Die LINKE im System

Donnerstag, 12. März 2009

Der Hunger ist mehr denn je maßgeblicher Parameter der Sozialpolitik. Ebenso das Obdach oder Sicherheiten, wie die Sicherheit auch am Folgetag seinen sowieso schon niedrigen Lebensstandard halten zu können oder die Rechtssicherheit. Indem man Hunger und Sicherheit zum vagen, aber dennoch immer über dem Kopf schwebenden Furor erklärt, indem das Obdach im extremsten Falle zur schönen Erinnerung werden kann, hat die Sozialpolitik ihre Ansatzpunkte im Existenziellen fixiert. Was konservative Herrschaften als Sanktionspotenzial für allerlei Bevölkerungsgruppen fordern, ist im SGB II schon lange zur Sanktionierungsrealität geworden. Wer als Erwerbsloser nicht spurt, wer sich nicht voller Inbrunst in die Demütigungen des SGB II-Alltages wirft, dem kann Hunger verordnet, dem kann das Obdach entzogen werden - und will man dagegen rechtlich vorgehen, trifft man auf einen beschwerlich gemachten Rechtsweg, der durch hohe Zuzahlungen zur Prozesskostenhilfe abschrecken soll.

Das Antasten des Existenziellen hat Methode, ist kein unumgänglicher Maßnahmenkatalog, der sich der Realität angenommen hat, sondern eine gezielte Hinwendung zum Mürbemachen, zum In-Angst-halten der betroffenen Personen. Nur wenn der Hunger droht, nur wenn die eigenen vier Wände zum Schwebezustand geworden, nur wenn grundlegendste Sicherheiten unsicher gemacht sind, behält man den Erwerbslosen in devoter, williger Haltung, nur dann führt er aus, was er freiwillig nie ausführen würde, weil es seiner Würde, seiner Ehre zuwiderliefe. Raffiniert ist diese Methodik insofern, da sie nicht direkt das Brot raubt, nicht Wohnungen entwendet oder Gerichte absperrt, sondern mittels finanzieller Garotte verunmöglicht, was als Lebensgrundlage jedes Menschen zu gelten hätte. Man schneidet große Schreiben des Regelsatzes ab, keine vom Brot; man entwendet beträchtliche Teile des Mietgeldes, nicht die Wohnung selbst; man sperrt die Kostengünstigkeit an Sozialgerichten, nicht die Gerichtsgebäude. Kurz: Man schraubt an der finanziellen Grundlage des Existenzminimums, geht via geleertem Konto an jene Stellen des menschlichen Daseins, die wirklich schmerzhaft sein können, wenn sie nicht befriedigt werden.

Als die Frühsozialisten darüber schrieben (oder wie Robert Owen sogar tätig wurden), Lebenszustände zu entwerfen, die jeder existenziellen Not ledig geworden sind - was auch der verwissenschaftlichte Sozialist Marx tat -, da war die Methode des Aushungerns, wenigstens in den Köpfen einer geistigen Elite, als Anachronismus abgestempelt. Sie griffen den uralten menschlichen Traum auf, wonach das Leben einen Zustand ohne Existenznot darstellen sollte; sie bemächtigten sich damit antiker und noch älterer menschlicher Traumwelten, wie man sie aus der Erzählung von himmlischen Paradiese oder dem Märchen vom Schlaraffenland kannte. Es sollte eine Welt entstehen, wie später sinngemäß Marcuse schrieb, in der die Zeit der Utopie abgelaufen sei, weil sie zur Realität geworden ist. In einer Welt, in der jeder Mensch aufgrund voller Regale von Lebensmitteln und Konsumgüter satt und befriedigt werden könnte, darf man sich des nun antiquierten Hungerspieles nicht mehr bedienen. Marcuse wird später im "eindimensionalen Mensch" schreiben, dass die heutigen Machthabenden, trotz der Gewissheit jeden Menschen Hunger nehmen, Obdach und Sicherheiten geben zu können, "die veralteten Formen des Kampfes um das Dasein [verewigt]" haben. Damit haben die Machthabenden die alten Hoffnungen der Utopisten auf den Müllhaufen der Geschichte geworfen, verraten haben sie sie nicht, denn die Macht konnte sich nie recht für eine Welt erwärmen, in der Menschen durch Absicherung existenzieller Grundlagen zur Autonomie und Selbstbewußtsein gelangen würden.

Dass das herrschende Parteienwesen hierzulande das Hungerspiel nicht nur duldet, sondern gutheißt und sogar installiert hat, ist keine neue Erkenntnis. Erkenntnisreich ist aber doch, dass es jene angeblich durch und durch kommunistische Partei ist, die allerorten für ihre Rückwärtsgewandtheit getadelt wird, die sich kürzlich um das Sanktionierungspotenzial innerhalb des Arbeitslosengeldes II stritt. Die Stimmen, wonach Sanktionierungen notwendig seien, wonach es möglich sein müsse, Hunger und Existenzangst zu verordnen, waren nicht rar gesät. Irgendwie müsse man die Menschen ja an der Leine halten, müsse sich der Staat Handlungsspielraum schaffen, so mußte man aus verschiedenen Ecken der LINKEN vernehmen. Damit wurde bewiesen, dass selbst innerhalb dieser Partei, die von sich selbst sagt, sie sei so anders, wie die anderen Parteien, ein negatives Menschenbild installiert ist, mittels dem man sich die Keule hervorzuholen berechtigt glaubt. Auch für die LINKE ist das Spiel mit dem Hunger, ist die existenzielle Angstmache kein Fremdwort, sondern notwendiges Instrument, um der Massen Herr werden zu können - Ausnahmen innerhalb dieser Partei sind natürlich, wie in jeder Partei mit Flügeln, gegeben.

Die LINKE, egal was man fast täglich über sie auch schreibt, wie man sie diffamiert und als Teufelsgestalt im Parteienwesen zeichnet, ist nicht außerhalb des herrschenden Systems angesiedelt. Sie will die Revision bestimmter Fehlbildungen innerhalb des Apparates, oft nur kleine Kaschierungen, bewegt sich mit ihrem Menschenbild und der Bereitschaft die Existenzfrage weiterhin als Parameter in der Sozialpolitik zu belassen, genau dort, wo man bemüht ist, sie herauszuschreiben: aus dem System. Sie ist darin verwurzelt, so wie ein Atheist des Abendlandes, gleich was er auch sagt und denkt, immer unbewusst an christlichen Lehren verhaftet bleibt. Solange sie die Existenzsicherung nicht als unantastbares Gut ihrer Politik begreift, ist sie wirklich, so wie viele Medien schreiben und berichten (aber natürlich aus anderen Gründen als die dort angegebenen), als Wolf im Schafspelz zu befürchten. Oder anders ausgedrückt: Mit ihrem Hang zur Systemkosmetik, mit ihrem Wolfsstatus und der Pflege ihres künstlichen Bildes als sozialistische Partei, hat sie voll und ganz die Rolle der deutschen Sozialdemokratie übernommen, die frei wurde, als die einstige Sozialdemokratie nach rechts aufschloss. Die LINKE, da dürfen sich alle Kritiker beruhigen, steht fester im System, als es den meisten Menschen dieses Landes recht sein kann - auch sie wird womöglich eines Tages Hunger verordnen.

47 Kommentare:

Systemfrager 12. März 2009 um 09:52  

Ja, die angepassten Linken - in der Tat schlimm und zum Kotzen. Entsetzlich!

Es gibt aber auch eine noch schlimmere Art der Linken. Jene Linken nämlich, die alles zuerst zertrümmern würden und erst dann würden sie nachdenekn was zu tun ist. Es sind die Linken aus der berühmten 11. These über Feuerbach von Karl Marx. Die Linken nach dem Motto: Nix denken, tun! Wir wissen leider was von ihnen zu erwarten ist. Mehr darüber:

www.forum-systemfrage.de/Aufbau/ba/20e/ba20e.php?df_name=baDF20&tbch=ba&schp=marxis&ordner=20e

Potemkin 12. März 2009 um 10:18  

In dem heutigen 'postdemokratischen' System bleibt einem nichts anderes übrig als stets das kleinste Übel zu wählen. Und das ist eindeutig die Linke. Ohne freilich die Illusion zu hegen, dass diese Partei, einmal an der Macht, genauso korrumpiert wäre wie weiland die Grünen. Macht, Dienstwagen und Ministergehalt bringen es mit sich, dass man sich binnen kurzem mit Lichtgeschwindigkeit von den 'Menschen draußen im Lande' entfernt und sich auf Sachzwänge beruft. Aber dann gibt es vielleicht wieder ein neues 'kleineres Übel' dem man seine Stimme geben kann. Und so weiter...

Anonym 12. März 2009 um 10:27  

Ihrer Charakterisierung der Partei Die Linke muss ich vollauf zupflichten. Dabei ist die Haltung zu Hartz IV ja nur die eine Seite des Janusgesichts dieser Partei, wobei man von Janusgesicht ja kaum noch reden kann. Sie ist so eindeutig opportunistisch, dass es allein dank ihrer Existenz unseren Herrschenden immer wieder gelingt, den Unmut in der Bevölkerung zu kanalisieren. Und weiterzumachen wie bisher. Die Linke ist das notwendige Feigenblatt des Systems, ich weiß nicht mal, ob man bei ihr noch vom "Arzt am Krankenbett des Kapitalismus" reden kann.

Kurt aka Roger Beathacker 12. März 2009 um 10:34  

"Die LINKE, egal was man fast täglich über sie auch schreibt, wie man sie diffamiert und als Teufelsgestalt im Parteienwesen zeichnet, ist nicht außerhalb des herrschenden Systems angesiedelt."

Sehr richtig, wenngleich nichts umwerfend neues.

Dazu sehr aufschlussreich: Robert Kurz. Schwarzbuch Kapitalismus. (PDF, ca. 2.5 mb)

Anonym 12. März 2009 um 10:37  

Lieber Roberto,

was du über die Linken schreibst - du meinst die Linkspartei? - kann ich so derzeit, zum Glück, nur für Berlin und Teile der ehemaligen PDS bzw. WASG unterschreiben.

Ich hab's auch schon bei einer Versammlung angesprochen: Sollten die Linken den Weg der Grünen gehen - von der ehemaligen Öko- und Pazifismuspartei zur etablierten Dienstwagen- und Postenschacherpartei dann ist auch die Linkspartei für mich erledigt.

In Berlin ist es ja leider soweit, aber anscheinend sägt die Linkspartei schon den Berliner Linkspartei-Genossen, die fest am neoliberalen Kurs der SPD teilnehmen, den Ast ab.

Ich denke schon, dass die Linkspartei insgesamt wissen sollte, dass noch eine neoliberal-marktradikale Partei in Deutschland unerwünscht ist - auch aus der "linken Ecke".

Was Du über Atheisten schreibst halte ich übrigens so für nicht richtig - als Mitglied des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten.

Frage:

An was sollten sich Atheisten/-innen den abarbeiten wenn nicht an Gott und der Kirche, die jahrhundertelang Atheisten/Relgionskritiker verfolgt, verfehmt und verbrannt hat?

Ist dir eigentlich bewußt, dass sogar in der Bibel "die Gottlosen" auf alle Ewigkeit verdammt wurden? Welche Folgen dies hatte? Ich nenne nur: Inquisition, Hexenverbrennung, Verfolgung von Andersdenkenden, KZs - ja auch für Atheisten/-innen....

Um etwas vorwegzunehmen für andere, die hier mitlesen, wer nun mit dem Argument kommt Hitler und Stalin waren beide Atheisten, der sollte wissen, dass diese These längst - schon vor R. Dawkins und seinem Buch "Gotteswahn" - wiederlegt wurde. Hitler und Stalin waren beides gläubige Menschen, die von der jeweiligen orthodoxen und katholischen Kirche unterstützt wurden.

Der kirchliche Antisemitismus war übrigens damals in katholischen Kreisen sehr beliebt, d.h. die Kirche und Pius XII waren keine Gegner sondern Unterstützer Hitlers - so nachzulesen beim Deisten und Theologen Karlheinz Deschner und seiner "Kriminalgeschichte des Christentums". Außerdem wolle Hitler ebenso wie Stalin selbst als Gott verehrt werden, d.h. die Männer waren beide keine Atheisten sondern Größenwahnsinnige Religionsanhänger bzw. -begründer.

Sollte dich das Thema interessieren, ohne gleich mit dem Vorurteil über Atheisten zu kommen, dass du im Text eingebaut hast hier ein Homepage-Hinweis auf eine Art Nachdenkseiten für Atheisten, Konfessionslose, Religiöse und sonstige Kirchen- bzw. Religionskritiker, die "sich an Gott abarbeiten":

http://hpd.de

...nichts für ungut, aber das mußte mal gesagt werden, da du das Thema angerissen hast.

Gruß
Nachdenkseiten-Leser
(Linker und Gottloser)

Anonym 12. März 2009 um 11:22  

"[...]Die LINKE, egal was man fast täglich über sie auch schreibt, wie man sie diffamiert und als Teufelsgestalt im Parteienwesen zeichnet, ist nicht außerhalb des herrschenden Systems angesiedelt."

Sehr richtig, wenngleich nichts umwerfend neues.[...]"

Stimmt, aber sagt mir mal was für eine Alternative wir zum "herrschenden System" derzeit haben?

Ich seh keine, siehe meinen Text zum gescheiterten Staatssozialismus/-kommunismus alter Prägung und dem offenbar gescheiterten Neoliberalismus von Friedman & Hayek.

Die Frage, die treibt mich, auch ohne dass ich Mitglied der Linkspartei bin, um....

Was kommt nun?????

"[...]Dazu sehr aufschlussreich: Robert Kurz. Schwarzbuch Kapitalismus. (PDF, ca. 2.5 mb)[...]"

Das "Schwarzbuch Kapitalismus" - die alte Auflage - hab ich auch gelesen. Es hat mich sehr beeindruckt, was Robert Kurz schreibt stimmt, aber man sollte Robert Kurz nicht überschätzen.

Ich habe es getan, bis ich folgendes bei Nachdenkseiten über ihn erfuhr - unter der trefflichen Überschrift "Titel: Sich-Links-Fühlende und neoliberal Tickende huldigen dem gleichen Glauben: wir können nichts machen.":

http://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=1627

Der Text ist von 2006, aber sehr aufschlußreich was die Positionen des Robert Kurz angeht, die eben auch auf eine Stützung des Neolibberalismus hinauslaufen, und eine Bekämpfung aller, die nicht seine Meinung teilen - mit allen Mitteln....

...nichts für Ungut, aber dies sollte jeder wissen, der Robert Kurz kennt...

Wie bereits erwähnt, ich war auch einmal einer seiner "Jünger" bis ich diesen Text bei Nachdenkseiten, und den Streit zwischen Robert Kurz und seinen ehemaligen Unterstützern bei "Krisis" nachvollziehen durfte...

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

Anonym 12. März 2009 um 11:26  

@Potemkin

"[...]In dem heutigen 'postdemokratischen' System bleibt einem nichts anderes übrig als stets das kleinste Übel zu wählen.[...]"

"Das kleinste Übel" ist aber auch "Die Linke" nur, wenn diese sich einer anderen These von Colin Crouchs "Postdemokratie" verschließt - der Zusammenarbeit mit anderen Gruppen, wie z.B. Attac, Greenpeace & Co.

Colin Crouchs These ist nämlich auch folgende, dass eine politische Partei nur dann heute erstarken bzw. überleben kann, wenn die Bündnisse mit NGOs, und anderen gesellschaftlich relevanten Protestgruppen eingeht statt diese zu verschrecken.

In diesem Falle ist die Linke, wie ich aus eigener Erfahrung weiß, auf dem richtigen Kurs, denn schon ein US-Präsident mit dem Namen Obama gegangen ist....

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

Anonym 12. März 2009 um 11:37  

Ich ergänze noch folgendes, ich durfte sogar erleben, dass bei einer Linkspartei-Versammlung der politische "Gegner" der CDU in Baden-Württemberg gelobt wurde.

Ich denke, dass paßt so manchem nicht, aber ich hab da meine These dazu, die "unteren Kader" der CDU können durchaus "links" eingestellt sein, die werden gesehen und bei der alltäglichen Arbeit im Ortschaftsrat besichtigt. Die Wähler denken alle in der CDU sind so, und schließen daraus, dass Angela Merkel wohl doch nicht so schlecht sein dürfte, wie linke Medien die zeichnen....

Ich denke, dass ist noch so eine Achillesferse - nicht nur bei der Linken sondern überhaupt in der Bevölkerung - man siehe die Konservativen bei der alltäglichen Arbeit, und schließt daraus, dass der Sozialabbau doch gar nicht so schlecht sein dürfte, d.h. der Tellerrand reicht bei manchem Wähler - ohne Internet und mit - nur bis zu seiner eigenen Nasenspitze. Dort wo der Wähler bzw. Bürger eine andere Erfahrung macht, dort stimmt er der Realität eher zu:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=3819#more-3819

!!!: Punkt 14 - was Angela Merkel angeht....

Ich meine damit, dort wo der alltägliche CDU-Bürgermeister voll die konservativ-marktradikale Linie fährt, dort ist die CDU dementsprechend unbeliebt, und der Anteil der Linkswähler entsprechend groß....

Gleiches gilt übrigens - bei mir hier im Westen - für jede andere Rathauspartei (CDU/FDP/Freie Wähler/Grüne etc.).

Ich geb's zu, ich wohne in Baden-Württemberg ;-)

Darüber sollte man sich - bei aller berechtigter Kritik allein an der Linkspartei - auch einmal Gedanken machen.

Die Strategie der sogenannten etablierten Parteien ist nämlich auch eine Achillesferse für jegliche Opposition - nicht allein für die Linkspartei....

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

otti 12. März 2009 um 11:37  

Das Linke am gegenwärtigen System ist doch dessen so genannte Rechtsstaatlichkeit, die bekanntlich auch zu früheren Zeiten gewahrt wurde.

Die Linke ist das kleinere Übel, mehr auch nicht!

Das Vertauen fehlt.

Ohne Hoffnung gibt es keine Zukunft (s. Geburtenrückgang).

Anonym 12. März 2009 um 12:31  

Carl Amery hat ja in seinem Buch "Hitler als Vorläufer" geschrieben, Kapitalisten und Sozialisten gehörten der selben Religion an, bei ihrem Konflikt handle es sich um einen "Konfessionskrieg".

Julie 12. März 2009 um 12:56  

Ich bin vor 3 Monaten aus der Partei "Die Linke" ausgetreten.

Übrigens auch Bernd Immler = unter anderem

ehem. Stellvertetender Kreisvorsitzender DIE LINKE Regen
ehem. Sprecher für Niederbayern der LAG Arbeit und Soziales, Hartz IV muß weg
ehem. Delegierter, Bundesparteitag (für Niederbayern und Oberpfalz)

Hier stehen seine Gründe, die ihn zu diesem Schritt bewogen haben:

http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=6373&Itemid=1

Anonym 12. März 2009 um 13:01  

"[...]Ohne Hoffnung gibt es keine Zukunft (s. Geburtenrückgang).[...]"

@Otti

Dafür kannste aber nicht die Linkspartei verantwortlich machen.

Grund:

Im Bund regiert schon seit Jahren SPD/GRÜNEN/CDU/CSU/FDP.

Die Linkspartei hat noch nie Regierungsverantwortung getragen.

Oder heißt der Kanzler Neuerdings Oskar Lafontaine, Bisky oder Gysi?

Nur mal so, als Anmerkung dazu.

Was die Hoffnung angeht:

Derzeit, dank dem sozialen Kurs von Obama, plädiere ich dafür schickt Angie nach USA und holt Obama nach Deutschland! :-) ;-)

Im Ernst:

Solange Obama den Menschen weltweit wieder Hoffnung gibt solange oute ich ich als "Fan" von ihm....

Er hat mich auf jeden Fall bis dato noch nicht so enttäuscht wie ein gewisser Kanzler Gerhard Schröder schon kurz nach seiner Wahl....

Obama sollte Angie mal die Leviten lesen....

Wer weiß? Vielleicht bringt es ja was?

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

PS: Eine Ironie der Geschichte ist übrigens, dass weite Teile der Linken für Obama sind. Allerdings, wenn man weiß wer derzeit Rußland regiert ist dies auch kein Wunder....

Wir haben nur die Wahl zwischen einem schwarzen US-Präsidenten und der Russen-Mafia....

Ich sag's mal so:

Ersterer ist mir tausendmal lieber als Putin & seine neoliberale Kamarialla.....

Margitta 12. März 2009 um 13:04  

Lieber Roberto,

danke dafür, dass Sie die Tür zu Ihrer Gedankenwelt soweit öffnen und mir Einsichten und Erklärungen bieten, die ich sonst in dieser Form nicht erfahren könnte. Sie ermöglichen mir auf diese Weise meinen Wissensdurst zu stillen und ich kann viele neue Puzzlesteine in MEIN Bild von der Welt einfügen, welche oft perfekt passen.

Wenn ich mir so ansehe, was zur Zeit so alles nach meinem Empfinden falsch läuft, dann kommen WIR nicht darum herum unser bestehendes System zu ändern.

Und schon allein mit dem Begriff "ÄNDERN" fangen die Schwierigkeiten an.

Warum meine ich nun, dass dem so ist?

Nun ja, jeder hat eine andere Vorstellung von dem Begriff: Ändern. Zum einen haben wir alle von Kleinauf gelernt uns in diesem bestehenden System einzurichten und zurechtzufinden. Wir gehen Kompromisse ein und ballen sehr oft die "Faust in der Tasche". Irgendwann wird vielen von uns die geballte Faust in der Tasche zur Gewohnheit und sie resignieren. Als Reaktion darauf nehmen diese Menschen dann an, "Da kann man nichts dran ändern, das ist halt so". An diesem Punkt geben sie "das Heft aus der Hand" und nehmen die Gelegenheit nicht wahr an der Weiterentwicklung der Gesellschaft mit zu arbeiten. Und ehe sie sich dessen bewusst werden, gleiten sie in Gleichgültigkeit ab. Es gibt aber noch viel mehr Faktoren, die eine große Rolle spielen und zu bedenken sind.
Zum anderen kann nur der zu einer Veränderung etwas beitragen, der die Bereitschaft, hat mit der Veränderung bei sich selbst zu beginnen.

Dies mag sich für viele jetzt sehr theoretisch anhören und ich glaube dies liegt daran, dass wir alle so gerne urteilen. Folglich eine Schublade auf machen, ablegen, schließen und weitergehen. Zumindest war das bis vor einiger Zeit bei mir so. Einen Weg aus dieser Sackgasse fand ich durch folgende Sätze, die mich nun mein weiteres Leben begleiten.

Gesagt ist noch nicht gehört.
Gehört ist noch nicht verstanden.
Verstanden ist noch nicht akzeptiert.
Akzeptiert ist noch nicht gewollt.
Gewollt ist noch nicht getan.
Getan ist noch nicht beibehalten.

Viele Jahre hat es gedauert bis mir der Sinn dieser Sätze bewusst wurde.

Die Hoffnung darauf, dass jeder zu seiner Zeit das Richtige tut, ist mein Ansporn auch weiterhin den Menschen von MEINER Welt zu erzählen.

Liebe Grüße
Margitta Lamers

Anonym 12. März 2009 um 13:06  

Ja, Ja, dass kleinere Übel...Vielleicht sollten es die Wähler mal mit "Sonstige" versuchen, denn sonst ändert sich nichts, ausser das es immer mehr Nichtwähler gibt. Das erlaubt den großen Parteien weiterwursteln zu können, zum Nachteil der meisten, auch und gerade der Nichtwähler!
So gesehen ist die jetzige Demokratie möglicherweise am Ende. Die Zukunft wird es zeigen.

Anonym 12. März 2009 um 13:07  

Ich weiß nicht ob es noch eine Achillesferse für den Widerstand der sogenannten "Mittel- und Unterschicht" ist, aber fehlt nicht insgesamt die echte "Bürgergesellschaft"? Ich red jetzt mal nicht im neoliberalen Sinne, auch wenn die den Begriff abkopiert haben, sondern davon, dass z.B. Bürger aller Schichten zusammenhalten sollten, gegen Sozialabbau und Krieg.

Das "teile und herrsche" zeigt doch auch hier Früchte? Oder irre ich?

Mir geht's jetzt mal wirklich nicht rein um die Linkspartei sondern um den Widerstand insgesamt, und die typisch deutsche Mentalität "nach oben zu katzbuckeln und nach unten zu treten", die nicht einmal die vorletzten Kriege (Weltkrieg 1. und 2.) auslöschen konnten.

Oder seh ich es einfach zu pessimistisch?

Eine positive Seite der USA, so höre ich nämlich immer wieder vom Hörensagen, ist die ausgeprägte Bürgergesellschaft, die dort einspringt, wo der Staat nicht mehr einspringen will - ich denke dies ist auch der gravierende Unterschied zu Deutschland. Bei uns will jeder nur Geld verdienen, teilweise sogar noch schlimmer als in den USA, und zwar auch in Bereichen, die eigentlich sozial und solidarisch eingestellt werden sein sollten.

Ich kann mich auch irren, aber ist es nicht so derzeit?

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

Anonym 12. März 2009 um 13:40  

@Julie

Schade, eine Kämpferin weniger, aber ich hab da eine konkrete andere Erfahrung mit der Linken gemacht - hier.

Es gibt auch welche, die ihre eigene Eitelkeit in die Linkspartei mit einbringen wollen, und sich unsozial gegenüber den anderen Parteimitgliedern verhalten. Hier ist jemand aus der Partei ausgetreten und hat die Parteikasse für die Mitglieder gesperrt - nach seinem Austritt. Ich weiß dies vom Kreisschatzmeister der Partei, der sich dagegen gewehrt hat...

Insgesamt wohl ein Problem, die kleinliche Streiterei zwischen "Linken" in Deutschland?

Was du schreibst mag stimmen, bis auf den Absatz, dass die Fraktion im Bundestag dem 500 Mrd.-Paket der Bundesregierung zugestimmt hat - hier wird eine Unwahrheit verbreitet, die Linkspartei war dagegen, bis eben auf die Abweichler aus der Berliner Regierungsverantwortung mit Herrn Wowereit.

Dafür kann aber die Parteispitze widerrum nix.

Hätten die die sperren sollen? Ich hör jetzt schon die Vorwürfe aus der linken Ecke - reinster Stalinismus....

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

Anonym 12. März 2009 um 13:56  

Zustimmung der Linkspartei zum 500 Milliarden Konjunkturpaket?

Mehr dazu hier:

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/rettungspaket148.html

Fazit:

Man kann die Linkspartei - als Ex-Mitglied - viel kritisieren, aber bei der Wahrheit sollte man dennoch schon bleiben!

Anonym 12. März 2009 um 14:01  

http://www.stoppt-die-linke.de

Hier werden auch Lügen verbreitet....

Wie schon erwähnt man kann viel an der Linkspartei kritisieren, aber Lügen sollte man sich ersparen, da man hier nur Wasser auf die Mühlen der gescheiterten Neoliberalen lenkt, deren Ideologie trotz, oder gerade wegen der Lügen, zum Untergang verurteilt sein dürfte!

Jan Perlak 12. März 2009 um 16:55  

Ich würde nicht so weit gehen wie Sie. Die Linke ist eine akzeptable Partei – vor allem wegen ihrer Führungspersonen. Lafontaine ist ohne Zweifel ein ausgesprochen intelligenter Mensch, der eine Garantie dafür ist, dass sich die Partei eben nicht am Mainstream ausrichtet oder von diesem unterwandert wird. Seine persönliche Biographie, sein konsequenter Rücktritt als Minister sprechen ohne Zweifel für ihn. Was ist es denn genau, was am System so stört?

Das System ist zugegebenermaßen heute zutiefst inhum geworden – nicht für jeden und nicht für jeden Augenblick, aber doch in einem zunehmend erschreckenden Maße. Um diese Inhumanitäten zu beseitigen, müssen zahlreiche politische Maßnahmen ergriffen werden, für die auch die Linkspartei steht: die Umverteilung (oder besser gesagt: Rückverteilung) der Einkommen und Vermögen mittels Steuerrecht sowie Mindest- und Höchstlöhnen, eine deutlich besser ausgestattete und repressionsärmere Grundsicherung in Verbindung mit der Schaffung einer vollbeschäftigten Wirtschaft sowie eines öffentlichen Beschäftigunssektors mit großen Auswahlmöglichkeiten für die Arbeitnehmer sowie die Einführung einer echten Wirtschaftsdemokratie inklusive Abbau autoritärer Strukturen und der Wiederbelebung des Kündigungsschutzes.

Wenn es gelingt, dafür eine wirkungsmächtige Gegenöffentlichkeit aufzubauen wie schon beim Wahlsieg Willy Brandts 1972, dann kann es auch einen echten Politikwechsel geben. Bislang sehe ich noch keine ganz so großen Anzeichen dafür, dass die Linke sich dem System anpasst. Man weiß schließlich um die Gefahren, die sich für linke Parteien darin ergeben, dem Zeitgeist zu wiederstehen. Das Potenzial der Linken scheint mir deutlich größer als das der Grünen.

Wie man allerdings die Vorherrschaft der Medien brechen sollte, die ein Erstarken linker Positionen verhindern, weiß ich auch nicht.

Systemfrager 12. März 2009 um 19:05  

@Anonym
dein Vorschlag:
http://www.stoppt-die-linke.de
ist sehr empfehlenswert

Wer sich fragt, wie es einmal möglich war, dass man Millionen von Menschen vergast, ermördert, etc. sollte hier reinschaueun. Die Künstler, die diese Website eingerichtet haben, sind auf dem gleichen moralischen und geistigen Niveau wie die damaligen Kameradschaften.

Anonym 12. März 2009 um 22:10  

Fakt ist, DIE LINKE sind auch nur Menschen. Und Menschen machen Fehler.
Es sind keine Heiligen.
Entscheidend ist, was hinten raus kommt. Diese sehr offensichtliche Politik FÜR die die sowieso schon alles haben und Land und Volk ins Elend stürzen, muss beendet werden. Und da gibt es z.Zt. keine Alternative. Auf Volkes Stimme wird schon lange nicht mehr gehört.
Es gab bis jetzt noch keinen 100% tollen Staat und es wird wohl auch so bald keinen geben. Aber das eine Regierung völlig IHR Volk aus den Augen verliert ist nicht akzeptabel.
In der Geschichte wurden massig Fehler gemacht. Hüben und Drüben.
Jetzt kann man aber den "Etablierten" auf diese Art zeigen, dass das Volk es so nicht will.
Also LINKS wählen!
Vielleicht werden dann einige andere Parteien wieder zur Besinnung kommen.
Und eines ist wahrlich zum kot.....
Man hat den Ossis nach der Wende gesagt: Ihr müßt erstmal Demokratie lernen!
Und jetzt....
...sagt man dem (Links)Wähler, bereits VOR den Wahlen, das es einem scheiß egal ist was gewählt man gewählt hat (Zusammenarbeit ablehnen).
Tolle Demokratielehre!!!
Wenn jetzt sowas beginnt - was kommt dann später???

Anonym 12. März 2009 um 22:39  

Hallo Roberto,

mit diesem Text hast du wieder voll ins Schwarze getroffen. Besonders der 2. Absatz spricht die grundlegendsten Konflikte in einer Gesellschaft an, die wohl so alt sind, wie die Menscheit selbst.

Nur einige Punkte würde ich gerne noch hinzufügen:

-die Debatte über ein Recht auf Einkommen (nicht nur auf Arbeit)
findet sehr wohl statt, in Fachkreisen als auch in der Bevölkerung

-Türingen´s Ministerpresident hat bereits einen Vorschlag gemacht; Stichtwort: "Bürgergeld" Die CDU berief daraufhin eine Kommission, um die Finanzierung zu berechnen, wenn man denn überhaupt so was macht

-es gibt eine weltweite Initiative
die heisst: BIEN (Basic Income Earth Network)

-auch aus der Unternehmerschicht gibt es zumindest einen der sowas fordert und aktiv dafür wirbt, Werner Götz (dm-chef)
Ich bin zwar kein Fan von dem, aber wenigstens in diesem wesentlichen Punkt sehen ich in ihm einen Verbündeten.

Warum gibt es also immenoch keine Aussicht auf ein entsprechendes Gesetz?
Die Frage ist nicht rhetorisch gemeint und richtet sich an alle hier. Würdet Ihr tatsächlich eure Zustimmung zu so einem gesellschaftlichen Vertrag geben?

Wenn ja, dann googelt "Petition bedingunsloses Grundeinkommen" im Internet

MFG

Roberto J. De Lapuente 12. März 2009 um 23:34  

Kurzum, um es auf den Punkt zu bringen. Sollte ich wählen müssen, würde ich wohl, auf das kleinere Übel bauend, auch für die LINKE votieren. Nicht aus Überzeugung, nicht mit Herzblut. Ich war ja selbst eine kurze Weile Mitglied der LINKEN...

Aber eine Entschuldigung damit einzuleiten, dass auch in der LINKEN Menschen Fehler machen, ist gelinde gesagt, wenig erbaulich. So besehen könnten wir die SPD, die Union, die FDP und die Grauen, die mal grün waren, ebenfalls vermenschlicht entschuldigen.

Solange eine Partei sich nicht klar dafür ausspricht, die Utopie in der Weise beiseite zu legen, sie zu verwirklichen, was möglich wäre, die WHO hat dargelegt, wieviele Kalorien jeder Mensch heute zu sich nehmen könnte (es wären mehr als pro erwachsenen Mensch notwendig), solange keine Partei das Hungerspiel beendet, kann ich kein Herzblut, keine Solidarität leben. Ich hätte mir von der LINKEN ein eindeutiges Ja zur Sicherung existenzieller Notwendigkeiten gewünscht, stattdessen sind sie dort angekommen, wo auch einst die Grünen ankamen: in pragmatischen Zuständen, fern des gelebten Ideals. Oder wie ich vor mehr als einem Jahr in meinem Schreiben zum Parteiaustritt schrieb:

"In einer Parteienlandschaft, die sich durchgehend an den rechten Rand herantastet, die konservative Politik betreibt (wenngleich oft unter anderem Namen, wie z.B. "Sozialdemokratie"), in der sogenannte linke Parteien unternehmerischen Interessen Folge leisten (die Grünen, die als Zwilling der FDP auftreten), ist selbst eine Partei der Mitte - als welche ich DIE LINKE bestenfalls sehe - links anzusiedeln. DIE LINKE versucht sich als neue Sozialdemokratie, nicht als "sozialistische Bewegung". Es ist daher eine Frage der Zeit, wann die zeitgenössischen "vaterlandslosen Gesellen" ihren "Kriegskrediten" zuzustimmen haben."

Margitta 13. März 2009 um 02:08  

Lieber Roberto,

es gefällt mir sehr gut, dass Sie sich so aktiv an dieser Diskusion beteiligen,anstatt im Hintergrund zu bleiben.

Da nicht zur Wahl gehen die schlechteste aller Möglichkeiten ist, werde ich aus den selben Gründen wie Sie "Die Linken" wählen und darauf hoffen, dass sie den anderen Parteien viele Stimmen abnehmen werden.

Zu unserem jetzigen System habe ich allerdings die Meinung, dass es durch und durch marode ist und eine Kernsanierung dringend geboten ist.

Der überwiegende Teil von dem was ich hier gelesen habe, beschäftigt sich nach meinem Empfinden jedoch mit den Symptomen.

Die Kernsanierung, welche ich anstreben würde, muss allerdings von UNTEN wachsen. So wie z.B. bei den Pflanzen. Wenn die Wurzel nicht stark und gesund ist, kann auch keine kräftige überlebensfähige Blume oder Frucht entstehen.

Dies erfordert jedoch sehr viel Zeit und Überzeugungsarbeit. Vorallem müssen gerade jene überzeugt werden, die immer nach der Regierung rufen und härtere Gesetze, mehr Sicherheit, und..., und..., und..., und..., fordern.

Der Mensch hat sich viel zu sehr daran gewöhnt seine Angelegenheiten von anderen erledigen zu lassen. Der Großteil des "Volkes" hat nie gelernt sich in einem fairen Kampf seine Bedürfnisse und Wünsche zu erstreiten. Sie erkennen einfach nicht, dass die Profiteure des zur Zeit etablierten Systems sie ganz gezielt von den wichtigen Entscheidungen fern halten und lassen sich mit "Brot und Spiele" abspeisen.

Ein ganz großes Problem ist meiner Meinung nach die immer weiter um sich greifende Vereinzelung, denn das schwächt eine Gemeinschaft enorm.

Es wäre ein guter Anfang, wenn wir es schaffen würden die Kräfte wieder zu Bündeln.

Ich für meinen Teil werde meine ganze Kraft dafür einsetzen um meine Mitmenschen von meinem Traum zu überzeugen. Dass ich das Ergebnis nie erleben werde, dessen bin ich mir sehr wohl bewusst.

Liebe Grüße
Margitta Lamers

Anonym 13. März 2009 um 07:49  

Lieber Roberto J. De Lapuente,

Ihre Position ist mir allemal lieber als die von anderen aus der Partei ausgetretenen.

Sie kritisieren die Linke wenigstens ohne Lügen zu verbreiten, weil Sie mir der Linkspartei abgeschlossen haben.

Das Verhalten, dass Sie nicht teilen, wie ich sehe, kenne ich auch von anderen Ex-Linken aus anderen Parteien, die nun in der SPD/Grünen-Partei für die Agenda 2010, incl. Hartz IV, verantwortlich zeichnen bzw. zeichneten. Die Konservativen (CDU/CSU/FDP) profitieren natürlich von diesem Verrat an alten Idealen, der wie bei jedem Neu-Konvertiten (kommt nicht umsonst aus dem religiösen Bereich der Begriff) darin besteht, die alte Weltsicht eben radikal abzulehnen bzw. zu bekämpfen.

So sind ja z.B. Ex-Außenminster Joschka Fischer und Ex-Kanzler Gerhard Schröder beides Alt-68er gewesen, nach eigener Aussage, und lehnen ihre einstigen Ideale nun radikal ab - ja zeichnen verantwortlich für den größten Sozialraub seit 1945, und bekämpfen alles angeblich Linksextreme.

Nein, da ist mir die Linkspartei hundertmal lieber als diese, um Ihre Sprache zu benutzen "Wer-hat-uns-verraten-die-Sozialdemkraten" (Zitat aus der dt. Revolution 1918) sowie die GRÜNEN, die für Ämter und Dienstwagen so ziemlich alle Ideale, ja sogar das "alte Umweltideal" über Bord werfen/warfen.

Sollte die Linkspartei natürlich den Weg gehen, den Sie beschrieben haben, dann bin ich auch kein Mitglied mehr, ja nicht einmal mehr Wähler der Linkspartei, aber derzeit sehe ich dies bei der Linkspartei (noch) nicht so - sehen Sie auch meine Hinweise dazu.

Übrigens, nicht einmal die Aussage weiter oben - im Link - das Lucy Redler, die SAV, aus der Linken ausgeschlossen wurde stimmt so konkret:

http://www.sozialismus.info/?sid=2971

Unter "HartzIV light" gibt es eine sehr konkrete Aussage von ihr selbst dazu, d.h. die Gruppe um Klaus Ernst muss sich erst einmal durchsetzen, und die Linkspartei insgesamt reagiert hier weitgehend demokratischer als es so manchem Gegner, und Ex-Parteimitglied, lieb sein dürfte:

Frau Redler, wenn ich dies richtig rauslese was sie schreibt, ist immer noch, wegen zahlreicher Unterstützung, Mitglied der Linkspartei, trotz der Versuche von Klaus Ernst & anderen diese loszuwerden.

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

Roberto J. De Lapuente 13. März 2009 um 08:08  

Die von mir geschätzte Jutta Ditfurth, Gründungsmitglied der Grünen und spätere Bundesvorsitzende, wußte von der kurzen Zeit, die eine Partei hat, bis sie systemimmanent wird, wie sie in ihren Buch "Das waren die Grünen" schrieb: "Vielleicht acht bis 15 Jahre spekulierten wir, bevor die Anpassungsmechanismen dieser Gesellschaft das Projekt verschluckt haben würden..."

Margitta 13. März 2009 um 09:59  

Die Parteien müssten nach meiner Auffassung allesamt entsorgt werden, da sie mit eines der größten Übel sind.

In "Die Deutschlandakte" belegt Hans Herbert von Arnim dies sehr klar.

Liebe Grüße
Margitta Lamers

Anonym 13. März 2009 um 10:30  

Wir waren froh als die Wende kam
(sicherlich nicht alle).
Wir haben uns gefreut diesen diesen
runtergekommenen Staat zu sanieren.
Wir haben uns gefreut entlich mal
was anderes ausser ROT zu wählen,
das haben wir auch getan, mit welchen Erfolg?
Auf alle Fälle werde ich die "Linke" wählen,mal sehen was raus kommt.

Anonym 13. März 2009 um 11:50  

@Roberto J. De Lapuente

Die Jutta Ditfurth schätzst du nicht allein, ich warte schon sehnsüchtig auf ihr neues Buch, wo Sie - wie ich von einer Mail-Antwort an Sie zu Ihrem Buch über Ulrike Meinhoff weis - mit den Alt-68ern, und deren fortwährendem Verrat an alten, linken Idealen aufräumen will ;-)

Grüße
Nachdenkseiten-Leser

Anonym 13. März 2009 um 11:57  

"[...]Die Parteien müssten nach meiner Auffassung allesamt entsorgt werden, da sie mit eines der größten Übel sind. [...]"

@Margitta

Stimme dir zu, aber dann auch wirklich alle - auch die NPD & Konsorten, die sind nämlich auch nicht die sozialen Pappkameraden, als die diese sich verkaufen wollen. Die Linke, nehme ich mal, als Noch-Nicht-Enttäuschter, vom Extremismus-Verdacht aus.

Die Rechte ist das größere Problem für Deutschland, denn 1. verharmlosen die den Holocaust wie die Pius-Brüder und Papst Benedikt XVI, der von einer rechtsextremen Kirchensekte zum Papst gekürt wurde - dem Opus Dei, vom Faschisten Franco in Spanien hofiert.

2. Sind die Rechtsextremen wirklich "Wölfe im Schafspelz", was die letzte Panorama-Sendung im TV sehr deutlich aufgedeckt hat:

http://daserste.ndr.de/panorama/aktuell/pastoersnpdhetzrede100.html

3. Gibt es nicht nur in Baden-Württemberg mehr Berührungsängste bei den etablierten Parteien mit der Linkspartei als mit bekennenden Nazis (das Wort Neo- kann man getrost streichen). Ich rede hier nicht von Alt-Nazis sondern von Übereinstimmungen z.B. zwischen REP und CDU.....

4. Sind mir Linke, auch ohne Partei, allemal lieber als ein "Neues Viertes Reich".

5. Last but not least....Der Geldskandal bei der NPD zeigt uns beiden, dass unsere Befürchtungen evtl. unbegründet sind, Margitta, die NPD entsorgt sich selbst, aber es zeigt auch, die sind auch nicht besser als alle anderen Parteien.

Fazit:

Du hast Recht, aber ich plädiere dann für die konsequente Abschaffung aller Parteien, um deine Utopie wirklich wahr zu machen, und eine echte Bürgergesellschaft - nicht im marktradikalen Sinn.

Eine schöne Utopie....

Ich weiß :-( ;-)

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

Anonym 13. März 2009 um 12:56  

Was ist besser?

Eine der etablierten Parteien (SPD,CDU,FDP,Grüne,CSU) wählen, deren sozialfeindliche, wirtschaftsfreundliche, ideenlose, initiativlose, wirtschaftshörige Politik bekannt ist, oder wenigstens diejenige Partei wählen, die weitmöglichst links steht?

Margitta 13. März 2009 um 13:39  

@ Anonym 13. März 2009 11:57

dass mein Vorschlag Ausnahmen nicht duldet, versteckt sich in dem Wort "allesamt".

Danke für Deine Reaktion.

Liebe Grüße
Margitta Lamers

PS.: Ein Kürzel anstelle von Anonym würde die Beantwortung etwas erleichtern. Danke

Anonym 13. März 2009 um 17:16  

"[....]PS.: Ein Kürzel anstelle von Anonym würde die Beantwortung etwas erleichtern. Danke[...]"

Schrieb ich nicht unter " Gruß Nachdenkseiten-Leser"? Ich bleib dem dem Pseudonym, da ich mich lieber im Netz nicht mit vollem Namen offenbare ;-)

Liebe Grüße
zurück
Nachdenkseiten-Leser

otti 13. März 2009 um 19:40  

Wegen SGB II etc. mal wieder bei
www.tacheles-sozialhife.de
geklickt, dort News- bzw.Rechtsprechungsticker.
Mein Gott, Walter ...
Man kann richten, aber auch hinrichten!
Wenn man dann bedenkt, wie Milliarden für verantwortungslose Bankster bereitgestellt werden und hier um Cent-Beträge gefeilscht wird, überkommt einen das kalte Grausen.

Zur Linken: Dunkelrot ist allemal besser als ein dreckiges Rot. Keine Frage. Basta.
Lafontaine ist einer 'schwäbischen Hausfrau' aus der Uckermark natürlich vorzuziehen!

Das Linke in der sogenannten Demokratie ist auch die Tatsache, dass die zahlenmäßig bedeutenste Partei der Nichtwähler komplett unter den Tisch fällt (was selbstverständlich im Sinne etablierter Demokraten ist).

Es fehlt an Vertrauen: im Kapitalismus, im 'freiheitlich-demokratischen' System.
Entsorgen wir den Giftmüll (toxic waste)einer verkrebsten Gesellschaft.

Der Fisch stinkt vom Kopf her!

Talilah 13. März 2009 um 20:07  

Ich lese hier im Blog schon eine ganze Weile mit, und mir wird warm ums Herz...

Und ich habe viele Fragezeichen im Kopf, zu viele, meine Erfahrungen mehren diese höchstens noch.

Warum wird mir warm ums Herz - hier gibt es Menschen, die sich Gedanken machen, daß es so nicht weiter gehen kann - ich meine, nicht gehen darf.

Meine Fragezeichen - will die Mehrheit unserer Mitmenschen unsere Gedanken überhaupt? Sind diese ihnen nicht zu theoretisch, obwohl sie eigentlich zu wenig theoretisch sind (Wie soll das Kommende aussehen, Wie soll es erreicht und vor allem erhalten werden?)

Wie sieht es im praktischen aus? Wenn mich die s. g. "Wende" eins gelehrt hat, ich darf niemanden zu meiner Auffassung von 'Glück für alle' zwingen, es muß seine ureigenste Auffassung von Glück und glücklichsein sein, sein, werden und bleiben - immer wieder aufs neue.

Was nützt es und wem, wenn Bürger dieses Staates immer noch meinen und leider auch nicht davon abzubringen sind, daß bürgerliche Freiheit IHRE Bürger(Einwohner)freiheit ist.
In diesem Staat (ich sage bewußt Staat, nicht Land)wählen Menschen eine Partei, keine Idee, das ist von einer "Parteiendemokratie" wohl auch nicht unbedingt vorgesehen, würde die Sache aber erheblich vereinfachen, wenn hinter Parteien deutlich Ideen zu sehen wären, nur wie soll das gehen, wenn niemand eine Vision hat.

Wie gibt man Menschen auch uns selbst - Kraft und Selbstbewußtsein etwas ändern zu können, wenn selbst Menschen, die zu "Wendezeiten" sehr rührig waren, auch wieder den alten Spruch von "was kann ich denn alleine ändern" bemühen und resigniert haben.

Und ganz ganz dick auf meiner Frage-Liste steht: Ist es besser auf das "Machbare" zu setzten, also sozial-liberal (im klassischen Sinne, nicht SPD + FDP) im bestehenden System oder gleich auf das "Extrem" zu setzen -braucht es ein neues, anderes System? Schließt der eine, den anderen Weg aus...usw.

Eins ist mir allerdings absolut klar, während sich Linke von "Mitte" bis "Außen" gegenseitig fertig machen - freut sich wie im Kinderbuddelkasten der Dritte, wenn wir ganz viel Glück haben, sind das "nur" Parteien wie CDU, CSU und FDP - wenn wir ganz viel Glück haben...

Anonym 14. März 2009 um 04:09  

@Talilah

Seh ich ganz genauso, die Linke, auch die nicht parteiisch organisierte, zerfleischt sich mal wieder selbst statt die Aggression - friedlich - gegen den gemeinsamen Feind aus der rechtskonservativ-marktradikal-neoliberalen Ecke zu richten.

Und dies in einer Zeit wo sogar ein Nobelpreisträger wie Paul Krugman Deutschlands Regierung als die "dümmste Regierung" seit langem bezeichnet - interessant daran ist, dass die "Eliten", die eigentlich von allen Linken entschieden entlarvt werden sollten sich selbst nun sogar vom Täter zum Opfer ernennen.

Schau mal die entsprechenden Blogs hier an:

http://www.zeitgeistlos.de/zgblog/2009/demagogische-linientreue

Oder noch schlimmer gleich ganz leugnen, dass wir in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit 1929 stecken.

Angie redet ja immer wieder, dass es die schlimmste Rezession seit 1945 sei, hat aber selbst auch schon behauptet, ganz zu Anfang der "Neuen Weltwirtschaftskrise", dass wir die schlimmste Situation seit der letzten Weltwirtschaftskrise 1929 haben.

Die geht auch nach dem Motto von Adenauer:

"Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern"

Verdient nicht jedes Volk, die Regierung, die es wählt, wie ein alter Spruch in Deutschland sagt?

Frei nach dem Nobelpreisträger Paul Krugman:

Sind wir Deutschen, und die hier lebenden eingebürgerten und nicht-eingebürgerten nicht-deutschstämmigen Mitbürger eigentlich strohdumm?

Bei dem Gezänk unter Linken kommt mir manchmal der pessimistische Gedanke.

Ich hoffe ja so, dass ich mich irre, aber....

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

Talilah 14. März 2009 um 11:56  

@ Anonym 14. März 2009 04:09

Ja, jedes Volk hat genau die Regierung die es verdient.

"Wer die Kapelle bezahlt, bestimmt die Musik", das wußte schon meine völlig unpolitsche Oma und war damit politischer, als sie es sich je eingestanden hätte.

Nur - wer zahlt hier die Kapelle?
Banken, Versicherungen, Arbeitgeberverbände, Lobbyisten?
Quack, auch die geben nur das erwirtschaftet Geld anderer aus. Nicht nur ich habe Geld nie arbeiten sehen.

Wie machen wir aber das Menschen, die in einer ständigen grauen Tretmühle stecken, jeden Sachzwang verstehen zu glauben, nichts ändern zu können, klar, daß sie die eigentlichen Geldgeber sind, machen wir ihnen/uns dieses Machtpotential klar.

Hat sich schon einmal jemand Arbeit zum Lohnerwerb genommen - nein, wir sind einen Vertrag eingegangen, in dem wir unsere Leistung gegen Bezahlung gegeben/ verkauft haben. Hat uns schon einmal jemand Arbeit gegeben, nein, auch das nicht - es war jemand bereit unsere Leistung/ Arbeit anzunehmen und dafür zu bezahlen... Soviel zu der sprachlichen Mär' von Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Nun lehrt mich aber meine Erfahrung, daß die "Holzhammermethode" auf Dauer gar nichts bringt und wir Menschen auf einem Weg mitnehmen müssen, nicht einen Weg für sie gehen.

Den meisten scheint ein "Leben mit einigermaßenem Wohlstand und geglaubter Zukunftszuversicherheit" völlig ausreichend als Lebensperspektive, glaubend, daß hier irgendjemand von seinen ergatterten Pfründen freiwillig abgibt, daß es ihnen besser geht. Freiwillig abgibt, wenn es ihm, dem Besitzenden nur gut genug geht...

Lehne ich mich nun nach hinten und sage, sie werden schon sehen, daß das nichts bringt oder gestehe ich mir ein, daß ich auch Teil der Gesellschaft bin und "leben" möchte?

Ja, ich gestehe mir das ein und weiß, das es den meisten völlig ausreicht, wenn sie finanziell etwas stärker an der Gesellschaft teilhaben können.

Also gehen wir wohl doch auf den kleinsten gemeinsamen Nenner, daß für, sagen wir, 2-3000 netto, jeder alles wieder super toll findet:-(

Gut, besser als nichts und besser als gar nichts tun - aber es wird nicht lange dauern und wir diskutieren wieder das Gleiche... wenn wir dann noch können.

Sorry, aber wir sind dumm - wir kapieren es einfach nicht, aber wie auch, wir analysieren nicht, lernen nicht wirklich aus Erfahrungen, da ist uns der politsche Gegner km voraus. Wir sind nicht in der Lage uns an der "Sache" auszurichten, sondern zanken über Personen, Empfindlichkeiten und Wehweh'chen, meckern über Parteien. Ohne uns mal wirklich realistisch zu fragen, mich welchen Kräften wir einen Weg beschreiten können, wie der Weg überhaupt aussehen soll, wo hinführen.

Ach ja, nach Bernstein ist ja der Weg das Ziel, ich wüßte eben nur ganz gern vorher, wie das wenigstens schemenhaft aussehen sollte - im fahrenden Zug sitzen und erst Weichen legen, macht sich rein praktisch etwas schlecht...

Anonym 14. März 2009 um 17:26  

@Taliah

"[...]Ach ja, nach Bernstein ist ja der Weg das Ziel, ich wüßte eben nur ganz gern vorher, wie das wenigstens schemenhaft aussehen sollte - im fahrenden Zug sitzen und erst Weichen legen, macht sich rein praktisch etwas schlecht...[...]"

Seh ich ganz genauso.

Ich denke nur, dass etwas altes, erledigtes nichts Neues ist, und genau aus diesem Grund lehne ich Staatssozialismus/-kommunismus ebenso ab wie Neoliberalismus/Killerkapitalismus.

Hat sich beides erledigt, und ich schreibe dies mit Bedauern, evtl. auch die "soziale Marktwirtschaft" von Ludwig Erhardt (CDU). Für seine Urenkelin Angela Merkel gilt ja schon der als "Kommunist", der nur zur alten erhardtschen "Sozialen Marktwirtschaft" zurück will.

Ich setze mal drauf, dass sich - hoffentlich früher als später - etwas ganz Neues, ergeben wird - Nord- (Obama) und Südamerika (z.B. Venezuela, Bolivien, Kuba (?), nach dem Buchautor Tariq Ali, "Die neuen Piraten der Karibik") lassen da hoffen.

Es muss ja nicht gleich ein neuer demokratischer Sozialismus sein, eine neue "soziale Marktwirtschaft", die nix mit neolib. Denkfabriken (INSM & Co.) zu tun hat, würde mir da völlig reichen.

Es gibt Alternativen, aber die müssen erst zusammenfinden - Deswegen ist der kl. Streit unter "Linken", egal ob in einer Partei organisiert oder nicht, einfach nur dies - kleinlich....

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

Anonym 15. März 2009 um 01:11  

"Es muss ja nicht gleich ein neuer demokratischer Sozialismus sein, eine neue "soziale Marktwirtschaft", die nix mit neolib. Denkfabriken (INSM & Co.) zu tun hat, würde mir da völlig reichen."

Es besteht im Moment überhaupt keine Aussicht auf Besserung.

Für alles Andere als den Raubtierkapitalismus gibt es keinen Grund, denn ihm sind die Gegner abhanden gekommen. Da kann es noch so nach Verwesung stinken... das Kapital hat freie Hand.

Schade für uns alle!

MfG
Rene

Anonym 15. März 2009 um 10:32  

@Rene

Na ja, so pessimistisch sehe ich die Lage (noch) nicht - sieh auch mal meine Hinweise darauf, dass der Raubtierkapitalismus (=Neoliberalismus) weltweit gescheitert ist.

Ein Nobelpreisträger, Paul Krugman, ist der selben Ansicht - er sieht die Zeit für Keynes wieder gekommen. Keynes übrigens war der Vater der erhardtschen Sozialen Marktwirtschaft, die nix mit der "Neuen Sozialen Marktwirtschaft" von Sinn, Raffels., Ackermann & Co. zu tun hat.

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

PS: In Lateinamerika ist übrigens, wenn ich die Medien richtig verfolge, bald schon das nächste Land auf dem Weg weg vom Raubtierkapitalismus....Nur kenne ich den "demokratischen Sozialismus" von Chavez, Morales & Co. nur vom Hörensagen.....unsere weitgehend konservativ-regierungshörigen Medien berichten ja kaum aus dieser Weltecke, und wenn dann nur im Sinne der Ex-Neoliberalen die Chavez in die Opposition verdrängt hat....

Anonym 15. März 2009 um 18:23  

Als jemand, der gerne auch wissen will was der politische Gegner so denkt hab ich heute mal ein Buch mit dem Titel "Fakten statt Legenden Argumentationshilfen gegen die "Linke" Lafontaines und Gysis" vom CDU-Mitglied und Dr. Harald Bergsdorf.

Eigentlich müßte man den Titel ändern in "Legenden statt Fakten", denn der Autor schießt sich auf den Ex-SED-Teil der Linkspartei ein, der längst Vergangenheit ist, sowie auf deren DDR-Vergangenheit - nix Neues, aber es kommt noch etwas hinzu was oberdreist ist von diesem CDU-Menschen - zum Glück gibt es http://www.nachdenkseiten sonst wäre mir dies nicht aufgefallen: Der Autor leugnet glatt die unsozialen Auswirkungen der Agenda2010 und behauptet alle Gegner der Agenda2010 wären selbst unsozial, d.h. er wettert nicht allein gegen "Die Linke" als Partei sondern verdreht Tatsachen, verbreitet Vorurteile und lügt was die Balken biegen - über HartzIV, Rente ab 67 und andere asoziale Gesetze.

Ich empfehle es dennoch weiter, denn dies die Argumente der CDU gegen Die Linke sind, dann hat die gute Karten noch stärker zu werden als die eh schon ist....

Übrigens, typisch CDU wird auch die Nazi-Vergangenheit von Ex-CDU-Mitgliedern verharmlost, vertuscht und verschwiegen....

Wie bereits erwähnt, dennoch sehr aufschlußreich was der pol. Gegner so verbreitet - als angebl. stichhaltige Argumente.....

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

Anonym 15. März 2009 um 20:19  

Oops....natürlich lügt der von mir erwähnte Autor auch international - so macht er Hunger in der Welt von "sozialistischen Ländern" abhängig.

Man sollte Herrn Bergsdorf mal aufklären, dass z.B. in Rußland seit dem ENDE des Kommunismus/Sozialismus die Sterberate sprunghaft angestiegen ist, und Putins Rußland will wohl - außer einem alten "kalten Krieger" und CDU-Menschen - keiner mehr als "sozialistisches Paradies" abtun? Oder?

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

Margitta 17. März 2009 um 13:00  

@ Talilah,

ja, genau so empfinde und sehe ich das auch. Nur ist es mir bisher nicht gelungen, dies auch so präzise meinem Gegenüber zu vermitteln.

Ihr Beitrag wir mir in Zukunft dabei helfen und mir einen roten Faden bieten.

Danke dafür, dass Sie die Selbstverantwortung der Menschen im allgemeinen so deutlich zu Sprach brachten.

Liebe Grüße
Margitta Lamers

Talilah 17. März 2009 um 23:14  

@ Anonym 14. März 2009 17:26

[...]Ich setze mal drauf, dass sich - hoffentlich früher als später - etwas ganz Neues, ergeben wird - ...- lassen da hoffen [...]

Nixda - hoffen worauf, auf was? Daß jemand Erlösung bringt, woher auch immer, irdisch oder überirdisch... nein, da hatten (auch) die Religionen (den starken Mann laß ich mal gleich weg) dieser Welt schon Jahrtausende Zeit auf die eindringlichen Bitten und Flehen ihrer Gläubigen zu reagieren...

Das müssen wir schon selbst tun, vor allem als erstes die uns innewohnende Selbstzensur abschalten, die uns gestattet nur in bestimmten Grenzen zu denken - ok, die Grenze mit der ausufernden körperlichen Gewalt, die darf bleiben. Ich würde weiterhin gern Mensch unter Menschen sein und mich nicht wie ein Tier aufführen müssen.

Ansonsten gilt, nicht nur wählen, sondern handeln. D.h. mit anderen sprechen, argumentieren, ja auch agitieren, ja, auch wenn nicht unbedingt darum gebeten wird und wir wissen, daß wir jetzt eine positive Punktlandung schaffen.

Unsere Sprache und Kultur bietet für (fast) jede Situation einen Spruch, warum soll man die nicht wieder mit Leben füllen.

Den mit dem Volk und der Regierung hatte ich weiter oben schon, auch den mit der Kapelle und der Musik.
"Auf dem Weg nach oben grüße freundlich - auf dem Rückweg triffst du alle wieder" - falls mal wieder jemand vergißt, wo er her kam und wie und warum er "nach oben" ging oder gegangen/ gewählt wurde.

--------snip-------

[...]dass etwas altes, erledigtes nichts Neues ist, und genau aus diesem Grund lehne ich Staatssozialismus/-kommunismus ebenso ab wie Neoliberalismus/Killerkapitalismus.

Hat sich beides erledigt,[...]

Daß sich letzteres nicht erledigt hat, erleben wir gerade.

Eins erschließt sich mir allerdings überhaupt nicht..

Warum hat sich ein Ziel erledigt, wenn ich nicht den richtigen Weg gegangen bin - da heißt das sonst einfach, ich hätte mich verlaufen, aber nicht, mein Ziel ist Käse...

jan-treiber 18. März 2009 um 23:04  

"Die Linke muss in der Krise radikaler werden." Dieser Satz stammt von Ulrich Maurer, Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes der Linken-Bundestagsfraktion. Und die Partei scheint sich an die Devise zu halten. Ins Europawahlprogramm wurde explizit aufgenommen: "Der Kapitalismus muss überwunden werden." Herr Lapuente, wenn die Linke zu diesem Ziel steht, haben Sie doch mit Ihrer Kritik der "Linken im System" unrecht, denn um das System des Kapitalismus geht es ja.

Früher forderte die Linkspartei noch einen Mindestlohn von 8 Euro, im Bundestagswahlprogramm werden es 10 sein. Der Hartz IV-Regelsatz soll auf 500 Euro erhöht werden, bisher war eher was von 435 Euro zu lesen.

Irgendwie ist diese Vorgehensweise aber auch paradox: Wird die Linke nur radikaler aus taktischen Gründen? Will sie garkeinen Mindestlohn von 10 Euro, sondern mit dieser Forderung nur die SPD vor sich hertreiben, damit am Ende 8 Euro bei rauskommen? Will sie gar keinen Hartz-Regelsatz von 500 Euro, sondern einen von 400 Euro?

So wird Politik natürlich zum reinen Basar, auf dem taktiert und gefeilscht wird. Am besten wäre es doch, jede Partei schreibt auf, was sie mehrheitlich wirklich für richtig hält.

Ist negative Kritik sinnvoll? Ich kann mich da nicht recht entscheiden. Würden alle Parteien nur negative Kritik üben, bekämen wir am Ende eine massiv polarisierte politische Landschaft. In der Weimarer Republik gab es aufseiten der Kommunisten, der Deutschnationalen und der Nazis massivste Negativ-, Grundsatz- und Systemkritik – mit dem Ergebnis zunehmender Verfeindung im Inneren und bürgerkriegsähnlicher Zustände.

Einstweilen scheint es aber, als ob die Linke mit ihrer Grundsatz- und Protestkritik erfolgreich ist. Allein auf die Existenz der Partei müssen fast alle anderen Parteien Rücksicht nehmen.

Margitta 19. März 2009 um 09:43  

@ jan-treiber,

beim Lesen Ihres Kommentars zog in mir ein Sturm auf. Auslöser dieses Sturmes waren die Worte: "radikaler", "Ihre Kritik" und im besonderen der Satz "Ist negative Kritik sinnvoll?"

Dafür erst einmal meinen herzlichsten Dank. Sie gaben mir damit die Möglichkeit mir Gedanken darüber zu machen, was mich bei diesen Worten so aufbrachte.

Mich auf den Sturm einlassend, versuchte ich zu ergründen, warum mich diese Worte aggresiev stimmten. Und ich fand heraus, dass diese Worte verschiedene Abstufungen haben.

Mein Lexikon erklärte mir das Wort "radikal"
1. in den Anschauungen sehr weit gehen, extrem, kompromisslos
2. gründlich, bis an den Wurzel gehen, vollständig
3. unnachgiebig, hart, rücksichtslos, unerbittlich
4. sehr stark wirkend

´Aha`, sagte ich mir ´du erklärst dir den Begriff nur mit Punkt 1 und 2, es gibt aber auch noch Punkt 3 und 4`
Auf die selbe Weise verfuhr ich mit den anderen Begriffen. Der Sturm legte sich und mein Geist konnte wieder frei atmen.

Ich fand heraus, dass "konstruktive Kritik" mir besser gefällt als "negative Kritik". Denn "Konstrukt" so erklärt mir mein Lexikon, bedeutet "Denkmodell, gedankliche Hilfskonstruktion". Und genau unter diesem Gesichtspunkt übe ich Kritik und empfange ich Kritik. Dies war mir allerdings bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht bewusst

Warum bilde ich mir nun ein, dass ich dies ins Netz stellen muss?

Nun, ganz einfach deshalb, weil ich die Ansicht vertrete, dass es für viele Menschen hilfreich sein kann, zu erfahren wie andere Menschen mit Problemen umgehen.

Mit meinem Dank an alle Kommentatoren für ihre Kommentare, und im besonderen an Roberto für seine Beiträge, die mich alle auf irgendeine Weise in meiner Weiterentwicklung unterstützen, komme ich nun zum Ende meiner Ausführungen. Ohne Euch alle wäre ich nicht da wo ich heute bin.

In diesem Sinne
Liebe Grüße
Margitta Lamers

Margitta 19. März 2009 um 11:35  

Korrektur eins Fehler.

Falsch: ´Aha`, sagte ich mir, ´du erklärst dir den Begriff nur mit Punkt 1 und 2, es gibt aber auch Punkt 3 und 4`

Richtig:´Aha`, sagte ich mir, ´du erklärst dir den Begriff nur mit Punkt 1 und 3, es gibt aber auch Punkt 2 und 4`.

  © Free Blogger Templates Columnus by Ourblogtemplates.com 2008

Back to TOP