Die protestantische Ethik im Geist des Kapitalismus

Dienstag, 6. April 2010

Man sorge sich nicht zu doll, gräme sich nicht zu sehr. Sicher, diese Wirtschaftsordnung, die auf Akkumulation und Expansion und noch mehr Akkumulation und noch mehr Expansion erbaut ist, sie füttert immer wieder Krisen heran, entwickelt durch ihre grenzenlose Besitzgier eine Sogwirkung, die demokratische und soziale Strukturen in sich aufnimmt, in sich hineinzieht. Das ist fraglos zutreffend, doch kein Grund zur Sorge. Es bahnt sich Abhilfe an.

Abhilfe, ganz ohne Regulierung, ohne Reform des gierigen Kolosses. Die Strukturen sind sakrosankt, bedürfen keines Überdenkens. Weil der freie Markt blendend funktioniert, er die Bedürfnisse der Menschen effizient befriedigt, liegt die Lösung der Krisenanfälligkeit im freien Markt selbst verborgen. Angebot und Nachfrage übernehmen die Krisenbewältigung, sollen spätere Krisen gar vereiteln. Denn, so erklärt Wolfgang Huber, ehemaliger EKD-Ratsvorsitzender, "die Nachfrage nach Moral ist da", nämlich nach Wirtschaftsethik. Hubers Konzept, das er gegen Honorar anbietet, ist denkbar puritanisch, calvinistisch-puritanisch geradezu - Calvin zitiert er ohnedies gerne, zuletzt in seinem neuen Buch. Sein Konzept lautet: man kläre die Wirtschaftseliten, die Manager aller Branchen über Ethik auf, zeige ihnen ihre moralische Verantwortung und ernte dann einen lebensfrohen, gezügelten, menschelnden Kapitalismus.

Beseelt vom Geist der Besitzstandswahrung entwirft Huber ein theologisches Gegenkonzept. Für ihn tragen nicht Strukturen die Schuld an der Hemmungslosigkeit, schuldig ist das fehlende Benehmen des Menschen selbst. Die Strukturen sind von Menschenhand und Menschenhirn entworfen, weswegen - sofern schon ein Schuldiger gesucht wird - es der Mensch selbst ist, den man schuldig sprechen muß. Wenn er dies einsähe, sein Verhalten daraufhin änderte, könnte auch ohne Reform, ohne Neuregelung oder Abänderung der installierte Apparat weiterbetrieben werden, ohne die wuchernden Auswüchse des Systems erdulden zu müssen. Akkumulation wäre deshalb dennoch Alltag, Expansion auch - aber der moralisch geläuterte Wirtschaftskapitän, er würde in sich gehen, bevor er ans Sammeln und Jagen ginge, er würde moralische Erklärungen und Einsicht aufzeigen, wenn er dasselbe Handeln an den Tag legte wie zuvor, als er moralisch noch nicht geschult war.

Huber, dieses Stück protestantische Ethik auf zwei Beinen, erkennt im wirtschaftlichen Erfolg den Segen Gottes. Er ist ein eilfertiger, rastloser Schüler des Jean Cauvin, eines modern anklingenden Calvinismus. Er versucht ein progressiver Jünger zu sein, weil er den kapitalistischen Ungeist zu zähmen anstrebt. Was durchschimmert ist die theologische Grundauffassung von der Sündhaftigkeit des Menschen: nicht die Umstände, die Bedingungen verleiten zur Gier, zum hemmungslosen Wachstum, zur selbstmörderischen Ausbeutung des Planeten, sondern im Individuum liege das Versagen begraben. Das ist an sich auch gar nicht falsch, tatsächlich wäre es zu schlicht, alles auf die Wirtschaftsordnung abzuwälzen. Nur die Schlüsse, die man daraus zieht, die könnten eben auch andere sein.

Wenn man sich darüber einig wird, dass das Versagen nicht in der Ordnung liegt, sondern im Menschen: warum nur den Menschen ändern? Warum nicht die Ordnung, dieses Menschenwerk, dieses vom menschlichen Makel behaftete Organ, so gestalten, dass der Mensch darin leichter ethisch bleiben kann? Warum eine Ordnung verteidigen, die immense Freiheiten garantiert, Freiheiten für Renditen und Renditenjäger nämlich, mit denen viele überhaupt nicht moralisch umgehen können? Weshalb ein System des maßlosen Sichaneignens erhalten, in dem die Protagonisten dauerhaft mit ihrem habsüchtigen Dämon ringen, die unethische Grundausrichtung des Systems ethisch bändigen müssen? Wäre es für eine allgemein verbindliche Wirtschaftsethik nicht sinnvoller, auch effektiver, wenn uferlose Freiheiten, schrankenlose Wachstums- und Profitfetischismen begrenzt, eingezäunt würden? Das gäbe der Allgemeinheit eine gerechtere Gesellschaft und dem verantwortungsbewussten Manager die Gewissheit, nicht fortwährend im ethischen Clinch zu liegen.

Der sündhafte Mensch muß sich nicht zwangsläufig in einer dämonischen Wirtschaftsordnung einrichten, denn der Mensch ist nicht nur sündhaft, er ist auch schöpferisch und kreativ, kann Veränderungen stemmen. Das scheint dem Leibtheologen des Kapitalismus allerdings entgangen, für ihn ist die Ordnung gottgewollt, was er sogar exegetisch zu beweisen verfolgt. Rührt nicht Gottes freien Markt an, frevelt nicht an der wunderbaren Schöpfung der Märkte!, ruft er nicht mal zwischen den Zeilen, ruft er ganz ungehemmt hervor. Dabei verdichtet sich die Erkenntnis, dass Huber überhaupt kein Interesse an einer gerechteren Gesellschaft hat, sich eher um eine Art theologischer Rechtfertigungslehre, ein Aufwärmen calvinistischer Prädestinations- und Erlösungslehre sorgt. Er adelt die Auserwählten damit, ihnen Gottes Segen für wirtschaftlichen Erfolg zu gewähren und gibt ihnen Erlösung, erlöst sie von jeder Verantwortung, wenn sie sich für Kündigungen und Sozialabbau nicht mehr unreflektiert, sondern im Geiste ethischer Begutachtung aussprechen. Das Credo ist unverfroren einfach: man kann entlassen, kürzen, stutzen, abbauen wie eh und je, aber bitte mit moralischem Bedacht, bevor man frisch, frei, fröhlich, fromm ans altbewährte Werk geht.

Des Hubers ethisches Engagement ist ein hanebüchener Witz, basierend auf den Irrtümern einer schnellebigen Zeit. Man kann im Schnellkurs lernen, wie man kocht, wie man Hausarbeit verrichtet, wie man Auto fährt - der Crashkurs als moderne Methode schnellen, effektiven Erlernens, um den Produktionsablauf nicht zu behindern. Seid gut!, rüffelt er kollegial von seiner Kanzel - als ob damit Ethik in ihrer Gänze erfasst wäre. Seid gut, denn es dient auch euch, dient eurem Geschäft!, lehrt er zweckdienlich - Ethik als Gegenleistung, als Geschäft, bei dem moralisches Handeln mit steigenden Absatzzahlen vergolten würde. Huber ist da weit weg von Kant oder manchem scholastischem Denker, für die ethisches Handeln nichts mit quid pro quo zu tun hatte, sondern einen Selbstwert darstellte.

Er leistet einen moralischen Offenbarungseid, macht sich als Mann der Moral, als Moralist lächerlich, wenn er seiner Geschäftsidee der "schnellen Ethik", auch nur im Ansatz Aussicht auf Erfolg bescheinigt - zumal in einer Wirtschaftsordnung, die für Ethik kaum einige Millimeter Freiraum erübrigen kann. Huber müßte wissen, dass ethische Sichtweisen einen langen, manchmal schwerfälligen Denkprozess benötigen, nicht einfach mal in einer flotten Lesung angeregt werden können. Weil dem so ist, weil Hubers Kursteilnehmer vermutlich seit Jahrzehnten ohne ethische Resonanz tätig und sich bereichernd sind, weil sie gemeinschaftliches Denken nie zum Anreiz für ihr Tun machten, können nicht die Protagonisten des Apparates auf die Schnelle verändert, wahrscheinlich nicht mal behutsam an ethisches Denken herangeführt werden - es muß der Apparat so verändert werden, dass das unethische Verhalten der einflussreichsten Protagonisten einigermaßen gedrosselt werden kann.

Doch, man darf keck annehmen, dass Huber keine Freude daran hätte. Denn, erstens entgingen ihm Honorare, weil seine moralingetränkten Kurse weniger benötigt würden und, zweitens, will er mit seinen Einwürfen über die fehlende Moral nichts zerstören, ganz im Gegenteil, er will erhalten. Denn er lehrt, dass der Mensch das Problem ist, nicht die Wirtschaftsordnung; er lehrt, dass der Kapitalismus eigentlich eine feine Sache wäre, wenn sich der Mensch nur zu benehmen wüßte - er ist der theologische Rechtfertigungslehrer des kapitalistischen Geistes.

21 Kommentare:

Anonym 6. April 2010 um 08:20  

Der Kapitalismus ist nicht die bessere Gesellschaftsform, sondern nach den Fall der Mauer nur übrig geblieben und wird möglicherweise auch irgendwann verschwinden.

klaus baum 6. April 2010 um 11:52  

bist du sicher, dass huber calvinist ist. als calvinist dürfte er kein geld für seine vorträge nehmen.

Peinhard 6. April 2010 um 11:52  

Das können die Katholiken natürlich auch - aus einer Amazon-Rezension 'Das Kapital' von Reinhard Marx:

"Die Schlussfolgerung des Werkes steht gleich auf dem Einband: "Ein Kapitalismus ohne Menschlichkeit, Solidarität und Gerechtigkeit hat keine Moral und auch keine Zukunft."
Dabei ist Erzbischof Marx überhaupt kein harter Kapitalismuskritiker. Ganz im Gegenteil bricht er mehr als einmal eine Lanze für die verantwortungsbewußten Unternehmer und die gerade derzeit so viel kritisierten Kapitalisten. In der Einleitung, einem offenen Brief an seinen Namensvetter Karl Marx stellt er auf die sich selbst gestellte Frage, ob der Kapitalismus an sich selbst zugrunde gehen werde, eindeutig fest: "Ich sage es Ihnen ganz offen: Ich hoffe das nicht!" Basierend auf der katholischen Soziallehre differenziert Erzbischof Marx zwischen einer verantwortungsvollen sozialen Marktwirtschaft und dem ungebremsten Kapitalismus." uswusf...

Gemeinsam ist allen diesen Ansätzen - zu denen ich ganz aktuell auch zB diesen und zahlreiche weitere, die zwischen der 'guten' 'Sozialen Marktwirtschaft' und dem 'bösen' 'Raubtierkapitalismus' unterscheiden zu können oder zu müssen meinen - dass sie sich nicht wirklich die Frage stellen, wieso da weniger eine 'Transformation' als vielmehr 'nur' eine 'Verschärfung' eingetreten ist. Die 'Gier' als angebliche menschliche Konstante kann es ja nicht sein - eben weil sie als Konstante auftritt. Die inneren Zwänge des Kapitalismus bleiben auch bei jemandem, der sich so offensichtlich und explizit an den alten Marx anlehnt, vollkommen unreflektiert.

Anonym 6. April 2010 um 11:53  

Die konkrete Religion ist zu dem gegebenen Zwecke austauschbar, auf Herrn Hubers neuem Geschäftsfeld wimmelt es von Konkurrenz. Vor 10 Jahren war ich mal aufgrund eines Buchungs-Irrtums ins teure Engadin in den Schweizer Zauberbergen eingeladen und dachte mir angesichts der im Hotel ausgelegten Prospekte mitsamt meditativem Kunsthandwerk zum Thema Buddhismus für Führungskräfte so ziemlich genau das, was hier geschrieben steht. Mensch google zur Illustration einfach nach [Buddhismus Davos].

Um sich gegen die menschenverachtende* Konkurrenz aus dem Lager des nicht selten ins Protofaschistische kippenden Euro-Eliten-Buddhismus durchzusetzen, wird Huber sein Christentum noch gewaltig hinbiegen müssen…

* Populäre Axiome: Am reich werden und sein ist a priori moralisch nichts Negatives, da die Armen ihr Unbill mit ihrem Vorleben selbst verschuldet haben – moralische Bedenken angesichts eigener Schuld sind Ausdruck eines falschen Bewusstseins und sollen meditativ kuriert werden.
Hungerkatastrophen in der 3. Welt mit Millionen von Toten sind Ausdruck der Selbstreinigungskraft der Erde – und nichts sonst.
et cetera

lebowski 6. April 2010 um 14:19  

Er war jung und brauchte das Geld.


"Den ersten Kontakt zur Welt des Finanzkapitalismus hatte Kirchenmann Wolfgang Huber als Aktionär von Volkswagen. Seinen ersten Lohn, verdient als Schichtarbeiter in einer Nylon-Fabrik, hat er einst in VW-Aktien angelegt. Die Papiere hat er bald wieder abgestoßen. "Ich brauchte das Geld", sagt Huber, drei Kinder wollten damals von dem jungen Familienvater versorgt werden."


Ich will wissen, alter Mann, was ist mit den Leuten los
Wenn sie schon nicht hübscher werden, warum kriechen sie denn bloß?“
„Schwer zu sagen“, sprach der Mann, „manch einer kriecht ja auch nicht gern
Und er meint, er muss es tun, um die Familie zu ernähr'n
Dem Andern macht es Spass, er schafft sich Frau und Kinder an
Als Vorwand, nur damit er besser arschkriechen kann!“

Hannes Wader, Ballade vom Arschkriecher

Jutta Rydzewski 6. April 2010 um 15:44  

Bei diesem "Gottesmann" wundert mich schon lange nichts mehr. Er ging und geht jetzt erst recht ganz konsequent seinen neoliberalen Weg, zumal es nun auch für ihn persönlich heißt: Lieber Gott des "freien" Marktes, lass Zaster, Zaster, Zaster regnen. Anstand war bei diesem Dampflauderer noch nie vorhanden. Huber war auch immer schon ein typisches Zeitgeistfrüchtchen, und mit seinem Geplärre ständig voll im Trend. Es ist schon einige Jahre her, der Antiislamismus, überhaupt der Kulturrassismus hangelte sich von einem erbärmlichen Höhepunkt zum anderen, als ich auf den Herrn Bischof in der FR reagiert habe. Derzeitig wurden hin und wieder Dispute sogar gedruckt, was mittlerweile undenkbar wäre. Herr Bischof sabberte u.a. über die Abschiebungspraxis, und hielt diese Form der Menschenverachtung für geBOTEN. Ich fragte ihn dann, ob er diesen Terminus, Abschiebepraxis, als Mann der Kirche überhaupt für angemessen halten würde. Fast schon entrüstet entgegnete er mir, dass dies nun mal eben die offizielle Bezeichnung wäre, und im Übrigen wäre diese Abschiebepraxis schließlich auch notwendig. Meine erneute Replik auf seinen rassistischen Scheiß wurde allerdings dann nicht mehr veröffentlicht.;-) Seither wird mir übel, wenn ich diesen scheinheiligen Schwätzer vor dem Herrn auch nur sehe. Es sollte mich nicht wundern, wenn Huber sein Maul auch noch vermieten wird bzw. es schon vermietet hat.

Was in diesem Lande los ist, wie es täglich kränker und kränker gemacht wird, von dem Gesindel was sich selbst als Elite bezeichnet, ist hier nachzulesen: http://www.tagesspiegel.de/politik/Hartz-IV-Thilo-Sarrazin;art771,3076083
Überschrift: "Deutschlands Eliten haben sich radikalisiert."

Übrigens, es braucht gar keinen Sarrazin mehr, auch die anderen (Blöd)Sinns, Barings, Sloterdijks usw., das ganze zeitgeistliche Nachplappererpack erfährt täglich neue Kameraden. Der aktuelle heißt eben Huber. Es wird weiter gehen, schlimmer werden, nach dem Motto: Der gute Arme, der anständige Hartz IV-er einerseits, und die Parasiten, Abzocker, Missbraucher anderseits. Die beiden Gruppen werden solange aufeinander gehetzt, bis sie sich selbst fertig gemacht haben. Der "Kampf" ist ja schon im vollen Gange. Gut gegen Böse hat immer schon gezogen, ganz egal in welchem Zusammenhang, ob international oder national. Jahrelang ist bei den Moslems geübt worden, wie verteufelt dreckig ausgegrenzt, diffamiert, diskriminiert und Schlimmeres wird. Nun geht es an die Deutschen ran, die es gar nicht verdient haben überhaupt deutsch sein zu dürfen. Ach, ja, das hatten wir doch alles schon mal, wie ich meine gehört zu haben.

mfg
Jutta Rydzewski

Anonym 6. April 2010 um 16:22  

Die Schrift von Max Weber "Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus." ist bezüglich dieser Thematik, eine der besten Analysen, welche ich gelesen habe.Der Kapitalismus als eine Transformation des Sünders zum Schuldner. Erlösung und Versicherung der eigenen Gotterwähltheit( oder Karma-in Bezug zu Esoterik oder östlichen Religionen) durch Reichtum und Besitz.

Anonym 6. April 2010 um 16:45  

Was in diesem Lande los ist, wie es täglich kränker und kränker gemacht wird, von dem Gesindel was sich selbst als Elite bezeichnet, ist hier nachzulesen: http://www.tagesspiegel.de/politik/Hartz-IV-Thilo-Sarrazin;art771,3076083
Überschrift: "Deutschlands Eliten haben sich radikalisiert.(Jutta Ryz.)

Besten Dank für diesen höchst interessanten Link!
(Was diesen Huber betrifft, absolut d,accord!)
Was wir dort lesen können müsste eigentlich Massen von Menschen zu machtvollen politischen Handeln bis hin zu politischen Streiks etc... animieren.
Tut es aber nicht! Warum? Weil die breite Masse gerade der Leute, die es wirklich angeht und betrifft, die so oder so die Zechen der Reichen und Super-Reichen zu begleichen haben, auf zigfache Weise auch nur von der Kenntnisnahme derartiger Enthüllungen der Realitäten dieses Landes abgelenkt werden.
Totale Medienmanipulation plus immer härterer "Kampf ums Dasein" rauben den meisten Menschen jegliche Energie und Zeit, aus ihrem Dauer-Koma zu erwachen.
Und so ist es geradezu folgerichtig, dass sich unsere "Eliten" gerade auch auf Grund dieser absoluten gesellschaftlichen FRIEDHOFSRUHE in Deutschand immer mehr radikalisieren können, die Peitschen über dem "MOB" mit Hilfe gekaufter medialer und politischer "Domteure" immer lauter und machtvoller knallen lassen können.
W E R hindert sie daran?
Etwa unsere P.d.Linke u.a., welche sich noch immer gar nicht genug über den "Mauerfall" freuen und ansonsten pausenlos um "Koalitionen" mit den asozialen Parteien von "SPD" und Nato-OLIV- "Grünen" winseln?(In Wahrheit natürlich nach lukrativen Staatsposten plus lebenslanger komfortabler Versorgung schielen.)
Oder unsere Gewerkschaften, speziell die IG Metall, die ihren Kumpels von der Arbeitgeberseite bereizts insgeheim die Zustimmung gegeben hat, "nach der Krise" noch mehr LEIHARBEIT und sonstige prekär Beschäftigte in der Industrie ABZUNICKEN? "Standortsicherung".....
Bei BMW in Leipzig wurden bereits 500 neue Leiharbeiter angeheuert...., natürlich zu Leiharbeiter-Löhnen!(siehe gestrige Google-News)
Alles wie tot in diesem Land!
Käme der alte ADOLF nochmals aus dem Grab gekrochen, ich glaube, selbst er würde sich nur noch verwundert die Augen reiben über die "demokratische Reife" seines geliebten Deutschen(Hunde)Volkes.
Mit so einem Volk, so einer Einwohnerschaft lässt es sich wahrlich trefflich "Demokratie" SPIELEN, während sich "OBEN" die Milliarden" immer penetranter sammeln.....
Den Wählern in NRW möchte ich schon heute zurufen: Ihr Narren, bleibt zu Hause oder geht zum Frühschoppen, meidet diese "Wahl"Lokale, ihr habt in DIESEM Staat überhaupt nichts zu wählen!

mfg
Bakunin

Anonym 6. April 2010 um 17:00  

Nachtrag!
Aus dem Siebenjährigen Krieg ist überliefert, das der "Große Fritz"(FriedrichII) vor Beginn einer Schlacht seinen angetretenen Truppen zugerufen haben soll: HUNDE WOLLT IHR EWIG LEBEN?
H E U T E sind unsere sich "radikalisierenden Eliten" ganz begierig darauf, alte Monumente und Baulichkeiten, welche einst den preussischen Obrigkeits- und Militärstaat repräsentieren und verherrlichen sollten, aufwendig zu restaurieren oder wiederzuerrichten, wir z.B. das Berliner Stadtschloß!
DAGEGEN "dürfen" Hartz 4 Empfänger oder sonstige ARME auch "gern" kalt duchen, sich bei großer Kälte mehrere Pullover oder Jacken in der Wohnung(!) überziehen.....,"ELITEN"-Angehöriger Sarazzin plus zahllosen "Eliten"- Claqueuren...
Möge sich hierzu mal jeder selbst seine Gedanken machen, insbesondere alle diejenigen, welche sich möglicherweise an meinem "HUNDE-VOLK" stören sollten.

Bakunin

landbewohner 6. April 2010 um 18:43  

bakunin

ja solange noch 60% das idiotische "wahlgespiele" mitmachen ändert sich nix - DIE denken noch nicht mal über massnahmen nach um das blöde wählervolk im zaum zu halten.

Yusuf Zenj 6. April 2010 um 21:00  

Ethische Banker, moralische Waffenhändler, menschenfreundliche Ausbeuter mit solchen Leuten kann man so richtig Staat und machen.

Ich kann nur meinen Vorschlag wiederholen:
Liebe Damen und Herren!
Bitte treten Sie aus der Kirche aus.
Bitte glauben sie nicht an Gott.

Sie werden sich bald besser fühlen.

Anonym 7. April 2010 um 05:43  

@Bakunin,

gar so pessimistisch bin ich nicht mit der Bevölkerung hierzulande.

Der 'wilde' Streik bei Daimler in Sindelfingen ein recht lehrreiches Beispiel eines spotanen Ausstandes. Und die Wahl von Betriebsräten abseits der traditionellen Gewerkschaften wird populärer. Die Beschäftigten erkennen die verräterisch-souialchauvinistische Linie des DGB.

Ebenso protestieren die Leute auch bereits gegen den kommunalen Kahlschlag (zB in Dortmund, Eisenach und Albstadt).

Ich finde nicht, daß die Bevölkerung hier lethargisch ist; ich glaube ehr den Eliten geht ganz schön die Düse.

Gruß
Bernd

Anonym 7. April 2010 um 06:10  

@Landbewohner

die Mitgliederbasis der vermeintlichen Volksparteien wurde in den letzten Jahren immer schmaler:
http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:CDU_Mitgliederentwicklung.svg
http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:SPD_Mitgliederentwicklung.svg
Die Wahlbeteiligung ist auf einem historischen Tiefpunkt:
http://www.welt.de/politik/bundestagswahl/article4648093/Wahlbeteiligung-erreicht-historischen-Tiefstand.html
Das zeigt, dass immer mehr Menschen sich vom Parlamentarismus loslösen, weil sie erkennen, dass niemand sie wirklich vertritt; und viele wählen nur noch, um ein größeres Übel zu verhindern.

Der Glaube in das reprästentative Stellvertretersystem ist also bereits massiv erschüttert.

Gruß
Bernd

Anonym 7. April 2010 um 11:00  

Anonym Anonym hat gesagt...

@Bakunin,

gar so pessimistisch bin ich nicht mit der Bevölkerung hierzulande.

Hallo Bernd,dein Wort in Gottes Ohr, aber hier ein interessanter Link, der uns allen etwas erhellen könnte:

http://www.ftd.de/politik/europa/:kolumne-muenchau-die-null-im-kopf/50097355.html

Gruß, Bakunin

Anonym 7. April 2010 um 13:41  

@Bakunin,

du hast vollkommen recht. Die Menschen fühlen sich vom Arbeitsverlust und sind daher bereit, auf Lohn zu verzichten. Das kommt vom grenzenlosen Opportunismus der Gewerkschaften.

Geht es aber -wie zB in Sindelfingen- um Entlassungen, dann ist die kampfbereitschaft der Arbeitnehmer vorhanden. Das ist die momentane Lage. Im Moment geht es wohl darum, dass sich die nicht-gewerkschaftlichen Betriebsräte besser vernetzen, um standortübergreifend agieren zu können.

Gruß
Bernd

Michel 7. April 2010 um 14:06  

Vor ein paar Tagen kam "A beautiful mind" im Öffentlich-Rechtlichen.
Und in dieser Biografie John Nashs bewies eben dieser wissenschaftlich-mathematisch und nobelpreiswürdig, dass nicht die (Eigen-)Nutzenmaximierung des Einzelnen gut für die Gemeinschaft ist, sondern immer die Einzelnutzenmaximierung in Verbindung mit der Berücksichtigung der Interessen anderer zum für die Gesellschaft größtmöglichen Nutzen führt.
Erstmal wird der Nutzen für den Einzelnen augenscheinlich kleiner, das ist aber ein Trugschluss, der daher rührt, die weiterreichenden Folgen der Eigennutenmaximierung nicht bedacht zu haben. Der Eigennutzenmaximierende ist Teil der Gesellschaft und wenn er dieser schadet, um seinen individuellen Eigennutzen kurzfristig zu erhöhen, dann schadet er sich, als Teil der Gesellschaft, genauso selber.

Entscheidend ist, wie weit man den Radius zur Folgenabschätzung seines Tuns zieht.

Leider ist dieser Gedankengang den oberen Zehntausend nicht zu vermitteln, denn denen wird von Kleinauf beigebracht, sich rücksichtslos gegen Schwächere durchzusetzen, Netzwerke zu bilden, auszubeuten, zu betrügen und zu bestechen usw.

Huber ist hier mehr als naiv.
Ich persönlich halte es nicht für wahrscheinlich, dass er diese Einstellung der oberen Hunderttausend nicht kennt. Sondern er macht hier aktiv Werbung für seinen Glauben, verhindert dadurch aber die Umsetzung effektiverer Maßnahmen, um so etwas wie weitreichende Verantwortung in die Köpfe der oberen Hunderttausend hineinzubekommen. Eine Maßnahme dazu wäre, eine Schule für alle einzuführen, und der Gründung von Privatschulen, wo sich die Kinder der Geldsäcke ansammeln, mehr Hürden in den Weg zu legen.

Die Kinder der schwedischen Königsfamilie haben reguläre, staatliche Schulen und teils auch Universitäten, besucht!

Anonym 7. April 2010 um 17:24  

Die Antike und die Kirche
Das feudale Mittelalter und die Kirche
Der Absolutismus und die Kirche
Der Nationalsozialismus und die Kirche
Der Kapitalismus und die Kirche.
Verschiedene Herrschaftsmuster kommen und gehen; sie werden sogar vollständig abgewickelt - bis auf die Kirche, die sich in jedem rechten bis linken Denkgebäude geschickt einrichtet (durchmogelt). Durch die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse müsste die Kirche schon längst abgewickelt sein. Ist sie aber nicht, da sie beständig ihren Glaubensinhalt und ihre wirtschaftspolitische Haltung anpasst. Der Kirchenmann Huber hätte vor 80 Jahren anders geschrieben als heute, genau so vor 200, 800 und 1.600 Jahren. Seine heutige Meinung ist -wie soll es auch anders sein- eine dem herrschenden System angepasste. Deshalb bin ich über seine Ethikausführungen, die man der Kirche während und nach der Aufklärung hineinprügeln musste, keineswegs überrascht. Ethik und Kirche sind bei genauester Betrachtung sowieso Antipole. Wie gut, dass sich die Menschen nur etwas situations- und nicht geschichtsbezogen merken können, ansonsten wäre der ganze Priviligienschwindel schon längst entsorgt worden und der Ethik-Huber hätte einen anständigen Beruf lernen können.

Tim 8. April 2010 um 01:28  

Da hat der Huber seinen Max Weber aber nicht besonders gründlich gelesen.
Zur Frage nach 'Transformation' oder 'Verschärfung' kann ich nur sagen: Die historisch-dialektische Entwicklung bleibt halt nicht stehen; und zurückdrehen kann man sie schon gar nicht. Wäre schön, wenn auch Herr Huber das begreifen würde.

Anonym 8. April 2010 um 15:38  

Das ist genau DIE Kirche, die keiner braucht, und deshalb sage ich mir jeden Tag neu: Es war die beste Entscheidung meines Lebens, vor 15 Jahren auszutreten und diesen Haufen mit keinem Penny mehr zu unterstützen. Kämpferische, sozial engagierte Kirche, die ich achte und unterstütze, findet man hier
-> http://www.ci-romero.de/ueberuns_romero-todestag2010/

Anonym 11. April 2010 um 11:30  

Gschaftlhuber?
http://www.ostarrichi.org/woerterbuch.html?search=gschaftlhuaba&insert=no

philgeland 15. April 2010 um 19:52  

Im wirtschaftlichen Erfolg den Segen Gottes erkennen zu wollen, ist auch hier in Brasilien gängige Praxis vieler sogenannter neo-apostolischer Kirchen.

An den Werbefilmchen dieser "Vereine" hätte ein Herr Huber wohl seine helle Freude.

Kultur-Kolonialismus pur. Der grosse Bruder im Norden lässt grüssen.

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