Spott von oben

Freitag, 26. Dezember 2008

Es steht schlecht um dieses Land, schlechter als man es annehmen mußte - soviel kann man aus der Weihnachtsansprache Köhlers heraushören, auch wenn dieser freilich etwas ganz anderes erklärte, positiver klang, fast ein wenig sorglos. Aber wenn man sich genau anhörte, was Köhler als Beschwörer der bürgerlichen Einheitsfront, in die Republik hinausblies, dann muß es sich geradezu aufdrängen: Wer von solchen Gestalten politisch vertreten wird, wer ein solches Staatsoberhaupt besitzt, dem muß es wahrlich Angst und Bange werden.

Zuversichtlich gab er sich; und dass es diesem Land schlecht geht, dass man sich gar fürchten muß vor der Zukunft, das formulierte er sich erwartungsgemäß nicht vom Teleprompter herunter. Im Gegenteil, wir dürfen frohen Mutes sein, weil - und hier erklärt uns Köhler seine Welt - es ein "gutes Fundament" gibt, auf dem wir unseren Optimismus erbauen dürfen. Es kann wirklich nicht überraschen, dass für Köhler und die Kreise, für die er in der Öffentlichkeit steht, die "Reformen der vergangenen Jahre" zu diesem "guten Fundament" gehören sollen. Dass es ausgerechnet jene Reformen sein sollen, die uns diesen Anlass zur zuversichtlichen Freude geben, die Millionen von Menschen, auch Millionen von Kindern in Armut gestürzt haben. Dabei spricht er ganz unbedarft und unverdächtig von solchen sozialen Schweinereien, (die man in seinen Kreisen "Reformen" nennt), die den Großteil der Menschen, selbst jene die (noch) nicht persönlich davon betroffen sind, in Not und Angst befördern, weil das SGB II - als Ausgeburt dieses "guten Fundaments" -, jedem Arbeitnehmer wie eine Schlinge - als Symbol existenzieller Bedrohung - um den Hals liegt; weil es bedrohlich herüberwinkt, wenn man im Betrieb nicht kuscht und buckelt, mehr arbeitet, weniger Lohn in Kauf nimmt, Urlaubsansprüche verfallen läßt etc., und folglich womöglich, qua Widerspenstigkeit, seinen Arbeitsplatz verliert, um bald die Segnungen dieses "guten Fundamentes" am eigenen Leib verspüren zu dürfen.

Dass, was Köhler hier als Teil des "guten Fundamentes" rühmte, lähmt in Wahrheit eine ganze Gesellschaft, läßt sie widerspruchslos Demokratieabbau hinnehmen, bewirkt den Abbau von Mitspracherechten für Arbeitnehmer und ist generell Synonym für Zukunftsangst. Und dies alles läßt den obersten Herrn des Staates zuversichtlich in die Zukunft blicken!

Und wenn wir schon in Wolkenkuckucksheim sind, dann schadet auch kein Abstecher in andere Traumgebäude aus dem Schloss Bellevue, denn das "gute Fundament" beinhaltet noch eine andere Komponente: Das "Miteinander in den Betrieben"! Was damit gemeint ist, kann unmöglich spontan beantwortet werden. Meint er etwa das lustige Miteinander zwischen Arbeitnehmern, die allesamt unter Druck gesetzt, gegeneinander ausgespielt werden, sich gegenseitig belauern und denunzieren, um ihren eigenen erbärmlichen Arbeitsplatz zu erhalten? Alles mit dem Wohlwollen derer, die ein solches Betriebsklima als produktives Milieu begreifen selbstverständlich. Oder meint er das traute Miteinander der Unternehmensvorstände mit den Gewerkschaften, durch welches bewirkt wird, dass die letzteren wie eine Horde braver Schulbuben abnicken und absegnen, was die Herren Väter und Mütter, gefangen in ihren Sachzwängen, als Gebot der Stunde postulieren? Womöglich sind auch die sich versteckenden Betriebsräte gemeint, die nicht selten selbst unter Druck stehen und folglich alles mittragen, was die Unternehmensleitung als "Weg der Vernunft" deklariert? Meint Köhler mit diesem ominösen "Miteinander in den Betrieben" etwa all jene Krankheitsfälle, die aufgrund Mobbing, erhöhten Stresses und akuter Zukunftsangst nurmehr den Weg zum Psychologen offenstehen haben? Meint er die steigenden Zahlen all dieser Symptome, die Experten auf das verschärfte Klima innerhalb der Betriebe zurückführen?

Der zweite Ansatz des köhlerischen "guten Fundamentes" macht sich nicht einmal die Mühe, die Situation der Menschen in Deutschland zu schönen. Er erfindet sich einfach ein Szenario, welches sich schön anhören läßt, aber keinerlei Basis in der Realität vorzuweisen hat.

Eine Weihnachtsansprache, wenn man sich dieses traditionelle "Etwas-sagen-müssen" überhaupt bewahren will, hat freilich optimistisch zu sein, jedenfalls nicht nur schwarzseherisch - aber abgehoben, an der Realität vorbeigeschossen oder gar maßlos überheblich, darf sie nicht daherkommen. Doch genau das ist die Rede Köhlers - sie ist arrogant, weil sie an der Lebenssituation vieler Millionen Menschen vorbeigeht; sie ist überheblich, weil der Abgehobene aus Bellevue sich keine Mühe macht einmal zwischenzulanden, um nachzusehen, ob der Inhalt seines romantischen Weihnachtsgewäsches, überhaupt ins Hier und Jetzt paßt; sie ist vernebelnd, weil sie so tut, als sei innerhalb der bundesdeutschen Gesellschaft, kein Handlungsbedarf mehr, weil es ja allen, die auf diesen "guten Fundament" bauen, besonders gut geht; sie ist beleidigend für all jene, die sich sagen lassen müssen, dass die "Reformen der vergangenen Jahre" Glück bedeuten, obwohl sie seither in Armut leben und unter Repressionen leiden müssen - und unter gesellschaftlicher Beobachtung seitens der Medien; sie ist romantisch gefärbt und verlogen, weil Zustände sie beschreibt, die nur jemand mißinterpretieren kann, der in gesegneten Verhältnissen residiert.

Es reicht nicht, Köhlers Weihnachtsansprache als weiteren Beweis seiner Abgehobenheit zu bewerten - man muß diese arglistige Täuschung, dieses Beschwören einer Einheitsfront zur Behebung einer Krise, für den der Großteil der Menschen wenig bis gar nichts dafür kann, dieses schönen der Mißstände, man muß dies persönlich nehmen; muß sich in seinem Verstand beleidigt fühlen, weil es dieser derart untalentierte Sparkassendirektor wagt, in dieser unerträglich plumpen Art und Weise vorzusprechen. Was Köhler seinen "lieben Landsleuten" zu Weihnachten geschenkt hat, war ein Affront, war ein Angriff auf all jene, die nicht auf dem "guten Fundament" bauen dürfen, weil sie in selbiges miteingegossen wurden, weil sie darin erstarrt und bewegungsunfähig eingelassen wurden, weil sie zum Stück Fundament gemacht wurden, auf dem andere, bessergestellte, reichere Kreise ihr widerliches Geschäft weiterführen können. Köhler hat sich einmal mehr als Staatsoberhaupt derer hervorgetan, die dem status quo noch etwas abgewinnen können, hat dabei erneut auf diejenigen gespuckt, die an ihm - dem status quo - zu ersticken drohen. Sein Weihnachtsgeschenk ist, wie gesagt, ein Affront und zudem eine Frechheit, weil es schön drapierter, fein eingepackter und mit Schleifchen versehener Hohn ist, der da über die Leidtragenden, über die ins Fundament Eingearbeiteten, ausgeschüttet wird.

Einen solchen Gast, gleich ob an Weihnachten oder an jedem beliebigen Tag, würde man am Kragen packen und zur Haustür hinauswerfen. Nur mit einem Bundespräsidenten macht man das nicht. Ihm erlaubt man, seine Verhöhnung und seine überheblichen, aber doch wohlkalkulierten Träumereien, mittels Fernsehen in die Wohnzimmer zu bringen - so kann ihn keiner am Kragen packen und von dort wegbefördern, wo er ganz offensichtlich sowieso nie zu Gast war: in der Lebensrealität der Menschen dieses Landes.

13 Kommentare:

Anonym 26. Dezember 2008 um 19:14  

Vielleicht spielen unsere "Eliten" ja nur mit dem Feuer, weil die hoffen, dass es nie offen ausspricht, aber bei so einer reaktionären Heldenverehrung:

http://www.taz.de/index.php?id=bildergalerie&tx_gooffotoboek_pi1[fid]=1&tx_gooffotoboek_pi1[srcdir]=Rebellen-2008&tx_gooffotoboek_pi1[func]=combine&no_cache=1

....braucht man in Deutschland wohl noch lange bevor man von den Griechen lernt....was Massenproteste angeht....

Anonym 26. Dezember 2008 um 22:35  

In den USA sind die Reallöhne im untersten Quartil seid dem Steuergeschenk (negative Einkommenssteuer) an die Ärmeren stetig gesunken.
Es handelt sich in Wahrheit um eine Lohnsubvention für die Arbeitgeber.
ALG2 ist auch eine Lohnsubvention. Und ein Steuergeschenk für die Arbeitgeber. Auch in Deutschland sinken die Reallöhne im untersten Quartil, seitdem stetig.
Und es saßen Gewerkschaftsvertreter in den Hartz - Ausschüssen , die dies alles mit beschlossen haben. Es gibt eine Arbeiterelite, die zugleich Gewerkschaftsvertreter ist. Und immer auf der anderen Seite steht. Verräter.
Und Köhler im logischen Widerspruch:
Der Lissabonvertrag, der freie Wettbewerb über alles, verbietet Lohnsubventionen.
Es sollte jemand dagegen vor dem EU-Gerichtshof klagen.
Das ALG2 wird um 30% gekürzt werden keine Sorge.

ben65 26. Dezember 2008 um 22:58  

Danke für den Überblick.
Mit der Vorahnung, dass ich eh nur wieder gequirlten Quark zu hören bekomme, habe ich die Feiertage abgeschaltet und den Phrasendrescher seine Worte ins Nichts sprechen lassen, wo sie auch hingehören.
Dieser Kommentar ist der Beweis, sich richtig entschieden zu haben...;-)

Jan Perlak 26. Dezember 2008 um 23:15  

Viel wichtiger als die schönfärbende Weihnachtsansprache ist, was der Bundespräsident konkret mit seinen - keineswegs so begrenzten - Kompetenzen anstellt.

Am 31. Dezember 2008 wird Horst Köhler verkünden, dass er das Gesetz zur Neuregelung der Erbschaftsteuer nicht ausfertigt. Dann fällt die ohnehin in Deutschland spärliche Erbschaftsteuer ab 1. Januar 2009 weg.

Der soziale Kahlschlag geht also in die nächste Runde, eingeleitet von einem neokonservativen Bundespräsidenten. Wohlgemerkt: Auf ein Verfassungserichtsurteil hätten Union und SPD viel eher reagieren können als auf eine Verweigerung des Präsidenten, der nicht einzelne Teile außer Kraft setzen kann, sondern nur das ganze Gesetz.

Holsten 27. Dezember 2008 um 00:26  

Globalisierung und Neoliberalismus sind in gewissen Kreisen längst zur Religion mutiert. Die 20:80 Gesellschaft wird kommen, mitsamt Überwachungsstaat.
Womöglich biblische Endzeit ?!

Anonym 27. Dezember 2008 um 10:07  

Ich bezweifle daß er diese Ansprache
selber verfasst hat oder überhaupt
einen Einfluß darauf hatte.
Dieser Kasper ist eine erbärmliche
Marionette die tanzen muß wenn die
Stippenzieher es wollen.
Es wäre zu viel der (negativen)Ehre
ihm so viel Kompetenz und Selbständigkeit zuzutrauen.
Für mich sind diese Marionetten ganz arme Seelen die ein Zombieleben bestreiten das so viel Karma schaft um es in tausend Jahren nicht aufarbeiten zu können.

Armer Mann!

Anonym 27. Dezember 2008 um 11:07  

Eine etwas andere Neujahrsansprache findet sich auf www.jjahnke.net

Marlies (nebelwind) 27. Dezember 2008 um 11:28  

Ach, das war wieder super zu lesen!! Ich hatte mich vorgestern in meinem Blog über diese Rede aufgeregt, aber leider nicht in so treffenden Worten. Vielen Dank!
Mein Ärger über dieses verlogene Politikerpack ist mittlerweile so groß, dass ich langsam die Revolutionäre früherer Zeiten verstehe, die ihre Oberen an den Laternenpfählen aufknüpften. Da sammelt sich viel Empörung an. Man hat den Eindruck, die herrschende Kaste hat nicht die geringste Absicht, irgend etwas an den Verhältnissen zu ändern, egal was kommt. Wer andere Ideen hat, dringt da gar nicht durch.
Und jetzt Köhlers Vorschlag, die Arbeitnehmer am Profit der Unternehmen teilhaben zu lassen. Ha, ha. Ich kenn das. Schon vor Jahrzehnten hat der Arbeitgeber meines Vaters so etwas eingeführt, statt Lohnerhöhung. Bloß, da war nie ein Profit! Wie das wohl kommt!

anobo 27. Dezember 2008 um 12:14  

Ich weiss nicht, ob ich jetzt froh sein soll, dass ich zur Zeit nicht in Deutschland bin und mir den Bl*dsinn eines Herrn Koehler anhoeren kann oder nicht.
Wer schreibt die Reden fuer den Bundespraesidenten (der uebrigens nicht vom Volk gewaehlt ist)?
Da werden die Renten, ALG,... gekuerzt und wir stehen auf einem sicheren Fundament. Da werden die Loehne kaum messbar homoeopatisch erhoeht und auf der anderen Seite ueber Inflation, Mehrwertsteuer etc. pp. bleibt immer weniger in der Tasche. Nicht zu vergessen der neue "Gesundheitsfonds" der wieder fast nur von den Arbeitnehmern bezahlt werden darf.
Und man wundert sich, dass der Karren im Dreck steckenbleibt.
Jetzt koennen wir uns sicher bald wie Herr Muenchhausen am eigenen Zopf aus dem Schlamm ziehen. Das ist wahrscheinlich die Aussage des Herrn BP zwischen den Zeilen.
Herr Jahnke hat heute einen Artikel ueber den Export-Schwanz geschrieben, der mit der Binnenwirtschaft wedelt - empfehlenswert!

BTW: Kuba wird 50 und scheint sich langsam aber sicher zu einer der letzten Bastionen gegen den Neo-Liberalismus zu entwicklen. Vielleicht wandern einige Menschen bald aus, die hier die "Schnauze voll haben" und sich der Machtlosigkeit ueberdruessig sind:

http://www.roter-reporter.de/Roter_Reporter.htm
http://nmhs.de/rore/gratulation/index.php

In diesem Sinne einen guten Rutsch nach 2009. Es kann ja nur _besser_ werden...

Anonym 27. Dezember 2008 um 14:13  

Frohe Nachwehen, äh, Nachweihe nach Weihnachten!

Ein Köhler hat sich versprochen . . . und keiner ihm geglaubt...

Vielen Dank, Roberto, daß Du für uns Augen und Ohren geöffnet hast !

Da fällt mir manches ein:

ben65 - hat geschrieben:
"Mit der Vorahnung, dass ich eh nur wieder gequirlten Quark zu hören bekomme, habe ich die Feiertage abgeschaltet und den Phrasendrescher seine Worte ins Nichts sprechen lassen, wo sie auch hingehören."

Eben! So sollte man den gesammelten Murks all der Psychopathen und Neurotiker aushalten - durch Ignorieren! Nicht annehmen. Sie einfach nicht mehr ernst nehmen. Und eben nicht sich aufregen; nicht hetzen! Nicht mit gleichen Mitteln und Echauffierungen zurückblöken, nicht verschwörerisch blocken oder mit gleicher Wahl der Waffen bloggen.

Mensch sei würdig. Menschenwürdig. Is doch wahr.

Kein Kampf - allenfalls Sitzblockaden. Aggressionslos im Vertrauen um ehrbares Wissen und wirkliche Gegebenheiten sie alle aussitzen, die Ignoranten und Verräter. Nicht mitmachen bei ihrem dummdreisten Spiel.

Denkt mal drüber nach. Wer noch glaubt, man müsse jene Schwätzer ernst nehmen, wer noch sich an ihnen reibt - hat schlechte Karten, hat (noch) nicht begriffen, daß ein sich an ihnen abnützen, abarbeiten oder abbrüllen nach hinten los geht, selbst bei gut gefüllten Vorderladern. :-)

Humor ist Pflicht, Lektüre hilft der Notwendigkeit, Einsicht kommt Absichten zuvor.

Ob Köhler, Verkohler oder Kohlemacher, die Sucht nach Geld und Geltung rührt her aus einem Mangel. Machten die Alten (Köhler) einst Kohle aus gutem Grund, gründen sich heutige Kohlemacher auf Versprechungen, die selbige nicht einhalten können, da sie aus Lügen und Selbsttäuschung zusammengewürfelt sind, ob mit Ehefrau im Hintergrund oder ohne. - Soweit zu Vortragenden und Vorträgen, die niemand benötigt. Versprechen wärmen eben nicht im Geringsten. Mit Nachgetragenem sollten sie rechnen - die Köhlers - ohne auf Erträge zu hoffen. Aber Verkohler rechnen nur finanziell und verrechnen sich ständig. Es sind halt schwarze Stände.

Diese Zivilisation, diese materialistische Papierscheinheiligkeit ist dem Untergang geweiht (hier denke ich nicht an Armageddon oder derlei Angstmacherei), und die Scheinheiligen merken es wie immer als Letzte. Sie sind die wirklich Ängstlichen! Sie machen sich in die Hosen! wenn sie (selten einmal) an ihr letztes Stündlein denken.

Jesus Ch., den die hiermit angesprochenen "Pharisäer" (Phrasendrescher, selbstgerechte Heuchler) und auch all die schafköpfigen Mäher - beschworen haben - noch und nöcher -, so ein Messianus wird jenen Irrgläubigen die Leviten lesen, das ist so sicher und klar wie das Ave Maria. Nicht werden sie sehen (es sei denn sie wachen auf) aber sie werden hören und es zu spüren bekommen, was sie Gutgläubigen angetan. Nicht wegen Auge um Auge & Zahn um Zahn, sondern wegen Ursache und Wirkung wird es zur Aufrechnung kommen - wenn die Waagschalen mit gewissen Gewichtungen gefüllt werden.

Diese Worte sind, wo möglich, in den Wind gesprochen und verwehen, aber dort im Winde wandeln Menschen, die Ohren haben zu hören und noch eine Seele haben, die sich in Wahrheit wandeln kann. Manchen Besserwissern mag Irrglaube zu verdenken sein, der wahre Verdacht aber, daß Versprecher bewußt die Zuhörer lenken, kommt diese Verlenker, verdachten und falschen Prediger nicht nur teuer zu stehen, es kommt zu einem jeden (Ver-)Sprecher zurück und wird in den Ohren klingen wie brodelndes Pech. Kleingläubige! Ideologen und Idealistige, dies ist kein hoffnungsvolles Geplänkel für Armselige, es ist euer eigenes Urteil, das aus dem Untergrund, aus Dantes und Don Quichottes Unter-Welt, zurückkommt zu eurem verwunschenen Munde. Aus Projektion und Protektion schreiben sich die Finanzhaie falsche Wechsel zu, die nicht mehr eingelöst werden, wenn das letzte Hemd im beredten Winde flattert.

"Der Sturm ist da, dem Bürgen fliegt vom spitzen Kopf der Hut, das Eis bahnt Brücken, und ist es gebrochen, fallen die Maschen ins Wasser". . . (frei nach Unbekannt)

"Alles, was man denkt, bleibt bruchstückhaft" (- Krishnamurti :) "Alles wird von einem bestimmten Glaubenssystem heraus betrachtet ... was immer das Denken untersucht, muß unausweichlich bruchstückhaft bleiben."

Probleme entstehen durch den Konflikt zwischen dem, was ist, und dem was wir darüber denken. In Stille finden wir Antworten auf die Widersprüche und Konflikte, Verhedderungen und Wechselseitigkeiten fragwürdiger Glaubensbekundungen.

"Seht ihr nicht, wie das logische Denken, um überhaupt zu funktionieren, sich auf etwas Spezifisches einengen muß, und daß dieses Spezifische dann die scheinbar einzige Wirklichkeit ist - und wie diese bruchstückhafte Art zu denken sich automatisch auf die Wahrnehmung von MANGEL richtet, auf die Vorstellung, daß wir um etwas zu haben, wir dies anderen wegnehmen müssen, weil eben nur eine begrenzte Menge gesehen wird? Seht ihr nicht, daß bruchstückhaftes Denken alle anderen zu Feinden macht . . . Könnt ihr nicht sehen, daß den ganzen Geist zu öffnen, bedeutet, sich der immerwährenden Fülle zu öffnen, die ständig verfügbar ist" . . ." (Edward Chilton Pearce)

Keine Trennung zwischen Beobachter und Gegenstand (dem Beobachteten), und so werden die Probleme erkennbar. Ein Problem entsteht indem wir darüber denken. Zu erkennen, daß man in Widersprüchen lebt, wird hervorrufen, aus der inneren Einkehr heraus zu sehen, sobald der Geist still ist. Jeder Konflikt löst sich auf, für einen selbst, sobald der Konflikt in einem selbst - jener Konflikt zwischen Wunsch und Wirklichkeit - jene Dualität - verstanden wird. Keine Angst. Don't worry. Wenn es eine Botschaft gibt zu "Why-Nacht" dann ist es Angstfreiheit, Konfliktbereitschaft im Sinne von Nichtgier und Selbsterkenntnis. Solange ein Mensch seine Feinde nicht als solche sieht, deren Konfliktbereitung ad absurdum sieht und führt, werden sich Wege finden zu wandeln. Der Weg ist nicht das Ziel, ein Ziel ist kein Weg.

Übrigens schrieb Erich Kästner:

"Nie dürft ihr so tief sinken,
aus dem Kakao durch den man euch zieht,
auch noch zu trinken!"



Beste Grüße, Vers us Libre

Anonym 28. Dezember 2008 um 11:39  

Heutige Meldung:

"Köhler ist begeistert von Merkels Kochkünsten"....

Es wird immer besser, der Wahlkampf ist eröffnet, und Köhler und Merkel sind voll darin - im US-Stil. War nicht Barbara Bush auch - nach einem Lob - eine "gute Hausfrau".

Konservative eben unter sich.....

Würg....gute Nacht Deutschland!

Anonym 29. Dezember 2008 um 09:50  

Das "Miteinander in den Betrieben"! Da fehlt das Wort "NEUE". Im Original heisst es " Das NEUE Miteinander in den Betrieben". Dieses Wort "NEUE" stößt mir gewaltig sauer auf. Erstens wird nicht geklärt was das neue sein soll, zweitens erinnert mich das an die zB Neue Soziale Marktwirtschaft, in Griechenland an die Herrschende Partei " Neue Demokratie" , in GB an die New Labour. Bei allen Begriffen kommt mir das NEUE Kotzen. Wieder Neusprech zu Neujahr.

Markus 29. Dezember 2008 um 23:44  

Würde auch meinen, daß man ein "gutes Fundament" für wirtschaftspolitische Kritik an dem Volksverhöhner im Bundespräsidentenamt hier findet:

http://www.jjahnke.net/rede.html
Informationsportal Globalisierung - Standort Deutschland - Neoliberalismus - Joachim Jahnke

Freilich ist auch Robertos Beitrag (wie viele andere auch) lesenswert.

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