Ach Günter!

Mittwoch, 30. Mai 2012

Da reibt man sich die Augen aus dem Kopf. Denn heute ermittelt Wallraff - natürlich verdeckt wie eh und je. Nur das Wo, auf welchem Sender, das erzeugt Staunen? Es geschieht heute Abend bei RTL. Der Trailer zu diesem RTL Special zeigt einen cowboyesken Wallraff in Lederjacke und eitler Positur, den Rücken zum Zuseher gewandt; dann dreht er sich siegessicher um, nuschelt etwas davon, dass sich was ändern müsse und dass es ihn jetzt exklusiv bei RTL gäbe. Stolz schwingt im Genuschel mit. Mit der üblichen wallraffschen Leichenbittermiene starrt er dem RTL-Zuschauer ins vermutete Gesicht. Ein Clip ganz in RTL-Format: Dramatisch, mit brachialer Musik unterlegt, effekthaschend. Wallraff selbst wirkt hierbei wie eine illustre Mixtur aus diversen RTL-Sternchen, tut patent wie Zwegat - kokett wie Bohlen - tapsig wie Rach - blinzelt wie Klöppel dramatisch ins Objektiv - das gelingt ihm alles zusammen; Multitasking als Schmierentragödie. Was aber hat Wallraff eigentlich mit dieser Gilde zu schaffen?

Wo sonst der Undercover Boss seine Angestellten bespitzelt, dort ist nun Wallraff undercover zu bestaunen. Das sei nur konsequent, könnte man ja als Einwand bringen. RTL halt, ein Undercover-Sender halt. Im besagten Trailer vernimmt man eine Stimme aus dem Off. Die erklärt, dass Wallraff sich maskiere, um Ausbeutung zu enttarnen - der Undercover Boss ist eher der, der ausbeutet und nun auch noch seine Belegschaft aushorcht und ausspäht. Das ist nicht konsquent, denn beides gehört nicht zusammen - letzteres ist die Pervertierung von investigativen Journalismus', für den Wallraff steht wie kein anderer.

Wen will Wallraff denn eigentlich via RTL erreichen? Dieselben Zuschauer etwa, die nachmittags Mitten ins (geistige Ab-)Leben zappen und dort Laien bei ihren ersten und hoffentlich hoffentlich letzten Schauspielversuchen beobachten? Oder die, die es geil finden, wenn Rach, Int-Veen und Kollegen Menschen bloßstellen? Bedienen Wallraff und Bohlen etwa diesselbe Klientel? Oder sitzt Wallraff in einigen Jahren gar neben Bohlen in dessen Fachjury für schauerlichen Geschmack? Natürlich undercover, natürlich maskiert als Rapper oder anderer Musikus, als Fachmann demnach?

Aber mal ohne Jux. Wird denn die BILD tagsdrauf berichten, was RTL an Köstlichkeiten ausgestrahlt hat? So macht es diese Zeitung doch stets, wärmt die lahmen Geschichten um Rach, Jauch oder Bause nochmals auf, um dieselbe Kundschaft zu bedienen, die auch RTL versorgt mit diesen zu Wichtigkeiten erhobenen Nichtigkeiten. Die Ärzte sangen über die BILD, dass sie aus "Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht" bestehe - das könnte auch für jenen Fernsehsender gelten. RTL ist BILD in bewegten Bildern. Eine mit Kamera festgehaltene BILD-Zeitung. Gut, die Titten sind meist so bedeckt, dass man nur Warzenhöfe, nicht aber Nippel selbst sieht. Anstand wahren und so - man berichtet entrüstet über Sexskandale, empört sich klein- und spießbürgerlich über Anzüglichkeiten, reicht aber im nächsten Bericht schon die blanken Brüste einer Blondine nach. Es ist also kein Zufall, dass Springers Primus mit Bertelsmanns Verlautbarungsorgan gemeinsame Wege beschreitet.

Und bei diesem Sender, bei diesem "BILD auf Kanal", bringt Wallraff einen investigativen Bericht? Der wird dort freilich Special gerufen - wie ja auch Wallraff dort kein investigativer Journalist ist, sondern ein Undercover-Spezialist. Macht ja auch mehr her. Ausgerechnet er, der mit Springer im Clinch lag und unterschwellig immer noch liegt. Erst kürzlich meldete das Axel-Springer-Hochhaus noch, dass Wallraffs Texte von der Stasi diktiert seien - da war er wieder, der olle Vorwurf, Wallraff hätte die westdeutsche Gesellschaft mit kommunistischem Klassenkampfgetöse infiltriert. Und was steht dann morgen in der BILD-Zeitung? Lobt sie den verhassten Intimus? Schimpft sie ihn und RTL? Entblößt sie ihn als Scharlatan? Oder schweigt man mal ausnahmsweise auf diesen Seiten, die das Land bedeuten?

Niveaulos ist Sender wie Zeitung. Aber nicht nur das. Dokumentationen oder Journalismus laufen dort stets mit product placement über den Äther. So brachte Punkt 12 letztens mal wieder eine "Doku" zur Rente - weitere Infos wurden online deklariert, Klicken Sie doch mal drauf!, die warme Empfehlung. Weitere Fakten gab es keine, aber einen Werbetext einer Versicherung nebst Tabellen aus jenem Hause. Das war aber zu erwarten, denn der Bericht ließ schon vermuten, dass da jemand Riester verkaufen wollte, nicht aber informieren. Information und Aufdeckung sind nicht das Metier von RTL - zu Skandalen in Unternehmen schweigt man sich aus, wie eben auch das Diekmännische Blatt. Man erinnere sich, als Lidl undercover unterwegs war und seine Mitarbeiter aushorchte und dabei ein empörter Aufschrei durch das Land ging. BILD berichtete nicht - und RTL, sonst Fan von Undercover-Aktionen, spulte das nur kurz in den Nachrichten ab, ansonsten Schweigen. Empört ist man gerne auf RTL. Über Promis, schlechte DSDS-Kandidaten, Hartz IV-Empfänger, Messis oder Bauern, die die ihr zur Seite gestellte verliebte Stadt-Trulla nicht haben wollen. Empörung zu gegenständlichen Aspekten des Lebens wird dort jedoch nicht laut. 

Der kritische Sender RTL also? Wallraff, der viel geleistet hat in seinem journalistischem Leben und der, trotz aller Kritik, durchaus sauber gearbeitet und dokumentiert hat, bis an die Grenzen der körperlichen Erschöpfung - dieser Wallraff passt in etwa zu diesem Sender, wie ein Gedicht Rilkes auf die Bühne des Supertalents. Wallraff hat viel eingesteckt. Von Springer, von der CSU, als junger Mann von den Obristen in Griechenland. All das nur, um eines Tages bei RTL zu landen? Dieser Schritt ist ein eklatanter Bruch in seiner journalistischen Biographie.

Ach Günter!, will man da rufen. Warum positioniert er seine Dokumentationen neben Promi-Titten und Dschungelcamp-Starlets, die durch das RTL-Programm gereicht werden, wie der Salzstreuer beim Eieressen? Oder ist er undercover hinter den Kulissen von RTL selbst zugange? Das erklärte einiges! Warum platziert er seine Recherchen nicht mehr bei der ARD? Oder wahlweise beim ZDF? Nicht, dass da alles astrein liefe - aber dort wäre er angemessener aufgehoben. Aber doch nicht bei RTL, wo die Oberflächlichkeit Programm ist, die fehlende Freude an Tiefgründigkeit programmiert. Man darf ahnen, dass man Wallraff entschärft, wenn er nicht schon von ganz alleine so altersmilde geworden ist, dass er es gehorsam gleich selbst tut. Das Kritischste an seinen Auftritten wären dann nur noch die dramatischen Trailer, die von kritischen Journalismus phantasieren  - dies vielleicht in Zukunft sogar regelmäßig, in Wallraff exklusiv. Am Folgetag gibt es Wallraff dann bei Punkt 12 nochmal aufgewärmt zum Mittagessen, zwischen "kritischen Berichten" zu Sonnenmilch und dazu gereichten Markenempfehlungen oder neu gestrafften Wangen einer F-Prominenten.

Ach Günter...



27 Kommentare:

Anonym 30. Mai 2012 um 08:38  

Ich bin geschockt.

Anonym 30. Mai 2012 um 09:19  

Hoffentlich rettet er sich noch ins Doppelagenten-Dasein. Dann zöge ich wieder meinen Hut vor ihm.

Anonym 30. Mai 2012 um 09:48  

Der Günter wird auch älter und kann nicht ewig als Untercoverer arbeiten, und irgendwie muss er auch zu seine Rente kommen.
Da verbündet man sich auch schon mal mit dem Teufel um einigermaßen einen angenehmen Lebensabend zu haben.

Ohne Worte 30. Mai 2012 um 09:50  

Aus journalistischer Sicht ist er nun dort angekommen, wo er in Sachen Recherche schon einmal war...

...GANZ UNTEN.

Oder handelt es sich etwa um einen Namensvetter Günther Walraff oder z.B. Günter Wallraf...
...die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Anonym 30. Mai 2012 um 09:56  

Mag ja alles richtig sein- ich erhoffe mit auch nicht viel von dieser merkwürdigen Kombination - aber wäre es nicht besser, mit dem Wehklagen über die Sendung so lange zu warten bis man sie gesehen hat?

Anonym 30. Mai 2012 um 10:35  

Die entsprechende Ankündigung auf der RTL-Seite ist allerdings – sicherlich ungewollt – ziemlich witzig: "Günter Wallraff ist Deutschlands bekanntester und erfolgreichster investigativer Journalist und geht dahin, wo es weh tut ."

Dass Wallraff nun in "Bild-TV" auftritt, tut mir wirklich sehr weh!

Maxi 30. Mai 2012 um 11:10  

Ich habe Ihre Sympathie für Wallraff sowieso nie verstanden. Wahrscheinlich haben Sie sich nie näher mit ihm und seinen Motivationen beschäftigt, sonst würde Sie das alles nicht so sehr wundern.
Wallraff - das RAFFEN trägt er bereits im Namen...

Anonym 30. Mai 2012 um 11:26  

Wallraff ist selbst zum Wirt geworden.

der Herr Karl

flatter 30. Mai 2012 um 11:39  

Armselig, was der Mann derzeit abliefert. Gerade noch als Unterzeichner des "Wir sind die Urheber"-Schwachsinns aufgefallen, gibt er sich für so etwas hin. Am Ende entscheidet auch bei ihm das Geld. Wer weiß, vielleicht demnächst eine Lebensbeichte als Spiegel-Bestseller: "Wie ich für Moskau log"?

Die Dusch-Lampe 30. Mai 2012 um 14:01  

Ein sehr gelungener und sehr wahrer Text! Ich finde, dass ist ein Text der seit langem mal wieder das sagt, was sich sehr viele Menschen in Deutschland denken..

Das einzige Problem ist, dass heute Abend bei dieser Sendung mit Wallraff, das Publikum angesprochen wird, was nämlich und dämlich mit H schreibt..

Traurig, traurig lieber Günter!

Anonym 30. Mai 2012 um 14:04  

Die 68iger und ihr "Marsch durch die Institutionen":

Joschka "Joschi" [Fischer], Taxifahrer, Pflastersteinwerfer ("Unter dem Pflaster liegt der Strand") und Pflasterbemaler - endet als Außenminister, Freund von Madeleine Albright, Mit-Bombardierer von Belgrad und Welt-Stratege (Menschenopfer spielen dabei keine Rolle!).

[Wikipedia: Albright hatte während eines Fernsehinterviews auf die Frage, ob das Embargo gegen den Irak, das eine halbe Million irakischer Kinder das Leben gekostet hat, diesen Preis wert sei, mit "es ist diesen Preis wert" geantwortet.]

Gerhard, Juso-Vorsitzender (Stichwort "Stamokap") endet als Bundeskanzler und Agenda-2010-Stratege: "Ich-AGs" und "Hartz IV" fanden, dank Gerds Ideen ("Der Genosse der Bosse"), Eingang in den Duden.

Rainer [Langhans], Liebhaber von Uschi ("Germanys First Top-Model"), Kommunarde und Vegetarier ("Körnerfresser") - endet im RTL-Dschungelcamp - per Vertrag abgesichert, keine Kakerlaken (Rainer ist schließlich Vegetarier!) verspeisen zu müssen.

Witzig der Wikipedia-Eintrag:
[Ende der 1960er-Jahre veränderte sich das gesellschaftliche Klima. Die Kommune I zog im Spätsommer 1968 in eine verlassene Fabrik in die Stephanstraße 60, um sich neu zu orientieren. In der zweiten Kommune-Phase standen Sex, Musik und Drogen im Vordergrund.]

und schließlich unser
Günter "Jünter" aus Köln, Extrem-Wehrdienstverweigerer [Wikipedia: die militärärztliche Diagnose lautete „abnorme Persönlichkeit“!!!], "Der Mann, der Hans Esser war" und der Mann, der "Ganz unten" war - er war auch der Mann, der die griechische Militär-Junta provozierte und zur "Belohnung" gefoltert wurde ... endet bei der RTL-Sendung "Günter Wallraff deckt auf".

Alice [Schwarzer] kotzt sich per BILD über die Mä ...
usw.
usw.
usw.

Anton Reiser

HAL9002 30. Mai 2012 um 16:56  

Ach Leute,

das wird Wallraffs größte Enthüllung! Er schleust sich wieder ein; so wie damals als Hans Esser bei Bild.
Oder noch besser: Er richtet sich öffentlich selbst, um andere vor RTL zu retten.
Was wir hier sehen ist seine bewußte, unblutige, mediale, öffentliche Selbstverbrennung in Stile von Mohammed Buazizis, hehe

Viel Glück Günter

Inglorious Basterd 30. Mai 2012 um 19:22  

Maxi 11:10 Schwarzer, Fischer Wallraff. Beispiele, das Eitelkeit korrumpiert.

Das Buch "Der Aufmacher, Der Mann, der bei BILD Hans Esser war" hat übrigens nicht Wallraff selber sondern von der ersten Zeile des Vorwortes bis zur letzten des Nachwortes Hermann L. Gremlitza, Herausgeber von "konkret" geschrieben. (konkret 1/2012 Seite 66)

Wallraffs Film "Schwarz auf Weiss" wurde von der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland heftig kritisiert und als rassistisch und paternalistisch beschrieben.

Zitat: "Das ganze endet in einem einzigartigen Klamauk und verharmlost so den tatsächlich
vorhandenen, insbesondere strukturellen, Rassismus in der bundesdeutschen Gesellschaft.
Wer nun Günther Wallraffs Aktion als eitlen Selbstversuch eines alternden Journalisten
abtut, hat zwar nicht Unrecht, verkennt allerdings die politische Dimension, dieser von
Übersolidarisierung und Paternalistische Pathos geprägten Aktion."

Link:http://blog.derbraunemob.info/wp-content/uploads/2009/11/Wallraff.pdf

potemkin 30. Mai 2012 um 20:10  

Im Alter wird manch ehemals kritischer Geist übereitel und vielleicht auch ein wenig alterssenil. Ich denke da an Enzensberger, Biermann und auch an die alte Tante Alice...

Anonym 30. Mai 2012 um 20:30  

so ein quatsch, er hat sich nur doubeln lassen.

totschka 30. Mai 2012 um 20:47  

Schöner Artikel.

Aber irgendwie kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass darin und auch in den Kommentaren das Privatfernsehen als Einrichtung für die Unterschicht angesehen wird.
Ich sehe das nicht so. Ein Beleg ist die Werbung: CortalConsors, ElitePartner.de, Mercedes, teure Parfums...

Ich denke nicht, dass die Firmen ihren Werbeetat dazu nutzen, um saufende verblödende Hartzies neidisch werden zu lassen. Die haben eine Zielgruppe, und sie wissen, dass sie sie erreichen. Es ist die verblödete und degenerierte Mittelschicht, das Spießbürgertum - schaffe, schaffe, Häusle baue.

Ismirschlecht.

Anonym 30. Mai 2012 um 21:15  

Seine "Neger"-Darstellung (die ihm keiner abnahm) war doch schon peinlich. Es ist schade um den mann. Hat er keinen Freundd, der ihm manchmal sagt: "Günther,lass DAS besser bleiben". Bei RTL, ich fass' es nicht.
- Jeeves

Anonym 30. Mai 2012 um 23:37  

An sich nix Schechtes wenn Walraff bei RTL läuft ,ist auf jeden Fall ein hoher Qualitätssprung im Abendprogramm von RTL,.sonst würde Walraff nicht so stark wahrgenommen werden und RTL schlimmeres Zeug ausstrahlen

landbewohner 31. Mai 2012 um 06:35  

die auftritte des herrn wallraff in diversen laberrunden (talkshows genannt)und seine dort gemachten verlautbarungen haben mich schon seit längerem so etwas ahnen lassen.
schade, daß ich da mal wieder recht hatte.

Roberto J. De Lapuente 31. Mai 2012 um 07:07  

Man muß fair bleiben. Für RTL-Verhältnisse war es "relativ seriös" - für Wallraffs relatives Boulevard.

Anonym 31. Mai 2012 um 08:14  

Tja, vielleicht ist Wallraff auch nur eine intellektuelle Hure des Establishments geworden? Mich wundert übrigens schon lange, dass kritische Geister sich von Bertelsmann, Springer & Co. einfangen lassen. Schreib doch mal was über die Rubrik Buchautoren beim Bertelsmann Verlag. Ein Beispiel, während man das verfassungswidrige Hartz-Gesetz - auch unter hoher Beteiligung der Bertelsmann Stiftung - durchboxte, damals bei Schröder/Fischer veröffentlichten so manch kritische Autoren, z.B. Jean Ziegler, sehr kritische Bücher bei Bertelsmann.

Tja, war wohl auch nur intellektuelle Hurerei - damals.....

Trauriger Gruß
Bernie

Inglorious Basterd 31. Mai 2012 um 08:19  

Habs gestern gesehen und mußte feststellen, dass diese Sendung von Wallraff ein Plagiat der am 5.12.2011 auf NDR ausgestrahlten Reportage "45 Minuten - Die Paketsklaven" war.

Nach der Ausstrahlung der NDR- Dokumentation "Die Paketsklaven" und den erneuten Recherchen für die am 12.02.2012 zweite ausgestrahlte Dokumentation "45 Min: Immer noch ausgebeutet - Die Paketsklaven" kündigt der Logistik-Konzern Deutsche Post DHL seinem Subunternehmen fristgerecht zum 31. März 2012 die Hamburger Zustellbezirke.

Damit reagiert die Post auf die Recherchen. Der Konzern versprach bereits nach Ausstrahlung des Undercoverfilmes "45 Min - Die Paketsklaven", die Arbeitsbedingungen bei diesem Subunternehmen verbessern zu wollen. In der gestern ausgestrahlten Folge belegten die Recherchen, dass es keine Verbesserungen gegeben hat. Im Gegenteil: Das DHL-Subunternehmen TEW/HFL hat sogar einen Mitarbeiter entlassen, weil er sich auf einer Informationsveranstaltung von ver.di über seine Rechte informieren wollte.

Der Selfmade-Aufklärer und investigative Journalist Wallraff dagegen erwähnt mit keinem Wort, welche Politmarionetten diese Sauereien erst ermöglicht haben.

Anonym 31. Mai 2012 um 08:45  

Ich kenne von Wallraff nur "Ganz unten". Das ist doch genau der RTL-Investigatismus: Von Einzelbeobachtungen ein ganzes System ableiten. Auch in der gehobenen Gastronomie fällt mal ein Stück Fleisch auf den Boden und wird trotzdem serviert. Mit dem passenden Feindbild akzeptiert diese Art des Journalismus auch der intellektuelle Leser.

Anonym 31. Mai 2012 um 09:23  

"[...]Das ist doch genau der RTL-Investigatismus: Von Einzelbeobachtungen ein ganzes System ableiten[...]"

Netter dümmlicher Kaugummi-Kommentar - man wendet einfach die Argumente, die bei "Ganz Unten" immer noch zutreffen so herum, dass die passen - typisch Kaugummi eben.

"[...]Mit dem passenden Feindbild akzeptiert diese Art des Journalismus auch der intellektuelle Leser[...]"

Die typisch dt. Intellekutellenfeindlichkeit, die hier bei dir durchschimmer ist natürlich weder Feindbild noch Vorurteil....

Ganz zynische Grüße
Bernie

Anonym 31. Mai 2012 um 10:48  

ganz mies finde ich von diesem walRAFF, dass er so ganz nebenbei unterstellt, dass leute, die oft von jobcentern gezwungen werden, diese art von job anzunehmen, dass diese leute RTL sehen...

weil... die haben schliesslich auch einen prekären job, also müssen sie auch dumm sein und nur rtl sehen. sowas zum kotzen dieser walRAFF. er will seine "message" an das richtige publikum bringen. schw... das.

übrigens... ich hab mir den dreck nicht angesehen... brauch ich nicht, um zu wissen, wie es dort ist und wie die welt funktioniert. das weiss ich ohne rtl.

Anonym 31. Mai 2012 um 12:40  

Nun, offenbar widmet sich da eher die Zeit dem Günter http://www.zeit.de/2012/23/Wallraff-Paketzusteller

Grundsätzlich gilt aber bei allen Deutschen Massenmedien natürlich noch der alte Lei(d)satz: "Gleichschaltung der Gehirne durch Gleichschaltung der Medien".

Anonym 31. Mai 2012 um 19:26  

Wie?! RTL gibt's noch? Ich bin seinerzeit schon weg, nachdem kurz nach Hans Meiser die Talkshowarmada über uns einbrach, mit ihrem ganzen "Hilfe...
Mein Penis ist krumm
Der Penis meines Freundes ist krumm
Ich will seinen krummen Penis nicht in mir...u.s.w., u.s.f...."

Und selbstverständlich Themen rund ums Randgruppenbashing...

War noch schön, damals... mit Gerhard Höllerich, Uschi Glas, Peter Alexander und Co...

Und nu?! Nun lese ich Blogs... wie diesen hier... und spreche darüber.

Achso: Ich hatte doch letztes Jahr hier gepostet, dass meine Abteilung keine Bild mehr kauft? Seit gut vier Wochen gibt es zwei Automaten weniger an den Werkstoren... Siegerstrasse, oder?

Viele Grüße & weiter so
Wolfgang

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