Die wiederbelebte Tante

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Es geht voran in und um Deutschlands berühmtester Leiche. Mit dem Tod will man sich einfach nicht abfinden und dass man Überlebenskampf bis hinter die Grenzen des Lebens verlagern kann, beweist dieser Tage die Sozialdemokratie. Sie kratzt, beißt und schlägt, obgleich sie bereits am Sonntag zu Grabe getragen wurde, obwohl die ersten Leichenbestatter schon den Ort der letzten Ruhe verlassen haben. Ja, man muß diesem niedergestreckten Parteikörper wirklich Kampfgeist bescheinigen. Es scheint nurmehr eine Frage von Wochen, bis die Sozialdemokratie - auferstanden von den Toten - ihren Jüngern erscheint, sich verabschiedet, um heimzukehren in das Reich des Vaters, dem sie nicht zur Rechten, wohl aber zur Linken thronen wird.

Die Sozialdemokraten bereiten neue Wege, haben ihren großen Irrtum bekannt, der sie letztlich in die Gruft brachte. Sie haben alles und jeden verraten, haben gegen ihre Klientel und deren Bedürfnisse entschieden, sie dabei noch keck angelogen oder, wenn sich Widerstand formierte, despektierlich abgekanzelt und herumkommandiert. Es war wenig sozial und wenig demokratisch an jener Sozialdemokratie. Möglicherweise war dieses Verhalten Ausdruck von Alterssturheit. Ja, vielleicht hat die Greisin gar nicht begriffen, wie sehr sie ihre Angehörigen verletzte. Sie sah nur sich selbst, ihre Zipperlein, ihr langes und entbehrungsreiches Leben, ihre altersbedingten Nöte, vergaß darüber, dass sie nicht alleine auf der Welt war und verstarb vereinsamt zwischen einer Handvoll Mitleidiger, die ihr noch geblieben waren.

Doch Mitleid will sie nicht, sie will nicht leiden, sie will kämpfen. Kaum ist der Sargdeckel heruntergelassen, die Schrauben ringsherum angezogen, erblühen neuen Funken Lebens im entseelten Torso. Seele soll her! Ganz schnell bedarf es Atems und Seele. Seelenverkäufer war man lange genug, jetzt kauft man sich wieder Seele ein, schickt Händler ins Land, die Seele einsammeln sollen. Sarrazin ist einer dieser Krämer, der die Sache retten möchte. Er will der Verstorbenen neue Seelenkontur verleihen, plärrt daher in die Lande, dass wieder mal die falsche Leute Kinder kriegen, Geldleistungen für die Unterschicht gestrichen gehören, zuviele türkische Einrichtungen in Berlin existieren und Ausländer nur willkommen seien, wenn sie sich wirtschaftlich verwursten lassen. Wenn das nicht Seele hat, was er da einkauft! Und Matschie, der erfolglose Postenfischer aus Thüringen, er werkelt sich auch ab für seine tote Tante. Es mutet geradezu seelisch an, wenn er dreiste Forderungen den LINKEN diktiert, damit bloß kein rot-rot-grünes Bündnis zustandekommt. Das hat Seelenformat, damit haucht man dem körperlichen Restprodukt neuen Odem ein. Matschie weiß eben, wie man in Gräbern herummatscht, wie man Leichen wieder ausbuddelt.

Kurz nach dem Ableben sehen sich Hinterbliebene zuweilen dazu verpflichtet, beinahe täglich das Grab des Gegangenen aufzusuchen. Da stehen dann Steinmeier, Gabriel, Sarrazin und Matschie, freilich auch andere Nichten und Neffen der Tante, weinen gar bitterlich, sprechen sich aber Mut zu, weil sie das Projekt Wiederbelebung bereits mit markanten Worten und Taten gestartet haben, graben tollgeworden den Sarg wieder aus, lösen die Schrauben, heben den Deckel an und tatsächlich, sie atmet wieder. Doch schlecht sieht sie aus, das Gesicht unter Faltenbergen verborgen, schneeweiß, verdörrt, kraftlos, bis auf die Knochen abgemagert, stinkend, den Stuhlgang nicht mehr haltend, wimmernd und stöhnend. Kein schöner Anblick. Aber sie formt Worte, lobt Sarrazin, tätschelt Matschie mit verwesungsschwangeren Wortschwaden, empfiehlt so weiterzuverfahren. Es wird die erpichten Nichten und Neffen wundern, dass sich der erbärmliche Zustand der wiederbelebten Greisin auch später kaum verbessern wird, dass sie immer weiter verfällt. Vielleicht werden sie dann verstehen lernen, dass Wiederbelebungsversuche nicht mit Altersstarrsinn unter einen Hut zu bringen sind, dass der Starrsinn die Vorstufe geistigen Verfalls ist. Einstweilen die Tante derart stur ist, sollten man sie in den Sarg zurücklegen und den Deckel fest verschrauben, irgendwann wird sie schon zur Besinnung kommen. Die tollwütigen Neffen sollte man nicht mehr ans Grab lassen, denn sie bringen ihre hirnerweichte Tante vollends ins Grab.

21 Kommentare:

christophe 1. Oktober 2009 um 10:42  

Die Funktionäre (Leichenträger) dieser Partei haben nur eine Sorge: Im Orkus der Beeutungslosigkeit zu verschwinden, dieses auf den Rücken geklebte 'Ich-bin-wichtig-Schild' zu verlieren, vielleicht sogar keinen angenehm dotierten Posten im Leistungsträgermilieu abzubekommen. Deshalb nimmt auch Matschie für sich eine letzte lebensverlängernde Maßnahme in Anspruch, Heiko Maas hat sicher ähnliches im Sinn. Und deshalb ist es auch egal, wenn diese Partei irgendwann die 5-Prozenz-Hürde erreicht, denn bis dahin sind - so die Hoffnung - alle versorgt... oder dahingeschieden.

Anonym 1. Oktober 2009 um 10:44  

Lieber Roberto,
ich stieß gestern zufällig auf Deinen Blog und ich muss gestehen, dass ich mich fast verliebt habe. Wenn ich nicht wüsste, dass Tucholsky tot ist…. nun ja, genug der Lobhudelei !

Meines Erachtens ist kein Leben mehr in dem Aas. Die SPD – meine früher geliebte und mir nun verhasste Partei – hat sich in einen Untoten, einen Zombie verwandelt, der nicht leben und nicht sterben kann.
Die Strategie des Untoten ist meines Erachtens, die Wähler zu bestrafen, weil Sie die Schönheit des Kadavers nicht erkannt, sondern lieber der Konkurrenz den Regierungsauftrag erteilt hat. Die SPD hofft nun – ungebremst durch den Bundesrat (ich wette die Länder Saarland und Brandenburg eifern dem Beispiel Thüringens nach und schließen Koalitionen mit der CDU) – durch ein unverwässertes schwarz-gelbes Durchregieren – völlig ohne eigenes Zutun und ohne Abschwur des Agenda-Kurses – wieder ein sozialeres Profil zu erlangen. Dem Wähler möge dann nach vier Jahren Schwarz-Gelb der Verwesungsgestank der alten Tante – im Vergleich – wie ein zarter Frühlingshauch erscheinen.

Motto: Wir sind unsozial, aber nicht so unsozial wie die anderen.

Meine ganze Hoffnung ruht nun auf der Linkspartei……und der Tatsache, dass ein entrechteter und verarmter „Mittelstand“, der so blauäugig den Egoismus gewählt hat (in der irrigen Annahme zu den „Gewinnern“ zu gehören) auf die Barrikaden steigt.

Finster wird es werden in diesem Land – so oder so…..

Anonym 1. Oktober 2009 um 11:05  

Matschie begeht gerade mit der CDU in Thüringen den Suizid! Der SPD ist wirklich nicht mehr zu helfen, also ab in`s Grab mit ihr.

Berggeist1963 1. Oktober 2009 um 11:11  

Ich fürchte ebenfalls, dass die Partei deren Totengräbern egal ist. Hier wird der in den letzten Jahren so oft vielbeschworene "Individualismus" (besser: Egoismus) perfekt vorgelebt. Klammern an Posten und Funktionen; Sturheit; die Selbstlüge, selbst ja "alles richtig gemacht" zu haben (schuld ist sowieso nur der ungebildete Wähler, der eh nicht kapiert, dass es nur gut für ihn ist, wenn man ihm nimmt und den Vermögenden gibt); die Angst vor dem Verlust des "Rauschs der Macht" (soll in Politikerkreisen sogar gefürchteter sein als wie finanzielle Einbussen) sowie die Hoffnung, doch noch mal an die ganz dicken Fleischtöpfe zu gelangen, um sich und seiner Familie eine gesicherte und wohlhabende Zukunft zu sichern. Notfalls wird dies eben auch mal auf eine "Basta"-Mentalität oder Drohungen gestützt (mangels geeigneter Genossen in den unteren Rängen fällt das eben leichter). Und mal ehrlich: Wir leben in einer Parteien-/Wirtschaftsdiktatur. Wie soll man da erwarten, dass Parteien bzw. deren Funktionsträger echte Demokratie vorleben?

antiferengi 1. Oktober 2009 um 11:13  

Gott, ich bin echt froh das du nicht auf der anderen Seite stehst Roberto.
Wenn du mal hochdotierte Verträge als Redenschreiber von der SPD-Parteizentrale (gibt's die noch ?) bekommst. Nimm bitte nicht an.

Jetzt hab ich mir doch glatt ne Träne wegwischen müssen.

otti 1. Oktober 2009 um 13:48  

Nennt man den im Beitrag beschriebenen Zustand der SPD nicht den eines Untoten?
Welch ein Horror!
Einfach gruselig.

fletcher2 1. Oktober 2009 um 13:49  

Diese SPD - es ist nur noch zum Kotz..! Was Matschie in Thüringen abzieht, ist ein offener Betrug an den Wählern und an der Basis der Partei. Der Zentralrat der Thüringischen SPD hat also mit 18 gegen 6 für Koalitionsverhandlungen mit der CDU gestimmt.

Den LINKEN wirft man ihre DDR-Vergangenheit vor. Was muß man der SPD in Thüringen vorwerfen - ihre SED-Gegenwart?

Es ist wahr; diese Partei muß sich selbst zerstören. Und sie muß sich wieder neu erschaffen, von Grund auf - ohne die Diktatur der Gekauften. Andernfalls soll sie den LINKEn das Feld überlassen, denn diese sind die besseren Sozialdemokraten.

romano 1. Oktober 2009 um 15:54  

Steinmeier ist wirklich ein Talent. Der muss auf seine eigene Dummheit inzwischen schon stolz sein. Am Abend vor der Wahl wird er sich in seinem Kämmerchen wohl noch eingeredet haben, dass er im Falle der Niederlage, eine Strategie braucht, wie es weiter gehen soll. Und die er gleich anwenden kann. Der Fraktionsvorsitz. Im Falle der Niederlage polt er den Enthusiasmus der Vasallen, die froh sind, dass sie eine Arbeit haben, um. Nicht mehr die Wahl, die Kanzelerschaft, nein der Fraktionsvorsitz und die allfällige Oppositionsarbeit steht an. Die Vasallen, die nur nach binden Zielvorgaben und ihrer Erreichung lechzen, konnte er ja noch am Tag der Niederlage mitreißen, dass nun der Fraktionsvorsitz und die Führerschaft in der Opposition anstünden. Was für ein Enthusiasmus da ausbrach. Nichts war geschehen. Fraktionsvorsitz, das neue Ziel der Steinmeierfans.
Steinmeier denkt immer zwei Gedanken parallel. Man möchte meinen, das wäre gut für einen Politiker. Er hat gelernt zugleich auch noch zu beobachten. Aber man sieht ihm auch an, wie er das nur angelernt bekam, wie dadurch freilich auch nur Fragmente internalisiert wurden und nun halbfertig durch die politische Landschaft geistern

Robert Reich 1. Oktober 2009 um 18:03  

Als Thüringer fühle ich mich von Leuten wie Matschie "verarscht". Ich bitte um Verzeihung, für den direkten Ton. Matschie ist ja waschechter "DDR-Bürgerrechtler". Aber wie das Wort Bürger_ schon sagt, für Bürger und nicht für Menschen, Arbeiter etc. Leider betätigt sich Matschie nun schon fast als Leichenschänder in puncto tote SPD. Offensichtlich hat dieser nach Macht gierende Mensch nicht bemerkt, daß Schwarz-Rot seit Sonntag tot ist. Aber Leute die Nichts merken, sollten nicht als Berufspolitiker 'arbeiten', die könnten sich, wie Sarazin, bei einer Bank verdingen. Das passt gut für Vertreter einer Arbeiterpartei.

klaus baum 1. Oktober 2009 um 18:57  

ROBERTO, die LEICHE lebt!!!!!

Frank Benedikt 2. Oktober 2009 um 00:57  

Lieber Roberto,

die Leiche riecht doch schon ... Du betreibst da imho glatt Leichenfledderei :-D

Schlimm genug, daß Jens der teuren Verblichenen noch Aufmerksamkeit zollt, aber Du?

Nein! Die SPD ist langsam dort, wo sie m.E. schon aufgrund ihrer Geschichte längst hingehört: in der (Motten-)Kiste. Zuviel Blut klebt an den Händen dieser Partei, aber da wurde ja nie "aufgearbeitet". Wenn ich mal grob schätzen darf, dürften auf das Konto der SPD etwa drei- bis viermal soviele Opfer gehen, wie auf das der SED. Und da bin ich dann gerne auch mal ein "Erbsenzähler" ...

Venceremos!
Frank

philgeland 2. Oktober 2009 um 02:42  

"Die Sozialdemokraten bereiten neue Wege, haben ihren großen Irrtum bekannt, der sie letztlich in die Gruft brachte."
Richtig, und das wird wohl auch der Grund sein, weshalb die jetzt auf einen medialen Grobian setzen. Gabriel ante portas.

Charlie 2. Oktober 2009 um 04:13  

Ich kann mich nicht beherrschen ... Matschie setzt dem SPD-Kadaver noch ein schwarzes Krönchen auf und entleert seinen Darm auf die Thüringer Wähler ... und noch immer werden er und seine Vasallen nicht aus dem Land gejagt?

Aber davon abgesehen sollten wir uns unsere Wut, unseren Kampfgeist, unsere Solidarität sowie den Willen zu streiten aufsparen ... denn das, was kommt, wird ungleich mehr Gegenwehr erfordern als das, was ist. Die SPD müssen wir weiterhin als Trojanisches Pferd im Auge behalten, auch wenn sie derzeit munter weiter dem Suizid frönt. Viel wichtiger aber ist ein wacher Blick für all die Grausamkeiten, die schwarz-gelb uns (natürlich als alternativlos) präsentieren wird.

Die SPD müssen wir erst dann wieder beachten, wenn sie irgendwann tatsächlich wieder damit beginnen sollte, sich sozialdemokratisch zu geben. Dann ist höchste Vorsicht geboten ... denn ein neuer Schröder kann jederzeit wieder versuchen, mit linken Parolen Wahlen zu gewinnen, um danach eine neue asoziale Agenda-Politik zugunsten des Kapitals zu machen.

Ich gehe jede Wette ein, dass genau das bereits jetzt in irgendwelchen Hinterzimmern (oder eher hochherrschaftlichen Sälen) vorbereitet wird. "Man" weiß ja, dass CDU und FDP trotz aller Medienkampagnen in den folgenden vier Jahren in des Wählers Gunst viele Federn lassen werden - da wird "man" vorsorgen.

Doch angesichts des drohenden EU-Superstaates ist das wohl nur ein Nebenschauplatz, und die maßgeblichen Leute werden sich eher auf Brüssel konzentrieren - denn von dort aus können sie nach dem Inkrafttreten des "Vertrages von Lissabon" ihre Ziele viel effizienter umsetzen.

Und Effizienz ist doch eines ihrer Lieblingsworte.

Da mag die SPD als Leiche oder Zombie weiter vor sich hindämmern ... das ist gehupft wie gesprungen.

---

Ich wäre Dir übrigens sehr dankbar, Roberto, wenn Du zu dem drohenden EU-Supergau auch etwas schreiben würdest. Ich erlebe es immer wieder, in vielen Gesprächen, dass kaum jemand auch nur ahnt, was da auf uns zukommt. Sogar viele "Linke" wissen nicht, was der "Vertrag von Lissabon" wirklich bedeutet - das erlebe ich immer wieder. - Und wir sehen es doch, welche medialen Kampagnen jetzt aufgeboten werden, um die einzige lissabonkritische Partei im Deutschen Bundestag - die Linke - auf "Kurs" zu bringen.

Bin ich denn der einzige, der hier einen groß angelegten Schachzug erkennt, um jeder demokratischen Korrektur, derer es dringend bedürfte, einen Riegel vorzuschieben - während stattdessen der neoliberalen Ideologie quasi diktatorische Vorrechte eingeräumt werden?

fletcher2 2. Oktober 2009 um 10:29  

@Charlie, @all

http://www.no-means-no.eu/

Bitte diesen Link auf möglichst vielen Blogs einbinden.

Jutta Rydzewski 2. Oktober 2009 um 12:12  

Das passt zu Thilo Sarrazin, dem asozialen Sozialdemokraten. So ist er, dieser erbärmliche geistige Brandstifter und Serientäter. Erst meldet er sich, natürlich in dem regierungsamtlichen Sprachrohr BILD, zu Wort, um sein volksverhetzendes Erbrochenes aus zu kotzen und nun folgt, weil es eng werden könnte, die Entschuldigung. Natürlich ist dieser asoziale und menschenverachtene Tiefstflieger sicher nicht über Nacht geheilt worden, zumal dieser Typ ohnehin unheilbar ist. Seine scheinheilige Entschuldigung hat zwei Gründe: 1) Der hochdotierte Vorstands-Job bei der Bundesbank war in Gefahr. Das Institut hat sich, sogar durch seinen Präsidenten selbst, für Bundesbank-Verhältnisse in ungewöhnlich scharfer Form, öffentlich von den Äußerungen Sarrazins distanziert, und sie als diskriminierend bezeichnet. 2) Die Staatsanwaltschaft in Berlin ermittelt gegen diesen Gewohnheitskriminellen wegen des Verdachts der Volksverhetzung (es werden wohl, neben meiner, eine Menge weiterer Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft eingegangen sein). Wenn es Menschenverachtern wie Sarrazin oder auch Wöhrl (was übrigens typisch ist für diese Typen), ans Geld geht, oder sie sogar strafrechtlich etwas zu befürchten haben, bleibt von ihren ausgekotzten Widerlichkeiten nichts mehr übrig; dann ist schwanzeinziehendes, winselndes Jaulen angesagt, wie es verjagte und geprügelte Straßenköter zu tun pflegen. Natürlich verliert Sarrazin weder seinen Job, noch wird es tatsächlich zu einer Anklage kommen. Aber immerhin hat sich überhaupt etwas in diesem Lande geregt, was ja gar nicht mehr so selbstverständlich ist. Bleibt abzuwarten, ob Sarrazin in den nächsten Tagen, mit der Teilnahme an einer dieser unsäglichlichen Talkshows, nicht doch noch für seine "innovativen" Absonderungen belohnt wird. Warum die SPD, von der ich in diesem Zusammenhang gar nichts gehört habe, so etwas wie Sarrazin noch in ihren Reihen duldet, ist wohl nur damit zu erklären, dass es aktuell keine Sozial- sondern nur noch eine Fataldemokratie gibt.

Jutta Rydzewski

Jutta Rydzewski 2. Oktober 2009 um 15:25  

Nun hatte ich doch ganz vergessen, noch auf einen weiteren Seelenverkäufer der SPD einzugehen. Ich hoffe, lieber Herr De Lapuente, Sie werden es mir nachsehen, dass ich deshalb das vorgegebene Thema etwas aktualisiere. Eventuell kennen Sie selbst den Drang nicht "loslassen" zu können, wenn man bzw. frau erst einmal angefangen hat zu schreiben.;-) Klaus von Dohnanyi, zwar schon in die Jahre gekommen, hat sich gestern in einer Talkshow ebenfalls redlich bemüht, die alte, verblichene Tante wiederzubeleben. Zwar schon ein bisschen tüttelich, hat der Adelsmann dennoch das Hohe Lied des freien, globalen und so wunnebaren Marktes angestimmt bzw. das ganze neoliberale Programm inbrünstig heruntergebetet. Er machte dabei noch nicht einmal vor Willy Brandt halt, den er, wie selbstverständlich, auch in sein äußerst rechtslastiges Weltbild mit einordnen wollte. Den übrigen Teilnehmern verschlug es fast die Sprache. Der Edelmann wirkte regelrecht entrückt, als er mit feierlicher Stimme sein Markt-Glaubensbekenntnis zelebrierte. Nun gut, schließlich ist dieser Herr, der sich gestern auch noch selbst, gegenüber Juso-Chefin, Frau Drohsel, als die personifizierte SPD bezeichnet hat, mit über achtzig immer noch Unternehmensberater, Vorträgehalter und TV-Talker; in diesem Zusammenhang hat man eben auch marktübliche Pflichten. Beim ordnungs- und auftragsgemäßen Abspulen seiner "freien Marktthesen", fühlte sich von Donanyi offenbar pudelwohl. Ähnlich hörte sich immer der ehemalige Super-Sozi und Superminister Clement an. Ein Jünger dieser alten Garde bzw. einer der tollwütigen Neffen der alten Dame, macht zurzeit in Thüringen matschi(e)ge Politik. Der Apfel fällt eben nicht weit vom Stamm.

Jutta Rydzewski

Anonym 3. Oktober 2009 um 11:51  

Alle ihr elendenden Leichenschänder, lasst nun endlich von dieser Polit-Leiche "SPD" ab, deren Hurerei für das Kapital dieses so unrühmliches Ende erst möglich machte.
Wer dennoch nicht ganz von dieser nun toten PolitHure ablassen kann, mag sich damit trösten, dass diese "SPD" wenigstens als Fußnote in den Geschichtsbüccchern "weiterleben" wird,
Macht ihr aber so weiter so wie bisher, und bekommt diese "SPD" auf diese Art mächtige mediale Aufmerksamkeit und andere Infusionen seitens des Kapitals in Form von Spenden und lukrativen Pöstchen für dem Kapital willige "SPDler", dann fürchte ich, wird diese "SPD" als politischer DRACULA weiterleben, weiterhin einen deratigen ekelhaften politischen Leichengestank um sich herum verbreiten, der es vielen Wählern in Zukunft noch unmöglicher als jetzt schon machen könnte, überhaupt noch ein Wahllokal zu betreten.
Lasst also auch um der einfachen politischen Hygiene willens, um einer besser funktionierenden parlamentarischen Demokratie willens nun von dieser Leiche ab und lasst sie ruhig in die Erde fahren, denn dort gehört sie schon lange hin!

Mahnend-besorgte feiertägliche Grüße von van Helsing

Andreas 3. Oktober 2009 um 12:53  

Hallo,
Jutta, Du hast die Juso Vorsitzende Drohsel angesprochen. Ich misstraue der SPD inzwischen so sehr, dass ich mir nicht sicher bin, wie "ehrlich" diese Frau ist. In dieser Talk-Show bei Illner saß sie ja mit diesem reaktionären, alten Knochen von Dohnanyi zusammen und ich hatte so ein den Eindruck, die Drohsel macht so ein wenig die absichtlich dort platzierte Vorzeige-Linke mit ihrer forschen, progressiven Art. Damit die Wähler nun verstehen: seht ihr, in der SPD schlägt doch noch ein linkes Herz, ihr könnt sie also ruhig wählen.

Es wäre das typische Vorgehen dieser Partei, die in der Vergangenheit auf Täuschung, Betrug und Verrat gesetzt hat.

Ja, Roberto hat recht, die SPD zuckt noch. Eigentlich sollte man mit einem Spaten draufhauen.

Frank 3. Oktober 2009 um 13:08  

Das hört sich jetzt vielleicht hart und kaltherzig an, aber:
2 Millionen Ex-SPD-Wähler sind nicht wählen gegangen, rund 1 Million ist abgewandert zu FDP und CDU. Steinscheisser warnt vor einem Linksruck, Schily auch (echt witzig).
Matschie kriecht der CDU in den Arsch, um einen Posten zu ergattern, diese Scheinlinke nahles wird Parteisekret, die Pseudolinken proben den Aufstand im Wasserglas.

Alles, was in den nächsten 4 Jahren in D geschieht haben sich die Wähler und Nichtwähler selbst zuzuschreiben, die einzigen, die für sich in Anspruch nehmen dürfen, zu protestieren und zu klagen sind die, die Die Linke gewählt haben. Alle anderen sollen zukünftig entweder die Fresse halten oder aber Taten sprechen lassen.

klaus baum 3. Oktober 2009 um 13:13  

Am schlimmsten sie die Leichen, die gar nicht merken, dass sie tot sind.

klaus baum 4. Oktober 2009 um 00:08  

Eine kleine Ergänzung zu Deinem Text. Der Anfang des 1. Kapitels aus Simon Becketts Buch: The Chemistry of Death.

A human body starts to decompose four minutes after death. The body, once the encapsulation of life, now undergoes its final metamorphoses. It begins to digest itself. Cells dissolve from the inside out. Tissue turns to liquid, then to gas. No longer animate, the body becomes an immoveable feast for other organisms. Bacteria first, then insects. Flies. Eggs are lain, then hatch. The larvae feed on the nutrient rich broth, and then migrate. They leave the body in orderly fashion, following each other in a neat procession that always heads south. South east or south west sometimes, but never north. No one knows why.
By now the body's muscle protein has broken down, producing a potent chemical brew. Lethal to vegetation, it kills the grass as the larvae crawl through it, forming an umbilical of death that extends back the way they came. In the right conditions - dry and hot, say, without rain - it can extend for yards, a wavering brown conga-line of fat yellow grubs. It's a curious sight, and for the curious what could be more natural than to follow this phenomenon back to it's source?

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