Wider dem politischen Gossenfernsehen

Sonntag, 8. Februar 2009

Der Herr und Wächter der diutisce zunga, Ministerpräsident Peter Müller, spricht dem TV-Zuschauer aus der Seele. Endlich wirft er auf, was sich viele Menschen seit Jahren denken. Das deutsche Fernsehen, Privatsender ebenso wie die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, sollten sich fortan an einen Verhaltenskodex binden, der bestimmte geschmackliche Ausschreitungen nicht mehr erlauben sollte.

So gäbe es Formate im deutschen Fernsehen, läßt uns Müller wissen, in der Menschen, die offensichtlich nicht in der Lage seien, sich zu wehren, in ihrer Persönlichkeit verletzt würden. Die Frage die sich daraus ergäbe wäre: "Darf man das weiter zulassen?" Müllers rhetorische Frage muß man mit einem klaren Nein beantworten. Man kann nicht weiter dulden, dass in mannigfaltigen Sendekonzepten auf Randgruppen eingedroschen wird; dass man auf Hartz IV-Empfänger spuckt, sie als Tätergruppe innerhalb der Gesellschaft stilisiert, die nur abzockt und sich einen sonnigen Tag macht; es ist einfach nicht mehr tragbar, dass man über Kranke spricht, aber sie nur auf den Status einer finanziellen Last reduziert; dass man die zu hohen Renten an den Pranger stellt; dass man gegen muslimische Ausländer hetzt, die angeblich alle nicht integriert sind, nur weil sie weiterhin keinen Schweinebraten essen wollen. Müller trifft den Nagel auf den Kopf, wenn er behauptet, man würde diese Menschen in ihrer Persönlichkeit verletzen, würde ihnen nicht einmal die Möglichkeit der Gegenwehr bieten, wenn bei diversen politischen Talkshowkonzepten jenes Beil gewetzt würde, mit dem dann die öffentliche Meinung, die im alltäglichen Miteinander Handlungen bestimmt, die Köpfe der Diffamierten zerschmettern soll.

Danach verwickelt sich Müller in ausdrucksstarken Metaphern. Es sei "grenzwertig und bedenklich", wenn an tierischen Exkrementen geschnüffelt würde. Wahrlich, an Müller geht ein Poet verloren; er offenbart sich als wahrer Mann des Geistes, als meistar deutschen Duktus', als buohmahhari politischer Coleur. Jetzt wird auch begreiflich, warum er die deutsche Sprache grundgesetzlich geschützt wissen wollte, denn wer so spielend mit ihr umgeht, wer ihr einen solchen vollendeten Schliff gibt, wer Metaphern von solcher sprachlichen Deutlichkeit zu entwerfen vermag, der hat natürlich Interesse daran, dass sein Werkzeug bewahrt bleibt.

Aber der kritische TV-Zuschauer versteht auf Anhieb, was Müller uns verkünden will. Auch er hat genug von diesen metaphorischen "tierischen Exkrementen", hat genug davon, wenn aus den Mündern politischer Funktionäre nur das herauskommt, was andernorts in Kuh- und Schweineställen auf dem Boden liegt. Wenn da die Kauders, Heils, Westerwelles und Kuhns auftreten, sperrangelweit ihre orale Propagandaöffnung weiten, um daraus nur "tierische Exkremente" austreten zu lassen, dann muß das irgendwann ein Ende haben. Der Gestank, der aus diesen scheinbar unabhängigen Talkshows und Viehställen herausströmt, ist auf Dauer einfach nicht mehr ertragbar - und nebenbei ein Klimakiller. Als Fernsehzuschauer hat man ein Recht darauf, dass orale Toilettengänge von der Mattscheibe entfernt werden; niemand will sehen, wie Westerwelle seine geistige Notdurft ohne Schamgefühl verrichtet; niemand will es sich auch nur vorstellen, wie ein Kauder die "emotionale Pissrinne" bei den "medialen Klofrauen" (Orginalzitate Georg Schramm) zuschüttet; niemand will die Entleerungen von allerlei politischen Wichtigtuern und Hinterbänklern beschnuppern. Es geht schon lange über jede olfaktorische Verträglichkeit, was uns da an geistigen Exkrementen verabreicht wird - es ist nicht nur "grenzwertig und bedenklich", wie es Deutschmeister Müller mit metaphorischem Geschick beschrieb, sondern einfach unerträglich, ein Verstoss gegen die Menschenrechte, Mord auf Raten. Denn wer jeden Sonntag, zwischendurch auch an Wochentagen, die Republik in Exkrementen untergehen läßt, der braucht sich nicht wundern, wenn wir irgendwann alle daran ersticken.

Castingshows?... Tierische Exkremente bei "Wetten dass..."?... Achso? Dann habe ich Peter Müller wohl falsch verstanden. Schade eigentlich...

16 Kommentare:

Anonym 8. Februar 2009 um 12:04  

Von dem Ministerpräsidenten des Jahres 2003 hätte ich jetzt wirklich weniger Oberflächlichkeit erwartet.

Anonym 8. Februar 2009 um 16:16  

Sehr geehrter Herr J. De Lapuente

im Link möchte ich Sie auf eine Petition für das bedingungslose Grundeinkommen hinweisen.Täglich kommen ca. 1000 Mitzeichner hinzu. Sie dauert noch bis zum 10.02.09.
Ich glaube es ist die größte Mitzeichnerpetition seit bestehen der BRD.

https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=1422

MFG

ben 8. Februar 2009 um 17:54  

Der gute Mann will doch nur davon ablenken, wo er und die ganzen Parteien und deren Vertreter seit Jahrzehnten versagen und zündet mal wieder eine schöne Nebelkerze.

Wenn er heute erst merkt, das es im Glotze-TV an Qualität mangelt, hat er die letzten 25 Jahre gut geschlafen.
Außerdem trägt er mit dazu bei, dass die Leidensfähigkeit der TV- und Politkonsumenten von Jahr zu Jahr höher wird, somit muss er sich um uns nun wirklich als letztes Sorgen machen.
Wer wie hier beschrieben tagtäglich den geistigen Müll unserer selbsternannten Oberschicht zu Sehen und Hören bekommt, kann locker Känguruhhoden oder die Gerüche diverser Misthaufen ertragen, ohne dabei angespannt zu wirken und Schaden zu nehmen.

Den Menschen zu Grunde richtet eher die Haltung der Elite - Genosse der Bosse und so......
Diese Egozentrik und mit dem Blick weg von den Menschen, weg vom Sozialen und Geistigen ist das, was die Menschen sich zum Vorbild nehmen, wenn es darum geht, sich durch's Leben zu bringen.

Wenn sich da vorgeblich jemand Sorgen über einen Misthaufen im Studio macht, war wohl noch nie im Zirkus. Da gibt es auch Misthaufen und keinen stört's. Und was anderes als Zirkus ist TV in heutigen Zeiten nicht mehr.

Wenn er wirklich was erreichen will, sollte er sich mal Gedanken über Macht eines Bertelsmann- und Springer-Konzerns machen, über gesetzmäßig organisierte Stiftungs-Steuerhinterziehung usw.
Aber das ist ja unangenehm, dann doch lieber eine Nebelkerze....

Markus 8. Februar 2009 um 18:25  

Ich meine mich zu erinnern, dass es eine These gibt, nach der Konkurrenz- und damit auch freie marktwirtschaftliche Systeme dazu tendieren, zu sortieren und zwar in eine große Menge "unten" und eine kleine Menge "oben", mit wenig Vielfalt und zumindest "unten" mit verkümmertem Inhalt.
DAS gilt auch fürs Fernsehen. Seit wir Privatfernsehen haben, wird eine Menge Schrott gesendet und immer weniger Qualität.
Das Ende der Fahnenstange ist aber noch lange nicht erreicht, man muss sich nur mal Großbritannien angucken: da haben die neulich zwei Dutzend Kinder (8-15) in Big Brother-ännlichen Umständen zurückgelassen, allerdings ohne jegliche Unterstützung durch Erwachsene. Es kam, wie es kommen musste: die Kinder stritten, aßen nur Fast Food, bildeten Cliquen, die Größeren terrorisierten die Kleineren usw.

Solche Wiederwärtigkeiten werden bei uns auch noch kommen, wartet es nur ab.


Zu #2 Bedingungsloses Grundeinkommen
Das klingt nett, ist aber eine Katastrophe. Denn ein bedingungsloses Grundeinkommen würde kaum höher angesetzt als HartzIV und würde die Lohnschere noch weiter aufreißen: jeder Arbeitgeber würde sagen: was wollen sie noch ein angemessen aufstockendes Gehalt, sie haben doch schon ein Grundeinkommen.

Zudem kann dieses Grundeinkommen nur funktionieren, wenn der Staat saftig Steuern auf Unternehmens- und Kapitalgewinne erhebt und genau das macht er nicht.

Außerdem würde es dann vermutlich einen Arbeitszwang geben: denn ich glaube kaum, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen dazu führen würde, dass Putzfrauen weiter ihren Job machen würden, noch glaube ich, dass Putzfrauen dann besser bezahlt werden würden. Ein anständiges Gehalt für Reinigungsfachkräfte ist einfach nicht drin, das werden die feinen Pinkel im Management allein schon aus Hierarchie-Gründen, aus Dünkel und aus Arroganz nicht umsetzen. An solchen persönlichen Einstellungen können nämlich politische Konzepte auch scheitern.
Stattdessen werden alle Arbeitgeber politisch FÜR einen Arbeitszwang lobbyieren.

Die alten Sozialhilfe-Tarife waren im Prinzip anfangs ja schon soetwas wie bedingungslose Grundeinkommen, aus anderen Gründen zwar eingeführt, im Prinzip aber genau das.
Das hat auch nicht mehr Menschen in Lohn und Brot gebracht und die Löhne sind trotzdem gesunken (Inflation), nach der Einführung von HartzIV dann noch mal stärker.

Nicht dass ich gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen wäre, aber ich glaube nicht, dass es funktioniert.
Anständiges HartzIV und die Hartzis auf Ämtern anständig behandeln und dann passt das schon eher. Dann noch das Steuersystem reformieren, Veräußerungsgewinne nicht mehr steuerfrei stellen, Steueroasen austrocknen und dann kann man sich auch eine soziale Marktwirtschaft leisten, die diesen Namen auch inhaltlich verdient.

Um das Umzusetzen, müsste man allerdings ca. 70% der politischen Führungsschicht kasernieren und die Drehtür zwischen Politik und Wirtschaft effektiv blockieren und dann Großindustriellen wie den Quandts oder den Piechs, Bankern wie Ackermann und Großverdienern wie Wedeking kräftigst in den Allerwer***ten treten, damit die spuren.

Angesichts unseres derzeitigen politischen und wirtschaftlichen Führungspersonals würden die vermutlich ein bedingungsloses Grundeinkommen mittragen, dieses aber so derartig niedrig ansetzen, dass allergrößte Teile der deutschen Bevölkerung derartig verarmen, dass Deutschland kurzfristig in eine riesige Sklavenplantage mit staatlich gerade so am Leben gehaltenen Arbeitssklaven samt Arbeitszwang mutieren würde.

Längerfristig wäre das dann Deutschlands Untergang, die Piechs, Wedekings, Quandts, Ackermanns und Co.s wären dann aber schon längst über alle Berge.


## Allgemein:
Bitte denkt euch doch einen Namen aus, indem ihr den Button

"Name/URL"

anklickt, die URL müsst ihr dann nicht angeben, das ist optional. Die ganzen "Anonyms" sind schwer auseinanderzuhalten.

Anonym 8. Februar 2009 um 18:48  

"[...]Als Fernsehzuschauer hat man ein Recht darauf, dass orale Toilettengänge von der Mattscheibe entfernt werden; niemand will sehen, wie Westerwelle seine geistige Notdurft ohne Schamgefühl verrichtet;[...]"

Neuester Ausfall Westerwelles, er könne Glos verstehen, dass er keine Lust mehr als Wirtschaftsminister hat, wenn derart mit der "Sozialen Marktwirtschaft" umgegangen wird.

Was mich daran aufregt? Westerwelles FDP als ehemalige Partei der Besserverdiener nun eine Partei der Sozialen Marktwirtschaft? Wenn will Guido da ver....

Christian 8. Februar 2009 um 19:37  

Wenn ich dadurch Peter Müller und die anderen Dummschwätzer von der CDU nicht mehr hören müsste, würde ich jeden Tag Känguruhhoden essen und zehn verschiedene Fäkaliensorten beschnuppern.
Es sollte mal eine "breite gesellschaftliche Debatte" darüber geben, welchen Sinn überhaupt ein Verwaltungsrat für die öffentlichen Rundfunk macht. Und dann hat auch noch jede öffentliche Fernsehanstalt (ZDF, NDR, WDR, HR usw.) seinen eigenen, wo in jedem mehrere dutzend Dummschwätzer sitzen, die für nichts und wieder nichts eine viel zu hohe Aufwandtsentschädigung bekommen, um dort ihre Zeit totzuschlagen.

Markus 8. Februar 2009 um 20:26  

Nochmal zu bedingunsloses Grundeinkommen:

Weniger Drangsalierung von Hartzis und HartzIV höher ansetzen (so plus 200€/Erwachsenen, gleiche Summe für Kinder wie für Erwachsene) + Mindestlöhne und das bedingungslose Grundeinkommen IST DA, denn dann MÜSSEN Arbeitgeber höhere Löhne zahlen oder auswandern.

Die Mindestlöhne muss man dann allerdings konsequent umsetzen, damit nicht irgendwelche Billig-Arbeitskräfte hier illegal die Löhne untergraben. Vor allem im Bau- und Putzgewerbe ist das ja schon gang und gäbe. Nix gegen ausländ. Arbeitskräfte, ganz im Gegenteil, denn wenn die hier arbeiten, sollen sie dasselbe verdienen wie die Einheimischen!!!!

Dann wollen wir mal sehen, wie lange Wedeking, Ackermann und Quandt es sich noch erlauben können, sich fette Boni und Renditen an sich selber auszuzahlen.

Was das Fernsehen angeht:
Man sollte den Öffentlich-Rechtlichen wieder einen stärkeren Kultur- und Bildungsauftrag zuschanzen und zwar auf höherem Niveau als Kronzucker und Guido Knop (der Trivialgeschichtsverwurster). Maybritt Illner und Anne Will und Co. ganz absetzen. Und ob man öffentlich-rechtliche Gelder wirklich für Koch- und Kuchenbackshows ausgeben muss, sei auch mal hinterfragt.

Wenn schon GEZ-Zwangsabgabe, dann aber mit Bildungs-, Informations- und Kulturauftrag, wer es nicht mag, muss es ja nicht anschauen.
Übrigens: auch eine nette, "leichte" Verfilmung von Shakespeares "Taming of the Shrew" (Der Wiederspenstigen Zähmung) ist Bildung, zwar nicht hochintellektuell, aber immerhin. Die BBC kriegt sowas hin, guckt mal auf youtube nach!
Und einige Stücke von Goethe oder Fontane würden sich auch dafür eignen, Wagners Ring der Nibelungen wäre auch mal wieder Verfilmungsreif, allerdings nicht auf die trivial-alberne Art, wie die letzte Deutsche Verfilmung mit Ben no Führ mann.

Kalle 8. Februar 2009 um 22:01  

#Markus :

Was Sie beschreiben, ist bereits Realität. Durch Hartz IV ist bereits die staatlich organisierte Sklaverei in Deutschland zur Realität geworden. Wir haben bereits europaweit den größten Niedriglohnsektor. In diesem Niedriglohnsektor sind so viele Arbeitslose! , die nicht in der Statistik auftauchen, tätig, dass Mensch die Haare zu Berge stehen müssten.
Ein demokratischer Druck von unten ist zwingend erforderlich solange noch eine Restdemokratie in Deutschland vorhanden ist. Die Petition soll Zeichen setzen, sonst meinen die Herrschaften, sie könnten es noch doller treiben. Sie selber sind ja nicht betroffen.
Wir gehen dramatischen Zeiten entgegen. Der Übergang vom Neoliberalismus / Kapitalismus in eine neue Wirtschaftsordnung wird mit viel Elend verbunden sein, wie Mensch bereits heute immer mehr feststellt. Der Arbeitsmarkt ist schon lange auf vielen Produktionsfeldern gesättigt. Mit immer weniger Arbeitskraft wird immer schneller und mehr produziert.
Ich wäre, genauso wie Frau Wagenknecht von der kommunistischen Plattform, gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen, wenn genügend Arbeit in Deutschland für alle Bürger vorhanden wäre, von der Mensch leben kann.

Christian 9. Februar 2009 um 00:08  

@Grundeinkommen:
Prinzipiell eine interessante Sache, aber die Finanzierung über eine Konsumsteuer ist absolut illusionistisch, sofern das Schengen-Abkommen in Kraft bleibt.
Sinnvoller wäre eine Petition, die auch theoretisch umsetzbar ist - z. B. mit den Vorschlägen von Markus:
Hartz-IV-Sätze um 200 Euro rauf, Abschaffung der Sanktionen gegen Hartz-IVler und Mindestlöhne für alle. Wäre doch einfach zu machen.

@Öffentlich-rechtliches Fernsehen:
Tja, aber wer bestimmt, was kultureller Anspruch und wie hoch das Niveau einzelner Sendeformate ist?
Davon unabhängig könnte man aber mal ein paar Literaturverfilmungen machen. Und es muss nicht unbedingt Goethe sein, es gibt wirklich andere Stoffe, die wesentlich interessanter sind und sich für eine Verfilmung weit mehr anbieten. Z. B. von Gustav Meyrink, E.T.A. Hoffmann, Ludwig Tieck, Erich Maria Remarque oder Arthur Schnitzler. Auch die mittelalterliche Literatur sollte man mal ins Fernsehen bringen: Parzival, Erec, Iwein und das Rolandslied - um nur einige zu nennen.

Markus 9. Februar 2009 um 04:00  

@ Kalle:

1. Wie wollen Sie es schaffen, dass das bedingungslose Grundeinkommen vom Satz her deutlich über HartzIV liegen wird?

2. Wie wollen Sie sicherstellen, dass kein ArbeitsZWANG beim bedingungslosen Grundeinkommen miteingeführt wird (bzw. keine "Kürzungen" wie jetzt bei HartzIV)? HartzIV sollte ursprünglich auch mal auf dem Niveau der alten Sozialhilfe liegen...

3. Wieso denken Sie, es sei nicht genügend Arbeit vorhanden, von der man leben könne? Wenn Manger wie Ack ermann seinen Putzfrauen 1€/Stunde weniger zahlt, dann ist dieses bei den Lohnzahlungen eingesparte Geld erstmal Gewinn, und den verteilen Manager wie Ack ermann dann - vorzugsweise an sich selbst, ihre Managementkollegen und an die Aktionäre.
Das heißt aber nicht, dass Putzen eine Arbeit ist, von der man nicht leben kann. Sie wird nur so beschissen bezahlt, dass man davon nicht leben kann.
Die Unternehmen erwirtschaften genug Profite, um die Menschen in Deutschland zu ernähren, das Geld kommt nur bei zu vielen Menschen nicht an und bei einigen wenigen Menschen kommt zuviel Geld an ;-)

Reichtum ist vorhanden.
Nur eben unverteilt :D

Das Grundeinkommen ist m.A. nach zu gefährlich, weil dies bei den gegenwärtigen Anti-Kommunistischen und Anti-Sozialistischen Stimmungen niemals als bedingungsloses Grundeinkommen durchkommen wird.

giga 9. Februar 2009 um 08:03  

Müller springt doch bloß aufs Trittbrett auf. In Frankreich gibts da nämlich ein paar zuschauerfreundliche Änderungen des Fernsehprogramms. Ich versteh auch gar nicht, warum immer auf den Privaten so herumgehackt wird, meiner Ansicht nach unterscheiden sich die privaten inhaltlich nicht mehr von den öffentlich-rechtlichen Stationen. Was mich so fuchst: Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt einfach nicht mehr. Jetzt haben sie schon wieder die GEZ-Gebühren erhöht, dass ihnen daraus aber die Verpflichtung für ein ansehenswertes Programm erwächst - darauf kommen Müller und Co. nicht.

Margitta 9. Februar 2009 um 10:33  

Lieber Roberto,

es erschließt sich mir nicht unbedingt, wie man bei diesem Beitrag auf "Bedingungsloses Grundeinkommen" kommt, aber ich finde dieses Thema äußerst wichtig und würde mich sehr freuen, wenn Sie dazu einen Artikel schreiben würden.

Den Kommentartoren zum BEG (wenn diese ernsthaft an diesem Thema interessiert sind) würde ich die Seite http://notatio.com/2009/01/online-petition-bedingungsloses.html empfehlen.

Meiner Meinung nach erfährt man da sehr viel über Sinn, Zweck und Unsinn vom BEG.

Liebe Grüße
Margitta Lamers

PS.: Um den Fernsehzuschauer vom Nachdenken abzuhalten ist anscheinend nichts zu blöd um es zu senden.
Allerdings wird keiner dazu gezwungen sich das anzusehen. Meines Wissens nach hat jeder Fernseher einen Knopf zum Ausschalten.

Ich glaube,erst wenn die Menschen anfangen zu realisieren, dass das Fernsehen nicht der UnteRhaltung sonder UnteNhaltung dient, werden sie diese Art von Sendungen meiden.

Markus 9. Februar 2009 um 16:16  

Ich denke, die meisten Menschen wissen bereits, was für ein Sche** im Fernsehen gesendet wird.

Kann doch nicht sein, dass so viele so d**m sind?

Es ist wohl eher die leichte Verfügbarkeit, die Ablenkung, die Alltäglichkeit und die Gewöhnung an das Fernsehen, die einen ganze Abende vor der Glotze verbringen lässt.

hedera 9. Februar 2009 um 21:19  

zu HartzIV:
Mir wäre es am liebsten, wenn die vorhandene Arbeit auf viel
mehr Leute verteilt würde und jeder zu einem vernünftigen Lohn, nur noch sagen wir mal, 30 Stunden pro Woche arbeitet. Es gibt es schon Berechnungen, wie viele Arbeitsplätze zusätzlich geschaffen würden.

Aber um ehrlich zu sein, ich glaube wir brauchen etwas ganz Neues, um unsere Probleme in den Griff zu bekommen - auch das mit dem Fernsehen. Da ich keinen Fernseher besitze ist das allerdings nicht mein vordringliches Problem.

Joss Fritz 10. Februar 2009 um 15:56  

Tittytainment (oft auch "Tittitainment") ist eine Wortbildung aus "titty" (englisch Slang für Busen, Brust: hier als milchgebende Brust verstanden) und "entertainment" (Unterhaltung).

Der Ausdruck wird häufig in Kombination mit der Begrifflichkeit der 80/20-Regel (Pareto-Verteilung) benutzt. 80:20 bezeichnet in diesem Kontext die Prognose, dass in Zukunft nur 20% der Weltbevölkerung ausreichen werden, um alle benötigten Dienstleistungen und Güter zu erbringen bzw. zu produzieren.

Zugeschrieben wird dieser Begriff Zbigniew Brzezinski, dem früheren nationalen Sicherheitsberater des US-Präsidenten Jimmy Carter. Er soll von ihm auf einer Versammlung des "Global Braintrust" mit 500 führenden Politikern, Wirtschaftsführern und Wissenschaftlern aus allen Kontinenten am 27. September 1995 im Fairmont Hotel in San Francisco unter Einladung von Michael Gorbatschow geprägt worden sein.

Für das Phänomen der auseinanderdriftenden Bildungsblöcke, und die damit einhergehenden sozialen und beschäftigungsbedingten Folgen, wurde in der Wirtschaftswissenschaft in dem 1997 erschienenen Buch Die Globalisierungsfalle dieser Fachbegriff geprägt: Titty- steht für das Durchfüttern und -tainment für das Unterhalten der "übrigen" 80 Prozent der Bevölkerung.

http://de.wikipedia.org/wiki/Tittytainment


mfg

Anonym 10. Februar 2009 um 22:16  

ach, heute bin ich sehr müde ...
... warum nur ?

ja warum nur; vielleicht weil auch ich einer "randgruppe" angehöre.
ging es überhaupt darum ?
ach, auch das weiss ich nicht mehr, dennoch habe ich das bedürftniss meinen senf dazu zu geben.

frage: wer oder was eignet sich am besten um frust abzuladen ?
bei wem oder was wird man egal was man macht "straffrei" bleiben ?
bei welchen leuten kan man sich viel erlauben und noch beifall bekommen diese zu denunzieren, diffamieren oder schlimmeres ?

bei randgruppen natürlich ...
gibt es eine wirtschaftskriese, entlassen wir den pöbel und sorgen noch in bild und ton diese als sozialsmarotzer darzustellen.

so wie auf dem schulhof, es gab immer schon schlimme leute, und die sind erwachsen vielleicht noch schlimmer als als kinder, und die können schon grausam sein.

ach, ich bin es wirklich leid.

seit ca 18 jahren schaue ich aus gutem grund nur noch sporadisch fern, freie mich über den "scheibenwischer" oder "neues aus der anstalt", und das war es dann meist schon.
die tagesthemen oder journal heute kann man ja schon lange vergessen, alleine schon weil die sendezeit nicht reicht um umfassend zu berichten.
schade eigentlich, denn das ist doch der eigentliche auftrag der öffentlich rechtlichen ?
gute programme, filme oder dokumentationen findet man leider nur zu zeiten, wo der "normale" bürger schon ins bett schlüpft.
schade.
ich denke das ist absicht und hat methode.

das sie hier nochmal drauf hinweisen finde ich an sich gut.

fragt sich nur, wie sollte es sein ?

lg,
e

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