Armut herrscht an jeder Ecke

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Vielen Menschen in diesem Land drohen arme Weihnachten. Das ist an sich nichts Neues, gab es in irgendeiner Weise immer schon, und in verschärfter Variante seit einigen Jahren immer öfter. Aber dass es nun selbst besserverdienende Edelgemüter wie Franz-Josef Wagner erwischt, dies erschüttert uns natürlich bis ins Mark. Er habe sich entschlossen arme Weihnachten zu feiern, verkündet er mit selbstaufopferndem Stolz, und fügt dann hinzu, dass er seiner Tochter lediglich 500 Euro schenken werde - zwar nur, damit diese die Kindertagesstätte bezahlen könne, aber immerhin, es bleiben, wie man es dreht oder wendet, eben nur 500 Euro.

Dieses Bescheidenheitsgehabe des Wohlstandsbürgertums hört man immer wieder. Diesmal würde man nur höchstens 100 Euro pro geliebten Menschen ausgeben, was immer noch zu viel wäre, aber man möchte freilich schenken - es ist doch Weihnachten. Und im Vergleich zu den 150 bis 180 Euro, die man letztes Jahr pro Beschenkten veranschlagt hatte, nimmt sich die diesjährige Pauschale auch bescheiden aus. Oder: Man fahre dieses Jahr nicht mehr so pompös in den Winterurlaub, nurmehr eine Woche Österreich oder Schweiz, länger auf keinen Fall; und danach verkündet man zudem, dass die Knaller- und Feuerchenorgie zum Jahresende auch bescheidener ausfallen müsse - es müßten ja nicht 150 Euro sein, 75 Euro tun es genauso. Auf dergleichen Bescheidenheit trifft man an jeder Ecke, Franz-Josef Wagner ist auch da kein Unikum, sondern - wie in seinem "Handwerk" auch - nur einer aus der Masse, durchschnittlich und alltäglich.

Dann kennt dieses Land auch noch die Protzigen, die frei von der Seele weg erzählen, dass sie sich an Weihnachten etwas besonders Gutes leisten wollen, ein teueres Abendmahl allerbester Qualität. Diesmal soll es eine Gans sein, eine aus dem Tiefkühlfach, die eigentlich das Budget aus den Tiefen des Sozialgesetzbuches II sprengt - aber es sei immerhin Weihnachten, deswegen wolle man sich das gönnen, müsse es sich sogar gönnen, wenn man sich selbst ein wenig Würde bewahren möchte. Wenigstens einmal möchte man auf die Empfehlungen des Drei-Sterne-Zerkochers Sarrazin verzichten! Deren Maßlosigkeit kennt keine Grenzen, denn sie wollen auch noch ihren Kindern bessere Geschenke als im Vorjahr machen - dabei dürfen es ruhig zwischen 50 und 70 Euro pro Kind sein, 2007 waren es nur 30 bis 40 Euro, die man dafür aufbrachte. Eine Steigerung von bis zu hundert Prozent - wenn das mal keine weihnachtliche Maßlosigkeit ist!

In Wagners heutigen Brief zeichnet sich die gesamte Dekadenz des Wohlstandsbürgertums ab. Seine bescheidenen 500 Euro sind mehr, als manche vierköpfige Familie als Monatsbudget zur Verfügung stehen hat. Er verschenkt in aller Bescheidenheit und mit dem gutem Gewissen, ein jesuanisch-armes Weihnachtsfest zu feiern, 500 Euro an seine Tochter - ob die Töchter von Arbeitslosengeld II-Beziehern in einem ganzen Jahr 500 Euro zur freien Verfügung haben? Aber solche Zeitgenossen, die sowieso nichts haben, müssen ja nicht gekünstelt bescheiden sein, denn sie sind es realistischerweise, bedingt durch die Welt wie sie ist, sowieso schon. Deren Bescheidenheit ist keine Leistung, denn sie haben ja nichts, um sich die Bescheidenheit erst selbst abringen zu müssen, sie könnten, selbst wenn sie wollten, nicht zur Maßlosigkeit zurückkehren - aber derjenige, der hat, der maßlos sein könnte, der muß sich Bescheidenheit erkämpfen, muß seinen Dämon bezwingen und Zurückhaltung, auch wenn es wehtut, diszipliniert sich selbst abnötigen. Ein Bescheidener, der nicht bescheiden sein müßte, ist Ausdruck höchster Kulturleistung! Der Bescheidene, der bescheiden sein muß, weil ihm geldbeuteltechnisch nichts anderes übrigbleibt, wäre ja gerne maßloser, ist nur durch äußere Umstände zur Bescheidenheit gezwungen und daher eigentlich ein potenzieller Verprasser - wenn er denn nur könnte!

Arme Weihnachten finden wir also vornehmlich beim Wohlstandsbürgertum, welches sich Bescheidenheit abnötigt und nurmehr Kleinigkeiten, wie 500 Euro in einem sehr billigen Kuvert, verschenkt. Dort wo Armut herrscht, da herrscht ja eigentlich die durch Lebensumstände unterdrückte Prunksucht und ein Leben über den eigenen Verhältnissen. Man muß sich die Welt eben nur zu deuten wissen...

26 Kommentare:

Anonym 18. Dezember 2008 um 10:09  

Yep, so erklärt sich von ganz alleine warum es für Normalbürger neuerdings medial den Ratschlag gibt "keine Geschenke verteilen" "das Beisammensein am Weihnachtsabend ist sinnvoller als teure Geschenke zu kaufen"....

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

persiana 18. Dezember 2008 um 11:29  

Der Wohlstandsbürger isst ja als Weihnachstmahl traditionellerweise "Würstl mit Kartoffelsalat", wie man mir vor einigen Monaten erzählte.
Ein bescheideneres Mahl eben.
Klar. Weihnachten ist ja auch ein Feiertag. Da muss es eben auch mal etwas anderes geben, als sonst so im Alltag.

Besonders leid tut es mir für die Hartz IV Emfpänger,die zudem noch krank sind. Die müssen jedem Jahr mit Sorge entgegensehen. Sie müssen nämlich einen gewissen Prozentsatz ihres Jahreseinkommens, dass sie für Medikamente brauchen, erst vollständig aufbrauchen, also den Bedarf für das gesamte Jahr, bevor sie von der Sozialhilfe etwas erstattet bekommen. Wieviel genau das ist weiß ich nicht, aber da Hartz IV ja schon für den noch Gesunden zu wenig ist, kann man sich vorstellen, dass der Januar für viele ein trauriger Monat ist.

Soviel ich weiß, werden auch nur verschreibungsfplichtige Präparate erstattet. Wer etwas nicht verschreibungspflichtiges braucht (bzw. ein Präparat, dass der Sebstmedikation unterliegt, wie es so schön heißt), hat Pech gehabt - das ganze Jahr...

Andreas Bemeleit 18. Dezember 2008 um 13:21  

Der Aufmacher meiner Lokalzeitung ist Heute:
"Zeit ist für Kinder das schönste Geschenk"

Wird hier eine Kampagne gestartet um die Bürger auf schwierige Zeiten vorzubereiten ?
Auch die "Promis" unterstützen diese neue Bescheidenheit.

"Hollywood-Stars Brad Pitt (44) und Angelina Jolie (33) hätten eigentlich alles Geld der Welt, um ihre sechs Kinder mit Geschenken zu überhäufen. Aber zu Weihnachten gibt es nur Selbstgemachtes."

Ergo: Wenn selbst die Reichen der Welt kein Geld für ihre Kinder verwenden, dann ist es korrekt, wenn auch mir keine Möglichkeiten mehr gegeben sind.

klaus baum 18. Dezember 2008 um 14:01  

Herablassung ist ein Zeichen des Herrenmenschentums. Dazu gehört auch das Zurschaustellen der Bescheidenheit.
Die BILD-Fuzzis sind einfach nur peinlich. Immer wieder aufs neue.

Anonym 18. Dezember 2008 um 14:38  

In Griechenland kocht es schon.

In Frankreich streikt die Jugend.

In Deutschland gibt es durchaus viele Schülerdemos, nur berichten die Medien nie davon!!!!!!!

Anonym 18. Dezember 2008 um 15:26  

"[...]In Deutschland gibt es durchaus viele Schülerdemos, nur berichten die Medien nie davon!!!!!!![...]"

Vielleicht sollten die deutschen Schüler einfach mal eine Fernseh- oder Radiostation besetzen, um ihre Forderungen bekannt zu machen ;-)

Vorbild? Gestern in Griechenland so geschehen.

Wie die Schüler dort an den Securitiy-Typen vorbeigekommen sind, dass berichten die griech. Medien allerdings nicht, aber die Idee ist nachahmenswert, denn:

"Wer die Medien kontrolliert, der kontrolliert die öffentliche Meinung"...

So aus einem Computerspiel frei übersetzt....

Anonym 18. Dezember 2008 um 16:26  

Man merkt es nicht nur an den fehlenden Geschenken, und den mäßigen bei den Reichen - Ist da vielleicht sogar Geiz im Spiel? - sondern bei echten Familienproblemen, die sich nicht einmal an Weihnachten stoppen lassen. Bei Reichen wird dann eben über kleinliche Streitigkeiten berichtet während bei Armen an Weihnachten wirklich die Fetzen fliegen, was für die Springer-Presse dann natürlich ein gefundenes Fressen sein wird.

Seh ich es zu dunkeldüster? Abwarten.

Ich hoffe ja nicht, dass sich obige Vermutung bewahrheitet.

War es jedoch nicht jedes Jahr so -meist um die Weihnachtszeit rum?

Anonym 18. Dezember 2008 um 17:10  

Was den Fall Wagner angeht, so ist diese Person einfach nur peinlich.
Ein bezahlter Troll, der die vorgegebene Meinung der Elite, zu der er niemals gehören wird, papageienartig nachplappert.

Aber: Der öffentlich bekundete Verzicht der Wohlstandsbürger in der aufkommenden massiven Wirtschaftskrise dient drei Zwecken: Selbstschutz, Selbstschutz und Selbstschutz. Nicht auffallen mit seinem Reichtum ist das oberste Gebot in der Krise, um nicht zur Zielscheibe des eventuell aufziehenden Protestes zu werden.

Und dazu bedient sich der Springer Verlag seiner unterwürfigen Lakaien, die massenhaft gegen ein "Taschengeld" zur Verfügung stehen, u.a. Herrn Wagner, der als Sprachrohr der Elite benutzt wird.

Hier wird mit Wagners Predigt präzise und kühl kalkuliert, um den Ball für die Reichen flach zu halten. Seht alle her, wir Reichen üben doch auch verzicht.

Nicht umsonst ist diesmal bei der Charitysuppenküchen-Veranstaltung "Ein Herz für Kinder" (eigentlich müsste es eher heissen, "PR für Springer") ein Spendenrekord aufgestellt worden - ob da wohl jemand aus PR-Gründen nachgeholfen hat?

Anonym 18. Dezember 2008 um 17:25  

Hallo Herr Wagner, lassen Sie mich raten: Ihren Siebener haben Sie in der Tiefgarage versteckt, und jetzt fahren Sie bestimmt Smart!

Anonym 18. Dezember 2008 um 18:46  

"Übertriebene, vor allem aber öffentlich zur Schau gestellte Bescheidenheit ist die übelste Form der Arroganz"
bis die Tage

Anonym 18. Dezember 2008 um 19:26  

@Persiana:

Wer kriegt wiewaswo erstattet??? Ich glaube ich muß das mal ein bißchen entwirren, bevor hier wieder wilde Gerüchte entstehen:

Von der Sache her hast du ja recht. Aber "Hartz IV-Empfänger" sind i.d.R. gesetzlich versichert und kriegen die gleichen Leistungen wie jeder andere auch. So weit, so gut. Hat mit "Sozialamt" oder ähnlichen Dingen rein gar nichts zu tun!

Das Problem liegt ganz woanders: "gleiche Leistungen" heißt eben auch, das genau wie bei jedem anderen immer mehr selbst gezahlt werden muß. Davon wird nirgends was von irgendwelchen ominösen Ämtern übernommen. Da ist zum einen die Belastungsgrenze von 2% (für Chroniker die Hälfte), die erstmal bezahlt werden muß, wie bei allen anderen auch. Vor allem bei Chronikern (egal ob arbeitslos oder nicht) wird das meist gleich komplett am Jahresanfang fällig.

Der zweite Punkt ist das immer öfter Dinge komplett selber gezahlt werden müssen, weil die Kassen das schlicht nicht mehr übernehmen. Gilt wieder für alle Kassenpatienten gleichermaßen. Nur trifft es die Leistungsempfänger sehr viel härter! Erklär mal z.B. jemanden mit Neurodermitis, wie er seine Ausgaben von locker 400 Euro im Monat aus dem Regelsatz bestreiten soll! Da ließen sich endlos Beispiele finden.

Weiterhin trifft es viele Rentner und Erwerbsunfähige noch härter, weil es in der Grundsicherung (Leistungen nach SGB XII) im Gegensatz zur Arbeitslosenhilfe (Leistungen nach SGB II) praktisch keinerlei Zuverdienstmöglichkeit gibt. Gleichzeitig sind hier die durchschnittlichen Ausgaben für medizinische Leistungen sehr viel größer.

Zusätzliche Leistungen wie Mehrbedarf bei krankheitsbedingter kostenaufwändiger Ernährung ist für fast alle Krankheiten praktisch nicht mehr durchzusetzen, und war auch ohnehin lächerlich gering. Diabetiker zum Beispiel müssen genauso mit dem Regelsatz auskommen wie alle anderen auch.

Und schließlich und endlich ist das noch die sog. "Gesundheitsreform", welche die Ausgaben noch mal beträchtlich hochkitzeln wird. Nun rate mal, für welche Gruppe das ein ganz besonders harter Schlag ins Kontor werden wird.........

Ich könnte das noch weiter führen, aber ich denke das sollte etwas Klarheit bringen.

Gruß

Tantalos

Anonym 18. Dezember 2008 um 21:13  

"[...]Nicht umsonst ist diesmal bei der Charitysuppenküchen-Veranstaltung "Ein Herz für Kinder" (eigentlich müsste es eher heissen, "PR für Springer") ein Spendenrekord aufgestellt worden - ob da wohl jemand aus PR-Gründen nachgeholfen hat?[...]"

Der "Spendenrekord" relativiert sich sofort, wenn man weiß, dass die Spender ihre Spende voll von der Steuer absetzen können.

Schöne Spende, die keinem weh tut, außer vielleicht dem, der wirklich etwas spendet ohne dies voll steuerlich absetzen zu können.

Anonym 18. Dezember 2008 um 21:16  

!!!: Gebt mal als Versuch, z.B. in Google, ein "Spenden voll steuerlich absetzbar"....

Ihr werdet mehr als fündig an Infos, Tipps & Tricks - kein Wunder, dass unsere "Eliten" gerne spenden, wenn man dies "voll steuerlich absetzen" kann.

Wer blutet am Ende? Der verbliebene ehrliche Steuerzahler wieder, der für die Spendenbereitschaft der "Elite" gerade stehen muss....

Perverser geht's nimmer....

Anonym 18. Dezember 2008 um 22:03  

Wer kann sagen, woher das Wort "arm" stammt und das Wort "Armut"? wie, woher, warum grad ist es so wie es ist zusammengesetzt ist? Arm-Mut?
Im Duden steht nix zur Herkunft beider Wörter.
Bedeutet Arm sein sich mit dem bloßen Arm zur Wehr zu setzen? den Mut zu haben sich noch aufzulehnen ... oder zumindest zu schützen!?

Wogegen noch auflehnen, wenn das ärmste die Obdachlosigkeit ist, sagen sich diejenigen, die nix mehr haben. Dann ist dir endlich klar geworden: "Freedom is another word for nothing left to loose!"
(Janis J.)

Jo. Da rasselts im Karton.

Und nun sacht der aufrechte Sossialdemograt oder ein Mackinsianer etwa: "Na seht ihr, da habt ihr denn eure Freiheit!"

Oder?

Aber, noch sind se nicht fertig. Sie nutzen alles und machen daraus auch noch Profit. Solls ma sehn...

Schein-Heilige aller Länder, Gott vergällts euch! Bar jeglichen Scheins werdet ihr die Rechnungen zu zahlen haben. Da gibts dann auch bei euch kein Pardon mehr.

Aber noch eins:
Sinti und Roma, die Verjagenen aller Zeiten wissen wovon sie singen. Die echten.

Und die Indianer ebenso.

Verzicht ist hart zu lernen. Die Oberen, die Elite hat Angst - genau davor! Selbst vor dem kleinsten Verlust. Spieler! Süchtige.

Wie sagte Heine in einem seiner Gedichte:
"...jetzt bin ich reich.
Darum scheiß ich auf euch!"

Da sind die Ratten dann nicht mehr weit.


Gruß, Versefrey

Anonym 18. Dezember 2008 um 22:22  

Berichtigung:
Verzeihung! Hatte an einen anderen
HEINE-Text gedacht, es ist von GOETHE - mit dem "reich". Hier dat janze Jedicht:

ein Reicher
(dem gemeinen Wesen zur Nachricht)
----------------------------------------------

wollt ihr wissen
woher ich's hab
mein Haus und Hab

hab allerlei Pfiff ersonnen
es mit Müh, Schweiß und Angst gewonnen

genug
ich bin reich
darum scheiss ich auf euch

________________
(J. W.v. Goethe)

Tschuldigung, Versefrey

Franktireur 18. Dezember 2008 um 23:16  

Mir ist egal, wieviel Wagner verdient, mir ist auch egal, wieviel Geld er verschenkt an diverse Familienmitglieder. Was mir nicht egal ist ist, wie dieser mann sein geld verdient. Und da hat er meine Verachtung. Ob er den Mist, den er verzapft, nun für 1 Euro oder für 10000 Euro schreibt, ist mir wiederum egal.

Anonym 19. Dezember 2008 um 11:37  

Ich habe gestern an die Macher des niedersächsischen Senders Radio Antenne einen Brief geschrieben, u.a. dass ich es zynisch finde, wochenlang Privatpersonen anzusprechen, den armen Kindern in Niedersachsen Geld zu spenden. Dazu wurde Familienministerin von der Layen eingeladen, und so schwurbelte sie ebenfalls von den armen Seelen, die sich keinen warmen Mantel leisten können. Diese Kampagne läuft schonn wochenlang und immer wieder vermisse ich die Fragen des Moderators, warum wir uns eine Entwicklungsministerin leisten, die unser Geld rund um den Globus verteilt und warum die Familienministerin in ihrer Partei nicht mal auf den Tisch haut, dass Gesetze gemacht werden, die die Kinderarmut in Deutschland unmöglich machen. Nichts davon, Armut scheint bei den Medienfuzzis und allen gutgläubigen Spendern wohl Schicksal zu sein. Hinterfragungen gibt es nicht. Den Wagner finde ich übrigens ganz besonders scheinheilig, naja, bei der Bild muss man seinen Charakter bekanntlich an der Garderobentür ablegen.

Anonym 19. Dezember 2008 um 14:50  

schade, und es hat alles nichts gebracht.

Mit dem Passieren des BKA Gesetzes heute, die vorherige Vorratsdatenspeicherung und dem noch fehlenden Mosaiksteinchens des bereits in Arbeit befindlichen Armeeeinsatzes im Landesinneren, hat sich die 2te Deutsche Republik in Verbindung mit einer neoliberalen (eigentlich konservativem Manchester Kapitalismus) getriebenen Wirtschaftspolitik verabschiedet.

Eine erneute Restauration hat uns mal wieder auf den Beginn des 19ten Jhrdts zurückgeworfen. Der Biedermeier ist ja auch schon wieder da.

Die Götter seien uns diesmal gnädiger!

otti 19. Dezember 2008 um 20:04  

Armut dient den Machthabern (geringe Wahlbeteiligung) und dem Finanzkapital (hohe Renditen).

Wo es Armut gibt, da fehlt die Würde.
Wo die Würde fehlt, gibt es keine Demokratie.
Wo es keine Demokratie gibt, da herrscht Lug und Trug.

Der Kaiser ist nackt und fett (kein schöner Anblick!) ...

Anonym 20. Dezember 2008 um 15:09  

"[...]Vielen Menschen in diesem Land drohen arme Weihnachten. Das ist an sich nichts Neues, gab es in irgendeiner Weise immer schon, und in verschärfter Variante seit einigen Jahren immer öfter.[...]"

Etwas Neues daran gibt es schon. Oder gab es je ein Weihnachtsfest, wo unsere selbst ernannten "Eliten" im Vorfeld den Armen im eigenen Land dermaßen den bekannten Stinkefinger zeigten?

Ich glaube nicht, aber dank BKA-Gesetz - der neuen Gestapo-Zentrale - haben wir das "Schweigen im Walde" in Deutschland.

Eigentlich müßten wir auf die Barrikaden gehen, wie die Griechen, aber leider ist dies - dank Antiterrorgesetzgebung gegen das eigene Volk - nicht mehr möglich :-(

Mfg
Junger

MG 20. Dezember 2008 um 18:21  

Zweifelt angesichts der Entwicklungen in Griechenland, Frankreich, etc... eigentlich noch jemand daran, dass bald die Armee im Landesinnere eingesetzt werden wird, nicht nur zur See sondern auch auf dem Marktplatz?
Und wenn dies Realität wird: Wo ist noch der Unterschied zwischen einer Militärdiktatur und der Demokratie in Deutscher Fassung?


P.S. Im Übrigen: Die Angst, fremde Mitarbeiter könnten Deutschland überschwemmen, ist völlig unbegründet: Bereits jetzt kommen hierher nur noch diejenige, die in kein anderes westliche Land hinkönnen oder die sich im Vorfeld nicht hinreichend informiert haben.
Damit meine ich nicht die beknieten EDV-Inder, die uns einen Korb gegeben haben, sondern die ganz normalen Erntearbeiter, Illegale oder Asylanten.

Geschreibsel 21. Dezember 2008 um 13:39  

Unter Außerachtlassung dessen was vor mir hier angemerkt wurde möchte ich amerken:
Hach, das bescheidene Gechenk von 500 Euronen hätte ich auch gerne. Aber das ist ja jetzt wieder nur eine Neiddebatte. *seufz*

Armut ist ja sowas von relativ!

(sorry war vorher an den falschen Artikel angemerkt)

Anonym 23. Dezember 2008 um 15:20  

"[...]Hach, das bescheidene Gechenk von 500 Euronen hätte ich auch gerne. Aber das ist ja jetzt wieder nur eine Neiddebatte. *seufz*[...]"

Du meinst 500 Milliarden Euronen - Oder? Die Summe würde mir - als Ackermann - gerade für meine Portokasse, aus der ich die "Verwelkte Blume aus der Uckermarck" - meine Sprechblase bzw. Marionette "Madame No" alias Angela Merkel - finanziere, ausreichen.

Amüsierter Gruß
Nachdenkseiten-Leser

Anonym 17. Januar 2009 um 13:34  

Habe ich gefunden, finde ich sehr gut, sollte man unterstützen im Kampf gegen Armut... tolle Transparenz, man sieht was man spendet und wer sich im Anschluss darüber freut - toll ! Jeder kann helfen, Charity wie sie sein sollte, Hilfe kommt an ! Armut-Bekämpfen.de zeigt wie es gehen kann.

Mission von Armut Bekämpfen :

Menschen welche noch nicht die Möglichkeit hatte Länder der dritten Welt zu bereisen, haben leider nicht die Vorstellungskraft Umstände und Situationen in Ländern wie dem Senegal, Indien, Brasilien oder den Phillipen vorzustellen. Wie auch? Menschen in diesen Ländern träumen von Themen wie Mindestlohn, 38 Stunden Wochen, Rente, Arbeitslosengeld oder aber Sozialhilfe.

Was in westlichen Ländern standard ist und bereits als Armut bezeichnet wird ist in den genannten Ländern wie gesunder Mittelstand. Ein Bett, ein Dach über dem Kopf, Kleidung, Spielzeug oder aber Schulbildung sind purer Luxus.

Aufgrund der unterschiedlichen beruflichen und kulturellen Hintergründe der Gründer und der Schirmherren, leben wir wie ich meine ein Leben im Wohlstand und für Bürger aus Dritte-Welt Ländern ein Leben im Überfluss.

Ziel unserer Mission ist, anfangs in verschiedenen Regionen Güter in Form von Spenden, Sachspenden, finanzielle Spenden und Zuversicht an Bedürftige zu verteilen. Tsunami Opfer in Ländern wie Indonesien, Thailand, Sri Lanka oder Indien wurde geholfen; leider jedoch fast ausschließlich in Tourismus Regionen. Nur wenige Kilometer von dort entfernt ist bislang wenig bis Hilfe angekommen. Wir möchten gezielt und direkt helfen und somit die Korruption der relevanten Stellen ausschließen – dies wird nicht immer möglich sein, aber es ist den Versuch wert.

Für die Ausstattung von Schulen in den geförderten Ländern suchen wir noch funktionierende Computer (Idealerweise Notebooks) um auch den Kinder in diesen Regionen eine Chance zu geben neben Ihrer Schulbildung sich mit den neuen, modernen Medien auseinander zu setzen und diese zu nutzen.

Nobelpreisträger Muhammad Yunus erhielt den begehrten Preis für die Vergabe von Micro Krediten; diese wurden vergeben am Ärmste in entlegenen Dörfern, welche von dem Kleinkredit beispielsweise ein gebrauchtes Handy kaufen und somit in entlegenen Regionen ohne Telefonanschluss Ihr eigenes kleines Unternehmen gründeten. Von diesem Telefon konnten Frauen Ihre Ehemänner welche in anderen teilen des Landes oder aber sogar im Ausland arbeiten, telefonisch erreichen. Von den Einnahmen konnten die Kreditnehmer Ihren Kredit zurück zahlen und sich so ein kleines Einkommen sichern so wie auch Ihre eigene Existenz.

Zitat Fokus Juni 2008

„Jeder Handybesitzer hat bislang 5 neue Endgeräte genutzt, 3 der 4 Altgeräte schlummert in irgendwelchen Schubladen und wird nicht genutzt“

Wir möchten Menschen in vergleichbaren Situationen helfen ohne einen Kredit aufnehmen zu müssen, aufgrund dessen sammeln wir auch noch funktionierende Mobiltelefone nebst Ladegerät. Diese werden geprüft, sortiert und katalogisiert und durch Besuche vor Ort durch Partnerorganisationen verteilt.

Wir freuen uns über Sachspenden jeglicher Art, dennoch BITTEN wir darum nur Waren von vertretbarer Qualität zu schicken (Kleidung ohne Löcher, Mobiltelefone ohne Akku oder Ladegerät oder aber defekt, etc.pp)

Anschrift Anlieferung Sachspenden (Kleidung, Spielwaren, Handies, Notebooks)

Armut-Bekämpfen.de
c/o Michael Maier
Am Bayenturm 9
D-50678 Köln
anlieferung@armut-bekaempfen.de

Anonym 18. Dezember 2012 um 01:19  

10 % der Deutschen besitzen 60 % des ges. Vermögens . Es gibt Reiche , die durch schlaue Idee , anderer Menschen Arbeit ,oder Zinses-Zins zu hohen Vermögen gekommen sind , deren Kinder und Kindes-Kinder niemals arbeiten müssen . 2 von 10 , die sich noch selber ausreichend mit Arbeit versorgen können , arbeiten sich quasi arm . Sie zahlen noch an die Reichen und einen kleinen Teil an die Ärmeren .Des wegen fordere ich ein BGE , Bedingunsloses Grund- Einkommen , von mindestens 1250,- Euro ,für Kinder 1/3 bis 1/2 . , statt Rente , Pensionen , K.Geld -welches Harz 4 sowieso nicht bekommen , wärend eine Beamten-Gattin, dienoch nie einen Finger krumm gemacht , das doppelte KG. bekommt . Gleich mehr!

Anonym 18. Dezember 2012 um 01:42  

2.Der Fach-Arbeiter- Mangel ist eine Lüge , Akademiker stehen Schlange , ein Grund der Industrie , die Löhne zu verringern .Jeder Manager ratzinalisiert und guckt , wo er die geringsten Löhne zahlt . Z.B. in Krefeld arbeiten 20 000 Menschen in einen 400,- E. Job. Und es gibt viele sinnlose , überflüssige Jobs . Bei nur 1 ner Steuer bis 50 % -MWST , wären auch die Steuerberater arbeitslos und bekämen auch ein BGE , und könnten durch eine sinnvolle andere Tätigkeit noch ein Erwerbs-Einkommen dazu verdienen. Menschen , die nach Arbeit rufen , möchten in Wirklichkeit ein Einkommen. Es ist Zeit die Menschen von der Arbeit zu befreien . Ein BGE macht frei von Existensängste , Zwang , Forderungen, Armut und man kann wichtige Arbeit teilen und selber entscheiden , kreativ werden , selber Kinder und Familienangehörige betreuen und versorgen, da ja jeder ein BGE bekommt -Mit der Einführung des BGE , wäre das Bürgerrecht .Gleich mehr!

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