Nomen non est omen
Mittwoch, 21. April 2010
Heute: "Notlüge"
Ab wann eine Lüge zur Notlüge wird bzw. ab wann jemand entscheidet, dass eine Lüge jetzt zur Notlüge gemacht wird, ist immer eine individuelle Entscheidung des eigenen Gewissens. Denn das beginnt ja schon bei der subjektiven Definition von "Not". Der eine ist in Not, wenn er körperliche oder seelische Schmerzen zu erwarten hat, der andere, wenn er um seine soziale Anpassung fürchtet.
Wir erlauben uns Notlügen, machen Lügen zu Notlügen, rechtfertigen Lügen z.B. folgendermaßen:
Dies ist ein Gastbeitrag von Markus Vollack aka Epikur.
"Wenn die Wahrheit nur verletzen und entmutigen würde, ist man zum Lügen verpflichtet."Das Free Dictionary bezeichnet die Notlüge, als eine Lüge, die eine peinliche Situation bzw. etwas Unangenehmes abwenden oder Nachteile vermeiden möchte. Eine Lüge, die durch eine vermeintliche Not entsteht bzw. die eine Not vermeiden möchte, gilt insofern als weniger schwer, als eine "normale" Lüge. Der Begriff wird häufig verwendet, um eine Lüge zu rechtfertigen, sie weniger lügend aussehen zu lassen. Dabei bleibt die Unwahrheit immer die Unwahrheit.
- Sozialwissenschaftler Peter Stiegnitz -
Ab wann eine Lüge zur Notlüge wird bzw. ab wann jemand entscheidet, dass eine Lüge jetzt zur Notlüge gemacht wird, ist immer eine individuelle Entscheidung des eigenen Gewissens. Denn das beginnt ja schon bei der subjektiven Definition von "Not". Der eine ist in Not, wenn er körperliche oder seelische Schmerzen zu erwarten hat, der andere, wenn er um seine soziale Anpassung fürchtet.
Wir erlauben uns Notlügen, machen Lügen zu Notlügen, rechtfertigen Lügen z.B. folgendermaßen:
- Aus Angst vor Konflikten und um keine Verantwortung tragen zu müssen: "Ich habe nichts davon gewusst."
- Um besser dazustehen, werden Sachverhalte übertrieben oder untertrieben dargestellt.
- Um die eigenen Gefühle und Meinungen zu verbergen: "Ich weiß es nicht."
- Um die eigenen Interessen nicht zu gefährden.
- Um jemanden nicht zu verletzen: "Das Essen hat gut geschmeckt", auch wenn das Gegenteil der Fall war.
Dies ist ein Gastbeitrag von Markus Vollack aka Epikur.
3 Kommentare:
Hmm, ich finde deinen Artikel gut. Aber er hat nichts mit dem Zitat von Peter Stiegnitz zu tun.
Er beschreibt ja Empathie.
Deine Beispiele handeln von Egoismus.
Denk ich mir so.
Passend dazu ein Zitat von Ulrike Meinhof: "Wir können sie nicht zwingen, die Wahrheit zu sagen, aber wir können sie zwingen, immer unverschämter zu lügen."
Zeit für die ungeschminkte Wahrheit:
Wir werden alle sterben!
Eine Lüge aus niederen Beweggründen (Wiederwahl, Strafvereitelung, Gebrauchtwagenverkauf, ...) kann niemals eine akzeptable Notlüge sein. Dennoch "lügen" wir alle täglich und wiederholt, weil ansonsten jegliche Kommunikation unmöglich würde. Ein nicht ganz so ernst gemeintes Kompliment, ein leider nicht durch Fakten gestütztes, aufmunterndes Lob, mögen zwar auch Lügen sein, sind aber auch Zeichen der Zuneigung und Wertschätzung gegenüber dem anderen.
Die Wahrheit (die auch nicht immer für alle und jeden eindeutig ist) kann eben manchmal auch verletzend sein.
Kommentar veröffentlichen