Ganz ausgezeichnet!

Mittwoch, 21. April 2010

Oh, so ein ausgezeichneter Sozialrassist! Ganz ausgezeichnet! Gustav-Heinemann-Bürgerpreis! Ein denkwürdiger Moment! Heinz Buschkowsky, Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, ist nun ein ausgezeichneter Scharfmacher und Provokateur. Eine klare Sprache sprechen, nennt man das heute - nennt Parteikollege Gabriel das. Dieser sei stolz darauf, einen Anpacker und Unbeugsamen in seiner Mannschaft zu haben - auch eine Art, dessen scharfmachende Qualitäten, die natürlich ausschließlich gegen Ausländer und Arbeitslose zum Einsatz kommen, ein wenig aufzupolieren. Und wer könnte es leugnen: schließlich packt er jene Klientel ruppig an und ist unbeugsam gegen jene, die dem artigen Bürger die letzten Groschen aus den Hosentasche schmarotzen. Sein Engagement zur Integration von Einwanderern, sei besonders lobenswert, heißt es weiter - gar kein Zweifel, er meint das mit der Integration durchaus ernst, denn wer sich nicht einreiht, den würde er gerne drastisch bestraft sehen. Er tut wirklich alles für Integration - alles und noch mehr!

Einfach ausgezeichnet! Mit einem Bürgerpreis. Denn er hat alles, was das deutsche Bürgertum braucht, was es gerne sieht: angefangen bei einer hochroten Birne, die beim Gekeife gegen unbeliebte Gesellschaftsgruppen erst so richtig knallige Farben annimmt, bis hin zur rhetorischen Versiertheit für den Stammtischgebrauch. Bürgergesellschaft eben - Gesellschaft der freien Individuen, der freien Egomanen. Frei! Die Freiheit über andere, wehrlose, ausgemusterte Menschen herzuziehen. Das macht den Bürger heute aus! Er ist kein Citoyen, kein Freund von Menschenrechten und humanistischer Haltung - nein, er spießt ihm verhasste Gruppierungen genüsslich auf, ist seinem Charakter nach demnach Spießbürger. Einem wie Buschkowsky diesen Bürgerpreis zu verleihen, das ist nicht makaber: es ist nur konsequent. Wer, wenn nicht er, ist denn sonst Bürger? Bürger im neuesten und damit antiquierten Sinne des Wortes?

Nun ist er ein ausgezeichneter Bürger. Bürger, so wie man ihn heute versteht. Leistungsträgerisch und elitär beseelt. Immer mit augenzwinkerischem und gutgemeintem Ratschlag für das Gesocks. Einfach ausgezeichnet solche Aufwiegler. So ausgezeichnet, dass man sie auszeichnen sollte. Und nun ist einer der ganz Großen der Branche ausgezeichnet worden - als Stolz seiner Partei. Er sollte uns einen Preis wert sein, entschlossen sie sich. Einen Preis sei er allemal wert, beschlossen sie. Das sei nur recht und billig, einem solch preiswerten Gemüt ein wenig Dank auszusprechen. Immerhin ward er im schröderschen Geist und durch Münte geschweißt herangezogen worden und hat den jetzt neuen Sozialdemokraten, die offiziell ihrer Vergangenheit abschwören, ein bisschen gute alte Agenda-Zeit bewahrt. Und er atmet ja den Geist der Agenda, die Hunderttausende Menschen ins Abseits drängte - er ist einer von denen, die dieses Abseits immer noch abseitiger machen mit ihren Äußerungen.

Jetzt ist er nicht mehr nur Sozialrassist; jetzt ist er ein ganz ausgezeichneter Sozialrassist!

16 Kommentare:

Anonym 21. April 2010 um 08:58  

Da handelt es sich jetzt wohl um die Antwort des SPD Vorstandes auf das Parteiausschlußverfahren von Sarrazin.

Und die "Integrationspolitik" ist auch nichts weiter, als ein Instrument, um die Einwanderer für unsere Fabrikbesitzer nutzbar zu machen.

Oberbüttel des Systems loben also Büttel des Systems.

Gruß
Bernd

Anonym 21. April 2010 um 09:14  

Ja, und der arme Gustav Heinemann rotiert derweil in seinem Grab wie ein Ventilator. Und kann sich nicht mehr dagegen wehren, wie sein Name hier missbraucht wird.
Einfach nur noch widerlich, was die sogenannte "S"PD sich so einfallen lässt.
Danke für diesen Kommentar, lieber Roberto. Sowas würde man ja allzu gern mal in der Mainstream-Presse lesen...
Solidarische Grüße
Saby

landbewohner 21. April 2010 um 09:31  

dieser heinz gehört wirklich in die allererste reihe der ekeldemokraten, gleichwertig einem sarazzin, clement oder münte. die frage ist nur, was treibt den kerl. offensichtlich ist er ja von spd anhängern gewählt worden, und nicht in dahlem.und an und für sich klebt sowas ja am job und ezbümeister von berlin- das bringt schon kohle. glaubt er evtl. , daß ihm und seinem misthaufen eh die politische belanglosigkeit droht, also der job eh futsch ist, und er sich durch möglichst drastische bemerkungen einen lukrativen job bei der "elite" erschleichen könnte oder glaubt er, mit seinen faschosprüchen die spd stammwählerschaft zu erreichen, da diese - seiner meinung nach - eher rechts stehen dürfte?? weder bundesbank noch daimler dürften an diesem heinz interesse haben, weil ihm der rechte stallgeruch fehlt und ob die spd klientel so doof oder rechts ist, wie er glaubt, wage ich zu bezweifeln. er wird also in nicht allzuferner zeit sang - und klanglos verschwinden. besser so!!

Ralf-zwei.null 21. April 2010 um 09:41  

In dem verlinkten Artikel charakterisiert er die Unterschicht:

"Unterschicht heißt, mangelnde soziale und gesellschaftliche Kompetenzen wie zum Beispiel kein Benehmen, keine Umgangsformen, keine Bildung und keinen Bezug zum Geld."

Schon allein für diese Definition gehört er ausgezeichnet. Lasse ich die Umgangsformen mal außen vor - über Geschmack lässt sich trefflich streiten - dann fällt mir beim Nachdenken über diese Definition sofort die Bagage ein, die uns diese Misere eingebrockt hat...

Gar nicht so übel, der Herr Bezirksbürgermeister, man muss ihn nur richtig verstehen. ;-)

Anonym 21. April 2010 um 11:00  

Ist schon ätzend wenn sie satt und zufrieden sind, was manche Menschen von sich geben. Aber einen Satz aus dem Link kann man ihm, bei aller Kritik, zu Gute halten:
Was fordern Sie statt Betreuungsgeld?
Kita-Pflicht ab dem 1. Lebensjahr in sozialen Brennpunkten und flächendeckende Ganztagsschulen. Es ist doch irre, wenn die Politik einerseits einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz einführt und dann andererseits Geld zahlt, wenn man den Platz nicht in Anspruch nimmt! ...
Dem pflichte ich auf jeden Fall bei. So würden auch Mißhandlungen eher entdeckt werden. Wobei ich das nicht nur an sozialen Brennpunkten sehen würde. Denn Mißhandlungen kommen auch bei "gut situierten" vor.

Roberto J. De Lapuente 21. April 2010 um 11:08  

"Dem pflichte ich auf jeden Fall bei."

Mit anderen Worten: Noch ein Eingriff in die Privatsphäre? Noch eine Vorschrift? Nochmals ein Stückchen Entmüdigung der Eltern? Und dies alles zur Prävention, damit Mißhandlungen aufgedeckt werden? Ähnlich könnte von der Leyen argumentieren. Weil wir wissen ja: die Unterschicht mißhandelt ständig und immer ihre Kinder.

Diesen Typen ist in nichts beizupflichten. Täte man es, wäscht man den netten Herrn auch noch moralisch rein.

Anonym 21. April 2010 um 11:43  

Dass sich das herrschende Pack gegenseitig oder ihre besonders hervoragenden Büttel auszeichnet, gab es schon immer.
Und nun eben dieser Heinz Buschkowsi.
Wer kennt diesen Kerl auch nicht aus diesen berüchtigten Laber-Runden mit seinen selbstgefälligen Stammtisch mäßigen Auftritten?
Schade, dass man ihn zu seinen "Statements" nicht auch ganz "Photogen" eine BERLINER WEIßE zum Herumschwenken in die Hand drückt.
Dass dieser Kerl rein zufällig ein "SPD" Mitgliedsbuch in der Tasche trägt ist völlig belangslos, da alle Mitgliedsbücher der "demokratischen Parteien" im Grund gleich, beliebig austauschbar sind wie die Viagen ihrer Träger.
Und dennoch regt sich in mir der Verdacht auf eine kleine Ungerechtigkeit bei derartigen Auszeichnungen für alle diese "verdienten Demokraten", "mutigen Politiker" aus der ehrenwerten Runde der "Gemeinsamkeit aller Demokraten".
Warum zum Teufle bekommt nicht auch mal ein Politiker wie z.B. der "mutige" Udo Voigt von der NPD so eine Auszeichnung?
Sagt er denn nicht seit Jahr und Tag SINNGEMÄSS das gleiche wie jene sonstigen "mutigen" Politiker" von CDU/CSU/SPD/FDP/Grünlichen GEGEN "Unterschichten", "integrationsunwillige Migranten" und sonstige "Unanständigen"?
Wie mag da nur der arme Udo ob dieser Ungerechtigkeiten schmollen?
Wäre dieser Buschkowsi ein ehrenwerter "mutiger" Mann, er sollte den armen schmollenden NPD-Mann Udo Voigt einfach mal aufsuchen und dicke knuddeln - und öffentlich für eine Auszeichnung vorschlagen!
Bekäme der Udo sie dann von diesem Bundeshorst persönlich auf die Brust geheftet, wäre dies nicht ein untrügliches Zeichen für die ungeheure "Reife" und nicht zu bändigende "integrationskraft" unserer ..... "Demokratie"?

"Mutig anstoßende" Grüße von Bakunin

klaus baum 21. April 2010 um 11:46  

lieber roberto, das attribut "ausgezeichnet" für solch einen mann macht nur eines deutlich: den verlust verbindlicher ethischer werte.

man kann es aber auch so sehen: man hat seine werte, so wie die hölle sie hat, denn in der hölle ist der teufel eine positive gestalt. ich habe diesen satz von jerzy lec immer mal wieder zitiert, weil er immer öfter zur realität passt.

Anonym 21. April 2010 um 12:16  

In Neukölln fehlen 80000 Arbeitsplätze.
Es ist die Pflicht von Herrn Buschkowsky sich darum zu kümmern.
Das erinnert mich an Herrn Poss Bundestagsabgeordneten aus Gelsenkirchen, der mir einmal antwortete wie sehr er sich für höhere Lohnsteigerungen (2005) eingesetzt habe.
Der hat nicht den Schimmer einer Ahnung ,was er getan hat als er der Agenda 2010 im Bundestag zugestimmt hat.
Nachdenken und Gefühle an sich herankommen lassen, dass muss sofort durch Verleugnung abgewehrt werden.

Lutz Hausstein 21. April 2010 um 12:26  

Jede Epoche zeichnet nunmal ihre Protagonisten aus. Das war schon immer so. In wie vielen Städten gab es vor 70 Jahren eine Adolf-Hitler-Straße?

Bezeichnend dennoch, dass die "S"PD-Führung so offen ihre wahre Gesinnung offenbart.

Jutta Rydzewski 21. April 2010 um 13:30  

Dieser so genannten SPD ist wirklich nicht mehr zu helfen. Bei allem Geplärre über einen so genannten Neubeginn, war aber auch nichts anderes zu erwarten, denn mit Ausnahme des wer-nicht-arbeitet-soll-auch nicht-essen-Münte, ist die ganze 2010-Bagage, inclusive des selbst Ernannten, sogar für Politikerverhältnisse schon extrem farblosen und blutarmen Steinmeier, noch in Amt und Würden. Es ist schier unglaublich was diese Partei für Typen mit sich herumschleppt. Waschechte Kultur- und Sozialrassisten, Opportunisten, Lobbyisten usw. usw.. Der nun Ausgezeichnete, dessen Haupttalent darin besteht, die ausgrenzende Vokabel Unterschicht nach allen Richtungen zu variieren. Unterschichten-Eltern, Unterschichten-Kinder, Unterschichtenmilieu usw., ist der aktuelle Katastrophenhöhepunkt. Und so ein sozial schwacher Tünnes erhält den Gustav-Heinemann-Bürgerpreis. Es ist einfach nicht zu fassen. Einzige Zielsetzung dieser Fataldemokraten, die sich schon lange dafür schämen müssten, sich immer noch Sozialdemokraten zu nennen, ist Juniorpartner bei den Schwarzen werden zu dürfen, ob im Bund oder im Land.

Der ganze Verein sollte vollständig untergehen, erst dann gebe es eine Chance für einen wirklichen Neuanfang. Mir tun die echten Sozialdemokraten an der Basis leid, die es immer noch gibt, trotz dieser Mistführung. Übrigens, hervorragender Text, mal wieder, Herr De Lapuente.

mfg
Jutta Rydzewski

Anonym 21. April 2010 um 14:14  

Anonym hat gesagt...

"In Neukölln fehlen 80000 Arbeitsplätze.
Es ist die Pflicht von Herrn Buschkowsky sich darum zu kümmern."

Wie bitte? Habe ich mich da verlesen?

Aus dem OKW der BA in Nürnberg vernehmen wir Monat für Monat von diesem kleinen Goebbels-Imitator Herrn W. pausenlos, was für einen "robusten" Arbeitsmarkt wir TROTZ der Krise haben.
Alle Politiker und fast alle Massenmedien stimmen diesen monatlichen "OKW-Berichten" begeistert und vor allem überzeugt(!)zu.
Wer braucht da noch 80 000 Arbeitsplätze in Neu-Köln?
Neu-Köln braucht sicher noch viel mehr "mutige" Buschkowskis, also echte "Demokraten", die die "faulen Unterschichtler" endlich auf den "robusten" Arbeitsmarkt jagen, insbesondere in Neu-Köln und Umgebung!
Herr Buschkowski hat seine Auszeichnung völlig verdient erhalten, Jawohl!

HEIL HEINZ!!!!!!!!

Ganz und gar "robuste" Grüße,

Bakunin

Anonym 21. April 2010 um 15:28  

"Dass sich das herrschende Pack gegenseitig oder ihre besonders hervoragenden Büttel auszeichnet, gab es schon immer.
Und nun eben dieser Heinz Buschkowsi."

Buschkowsky ist ein typischer Karrierist und Bürokrat. Ein Bonze eben. Er begann 1973 mit der Laufbahn des gehobenen Dienstes. Da war es eben opportun für die Karriere, in die SPD einzutreten. Entsprechend hat er sich dort extrem opportunistischen Kreisen angeschlossen, dort vermutlich gekatzbuckelt um nach oben zu kommen.

Und jetzt lobt man halt den Verdienten Streiter mit den markigen Worten - wohl als Gegengewicht zur Schmach, die Sarrazin erfahren mußte.

Es soll ja in der Öffentlichkeit ankommen, dass der Rassismus rechtsopportunistischer Kreise der SPD das Credo ist, zu dem sich die Gesellschaft zu bekennen hat.

Das Grundgesetz, sein Diskriminierungsverbot und die Würde des Menschen wurde den herrschenden Kreisen ohnehin nur von den Siegern des II Weltkriegs aufgenötigt.

Gruß
Bernd

Anton Chigurh 22. April 2010 um 11:38  

Sozialperverse wie Buschkowsky gibt es in jeder Partei und da macht die "S"PD schon gar keine Ausnahme. Dieser Herr B. tut nur das, was ähnlich gelenkte Maulhelden in CDU/CSU und FDP auch vor Wahlen anstellen: sich ethisch und moralisch um Kopf und Kragen bringen. Es müssen "klare" Worte her, schließlich ist ja bald Wahl - da will man den anderen in Nichts nachstehen. Die vielfach zitierten Sarrazins und Clements haben ihr Pulver ja bereits abgeschossen, nun ist eben dieser Wurzelzwerg aus Berlin an der Reihe.
Bemerkenswert ist aber doch wieder einmal ein anderes Phänomen: je näher man dem Wahltermin kommt, desto rarer machen sich die Mega-Unsympathen der Regierungskoalition. Das war schon vor der letzten Bundestagswahl zu spüren, als Gruselgestalten wie Schäuble, Koch oder Oettinger wochenlang in ihren Särgen blieben und sie kaum vor irgendwelchen Kameras zu sehen waren. Aus den Augen - aus dem Sinn war wohl das Motto. Und jetzt ?
Seit Wochen sieht man kaum etwas von dem Politwürstchen Westerwelle - auf dass sich die Wogen glätten mögen und er die Umfragewerte mit neuem Geschwurbel nicht noch weiter herunterzieht.
Die Geisterbahn ist vorübergehend geschlossen. Aber keine Sorge: am Neunten kommen sie wieder wie Kalle aus der Kiste und feiern sich, ob sie verlieren oder nicht.
Verlieren wird aber auf jeden Fall einer: das ist nämlich der Bürger....

Sgt. Harper 22. April 2010 um 12:04  

Wie sagte Sean Bean alias Captain Sharpe so treffend: A good flogging will do !
Und das am besten öffentlich - fifty lashes für Buschkowsky !

Anonym 14. Mai 2010 um 23:42  

wer hat uns verraten?
ja, die sogenannten sozialfaschisten - fast noch schlimmer als die richtigen, denn die kämpfen wenigstens mit offenem visier.

es ist eigenartig, wie leute freiwillig ihre fähigkeit diferenzierter zu denken an eine kohärente weltanschauung abtreten.

als "insektenforscher" wende ich mich mit grausen von diesem blog ab - ok, zu studienzwecken werde ich ab und zu nochmal vorbeischauen.

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