Untragbare Verhältnisse

Mittwoch, 25. März 2009

Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt.
Dieser Annahme sind solche Menschen, die ein oder zwei Häuser im ländlicher Gegend haben – oder mehrere.
Solche, die sich dazu noch eine städtische Eigentumswohnung leisten – oder mehrere.
Solche, die einer Familie angehören, in der jedes Familienmitglied ein eigenes Auto fährt – oder mehrere.
Solche, die jährlich zwei Kurzurlaube in Europa und einen in weiten Fernen verbringen – oder mehrere.
Solche, die zweimal in der Woche in mittelmäßigen Tavernen und zweimal in sündteueren Restaurants speisen – oder noch öfter.
Solche, die Maßanzüge anfertigen lassen, die Abendroben bestellen, die Nobelmarken in den Schrank packen – oder packen lassen.
Solche, die einkaufen, erziehen, putzen lassen – und noch Weiteres veranlassen.
Solche, deren Kinder in eine Universität hineingekauft wurden – auch mit weniger: weniger Intelligenz.

Solche behaupten, wie lebten über unsere Verhältnisse, weil sich ein in Agonie liegendes Land keine Versorgung derer mehr leisten sollte, die so anders sind wie sie.

Solche Menschen meinen damit die Anderen, die nur eine kleine Wohnung mieten können – oder noch kleiner.
Solche, die nur ein enges Zimmerchen ihr Heim nennen können – oder den Himmel ihr Dach nennen.
Solche, die Urlaube bestenfalls aus ihrer Vergangenheit kennen – wenn überhaupt.
Solche, die einmal im Jahr außer Hauses essen und dabei noch auf jeden Cent schauen müssen – und dann doch lieber daheim bleiben.
Solche, die seit Jahren die gleiche Kleidung tragen müssen, billig und von der Stange – oder aus einer Kleidersammlung.
Solche, die für geringes Minijob-Taschengeld einkaufen und putzen geschickt werden – und sich von den Herrschaften herumkommandieren lassen müssen.
Solche, deren Kinder an der Hauptschule festkleben – auch mit mehr: mehr Intelligenz.

Oh ja, wir leben über unsere Verhältnisse. Wir können uns die erste Sorte Mensch gar nicht leisten, wenn wir jemals eine lebenswerte Gesellschaft werden wollen. Wir lebten über unsere Verhältnisse, verkündete Deutschlands oberster Herr. Man darf annehmen, für ihn sei die zweite Sorte Mensch hauptsächlich verantwortlich, die notorischen Habenichtse und Leistungsverweigerer. Solange wir so einen obersten Herrn haben, leben wir wahrlich über unsere Verhältnisse. Mäßigung wäre angesagt, Rückführung in Verhältnisse, die wir uns leisten können. Wenn wir schon Herren brauchen, dann sollten es wenigstens solche sein, die wir uns leisten können – und wollen!

25 Kommentare:

Anonym 25. März 2009 um 16:39  

Hi Roberto,
wir leben in der Tat über usere Verhältnisse. Seit mehr als 20 Jahren leiten wir uns ein immer fetter werdenden Haufen von Parasiten, die sich leistungslos auf Kosten der Allgemeinheit den Wanst vollstopfen. Es ist an der Zeit, dass sich die 90%, die sich ein Drittel der Vermögen dieses teilen darüber klar werden, dass sie sich die restlichen 10%, die den Rest besitzen und die feste Absicht haben den Rest auch noch zu kassieren (Monopoly),nicht mehr leisten können. Eigentlich haben wir ja auch lange genug von den sogenannten Leistungsträgern, die längst nicht mehr arbeiten müssen, weil sie auch gar keine Zeit für sowas haben, sonst kämen sie mit dem Geldausgeben noch schlechter hintereher. Sie brauchen schon eine heftige Finanzkrise, um wenigstens ein bisschen von ihrem Geld los zu werden. Dumpfbacken wie Köhler stellen sich jetzt hin und reden von "wir" müssen jetzt den Gürtel enger schnallen. Er ist einfach der gleiche ahnungslose Sparkassenfuzzi von früher geblieben, der sich in seinen Reden an der eigenen Feierlichkeit besäuft und nur selbstvergessen vor sich hin schwafelt. Wenn der Spiegel glaubt, das Geschwafel hätte etwas mit gelesenen Leviten zu tun, dann sollte er sich mal anschauen, was auf den Argen abläuft, aber das ist ein Teil der Realität, der für diese Leute nicht mehr existiert. Für sie gibt es Armut nur im Trikont. Das untere Fünftel ist verloren und muss nur von der Strasse gehalten werden. Zahlen können heute nur noch der Mittelstand, dem das gleiche Schicksal bevorsteht -allein sie wissen es noch nicht und beschäftigen sich vielzuviel mit den "vermeintlichen" Schmarotzern, die ihnen die Millionärspresse präsentiert. Bis sie begriffen haben, was passiert ist es zu spät und sie sind über Bord gegangen und treiben mit im Meer der Überflüssigen.
Was ich eigentlich sagen wollte: guter Artikel. Gruß willi

Caliban 25. März 2009 um 17:03  

Ich stand heute auch im Penny und las die Springer Zeile:
"Köhler´s mutige Rede an die Deutschen"
Mir wird ehrlich gesagt auch schon körperlich schlecht, nicht nur, das ich es so unglaublich finde, dass man jetzt wirklich merkt, wie manipuliert alle sind, was man früher in diesem Ausmaße nie geglaubt hätte,nein,mir kam heute ein nicht ganz neuer gedanke, das all dies ein test ist, ein test um zu sehen, wie das volk reagiert, wenn man ihm ein wenig die grundlage in die zukunft, die "sicherheit" nimmt. und da nix passiert, aber das wußten die herren ja schon früher, machen sie jetzt planmäßig weiter, und ziehen das tempo noch ein klein wenig mehr an, und dann noch mehr..bis...aber das kennen wir ja schon.
wo soll man denn noch hoffnung hernehmen?
ich bin traurig und so wütend!

romano 25. März 2009 um 18:28  

Köhler lässt immer unverhohlen eine Gutsherrenmentalität heraushängen. Eine offensichtlich verdummte Sprache, nicht anders als Merkel sie eingeübt hat, derart gekünstelt, dass es einem den sprachlichen Magen umdreht. Jedes Wort eine unendliche Beleidigung. Und immer mit Weisheit angestrichen. Ernsthaft bedacht, professionell abgewogen und ausdiskutiert, im Studierzimmer mit den besten Köpfen bis spät in die Nacht hinein durch gerechnet, ein ehrliches Ergebnis, aber kein Gutes. Aus diesem Gesicht schaut mir nur Verachtung vor sich selbst und allen anderen entgegen, schaurige Reflexe des Verdrusses und das vertanen Lebens, bloß nachgemachte Habiti, die zu Stein geronnen Anspannung aus Angst vor der Etikette, die in die Seele eingepflanzte Unruhe des Besserseinmüssens, der Überdruß vom Aktendurchsehen. IWF-Direktor ist er geworden und gewesen und nun verweilt er als Bundespräsident. Immer auf der Suche, scheinbar komplett ohne Gespür für die Konsequenzen seines Handelns.

Christian 25. März 2009 um 18:55  

Vielen Dank, Roberto. Das ist der beste Beitrag zu dem Thema, den ich bisher gelesen habe.
Ausgezeichnet formuliert und pointiert. Vor allem gefällt mir die Schlusssentenz:
"Mäßigung wäre angesagt, Rückführung in Verhältnisse, die wir uns leisten können. Wenn wir schon Herren brauchen, dann sollten es wenigstens solche sein, die wir uns leisten können – und wollen!"
Das ist die einzige logische Folgerung, die man aus Köhlers "Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt" ziehen kann.

persiana-451 25. März 2009 um 19:24  

Unglaublich diese Unverfrorenheit...

Die wenigsten wissen nämlich, wer und warum nämlich in Wahrheit über "unsere" Verhältnisse gelebt hat: Das Zinseszins-System sorgt für ein exponentielles Anwachsen der Geldvermögen. Damit Eigentümer selbiger aber überhaupt in den Genuss von Zinseszins-Leistungen kommen können, muss natürlich jemand anders verschuldet sein - sonst funktioniert es ja nicht. Wer sollte es das Anwachsen des Geldvermögens denn sonst bezahlen? Der Schuldner natürlich...

Durch das einseitige Anhäufen von Riesenvermögen in wenigen HÄnden, wächst natürlich auch die Deflation - das Geld wird ja nicht ausgegeben. Abhilfe wird geschaffen - noch mehr Schulden...

Es ist ein Teufelskreislauf.

Aber es hat sich in den letzten Jahren natürlich niemand getraut, diesen Herrschaften zu sagen, sie sollten doch ihren Gürtel mal enger schnallen. Von Enteignung wäre ja noch gar nicht die Rede gewesen - der Reichtum wäre nur nicht weiter in exponentieller Weise gewachsen.

Oder ahnen sie etwa, dass "ihr Geld" also die Bits und Bytes auf ihren Computer eigentlich gar nichts wert sind? Jetzt wird es nämlich für die Herrschaften erst richtig interessant: Da der Staat und andere Bürger hoffnungslos verschuldet sind, werden ihnen bald reale! Werte im Tausch für ihre fiktiven Zahlen überlassen werden.

Und Köhler, Ackermann und wie sie alle heißen immer munter in den Schlagzeilen mit ihrem Schwachsinn...

Pankefuchs 25. März 2009 um 19:33  

Man kann nur folgendes hoffen: Möge jeder, der vor der Wahlurne steht, den Merkel-Köhlersatz "WIR haben über unsere Verhältnisse gelebt" für sich auswerten und sich fragen:
Habe ICH über meine Verhältnisse gelebt?
Und möge es jedem bewußt sein, der NICHT über seine Verhältnisse gelebt hat, dass diese Politiker IHN anklagen.
Anklagen unser Sozialsystem ausgebeutet zu haben.
Anklagen nur an sich gedacht zu haben.
Anklagen andere mit seiner Lebensweise ausgebeutet zu haben. Anklagen alles zu tun um immer mehr zu bekommen, ohne Rücksicht auf Verluste.
Anklagen die Möglichkeiten unseres Landes nur für SICH auszubeuten.
Anklagen sein Geld in Steueroasen zu hinterlegen. usw. usw.
Mögen diese vor der Wahlurne dann im Hinterkopf haben, dass diese Ankläger von der CDU sind.
Mögen diese vor der Wahlurne dann endlich das Kreuz an der richtigen Stelle machen und denen zeigen - ES REICHT!!!

Alexander Tetzlaf 25. März 2009 um 20:13  

Unbedingt und schleunigst sollten wir ablegen, was über unsere Verhältnisse hinausgeht.

Anonym 25. März 2009 um 21:02  

bester roberto,

als ich köhlers rede las war es leider nicht so zynisch vorgetragen wie als wenn zb. volker pispers seine rolle übernehmen würde ...
zynisch war es dennoch ...
leider musste ich sogar lachen ( und aufgrund meine überheblichkeit wurde mir auch gleich schlecht ) und aufgrund der dreistigkeit mit der sich manche menschen hinzustellen wagen und mit dem finger auf andere zeigen, und damit auch noch durchkommen ( wurde ich wütend ) ...

na ja,
köhlers rede reiht sich lediglich in seine bisherigen ansprachen und aussagen ein, die ganz auf der spd/cdu/grüne/fdp ( finanz und sozial ) linie sind.
was anderes kann man leider von einem menschen nicht erwarten, der neoliberal/konservativ eingestellt ist, aus dem bankensektor kommt, warscheinlich sogar die zusammenhänge kennt, sich aber bisher nicht einmal dazu geäussert hat, ausser das er "die gier" verurteilt hat ...

was soll ich sonnst noch sagen ausser:
schämen sollen sie sich, lieber volksvertreter ...
schämen ...


ich für meinen teil schäme mich.
dafür, das es möglich ist solche leute an eine reGIERung zu lassen ...

bekanntermaßen ist ist ja bald wieder anbiederungs- und gezank- äh ... ich meine wahlzeit ...
fragt sich nur was man noch mit gutem gewissen wählen kann, damit die massiven marktwirtschaftlichen und sozialen fehler der vergangenen zehn, zwanzig jahre endlich beseitigt oder zumindest angegangen werden ...


na ja,
die hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt ...

lg,
e

klaus baum 25. März 2009 um 21:27  

volker pispers: ich lebe nicht über meine verhältnisse, aber herr ackermann lebt über UNSERE verhältnisse.

Anonym 26. März 2009 um 01:39  

es ist immerwieder schön zu sehen wie die leute die wirklich maßlos über UNSERE verhältnisse gelebt haben jetz mit dem geld derer die garnichts haben um darüberhinaus zuleben den hintern gepudert bekommen.
Wie vor der französischen revolution :)

...aber das wird dann leider wahrscheinlich nicht so schön wie ich es mir wünschen würde...

Margitta 26. März 2009 um 12:23  

Vielen Dank an alle Kommentatoren, welche allesamt meine Meinung und Empfindungen widerspiegeln und mir darüberhinaus neue Argumente an die Hand geben.

Ganz besonders gefiel mir: "reGIERung".

Liebe Grüße
Margitta Lamers

Anonym 26. März 2009 um 17:45  

@Pankefuchs

"Wenn Wahlen etwas veraender wuerden, so wuerden diese laengst verboten werden."

Damit moechte ich eigentlich nur sagen, dass es komplett irrelevant ist, fuer welche Partei Du dein Kreuz setzt. Aendern wird sich nur das Wetter und die Gesichter, welche uns weiter anluegen werden.

MfG, Oscar.

Pankefuchs 26. März 2009 um 18:44  

Bundestags-Wahltip, der zumindes den Jetzigen einen gehörigen Denkzettel verpasst:

http://www.youtube.com/watch?v=iFm5qT8fxTQ

classless 26. März 2009 um 19:13  

In der neuen South-Park-Folge heißt das: "You have brought the Economy's vengeance upon yourselves!"

South Park über die Krise

Anonym 27. März 2009 um 09:59  

http://kritik-und-kunst.blog.de/2009/03/26/koehler-entschuldigen-verschwinden-5838956/

ich finde, wir sollten uns jetzt mal etwas deutlicher Gehör verschaffen

mfg

Anonym 27. März 2009 um 10:01  

Es ist schon erstaunlich, mit welcher Unverfrorenheit denjenigen, die auf der Party nicht eingeladen waren und denen dennoch die Rechnung präsentiert wird, nunmehr mitgeteilt wird, sie hätten nicht so exzessiv Champagner saufen sollen.

hausi 27. März 2009 um 14:20  

Prognose: Letztes Mal dauerte es 10 Jahre, von 1923-1933.
Die Herren haben dazugelernt: Diesmal dauert es 3 Jahre: 2008-2011. Wer noch kann, sollte schnellstens das Land verlassen.

otti 27. März 2009 um 15:42  

Warum tragen unverschämte Herren heutzutage keinen Hut?

Damit sie ihn nicht nehmen müssen!

Die Feststellung Köhlers ist eine Ohrfeige für 80% der Bevölkerung.

Eine erbärmliche Rede!

Propaganda.

Anonym 27. März 2009 um 21:36  

danke an die kommentator(inn)en ...

@pankefuchs :
interessanter link, habe dabei bemerkt, das ich schon lange keine bundestags-"debatte" mehr gesehen habe, und werde das in zukunft wieder mehr verfolgen ...
ps: das ist jetzt meine private nicht genügend überlegte meinung; ich bin mir nicht sicher ob die "linke" so wie sie zb. in B. mitregiert, sich so viel von spd/cdu/fdp/grüne unterscheidet ...
inkonsequentes verhalten kann ich ebensowenig akzeptieren wie asoziales verhalten von den "etablierten" ... leider ...
dennoch hast du recht, villeicht die einzige mögliche alternative, wobei ich auch den piraten meine stimme gegeben habe damit sie überhaupt zur d- und eu-wahl zugelassen werden können ...



@hausi
erstmal die frage wohin auswandern ?
da bleibt ja nicht viel oder ?

sollte das was du vage andeutest eintreffen, so wird nicht nur .de "betroffen" sein, sondern warscheinlich die ganze .eu plus x ...
das sagt mir zumindest die logik, denn wenn die damen und herren etwas derartiges planen und durchziehen, dann aber richtig !

soweit möchte ich im übrigen gar nicht denken wollen, auch wenn vieles daraufhindeutet das wir alle in absehbarer zeit in einem staatssystem leben werden, welches sich eben nicht um die menschen in positiver hinsicht kümmert ...
zumindest nicht was die masse der menschen angeht ...

davon mal abgesehen, kann ich mir nicht vorstellen, das menschen die von natur aus ( mehr oder weniger ) freiheitsbedürftig sind sich dauerhaft unterdrücken lassen ...
das heisst logischerweise :
wer eine diktatur hochzieht, der muss damit rechnen das sie nur ein paar jahre oder jahrzehnte andauert, und danach ist schluss ...

dass heist aber nicht, das sich nicht ein paar leute finden lassen, die dies wohlwollend unterstützen würden ...

dennoch hoffe ich nicht, das es noch schlimmer kommt als es schon ist ...



@Anonym 27. März 2009 09:59
guter link zum thema, auch guter text, wirklich ...
wäre ich nicht so faul, so würde ich selber noch einen verfassen, aber ... wenn das wörtchen wenn nicht wäre ...
daher bin ich froh, das "andere" sich die mühe machen und ich lesen und vielleicht kommentieren darf ...
daher nochmal; danke !



lg,
e

Anonym 27. März 2009 um 21:54  

Noch ein Beispiel für "untragbare Verhältnisse" in Merkels Deutschland:

http://www.jungewelt.de/2009/03-28/058.php

Gesetzestreue Beamte, oder Angestellte (?), setzen eine Leistungskürzung bei einem Bettler fest, die mich fatal an die Zeit erinnert als der berühmte "Hauptmann von Köpenick" noch um eine Aufenthaltsberechtigung in seinem Heimatort kämpfen mußte - Grund: Er war arbeitslos, und Bettler, Obdachlose und "asoziale" Arbeitslose wurden damals aus den sauberen dt. Innenstädten verbannt.

Ludwig Erhardt (CDU) und Brandt (SPD) rotieren wohl beide im Grab wenn die an die Zustände in Merkels Deutschland denken, die einfach UNTRAGBAR geworden sind!

khamp 28. März 2009 um 01:31  

[...]Die herrschenden Gedanken sind weiter nichts als der ideelle Ausdruck der herrschenden materiellen Verhältnisse; also der Verhältnisse, die eben die eine Klasse zur herrschenden machen, also die Gedanken ihrer Herrschaft.[...]

Wo habe ich das nur gelesen? Meiner bescheidenen Meinung nach ist das eine etwas aufgeblühte Variante von : "Wir leben über unsere Verhältnisse", sagte der Bundespräsident. ;)

Anonym 28. März 2009 um 09:01  

Ach, Deutschland wird wach???? Hat der saubere Herr Köhler, Häuptling der Deutschen den eigentlich keiner braucht,wieder mal nur für die Regierung gefühlt wie weit die noch gehen kann?
Mir würden so viele Schimpfwörter unterster Schublade für unsere Politiker und Großabzocker einfallen, aber bei der 100% Überwachung (nochmals perfektioniert durch Honneckerfachleute)sollte man sich vor verbalen Entgleisungen hüten!!!

classless 28. März 2009 um 11:21  

Ach Mann, Leute, der Kapitalismus ist die Krise, und sich über besondere Auswüchse aufregen und darüber, wie die Menschen sich gegenseitig verhöhnen - das machen doch alle von der Bildzeitung bis zur Linkspartei.

Wenn ich dem "bösen" Kapitalismus einen "guten" Kapitalismus entgegenhalte, kriege ich bestenfalls den "guten" Kapitalismus und muß weiter lohnarbeiten und das globale Elend mitansehen und kann nichts Wesentliches mitentscheiden.

Der ökonomische Gottesdienst.

Anonym 29. März 2009 um 18:33  

Ich gehöre weder zur einen noch zur anderen Gruppe, bin also weder wirklich reich noch wirklich arm, wohne in einem eigenen Haus, verdiene weder besonders viel noch besonders wenig (so etwa auf A 12-Niveau, aber ohne Beamter zu sein), aber auch ich finde den Vorwurf ungeheuerlich.
Ich habe von ehrlich erworbenem Geld immer Steuern bezahlt und nie etwas hinterzogen, habe mich nicht für Konsumentenkredite verschuldet und bei der Bank nachhaltig auf einen normalen langfristigen Zins gedrängt. Hätte ich spekulative Anlagen, dann hätte mich ein Banker betrogen. Ein großer Teil des angelegten Geldes dient dazu, ein Altersheim zu bezahlen, also der Allgemeinheit Kosten zu ersparen. Im übrigen engagiere ich mich aus einem persönlichen Interesse heraus vielfältig für soziale und kulturelle Anlagen und wende dafür erhebliche Zeit und auch Geld auf. Ich beklage mich nicht über meine Situation, weil wir als Familie bislang sehr erträglich leben können. Wir gehen auch in Urlaub und führen ein klassisches Mittelschichts-Leben, das ich nicht als dekadent bezeichnen würde. Aber es müsste mir jemand konkret sagen, wo ich über meine Verhältnisse gelebt habe.

antiferengi 31. März 2009 um 16:51  

Tja, - auch wenn das hier ein wenig zynisch klingt.

Aber ein Marktplatz der sich Gesellschaft schimpft hat nun mal auch den besten Verkäufer an der Spitze.

Und Ihr müsst zugeben, - schlecht verkauft hat er sich nicht.

Und noch ein Fettnapf.
Seit Jahrzehnten vertrauen, und wählen wir Leute, welche diese Situation geschaffen haben. Und den Spruch vom Gürtel enger schnallen haben wir doch oft genug gehört, oder ?
Deshalb sollten die Auslassungen unseres obersten Verkäufers eigentlich nichts neues für uns sein. Denn auch die vorherigen Sprüche waren genauso unverschämt.
Nur jetzt, - wo die Misere allzu deutlich wird, fällt es wahrscheinlich mal endlich auf.
So gesehen haben wir tatsächlich über unsere Verhältnisse gelebt.

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