Die Herren dieser Gesellschaft liegen zu Tisch

Montag, 2. März 2009

Wie verdeutlicht sich Dekadenz? Wenn selbsternannte Eliten Zustände verteidigen, die sich schon lange verselbstständigt haben, zu leblosen Institutionen modifiziert wurden oder einfach nicht mehr existieren. Treten Gestalten elitären Daseins auf den Plan, um beispielsweise die Stärkung einer linken Partei als Untergang der Demokratie darzustellen, sinniert ein Chef eines Medienunternehmens über Pressefreiheit oder äußert sich ein selbstverständlich pazifistisch motivierter Militarist zur Gefährdung der christlich-abendländischen Weltanschauung durch den Islam, so darf man das getrost als dekadenten Reflex verstehen.

Diese elitären Gecken, wie sie allesamt nach der Reihe in den medialen Bedürfnisanstalten herumlungern, gleichen den der Völlerei zuneigten Zeitgenossen vergangener Tage, der nach guter antiker Sitte, zu Tische lag, sich reichlich Genüsse auftischen ließ und sich nebenher über die Frechheiten des Plebs aufregte. Während er sich Klistiere setzen und Vomitiva reichen ließ, damit noch mehr der Köstlichkeiten in seinen Magen gelangen konnten, entrüsteten er sich darüber, dass der maßlose Plebs genauso wie der wilde Barbar, der vor den Grenzen des Reiches lauere, der Untergang der römischen Zivilisation sei.

Das Warnen und Anmahnen möglicher Gefahren wäre ja noch nicht als dekadent einzustufen, wäre es nicht ein derart bigottes Spiel. Gleich nachdem sich der römische Adel über die Grausamkeiten der Wilden mokiert hatte, mußten freilich die neuesten Meldungen aus den Arenen des Imperiums besprochen, mußte dann und wann die zu Tode gestoßene Karriere eines berühmten Gladiators verbalbetrauert werden. Der angemahnte Niedergang war in der eigenen Maßlosigkeit enthalten, wurde lediglich zur Rechtfertigung der eigenen Lebens- und Genussgier auf andere, auf Plebejer und Barbaren, übertragen.

Die Toga ist aus der Mode, aber das bigotte Spiel ist ein ewiges, scheinbar immer wieder aufführungswertes Schmierenstück selbstgerechter Eliten. Heute führen Vertreter der etablierten Parteien ihr fidei defensor-Stück immer noch und wieder auf, geben sich als Verteidiger des Glaubens, als Demokratieverteidiger folglich zu erkennen, obwohl sie es selbst sind, und ihre Kollegen aus etablierten Parteikreisen, die selbige nach und nach abgebaut haben und auch weiterhin abbauen werden. Während sie zweifelhafte Versammlungsverbote erließen, haben sie gen LINKE geschielt und deren Demokratiefeindlichkeit zum Sujet öffentlichen Diskurses gemacht. Oder da sind jene Medienzaren, ob absoluter Monarch oder nur angestellter Minister ist gleichgültig, die von Pressefreiheit fabulieren, die sich nicht einschränken lassen wollen, obwohl sie sich seit Jahren selbst eingeschränkt haben, im vorauseilendem Gehorsam nicht der Wahrheit, sondern reaktionärem Reformirrsinn gefolgt sind. Was diverse Unternehmerverbände an Veränderungen zu ihren Gunsten wie Gift in die Adern dieser Gesellschaft spritzten, was an Verdrehungen und Dramatisierungen (Stichwörter: "Greisenrepublik", "Deutschensterben" etc.) angestellt wurde - die etablierten Medien haben es unkritisch übernommen und den windigen Thesen damit zu sowas wie Legitimität verholfen. Die einzige Pressefreiheit, die diese Herrschaften kannten, war ihre selbstgewählte Freiheit, nicht frei sein zu wollen. Und dann sind da noch jene Hetzer, die im Islam den Untergang der abendländischen Welt erkennen wollen. Ihre Angstmachereien spielen vor einem Hintergrund, der freilich nicht thematisiert wird: Während die abendländisch-christlich geprägte Welt die islamischen Regionen dieser Erde zerstört, liegt der Dekadente alt-römisch zu Tisch und verdreht die Tatsachen einfach, macht aus denen, deren Lebensumfeld systematisch zerstört wurde, solche, die nun das Abendland zerdeppern wollen; während nur vereinzelte Verirrte mittels Selbstmordattentaten zur blutigen Tat am Abendländischen schreiten, lungern im islamischen Teil der Welt Heere von Terroristen herum, die wir hier netterweise als "Soldaten" bezeichnen.

Das ist Dekadenz, eine Dekadenz, die gerade in schweren Zeiten voll zum Ausbruch kommt. Da verkünden diese Eliten doch tatsächlich, generös wie sie sind, dass auch jetzt, da alles erstmal den Bach hinuntergeht, Demokratie und Freiheit bewahrt bleiben soll, während sich der Bürger seit Jahrzehnten fragt, wohin die Demokratie, wohin die Freiheit verschwunden sind. Die Dekadenz der Machthabenden aus Politik und Wirtschaft zeigt sich darin, dass sie den status quo ante, den Zustand vor der Krise also, wiederherstellen wollen. Merkels Rede am Aschermittwoch hat in dieser Weise vielleicht einen freudschen Versprecher zu bieten, als sie sinngemäß meinte, dass die Banken noch nicht handlungsfähig seien, daher alles zu tun sei, um die Banken wieder so handlungsfähig zu machen, wie sie es vor der Krise waren - das darf als Drohung verstanden werden! Diese selbstherrlichen, von eigenen Gnaden ernannten Eliten, haben kein Interesse daran, den derzeitigen Niedergang derart zu nutzen, um daraus eine gerechtere, sichere Gesellschaft zu verwirklichen - sie wollen zurück, wollen wieder verfestigen, was nun ins Wanken geraten ist. Das ist nicht nur unvernünftig, es ist schier dekadent, und darf man den historischen Parallelen glauben, so ist dies als Anzeichen des vollkommenen Niedergangs zu bewerten - wenn er nicht bald stattfindet, so ist es doch sicher ein Anfang vom Ende.

Daher gilt: Eine Veränderung zu besseren Lebensverhältnissen ist heute weniger denn je, von den Volksvertretern zu erwarten. Sie liegen dekadent zu Tische, beratschlagen darüber, wie sie ihren Besitzstand sichern können, sprechen mit der Zunge Don Fabrizio Corberas, Fürst von Salina (jener Hauptfigur aus Giuseppe Tomasi di Lampedusas Roman "Der Leopard"), der nach der Installation eines neuen Regimes, in welchem er als Aristokrat des ancien régime zum vergänglichen Relikt degradiert wurde: "Es muss sich alles ändern, damit alles so bleibt, wie es ist." Dies ist kein Widerspruch, sondern seit Jahrhunderten gängige Praxis der Eliten - was sich die Dekadenten heute als Lösungen in der Hinterhand halten, soll alles verändern, damit alles beim Alten bleibt. Das ist die wahre Gefahr der Krise. Will man die Fehler, diese maßlose Gier, diesen Expansions- und Profitwahnsinn aus der Gesellschaft der Zukunft verbannen, so muß die Veränderung von unten herrühren - vom Volk, von den Völkern, denn von den Eliten ist nichts zu erwarten als ein Aussitzen zu ihren Gunsten.

12 Kommentare:

christophe 2. März 2009 um 11:58  

Der neue Adel
Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass wir gerade die Geburtsstunde eines neuen Feudalismus erleben. Dieser neue Adel, der sich eine eigene Justiz und eigene Politiker hält, lebt in einer zusehens abgeschlossenen Welt mit eigenen Gesetzen und Spielregeln. Für eine Disconter-Kassiererin gilt daher eine andere Rechtsprechung als für den neuadligen Zumwinkel, der - offenbar wegen einer schlecht kontrollierten Staatsanwältin - unverhofft als Bauernopfer herhalten musste und zur Herausgabe einiger peanuts verurteilt wurde. Machen wir uns nichts vor: Das wird so bald nicht wieder vorkommen. Wer dem neuen Adel angehört, hat nichts zu befürchten, wenn er nicht gerade auf offener Strasse ein Massaker veranstaltet. Hier liegt auch der Unterschied zu den Neureichen Ende des vorletzten Jahrhunderts: Die konnten tatsächlich noch durch Fehlspekulationen in absolute Elend fallen, Emile Zola hat dies anschaulich beschrieben. Heute genießt diese Schicht weitgehende Imunität. Längst ist auch das preussische Dreiklassenwahlrecht wieder in Kraft gesetzt: Wer arm ist, darf zwar wählen, aber er sieht den Nutzen nicht mehr und enthält sich. Die steigende Zahl der Nichtwähler wird zwar gebetsmühlenartig bedauert, doch die Resigation der "Menschen draußen im Lande" ist Teil einer Strategie, die eine 'gelenkte Demokratie' durchsetzen möchte. Der Geldadel wählt sich weitgehend selbst, die Medien lassen die Plebejer am höfischen Leben teilhaben. Nur kein Neid!

Manul 2. März 2009 um 14:24  

Sicher wollen die selbsternannten Eliten den Status wahren und alles so wieder herstellen, wie es vor der Krise war. Es mag sein, dass es auch funktionieren wird, allerdings nur auf Zeit. Längerfristig gesehen ist das heutige Wirtschaftssystem nicht nur unproduktiv und unsozial, sondern auch verschwenderisch und nicht nachhaltig und diese Grössen werden gerade in der Zukunft zu festen Grössen, an denen keiner mehr vorbei kommt.

Unsere selbsternannten Eliten werden also lernen müssen, dass neues Geld nur generiert werden kann, wenn es proportional dazu genügend Schuldner gibt, die bereit sind sich zu verschulden und dass es einen ewigen Wirtschaftswachstum in einer realen Welt gar nicht geben kann. Wirtschaft ist eben nichts anderes ist als eine Symbiose zwischen den Verbrauchern und Produzenten, wo es immer ausreichend Verbraucher geben muss, damit diese bestimmte Produkte und Dienstleistungen nachfragen und Wirtschaftsaufschwung nur dann stattfinden kann, wenn es einen konkreten Bedarf nach bestimmten Produkten gibt.

In allen drei Punkten ist das Gleichgewicht derzeit massiv gestört, um nicht zu sagen, auf Jahre völlig ruiniert. Einige Jahre profitierte man davon, dass in den BRIC-Ländern neue Märkte entstanden sind mit Milliarden von Konsumenten, doch war dieser Aufschwung nur ein Strohfeuer, denn während paar Millionen Menschen in diesen Ländern davon profitierten, änderte sich für die Mehrheit kaum etwas nennenswert, für viele sogar eher zum Schlechten hin. Und der Rest fristet ein kärgliches Dasein wie eh und je, gebeutelt von den hohen Lebensmittelpreisen und reichen Parasiten, die hektarweise ihr Land aufkaufen. Wo sollen also noch in der Zukunft die Konsumenten herkommen?

IMHO kann es deshalb nicht so weiter gehen, auch wenn das Status Quo manchen Leuten gefallen mag. Es gibt eben nicht mehr nur den reichen Westen mit seiner Bourgeoisie, die gerne die Weltordnung diktieren würde und die deshalb meint sich überall einmischen zu müssen. Nicht zufällig werden einige lateinamerikanischen Länder und ihre Führer grösstenteils verteufelt, da sie etwas tun, was in unserer ach so zivilisierten Welt ein Unding wäre - sie machen eine Politik zugunsten der Sozialschwachen und zulasten der alten Kolonialeliten, die jahrzehntelang nichts anderes taten als die einheimische Bevölkerung zu knechten und auszunutzen. Und jemand, der eine solche Politik macht, kann schliesslich nur ein schlimmer Populist und Antidemokrat sein.

Manche Länder werden aber so oder so ihren Weg gehen und werden sich immer weniger auf die Befindlichkeiten der westlichen Bourgeoisie Rücksicht nehmen, erst recht die Länder, die jahrzehntelang gerne von den USA und ihren Verbündeten bis aufs letzte Hemd ausgezogen wurden.

Für viele aber, wo es nichts mehr zu holen gibt, wird es um das reine Überleben gehen. Revolten und ganze Völkerwanderungen von Flüchtlingen sind da schon vorprogrammiert. Da können EU und USA einen Limes von 10 Meter Höhe bauen und jeden, der sich dem auf 20 Meter nähert, erschiessen und sie werden trotzdem die Lage auf längere Sicht nicht beherrschen. So sind wir also wieder beim Alten Rom, was genauso durch heidnische 'Migranten' zersetzt wurde und letztlich völlig überschuldet scheiterte.

Auch unsere Bourgeoisie wird noch lernen müssen, dass ein Teil der Welt nicht auf Kosten vom Rest leben kann - genauso wie in der Gesellschaft eine Minderheit nicht auf Kosten der Mehrheit auf Dauer friedlich leben kann.

Anonym 2. März 2009 um 16:29  

Ich werde mich immer an diese Szene erinnern.
Sandra Maischberger interviewte Seehofer , damals noch Gesundheitsminister unter Kohl. Im Flüsterton obwohl auf Sendung äußerte er sich gegenüber der Interviewerin, dass Langzeitarbeitslose doch nur Alkoholiker oder Drogenabhängige sein können.

Jan Perlak 2. März 2009 um 17:18  

In welcher Form wird diese Dekadenz als nächstes in Erscheinung treten? Ein gewisser Mann, Christopher Flowers könnte der Freihandels-Partei-Deutschland (FDP), neuen Auftrieb geben. Wie einst Hindenburg schiebt sie der politischen Linken die Schuld am Untergang des Vaterlandes zu. Wenn alsbald Ökonomen und Politiker merken und staunen, dass es Deutschland ja doch nicht nur stärker trifft als gedacht, sondern auch stärker als Blasen-Spanien und Blasen-Großbritannien, wird einer nicht staunen: Guido Westerwelle.

Er wird dem ratlosen Publikum erzählen, woran es denn gelegen hat. Im Frühjahr 2009 beschritt die CDU/CSU-SPD-Regierung einen Weg, der des Teufels ist: den Weg zur Enteignung, den Weg zur DDR light. Wer da enteignet werden sollte, konnte man am Beginn dieses Beitrags lesen.

Die Person ist jetzt auch nicht so wichtig. Es ist auch nicht so wichtig, ob es denn überhaupt zu der Enteignung kommt, oder der bissige Gefährte im Bundesfinanzministerium den Herrn F. doch noch freikauft. Worauf es ankommt, ist die pure Drohung, irgendwann, zur "ultissima ratio" zu greifen – die daran besteht, das Volk nicht zu enteignen und den Investor vor Verlusten zu bewahren.

Diese Drohung ist nämlich dereinst der Todesstoß für die deutsche Konjunktur gewesen – möglicherweise und in der Interpretation von Guido Westerwelle. Der sagte schon vor einigen Tagen: "Konjunkturprogramme sind nutzlos, wenn ein einziges Enteignungsgesetz die Investoren aus Deutschland vertreibt". Recht hat der Mann! Prompt verlässt Herr F., seines Zeichens Multimillardiär und Investor, das Land der sozialen Marktwirtschaft. Denn: Das "Investitionsklima" hat sich verschlechtert. Deutschland hat es mit seinem Sozialismus-Wahn also wieder einmal zu weit getrieben. Nicht die USA seien Schuld an der Verschlimmerung der Krise, sondern Deutschland – ganz alleine! Staatsversagen statt Marktversagen. Wenn schon bald die Arbeitslosenzahlen trotz Statistikschummelei kräftig in die Höhe schießen, wird es das Enteignungsgesetz gewesen sein, was die Investoren verprellt, denn Kapital ist ein scheues Reh.

Der Überwachunsstaat weiß in Person von Wolfang Schäuble ganz sicher schon, welches Gespräch heute – ganz diskret – zwischen Guido W. und Christopher F. geführt wurde. Das Gespräch begann wie folgt: "Herr Flowers, im Namen der Freien Demokratischen Partei Deutschlands danke ich Ihnen ganz herzlich für die gelungene Wahlkamphilfe!"

epikur 2. März 2009 um 20:06  

Ich muss Dir Recht geben.

Unter diesen Umständen könnte man zynisch hoffen, dass wir im Herbst eine schwarz-gelbe Regierung haben, welche eine knallharte Kürzungspolitik durchdrückt, um die Milliarden Bankgeschenke von heute vom "einfachen Mann" wieder einzutreiben. Anders scheinen viele Deutsche ja nicht aufzuwachen und aufzustehen.

Anonym 3. März 2009 um 01:23  

http://www.youtube.com/watch?gl=DE&hl=de&v=7nwFsTXWUkk

Fuchsi 4. März 2009 um 10:56  

Was verbreitete der Adel damals und das Volk akzeptierte das?
'Das ist die gottgewollte Ordnung'!
Wenn ich mich heute mit Leuten unterhalte, sehe ich genau diese Haltung.
'Das ist halt so, dass kann man doch nicht ändern'!
Das war deutlich an den "Protestwählern" in Hessen zu sehen, die die FDP wählten um der CDU eins auszuwischen(!).
Solange die Masse der Wähler das glaubt was ihnen die Medien hinwerfen, werden sie weiter ihre Schlächter wählen.
'Die bösen Linken sind der Untergang'!
Nur haben die kurioserweise noch nie in DE regiert und das Land ist trotzdem in der Krise!!!
Sowas hinterfragt aber kaum jemand.
Traurig, aber wahr!
Kleiner Tip:
http://www.28maerz.de/

Zweckoptimist 4. März 2009 um 12:29  

Lieber Roberto,

ich finde den Artikel hervorragend, erlaube mir aber doch eine Anmerkung. Im Text ist immer die Rede von der "selbsternannten Elite". Ich halte das für unzutreffend und sogar irreführend. "Elite" ist letzten Endes, bei genauerer Betrachtung, nichts anderes als genau der Abschaum, den WIR zulassen. Was die sich erlauben können und was nicht, das bestimmen gesellschaftliche Kräfteverhältnisse, das bestimmt die Hegemonie in UNSEREN Köpfen. Um zu verdeutlichen, was ich meine, zitiere ich hier mal (im engl. Original) die letzten Zeilen aus Maurice Ogdens "The Hangman":

"You tricked me Hangman." I shouted then,
"That your scaffold was built for other men,
and I'm no henchman of yours." I cried.
"You lied to me Hangman, foully lied."

Then a twinkle grew in his buckshot eye,
"Lied to you...tricked you?" He said "Not I...
for I answered straight and told you true.
The scaffold was raised for none but you."

"For who has served more faithfully?
With your coward's hope." said He,
"And where are the others that might have stood
side by your side, in the common good?"

"Dead!" I answered, and amiably
"Murdered," the Hangman corrected me.
"First the alien ... then the Jew.
I did no more than you let me do."

Beneath the beam that blocked the sky
none before stood so alone as I.
The Hangman then strapped me...with no voice there
to cry "Stay!" ... for me in the empty square.

Langer Rede kurzer Sinn: Wer nicht wieder dort landen will, wo wir nach 1929 standen, der muss sich JETZT wehren. Z. B. auch mit Blogs wie diesem.

In diesem Sinne: Weiter so.
Viele Grüße
Zweckoptimist

Anonym 4. März 2009 um 14:33  

Stichwort Neofeudalismus. Einerseits stimmt es, dass die sogenannten Eliten anscheinend schalten und walten können ad libitum, andererseits trifft dieser Terminus die Verhältnisse nicht ganz, ja es ist sogar noch schlimmer, weil die herrschenden Klassen einen riesigen Propagandapparat zur ihrer Verfügung haben, der die Realität zu ihren Gunsten manipuliert und verfälscht. Motor der Revolutionen im Feudalismus, die leider gescheiterten Bauernaufstände in Deutschland, dann die erfolgreiche Revolution in Frankreich 1789 war im Vergleich zu heute eine Sinnenklarheit,d.h. der frondienstleistende Bauer wusste sehr wohl, dass er z.B. drei Tage auf dem eigenen Acker für sich und drei Tage auf dem Acker des Herren für fremden Willen arbeitet. Diese Sinnenklarheit ist verloren gegangen auch zum Teil durch den kapitalistischen Fortschritt. (Höhere Produktivität durch Arbeitsteilung etc) und zum Teil auch durch das Aufkommen der Zivilgesellschaft,Aufschlussreich sind die Schriften von Gramsci und Rosa Luxemburg. Letztere schreibt über die russische Revolution von 1905:
"Den ganzen Frühling des Jahres 1905 hindurch bis in den Hochsommer hinein gärte im gesamten Riesenreich ein unermüdlicher ökonomischer Kampf fast des gesamten Proletariats gegen das Kapital, ein Kampf, der nach oben hin alle kleinbürgerlichen und liberalen Berufe:Handelsangestellter,
Bankbeamte, Techniker, Schauspier, Kunstberufe ergreift, nach unten hin bis ins Hausgesinde in das Subaletrnbeamtentum der Polizei, ja bis in die Schicht des Lumpenproletariats hineindringt und. gleichzeitig aus der Stadt aufs flache Land hinauströmt und sogar an die eisernen Tore der Militärkasernen pocht."
Von einer solchen vorrevolutionären Situation sind wir in den entwickelten Industriestaaten meilenweit entfernt, eben wegen der Manipulation der meisten Medien, die sich rein zufällig? in Hand der herrschenden Kreise befinden.

otti 4. März 2009 um 16:29  

Les' ich Dekadenz,
denk' ich an Intransparenz.
Das versammelte Schweigen im Walde.

Omerta.

Eine ehrenwerte Gesellschaft.

PS
Ayn Rands Undertaker (Totengräber)
- vom Selbstverständnis amerikanischer und neoliberaler Eliten

dagegen

Ravi Batras Zukunftsentwurf

Anonym 4. März 2009 um 19:03  

Ich bin das erstemal auf dieser Seite und doch sehr Erstaunt, wieviele Gleichgesinnte es in Deutschland gibt!
Vieleicht schaffen wir es ja doch
nocheinmal in die soziale Marktwirtschaft!

Anonym 4. März 2009 um 19:04  

neuer Adel alter Adel, wie soll man sich denn in diesen Wahlzeiten verhalten?

Solange der Mensch Mensch ist wird sich meiner Meinung nach auch der Adel oder die Elite halten. Es gibt keine Beispiele der Geschichte, in der das Volk (oder ein Dorf) ohne den sogenannten Adel ausgekommen ist. wenn von 1000 Menschen einer in den Adel aufsteigt, nimmt er die entsprechenden Eigenschaften der Klasse an.

Wie soll unsere Utopie aussehen?

Kann nicht mal jemand eine Partei gründen die sich Lobyisten verschließet, in der Kompetenz vor Bekanntheit? oder Beziehungen steht, die versucht das bestmögliche zu unternehmen, die nicht nur an die nächste Wahl denkt, in der die Abgeordneten(lach) das ausprechen was sie denken....


Bin ich der einzige Bürger der sie wählen will?

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