Der innere Druck

Montag, 1. Juni 2009

Wie die Gesellschaft herangeht, um Oppositionelle in die Enge zu drängen, wie sie danach trachtet, aus Andersdenkenden Staatsfeinde zu konstruieren, erzeugt nicht nur einen externen Druck, mit dem der Leidtragende sich auseinanderzusetzen hat, sondern läßt ihn auch intern, im direkten privaten Umfeld mit sich und seinen Ansichten ringen. Der abqualifizierte Zeitgenosse muß sich nicht nur von Seiten staatlicher Institutionen, vielleicht des Arbeitgebers und des allgemein herrschenden Zeitgeistes, der aus der Liaison zwischen Macht und Geld hervorging, einer unerträglichen Repression beugen - auch innerhalb seines Privatlebens, je mehr der äußere Druck anschwillt, wird er alleinegelassen in seinem Anderssein.

Galileis Tochter Virginia und seine Haushälterin Sarti, zumindest als Protagonisten des brechtschen Stückes, stärken den Wissenschaftler nicht, sie drängen ihn zur Anpassung, zum Verwerfen seiner Thesen. Nachdem der außerfamiliäre Druck unerträgliche Momente eingenommen hatte, war auch den ihn Nahestehenden sichtbar geworden, dass nur in der Anpassung an Herrschaftsinteressen das Heil des Vaters, das Heil der Familie zu erlangen ist. Galilei läßt sich aber nicht beeindrucken, arbeitet im Stillen weiter, ist von den Erkenntnissen, die sein Genie erzielt hat, über alle Maßen überzeugt. Der Oppositionelle, der in der heutigen Massengesellschaft in eine Nische gedrückt werden soll, verfügt in den meisten Fällen jedoch nicht über Genie, seine Selbstsicherheit wird der des Galilei nicht gleichen, oftmals wird sie ganz schwinden, gerade auch dann, wenn die ihm Nahestehenden ihn zur Anpassung nötigen.

Du kannst doch auch ein lebenswertes Privatleben leben, ohne all die Auswürfe zur Politik, zum Zeitgeist, bei denen man den Granden doch nur auf die Füße tritt! Du kannst dich doch gemütlich zurückziehen und dein eigenes kleines Paradies verwirklichen, auch wenn rundherum der Wahnsinn grassiert, wenn Mord der Herrschaft Alltagsgeschäft ist, wenn rundherum um den Erdenball Menschen jämmerlich verrecken! Was kümmert es dich denn, wenn du ein wohliges und biedermeierliches Wohnzimmer hast, eine große DVD-Sammlung, feine Speisen zubereiten kannst, kurz: einen kaiserlichen Einzug ins Private halten kannst, wie einst Napoléon auf Elba? Wer braucht da noch das eitle Spiel mit der Politik, in der man nur etwas gelten und werden kann, wenn man den konformen Weg über Parteien und Organisationen nimmt? Wer will da noch Meinung kundtun, die erst anderen wehtut, damit sie letztlich den Opponenten selbst schmerzt? Diese Wahl hat der Andersdenkende zu treffen: Selbstverleumdung oder Repression! Biedermeier oder Revolte! Weiche Kissen oder harte Pritsche!

Diese Komponente der Diffamierung, der innere Druck, das Isolieren und Einsammachen des Andersdenkenden ist die wahre Absicht der herrschenden Vorgehensweisen. Um eine angepaßtere Gesellschaft wahr zu machen, eine massentaugliche Bürgergesellschaft, in der Unkritik zur Staatsräson erhoben wurde, erdrückt man jene, die sich nicht mit einfachen Mitteln passend machen lassen, die weiterhin freie Gedanken pflegen, nicht die Parolen der Meinungsmacher nachjohlen. Man kontrolliert sie, schnüffelt ihnen nach, pfuscht ihnen in ihr Handwerk, sofern sie mit ihrem Wirken andere Subjekte verunreinigen könnten, setzt sie der Justiz aus, inhaftiert sie, hält sie an der kurzen Leine, läßt sie am Arbeitsmarkt verhungern, diffamiert sie in aller Öffentlichkeit, brandmarkt sie als Terroristen und Brandstifter, entfremdet sie ihrer eigenen Kinder. Diese von Außen auferlegte Litanei von Repressionsmaßnahmen ist nur der eigentliche Anfang, denn alles zielt darauf ab, den Unbeugsamen, sofern er immer noch nicht eingebrochen ist und reuig seine Irrlehren abgeschworen hat, auch im Freundes- und Familienkreis zu zerstören.

Wenn der Lebenspartner zunächst um den Widerruf seiner Denkweisen bittet, um nach langer Tortur mit Abschied zu drohen; wenn die Kinder den Vater dazu auffordern, endlich Besinnung anzunehmen, damit er ein Bilderbuchvater werden kann; wenn Freunde immer öfter fernbleiben, abendliche Treffen mit banalen Ausreden ausfallen lassen; wenn Eltern einem zur Attestierung pathologischer Defekte einen Arztbesuch anraten; wenn Geschwister voller Zorn und Verachtung den missratenen Blutsverwandten als Totengräber ihrer eigenen Karriere bezeichnen; wenn der Rest der ganzen buckeligen Verwandtschaft sich der Existenz des Neffen, Enkel, Vetter schämt; wenn sich also alles innerhalb jener nahestehenden Kreise gegen einen verschwört, dann hat der äußere Druck sein Ziel erlangt. Der Anzupassende wird einsam, gerät in Isolation, verhungert mit revoltierenden Gedanken am langen Arm, paßt sich entweder an, oder wird zum sozialen Notfall, der keinerlei Antrieb mehr findet, sein Umfeld mit seinen Gedanken zu vergiften, weil er sich womöglich selbst mit Alkohol vergiftet.

Die ganze haarsträubende Qualität der herrschenden Repressionsmechanik wird daran sichtbar, wie die Repression ins Private hineinwirkt. Von der Dummheit der Massen geächtet zu werden mag schmerzhaft sein, aber es ist auszuhalten – von seinem eigenen Partner ob seiner Ansichten ausgegrenzt zu werden, ist unerträglich. Wenn die organisierte Repression dort einen Fuß hineinbekommt, dann ist es realistisch, dass der Delinquent auf den Boden gezwungen wird. Die zu schützende Privatsphäre ist ein Märchen dieser Gesellschaft - sie gilt nur für den Biedermeier, nicht für denjenigen, der sich mit herrschenden Gedanken anlegt.

31 Kommentare:

antiferengi 1. Juni 2009 um 13:16  

Wie immer triffst du den Punkt in der Mitte. Wenn das private Umfeld zusätzlich zum Stress wird. Kleine harmlose Gespräche die sich zum Chaos ausweiten. Man will es vermeiden, aber nicht immer hat man die Nerven dazu. Wie weit kann man gehen, wie weit belastet man andere? Und immer wird das Damoklesschwert der Gesellschaftsunfähigkeit erhoben. Das private kleine Universum ist auf Harmonien aufgebaut nicht auf Pluralitäten und Problembewältigungen. Und was als zusätzliche Veränderung auffällt, - immer weniger bereit Belastungen zu ertragen.

Anonym 1. Juni 2009 um 15:22  

mmmhhhh...ich habe den bericht heute mittag gelesen und bin gerade ein paar stunden in der sonne gesessen und habe mal wieder darüber nachgedacht.
auch darüber, wie du es nur immer wieder schaffst, meine gedanken nieder zu schreiben.
ein großes thema für mich. und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll.
es "heißt" ja: "weckt soviele menschen wie möglich auf, macht überzeugungsarbeit!"
ich will aber nimmer! ich bin des schwätzens leid. ich bin es leid, wie sie mich volltexten mit ihren stöcken im arsch, welche sie für erstrebenswert halten, ich will ihnen nicht mehr zuhören, wie sie phrasen dreschen, die sie in den medien gehört haben und 1 zu 1 wieder geben.
zum glück habe ich eine partnerin, die genauso drauf ist, obwohl sie alles für reperabel hält, im gegensatz zu mir.
ich bin gerade an einem "grünen" stand vorbei gelaufen, wo sie sich eingefunden haben. die alternativen besserverdienenden mit ihren schicken kindern und dem weltverbesserer gesicht.
ich ertappe mich dabei, wie ich halblaut flüche ausstoße und mir in gedanken weiß gott was vorstelle.
das wichtige ist, nicht verbittert zu werden, sich nicht alles reinzuziehen. kein tv zu schauen, keine zeitung zu lesen, nicht auf massenversammlungen zu gehen und immer zu verstehen, dass alle gruppierungen, seien sie auch noch so "grassroot", macht, ansehen und geld wollen. darauf ist alles aufgebaut. alles.
ich kappe beziehungen, bei denen ich vor einiger zeit noch gesagt hätte: "das kannst du nicht machen, der / die ist doch nett."
"ja, aber er/ sie vergiftet mein gehirn".
leider arbeite ich in einer branche, wo das schleimen und grinsen muß ist. deswegen bin ich auch überwiegend nicht dort vor zu finden und mittlerweile auch relativ oft arbeitslos und "schlecht berufen." weil ich meinen mund auf mache.
früher, als das erste mal das thema "drittes reich" auf dem stundenplan stand und man in die materie eingetaucht ist,habe ich mich immer gefragt, warum sie alle "von nichts gewußt haben wollen".
jetzt weiß ich es! dummheit gepaart mir wegschauen und verdrängen. boah! was für eine erkenntnis:-)
danke, roberto, für deine tollen texte.

Peinhard 1. Juni 2009 um 15:47  

"Was liest du denn das auch immer!" - "Du nimmst dir das viel zu sehr zu Herzen!" - "Machen kannst du doch eh nichts!"

Aber es passiert eben auch dann, wenn ich es nicht verfolge - ich weiss leider nicht, wie man sich das nicht 'zu Herzen nehmen' kann - und machen kann ich vielleicht wenig oder nichts, wir allerdings könnten schon... Der Hinweis auf 'damals', als sich auch Schweigen an Schweigen reihte, sorgt manchmal noch für kurze Betretenheit, öfter allerdings eher für Empörung.

"Jetzt hör aber mal auf damit, guck mal, wie schön die Sonne scheint." Aber auf was sie scheint...

Roberto J. De Lapuente 1. Juni 2009 um 16:06  

"Was liest du denn das auch immer!" - "Du nimmst dir das viel zu sehr zu Herzen!" - "Machen kannst du doch eh nichts!"

Oh, wie oft habe ich das gehört!

"Jetzt hör aber mal auf damit, guck mal, wie schön die Sonne scheint."

Oh, wie oft habe ich über diesen Spruch Mageninhalte geleert!

Anonym 1. Juni 2009 um 17:06  

Das spricht mir aus der Seele! Bei meiner ganzen Verwandtschaft bin ich total abgemeldet. Dabei sage ich schon lange nichts mehr.

Was die Ignoranz für Blüten treiben kann sehe ich bei meinen Eltern. Die wohnen in der Nähe von Asse II. Und die finden das lustig! "Das sind Experten, die wissen schon was richtig ist! Du hast doch eh keine Ahnung!" Vielleicht ist es auch nur das Pfeifen im Walde? Aber deren allgemeine Gesinnung spricht eher dagegen.

Bei meiner Partnerin läuft das anders. Wenn ich ihr erzähle was so läuft, oder auch mal Texte von Roberto vorlese (sie ist sehbehindert), dann glaubt sie mir das durchaus. Nur leider hat sie eine sehr fatalistische Grundhaltung, nach dem Schema "in zwei Jahren haben die uns sowieo erledigt!". Auch ein Grund, solche Themen nicht mehr anzusprechen, wenn als Antwort immer "Oh Gott, wir werden alle sterben!" kommt. Quasi das andere Extrem.

klaus baum 1. Juni 2009 um 17:24  

ich finde, du siehst die dinge richtig. heute scheint zwar hier die sonne, aber immer sind düstere wolken auch am himmel sichtbar.

Anonym 1. Juni 2009 um 17:43  

Hallo Roberto,
es gibt auch die Verwandten und Bekannten: ich hab keine Zeit, die da Oben machen sowieso was sie wollen, ich muss zu meinem 400-Euro-Job und wenn ich da aufmucke gibts nur noch Hartz4, wenn die Soldaten nach Afghanistan schicken kämpfen die doch gegen die Terroristen die uns bedrohen...
Aber es gibt auch die Verwandten und Bekannten, die plötzlich ad sinistram lesen oder Nachdenkseiten oder..., die auch plötzlich wissen welches Kreuz sie auf dem nächsten Wahlzettel machen oder villeicht selber ein Blog eröffen. Den kopf in den Sand? Das wäre fatal.

Gruß: Robert Reich

Manul 1. Juni 2009 um 19:04  

Ich weiss was Du meinst. Ich habe auch so eine Phase hinter mir, wo ich mich von allen Seiten an die Wand gedrängt fühlte - Familie, Freunde, Bekannte. Bei den Letzteren hat mir schon ungemein viel geholfen nach Menschen zu suchen, die ähnliche Ansichten vertreten, oder gar die eigenen ergänzen. Mit der Familie ist es leider so eine Sache, da musste ich mir schon oft den Rat geben lassen, dass ich mal zum Psychiater gehen möge, bei den Eltern schwingt dann noch immer der Vorwurf mit, dass andere Eltern 'normale' Kinder hätten...

Nun, gegen den Strom schwimmen war aber leider noch nie einfach und manchmal erfordert das auch eine Menge Kraft, um sich eben nicht zu sehr an die Wand drängen zu lassen. Man muss lernen jeden noch so dümmlichen Spruch gekonnt kontern und auch damit wird man längst noch keine Befreiung erlangen, denn es wird immer noch Menschen geben, für die jede Obrigkeit das letzte Wort hat, egal wie verbrecherisch und unmenschlich diese ist. Das sind aber dann die, die sich mit jedem neuen Machthaber und Chef arrangieren können, denn ausser in den Hintern kriechen beherrschen diese Herrschaften nicht wirklich viel.

Manul 1. Juni 2009 um 19:15  

@Anonym #2:

Das andere Extrem kenne ich auch gut, aber das kann ich wiederum doch mehr nachvollziehen, als diese geheuchelte Naivität mancher Zeitgenossen. Mal ehrlich, heutzutage überhaupt eine Zeitung zu lesen ist keine Freude und wenn man dann noch hinter den Schlagzeilen schaut, dann kann man wirklich das Grauen bekommen. Ich verzweifle dann auch schon mal, wenn ich über mancheine Dummheit lese, die sehender Augen getan wird, weil sich irgendein reicher Bonze davon Profit verspricht und die dafür zuständige Politik und Justiz sich zum Handlanger macht. Das sind Momente, wo ich mich dann frage, ob die Menschen wirklich an die Stelle kommen wollen, wo alles, was unsere Welt lebenswert macht, zerstört wurde und auf der anderen Seite sich nutzloses Kapital türmt, für das sich niemand mehr was kaufen kann. Zur Zeit steuern wir genau darauf hin, allgemeine Einsicht lässt aber immer noch auf sich warten und daher ist ein Schwarzsehen durchaus verständlich.

epikur 1. Juni 2009 um 19:56  

Um uns/euch mal ein bissl Kraft zu geben: diese Lebenseinstellung gibt aber auch unglaublich viel Energie und Selbstvertrauen durch gelebte Selbstverwirklichung und Individualität.

Meine Verwandten, Freunde usw. sind ähnlich wie viele hier sagen. Doch manchmal kommen leise Bewunderungssätze aus eben dieser Verwandtschaft. Viele bewundern es heimlich, dass mensch seinen Weg geht, sich nicht unterkriegen lässt. Heimlich eben deshalb, weil sie selbst nicht den Mut haben zu opponieren, zu widerstehen, den Mund aufzumachen.

Trotzdem kann es manchmal schon sehr hart sein, ständig gegen Wände ankämpfen zu müssen. Ich kenne das gut.

Anonym 1. Juni 2009 um 20:57  

Wieder ein Artikel, der mir aus der Seele spricht. Alle meine Gedanken, die mir etwas wirr im Kopf herumschwirren, einfach und klar in Worte gefasst. Du hast ein geniales Talent, die Herzen der Menschen zu berühren.
Ich hatte diese Woche auch wieder einige merkwürdige Begegnungen. Zuerst bekam ich eine Einladung (woher auch immer?) zu einer Vortragsveranstaltung unter dem Motto: „Einigkeit und Recht und Freiheit“- 60 Jahre Grundgesetz. Als ich wenige Tage später darauf angesprochen wurde (wahrscheinlich vom Versender der Einladung), ob ich denn daran teilnehmen würde, konnte ich nur sagen, ich wüsste nicht, was es da zu feiern gäbe, da das Grundgesetz ja nun gründlichst ausgehebelt würde. Betretenes Schweigen und Eiliges Davoneilen waren die Folge. Dann besuchte mich mein Bruder, der mich lauthals auslachte, weil er meinte ich wäre doch bescheuert, mir den Keller voller Lebensmittel zu stopfen und mir die Arbeit machen würde wieder einzukochen. Ich würde wohl glauben, dass bald der nächste Krieg ausbricht? Ich versuchte ihm nochmals klar zu machen, was es schon ausreicht wenn täglich über 1000 Arbeitsplätze durch Insolvenzen verloren gehen und die Transportindustrie so ziemlich am Boden liegt. Ich fragte ihn dann, wie lange er meine, volle Regale in den Kaufhallen anzutreffen und ob er nicht schon gemerkt hat, das in seinem Einkaufskorb fürs gleiche Geld immer weniger drin ist? Aber alles sinnlos! Ich hab mich mal wieder geärgert, überhaupt etwas dazu gesagt zu haben. Und so ist es im ganzen Familienkreis: soo schlimm wird’s schon nicht werden; es geht doch wieder aufwärts; das schlimmste ist doch schon vorbei; ich hab einen sicheren Arbeitsplatz usw. usw.
Dann gibt es plötzlich im Bekanntenkreis Menschen, die vorher im „Neuen Forum“ aktiv waren und plötzlich die CDU unterstützen! Oder immer schon parteilose (nicht unpolitische Leute) plötzlich auf einer Wählerliste wieder zu finden sind. Und wenn man sie konkret darauf anspricht, merkt man schon nach den ersten paar Sätzen: die haben keine Ahnung, wen die da unterstützen! Welche Inhalte deren Programme haben oder was sie alles in den letzten Jahren an Schwachsinn und Gemeinheiten geäußert haben.
Ich fass es manchmal nicht, wie blind und blöd die meisten Menschen rumlaufen. Aber es gibt auch manchmal kleine nette positive Erfahrungen. So haben mein Mann und ich uns gestern im Garten zufällig mit dem Vereinsvorsitzenden unterhalten und haben festgestellt, dieser eher unscheinbare Typ, den viele für einen Schwachkopf halten und auch kein Problem damit haben, ihm das auch so zu sagen, dieser Typ hatte ein Wissen und Hintergrundinformationen zu allen gerade wichtigen Themen. Hut ab! Wir haben echt gestaunt und uns sehr gefreut an der angeregten Unterhaltung.
Daher nun mein eigentlicher Grund, hier zu Schreiben: Sollten wir nicht damit anfangen, persönliche Treffen zu organisieren? Könnten wir uns damit nicht viel besser unterstützen? Ich habe einfach Schiss, das das Internet, bzw. solche, für mich sehr wichtigen Seiten von heute auf morgen einfach weg sind. Und dann?
Außerdem wären solche Treffen doch für jeden von uns endlich mal etwas aufbauendes. Endlich mal Menschen um sich herum haben, die ähnlich denken und fühlen. Und sollte der eine oder andere von heute auf morgen verschwinden, dann nicht so ohne weiteres, wie dies ganz anonym möglich ist. Andere würden davon erfahren uns sich einsetzen nach ihren Möglichkeiten.
Was haltet ihr davon? Bei Interesse bitte melden!
Ich wohne übrigens in Erfurt / Thüringen.
Evelin Maahs

Anonym 1. Juni 2009 um 21:57  

Interessant ist meiner Meinung nach, dass eher Frauen dazu neigen sich anzupassen und ihren Partner unter entsprechenden Druck setzen. Habe da meine eigene Theorie: Die Frau ist von Geburt an dazu verpflichtet sich mit schwierigen, unabänderlichen Tatsachen zu begnügen (z.B. das schwache Geschlecht zu sein, Menstruation, Schwangerschaft...). Das überträgt sie auf unser Gesellschaftssystem: Sie erkennt höchstens die Defizite, unternimmt aber nichts um diese zu bekämpfen.
Natürlich gibt es in unserer Historie viele Frauen, die meine Theorie widerlegen. Aber achtet mal drauf... Jedenfalls sind revolutionierende Neigungen eher beim Mann zu finden...

Geheimrätin 1. Juni 2009 um 23:16  

Lieber Roberto and Friends

auch ich weiss sehr gut wovon du redest. Habe mich in letzter Zeit auch von vielen Menschen distanziert mit denen ich noch vor kurzem recht gut konnte. Mehr will ich dazu gerade gar nicht mehr sagen, es war mitunter dramatisch und ich glaube ich wurde richtig böse. weil ich merkte dass auch mir etwas verloren zu gehen drohte. Nämlich dasselbe was auch die Menschen zu halten versuchen, die der schönen Sonne huldigen und am kuschelige Privatglück festhalten möchten:

Es ist die Liebe. Ohne Liebe geht gar nichts.Ohne Liebe zerbricht alles.

Mehr kann ich auch dazu nicht sagen denn auch Worte können die Liebe zerstören.

Mitunter hilft die Stille. die tiefe Stille und die Natur. Es ist nicht das baden gehen, grillen oder campen das ich meine, ist ja auch o.k, nur nicht für mich. Ich schwimme ja auch gerne nur nicht im Getümmel. Weisst du ich war heute an einem sehr besonderen Ort den ich am liebsten hierherein tragen möchte. Wenn ich von der Kraft der Stille spreche, dann meine ich die Zwillingskraft der Worte. Diese Kraft hat nichts mit Geschwätz zu tun. Es ist diese Kraft der Worte die du in deinen Texten zum Ausdruck bringst. Deswegen möchte ich dir sagen, Vergiss die Kraft der Sitlle nicht und vor allem vergiss die Liebe nicht. Und for Gods sake, verliere nicht den Mut und lass dir die Kraft deiner Worte von niemandem zerreden. Drum hör ich jetzt auf und schenke dir noch ein Zitat, aus dem Roman aus dem ich hier schon mal zitiert habe und den ich bis jetzt noch nicht zu Ende gelesen habe.

noch eine Anmerkung: Man möge sich an den Kathedralen im Text bitte nicht stören, jeder kann sich dabei seine eigenen Kraftquellen vorstellen....

[... Ich möchte nicht in einer Welt ohne Kathedralen leben. Ich brauche den Glanz ihrer Fenster, ihre kühle Stille, ihr gebieterisches Schweigen. Ich brauche die Fluten der Orgel und die heilige Andacht betender Menschen. Ich brauche die Heiligkeit von Worten, die Erhabenheit großer Poesie. All das brauche ich. Doch nicht weniger brauche ich die Freiheit und die Feindschaft gegen alles Grausame. Denn das eine ist nichts ohne das andere. Ind niemand möge mich zwingen zu wählen.

Manfred 2. Juni 2009 um 02:42  

Die Sache mit dem "schönen Sonnenschein" kannst du doch unter Robertos "Platzierungswahn" subsumieren: Schönes Wetter im Radio ist nicht eigentlich schönes Wetter. Schönes Wetter ist, wenn die Radiostation möglichst viele Punkte bei ihren Hörern sammeln kann, indem sie einer möglichst großen Landfläche möglichst hohe Temperaturen prognostiziert. Was doppelt ironisch ist, denn: Je schöner das Wetter in diesem Sinne ist, desto weniger Hörer sitzen nämlich am Radio - und abgesehen davon handelt es sich doch nur die Klimakatastrophe...

Tim 2. Juni 2009 um 02:49  

Hach, wie angenehm, dass in meiner Familie eine politisch interessierte und kritische Tradition herrscht. Manchmal wird zwar Müdigkeit ob der immer gleichen Diskussionen geäußert, aber die nehmen trotzdem kein Ende.
Meine Familie stammt ursprünglich übrigens auch aus Thüringen.

Anonym 2. Juni 2009 um 07:10  

Es gibt einen DEFA-Film, gedreht 1948. Kurz die Handlung: Zwanziger Jahre, der "Held", ein Arbeitsloser, trifft seine Liebe, ein Kind ist unterwegs. Er ist auf Stellensuche, erfolglos. Der Schwager ist Kommunist. Dem Helden ist es unverständlich, dass einer sich so engagieren kann, er hält sich lieber raus, er macht ihm Vorwürfe. Dann die Nazizeit. Jetzt hat der Held Arbeit und Wohnung. Er kümmert sich nicht um Politisches, er ist nur ein guter Facharbeiter. Der Raushalter wird unter Druck zum Eintritt in die Nazipartei gezwungen. Der Schwager, dem es 33 gelungen war zu fliehen, kommt zurück, was unserem Helden nicht angenehm ist, wird verhaftet und ermordet. Nun ist der Raushalter ehrlich empört, in seinem Zorn demoliert er ein Hitlerbild, nachdem zuvor schon Flugblätter bei dem Ahnungslosen gefunden wurden. Der Sohn, inzwischen bei der HJ, verrät den Vater, der kommt ins KZ. Die Prämisse: Wer sich nicht um die Politik kümmert, um den kümmert sich die Politik.

An diesen Film musste ich denken, als ich Ihren Essay las.

chriwi 2. Juni 2009 um 08:28  

Ein sehr schöner Artikel. Ich stimme voll zu. Wer Demokratie will, braucht Meinungspluralität. Gibt es sie nicht kann man zwar Kreuze machen lebt aber letztendlich in einer Diktatur. Leider haben das viele Menschen nicht verstanden und lachen fremde Meinungen einfach nur aus. Der Grund ist einfach, sie wollen dazugehören. Das war schon immer so. Wie viele Kinder fangen an zu rauchen um bei den coolen Kindern dabei zu sein? Kritik kann und muss kontruktiv sein, dieses Denken muss sich durchsetzten.

G. G. 2. Juni 2009 um 08:38  

Ich freue mich darüber, das ich bei "ad sinistram" Menschen treffe, denen es ähnlich wie mir geht. Das hat etwas sehr tröstliches an sich.

Ansonsten schöpfe ich Kraft aus den Geschichten anderer Menschen, die Schwereres zu ertragen hatten. Ich denke da z. B. an Dr. Hannes Lindemann, der im Einbaum und Faltboot alleine den Atlantik überquerte. Ohne Sicherheiten wie Handy, ... und in der vollen Absicht keine Hilfe anzunehmen, komme da was wolle! Oder der Reformator Martin Luther, der da sagte: "Hier stehe ich und ich kann nicht anders".

Systemfrager 2. Juni 2009 um 10:14  

@Evelin Ich finde deine These ungewöhnlich interessant:

Interessant ist meiner Meinung nach, dass eher Frauen dazu neigen sich anzupassen und ihren Partner unter entsprechenden Druck setzen. Habe da meine eigene Theorie: Die Frau ist von Geburt an dazu verpflichtet sich mit schwierigen, unabänderlichen Tatsachen zu begnügen (z.B. das schwache Geschlecht zu sein, Menstruation, Schwangerschaft...). Das überträgt sie auf unser Gesellschaftssystem: Sie erkennt höchstens die Defizite, unternimmt aber nichts um diese zu bekämpfen.

Das erklärt, warum sich die Frauen mehr von der Religion angezogen fühlen, auch wenn sie sie den Männern unterordnet. (Deine These ist die beste, auf die ich je gestoßen bin.) Und noch weiter lässt sich deine These logisch ausbauen:

Als Schwächere und Geschützte, musste die Frau immer nur (abgesehen von der sexuellen Erpressung) auf das Gewissen des Mannes appellieren, um etwas zu erreichen. Deshalb neigt die Frau generell mit der Moral und der Liebe etwas zu ändern. Einzeln betrachtet kann da einiges gelingen (kombiniert mit der sexuellen Erpressung), aber mit der Moral und der Liebe wird man die Menschheit nie voran bringen. Hier wird die Frau konservativ und reaktionär - sie verhindert nur den Fortschritt. Deshalb war der Feminismus eine Katastrophe.

Einerseits wollten die Frauen bessere Männer sein (Gott bewahre uns von den „besseren“ Männern!) und andrerseits durch die Moral und die Liebe etwas zu ändern.

Margitta 2. Juni 2009 um 11:08  

@ G. G.

Ich bezweifle, dass es besonders klug und nachahmenswert ist partout KEINE Hilfe anzunehmen.
Auch hierbei ist, wie bei allem, ein gesundes Mittelmaß die Lösung. Schwierig dabei ist, zu erkennen wann ´Hilfe angenommen`werden sollte.

Keine Hilfe anzunehmen, bedeutet nicht zwangsläufig STARK zu sein.

Liebe Grüße
Margitta

Manul 2. Juni 2009 um 17:43  

1. Juni 2009 20:57
Anonym Anonym hat gesagt...

Interessant ist meiner Meinung nach, dass eher Frauen dazu neigen sich anzupassen und ihren Partner unter entsprechenden Druck setzen. Habe da meine eigene Theorie: Die Frau ist von Geburt an dazu verpflichtet sich mit schwierigen, unabänderlichen Tatsachen zu begnügen (z.B. das schwache Geschlecht zu sein, Menstruation, Schwangerschaft...). Das überträgt sie auf unser Gesellschaftssystem: Sie erkennt höchstens die Defizite, unternimmt aber nichts um diese zu bekämpfen.
Natürlich gibt es in unserer Historie viele Frauen, die meine Theorie widerlegen. Aber achtet mal drauf... Jedenfalls sind revolutionierende Neigungen eher beim Mann zu finden...
Tut mir leid, aber das ist schlichter Unsinn, denn es ist noch gar nicht so lange her, da durften die Frauen nicht arbeiten, geschweige sich ausbilden oder gar an der Politik teilnehmen (ausser es gab ungewöhnliche Verhältnisse, wo ein männlicher Nachkomme fehlte, aber man trotzdem immer versuchte die legitime Thronfolgerin zu übergehen). Ansonsten waren sie dumme Gebärmaschinen, die ihren Göttergatten zu folgen hatten und das waren sie eigentlich bis ins tiefe 20. Jahrhundert. Erst heute eigentlich haben wir so etwas Ähnliches wie Gleichberechtigung erreicht, wobei zu einer echten Gleichberechtigung fehlt noch jede Menge. Revolution kann man jedenfalls nur dann anzetteln, wenn die Gesellschaft einen als vollwertiges und gleichwertiges Mitglied erachtet und nicht auf die selbe Stufe mit Vieh stellt, sonst läuft man die Gefahr, dass man wie Vieh abgeschlachtet wird, ohne dass sich das Gringste verändert hat.

Im Übrigen war die RAF z.B. kein Männerverein, sondern war sehr von Frauen geprägt... wir könnens also sehr wohl, wenn man uns lässt...

G. G. 2. Juni 2009 um 18:26  

@Margitta:

Ich stimme dir vollkommen zu.

Doch was, wenn keine Hilfe mehr da oder möglich ist? Ich beziehe mich auf den Absatz:

Der Anzupassende wird einsam, gerät in Isolation, verhungert mit revoltierenden Gedanken am langen Arm, paßt sich entweder an, oder wird zum sozialen Notfall, der keinerlei Antrieb mehr findet, sein Umfeld mit seinen Gedanken zu vergiften, weil er sich womöglich selbst mit Alkohol vergiftet.

Wie halte ich auch die schwersten Stunden durch und bleibe in der Kraft und Liebe? Mir helfen dabei Vorbilder wie Dr. Lindemann, Mahatma Gandhi, Martin Luther King, Viktor E. Frankl (KZ Überlebender), Yehuda Bacon (KZ Überlebender), ...

Liebe Grüße
G. G.

Roberto J. De Lapuente 2. Juni 2009 um 18:31  

Der Marquis de Sade ist hier nicht zu vergessen. Wer so lange in Haft war, oft das Fallbeil über sich schwebend spürte, dabei aber immer noch eigene Gedanken denken konnte, der muß ein Vorbild sein. Camus widmet dem Marquis in "Der Mensch in der Revolte" ein ganzes Kapitel - für Camus war Sade der Mensch in der Revolte.

Margitta 2. Juni 2009 um 22:18  

Mein lieber G.G.,

bei meinem Kommentar bezog ich mich ausschließlich auf den Satz:

Ohne Sicherheit wie Handy, ... und in der vollen Absicht keine Hilfe anzunehmen, komme da was wolle!

Dieser Satz lässt für mich keinen anderen Schluss zu, als angebotene Hilfe wird abgelehnt.

Die Richtung, die Du in Deiner Antwort einschlägst, ist meines Erachtens indiskutable, da jeder Mensch derlei Situationen alleine mit sich selbst ausmacht, und jeder eine andere Strategie entwickelt.

Es können zwei Menschen das selbe erleben und doch besteht ein himmelweiter Unterschied in der Wahrnehmung und in der Reaktion.

Liebe Grüße
Margitta

Knut 3. Juni 2009 um 07:50  

@Evelin M.: Einen Versuch Treffen zwischen Gleichgesinnten kritischen Menschen zu organisieren gibt es zur Zeit bei den Nachdenkseiten, Erfurt ist auch schon dabei: http://www.nachdenkseiten.de/?page_id=3921
Vielleicht wäre das ja was für dich.

romano 3. Juni 2009 um 08:24  

Treffend geschrieben. Anmerken möchte ich noch eine Facette dieser Repressionsmechanik, die sie wirklich sehr schwer als solche erkennbar macht und die mir im Vergleich mit vergangenen Varianten neu erscheint. Denn wenn wir von Repression reden, dann klingt da immer etwas Ungutes und Harsches, durchaus auch offen verletzendes und autoritär zurückdrängendes mit. Und nicht ohne Grund: War dies ja beispielsweise das typische Verhalten konservativer paternaler Bürgersfamilien. Dieses Monment fehlt heute oft, wenngleich es unter der Hand mitschwingt. Hinzu kam aber, dass ein Optimismus der Haltung, ein jugendliches Dauergrinsen, ein lächelndes Reden und ein selbstverständliches Glücklichsein die Schutzwälle der Repression sind. Ich gerate heute in abstruse Situationen: da werden tragischste und schwerste Erfahrungen kurz und bündig erzählt und mit einem Lachen in eine Floskel aufgehoben. Und noch weit diesseits aller Negativitätserfahrungen, findet man oft furchtbar stark strebende Dauergrinser. Und furchtbare Naivitäten verkehren alle Sinne: Irrelevantes wird plötzlich super geil, weil alles mega geil ist. Das kann sehr verwirrend sein: manche Menschen hören gar nicht mehr auf zu grinsen. Sie kennen oft gar nichts anderes, die Nuancen der Gefühle sind isomorph auf ein flaches Glück getrimmt. Ich halte das für bedenklich, weil einerseits das Glücklichsein in der europäischen Geschichte mit Wahrheit und Schönheit korreliert und das in unserer gegenwärtigen Ideologie mitschwingt (andere Traditionen haben andere dimensionale Stoßrichtungen, z.B. Indien: Befreiung (moksha).) und vor diesem Triplepack Kritik in eine sonderbare Rolle fällt bzw. es erst zeigen muss, warum sie die Wahrheit für sich beanspruchen will. Zum anderen ist es aus psychischer Sicht interessant: verhinderten bisher doch alle möglichen Störungen das gesunde und damit zumindest teilweise auch glückliche Leben. Störungen breiteten sich über das authentische Erleben der vollen Bandbreite emotionaler Zustände und menschlicher Fähigkeiten aus und der Reparaturbetrieb hatte dann so oder so die Grundtendenz, das glückliche Leben herbeizuführen, um dann in aller Klarheit zu sehen, wie die Welt ist: nämlich schön. Das hat ja auch Berechtigung. Ich denke mir, dass das selbstverständliche Dauergrinsen heute eine ebensolche Störung, ein Charakterpanzer, ein Verdrängungsmechanismus geworden ist und nur eine verzerrte Sicht der Dinge zuläßt, aber nichts desto trotz im Unterschied zu vielen anderen sog. Störungen enorm handlungsfähig ist und darin repressive Mechanismen reproduziert.
Das bedrängte Zurückziehen aus dem öffentlichen Platz ist dagegen keineswegs eine Untugend. Wer ernst geworden ist mit dem Leben, wird dies schätzen können. Und ernst wird man vor allem durch Negativitätserfahrungen: die Bedrängnis durch homologe Massenmeinungen ist wohl eine solche. Das Ernstwerden mit dem Leben führt aber auch näher heran an das Leben, an einen selbst, der man es vollzieht und zu vollziehen hat, aber auch vollziehen darf, öffnet gleichsam die vormals verdeckten Abgründe, die noch lange, kurvige und vielseitige Wegstücke der Erfahrung bergen. Ein moderner Mystiker rät denn auch: wenn du im Leben zwei Wege zur Wahl hast, so wähle den schwierigeren. Hier liegt wohl ein Mitgrund dafür, dass das Anderssein insgeheim auch Bewunderung auslösen kann, wie in den Kommentaren bereits mitgeteilt wurde; hier wird in jedem Mensch doch eine ihn auszeichnende Fähigkeit wie eine fast erloschene Glut noch einmal angehaucht. (der Mystiker ist der im analytisch verseuchten Deutschland 100% nicht beachtete Philosoph Wolfgang Struve. Seine Bücher sind freilich vergriffen. Aber sie sind philosophisch originell im Gegensatz zum größten Teil der auf die Reproduktion und das Abhaken von zur Masse gewordenen Selbstverständlichkeiten der übrigen Literatur.)

Anonym 3. Juni 2009 um 10:49  

@Knut
Danke für den Hinweis auf die Nachdenkseiten. Ich habe bereits eine Mail geschickt aber noch keine Antwort erhalten.
Herzliche Grüße
Evelin M.

Systemfrager 3. Juni 2009 um 14:42  

@Evelin

Die Stuttgarter Gruppe trifft sich am 11. Könnte ich dir Ergebnis mailen, wenn Du mir die Adresse schickst. Gehe auf „Kontakt“ auf meiner Website (aber momentan geht nicht - wird etwas beim Hoster umgebaut).

Anonym 5. Juni 2009 um 07:19  

@ Evelin
Zitat: "Ich habe einfach Schiss, das das Internet, bzw. solche, für mich sehr wichtigen Seiten von heute auf morgen einfach weg sind."


für dich habe eine gute Nachricht und eine schlechte Nachricht ;-)

Zuerst die gute Nachricht:

Das Internet (oder irgendein Ersatz dafür) wird garantiert nicht verschwinden. Es wird Pflicht für Alle!
Einziger Wehrmutstropfen: Überleben ohne Internet wird nicht mehr möglich sein. Nichts wird funktionieren. Keine Brötchen zum Frühstück, kein Strom, kein Benzin, kein Wasser, keine Medikamente ....
Wer sich dann dennoch verweigert oder - aus welchen Gründen auch immer - nicht dauernd mit dem Internet verbunden sein kann, darf wählen ob er ins "Erholungslager" oder doch lieber direkt in den Sarg umziehen möchte.
Wer aber gar im subversiven, terroristischen Wahn irgendwelche Verschlüsselungstechniken einsetzt oder gar eigene Daten vernichtet, wird - aus rein fürsorglichen Gründen gebeten, sich selbst .......


Und nun die schlechte Nachricht:

Systemkritische Internetseiten werden - natürlich - ausnahmslos verschwinden ...
Schade eigentlich, aber die Autoren sind doch alle selbst schuld; brauchen doch nur die Klappe halten. Oder etwa nich?

Aber ruhig Blut noch. Bis es wirklich soweit ist, muss erst mal jedem Haushalt mindestens eine mobiler Internetanschluss aufgenötigt werden. Solange man Geld noch am Automaten ziehen kann und Autos noch in der Zulassungsstelle zugelassen werden dürfen ...

grub grab

Anonym 5. Juni 2009 um 12:16  

@Systemfrager
habe gestern mit dem Koordinator für Erfurt telefoniert. Ein Treffen habe ich schon verpasst, da meine Mail nicht angekommen ist. Aber zum nächsten Treffen bekomme ich Bescheid. Natürlich wäre ich auch an Infos über das Treffen in Stuttgart interessiert. Melde mich dann, wenn Dein „Kontakt“ wieder funktioniert.


@grub grab
ob das nicht mit eingeimpften RFID-Chips billiger kommt? Und vor allem viel komfortabler, damit kann man auch alles Wichtige ein- und ausschalten, sogar demnächst das Leben selbst (geht aber nur mit ausschalten). Aber vielleicht hast Du Recht und es kommt erst noch(zur Gewinnmaximierung)die Welle mit den Computern.

Evelin

Systemfrager 6. Juni 2009 um 09:02  

@Anonym - Evelin

Endlich funktioniert es bei mir (ich will es zumindest hoffen) ... also kannst Du auf "Kontakt" gehen und deine Emailadresse schreiben.

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