Brüderle und Schwesterle im Geiste

Freitag, 1. Februar 2013

Da gibt es einen wilhelminisch gebarteten Fernsehkoch. Der tätschelt seinen Kandidatinnen gerne mal das Lendchen, macht anzügliche Bemerkungen über potenzielle Schäferstündchen nach der Sendung und ist ihnen nur im Brustbereich auf Augenhöhe. Indes ein rauschgoldengelgelockter Moderationsgreis an Samstagabenden seinen weiblichen Gästen talkend an die Schenkel griff, keine Chance ausließ, um auf Tuchfühlung zu gehen und stets durchschimmern ließ, dass er mehr Nähe zu "... einer schönen Frau wie Du es bist" (so sein vielmaliger O-Ton) wünsche. Dieses widerliche Verhalten geschah und geschieht vor aller Augen und erntet Applaus, erhält Lacher, findet man irgendwie galant und niedlich und unterhaltsam.

Ob das alles gleich sexistisch ist, kann hier nicht grundlegend geklärt werden. Es ist jedenfalls schon lächerlich, dieses zweideutige Palaver und dieses unbeholfene Gefingere als Beleg für eine Machogesellschaft, eine Sozietät des Sexismus herzunehmen. Da gibt dieser gelbstichige Fraktionsvorsitzende den angegrauten Galan, beehrt mit verbrauchten Altmännercharme und prompt hockt die Schwarzer beim Jauch und gibt die Sexismus-Präventionshelferin.

Ja ja, den Brüderle haben sie also bei jenem öffentlich-rechtlichen Sender als Thema politischen Talks gefunden, in denen Köche und Moderatoren mit exakt demselben Verhalten punkten und als Garanten von Quote galten und gelten. Diese Herren spielen in einer Liga mit dem Vorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion, sie sind ihm Brüderle im Geiste. Wenn aber der Koch grapscht, dass alle Lichter ausgehen, dann gilt das als onkelig und das Publikum findet seinen frechen Charme einfach umwerfend. Dem besagten Moderatoren sagte man einen gottgleichen Schalk nach, der immer dann aufblitzte, wenn er die Weiblichkeit nach allen Regeln des Doktorspiels auf seiner Couch befühlte.

Dieses als Sexismus bezeichnete Lebensgefühl einiger angejahrter Männer ist ganz sicher nicht das Bild des Mannes schlechthin. Und es ist ja nicht mal auf den Mann alleine zu münzen. Wenn diese oben genannten Figuren ihr abgestandenes Getatsche mit peinlichen Sprüchen von zivilisatorisch domestizierter Notgeilheit garnieren, dann prustet ja nicht nur triebhaftes Mannesvolk, sondern ein ganzes Publikum, mit allem was darin so an Geschlechtern sitzt, findet das ja lustig und unterhaltsam. Ach, was ist der Koch heute wieder ulkig! Und man könnte noch weitergehen und den Teil der Frauenwelt heranziehen, der sich gegenseitig berät, der untereinander empfiehlt, sich nett anzuziehen, um irgendeinem Mann aus irgendeinem Grund zu gefallen. Ist das nicht auch irgendwie sexistisch? Wenn so ein Brüderle im Geiste meint, ein Dirndl würde gut passen, dann ist diese genierliche Zote eines greisen Feuchttraums schon Sexismus. Wenn Frauen sich jedoch raten, ein Dirndl obenrum stattlich auszufüllen, das Holz anständig vor der Hüttn zu stapeln, um der Männerwelt ein Stimulus zu sein, dann ist das hingegen kein Sexismus. Keiner gegen das eigene Geschlecht gerichtet und keiner gegen das andere.

Das, was wir hier Sexismus nennen, ist nicht die Nische altbackener Kerle, die ihren Altherrenwitz als eine Form antiquierter Galanterie mit in diese Zeit genommen haben. Es ist ein Lebensgefühl, eine gesamtgesellschaftliche Gemütsstimmung, ein anzüglicher Konsens. Wenn man für die Unterhaltung tätschelt und Süßholz raspelt, dann nennt sich das Flirt oder Lockerheit. Und Männer für generell so beschränkt zu halten, schon beim Anblick enger Oberteile mit einer durch Blutzufuhr entstandenen Enge in der Jeans zu reagieren, ist nicht mal mehr sexistisch - das nennt man heute arrogant einfach ein Abbild der Wirklichkeit.

Denn bei Jauch ist man natürlich gleich bei der Sache gewesen. Aus dem abgeschmackten Herrenulk wurde gleich die allumfassende Sexismus-Debatte destilliert. Jetzt ging es nicht mehr nur um halblahme Anmachen und um altherrliche Poeme eines provinziellen Bonvivants - jetzt war der ganz große Sex thematisch zu schlachten. Frauen berichteten davon, wie die Männerwelt sie eindeutig mit Zweideutigkeiten zum Sexobjekt degradiere, wie sie angefingert und angefasst werden und wir immer noch in einem Land geifernde Lüstlinge lebten. Das Morgenmagazin legte tagsdrauf nach, fragte Passantinnen nach Sexismus-Definitionen. Wenn mir ein Mann ein schlechtes Gefühl vermittelt, ist das Sexismus, sagte da eine der Damen tatsächlich. So kann jeder Kerl zum Sexisten werden. Nochmal einen Tag später präsentiert dieses Morgenmagazin einen verkappten Reporter, der den Sexismus-Test machte. Dabei ging er in eine Boutique, ließ sich erst beraten und fragte die Verkäuferin dann, ob sie einen Kaffee mit ihm trinken gehe. Oho, dreister Sexismus du, was trinkst du gerne Kaffee!

Aber wenn mal wieder in einer Küchenschlacht der Kaiser-Wilhelm-Bart irgendeine "meine liebe Erika, wie wär's mit uns beiden" (so sein vielmaliger O-Ton, Name austauschbar) abschlabbert, ihr an die Filetstücke tastet und sie zu einem Stündchen hinter den Kulissen anschäkert, dann kann man mit dieser Peinlichkeit gesellschaftlich durchaus leben. Ebenso wie mit jenem Bericht im Morgenmagazin, der gleich nach dem Sexismus-Reporter ausgestrahlt wurde. Darin waren des Bahnradlers Robert Foersters Oberschenkel zentraler Punkt, ein ganzer Kerl sei das und aus dem Off tönten Salt 'n' Pepa und En Vogue mit ihrer Coverversion von What a Man. Das aber ist lediglich flapsige Berichterstattung ...

Diese Zeilen wollen Brüderles gebrechliche Galanterie, diesen Ausbund an gönnerhafter Konzilianz und herabschauender Arroganz, gar nicht beschönigen. Diese Unart, mit der er und einige seiner Brüderle (und Schwesterle) im Geiste, jeder Frau als Kompliment einen Abklatsch von Brunftgehabe und Avancen auftragen, ist peinlich und würdelos. Beschämend und unanständig - mehr allerdings schon nicht. Und andersherum ist es nicht minder blamabel, wenn Frauen à la Sex and the City Männer bewerten und männliche Geschlechtsteile im Geiste vermessen. Es hätte ja gereicht von Peinlichkeit und Fremdscham zu sprechen - aber nein, es muss ja immer gleich der ganz große Coup her; unter dem Label Sexismus machen wir es gesellschaftlich nicht mehr, wenn wir von peinlicher Anmache sprechen.



21 Kommentare:

Anonym 1. Februar 2013 um 06:57  

Lieber Roberto,

mal wieder treffend auf den Punkt gebracht! Genau so ist es nämlich: Es wird ständig und überall mit zweierlei Maß gemessen...
Und man darf auch nicht vergessen, dass die Journalistin Herrn Brüderle zuvor sehr takt- und respektlos auf sein Alter angesprochen hatte. Damit hat sie ja selbst ebenfalls eine Grenze überschritten - zwar nicht die des Sexismus, wohl aber die der Altersdiskriminierung. Erst aus dieser albernen Provokation entstand ja der anrüchige Dialog...
Liebe Grüße, Saby

Anonym 1. Februar 2013 um 08:06  

Der "Kaiser-Wilhelm-Bart" und der "göttliche Schalk" sind aber nun mal nicht Vorsitzende einer deutschen Regierungspartei mit Vorbilfunktion, die seit 2 Jahren über ihre jugendliche Runderneuerung diskutiert. Was nicht heißen soll, dass die Fernsehfuzzis sich das erlauben dürfen.

Der Verweis auf diese Grabbler ist aber ein Ablenkungsmanöver. So, als ob sich ein ziemlich übergewichtiger Mensch mit der Erklärung rechtfertigt, es gäbe dort und dort noch welche, die viel dicker seien als er selber.

80.000 Twitter-Einträge mit Schilderung ähnlicher Erfahrungen auf dem Hashtag "aufschrei" läßt Du einfach unter den Tisch fallen, damit es zu Deiner Behauptung passt, Sexismus dieser Art sei doch nicht ein gesellschaftlich diskussionswürdiges Phänomen.

Und wem lieber Robert gestehst Du in derartigen Fällen die Deutungshoheit zu? Den Opfern oder den Tätern?

Bisher habe ich nicht kommentiert, wenn Du Dich zur Gender-Problematik
geäußert hast. Aber Deine Analyse, dass es keinen sexistischen Backlash in der Frauenbewegung gibt, teile ich nachdem was nun von den jüngeren Frauen hochgespült wird, absolut nicht.

Trotz meiner Vorbehalte gegenüber der BILD-Journalistin, Lifestyle - und Mittelschichtsfeministin Alice Schwarzer finde ich ihre Bemerkung bei Jauch korrekt, dass dies in den letzten 10-20 Jahren die Reaktion der Männer ist, seit junge attraktive, gut ausgebildete, erfolgreiche und kompetente Frauen mit ihnen um die
gut dotierten Arbeitsplätze konkurrieren.

Roberto De Lapuente 1. Februar 2013 um 08:23  

Manchmal ist eine Zigarre nur eine Zigarre. Und manchmal ist ein alter Depp nur ein alter Depp.

monebeni 1. Februar 2013 um 08:24  

Lieber Roberto,

zunächst mal Danke für diesen wie immer sprachlich brillanten Artikel. Leider bin ich weniger sprachgewandt, hoffe aber dennoch verständlich zu sein.
Zum Thema: ja, das ist verlogen, aber auch von Jauch und Co hinreichend bekannt.
Was mich angeht: es ist vielleicht, wenn wir mal oberflächlich bleiben wollen, nur der Neid, der aus mir spricht, war ich doch noch nie eine dieser Frauen, die mit einem Klimpern ihrer Wimpern einen Mann nahezu alles abgewinnen könne. Ich hingegen habe dieses Spiel meist nur mit Entsetzen beobachtet.
Den besagten Koch habe ich nur ein einziges Mal in Aktion beobachtet, mich danach angewiedert abgewandt, doch das Publikum scheint es nicht zu stören, dass sich da einer "Sternekoch" schimpft und Werbung für Fertigsaucen macht:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/werbung-fuer-fertigprodukte-lebensmittel-waechter-prangern-fernsehkoeche-an-a-687533.html

Ja, sie sind verlogen, diese Medien, aber ist uns das neu? Lesen nicht viele von uns hier oder in den Nachdenkseiten gerade darum mit, weil sie eben dies wissen?
Die ARD leistet sich einen seichten Jauch ebenso, wie ein Panorama mit Informationsgehalt und Tiefgang, na und? Ich bin froh, dass es Panorama gibt und erspare mir und meinen Nerven Jauch und Co.
Aber wird durch diese Bigotterie auch die ganze Debatte überflüssig?
Und was ist dann mit den anderen Debatten die wir führen? Muss man nicht gerade in einer Welt, in der Hartz 4 mit Florida Rolf und Werbung nur mit nackten Frauen in Verbindung gebracht wird, in der sich junge Mädchen zu Tode hungern, weil sie aussehen wollen wie digital nachbearbeitete Models, in der Menschen als Humankapital angesehen werden genau darauf immer wieder hinweisen?
Ist es nicht genau das, was Du mit ad sinistram tust, den Finger wieder und wieder in die Wunde zu legen?
Ja, die Diskussion ist verlogen und läßt mich im Augenblick zutiefst traurig zurück, weil ich mir des Problems durchaus bewußt bin, denn ich bin weder Dax-Vorständin, noch Boxerin, also ja, andere haben Macht über mich und dies war mehr als einmal ein Problem.
Ist das Sexismus? Weiss ich nicht.
Ist Sexismus und dessen Toleranz ein Problem? Auf jeden Fall! Denn wenn man uns tagtäglich zeigt, dass nur das Recht des Stärkeren zählt und wir das auch täglich so erleben, dann wird aus dieser Unterdrückung Zeitgeist, dann empfinden wir dies als normal. Und was bei so etwas herauskommt ist dann das hier: http://www.piratenweib.de/legitimate-rape

Anonym 1. Februar 2013 um 09:11  

Hallo Saby,
in der Logik von Roberto könnte ich jetzt auch noch viel viel schlimmere Beispiele von alltäglichem Altersrassismus (Altersdiskriminierung) anführen.

Zum Beispiel ist es heute kaum noch möglich, ein vakuumverschlossenes Malmeladenglas mit eigener Kraft zu öffnen, es sei denn, man geht mit 70 noch zum Body-Building.

Und hast Du schon mal versucht, als steuerpflichtiger Rentner Deine Steuererklärung über das angeblich so unbürokratische "Elster"-System abzugeben? Es kosten einen halben Tag Zeit, bis Du überhaupt den Vordruck siehst. Bis dahin möchtest Du mehrmals den PC an die Wand klatschen.

Und das Tarifsystem der DB ist auch nicht für Ältere gemacht. Schon mal einen Greis vor dem Fahrkartenautomaten der DM stehen gesehen? Also diese Argumentation hilft in de Debatte nicht weiter und lenkt nur vom Thema ab.

ulli 1. Februar 2013 um 09:39  

Mich erinnert diese Brüderle-Geschichte an einen Schwank aus der Adenauer-Ära: Dirndl, Tanzkarte (was immer das genau sein mag) und Handkuss (Handkäs). Mein Gott...

Letztlich scheint sie mir ein Indiz, dass das Land immer protestantischer wird: Gegen das Rauchen wurden bereits wahre Kreuzzüge geführt, sodass jeder, der sich eine Zigarette anzündet, vermutlich wie ein Schwerverbrecher gegen sich selbst vorkommt. Jetzt wird das nächtliche Anbaggern von Frauen verteufelt. Als nächstes tabuisieren sie wahrscheinlich das gute Essen und den Rotwein.

An der Spitze steht Pastor Gauck und regiert werden wir von Pastorentochter Merkel: Jetzt wird nur noch gespart, gedarbt, sich eingeschränkt und prekär geschuftet zum Wohle der Wettbewerbsfähigkeit, der neuen Inkarnation Gottes.

Anonym 1. Februar 2013 um 12:08  

Die Journalistin mußte mit der Veröffentlichung so lange warten, bis Brüderle wieder nüchtern war. Danach hat er ihr dann Versöhnungssex angeboten.

Anekdote über eine schlagfertige Feministin:
Er: "Sie haben aber nicht sehr viel Holz vor der Hütte!"
Sie: "Um Ihr Würstchen zu grillen, reicht es allemal.!"

baum 1. Februar 2013 um 12:11  

Vorbemerkung zum Begriff des Teufels (wikipedia):

>>Der Teufel (von griechisch Διάβολος, Diábolos, wörtlich ‚der Durcheinanderwerfer‘ im Sinne von ‚Verwirrer‘, ‚Faktenverdreher‘, ‚Verleumder‘; lateinisch diabolus) .... <<

In einer Zeit der moralischen Verwahrlosung weiß in der Regel die rechte Hand nicht mehr, was die linke tut. So erklärt sich die Schizophrenie .... derzufolge das, was die Köche und Moderatoren tun, ganz selbstverständlich ist, während da, wo man ein Thema künstlich aufblasen kann, genau das gleiche zum Skandal wird.

Lazarus09 1. Februar 2013 um 14:25  

Blabla ... wie wäre die Reaktion ausgefallen wenn der Brüderle..Brad Pitt oder George Cloony gewesen wäre ?

..wahrscheinlich würden Madame noch in 20 Jahren schwärmen das einer der beiden ihr auf die Dingsda geguckt hätten ... es ist schön ärmlich was hier für eine Show veranstaltet wird . just my 20p

Hartmut 1. Februar 2013 um 14:33  

...was soll man dazu noch sagen..... Moral und Ethik haben ausgedient...basta, und wer noch ein Gewissen hat... naja...ist selber Schuld... :-(

@ulli

Volltreffer - genau so ist es.

Anonym 1. Februar 2013 um 17:40  

Ist es nicht so, dass man nie sagen kann, es ist "DIE FRAU" ?
Jede ist anders, jede mag es anders und nicht jede hat ein Problem mit Anbaggereien. Da muss man doch schon ein wenig differenzieren.
Und wie oben (treffend) gesagt, sorgen manche Frauen mit ihrem Erscheinungsbild durchaus auch dafür, dass hormonumnebelten Kerlen und solchen, denen nie vernünftiges Benehmen oder Respekt gegenüber einer Frau beigebracht wurde, der Unterkiefer herunterklappt und dämliches Gebalze aus der Futterluke entweicht. Und Lazarus hat ebenso treffend angemerkt, dass Anzüglichkeiten unter Umständen sehr unterschiedlich angenommen werden, je nachdem wer sie anbringt.
ABER: Wenn ein Holzkopf wie Brüderle nicht schnallt, dass sein abgestandener Charme bestenfalls Fliegen tot von der Wand kippen lässt, und sein Objekt der Begierde durchscheinen lässt, dass es solches Verhalten nicht billigt, sollte er seine Bemühungen sofort einstellen und sich ggfs entschuldigen. Dazu ist aber ein selbstgefälliges Subjekt wie dieser Kerl nicht fähig. Obendrein ist so ein Verhalten nicht nur von größter Dummheit geprägt, sondern auch extrem unprofessionell. Dazu passt auch hervorragend, dass Parteikollege Kubicki, der ja ein Muster-Macho-Chauvi und mit Selbstbewusstsein total überladen ist, Brüderle zur Seite springen muss und sofort eine Hetzkampagne aus dem Zylinder zaubert.
All dies entlarvt doch hauptsächlich eine unbestreitbare Tatsache: diese Chauvi/Macho-Typen, egal ob Politiker, "Prominenter", Chef oder als Straßenbahnmitreisender - man hat keinen Respekt !
Es ist die Respektlosigkeit, die all dies erst möglich macht.
Und das Phänomen greift bei Vertretern beider Geschlechter, die meinen, Macht ausüben zu müssen.

Anton Chigurh

Anonym 1. Februar 2013 um 18:18  

Hervorragend geschrieben,danke liest sich sehr gut.Diese ganze Heuchelei und Doppelzüngigkeit ist eh schon schwer zu ertragen.

landbewohner 1. Februar 2013 um 18:49  

zu anonym 8h06

"80.000 Twitter-Einträge mit Schilderung ähnlicher Erfahrungen auf dem Hashtag "aufschrei" läßt Du einfach unter den Tisch fallen,"

natürlich und zu recht. so ein twitter-gehype sagt doch schließlich nichts oder zumindest wenig über die twitterer aus. da macht man einfach mit, weil ein bürderchen einem schwesterchen im vollrausch unter den rock gepackt hat - oder so ähnlich. leider sind mir weder der bartkoch noch der gottmensch bekannt - nicht einmal mittels tv - dafür würde ich als frau diesen beiden kräftig eine aufs auge hauen, für so ein brüderchen würde mir dagegen ein flappsiger spruch reichen.

maguscarolus 2. Februar 2013 um 10:17  

Der ganze geschlechtsbezogene Gleichstellungsrummel hat durchaus etwas von "divide et impera". Man muss möglichst viele Gruppen gegen einander in Stellung bringen, um die wirklichen Interessen der "Eliten" in aller Ruhe verfolgen und pflegen zu können.

Dass es in Wahrheit nur um die sozialen Diskrepanzen geht – man vergleiche etwa die Interessen der Dame von der Leyen mit denen einer x-beliebigen allein erziehenden ALG-II-Bezieherin – das muss ins Auge fallen!

Schöner Blog-Artikel dazu:

http://le-bohemien.net/2013/02/01/contra-frauenquote/

Anonym 2. Februar 2013 um 12:06  

ANMERKER meint:
Da hast Du ja eine spannende Diskussion losgetreten, Roberto.Ich muss gestehen, dass alles etwas verwirrend daherkommt: Ist es nur der altbackene Brüderle, dem das junge Schwesterle, das ihn ja immerhinlange Zeit begleitet hatte, einfach eins hätte überbraten können - und fertig ODER ist es die junge Journalistin, die sich vom Stern dazu missbrauchen (sic!) lässt, allen zu zeigen, wie das wahre Gesicht des Wahlkampfgesichts der FDP aussieht, statt den Herren mit politischen Argumenten zu bekämpfen ODER geht es tatsächlich um Sexismus in einer von Heuchelei und Zynismus (Dschungelcamp bekommt GRIMMEPREIS!) geprägten Gesellschaft wie der unseren? Schwer zu durchsschauen. Dennoch finde ich Deinen Mut zur Einordnung dieses Spektakels sehr gut. Allein dass dadurch die alltägliche Heuchelei und die Verblödungsmaschinerie benannt und rege diskutiert wird ist schon ein großer Gewinn.
MEINT ANMERKER

Anonym 3. Februar 2013 um 10:38  

Ich muß hier auch mal meinen Senf dazugeben. Erstmal volle Zustimmung für den Artikel. Das könnte man treffender nicht ausdrücken.
Was jetzt den schnauzbärtigen Koch betrifft, macht er ja nicht nur Werbung für Fertigsaucen, sondern auch noch für die BILD. Wie übrigens viele "Promis" auch, aber das nur nebenbei. Und schon schließt sich doch der Kreis zu der schwarzen BILD-Schreiberin. Merkt ihr was? Springer wird doch nicht wollen, daß sich zwei ihrer Protagonisten streiten, oder?
In diesem Sinne: Schönen Tag noch!

Anonym 3. Februar 2013 um 11:30  

Also wenn mir hier jetzt auch noch meine natürliche Altersgeiheit als Sexismus ausgelegt wird, dann gehe ich aber auf die Barrikaden. Das hat eine Jahrtausende alte Tradition und die Mädels wissen das ja auch und können damit umgehen. Ab und an erbarmt sich sogar eine, für eine Spritztour im hauseigenen Porsche z.B.

-1

:)

PeWi 3. Februar 2013 um 18:29  

Es geht doch gar nicht um dumme Sprüche. Vor einem Jahr hat es der Journalistin doch auch nichts ausgemacht, Ziel einer doofen Anmache zu werden. Jetzt, da Brüderle oberschter Kandidat der Gelbpollunderten ist, plötzlich ein Aufschrei wegen solcher dummen Sprüche. Als ob Frau nicht genug Ego hätte, dumme Sprüche zu kontern und den Anmacher dumm dastehen zu lassen. Sexismus ist doch etwas ganz anderes. Zeig mir mal die Frauen, die noch nie - ich betone NIE - mit ihrem Frausein punkten wollten. Manches geht mit Wimpern klimpern halt einfacher. Wir Menschen sind halt so. Wir sind zwei Geschlechter, die sich anziehen oder abstoßen. Ansonsten wären wir ja Androgyne; SciFi lässt grüßen. Lassen wir uns lieber nicht ablenken von wirklichen Ungerechtigkeiten und Gleichberechtigkeitslücken und überlassen es den Boulvard über schlechtes Benehmen zu reden. Dieses Aufbauschen ist widerlich und lenkt nur davon ab, was in dieser Gesellschaft wirklich kaputt ist.

Lazarus09 3. Februar 2013 um 20:25  

Die Sexisten Welle ebbt gerade ab aber hey hier kommt Rettung .. die bösen Salafisten haben sich bereit erklärt den "schwarzen Peter" für ne Weile zu halten ..

Wenn das jetzt nicht der rechte Moment ist die Vorratsdatenspeicherung zu fordern ... einfach nur lächerlich mit was die Systempresse die Leute beschäftigt hält

Hartmut 3. Februar 2013 um 22:23  

Ich finde es einfach immer nur wieder irre, wie die Menschen hier von den wirklichen Problemen abgelenkt werden..... hierzu sollte doch der Karneval ausreichen....

Ute Plass 5. Februar 2013 um 22:28  

Auch wenn die aktuelle ‘Sexismus-Debatte’ nicht unbedingt ein vergnügliches Thema zu nennen ist. so habe ich diesen Beitrag von Roberto De Lapuente mit seinem intelligenten Wortwitz und seinen geistreichen Sprachbildern mit großem Vergnügen gelesen. Allerdings widerspreche ich dem letzten Satz dieses Artikels, der da lautet: “Es hätte ja gereicht von Peinlichkeit und Fremdscham zu sprechen – aber nein, es muss
ja immer gleich der ganz große Coup her; unter dem Label Sexismus machen wir es gesellschaftlich nicht mehr, wenn wir von peinlicher Anmache sprechen.” Wichtig und notwendig war und ist der #Aufschrei, von dem zu hoffen ist, dass er nachhallt und wir beginnen über Machtstrukturen und Machtmissbrauch zu reden und darüber wie das gute Leben für alle endlich Wirklichkeit werden kann. Weiterführend: http://antjeschrupp.com/2013/01/25/wie-lappalien-relevant-werden/

  © Free Blogger Templates Columnus by Ourblogtemplates.com 2008

Back to TOP