahl der gefundenen Pornobilder sind ja Bondage-Fotos, gemäß dem Motto "...und bist du nicht willig so brauch' ich Gewalt".

Anonym 15. März 2009 um 10:16  

@backwoods

Sie brauchen in kein Wespennest zu stechen, Michael Grandt läßt in seinem "Schwarzbuch Waldorf" ja auch Waldorf-Lehrer zu Wort kommen, und unterm Strich bleibt eben das übrig, was Sie nicht wahr haben wollen sowie unter angebl. "selektiver Wahrnehmung" abhaken wollen. ;-)

Übrigens Ex-Innenminister Schily war ja auch Waldorf-Schüler, und wir wissen ja alle, dass dieser Bluthund den Weg für W. Schäuble geebnet hat, was die grundgesetzwidrigen Anti-Terrorgesetze angeht, die ebent jetzt beweisen, dass die in der Tendenz sogar rassistisch sind, weil die sich nur gegen eine Bevölkerungsgruppe richten, und nicht gegen ALLE Waffenbesitzer in Deutschland.

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

Anonym 15. März 2009 um 10:23  

"[...]Tim sollte später mal das Unternehmen seines Vaters übernehmen.[...]"

Vielleicht wollte er genau dies nicht?

War Tim ein Einzelkind oder hatte er Geschwister?

Beim zweiten Fall würde es mich nicht wundern, wenn er sich sträuben würde das väterliche Unternehmen zu übernehmen.

Woher sollte er nämlich das Geld nehmen um seine evtl. "Miterben" später auszuzahlen?

Mir geht es nämlich derzeit genauso.

Ich sollte auch immer das väterliche Unternehmen übernehmen.

Ich ahnte aber immer, dass meine Mitgeschwister Probleme bereiten würden, und ging einen völlig anderen Weg - der scheiterte, und nun bin ich hier mit denen in einer sogenannten "gesetzl. Erbengemeinschaft" gefangen bzw. suche einen Ausweg daraus.

Beim Aufschwung kein Problem, aber wir stehen ja vor einer "Neuen Weltwirtschaftskrise", dank der Menschen, die letztendl. den Amoklauf mitzuverantworten haben in Wirtschaft, Politik und Medien und die nun so tun als könnten die unsren Kindern "Werte" (Welche den? Wer soll der Dozent sein, gar Ackermann oder Zimmernann von der Post?) beibringen.

Übrigens, weiter oben schrieb ich ja ich bin Pazifist, besitze keine Waffen und habe meinen Kriegsdienst verweigert.

Andernfalls:

Wäre ich da auch hochgradig Amoklaufgefährdet?

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

Anonym 15. März 2009 um 10:24  

@Knut

Danke für den Hinweis, werde ich mir mal reinziehen ;-)

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

Michel aus Lönneberga 15. März 2009 um 13:42  

"...
Tim sollte später mal das Unternehmen seines Vaters übernehmen. So zappenduster sah's nicht aus. Das Problem war wohl die fehlende soziale Anerkennung und anscheinend auch der mangelnde Erfolg beim weiblichen Geschlecht. Die Mehrzahl der gefundenen Pornobilder sind ja Bondage-Fotos, gemäß dem Motto "...und bist du nicht willig so brauch' ich Gewalt".

15. März 2009 08:46 "


Also, wenn ein Amokläufer Bondage-Fotos im Zimmer hat, ist das ein Zeichen, wie krank der Junge ist.
Aber wenn eine Regierung offiziell die Vergewaltigung von Frauen in Geldnöten erlaubt und zwar unter dem Namen "Prostitutions-Dienstleistungsgewerbe", dann ist das o.k.?
Erinnere dich mal daran, dass Prostitution mittlerweile als "normale Arbeit" gilt und es zumindest keine gesetzliche Regelung mehr gibt, die verhindert, dass die ARGE eine arbeitslose Frau in die Prostitution zwingen würde.
Bisher ist das lediglich noch nicht passiert ...

Würde sagen, die Existenz dieser Fotos beweist, dass Tim durchaus auch ganz "normale" Züge in einer "normalen" (=verrückten) Welt hatte.

Ich kann Tim durchaus verstehen, denn diese schleimscheißenden, heuchelnden Klassenkameraden, die schlicht alles mobbten und fertig machten, was sich nicht unterordnen UND anpassen wollte, hatte ich auch.

Der allergrößte Scheiß ist passiert, als wir ein paar "Besinnungstage" hatten, bei denen wir über uns und unser Verhältnis zu unseren Klassenkameraden nachdenken sollten.
Das war zumindest die Theorie.
In der Praxis wurden diese Tage dazu genutzt, die Außenseiter mit geheuchelt mitleidsvoller Betroffenheitsrhetorik nochmal so richtig auf ihre Position als Außenseiter aufmerksam zu machen, sprich: auszugrenzen.

Es hilft nix, über Außenseiter zu reden, man muss sie "reinholen", aber das wird bewusst nie gemacht, denn das würde heißen, dass man sich mit sich selber auseinandersetzen müsste, warum Außenseiter eben Außenseiter sind.

Anscheinend fällt es denjenigen, die "in" (bzw. "oben") sind, besonders schwer, ihre Beziehung zu denjenigen, die "unten" (bzw. "arm") sind, auszuloten.

Im Westen nix neues, gelle?



P.S. Hervorragende Artikel zu dem Amoklauf, Herr De Lapuente!!!

klaus baum 15. März 2009 um 22:03  

werter nachdenkseitenleser, hinsichtlich der frage nach der krankheit der gesellschaft empfehle ich zur lektüre: arno gruen,
Der Wahnsinn der Normalität: Realismus als Krankheit: eine grundlegende Theorie zur menschlichen Destruktivität (Taschenbuch)

Anonym 18. März 2009 um 00:54  

@Klaus Baum

Danke für den Buchhinweis.

Arno Gruen ist mir - als eifriger Lesesüchtiger - kein fremder Begriff ;-)

Dennoch danke zum Zweiten ;-)

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

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