Zerstückelte Berichterstattung

Montag, 26. Januar 2009

Zwei Ereignisse finden derzeit in den Medien statt, die nicht verquickt dargestellt, sondern gemäß der üblichen medialen Zerstückelung, an die interessierten Konsumenten des Nachrichten- und Informationsmonopols weitergereicht werden. Auf der einen Seite steht ein Ereignis von Weltbedeutung, welches rund um die Erde erleichtert aufgenommen wurde; auf der anderen Seite wurde nur dezent und unscheinbar von einer kleinen Revolte berichtet, wie sie sich am Rande des Bollwerks Europa ereignete. Obamas Entschluss, Guantánamo zu schließen, konnte man gar nicht unbeachtet lassen - Radiosender, Fernsehanstalten, Printmedien, selbst alternative Informationsquellen kommentierten die "neue Linie" der USA. Was aber auf Lampedusa geschah, was dort schon seit Jahren gärt, das findet kaum Erwähnung - und das, obwohl Lampedusa am Rande der EU liegt, also ganz nahe ist, ein sogenanntes Einfallstor nach Europa darstellt, hinter welchem die italienischen Regierungen unliebsame Flüchtlinge - und jeder Flüchtling ist unliebsam - internieren läßt. Unter den Regierungen Berlusconis hat sich die Verachtung für die dort Gefangenen noch einmal verstärkt, konnte sich italienische Großmannssucht, im fleischlicher Form als untersetzter, kleinwüchsiger Medienmagnat daherkommend, in seiner ganzen prachtvollen Entfaltung üben.

Und so ist es kein Zufall, dass dieser Tage auf Lampedusa Proteste stattfanden, die Tore der Konzentrationslager aufgebrochen wurden, weil man dort oft Jahre im rechtlosen Niemandsland verweilt, weil man zusammengepfercht unter hygienisch fadenscheinigen Zuständen leben muß, ohne die geringste Aussicht, überhaupt einen Asylantrag stellen zu dürfen. Anwälte haben dort keinen Zugang, seit 2004 auch die "Ärzte ohne Grenzen" nicht mehr, weil sie sich über die dortigen Zustände kritisch geäußert haben. Es bleibt abzuwarten, wie die italienische Regierung darauf reagieren wird. Aber da die Regierung Berlusconi nicht für Milde und Humanität bekannt ist, und sich teilweise offen zur gewaltsamen Niederschlagung von Protesten bekennt, ist eine Eskalation gegenüber Internierten durchaus im Rahmen des Möglichen. Man muß nur an ein anderes dieser Bollwerke Europas blicken, nämlich in die afrikanischen Territorien Spaniens - Ceuta und Melilla -, um verdeutlicht zu bekommen, dass Waffengewalt kein Tabu darstellt.

Zwei Ereignisse also, die sich eigentlich so fremd nicht sind, die man noch um einen weiteren Verwandten ergänzen sollte: um die sogenannte pazifische Lösung. Dabei handelt es sich um die Abwehrmechanismen Australiens, Flüchtlinge aufzunehmen bzw. ihnen sogar Asyl zu gewähren. Wer es in eines der Lager schafft, was nicht unbedingt wahrscheinlich ist, weil die australische Kriegsmarine Flüchtlingsboote auf die offene See zurückschickt, der landet auf einer der zahlreichen Inseln, die dem australischen Festland vorgelagert sind. Dort verweilt man nicht nur ein Paar Tage oder Wochen, sondern ist unter Umständen für Jahre festgehalten, hinter Stacheldraht dingfest gemacht und bewacht von einem privaten Sicherheitsdienst, den sich der australische Staat engagiert hat, um nicht selbst des Verstoßes gegen die Menschenwürde schuldig zu werden. Ein Rechtsweg ist auch den dort internierten Flüchtlingen abgeschnitten, sie müssen hoffen, dass sich die Situation in ihrem Heimatländern verändert, um dann vielleicht zurückkehren zu können. Beim derzeitigen "australischen System" ist es aber nicht ausgeschlossen, dass ein Flüchtling sein ganzes Leben in diesen Konzentrationslagern verbringen muß - unschuldig eingesperrt, abgeschnitten vom Rest der Welt, behandelt wie ein Verbrecher. Dies ist möglich, wir kennen das von Guantánamo, weil auf den Inseln die australische Verfassung nicht gilt bzw. konkret per Gesetz außer Kraft gesetzt wurde. Im Jahr 2000 gab es auch dort einige Revolten, bei denen sich Gefangene selbst in Brand steckten oder sich mit Messern verletzten; von der erhöhten Selbstmordrate gar nicht erst zu sprechen.

Freilich, Lampedusa und die "pazifische Lösung" unterscheiden sich von Guantánamo. Während in den ersteren Fällen die Gefangenen "freiwillig" herandrängten, wurden bei letzterem Fall Menschen entführt - ohne rechtliche Mittel sind aber beide Parteien. Was das Revoltieren betrifft, scheint es auf Kuba keine Sorgen gegeben zu haben, oder man hat es vor der Presse verbergen können - vielleicht hat man die Presse auch zensiert. Die anderen Konzentrationslager konnten das Aufbegehren jedenfalls nicht kaschieren.

Doch obwohl die Berichte zu diesen unwürdigen Szenarien immer fein zerlegt, schön selektiert gereicht werden, gehören sie als eine Einheit zusammen. Sie sind nämlich hüben wie drüben Ausdruck westlicher Verachtung vor Menschen aus anderen Teilen der Erde; sie sind Ausdruck für westliche Gutsherrenart und Herrenmenschentum; sie sind beiderseits Ausdruck dafür, dass menschliche Würde im Westen soviel bedeutet wie "Vorrang des Bürgers der Industrienationen vor dem Rest der Welt"; sie sind Ausdruck dafür, dass Menschenwürde zur Erlangung oder Bewahrung westlichen Wohlstands keine Barriere ist, sondern gleichgültig mit Füßen getreten werden kann, wenn es notwendig ist; sie sind Ausdruck dafür, dass westliche "Institutionen" wie die Vereinte Nationen, die freie Presse, das was man "Öffentlichkeit" nennt, demokratische Parlamente usw. nur dazu gebraucht werden, westlich-industriellen Besitzstandsdenken, d.h. den status quo der globalen Reichtumsverteilung, zu seiner Geltung zu bringen.

So einfach kann es sich die gesamte westliche Welt, kann es sich Europa, kann es sich die Bundesrepublik nicht machen, nur gen USA zu deuten und die dortigen Vergewaltigungen der Menschenrechte als deren Tat hinzustellen. Ebensowenig, wenn es im "eigenen Haus" geschieht, wenn in Italien oder Spanien drastische Verstöße zu verzeichnen sind, oder wenn in Australien Zwangslager vollkommen legitim geduldet werden. Es liegt in der Hand der relativ freien Völker der Welt, sich dagegen zur Wehr zu setzen. Nicht Bush ist Schuld, dass es Guantánamo gab, sondern all jene, die es durch Ignoranz zuließen, die darüber schwiegen, die die Zivilcourage in Wort und Tat als Relikt vergangener Tage verunglimpften, anstatt es zum Sujet öffentlicher Diskussionen zu machen.

Und in dieser Weise machen wir uns alle täglich schuldig, weil wir der Diktatur im Gewand der Volksherrschaft beinahe alles durchgehen lassen. Die Diktatur, die uns schon heute aus verschiedenen Rissen und Löchern des System heraus anlacht, ist keine Diktatur des starken Mannes mehr, keine erzwungene Tyrannei durch eine Führergestalt, sondern ganz im Sinne Aldous Huxleys, eine Diktatur mit Mandat, eine Diktatur der Massen, der stillen, gleichgültigen, ignoranten Massen, die per Urnengang absegnen, was an Verbrechen und Morden während einer Amtszeit oder Legislaturperiode als hohe Politik verkauft wurde. Dazu wirft man uns die Neuigkeiten dieser Welt separat vor, verknüpft nicht was zusammengehört, sondern züchtet eine "Und jetzt"-Mentalität heran, in der es dem Bürger stückchenweise verunmöglicht wird, zusammenzuzählen was zusammengehört, eins und eins zu addieren, sich ein Bild der Gesamtsituation zu machen; eine Gesamtsituation, in der die Nachrichtenbranche kein Abbild des Geschehenen nachzeichnet, sondern ein Abbild von Herrschaftsinteressen.

Guantánamo, Lampedusa, Melilla, Ceuta, Baxter und Woomera - alles keine Einzelereignisse irgendwo im Kosmos möglicher News-Berichte, sondern eine nicht zusammengefasste Einheit; viele Namen für ein gleiches Prinzip und damit nurmehr ein Mosaiksteinchen in einer Welt der Berichterstattung, in der Herrschaftsinteressen als tägliche Nachrichtensendung, als Talkshow-Thema, als Stoff für Bücher und Essays etc. getarnt, weitergereicht werden.

7 Kommentare:

Anonym 26. Januar 2009 um 08:25  

...und dann werden die Gefangenen noch von belusconi verhöhnt mit den Worten, die seien nicht eingesperrt, sondern könnten jederzeit in die Stadt zum Shoppen.

Leider sehe ich auch in meinem Bekanntenkreis, daß die Leute mit ihren eigenen Sorgen beschäftigt sind und Menschlichkeit und Solidarität immer mehr verschwinden

Roberto J. De Lapuente 26. Januar 2009 um 12:26  

Ich möchte an dieser Stelle kurz darlegen, warum ich einige Kommentare zu diesem Thema nicht freischalten werde: Man hinterließ hier einige Kommentare, die sinngemäß so lauteten, dass man niemanden einladen könne, wenn es nichts im Kühlschrank gäbe, das zum Verteilen gedacht sei.

Solche Argumente sind grober Unfug und zeigen eine unmenschliche und teils ungebildete Komponente auf:

1.) Man stellt es nämlich so hin, als würden die Menschen einzig und alleine aus ökonomischen Gründen nach Europa oder Australien flüchten. Aber das ist häufig und in den meisten der Fällen nicht so. Dahinter steht die Hoffnung auf Asyl, weil sie in deren Heimatländer fern jeglicher Menschenwürde leben müssen, politisch oder andersartig verfolgt werden. Die Mehrzahl der Flüchtlinge wäre froh, wenn man in der Heimat bleiben könnte, denn auch wenn es der arrogante Westler nicht glaubt: für einen Afrikaner ist das heiße und oft trockene Afrika bzw. das konkrete Herkunftsgebiet auf dem afrikanischen Kontinent, geliebte Heimat, von der man nicht einfach weggeht, weil man gerne Globalnomade werden möchte.

2.) Eine solche Argumentationsweise deutet darauf hin, dass man die Mär aus der Presse glaubt, wonach die westliche Welt von Flüchtlingen überflutet wird. Allerlei Literatur und Fernsehdokumentationen, z.B. der Film "Der Marsch" aus den Achtzigerjahren, nähren diese Vorstellung. Die Zahlen sind aber bei weitem nicht so, dass Europa an der Aufnahme von Flüchtlingen, die womöglich Dauerasyl bekommen sollten, weil eine Rückkehr ins Heimatland qua der politischen Situation dort utopisch erscheint, kurz vor dem Kollaps steht. Dieses Scheinargument diente dazu, Europa zu einem Bollwerk zu machen, hat aber keine derart dramatischen Realgrundlagen.

3.) Metaphern wie "der Kühlschrank ist leer" und "Gäste kann man nur mit gefüllten Kühlschrank einladen" sind "Argumente", die den Ist-Zustand nicht kritisch begutachten, sondern innerhalb des Systems dessen Logik transportieren. Mit einer solchen Sichtweise der Dinge kann man nichts verändern, will vielleicht bestenfalls an den Zuständen herumdoktorn.

4.) Der Artikel "Zerstückelte Berichterstattung" hat sich Mißständen gewidmet, hat die Internierungspraxis des Westens aufgegriffen. Mir solch unbedachten Äußerungen wie jenen oben, gibt man den Regimen in Italien, Australien und den USA recht, man segnet ab, was dort an Verstoß gegen die Menschenwürde praktiziert wird.

Gerade bei letzterem Punkt, gemäß Marcuses "Repressiver Toleranz", kann man nicht tolerant sein, ohne sich zum Rädchen repressiver Maßnahmen innerhalb der Gesellschaft zu machen. Dieses Weblog soll nicht repressiver Helfershelfer sein, weswegen solche unqualifizierten und dummen Kommentare nicht veröffentlich werden.

Margitta 26. Januar 2009 um 15:24  

Lieber Roberto,

vielen Dank für Ihren Beitrag zu einem Thema das es ansonsten sehr schwer hat in Diskusionen Eingang zu finden.
Es ist aber auch sehr schwer über Flüchtlinge zu sprechen. Wir in der so genannten zivilisierten Welt, glauben ja auch immer wir würden zu kurz kommen und können es uns gar nicht vorstellen, dass es Millionen Menschen gibt, die von 1 Dollar am Tag leben müssen. Wir kennen ja auch keinen persönlich der unter solch unmenschlichen Umständen leben muss.

Es ist den meisten Menschen in Europa, Australien und Amerika auch nicht bewusst, dass durch den Lebensstandard den wir pflegen die Flüchtlinge erst produziert werden.

Meiner Meinung nach, hat jeder Mensch auf dieser Welt das Recht da leben zu können, wo es ihm beliebt. Und wenn er sich oder die seinen nicht satt bekommt wo er gerade ist, hat er jedes Recht dieser Welt sich einen Platz zu suchen wo er sich und die seinen versorgen kann. Aus nichts anderem als Wirtschaftsflüchtlingen besteht z.B.das heutige Nordamerika.

Ich hoffe, dass Sie lieber Roberto nicht irgendwann das Handtuch werfen und uns immer mit so guten Beiträgem versorgen. Ich kenne keinen, der die Zustände unserer Welt so gut erklärt und die notwendigen Verbindungen herstellt wie Sie.

Liebe Grüße
Margitta Lamers

Anonym 26. Januar 2009 um 16:41  

Ich bin mal wieder von Herrn De Lapuentes Artikel beeindruckt.

Und ja, auch ich gestehe, dass es mir logisch erschien, zu sagen, man könne nicht ganz Afrika in Europa Asyl gewähren.

Meine fehlerhaft vorausgenommene Annahme, ganz Afrika würde nach Europa kommen wollen, war mir garnicht klar.

Es zeigt aber mal wieder, wie manipulativ die Medien vorgehen. Ein paar Bilder von Afrikanern, die irgendwelche Flüchtlingscamps/Zäune stürmten, hatte ich im TV gesehen und schon nahm ich an, Europa werde von Horden von Afrikanern und Arabern überrannt.

Ich denke, latent ist immernoch eine Menge Antisemitismus in den Köpfen der Menschen und wer sich in Gefahr sieht, versucht, sich und seine Gruppe abzuschotten.
Leider passt Antisemitismus ja wirklich ganz gut in rechte Ideologien hinein und daher erlebt latenter, versteckter, pseudo-wissenschaftlich rationalisierter Antisemitismus wohl im Zuge des allgemeinen politischen Rechts-Rucks eine neue Blüte.
Statt "des Juden" und später "des Ausländers" hasst man nun "die Illegalen" und wie üblich wurde ein Bild von "bedrohlichen Fremden" erzeugt.

Wo versickern eigentlich die Abermillionen Entwicklungshilfe?

Würde der Westen seine ökonomische Neo-Kolonisation der "3.Welt" aufgeben, bräuchte man vermutlich ziemlich schnell keine Entwicklungshilfe mehr.

Anonym 26. Januar 2009 um 20:39  

Die Zeitung "Junge Welt" veröffentliche am Donnerstag, 22. Januar 2009 wieder ein Zitat des Tages:

"Einmal ist es, glaube ich, für Amerika eine wirklich große Stunde, auch ein gesellschaftspolitisches Ereignis, daß ein Farbiger jetzt Präsident wird, jemand, der aus einer ganz anderen, eigenen Lebensbiografie kommt", hatte Angela Merkel über Barack Obama im ARD-Morgenmagazin gesagt.

Es ist also die "ganz andere, eigene Lebensbiografie" von Menschen anderer Hautfarbe und Herkunft, die hierzulande "besonders" hervorgehoben wird.

Es geht nicht um das Anerkennen eines Menschen mit seinen Erfahrungen, seinen Gedanken, seinem Lebensmut - es wird bereits mit Worten "sortiert".

Sie haben Recht, verehrter Herr Lapuente, es ist dieses "Herrenmenschentum", das es erlaubte und auch heute noch ermöglicht, andere Völker zu kolonialisieren, sie auszubeuten und umzubringen.

Die Kolonien sind aufgegeben weil es nichts mehr zu stehlen gab, die vorher unterdrückten Völker wurden in Elend und Armut zurück gelassen.

Als Studentin hatte ich sehr viele Bekannte. Sie kamen aus Eretrea, dem Sudan, aus Afganistan, dem Irak und aus Bulgarien. Das war vor 40 Jahren in Jena. Fast alle hatten abenteuerliche Wege hinter sich, um nach Deutschland zu kommen. Sie konnten in der DDR studieren. Die meisten wurden Ärzte, Pharmazeuten oder Juristen.

Viele wollten da bleiben. Doch sie mussten gehen. "Sie sollen, das ihnen vermittelte Wissen, in ihr Heimatland bringen, dort wird das dringend gebraucht", hieß es von offizieller Seite.

Einer heiratete eine Deutsche. Zusammen mit ihr und den beiden gemeinsamen Kindern kamen sie über Umwege durch verschiedene afrikanische Staaten zurück nach Westdeutschland.

"Obwohl ich doch fast schon deutscher bin als die Deutschen, komm' ich einfach nicht vorwärts", erklärte mir der Freund Jahre später. Er wollte eigentlich in Eretrea bleiben, doch dort konnte seine deutsche Frau nicht leben.

Das, was ich während des Studiums erfahren habe, beeindruckt mich noch heute: Liebevolle Gastfreundschaft und herzliche Aufnahme kam von allen. Keine Vorurteile, keine Ablehnung - nur Empathie und freundschaftliche Zuneigung.

Ich wollte, es könnten viel viel mehr Menschen zu uns ins Land kommen. es würde mit Sicherheit wärmer.

Anonym 27. Januar 2009 um 01:35  

Sehr geehrter Herr Lapuente,

vielen Dank für ihre menschenfreundliche Haltung.

Wie viel Leid haben die Industrienationen (Industrie = lat. industria = fleißig = will man damit die anderen Nationen als faule Schmarotzer o. ä. abstempeln? Zeigt sich auch schon in diesem so alltäglichen Wort "Industrienation" der Geist der Verachtung und Überheblichkeit?) bzw. die Europäer z. B. in der Zeit des Kolonialismus nach Afrika gebracht?! Oder man denke an das Arpartheitssystem Südafrika und die Homelands. Wir Europäer haben riesige Schuld auf uns geladen.

Es macht vielen Leute Spaß z. B. tolle High-Tech-Produkte zu kaufen, ohne darüber nachzudenken, das dafür z. B. in China ein Mensch unter den menschenverachtendsten Umständen und miesesten Bedingungen für uns hat schuften müssen. Und nachdem sich die deutschen Gewerkschaften für ihre Brüder und Schwestern in China oder anderswo nicht eingesetzt haben, haben wir jetzt in Deutschland halt auch fast so menschenverachtende Gesetze - umgangsssprachlich Hartz 4 genannt - bekommen. Darf man das auch Auschwitz 2.0 nennen?

Obwohl es in letzter Zeit viele erschütternde Berichte über Hartz 4, Zeitarbeit, ... gab, bewegt sich die Masse der Noch-Arbeitnehmer, Arbeitslosen und Rentner nicht - weder aus Solidarität noch um ihren eigenen A. zu retten. Das begreife ich einfach nicht. Wie oft hatte man uns vor den Greuel der DDR und des Dritten Reiches gewarnt. Soll das alles umsonst gewesen sein?

Und wie begeistert viele Deutsche und Europäer die Olympiade in China angeschaut haben, anstatt sie zu boykottieren! "Stell dir vor es ist Olympiade und keiner geht hin!". Doch nicht dazu konnten sie sich aufringen. Und das, obwohl man uns doch sonst immer erzählt, was für eine schreckliche Folter- und Zensurdiktatur das ist.

Ein anderer Punkt wurde mir in den letzten Tagen ebenfalls klar. Wer ist Europameister im Waffenexport? Deutschland! . Und wie steht Deutschland im internationalen Vergleich da? Auf Nr. 2! Doch noch eine andere Frage. Warum kritisieren viele Deutsche Israels Einsatz in Gaza? Wer hat den denen die Waffen - zumindest zum Teil - verkauft oder sogar geschenkt? Deutschland. Wo blieb der massive Protest gegen die Waffenverkäufe - egal an welche Nation?

Vielleicht würden wir in Guantanamo, ... folgendes "Qualitätssiegel" finden: "Made in Germany". Und was waren das für komische Gerüchte im Kosovo und im Iran mit dem BND?

Aber auch Rom bemüht sich zur Zeit sehr intensiv in eine bestimmte Richtung. Kann mir bitte einer sagen, aus welchem Land der Papst kommt? Wie bitte? Ich höre schlecht. Ah, ja, jetzt habe ich es verstanden!

Ein echter Alptraum, der hoffentlich bald ein positives Ende nimmt.

G. G.

Anonym 28. Januar 2009 um 06:57  

Hinter den Schlagzeilen von Konstantin Wecker:

Gestern bekam der Europaratsabgeordnete und Menschenrechtler Dick Marty vom neuen US-Präsidenten frei Haus ein Eingeständnis geliefert, dass die Bush Administration jahrelang verweigert hatte: Es gibt geheime CIA-Gefängnisse ausserhalb der USA. Auch in Europa! Indem Obama weiterlesen

Gruß G. G.

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