Der Bolschewik geht um

Dienstag, 3. März 2009

Es steht schlimmer um ihn, als man es annehmen konnte. Die Angst nagt an seinem Gemüt, läßt ihn schlaflose Nächte verleben, ihn seltsame Elaborate schreiben, die von noch seltsameren Verlegern sogar vervielfältigt und zum Verkauf angeboten werden. Schon mehrmals wurde an dieser Stelle von des Müller-Voggs Furor berichtet, immer wieder konnte man aus seinen täglich dahingeworfenen Zeilen herauslesen, dass ihn ein vager kommunistischer Alpdruck plagt, der ihn zu kafkaesker Schwarzschreiberei verleitet. Doch niemand konnte ahnen, dass es ihm derart schlecht geht, um gleich ein ganzes Buch, eine Art Anamnese seines Befindens, darüber zu schreiben.

In dieser malt der Verängstigte ein für ihn schwarzes Bild von Deutschland. Während schweißdurchnässter Nächte erträumte er sich ein Szenario, in dem die Große Koalition zwar noch einmal Wirklichkeit würde, die aber schon nach einem Jahr scheitere, weil die "vaterlandslosen Gesellen" der SPD den Pakt mit den Teufeln, den Pakt mit Lafontaine und Gysi und natürlich dem alten Partner, den Grünen, eingingen. Daraufhin überschlagen sich natürlich die Ereignisse - ein Buch braucht ja Dramatik! -, sieht Müller-Vogg voraus. Der reinste Stalinismus greife dann um sich, weil menschenverachtende Maßnahmen wie die Erhöhung des Mindestlohnes, eine Erhöhung der Einkommenssteuer oder die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer zur Wirklichkeit würden. Man merkt förmlich, wie der Vater dieses Gedankens, sich bereits mit einem Fuß im Gulag wähnt, wie er womöglich schon erste Entwürfe für sein neues Buch, "Ein Tag im Leben des Hugo M.-V.", anfertigt.

Was für ihn, diesen Orwell für Minderbemittelte, als eine Dystopie gedacht war, scheint den Menschen dieses Landes, solchen Menschen, die nicht mit reichlich Lohn und Besitz gesegnet sind, die ausgebeutet und kleingehalten werden, für die selbst schulische Bildung zum Luxus geworden ist, wie ein kleine Utopie, ein segensreiches Märchen, welches hoffentlich bald wahr wird. Für diese Menschen, die einem Müller-Vogg so fern sind, wie die Hure der Jungfräulichkeit, wäre es in diesem einen Falle sogar erfreulich, wenn dieser Gala-Kolumnist einmal richtig läge. Dieses negativen Volkstribunes Absicht war dabei freilich nicht, den Menschen ein wenig Hoffnung auf bessere, gerechtere Zeiten zu bescheren, denn schon im Titel seines Buches wird das deutlich, wenn er von der "Volksrepublik Deutschland" spricht, als Anleihe an realsozialistische Praxis, eine Diktatur als solche des Volkes begrifflich zu umhüllen - alles was bei ihm auch nur nach Volk riecht, scheint demnach schon kommunistisch und ist ihm daher widerlich. Nein, Müller-Vogg will aufrütteln, will warnen, will die Massen aktivieren, damit sie ihm helfen, den status quo, in dem er so rege Müllberge an Schriftstücken fabrizieren darf und dabei sogar noch Geld verdient, zu erhalten.

Was dieser Herr besitzt, kann man nicht sagen - was er nicht besitzt schon eher, nämlich Talent und rhetorisches Handgepäck. Selbst wenn er sich bemüht hat, die stilistische Machart seines Buches mit doppelter Anstrengung als die üblichen BILD-Kolumnen abzutippen - es bleibt auch dann noch viert- oder fünftklassig. Diese Plattheit, diesen offensichtlichen Manipulationstrieb, diese ungewollt komische "Seid-gewarnt-Brüder!"-Mentalität bekommt Müller-Vogg nimmermehr aus seiner Feder. Was diesem inkarnierten Witz eines Journalisten, dieser Knechtnatur der herrschenden Zustände, an Besitz zugefallen ist, in den Jahren seiner konservativ-verdummenden Arbeit, die er bei diversen Tageszeitungen dieser neoliberalen Republik leistete, kann man nur vermuten. Besser gesagt, man muß es sogar vermuten, wenn man diese Kommunisten-Angst in seinen Zeilen liest - wer in jeder sozialstaatlichen Aktion einen Rückgriff auf die DDR sieht, wer in staatlichen Umverteilungsmaßnahmen Honecker als geistigen Vater zu sehen glaubt, der muß wirklich fürchterliche Angst um seinen Besitzstand haben, von dem er ganz offensichtlich nichts abzugeben gedenkt.

Seinen dystopischen Ramsch darf er heute gar auf PHOENIX präsentieren, freilich nur vor ergriffenen Publikum, welches in etwa in der gleichen Angstsphäre schwebt, wie der Autor selbst - bleibt zu fragen, wann diese Bande der Angsthasen nach einer starken Hand fragt, um den Bolschewiken den Garaus zu machen.

21 Kommentare:

Mowitz 3. März 2009 um 11:06  

Für die Presse als verkaufende Unternehmen sind die schäbigen Geister die billigsten Mittel, auf die sie bauen, denn sie vereinfachen auf dumme Weise die Ausbreitung ihres beschissenen Kapitals. Schäbig zu ignoranten Shoppingkonsumenten aufgewertet; freiwillige Schäbigkeit, die zur so zweifelhaften Vervielfältigung ihrer Berichterstattung in Überschriften beiträgt.

Unterwürfige Geister, die Sicherheit für sich und ihren provinziellen „American Way of life“ einfordern.

Manneken Piss 3. März 2009 um 13:08  

> weil menschenverachtende Maßnahmen
> wie die Erhöhung des Mindestlohnes, eine
> Erhöhung der Einkommenssteuer oder die
> Wiedereinführung einer Vermögenssteuer
> zur Wirklichkeit würden. [...]
> wäre es in diesem einen Falle sogar
> erfreulich, wenn dieser Gala-Kolumnist
> einmal richtig läge.

Wie wahr!


> alles was bei ihm auch nur nach Volk riecht,
> scheint demnach schon kommunistisch
> und ist ihm daher widerlich.

Ulkigerweise bietet sein veröffentlichendes Organ hin und wieder "Volksprodukte" an; diese Bezeichnung wiederum weckt bei mir völkische Assoziationen.

Was mich nur wundert (und weswegen ich das Buch gerne 'mal lesen würde): wie schafft H. M.-V. es, diese annehmbaren Aussichten als Schreckensszenario zu verpacken? Mindestlohn? Boah, ich kriege Angst. Man muß schon sehr in dieser Welt gefangen sein, um sich dermaßen konditionieren zu lassen.

klaus baum 3. März 2009 um 13:37  

ich frage mich, wenn du namen nennst, ob das überhaupt rechtskonform ist?

>>Bitte ändere Titel und Bilduntertext in einer Weise, die rechskonform keine Namen von Personen - auch nicht von juristischen Personen - nennt<<, schrieb mir ein admin der fotocommunity.

bezuglich deines dürrenmatt-zitates fällt mir eines von gottfried von straßburg ein. in tristan und isolt heißt es gelegentlich: als wie der billich wollte. so habe ich es jedenfalls noch im ohr. so, wie es der zufall wollte.

nennen wir doch künftig keine namen mehr, sondern sagen wir, der redaktör zufall schrieb in einer zeitung namens zufall, daß .....

Kowalski 3. März 2009 um 14:37  

Kanzlerzäpfchen Hugo Müller-Vogg. Ich bin Hin und Her gerissen zwischen lachen und Empörung. Aber dieser Mann ist in seiner Dummheit viel Gefährlicher als wir derzeit anzunehmen in der Lage sind.

mephane 3. März 2009 um 14:39  

"ich frage mich, wenn du namen nennst, ob das überhaupt rechtskonform ist?

>>Bitte ändere Titel und Bilduntertext in einer Weise, die rechskonform keine Namen von Personen - auch nicht von juristischen Personen - nennt<<, schrieb mir ein admin der fotocommunity."


Das ist etwas anderes, es geht dort um die Namen abgebildeter Personen auf Photographien, nicht um namentliche Nennung von Personen in Texten.

Anonym 3. März 2009 um 14:40  

Hallo Roberto,

sehr schön zu lesen, wie du auf den Hofberichterstatter eindrischst!

Ich habe jetzt mal bei Phoenix geschaut und dort die Buchpräsentation für morgen(4.3.)um 16:35 gefunden. Meinst du das?

Als Laudator dabei ist Gregor Gysi, das könnte ja auch schlimmer sein, oder?

Jan Perlak 3. März 2009 um 16:47  

Ich muss zugeben, dass ich Hugo-Müller Voggs "Gedanken" auch hegte, lange ich bevor ich von seinem Buch erfahren hatte. Anders als Vogg würde ich so eine Kehrtwendung im Jahre 2010 hin zu Rot-Rot-Grün – möglicherweise unter dem Eindruck der Krise – außerordentlich begrüßen. Zwar müsste die Linke dann ihre Oppositionsrolle aufgeben, könnte aber zugleich auch der Öffentlichkeit beweisen, dass eine linke Politik eben nicht zum Untergang des Vaterlandes führt. Nicht anders war es in den USA, als in der Ära vor dem New-Deal jeglicher Staatsinterventionismus für unrealistisch und danach für Normalität gehalten wurde. Allerdings ist fraglich, ob sich eine rot-rot-grüne Regierung sich mit ihren Politikvorstellungen überhaupt durchsetzen könnte: zum einen ist da der Bundesrat, wo sich SPD, Grüne und Linke kaum auf eine Mehrheit werden stützen können. Zum anderen sind da die Medien, die schnell für Wahlerfolge der Union sorgen werden und da sind die antidemokratischen Eliten in den wirtschaftlich entscheidenden Institutionen wie Bundesbank, EZB usw., die jederzeit eine linke Regierung torpedieren können.

Das war schon in den 1970er-Jahren so. Wichtige Entscheidungen der echten, sozialliberalen Reformkoalition wurden von Bundesrat und Verfassungsgericht torpediert, die unter konservativem Einfluss standen. Die Bundesbank schließlich sorgte Ende der 1970er-Jahre für ein massives Ansteigen der Arbeitslosigkeit, an der die Regierung zerbrach. Nur mit einer wahren Kulturrevolution kann der Neoliberalismus in Deutschland überwunden werden, massive außerparlamentarische Aktivitäten eingeschlossen.

Ironischerweise wurde mehr Gleichheit in den USA und in Europa erst durch bzw. nach dem Krieg erreicht. Es muss doch eine andere Möglichkeit geben, die festgefahrenen Zustände und den finanzmarktgetriebenen Kapitalismus zu überwinden!

Anonym 3. März 2009 um 16:51  

Hallo,
ich möchte hier außerhalb des Themas mal einen Programmhinweis geben,für eine Sendung, die ich kürzlich entdeckt habe, und die mir von Themenauswahl und Herangehensweise sehr gut gefällt.

http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/index.jsp?rubrik=14224

Grüße
Hans Wurst

Anonym 3. März 2009 um 18:21  

Wenn man sich betrachtet, wie erfolgreich reaktionäre Machwerke auf dem deutschen Sachbuchmarkt in den letzten Jahren gewesen sind (Peter Hahne, diverse Manifeste gegen "antiautoritäre Erziehung", auf einen Lungentorpedo mit dem Altkanzler), wäre Müller-Vogg blöd, würde er kein Buch schreiben.

klaus baum 3. März 2009 um 20:25  

bevor ich mich blamiere, hier noch eine korrektur zu meiner erinnerung an gottfried von straßburgs tristan und isolde.
bilich heißt eigentlich gemäßheit oder angemessenheit, auch gerecht werden, passend.

es gibt aber eine stelle (9370), da heißt es: "als der billich wolte" - und da scheint das wort eher die bedeutung von zufall zu haben.

wiewohl es in einer gottgläubigen zeit, in zeiten der theodizee, keinen zufall geben sollte.

Anonym 4. März 2009 um 05:23  

Da gibt es aber noch eine ganze Phalanx anderer Leute, die sich auf dem von Ihnen genannten Gebieten Meriten verdienen wollen - selbstverständlich "seriöser" als dieser Herr. Unsere ganze Presse ist eine einzige Schmuddelpresse. Und immer noch gibt es Leute, die dafür ihre hart verdienten Groschen ausgeben.

Roberto J. De Lapuente 4. März 2009 um 07:20  

"Als Laudator dabei ist Gregor Gysi, das könnte ja auch schlimmer sein, oder?"

Das sehe ich anders, ich halte es für tragisch, wenn jemand, den man hierzulande noch für vernünftig erklärt, sich dazu hergibt, der Dummheit Laudator zu sein. Er soll gesagt haben: „Flott und unterhaltend. Aber zur Zeit ist die SPD für uns nicht ­koalitionsfähig ...“. - Da schimmert mir kein kritischer Geist durch, die Herrschaften der LINKEN scheinen langsam aber sicher anzukommen...

MG 4. März 2009 um 08:06  

"Da schimmert mir kein kritischer Geist durch... "
Wir sind alle nur Menschen...
Im Übrigen, beschleicht mich langsam das Gefühl, dass die Granden der LINKE-Partei gar nicht wirklich Lust auf Regieren - also auf Verantwortung - haben, sondern eher die kleinere aber effektvollere Rolle der politischen Tarantel bevorzugen. Wäre im Grunde gar nicht so dumm aus deren Sicht, einerseits weil das eine wunderbare Möglichkeit der Heimzahlung sein könnte und andererseits, weil ausser den bekannten Gesichtern, die LINKE kein großes Aufgebot an regierungsfähigem Personal zu bieten haben, wie mir scheint. Man stelle sich vor, sie würden flächendeckend Regierungskoalitionen eingehen... Das Ergebnis wäre mancherorts, glaube ich, entweder ein klägliches Lokalversagen oder ein zentral gesteuertes getue, das wie wasser auf den Mühlen der anderen wäre.
Ist nur so ein Gefühl. Ich könnte mich natürlich täuschen...

Fuchsi 4. März 2009 um 11:32  

@MG: ..Im Übrigen, beschleicht mich langsam das Gefühl, dass die Granden der LINKE-Partei gar nicht wirklich Lust auf Regieren - also auf Verantwortung - haben, sondern eher die kleinere aber effektvollere Rolle der politischen Tarantel bevorzugen.....

Deshalb sage ich schon lange:
"Laßt es uns herbeiführen"!
So werden wir sehen was wirklich kommt. Schlimmer als jetzt kann es nicht werden!

Anonym 4. März 2009 um 16:15  

Ich finde es immer wieder witzig, wenn Leute so tun, als ob die LINKE die alte SED wäre, oder aus ein Haufen Träumer aus dem Hottentottenland bestünde (Wie geht beides übrigends gleichzeitig ?).

Die LINKE besteht im Osten aus einer seit bald zwei Jahrzehnten in Ostdeutschland aktiven Partei und im Westen aus dem abgespaltenen Linksflügel der SPD.

Ergo gibts in der Partei jede Menge Veteranen, nicht weniger als in den anderen Bundesparteien - die beiden Führungspersönlichkeiten Lafontaine und Gysi sind die besten Beispiele dafür.

Und wie kriegt man es eigentlich intellektuell auf die Reihe, einersetis dauernd Lafontaine als "Machtmenschen" zu beschimpfen, aber dann im Ernst zu glauben, die Linke würde nicht gerne Regierungspolitik betreiben ?!?!?

Es gibt eben derzeit wirklich nur EINE Partei im Bundestag, die mit der Linken koalieren könnte, und das sind die Grünen. Wer das feststellt, ist schlicht realistisch. Mit einem Beck wäre eine Koaltion durchaus noch im Rahmen des Möglichen gewesen - bei dem Duo Steinmeier/Müntefering ist es völlig absurd. Das festzustellen ist schlichter Realismus, nicht mangelnder Ehrgeiz.

Und das nach dem Verlauf der Dinge in Hessen in der Linkspartei Ernüchterung über die Möglichkeiten einer Koalition mit der SPD einkehrt, ist nur natürlich.

Anonym 7. März 2009 um 15:09  

es spricht mir so aus der seele...

Anonym 7. März 2009 um 20:13  

"[...]Ich finde es immer wieder witzig, wenn Leute so tun, als ob die LINKE die alte SED wäre, oder aus ein Haufen Träumer aus dem Hottentottenland bestünde (Wie geht beides übrigends gleichzeitig ?).[...]"

Ich würde dir ja so gerne zustimmen, aber nach dem heutigen Besuch einer Konstituierung einer Linkspartei-Untergruppierung in Baden-Württemberg habe ich da einen komplett anderen Eindruck.

Wir haben sogar einen Ost-CDUler in der Linken, die Hälfe waren SEDler, die sich irgendwie nach Westdeutschland verirrten, und einer kam mir ganz suspekt vor, weil er die 1848/49 gescheiterte Revolution in Baden allen Ernstens mit der heutigen Situation verglich.

M.E. ebenso hirnrissig - der Vergleich mit der Badischen Revolution - , wie die Koalition der Neo-FDP der Grünen mit der Linkspartei zu wünschen - die Grünen passen besser zur Partei der Besserverdiener und die Linkspartei, dass schreibe ich als Mitglied der Linkspartei im Westen, sollte sich eher am "Yes-We-Can-Präsidenten Obama" orientieren statt den toten Kommunismus/Sozialismus wieder auszugraben.

Der Kapitalismus ist offensichtlich gescheitert, wie die Finanzkrise zeigt, aber wohin soll die Reise nun gehen?

Ich plädiere da schon eher für einen Weg zwischen Staatssozialismus und Neoliberalismus.

Weiß aber auch nicht weiter, da mir hierzu nur die "soziale Marktwirtschaft" des Kommunisten Ludwig Erhardt (wenn es nach A. Merkel gehen soll & Westerwelle war jeder Pro-Sozialstaats-Fanatiker ein Kommunist) einfällt.

Was besseres in Sicht? Oder fällt Obama was ein? Ich hab nämlich gehört, von einem US-Amerikaner, dass Obama eine US-Soziale-Marktwirtschaft ins Leben rufen will.

Abwarten....

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

Kalle 17. März 2009 um 23:45  

Ich habe das Buch jetzt zur Hälfte durchgelesen.
Mein Eindruck: Es ist eher nüchtern-sachlich geschrieben, nicht wirklich hetzerisch (aber das kann sich noch ändern, wenn HMV den potentiellen Koalitionsvertrag ausmalt).
Der Schreibstil ist enorm schlecht. Wirklich sehr sehr schlecht. Man merkt HMV an, dass er vermutlich in seinem Leben kaum Dialoge geschrieben. Es finden sich Rechtschreibfehler und ungünstige Formulierungen.
"Münte" und andere Persöhnlichkeiten der Bundespolitik werden in dem Buch nicht wirklich so dargestellt, wie ich sie kenne.

Insgesamt ist das Buch sehr viel neutraler geschrieben als ich vor dem Kauf gedacht hätte. Es taugt nicht zum Hetzbuch gegen die Links- bzw. Kubakoalition. Man kann sich als gestandener Linken (und wohlmöglich sogar als Befürworter von Rot-Rot-Grün) nicht wirklich über dieses Buch aufregen... es ist so unprätentiös. Es ist ein amüsantes Büchlein, geschrieben Ewig-Gestrigen, beinahe reaktionären Aushilfs-Journalisten.

Eine Kaufempfehlung kann ich nur eingeschränkt abgeben. Weltliteratur ist etwas anderes.

Roberto J. De Lapuente 18. März 2009 um 08:43  

Vielen Dank, Kalle. Eine interessante Information. Dass HMV nicht einmal hetzen kann, wirft schon ein Licht auf ihn, dass sein Stil miserabel ist, überrascht kaum. Man lese sich nur seine Ergüsse durch, die er in der BILD drucken läßt. Oh, wenn man da zurückdenkt, was für Menschen Kommentare und Feuilleton schrieben in dieser Republik. Schreiber mit Klasse, ich denke nur an Haffner, dessen geschliffener Stil ein Genuss war, und noch heute ist...

Anonym 18. März 2009 um 22:57  

Zitat des Tages

"Wir sind alle sehr, sehr vergeßlich geworden, was die Linkspartei anbetrifft, und haben vor allem auch diese wirklich freche Art, sich von der Diktatur in die Demokratie hinüberzuretten, ziemlich weit hinten im Gedächtnis vergessen."

Hubertus Knabe, Autor des Buches »Honeckers Erben – Die Wahrheit über die Linke« im Deutschlandfunk

Quelle: http://www.jungewelt.de

Anonym 29. März 2009 um 15:08  

"Da schimmert mir kein kritischer Geist durch, die Herrschaften der LINKEN scheinen langsam aber sicher anzukommen..."

Sehr gut beobachtet von Roberto !

Das Gefühlt treibt mich auch schon längere Zeit um.

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