Ein Vordenker?

Mittwoch, 4. Februar 2009

Schon öfter wurde an dieser Stelle über die mal dumpfen, mal greifbaren Gefühle gesprochen, wonach wir innerhalb einer traditionellen Bräune leben, jedenfalls mit ihr geschichtlich nicht gebrochen haben oder aber, als das Mindeste, in Zuständen leben, die in eine neue braune Gesinnung hineinführen könnten. Wenn man sich auch manchmal damit trösten mag, dass eine Machtergreifung im Stile von 1933 noch nicht geschehen ist, weil es immer noch Instanzen gibt, die gnadenlose Willkür der wirtschaftlichen und politischen Machthaber zu unterbinden bereit sind, so empfindet man sich dennoch zurückversetzt in den ersten deutschen Demokratieentwurf, in eine Republik ohne Republikaner. Natürlich ist der staatstheoretische Überbau von heute ein anderer, als jener von 1919 bis 1933, doch die Gefühle und Forderungen der Menschen darin, ähneln oft dem, was damals geschrieben, gepredigt und verkündet wurde. Weimarer Zustände offenbaren sich heute im gesellschaftlichen Mit- und Untereinander, darin was selbsternannte Eliten als ihre Moralauffassungen in die öffentliche Diskussion werfen, somit dem Bürger zum Kauen vorsetzen.

Anhand eines Beispieles, welches nicht mehr zum aktuellen Tagesgeschehen gezählt werden kann, weil es bereits einige Wochen gealtert ist, läßt sich dies treffend erläutern. Dabei handelt es sich um Peter Hahnes Rundumschlag gegen die "faulen Säcke" dieses Landes, die ihre Arbeitszeit in ärztlichen Wartezimmern verbringen, anstatt Arbeitsleistung zu zeigen. Um seine Thesen zu untermauern zog er dabei höchst fadenscheinige Zahlen heran - ob die betreffenden Patienten nun krank sind oder nicht, fällt für Hahne jedenfalls nicht ins Gewicht. Er sieht in erster Instanz keinen Kranken im Wartezimmer sitzen, sondern einen gesellschaftlichen Minderleister, der Kosten verursacht und die Arbeitsmoral der anderen, der Gesunden, der Leistungswilligen untergräbt.

Nun könnte man diese Ausführungen als selbstverliebtes Wichtiggetue eines biederen und konservativen Theologen abtun, der sich als Kanzel die Niederungen eines Schundblattes ausgesucht hat. Doch dahinter steckt mehr als bornierter Konservatismus und moralisierendes Sendungsbewußtsein, wie Hans-Henning Scharsach indirekt kenntlich macht:
"Die Beschreibung von Krankheit als "Pflichtvergessenheit" ist schon in den letzten Jahren der Weimarer Republik entstanden. Nach dem Ersten Weltkrieg muss die Leistungssteigerung des Einzelnen den Verlust an leistungsfähigen Arbeitskräften ausgleichen. Schon damals waren Fabriks- und Landesgewerbeärzte maßgeblich daran beteiligt, gesundheitsschädigende Höchstleistungen als "Pflicht am Vaterland" auszugeben. Kein Wunder, dass dieses Modell nach Hitlers Machtergreifung ebenso auf Akzeptanz stößt wie die Forderung nach Einsparungen bei "Asozialen" und "unnützen Essern".
[...]
Der ideologischen Instrumentalisierung der Naturheilbewegung soll auch die geplante Errichtung eines Gesundheitshauses der deutschen Ärzteschaft dienen. Hinter dem Konzept medizinischer Vorbeugung, Gesunderhaltung und Regeneration steckt in Wahrheit die nationalsozialistische Leistungsutopie, die den Begriff Krankheit abschaffen und durch unterschiedliche Stufen der Leistungsfähigkeit ersetzen will. Dem Patienten soll die Möglichkeit genommen werden, dem Leistungsdruck des Produktionsprozesses durch Krankschreibung seines Arztes zu entkommen.
Unter dem Motto "Gesundheitshäuser statt Krankenhäuser" sollen "minder leistungsfähige Menschen von schwacher Konstitution" nicht nur geheilt, sondern vor allem ausgebeutet werden. [...] Das Projekt könne "Kosten für unproduktive Kranke ersparen", wird im Deutschen Ärzteblatt mehrfach vorgerechnet. Medikamente würden durch "Übungen in und an der Natur" ersetzt. "Vorsorge kostet weniger als Fürsorge."
[...]
Das in Kempfenhausen am Starnberger See modellhaft geplante Gesundheitshaus soll nicht nur medizinischen, sondern auch wirtschaftlichen Zielen dienen. Gemeinsam mit Freiwilligen aus den Volksheilverbänden und betrieblichen Gesundheitsgruppen sollen die Insassen das Haus selbst verwalten und entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit "berufsentsprechende Arbeiten" verrichten. In hauseigenen Schmieden, Schlossereien, Buchbindereien, Wäschereien, Gärtnereien, Tischler-, Schuster- und Schneiderwerkstätten sowie in der eigenen Landwirtschaft müsse sichergestellt sein, dass die Patienten "nicht unbeschäftigt herumlungern", sondern "ihrer Leistungsfähigkeit entsprechend ständig zu tun haben". Die Bildung von "Leistungsgemeinschaften" solle "den gesunden Wettbewerb unter den Kranken" anregen."
- Hans-Henning Scharsach, "Die Ärzte der Nazis" -
Hier könnte man einwenden, dass Hahne niemals solch drastische Schritte gefordert, lediglich ein wenig gefrömmelt hat, seinen moralischen Zeigefinger zum Stinkefinger gegen Kranke wandelte - aber darin liegt genau die Problematik. Hahne hat seine sonntägliche Volksverhetzung so formuliert, als säßen in den Wartezimmern dieser Republik nur Scheinpatienten; so als gäbe es keine Kranken, sondern nur "leistungsgeminderte Gesunde". Er zog ja einen exemplarischen Tag heran, nämlich den 1. Oktober 2007, an dem angeblich fast ein Achtel der Bundesbevölkerung im ärztlichen Wartezimmer verbrachte. Dass dieser Tag ein Montag war, zudem der Beginn eines neuen Quartals; dass montags tendenziell der Antrag bei den Ärzten größer ist; dass Quartalbeginne gerne benutzt werden, schon lange gärende Krankheiten nun endlich behandeln zu lassen; dass viele - oft chronisch kranke - Menschen zum Anfang eines neuen Quartals den Arzt nur aufsuchen, um Praxisgebühr zu bezahlen und benötigte Überweisungen für die nächsten drei Monate abzuholen - davon wußte Hahne nichts zu berichten.

Diese Art von Verdummung ist keine harmlose Fehleinschätzung, auch keine verzeihbare gezielte Aufwiegelung der Massen, die von einem dümmlichen Journalisten betrieben wird - es hat Methode. Ob freilich Hahne selbst weiß, welche Methode dahintersteckt, ist fraglich. Was Scharsach anfangs beschreibt, dass nämlich Krankheit als eine Art Pflichtvergessenheit bewertet wurde, und das schon vor 1933, da war der Schritt zur sogenannten Leistungsmedizin nicht mehr weit. In ihr ging es nur noch darum, den Kranken derart zu kategorisieren, dass er möglichst nicht als "Belastung am Volkskörper" anzusehen war bzw. ihn knallhart als "Ballastexistenz" oder "Defektmenschen" einzureihen, und ihm damit ärztliche Hilfe zu entziehen. Die individuelle Not des Patienten, besser gesagt: die Linderung seines Leidens, stand nicht ganz oben auf der Agenda der Ärzteschaft. Schmerzlinderung und Therapie waren nur insofern von Bedeutung, den Patienten in Leistungsfähigkeit, d.h. Produktivität zu halten. Die Ärzteschaft der Weimarer Zeit ging genauso gleichgültig über die Interessen der Patienten hinweg, wie der BILD-Feuilletonist Hahne dieser Tage. Auch die damaligen Eliten sahen im Patienten zunächst den Faulpelz, der nicht bereit sei, seine Krankheit zurückzustellen, um dem Volk seine Leistungsbereitschaft zukommen zu lassen. Dabei ist zu beachten, dass dies das Fundament dessen ist, was dann unter der Herrschaft Hitlers zu traurigen Realität wurde: das Fundament des Euthanasiegedankens und damit auch, weil nationalsozialstisches Dogma war, nicht nur zu reden, sondern zu tun, zu handeln, Macher zu sein: die Ausführung der Euthanasie. Wer erstmal im Patienten keinen Hilfebedürftigen mehr sieht, wer sich von dieser aufklärerischen Position abwendet, um aus einen Notleidenden einen Täter zu machen, einen Leistungsverweigerer und Gesellschaftsfeind, der sät den Samen der Ausrottung und "Ausmerze", macht weitere Gedankenschritte erst möglich.

Am Beispiele Hahnes wird sichtbar, wie heutige Eliten ein Denken reanimieren, welches von 1919 bis 1933 - und darüber hinaus - zum Tagesgeschehen gehörte. Was elitäre Kreise heute als fortschrittliches Denken und intellektuelle Abgeklärtheit verkaufen, ist in vielen, allzuvielen Fällen ein Rückschritt im Denken, ein Rückgriff auf Gedanken einer dumpfen Epoche, in der man zwar in einer Demokratie lebte, aber nicht immer demokratisch sein wollte; in der es zum guten Ton gehörte, Menschenverachtung als wissenschaftliche Vernunft zu verkleiden, demnach wie ein Verstandesmensch auf "die da unten" einzudreschen. Hahne ist ein Paradebeispiel dafür, dass elitäres Denken, welchem man auch noch zur Veröffentlichung in Tageszeitungen verhilft, ein gefährliches Zündeln an gestrigen Irrtümern ist. Es fängt meist harmlos an, indem man seine Ressentiments und seine abfälligen Gehässigkeiten zu Kommentaren oder Leitartikeln verarbeitet, damit Menschen stimuliert, sich diese falschen Prämissen anzueignen, um das eigene Denken damit zu verschandeln - und so folgt ein Schritt dem nächsten und aus dem hilfebedürftigen Patienten wird ein heimtückischer Volksfeind.

Es wäre vermessen, diesem Herrn die zweifelhafte Ehre zukommen zu lassen, ein Vordenker zu sein. Ein Mann, der in abendlichen Talkshows den Wahlspruch seiner Großmutter bemüht - der da lautet: "Das gehört sich nicht!" -, um diesen als Ausweg aus der Spaß- und Ungehörigkeitsgesellschaft zu postulieren, ist eher peinlich und dümmlich als ernstzunehmen. Dennoch zeigt er natürlich vordenkerische "Qualitäten", die seinen Ahnherrn vor 1933 ähnlich nachzuweisen sind; seine wöchentlichen Moralaposteleien, die er auf dem Rücken der gesellschaftlich Schwachen reitet, sind zumindest Beitrag zur Wegbereitung, Beitrag zu einer Gesundheitspolitik, die sich vielleicht bald schon dazu berufen fühlt, Kranke als Leistungsverweigerer zu diffamieren...

11 Kommentare:

Kurt aka Roger Beathacker 4. Februar 2009 um 11:09  

Peter Hahne und Elite?

;-)

Systemfrager 4. Februar 2009 um 11:26  

Ja, warum stemmen sich unsere sog. "Eliten" gegen die Veröffentlichung der Original-Zeitungen aus der Weimarer Zeit (heute in dradio.de merh darüber)? Es gibt viel zu verbergen. Zu diesem Thema siehe auch:
http://www.forum-systemfrage.de/Aufbau/aa/10a/aa10a.php?df_name=aaDF20&tbch=aa&schp=nach30j&ordner=10a

klaus baum 4. Februar 2009 um 12:00  

>>Unter dem Motto "Gesundheitshäuser statt Krankenhäuser" sollen "minder leistungsfähige Menschen von schwacher Konstitution" nicht nur geheilt, sondern vor allem ausgebeutet werden. [...] Das Projekt könne "Kosten für unproduktive Kranke ersparen"...<<

Deine Ausführungen von heute widerlegen wohl auch Götz Alys These, das 3. Reich hätte den Sozialstaat erfunden, und weil der Sozialstaat auf die Nazis zurückgeht, gehöre er abgeschafft.

Irre, was in dieser Jetztzeit so alles gedacht wird.

Anonym 4. Februar 2009 um 13:32  

Man soll ja so was niemandem wünschen, aber eine hübsche kleine Neuralgie wünsche ich dem Herrn Hahne schon. Mal sehn, ob er damit zum privaten Heilpraktiker geht, selbstverständlich ohne Wartezeiten.

Markus 4. Februar 2009 um 15:17  

Es gab vor einiger Zeit mal einen Artikel bzw. einen Wirtschaftswissenschaftler, der einen freien Markt für Organverkäufe von Lebendspendern forderte, angeblich, um illegale Organtransplantationen zu verhindern.

Seitdem braucht man sich über andere Dinge nicht mehr zu wundern.

Eines möchte ich noch hinzufügen: je größer der (psychische und physische und soziale) Druck auf Arbeitnehmer wird, desto mehr verzweifeln irgendwann und desto mehr werden krank.
Unglückliche Menschen sind häufiger krank! Das is nu nix neues.

Vielleicht sollte man daher einigen elitären "Denker" erklären, dass es einen Produktions-/Wirtschaftsfortschritt bringen würde, Druck zu verringern, das soziale Klima zu verbessern, anständige Löhne und Gehälter zu zahlen und fünfe gerade sein zu lassen.

Wer nu nix mehr zu verlieren hat als die Degradierung vom 3-€-Job zu HartzIV, dem ist es doch schnuppe, ob er nu den 3-€-Job oder HartzIV kriegt.
DAS sollte mal jemand den "Eliten" erklären.



P.S.
Eine Sache noch:
Kategorien.
Alle Kategorien sind mehr oder weniger Festlegungen. So gibt es durchaus einen schleichende Zwischenstufen zwischen "gesund" und "krank". Siehe:
- guten Tag haben ("gesund")
- alles ok
- schlechten Tag haben
- müde sein
- müde, abgespannt, erschöpft sein
- bischen Schnupfen haben
- bischen Schnupfen, Kopfweh und Zipperlein haben
- Schnupfen, Kopfweh und Fieber
- bettlägerig

Obwohl es also durchaus Zwischenstufen gibt, gibt es definitiv einen Zustand, ab dem man eindeutig und unzweifelhaft "krank" ist.
Diese Stufe gibt es und auch "elitäre" Denker können die nicht rational wegreden. Wenn jemand, der krank ist, trotzdem arbeiten geht, dann steckt er womöglich andere Kollegen an oder macht Fehler mit schlimmen Folgen.
Daher macht es ganz rationell Sinn, Kranke nicht in den Arbeitsprozess einzuzwingen.

Krank ist Krank, ein Körper ist keine Maschine.
Ende.

Anonym 4. Februar 2009 um 15:45  

Wären diesem Angehörigen einer selbst ernannten Elite wenigstens die elementarsten Lehrsätze seines Fachgebietes gegenwärtig, er hätte sich eher auf die Lippen gebissen, als den seinerzeitigen Nonsens Schrift werden zu lassen. Insbesondere die Auslegung Luthers zum 8. Gebot sollte jeden -also auch Hahne und mich- nachdenklich stimmen. Aber angesichts des journalistischen Erfolges von Peter Hahne kapituliert naturgegeben jeder Dekalog.

Mir bleibt als seit anderthalb Jahrzehnten bekennendem Nichtfernseher wenigstens Hahnes bildjournalistisches Geschwafel erspart, selbst wenn man spät von demselben in BILD Kenntnis nehmen muss.

Nachdem Hahne Mitglied des Rates der EKD ist, bleibt sein Tun ja ohnehin in der Familie, denn das unsägliche Pamphlet unter dem Namen seines nun abgehenden 'Chefs' Wolfgang Huber vom Juli '08 wurde -neben vielen anderen fragwürdigen Verlautbarungen der Ära Huber- bislang ja auch noch nicht zurückgenommen. Dafür steht Hahne auf der Liste der Nachfolger Hubers.

"Sind wir noch zu retten?"

Anonym 4. Februar 2009 um 18:15  

Warum schreibt ein Peter Hahne derartige Gedanken auf? Weil er sich auf der sicheren Seite fühlt – und weil er denen, zu denen er so gern gehören möchte, zum Munde reden will.

Denn er weiß, dass die Vertreter dieser Arroganz der (scheinbaren) Macht so denken oder besser gesagt, so fühlen. Es interessiert sie überhaupt nicht wie es dem Volk ergeht, welche Lebenswege sich dort ereignen.

Die Hauptsache ist, dass sie sich das Gefühl der uneingeschränkten Macht und der damit für sie verbundenen Privilegien, gönnen können – und wie sie meinen am besten gleich auf Lebenszeit (mit dem Recht auf Vererbbarkeit an Kinder und Kindeskinder).

Albrecht Müller hat heute Nachmittag auf den Nachdenkseiten eine Fülle von Fragen zu Beginn, Ausmaß und den Auswirkungen der Finanzkrise gestellt. Er fordert Journalisten damit geradezu heraus, dem nach zugehen, um die Hintergründe derartig verbrecherischer Vorgehensweisen von Politik und „Finanzindustrie“ aufzudecken.

Es wird nicht passieren. Es sei denn, die Machtverhältnisse ändern sich in eine andere Richtung.

Ich beobachte mit Vergnügen Meldungen wie: „Steinmeier ist einer der ersten Politiker, die von der neuen amerikanischen Außenministerin empfangen werden“ oder auf dem Wahlblog vom ZDF biedern sich die Kollegen wie Thorsten Alsleben dem Publikum mit Überschriften wie „Etwas Selbstkritik: Wir Medien verschärfen die Krise“ an, um dann später im Text weitere Unwahrheiten zu verbreiten.

Ich hab’ den Eindruck, man lässt sich schon ein Hintertürchen offen. Denn, wenn das so weiter geht mit dem „Obama“ muss man womöglich bald andere Töne schwingen – denn man will ja dazu gehören, wenn die „neuen“ Mächtigen agieren.

Peter Sodann wurde als Antidemokrat bezeichnet weil er Leute wie Ackermann dahin schicken würde, wo sie in einem Rechtsstaat hingehören – in den Knast.

Jetzt sagt ein amerikanischer Politiker ähnliches über „Bankster“ – und die Damen und Herren Journalisten versuchen es zu überhören, weil sie hoffen, das es nur ein „Ausrutscher“ ist.

Aber: man reckt schon den Finger in den Wind. Woher wird er wehen? Noch ist ein Zögern in den Gazetten.

Meine Ahnung: Wenn die Liquidität der kleinen „Kaiser“ sinkt, wird auch ihr „Stern“ verglühen – die unterwürfigen Hofberichterstatter werden sich dem neuen „Heilsbringer“ anbiedern.

Nur leider, das Leiden der Völker wird nicht weniger werden, denn auch die neuen Mächtigen wollen „ihr“ Leben genießen. Und wieder werden es dieselben sein, die gern mit dabei sein möchten.

Calwer-Wildnis 4. Februar 2009 um 18:18  

Peter Hahne, und einige andere Prominente, kursieren in Kreisen der Evangelikalen als eine Art Vorbildprediger, voller Weisheit durch ihre Erfahrungen und Bücher, die sie geschrieben haben.

Wer nun genau letztendlich wen und wie und wodurch geistig befruchtet, ist für mich nicht so ganz nahzuvollziehen. Allerdings gilt in diesen evangelikalen Kreisen Krankheit als etwas, das im Willen Gottes nicht vorgesehen ist. Hiob und seine in der Bibel beschriebenen Erfahrungen werden dabei gerne übergangen, oder recht eigenwillig interpretiert.

Ich - als durch eine seltene und unheilbare Krankheit - in den Rollstuhl geratene Frau mit Behinderung musste mir von diesen selbsternannten "Heilsverkündern" anhören, dass das nicht dem Willen Gottes entspreche. Gott wolle uns Menschen gesund haben. Folglich ist Krankheit - Behinderung - etc., des Teufels. Und, man muss dann eben dieses Falsche, Teuflische in sich suchen, und abschaffen, und schon funktioniert man wieder...

Falls das doch nicht so richtig klappt, macht man etwas falsch - klammert sich an das Teuflische, usw.

Na, toll.

Auf diesem Boden wachsen solche Dinge, wie sie auch Herr Hahne drauf hat. Es ist dann nicht weit bis zum Exorcismus, oder ersatzweise, der braunen Denkungsart.

Es mutet oft total verrückt an, was in unserer sogenannten modernen und aufgeklärten Zeit doch noch so alles an abstrusen Vorstellungen als richtig angesehen werden, und von sogenannten elitären Volkspredigern unter die Leute gebracht wird.

Anonym 4. Februar 2009 um 18:58  

@Markus(4): Der Kerl heißt Peter Oberender. siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Oberender

Anonym 4. Februar 2009 um 22:32  

Ein Ausdruck prägt sich mir besonders ein - "Hahnes sonntägliche Volksverhetzung..." treffender kann man diesen Menschenverachter nicht charakterisieren - man hofft inständig, dass solche Leute ihre gerechte Strafe erleiden, und zwar bald

epikur 6. Februar 2009 um 00:20  

Ach ja, der gute Rogowski...

Ich hab vor einigen jahren schonmal einen kritischen Artikel über ihn geschrieben, da hatte er gerade eine TV-Sendung auf N-TV moderiert mit dem bezeichnenden Namen "Rogowski-Chefsache". In einer Sendung hatte er Wolfgang Clement eingeladen, der damals noch der "Super-Wirtschaftsminister" war.

Ach ja, das waren noch Zeiten...

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