Wir brauchen einen Weltunterdrücktentag...

Mittwoch, 14. März 2012

Der Weltfrauentag, diesen Eindruck lassen die Medien entstehen, wird mittlerweile als Feiertag begriffen. Wenn er auch in der Lebenswirklichkeit der Menschen kaum Beachtung findet, so wissen doch Zeitung und Fernsehen viel darüber zu erzählen. Und es ist ausgerechnet Die Linke, sie sich ansonsten kritisch äußert, die aber stets dann, wenn von Gleichstellung die Rede sein sollte, in dumpfesten Postfeminismus verfällt und dabei den gender mainstream bedient. Gleiche Standards, die sich nicht an primären oder sekundären Geschlechtsmerkmalen orientieren: das ist natürlich gar nicht zu kritisieren. Deshalb jedoch in einen ritualisierten Diskurs, der mit vorbereiteten Floskeln und halbgarer Geschlechterrhetorik hantiert, zu verfallen, das macht nachdenklich. Die Linke ist in diesem Bereich nicht Opposition, sie ist Mainstream.

Die Spaltung vor dem Kapital

Der Weltfrauentag wird mit postfeministischer Rhetorik untermengt. Die Betonung liegt darauf, Frauen als außerordentlich wichtig zu ehren - als ob je etwas anderes behauptet worden wäre von denen, die die das postfeministische Vokabular als "Männerwelt" bezeichnet. Diese wird gerade auch am Weltfrauentag als nebulöse Sekte definiert, als Gesellschaft, die keinen Zugang für Frauen kennt, die den aussperrt, der nicht an denselben Geschlechtsmerkmalen leidet. Den Männern, so wird am globalen Festtag der Frau festgestellt, geht Kreativität und Kompetenz ab, weswegen Frauen umso wichtiger sind - niedlich, wie sich die postfeministische Rhetorik über die Schwäche des Geschlechterfeindes definiert. Was am Weltfrauentag kein Thema ist: das deutsche Familienrecht, das in puncto Gleichstellung nach wie vor rückständig und frauen- bzw. mütterzentriert ist.

Am Weltfrauentag gedenkt man nicht der Emanzipation der Frau. Es wird dankbar aufgeatmet, dass es die Verfestigung der Spaltung klassenkämpferischen Potenzials ist, die man installiert hat. Männlein und Weiblein, vereint im Getrenntsein, im Divide et impera. Jedoch es gibt keinen Kampf der Geschlechter - der wird nur publiziert. Unter "normalen Menschen" findet er nicht statt. Da ist zwar oft Unverständnis; Mann und Frau streiten sich auch - aber das tun gleichgeschlechtliche Beziehungen auch. Die üblichen Geplänkel, die aber nicht als Politikum gesehen werden wollen. Wer aber die Gesellschaft auf Krieg zwischen Mann und Frau reduziert, der lenkt von den wirklichen Kriegsschauplätzen ab.

Der Weltfrauentag wird als eine Art Befreiungstag gefeiert - als Tag, an dem die Männerwelt Demut üben soll für ihre Verbrechen; an dem sie Dankbarkeit ausdrücken soll. Und es ist der Tag, an dem sich Frauen selbst beweihräuchern dürfen. So wie wir ihn in Deutschland kennen, soll der Weltfrauentag zudem sagen: Seht her, weit haben wir es gebracht! Unsere Gesellschaft ermöglicht, dass es allen besser geht, wenn man nur darum kämpft! Und genau hier ist er nichts weiter, als ein Ereignis von satter Staatsgetragenheit. Denn es geht nicht um Männlein und Weiblein - es geht um Kapital und dessen Verfügungsanspruch auf Menschen, Alltag, Kultur und soziale Errungenschaften. Und ob die Lebensumstände sich gebessert haben, das ist keine Frage des Geschlechts, es ist eine des Geldes.

Postfeminismus - auch so eine Säule der kapitalistischen Gesellschaft

Dass die Grünen so unoriginell in Frauen- und Männerbündlerei ticken - kein Wunder, denn von daher stammen sie ja ursprünglich. Dass die taz so ist, der BILD-Aktion, eine Ausgabe nur mit männlicher Arbeitskraft zu gestalten, um zu beweisen, dass es ohne Frauen nicht geht, auch nur Beachtung zu schenken - auch kaum verwunderlich, denn was wäre die taz, Zeitung der bürgerlichen Mitte, ohne ihren Diekmann? Die anderen etablierten Parteien zelebrieren denselben Stuss mit gender-Sprüchen, wie man sie nun seit Jahren kennt und erträgt. Anderes dürfte kaum zu erwarten sein -wer am Weltfrauentag, oder auch sonst, die Benachteiligung von Vätern im Familienrecht thematisiert, dürfte ein Problem mit der Öffentlichkeit bekommen. Die arme, verlassene, alleinerziehende Mutter steht unter Opferschutz - die Wirklichkeit kümmert nicht mehr, wenn man bequeme Stereotype im Kopf hat. Dass Die Linke sich aber dazu hergibt, ausgerechnet Die Linke, die sonst so kritisch sein will, so oppositionell, so andersdenkend, so gerecht und gleich, so brüderlich und freigeistig: das enttäuscht. Auch sie spielt mit im Divide et impera, die diesem Frauen-Männer-Trennungen zugrunde liegen.

Bei aller berechtigter Kritik an den Piraten: Der Umstand, dass sie wenig Frauen in ihren Reihen haben, ist kein Kriterium. Das verstehe man nicht falsch. Nicht, dass nur Männer in die Politik sollen - auf gar keinen Fall. Aber Quotierungen sind unerträglich, weil sie Geschlechtsmerkmale zum wesentlichen Motiv einer Einstellung, Berufung oder Kooption machen. Qualität sollte sich durchsetzen, nicht der Vorzug, bestimmte körperliche Voraussetzungen zu erfüllen. Dass sich die Piraten, eine junge Partei mit jungen Mitgliedern, nicht auf Männer- und Frauenpolitik trimmen, mag vorallem damit zu tun haben, dass sie einer Generation entstammen, der dieses Denken mittlerweile fremd ist. Geschlechterpolitik ist veraltet, ein Relikt aus den Siebzigerjahren, wo sie zweifellos Berechtigung hatte - heute ist sie mainstream geworden; gender mainstream.

Frauen sind besser, witziger, kreativer, führen umsichtiger - Männer können das alles auch, aber nicht, weil sie Qualitäten haben, sondern weil sie verbissener und aggressiver sind und von einer Welt, die auf Männer maßgeschneidert ist, profitieren. Solche Losungen hat der gender mainstream, der durchsetzt ist von genetischen Geschwafel über Mann und Frau, erzeugt. Junge Generationen können damit kaum mehr etwas anfangen - für sie war nie ersichtlich, dass es große Unterschiede bei den Geschlechtern gibt. Es wundert also nicht, dass die Piraten glauben, diesen Aspekt ganz bannen zu können. Zumal die Auswüchse des gender mainstreams die Gesellschaft, wie wir sie heute haben, nicht erschüttert, sondern stützt. Dass beispielsweise Springer-Zeitungen einen solch bissigen postfeministischen Stil pflegen, immerhin Produkte eines kapitalistischen, konservativen, gegenüber Politik und Wirtschaft unkritischen und marktkonformen Unternehmens, unterstreicht doch nur, wie staatstragend der Postfeminismus und seine Köpfe und Köpfinnen, die alle irgendwie wie die Schwarzerin (die ja auch Werbung für Springer machte) klingen, mittlerweile geworden sind.

Von wegen Weltfrauentag - ein Weltunterdrücktentag täte not

Eine ungerechte Welt verändert man nicht dadurch, Menschen, die Opfer und Verfügungsmasse der kapitalistischen Wirklichkeit sind, gegeneinander auszuspielen. Geschlecht, Abstammung, Rasse, Sprache, Heimat und Herkunft und Glauben, wie es im Grundgesetz auch steht, dürfen keine Scheidungskriterien sein. Frauen sind nicht nur Opfer von Männern - Männer sind es auch; Frauen sind auch Opfer von Frauen - und Männer von Frauen. Homo homini lupus - hier ist eine traurige Gleichstellung vollbracht. Männer und Frauen sind gleich: sie können ausgebeutet werden - und sie dürfen ausbeuten.

Gerade Die Linke sollte erkennen, dass Nebensächlichkeiten wie das Geschlecht, nicht dazu führen dürfen, Menschen gegeneinander aufmarschieren zu lassen. Wer das macht, der schwächt sie - der erzeugt ein Klima des Misstrauens, raubt gesellschaftsverändernde Energien und vertuscht, gegen wen es wahrhaftig gilt sich zu wehren. Dass der Diskurs zudem unfair ist, weil Männer ruchbar gemacht werden, zu tumben Machos, über die gespottet werden darf, während sie als Väter so gut wie immer als Elternteil zweiter Klasse ins Hintertreffen geraten im Trennungsfalle, setzt dem ganzen die Krone auf. Wie der Postfeminismus das männliche Geschlecht sieht, läßt sich am Geschlechterdiskurs sehen. Der wird immer öfter im Verbund mit Sexualstraftaten geführt, die Männer begehen und die von einer maskulinen Rechtssprechung angeblich entschuldigt werden. Der Mann ist eben ein potenzieller Verbrecher.

Die Linke sollte am nächsten Weltfrauentag einen Weltunterdrücktentag ausrufen...



43 Kommentare:

Anonym 14. März 2012 um 08:39  

"Die arme, verlassene, alleinerziehende Mutter steht unter Opferschutz - die Wirklichkeit kümmert nicht mehr, wenn man bequeme Stereotype im Kopf hat."

Sie müssen dazu sagen: Diese tollen Frauen haben Kinder, kommen mit dem Lebens-Abschnitts-Partner (böse Zungen würden "Bettgenossen" sagen) nicht mehr klar, trennen sich (Von der Schwarzer "wissen" wir: die wurden von ihren Männern durchgeprügelt. Tatsächlich aber, bringt's der halt einfach nicht mehr - die "Luft ist raus" - "ich fühle nix mehr für ihn". Kenne ich alles aus meinem engsten Freundeskreis. Da wird dann schon mal, nach 5 Jahren, der Ex-Liebhaber "aufgewärmt" und zu ihm zurückgegangen. Den sie verlassen hat, war ein Softy, der keiner Fliege etwas zu leide tun kann.) - und lassen sich dann mit Steuergeldern durchfüttern. In Spanien, liest man, sind die Scheidungszahlen rapide gesunken.

http://www.123recht.net/Durch-Wirtschaftskrise-sinkt-Zahl-der-Scheidungen-in-Spanien-__a48473.html

Warum wohl? Logo, weil die Leute (bzw. besser wohl "die Frauen" - die Scheidungen gehen zumeist von den Frauen aus. )

http://www.bmfsfj.de/doku/Publikationen/genderreport/4-Familien-und-lebensformen-von-frauen-und-maennern/4-7-Trennungen-und-scheidungen/4-7-1-scheidungsraten.html

sich in einer Krise zusammenraufen müssen und sich nicht mehr wegen jeden Puuups scheiden lassen können, da die Staatsknete nicht mehr so üppig fließt.

Herr De Lapuente, sie haben völlig Recht! Wieder einmal ein sehr guter Artikel, abseits der unerträglichen
"political correctness", die uns von früh bis spät einhämmert, dass die Frauen die besseren Menschen seien.

In dieser "Kultur des Todes" (Papst Johannes Paul II bezog es auf den Schutz des menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum Tod, der nicht mehr gewährleistet ist - aber man kann dieses Statement auf die gesamte Ökosphäre ausdehnen: Kein Leben ist heilig, egal ob Pflanze, Strauch, Baum, Tier oder Mensch, alle müssen vor dem Gott PROFIT im Dreck herumkriechen. Sie müssen dankbar sein, nicht geopfert zu werden.), gibt es keine "guten" Menschen. Die westliche Welt, eine völlig dekadente Welt (ich definiere Dekadenz so: Sich nicht sorgen um die Zukunft - "Nach mir die Sintflut" - einst sollen die Native Americans bis zu 7 Generationen in die Zukunft gedacht haben. Wir denken bis zu den nächsten Bilanzzahlen.) hat eine Weltvernichtungsmaschine installiert hat. Da ist es müßig, sich zu fragen, ob die Frauen "besser" sind als die Männer. Der Native American Jack Forbes (1934 - 2011)bezeichnet die westlichen Gesellschaften als "Wetiko" (=Kannibalen)-Gesellschaften. Wir leiden an der "Weitiko-Seuche".

http://www.mmnews.de/index.php/etc/8000-kapitalismus-als-kannibalismus

Anton Reiser

Anonym 14. März 2012 um 09:33  

Ergänzung:

Thema "Weltvernichtungsmaschine"

http://www.amazon.de/Die-Weltvernichtungsmaschine-Vom-Kreditboom-Wirtschaftskrise/dp/3936950946/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1331713889&sr=8-1

Anton Reiser

TaiFei 14. März 2012 um 09:39  

Anonym 14. März 2012 08:39 „Sie müssen dazu sagen: Diese tollen Frauen haben Kinder, kommen mit dem Lebens-Abschnitts-Partner (böse Zungen würden "Bettgenossen" sagen) nicht mehr klar, trennen sich …und lassen sich dann mit Steuergeldern durchfüttern. In Spanien, liest man, sind die Scheidungszahlen rapide gesunken.

Anton Reiser“

Tja, Herr De Lapuente, mit Ihrem Beitrag haben sie obige Antwort gerade zu provoziert. Diese zeigt schon wieder deutlich, weshalb der Weltfrauentag existiert. Frauen lassen sich also scheiden, weil sie keinen Bock mehr auf den „Bettgefährten“ haben und lassen sich dann mit Steuergeldern aushalten. Hier schwingen IMMER noch Sozialschmarotzerdenken und Undankbarkeitsvorwürfe mit. Aber genau das ist doch die gesellschaftliche Situation. Frauen stehen auf der sozialen Leiter eben IMMER noch nicht auf der gleichen Stufe. Frauen werden IMMER noch beschi…ner bezahlt. Frauen sind IMMER noch eher im Billiglohnsektor anzutreffen. Das mediale Bild der Frau, wird IMMER noch vom Hausputschen dominiert, die für Spülmaschinentabs hofieren und sich über Hausstaub beklagen. Frauen werden IMMER noch als verkaufsförderndes Vorführmodel hochgehalten. Selbstverständlich sind Quotenregelungen nur vorgeschobene Makulatur. „Frauen in Führungspositionen bei DAX-Unternehmen“ ist keine Devise für das Gros der Frauen. Das ist durchaus eine Scheindebatte. Das Gleichberechtigung aber Einzug ins Alltagsleben gefunden hätte, davon sind wir doch IMMER noch weit entfernt. Es geht beim Weltfrauentag auch nicht um das Auseinanderdividieren, sondern um das Bewusstmachen der Ungleichheit. Wer diese leugnet, dividiert doch nur selber auseinander. Denn dann wird der Umstand, dass Frauen nach wie vor eine billige Arbeitsmarktreserve sind, nicht wahrgenommen.

PS:
Also dass Männer bei Scheidungen immer Eltern zweiter Klasse wären, kann ich persönlich nicht bestätigen. Ferner sollte man hier auch den gesellschaftlichen Diskurs betrachten. Frauen die ihre Kinder bei einer Scheidung dem Vater überlassen, werden gesellschaftlich sehr schnell verurteilt als Rabenmütter, die eigenes Wohlergehen über das des Kindes stellen. Männern wird das nicht vorgeworfen. Solche Bsp. sind irrelevant, wenn man sie von der gesellschaftlichen Sichtweise abkoppelt.

landbewohner 14. März 2012 um 12:15  

die ganze gender - feminismus-frauen geht so ca 80% der frauen "voll am arsch vorbei". nicht zu vergessen sei die zeit, wo jedes einigermassen oberdümmliche weibchen dank kinderzeiten und den einkünften ihres gatten ohne befähigungsnachweis die heiligen hallen der hochschulen betreten durfte; die sagenhaften errungenschaften im kampf um gleichberechtigung wie freier zugang zur kämpfenden truppe, zu nachtarbeit und freier beruflicher entfaltung auf kosten der frisch in krippen entsorgten kleinkinder. und obwohl fast alle bekannten frauen in führungspositionen erfolgreich bewiesen haben, daß sie gleich oder noch bösartiger und asozialer agieren als ihre männlichen kollegen, wird dank gender immer noch von der höheren sittlichkeit etc der damenwelt phantasiert und die hohenpriesterinen des wahns, die in den vergangenen jahrzehnten keinen deut zur besserbezahlung von friseurinnen und verkäuferinnen beigetragen - in der regel nicht einmal gefordert - haben, fordern nun für sich die spitzeneinkommen und rechte der polit- und wirtschafts"elite". da wendet sich nicht nur mann, sondern auch "normalfrau" mit grausen ab.

SalvadorArachnor 14. März 2012 um 14:13  

Dieser unterschwellige Maskulinismus nervt. Nur weil die systemtragenden Parteien für sie unbedenkliche Elemente des Feminismus aufgegriffen haben und pathosreich Phrasen dreschen, heisst dies noch lange nicht, dass Gleichberechtigung hergestellt ist.

Mich ärgern die Männer, die einem mit ihren ach so furchtbaren Benachteiligungen in den Ohren liegen, als sei eine Mehrheit der Scheidungsväter tatsächlich am vollen Sorgerecht interessiert.

Wenn es um die Beseitigung tatsächlicher Ungerechtigkeiten ginge, könnte man sich die Angriffe auf Feministinnen auch sparen und eine faktenbasierte Gerechtigkeitsdebatte führen.

Der von Lapuente betriebene Versuch, die immer noch vorhandenen patriarchalen Strukturen und Denkmuster zur Seite zu wischen und ihre Ursachen zu ökonomisieren zeigt in meinen Augen sehr deutlich, wie sich Männer willig in den "postgender"- Diskurs werfen, nur um unter dessen Deckmantel ihre Privilegien weiter zu perpetuieren.

Anonym 14. März 2012 um 14:17  

@TaiFei

Ich habe bewußt polemisch formuliert, um genau diese Reaktionen zu provozieren.
Man muss sich natürlich fragen, warum die Männer mehr verdienen als die Frauen. Das liegt doch nicht in erster Linie daran, dass die alle so forsch auftreten wie Kanzler-GERD und dann einfach ein höheres Gehalt durchdrücken können, auch wenn sie viel weniger können als die auch so tollen Frauen, die man jetzt per Quote nach oben pushen will. Meiner Meinung nach ist dieses Phänomen, nur historisch zu verstehen. Zuerst wurden nur die Männer von der "Weltvernichtungsmaschine" erfaßt. Die Männer bekamen ihr Gehalt für die GANZE FAMILIE (Frau + Kinder). Die Frauen wurden noch verschont, von diesem Wahnsinn. Dann kam die Ideologie des Feminismus, der mit dazu beitrug, die Familien zu zerstören. Der lockte dann auch noch die Frauen in die PROFIT-Maschine. Dieser Feminismus redet den Frauen ein, daß es besser sei, sich den Profit-Interessen eines Unternehmers zu unterwerfen (Frau als Nummer - jederzeit austauschbar), als dass sie Mutter (da ist sie einzigartig - Einem Kind ist es egal, wie "gebildet" eine Frau ist.) und Hausfrau ist. Hausfrauen und Mütter werden seit Jahren systematisch lächerlich gemacht. Das zeigt die ganze Dekadenz dieser Gesellschaft.

Wir sind in einer Art Übergangsphase, bis auch die Frauen systematisch von dem System verwurstet werden, dann werden sich auch die Gehälter angeglichen haben. Denn dann konkurrieren auf dem Arbeitsmarkt nur noch völlig isolierte Arbeits-MONADEN. Zur Zeit konkurrieren noch "Familien" (das Gehalt der Männer als Gehalt für die ganze Familie) und Einzelpersonen. Dann hat dieses perverse System sein Ziel erreicht. Es existieren dann endgültig nur noch isolierte Monaden, die völlig vom System abhängig sind. Keiner kann sich mehr selbst versorgen. Das ist die totale Versklavung, die im Namen der "Freiheit" vollzogen wird.

Für die Feministinnen, zur Aufklärung. Aber vmtl. ist das hoffnungslos
(Der eintrainierte Reflex schlägt vmtl. zu: Verschwörungstheorie! - ein bequemes STEREOTYP - und frau kann das Denken dann, bequem und selbstzufrieden, einstellen.),
da sie seit Jahrzehnten völlig von den Mainstream-Medien zugemüllt werden, wie toll es ist, sich von der PROFIT-Maschine ausbeuten zu lassen.

http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2006/12/der-ursprung-des-feminismus.html

Anton Reiser

Anonym 14. März 2012 um 14:36  

@TaiFei

Ich glaube, Sie haben meine Argumentation nicht verstanden. Dieses perverse PROFIT-System ("Weltvernichtungsmaschine" - eine Maschine, die die ganze Erde in Geldscheine verwandelt) hat zuerst die Männer verwurstet (Frauen blieben mehrheitlich außen vor - Kinder wurden anfangs auch noch gleich mit verwurstet. Bis sich die Bürger wehrten.) - der Lohn des Mannes war für die ganze Familie. Jetzt (ab ca. den 70er Jahren) werden auch noch die Frauen verwurstet. Ich bin der Meinung, es ist nicht besonders erstrebenswert in dieses System Einlaß zu finden - und sich obendrein noch gegeneinander ausspielen zu lassen (Männer gegen Frauen - aber das hat Methode in diesem System: Alte gegen Junge, Gymnasiasten gegen Hauptschüler, Inländer gegen Ausländer usw.). Frauen und Männer müßten sich vielmehr solidarisieren und diese Chrematistik (aristotelischer Begriff: Die Kunst Geld zu produzieren - als Gegenbegriff zur Ökonomik - die Menschen mit Waren und Gütern versorgt) zu zerstören, bis diese Finanzindustrie die gesamte Weltwirtschaft ruiniert. Ich lehne den Feminismus ab, weil er eine Ideologie dieses Schweinesystems ist. Er verspricht den Frauen "Freiheit", stattdessen sind sie nur eine Nummer und nur so lange für das System gut genug, wie man aus den Frauen PROFIT herauspressen kann.

http://www.geld-frisst-mensch.de/tornado.php

Anton Reiser

TaiFei 14. März 2012 um 15:01  

Ergänzung

Was die „Ungleichbehandlung“ der Elternteile in der Scheidungsproblematik angeht, möchte ich auch auf Situation hinweisen.

1. Frauen werden i.d.R. schlechter bezahlt als Männer. Das ist Fakt!
2. Für den alleinerziehenden Elternteil besteht die größere Gefahr ins soziale Abseits zu geraten. Vollerwerbstätigkeit und Kindeserziehung vertragen sich unter den derzeitigen Vorraussetzungen nur selten (Kindesbetreuung, Krankheit des Kindes usw.) Auch das kann als Fakt angenommen werden.

Nehmen wir also an. Männer würden bei der Sorgerechtsvergabe/Kindeserziehung gleichgestellt werden (wobei ich eine Benachteiligung eigentlich nicht sehe), hätte dass folgende Konsequenzen. Die beruflichen Chancen der Männer würden sich verschlechtern. Damit würde sich auch deren wirtschaftliche Lage verschlechtern. Andererseits kann dieser Ausfall weniger über die Alimentierungen für die Kinder durch die Frauen erfolgen, da diese ja sowieso schlechter bezahlt werden, trotz gestiegener Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Im ungünstigsten Fall würden dann sowohl Frau als auch Mann mit Kind zum Aufstockungsfall werden, wahrscheinlich sogar mit staatlicher Vorstreckung der Unterhaltszahlungen für die Kinder.

Solange also keine gleichberechtigte Lohnpolitik betrieben und der Niedriglohnsektor eingedämmt wird, führt eine entsprechende Änderung nur in eine Sackgasse und zwar vor allem für die Kinder. Da diese in dem Fall schlechter wirtschaftlich versorgt sind, sinken auch deren Chancen auf bessere Ausbildung und Berufswahl. Diese Situation sollte man bei aller Kritik an der derzeitigen sorgerechtlichen Regelung mit in seine Überlegungen einbeziehen.

Wie gesagt, kann ich eine unfaire Benachteilung der Männer in der Scheidungsproblematik aus persönlicher Erfahrung auch NICHT bestätigen. Ich habe problemlos das alleinige Sorgerecht erhalten.

Roberto J. De Lapuente 14. März 2012 um 15:05  

Hier wird alles unterstrichen, was den Postfeminismus ausmacht: Wir reden von Ungleichbehandlung in der Familienpolitik die faktisch gegeben ist (der EGMR hat sie für gegen die Menschenrechte verstossend angesehen) und es wird über ökonomische Vor- und Nachteile geschwallt. Das Recht von Vätern, ihre Kinder sehen und erziehen zu wollen, wird überhaupt nur mit Arbeitsmarktsituations-Dialektik beantwortet...

Anonym 14. März 2012 um 15:13  

Die Ungleichbehandlung der ledigen Väter, die vom EGMR beanstandet wurde, ergibt sich aber aus dem besonderen Schutz der Familien und eben nicht aus dem Feminismus.

Roberto J. De Lapuente 14. März 2012 um 15:17  

Aha?

Anonym 14. März 2012 um 15:35  

Das Urteil des EGMR fordert ein besseres Sorgerecht für LEDIGE Väter. Deren Schlechterstellung gegenüber verheirateten oder geschiedenen Vätern sei ein Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot.

Roberto J. De Lapuente 14. März 2012 um 16:42  

Aha, da dann Mann zu Mann - verstehe. Dass die vermeintliche Besserstellung verheirateter Männer viel zu oft auch nicht gegeben ist, ist aber auch ausreichend dokumentiert - der Mainstream nimmt sich dieses Themas jedoch nicht an.

Anonym 14. März 2012 um 16:45  

ich bin so ein vater. war verheiratet und darf mein kind nur selten sehen. die ex erteilt umgangsverbot. ich kann nix machen dagegen. das familiengericht mahnt zwar. aber es bringt nix. sie macht was sie will und das jugendamt schaut zu.

Roberto J. De Lapuente 14. März 2012 um 16:46  

Ich empfehle wieder mal: Entsorgte Väter.
Entsorgte Väter: Der Kampf um die Kinder: Warum Männer weniger Recht bekommen

TaiFei 14. März 2012 um 16:53  

Vielleicht sollte man sich mal etwas mit der Geschichte des Frauentages auseinandersetzen. Der ist keineswegs Produkt irgendwelcher ominöser Feministinnen ala Schwarzer. Es ist auch völliger Humbug zu behaupten, das die Ausbeutung der Frauen durch das Kapital erst mit der Gleichberechtigungsbewegung begonnen hat. Es FALSCH, dass das Einkommen des Mannes früher allein zum Lebensunterhalt beigetragen hat. Frauen mussten von Anfang an zum Familieneinkommen beitragen. Das geschah zwar anfangs oft eher in Heimarbeit, später, bedingt durch den WW1 jedoch auch immer öfter in Fabriken. Und genau HIER liegt der Ursprung des Frauentages. Er geht auf Streikbewegungen zurück in welchen Frauen gleiche Bezahlungen für diese Arbeiten erreichen wollten. Die Vorstellung, dass Frauen in den Anfängen der Industrialisierung für Heim und Kinder zuständig waren, geht auf ein bürgerliches Idealbild zurück, was aber an der Masse völlig vorbei ging.
@Anton Reiser
Ich nehme Ihnen dass mit dem provozieren nicht ab, da zitierter Inhalt sehr gut auch zu diesen Stellungnahmen passt.
„Warum wohl? Logo, weil die Leute (bzw. besser wohl "die Frauen" - die Scheidungen gehen zumeist von den Frauen aus. )

http://www.bmfsfj.de/doku/Publikationen/genderreport/4-Familien-und-lebensformen-von-frauen-und-maennern/4-7-Trennungen-und-scheidungen/4-7-1-scheidungsraten.html

sich in einer Krise zusammenraufen müssen und sich nicht mehr wegen jeden Puuups scheiden lassen können, da die Staatsknete nicht mehr so üppig fließt.“
„Dieser Feminismus redet den Frauen ein, daß es besser sei, sich den Profit-Interessen eines Unternehmers zu unterwerfen (Frau als Nummer - jederzeit austauschbar), als dass sie Mutter (da ist sie einzigartig - Einem Kind ist es egal, wie "gebildet" eine Frau ist.) und Hausfrau ist“

Es ist völlig richtig, dass die Entwicklung der Gleichberechtigung immer dann Vorschritte machte, wenn Frauen ein volkswirtschaftlich wichtiger Faktor wurden. Das trifft aber auf die Rechte der Männer ebenso zu, dieser ist nur weiter vorgeschritten. Die Grundzüge unserer heutigen bürgerlichen Gesellschaft sind das Ergebnis der bürgerlich/kapitalistischen Produktionsweise. Diese bedarf halt des doppelt freien Lohnarbeiters. In der Entwicklung der Gleichberechtigung ist also die immer gleichwertigere Stellung der Frau als Objekt der kapitalen Ausbeutung nur die logische Konsequenz.
Roberto J. De Lapuente 14. März 2012 15:05
Hier wird alles unterstrichen, was den Postfeminismus ausmacht: Wir reden von Ungleichbehandlung in der Familienpolitik die faktisch gegeben ist (der EGMR hat sie für gegen die Menschenrechte verstossend angesehen) und es wird über ökonomische Vor- und Nachteile geschwallt. Das Recht von Vätern, ihre Kinder sehen und erziehen zu wollen, wird überhaupt nur mit Arbeitsmarktsituations-Dialektik beantwortet...
Herr De Lapuente, das ist kein Schwafeln. Wenn Sie die RECHTE in Anspruch nehmen wollen, müssen Sie auch mit den Konsequenzen leben. Ich unterstelle Ihnen hier keine persönliche Feigheit, jedoch bezweifle ich ernsthaft den Willen der meisten Väter eine H4-Existenz im Austausch gegen dieses Recht auf sich zu nehmen. Nochmal, ICH habe problemlos ein alleiniges Sorgerecht durchsetzen können. Wenn der Wille da ist, ist das auch in DE machbar. Allein der Wille dürfte halt doch sehr oft fehlen. Da ist es dann einfach im Nachhinein über eine angeblich-ungerechte Sorgerechtsvergabe zu jammern. Übrigens bin ich da auch nicht allein. Bei einem Freund von mir bahnt sich eine ähnliche Situation an. Auch er wird die Erziehung des Kindes vornehmlich übernehmen.

Roberto J. De Lapuente 14. März 2012 um 17:04  

Die Geschichte das Frauentages ist im Bezug auf den Text völlig gleichgültig - es geht darum, die Ausbeutung, die auch Frauen betrifft, zu generalisieren. Die Klischees, die am Frauentag geritten werden, helfen niemanden - und es hilft nichts, wenn die Ausgebeuteten per d.e.i. gespalten werden. Generalisieren ist notwendig - ist es im übrigen auch, wenn Gedenktage zur Shoa stattfinden. Das Leid, das der Mensch dem Menschen antut, gehört keiner Gruppe alleine - es muß als generelles Problem sichtbar werden.

left father 14. März 2012 um 17:05  

Meine Ex-frau hat mir angehängt ich würde das Kind sexuell mißraucht haben. Alles wurde vor gericht entkräftet. Das jugendamt weigert sich trotdem mir zu helfen. Jetzt hab ich es auf gegeben. Ich habe dicht gemacht weil meine Nerven an arsch waren. Jetzt wirft mir die ex-Frau vor ich habe kein interesse am Kind.

Anonym 14. März 2012 um 17:11  

Hallo zusammen,

die Medien sind in dieser Beziehung wirklich unerträglich. Es gibt laufend "wissenschaftliche Erkenntnisse" wie toll Frauen sind. Frauen sind im Gegensatz zu Männern multitaking-fähig, sprachgewandter, haben eine höhere emotionale Intelligenz, haben eine höhere soziale Kompetenz etc. Wird eine Eigenschaft aber Männern zugeschrieben (z.B. mathematische oder naturwissenschaftliche Kompetenz), so erfolgt sofort der wissenschaftliche Nachweis, dass Frauen es genauso gut können. Noch nie habe ich von einer Studie gehört, die nachweist, dass Männer irgendetwas genauso gut können wie Frauen. Männer sind demnach nur zweit- oder drittklassig.

Als ich mein Studium anfing, betrug unsere Frauenquote keine 5%. Selbstverständlich wurde unser Fach als frauenfeindlich eingestuft. Schließlich gab es bei uns nicht 50% Professorinnen. Woher hätte man die nehmen sollen? Fair ist es, wenn die Quote von unten nach oben durchgereicht wird, also in allen Bereichen gleich ist. Wenn nur 5% der Studenten eines Fachs Frauen sind, dann reichen auch 5% Professorinnen in diesem Fach aus.

Fast jeder setzt voraus, dass Unternehmen wirtschaftlich handeln. Warum bekommen dann Männer immer moch einen Job? Frauen leisten das gleiche für weniger Geld. Jedes Unternehmen, dass einen Mann einstellt, handelt demnach unwirtschaftlich.

Frauen bekommen im Durchschnitt weniger Geld. Die Statistik, auf der diese Aussage beruht, bildet einen Durchschnitt über alle Berufsgruppen und Beschäftigungsverhältnisse. Kann mir jemand eine Statistik zeigen, in der Gehaltsunterschiede innerhalb einer Berufsgruppe nachgewiesen werden? Alle Grundschullehrer verdienen weniger als Gymnasiallehrer. Nur weil mehr Frauen an Grundschulen arbeiten, kann man nicht behaupten, dass Lehrerinnen schlechter bezahlt werden als Lehrer. Das Kriterium für die schlechtere Bezahlung ist nicht das Geschlecht sondern die Schulform.

Teile und Herrsche:
Jeder muss ständig auf eigene Benachteiligung hingewiesen und angestachelt werden. Die Benachteiligung anderer ist aber nichts im Vergleich zur eigenen. Roberto hat also Recht, wenn er einen Weltunterdrücktentag fordert. Und dann machen wir weiter:
Keinen Muttertag oder Vatertag. Einfach mal einen Familientag.

Viele Grüße
Klotzkopf

Roberto J. De Lapuente 14. März 2012 um 17:16  

@ Klotzkopf
Da hätte ich nichts dagegen - der Vatertag ist ohnehin nur ein Tag, an dem gesoffen wird - als Familientag wüsste man, worum es geht...

StrangeAI 14. März 2012 um 18:38  

Unsere Gesellschaft löst die traditionellen Rollenbilder auf. Und das auf eine sehr aggressive Weise. Die einen begrüßen das weil dadurch neue Wege eröffnet werden, den anderen wird ihre Lebenswirklichkeit zur Hölle gemacht.

Die Entwicklung ist meiner Ansicht nach Ausdruck der Individualisierung. Wir vereinzeln und lassen dabei Familie und alte Rollen hinter uns. In dieser Gesellschaft möchte ich auch nicht von einem Partner abhängig sein - denn der fühlt sich mir ja nicht so verpflichtet wie vielleicht vor 100 Jahren.

Der Prozess geht aber langsam voran. Als Beispiel finden wir fast nur Frauen in allen Berufen, die sich um die Erziehung unserer Jpngsten kümmern (Kindergarten, Grundschule).
Dagegen findet man zB in Berufen, die hohe Risiken für Leib und Leben bergen nach wie vor vor allem Männer.

Es geht beim Feminismus nicht um Gleichberechtigung. Es geht darum die Lebenswirklichkeit von Frauen und dementsprechend auch Männern zu ändern. Ob man das gut oder schlecht findet steht auf einem anderen Blatt.

Die Wirkung der progressiven Entwicklung der Rolle der Frau in der Gesellschaft auf den Mann in seiner Rolle, wird meist vernächlässigt. Allseits wird geklagt, über die Schlappschwänzigkeit und die Verantwortungslosigkeit und Vieles Mehr in dieser Richtung. Dabei ist das doch die Folge, wenn Rollen aufgekündigt werden die eine wichtige bindende Funktion erfüllten und damit meine ich die Rollen von Mann und Frau.

TaiFei 14. März 2012 um 18:55  

Roberto J. De Lapuente 14. März 2012 17:04
"Die Geschichte das Frauentages ist im Bezug auf den Text völlig gleichgültig - es geht darum, die Ausbeutung, die auch Frauen betrifft, zu generalisieren"

Eben nicht. Die Geschichte ist hier gerade wichtig. Es geht nämlich beim Frauentag nicht um ein Auseinanderdividieren sondern einfach um die Tatsache, dass das Geschlecht weltweit immer noch ein ENTSCHEIDENDES Kriterium der Unterdrückung ist. Es geht auch nicht darum „Den Männern, so wird am globalen Festtag der Frau festgestellt, geht Kreativität und Kompetenz ab, weswegen Frauen umso wichtiger sind“. Er hat seinen Ursprung in der Arbeiterbewegung. Daher ist es logisch, dass die Linke ihn auch für sich vereinnahmt. Der int. Frauentag hat überhaupt nichts mit Feminismus zu tun, man gedenkt der Unterdrückung. Man mag die Benachteiligung der Frauen in DE als Kickifax abtun, wie Klotzkopf, aber es ist ein internationaler Gedenktag und in vielen Ländern ist die Gleichberechtigung noch weniger fortgeschritten. Genauso gut könnte man ja den internat. Kindertag kritisieren, weil er ja die Kinder als besonders schützenswert hervorhebt und damit die Unterdrückten der Welt auseinander dividiert.
Wer die Geschichte und Herkunft des internat. Frauentages ignoriert und nur seinem Beißreflex auf den Feminismus frönt, hat den wahren Charakter dieses GEDENKTAGES nicht verstanden.

TaiFei 14. März 2012 um 19:03  

PS:
Im übrigen GIBT es einen Feiertag der die Gesamtheit der Unterdrückung ankreidet. Das ist der 1. Mai.

Anonym 14. März 2012 um 19:44  

@SalvadorArachnor:

Mich ärgern die Frauen, die einem mit ihren ach so furchtbaren
Benachteiligungen in den Ohren liegen, als sei eine Mehrheit der Frauen tatsächlich daran interessiert, Karriere zu machen.

Wenn es um die Beseitigung tatsächlicher Ungerechtigkeiten ginge, könnte man sich die Angriffe auf Männer auch sparen und eine faktenbasierte Gerechtigkeitsdebatte führen.

Anonym 14. März 2012 um 19:59  

Zitat:

"Eine ungerechte Welt verändert man nicht dadurch, Menschen, die Opfer und Verfügungsmasse der kapitalistischen Wirklichkeit sind, gegeneinander auszuspielen. Geschlecht, Abstammung, Rasse, Sprache, Heimat und Herkunft und Glauben, wie es im Grundgesetz auch steht, dürfen keine Scheidungskriterien sein. Frauen sind nicht nur Opfer von Männern - Männer sind es auch; Frauen sind auch Opfer von Frauen - und Männer von Frauen. Homo homini lupus - hier ist eine traurige Gleichstellung vollbracht. Männer und Frauen sind gleich: sie können ausgebeutet werden - und sie dürfen ausbeuten."

Wunderbar auf den Punkt. Wir sind Menschen, alle, und erst wenn das vollumfänglich in den Köpfen angekommen ist, braucht man sich über solche Dinge wie Frauenquoten und Welfrauentage keine Gedanken mehr zu machen.
Die Emanzipation der Frau, das Leiblingskind von Alice Schwarzer, die ihre Verdienste in der Beziehung hat, keine Frage, droht umzukippen in die gegenteilige Richtung, will sagen, die Unterdrückung des Mannes.
Bloß, ohne Männer keine Zukunft, genausowenig wie ohne Frauen. Dessen sollte man sich bewusst sein.
Man ist frei und autark, wenn man sich selbst so sieht und fühlt. Das ist nicht von äußeren Gegebenheiten abhängig, zumindest nicht in den hoch industrialisierten Ländern.

TaiFei 14. März 2012 um 20:43  

Anonym 14. März 2012 19:44
"@SalvadorArachnor:
Mich ärgern die Frauen, die einem mit ihren ach so furchtbaren
Benachteiligungen in den Ohren liegen, als sei eine Mehrheit der Frauen tatsächlich daran interessiert, Karriere zu machen.

Wenn es um die Beseitigung tatsächlicher Ungerechtigkeiten ginge, könnte man sich die Angriffe auf Männer auch sparen und eine faktenbasierte Gerechtigkeitsdebatte führen."
Und mich ärgern solche Kommentare, die unterstellen, dass Frauen überhaupt gar nicht unterdrückt werden, sondern lediglich Vorzüge durch die Gleichberechtigung ergattern wollen. Frauen werden weltweit unterdrückt, eben weil sie Frauen sind. Mädchen werden häufiger abgetrieben, werden häufiger ausgesetzt, sind häufiger häuslicher und öffentlicher Gewalt ausgesetzt. DAS mahnt der internat. Frauentag an, er ist kein Angriff auf Männer.

Anonym 14. März 2012 19:59
„Man ist frei und autark, wenn man sich selbst so sieht und fühlt. Das ist nicht von äußeren Gegebenheiten abhängig, zumindest nicht in den hoch industrialisierten Ländern."
Das ist, mit Verlaub, ein Riesenschwachsinn. Wer ist denn in hoch industrialisierten Ländern frei und autark? Gerade hier sind wir voneinander abhängig und aufeinander angewiesen. Gerade deshalb sollten diese Länder ja die Keimzelle für Solidarität und Toleranz sein. Niemand kann hier überleben, wenn er nicht die Arbeit und Leistung eines anderen in Anspruch nehmen kann, da wir hier alle viel zu spezialisiert sind.

flavo 15. März 2012 um 12:02  

Nun, man kann davon ausgehen, dass im insgesamten Arbeitsvolumen ca. 2 Drittel unbezahlte Haus- und Pflegearbeit sind. Diese wird vorweigend von Frauen verrichtet. Dieses wird in der Regel ausgeblendet, zumal in unserer Breiten die diksursgestaltenden Akteure viel zu oft aus Schichten kommen, in denen das Kind, der Haushalt und der Opa von einer philippinischen oder ukrainischen Frau getan werden. Schwarz, wenns geht. Dazu gibt es manchmal rührende Bücher, in denen diese soziale Schicht, sich auf ihre Moral zu besinnen versucht und belobigend und dankbar über den Wert der Hausangestellten sinniert. Aber natürlich: der Billiglohn, na das sind unantastbare Marktregelungen. Das restliche Drittel, Erwerbsarbeit, ist meist im Fokus der Debatten. Hierin bestehen nun mal auch Ungerechtigkeiten: 20% niedrigerer Lohn, unsichtbare Barrieren. Dazu ist das weibliche Geschlecht in unserer symbolischen Ordnung nun mal unterworfene, penetrierte und massgeregelte, schwache und emotionale Wesen. All diese Jahrhundertlang inkorporierten maskulinen Weltinterpretations- und erschließungsschemata vollziehen sich so oder so, ob man den Weltfrauenrag mag oder nicht. Und sie vollziehen sich auch im Frauenkörper.
Die Hauptströmungen Gendermainstreaming zusammen mit Diversitymanagement sind viel zu oft nur Alibiaktionen, die das Geschlechterthema in die herrschenden Verhältnisse inhalieren und darin neutralisieren.
Gegen einen Weltunterdrückungstag wäre nichts einzuwenden. Unterdrückung bezieht sich ja zweifellos nicht nur auf ein Geschlecht und ist in anderen Formen geschlechtsunabhängig, aber nicht minder unterdrückend. Zweifellos. Leider haben wir es mit mehrfachen Unterdrückungen zu tun. Die eine gegen die andere auszuspielen ist keine Lösung: die andere Unterdrückung ist nicht die Ursache dieser Unterdrückung.

Roberto J. De Lapuente 15. März 2012 um 12:06  

Kein Mensch hat die Absicht, einen Weltunterdrückungstag einzuführen - einen Weltunterdrücktentag schon eher...

Anonym 15. März 2012 um 13:40  

@flavo

"Nun, man kann davon ausgehen, dass im insgesamten Arbeitsvolumen ca. 2 Drittel unbezahlte Haus- und Pflegearbeit sind. Diese wird vorweigend von Frauen verrichtet."

Bei dieser Betrachtungsweise blieb ich immere wieder hängen. "Unbezahlt" stimmt meines Erachtens so
nicht, weil die (nicht berufstätige) Frau bei ihrer Arbeit im Haus ja vom Lohn des Mannes "mitprofitiert". Der Mann verbraucht "seinen" Lohn ja nicht für sich alleine, sondern wirft ihn sozusagen in eine gemeinsame Kasse - für Frau und Kind(er).

Entweder liege ich hier falsch - oder diese ganze Betrachtungsweise ist ein vorsätzlicher Schwindel.

der Herr Karl

Anonym 15. März 2012 um 17:42  

„Das ist, mit Verlaub, ein Riesenschwachsinn. Wer ist denn in hoch industrialisierten Ländern frei und autark? Gerade hier sind wir voneinander abhängig und aufeinander angewiesen. Gerade deshalb sollten diese Länder ja die Keimzelle für Solidarität und Toleranz sein. Niemand kann hier überleben, wenn er nicht die Arbeit und Leistung eines anderen in Anspruch nehmen kann, da wir hier alle viel zu spezialisiert sind."

So, so, das ist in Ihren Augen ein Riesenschwachsinn ...
Wieso meinen Sie sich erlauben zu können so zu titeln?
Vielleicht haben sie das Thema nicht wirklich verstanden?
Es geht hier um die Emanzipation der Frau, und in meinen Augen hat das sehr viel mit dem Selbstverständnis zu tun, das man als Person von sich selbst hat. Und so war mein Kommentar auch aufzufassen, sorry.
Dass wir Menschen aufeinander angewiesen sind, wird von mir doch überhaupt nicht in Frage gestellt.
Es geht um die Freiheit des Geistes, die Art und Weise, wie man sich selbst wahrnimmt, und das geschieht in erster Linie im Kopf und hat in meinen Augen höchstens am Rande etwas mit äußeren Umständen und Gegebenheiten zu tun, sorry.
Aber immer wieder schön zu sehen, wie man sich förmlich geifernd auf andere stürzt ..., ein Problem unserer Zeit, leider!

Beste Grüße
onlyme

TaiFei 16. März 2012 um 07:16  

„Es geht hier um die Emanzipation der Frau, und in meinen Augen hat das sehr viel mit dem Selbstverständnis zu tun, das man als Person von sich selbst hat. Und so war mein Kommentar auch aufzufassen, sorry.
Dass wir Menschen aufeinander angewiesen sind, wird von mir doch überhaupt nicht in Frage gestellt.
Es geht um die Freiheit des Geistes, die Art und Weise, wie man sich selbst wahrnimmt, und das geschieht in erster Linie im Kopf und hat in meinen Augen höchstens am Rande etwas mit äußeren Umständen und Gegebenheiten zu tun,…
onlyme“

Ach so, dass erklärt natürlich alles. Es gibt also gar keine Ausbeutung/Unterdrückung der Frau. Diese nehmen das also einfach nur so war, weil Ihnen das nötige Selbstverständnis bzw. das Selbstbewusstsein fehlt. Der Mensch ist auch kein soziales Wesen. Sein Leben wird nur vom eigenen Verständnis und Bewusstsein beeinflusst und nur tangential von äußeren gesellschaftlichen Gegebenheiten. [Ironiemodus off] Merken Sie überhaupt, was Sie hier schreiben? Da schimmert ja schon fast ein Hubbard durch.

Jawohl es geht hier um die Emanzipation der Frau. Es geht um die reale Unterdrückung eines Teils der Menschheit nur aufgrund seines Geschlechtes. Es geht darum, dass der internationale Frauentag eben nicht die Schöpfung irgendwelcher bürgerlicher Emanzen ist, die Quoten für DAX-Frauen durchsetzen wollen, sondern dass er seinen Ursprung in der Mitte der Arbeiterbewegung hat. Das er heute immer noch nötig ist, da auch heute immer noch Frauen weltweit benachteiligt werden. Das geschieht REAL und nicht in irgendeiner geistigen Wahrnehmung. Ihre Darstellung ist zutiefst inhuman und reaktionär, weil sie reale Ausbeutung und Unterdrückung negiert.

Anonym 16. März 2012 um 13:09  

Teil 1

@ TaiFei 16. März 2012 07:16

Ihr Engagement in Ehren ... werte(r) TaFei ...

Aber:
"Ach so, dass erklärt natürlich alles. Es gibt also gar keine Ausbeutung/Unterdrückung der Frau"

lese ich aus den Texten nicht heraus, auch nicht aus den von der Kommentatorin gewählten Zitaten. Sondern dort sehe ich Gedanken in Schritten weiter gedacht.

Da Sie das offensichtlich nicht bemerkt haben, schreibe ich die Interpretation meiner Übersetzung in Kurzform und bitte Sie höflich, eine andere mögliche Interpretation in Betracht zu ziehen:

"Emanzipation beginnt im Kopf und zwar im eigenen. Ziel ist es ein autarker Mensch zu werden, um ein gesundes soziales Miteinander zu leben!" (Kein anarchisches, oder weder ein patriarchalisches noch ein matriarchalisches!)

Dort steht nicht, es gäbe nichts zu emanzipieren. Emanzipation, männlich wie weiblich (gerade diese Begrifflichkeit:)

Quelle Wiki: "Im 17./18. Jahrhundert erfolgte eine Bedeutungsverschiebung: Aus dem Akt des Gewährens von Selbstständigkeit wurde eine Aktion gesellschaftlicher und insbesondere politischer Selbstbefreiung (siehe auch Mündigkeit (Philosophie); Ziel emanzipatorischen Bestrebens ist ein Zugewinn an Freiheit oder Gleichheit, meist durch Kritik an Diskriminierung oder hegemonialen z. B. paternalistischen Strukturen, oder auch die Verringerung von z. B. seelischer, ökonomischer Abhängigkeit, etwa von den Eltern."

ist somit nicht nur eine Frage der Unterdrücker, sondern ebenso eine der Unterdrückten.

Es hat sich viel getan, in unseren Breitengraden, insbesondere im Bezug auf die Emanzipation der Frau. Sie mögen anderer Meinung sein, doch ich bitte in Erwägung zu ziehen, dass man sowohl den Begriff Emanzipation noch so verstehen kann, wie er verstanden werden darf (lt. Definition) und auch die heutige Ausgangslage (nicht die damalige) anders beleuchtet.

Ob Sie persönlich etwas anderes damit verbinden, den Fokus ausschließlich auf den sog. Unterdrücker rein als männliches Individuum legen, sei Ihnen unbenommen, doch sowohl der Autor des Artikel, wie auch die Kommentatorin sieht die Probleme der Emanzipation längst an anderer Stelle, mit einem anderen Unterdrücker-Ziel.

Weiterhin steht dort nicht:
"Der Mensch ist kein soziales Wesen"
(Wo Sie das dort heraus lesen ist mir schleierhaft)

Eigentlich steht dort: "der emanzipiert, selbstbewusste Mensch ist ein soziales Wesen" (und zwar ohne geschlechtliche Eingrenzung). Denn nur das gesunde autarke Selbst bildet ein gesundes autarkes und somit soziales Wir. Sie möchten das abstreiten? Oder Sie halten das für die Lehre von Sektenpredigern?

Es ist eine Anregung, dass die Emanzipation von innen heraus angestoßen werden sollte und wenn man sich die Geschichte der Emanzipation der Frau anschaut, dann wurde das auch so gemacht und wird voraussichtlich auch weiterhin maßgeblicher Bestandteil sein.

ff.

Anonym 16. März 2012 um 13:17  

Teil 2

@TaiFei
Es kommt nicht immer darauf an, was man tatsächlich erreichen möchte, sondern in der Regel wird der Fokus darauf gelegt, wie man das erreichen möchte. So, m.E., wie Sie das hier tun, eher nicht. Ihrer Bewegung/Gruppierung würde ich mich nicht anschließen, müsste zu sehr nach Ihren Argumenten fischen … unter dem ganzen ereiferten Gegeifere.

Sie müssen nicht von einigen extrem subjektiven Kommentaren auf den Artikel zurück und wieder auf alle Kommentatoren schließen, es sei denn, sie mögen es ebenso nur rein subjektiv-aggressiv und es geht Ihnen weder um Argumente, noch um Kommunikation.

Sie signalisieren: "Alle, die nicht meiner Meinung sind, sind chauvinistische Sektenmitglieder". (Was Sie zu meinen Zeilen sagen werden, steht noch aus, wir dürfen gespannt sein.)

Emanzipation ist ein Prozess im Fluss, sowohl für das Weibliche, als auch für das Männliche und das wird er auch bleiben. Das zu forciert zu politisieren und/oder in eine Richtung zu instrumentalisieren bzw. auf einen solchen Zug aufzuspringen, halte ich im höchsten Maße für kontraproduktiv.

Gruss
rosi
(weiblich, autark, selbstbewusst, beruflich erfolgreich, emanzipiert und völlig ohne Geschlechterkampf seit ewigen Zeiten verheiratet!)

PS: Und ich weiß, der Prozess der menschlichen Emanzipation ist nicht abgeschlossen, wie auch der Geschlechterkampf am Leben erhalten wird.

Doch gesellschaftliche/politische Emanzipation ist für mich mehr. Ein Messindikator der Emanzipation von Frau/Mann, Vätern/Müttern könnte für mich sein, wenn es selbstverständlich wäre, dass Kinder in unserem System kein Störfaktor (weder für Karriere noch sonst für irgend etwas) seien. Dass die Rollen «Mutter» und «Vater» ihre gesellschaftliche Anerkennung finden und nicht als Bremse dienen würden. Es bswp. natürlich wäre, Kinder in die alltäglichen Prozesse mit einzubinden, Horte in den meisten Betriebsstätten eine Selbstverständlichkeit seien, sowohl den Vätern als auch den Müttern eingeräumt werden könnten. Gerne dürften sie sich hierbei auch abwechseln.

Alleine dieser zurzeit fehlende Umstand, könnte schon einige "Geschlechterkampf"-Argumente in Rauch auflösen. Doch das ist kein wirklicher Kampf der Geschlechter, sondern ein gesellschaftliche Kampf zwischen Wirtschaftsdiktatur und einer sozialen Demokratie. Die Kämpfer aufzusplitten, gegeneinander aufzustellen, erfreute schon immer den sog. Dritten. Und solches war es m.E. auf das Herr De Lapuente hinaus wollte.

Anonym 17. März 2012 um 10:36  

@ rosi

Danke für den Beistand. Vollkommen richtig interpretiert, meine Gedanken zum Thema.
Ich kann diesem vorurteilsbeladenem Gekeife und Gegeifere nichts abgewinnen, denn es bringt uns im Prozess nicht weiter, stellt die Emotionen in den Vordergrund und weckt neue, anstatt den Prozess in rationale Bahnen zu lenken. Und da man die Menschen nicht ändern kann, liegt der Schlüssel zum Handeln in jedem selbst. Und es wurde schon sehr viel erreicht, in der Tat. Aber, wir sind noch lange nicht am Ende angekommen, betrachtet man in der Tat die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, denen sowohl Frauen als auch Männer ausgesetzt sind.
Und solange weder Mann noch Frau ihr/e Kind/er nicht selbstverständlich mit zur Arbeit bringen kann, gibt es in der Tat noch viel zu tun, um den sogenannten Unterdrücker-Mechanismen entgegen zu wirken.

Anonym 17. März 2012 um 10:43  

Ich habe generell ein Problem mit Leuten, die Solidarität mit einer Gruppe fordern, der sie selbst angehören. Sie sind mir zu oft blind gegenüber der Probleme anderer. Diskussionen arten dann immer in ein Wettrennen aus, wer denn nun schlimmer diskriminiert wird. Ein Höhepunkt dieser Art: Eine bekennende Lesbe beklagte sich darüber, dass Schwule in der Schule schlimmer gemobbt werden. Das beweist nämlich, dass MANN sich weigert, ihre Sexualität anzuerkennen. Diskriminerung durch höhere Toleranz sozusagen.

In unserer Gesellschaft lernt man Recht und Ökonomie. Solidarität mit anderen lernt man nicht, man lernt höchstens, wie man Solidarität mit der eigenen Gruppe fordert.

Mein Vater war einfacher Arbeiter, meine Mutter Hausfrau. Gemeinsam haben sie 4 Söhne. Als der Älteste anfing zu arbeiten, zahlte er Kostgeld. Soweit alles noch ganz normal. Als unser Ältester aber auszog zahlte er ungefragt das Kostgeld weiter. "Ihr könnt schließlich nicht jedesmal umziehen, wenn einer auszieht." Dieses Verhalten wurde Familientradition. Meine Eltern erhalten also von allen 4 Kindern weiterhin ihr "Kostgeld". Meine Eltern kämen auch ohne dieses Geld über dir Runden. Sie müssten nur nach knapp 50 Jahren aus ihrer Wohnung ausziehen, sie hätten weniger Geld für ihre Enkel, etc. Also nichts, was eine der Schwiegertöchter ihnen nicht zumuten würde. Keine der drei Schwiegertöchter versteht, dass man jemanden alimentiert, ohne dazu gesetzlich verpflichtet zu sein. Erst recht nicht, wenn diese Personen auch ohne dieses Geld auskommen könnten. Eine okönomische Begründung (Das ist die Rendite für ihren jahrelangen Verzicht, um den Kindern eine gute Ausbildung zu finanzieren) wurde nach Jahren akzeptiert. Heute gibt es unter den Ehefrauen nur noch regelmäßige Gerechtigkeitsdebatten: die Kinderlosen müssen weniger zahlen als die anderen, denn über die Enkel fliesst auch wieder Geld zurück / nur die Kinderlosen sollen zahlen, denn die anderen sind durch die Kinder schon zusätzlich belastet.

Wie gesagt, Recht und Okönomie haben die Leute gelernt. Solidarität kennen sie nicht.

Grüße
Klotzkopf

TaiFei 17. März 2012 um 10:55  

Werte Rosi,
Vorweg ich bin männlich, damit das mit dem werte/r geklärt ist ;) Ferner überschätzen Sie meinen Einfluss bzw. Intension. Ich gehöre keiner Bewegung oder Gruppierung an.

Ihre Interpretation in Ehren, ich halte sie jedoch für zu kurz gesprungen. Das Hauptproblem scheint mir, dass hier Begrifflichkeiten vermengt und jede Menge Halbwahrheiten verbreitet werden.

Natürlich, Emanzipation beginnt im Kopf. Diese Emanzipation ist ein stetiger Lernprozess. Es ist die philosophische bzw. individuelle Emanzipation. Sie ist aber gar nicht das Ziel der Frauenbewegung sondern deren Voraussetzung. Nur eine selbstbewusste Persönlichkeit kann ihre Abhängigkeit, vor allem aber auch ihre Unterdrückung erkennen. Die Unterdrückung und Ausbeutung ist jedoch ein gesellschaftliches Phänomen. Genau diesen Punkt verneint "onlyme" Emanzipation ist für SIE/wahrscheinlich eher IHN am Punkt der Selbsterkenntnis abgeschlossen. Jede weitere Bewegung wird von "onlyme" als Geschlechterkampf interpretiert, dessen Ziel die Unterdrückung des Mannes ist. Das interpretiere ich nicht, das steht da: "Die Emanzipation der Frau, das Leiblingskind von Alice Schwarzer, die ihre Verdienste in der Beziehung hat, keine Frage, droht umzukippen in die gegenteilige Richtung, will sagen, die Unterdrückung des Mannes."

Hier kommen wir zum nächsten Punkt der Verwechslungen, nämlich zwischen Emanzipation und Emanzen. Gutes Bsp. ist eben genannte Alice Schwarzer. Sie gehört einer bürgerlichen Gesellschaft an, die gar nicht den Ursprung der Frauen/Emanzipationsbewegung darstellt. Wie ich schon weiter oben erwähnte, geht der internat. Frauentag auf Streikbewegungen aus dem Herzen der Arbeiterklasse zurück. In dieser Emanzipationsbewegung wurde nicht Klassenkampf mit Geschlechterkampf verwechselt. Und hier unterliegt imho auch Herr de Lapuente einer Fehleinschätzung. Natürlich ist der Geschlechterkampf zu verurteilen. Tatsächlich spaltet er die Bewegung im Kampf gegen Unterdrückung. Allerdings war das nie das Ziel der Frauenbewegung und hat daher eben auch nichts mit dem internationalen Frauentag zu tun.
...

TaiFei 17. März 2012 um 10:56  

-2-
Sie schreiben: "Eigentlich steht dort: "der emanzipiert, selbstbewusste Mensch ist ein soziales Wesen" (und zwar ohne geschlechtliche Eingrenzung). Denn nur das gesunde autarke Selbst bildet ein gesundes autarkes und somit soziales Wir. Sie möchten das abstreiten? Oder Sie halten das für die Lehre von Sektenpredigern?" Woher nehmen Sie diese Interpretation? Dort steht explizit: "Das ist nicht von äußeren Gegebenheiten abhängig" und "...das geschieht in erster Linie im Kopf und hat in meinen Augen höchstens am Rande etwas mit äußeren Umständen und Gegebenheiten zu tun," Diese Aussagen stehen im krassen Gegensatz zu Ihrer Interpretation. Dabei stimme ich Ihrer grundsätzlichen Aussage "der emanzipiert, selbstbewusste Mensch ist ein soziales Wesen" sogar voll zu, nur steht das halt nicht in den kritisierten Kommentaren. Tatsächlich weißt der dort beschriebene Ansatz Parallelen mit Hubbard auf. Ich verstehe daher Ihre Unterstellung nicht. Diese Formulierungen hat "onlyme" ins Thema eingebracht, nicht ich. Ich habe sie nur in einen philosophischen Kontext gesetzt.

Sie schrieben weiterhin: "Emanzipation ist ein Prozess im Fluss, sowohl für das Weibliche, als auch für das Männliche und das wird er auch bleiben. Das zu forciert zu politisieren und/oder in eine Richtung zu instrumentalisieren bzw. auf einen solchen Zug aufzuspringen, halte ich im höchsten Maße für kontraproduktiv." Darum geht doch gar nicht, auch Sie vermengen Geschlechter- mit Klassenkampf. Dies mögen einige, die die Frauenbewegung für sich vereinnahmen, so sehen. Dies steht jedoch im Gegensatz zum Ursprung der Frauenbewegung und des Frauentages.

Es ist ein Fakt, dass Frauen heute weltweit wegen Ihres Geschlechtes benachteiligt werden. Das mag in den OECD-Ländern nur noch rudimentär und subtil der Fall sein. Nur sollte man hier nicht in eine eurozentristische Mentalität verfallen. In den meisten Ländern der Welt ist diese Unterdrückung sehr offensichtlich und unsere Konsumgesellschaft partizipiert auch daran. Diese Unterdrückung ist real und keineswegs eine Frage der Einstellung. Genau darauf weist der Frauentag als GEDENKTAG hin.
...

TaiFei 17. März 2012 um 10:56  

-3-
Die Frauenbewegung ist über hundert Jahre alt und nicht wie Herr de Lapuente gerne unterstellt ein Relikt aus den 70ern. Es ist eine Herabwürdigung die Frauenbewegung nur mit den diskussionswürdigen Ideen einiger Feministinnen gleich zu setzten. Diese entstammen der bürgerlichen Gesellschaft und sind deren Strukturen verhaftet. Zwar haben sie sicher auch viel positives bewirkt nur wollen sie an der grundsätzlichen Problematik, der Ausbeutung durch das Kapital, nichts ändern. Diese könnte man tatsächlich als Spalter bezeichnen, aber die Frauenbewegung NUR auf diese Gruppe zu reduzieren ist sträflich. Leider verfällt Herr de Lapuente häufiger dieser Einengung. Auch seine Feststellung zum dt. Familienrecht: "das deutsche Familienrecht, das in puncto Gleichstellung nach wie vor rückständig und frauen- bzw. mütterzentriert ist." ist dafür ein Indiz. Es spiegelt nämlich eher die Unterdrückung der Frau wieder, da die Rechtsprechung vorherrschende wirtschaftliche Realitäten berücksichtigt und auch zementiert.

Ich kenne seine Beweggründe nicht, jedoch rufen sie sehr schnell entsprechende Kommentatoren auf den Plan, die jegliche Unterdrückung negieren und inzwischen die Unterdrückung des Mannes durch die Frau zu sehen glauben, ähnlich wie Anton Reiser, welcher hier schon wieder fast mit Begriffen des Sozialschmarotzertums hantiert, siehe: "...lassen sich dann mit Steuergeldern durchfüttern". In dem Zusammenhang verbreitet er noch Halbwahrheiten, in dem er unterstellt, die Emanzipation würde Frauen in kapitale Knechtschaft treiben, weil sie dadurch gezwungen wären einer Lohnarbeit nachzugehen, wie hier sehr schön beschrieben: "Zuerst wurden nur die Männer von der "Weltvernichtungsmaschine" erfasst. Die Männer bekamen ihr Gehalt für die GANZE FAMILIE (Frau + Kinder). Die Frauen wurden noch verschont, von diesem Wahnsinn. Dann kam die Ideologie des Feminismus, der mit dazu beitrug, die Familien zu zerstören. Der lockte dann auch noch die Frauen in die PROFIT-Maschine. Dieser Feminismus redet den Frauen ein, daß es besser sei, sich den Profit-Interessen eines Unternehmers zu unterwerfen" Das ist aber falsch. Tatsächlich mussten Frauen schon immer zum Familieneinkommen beitragen. Dieses oben beschriebene Schema, ist ein bürgerliches Klischee, welches nur für einen Teil der Gesellschaft Anwendung fand. Dieses Klischee ist sogar bedenklich reaktionär. Immerhin war das auch die Programmatik im Dritten Reich. Dort scheiterte sie im wesentlichen am Krieg. Lediglich in einigen westliche Ländern und in einer kurzen Zeit, so von den 50er bis zu den 70ern fand dieses Schema auch tatsächlich breitere Anwendung. Es galt aber nie im sogenannten Ostblock, in Afrika, Asien und Südamerika. Selbst in restriktiven islamischen Ländern tragen Frauen, meist in Heimarbeit (Teppich knüpfen o.ä.) immer zum Familieneinkommen bei.

So, ich hoffe ich konnte Ihnen meine Gedankengänge näher bringen und auch belegen, dass es mir nicht um "Gegeifere" oder Verunglimpfung geht. Ich finde es nur sehr bedenklich wenn Halbwissen und propagandistische Ansätze tatsächlich als fundierte Tatsachen verkauft werden. Gesellschaftliche Problematiken kann man nicht auf Grund enger zeitlicher, örtlicher oder persönlicher Beispiele lösen.

Anonym 18. März 2012 um 18:58  

Teil 1
Werter @TaiFei
Werte Rosi,
Vorweg ich bin männlich,

Der Verdacht ist mir glatt gekommen ... sicher kann man sich nicht sein ...

Ferner überschätzen Sie meinen Einfluss bzw. Intension....
Da stand „würde“. Insoweit ...

Ihre Interpretation in Ehren, ich halte sie jedoch für zu kurz gesprungen.
Das halte ich für einen Fehler. Dort stehen lediglich recht kurz (der ein oder andere könnte anderer Meinung sein ;-)) gefasste Ergebnisse, wobei ich voraussetze, dass der Leser entweder den entsprechen Background hat, oder zumindest einräumt, dass die Verfasserin das getan hat; die Thematik füllt schließlich ganze Bücherregale. Denke, Sie wären damit überfordert, einzuschätzen wie weit und wie hoch ich in meinen Gedanken springe und das wäre nicht einmal ein Versagen, sondern schlicht verständlich und ganz normal (auch darüber bitte ich Sie, nachzudenken). Den gleichen Fehler machen Sie m.E. bei Herrn De Lapuente und bei der angesprochenen Kommentatorin.

Das Hauptproblem scheint mir, dass hier Begrifflichkeiten vermengt und jede Menge Halbwahrheiten verbreitet werden.
?? Wo exakt genau .. in kurzen Kommentaren?

Frauenbewegung sondern deren Voraussetzung. Nur eine selbstbewusste Persönlichkeit ...
Das schrieb doch die von Ihnen angesprochene Verfasserin (bzw. setzte eine solche Interpretation voraus), wie meiner einer extra drauf hinwies. Warum schreiben Sie das jetzt mir, als müssten Sie mich darüber aufklären und es wäre nicht offensichtlich, dass man darüber nachdachte?

Genau diesen Punkt verneint "onlyme" Emanzipation ist für SIE/wahrscheinlich eher IHN am Punkt der Selbsterkenntnis abgeschlossen. Das haben Sie so interpretiert. Wenn ich in der Lage bin, die Zeilen anders zu interpretieren, dann erwarte ich gerade von jemanden, der sich aufplustert und kritisiert (ohne das erst vorsichtig nachzufragen und sich damit auf eine konstruktive Diskussion … direkt ganz maskulin die Keule auspackend), doch erst einmal zu versuchen, zu verstehen. Sie können doch m.E. nicht hingehen und aus so wenigen Sätzen – die andere anders verstanden haben - derart viel hinein interpretieren, Angriffe starten und darauf bestehen, diese seien berechtigt.

So tun als ob, das kann ich auch, ebenso ganz maskulin, Sie erinnern mich das hier: http://www.getabstract.com/de/zusammenfassung/karriere-and-selbstmanagement/das-arroganz-prinzip/12586/ … Sie können selbst überprüfen, ob etwas daran sein könnte und mein Hinweis nicht jeder Berechtigung entbehrt. Wenn Sie jetzt in Erklärungsnot geraten, dann liegt das dran, dass ich an Ihnen jetzt praktiziere, was sie an andere auszuteilen gedenken. Doch dabei, so mein Eindruck, mache ich mir doch noch ein wenigistens ein bisserl mehr Arbeit.

Anonym 18. März 2012 um 19:05  

Teil 2
Einige Ansätze (vom schriftlichen Kurz-Ergebnis her betrachtet) der Kommentatorin kamen mir etwas bekannt vor. Kennen Sie die Schriften von Arno Gruen? Hier insbesondere: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13514175.html. Gesellschaft, gesellschaftliche Probleme, Entstehung, Entwicklung uns Auswirkungen (auch auf die Emanzipation der Frau) stehen hier im Fokus, nicht daneben.

Jede weitere Bewegung wird von "onlyme" als Geschlechterkampf interpretiert, dessen Ziel die Unterdrückung des Mannes ist. Das interpretiere ich nicht, das steht da: "Die Emanzipation der Frau, das Leiblingskind von Alice Schwarzer, die ihre Verdienste in der Beziehung hat, keine Frage, droht umzukippen ..."
Sie erkennen die Hervorhebung? Möchten Sie abstreiten, dass sich eine solche Entwicklung abzeichnet? Dass Emanzipation heutzutage häufig auch so verstanden wird, der bessere Mann zu sein? Das darf man nicht beklagen?
Denn exakt das deklariert sie doch m.E., als Missstand, das gesellschaftlich falsch Verstandene daran, wie es Herr De Lapuente tut. Lesen Sie doch noch mal ganz genau die Überschrift seines Artikels. Dort steht:

"Wir brauchen einen Weltunterdrücktentag..."

Tschah, so wie ich das gesellschaftlich sehe, könnten wir den tatsächlich gut gebrauchen und das weißt somit auf ein gesellschaftliches Problem hin und es weist ebenso in die Richtung der Arbeiterklasse, denn die Bürger von heute sind die sog. heutige die Arbeiterklasse, zumindest in unseren Breitengraden.

Hier kommen wir zum nächsten Punkt der Verwechslungen, nämlich zwischen Emanzipation und Emanzen. Gutes Bsp. ist eben genannte Alice Schwarzer. Sie gehört einer bürgerlichen Gesellschaft an, die gar nicht den Ursprung der Frauen/Emanzipationsbewegung darstellt.
Solche haben wir heutzutage kaum noch zur Verfügung, denn die Zeit ist nicht stehen geblieben, wie ich oben schon ausführte.
Das ist schon der Tenor des Artikels; deswegen geht sie vermutlich nur kurz darauf ein .. hätte ich ansonsten auch gemacht … persönliche wollte ich nicht einmal Stellung zum Artikel nehmen, wären Sie nicht derart aufgetreten. Eben weil dieses Thema nicht selten zu solchen Dingen führt: Missverständnisse, Subjektivitäten, Einseitigkeit und Fehlinterpretationen. Die Verfasserin könnte sich gerne äußern, wer ihre Aussagen nun fehl interpretiert hat … meiner einer oder Sie möglicherweise. Das wäre mir wesentlich angenehmer. Wollte Ihnen nur aufzeigen, dass man sowohl den Artikel, als auch die bemängelten Kommentare anders verstehen kann. Das ist völlig fehlgeschlagen, wohl nicht ihre Intention. Doch ich komme mir in einer solchen Diskussionen völlig blöde vor ... dass man sich über derartige Selbstverständlichkeiten unterhalten muss ... ist mir jetzt mittlerweile schon zuviel ...

ff.

Anonym 18. März 2012 um 19:34  

Teil 3

Wie ich schon weiter oben erwähnte, geht der internat. Frauentag auf Streikbewegungen aus dem Herzen der Arbeiterklasse zurück. ... Herr De Lapuente beklagt eigentlich den Missbrauch, die Interpretation und das handling, so, wie Sie das tun.

Bei der Formulierung „das war nie“ wäre ich vorsichtiger. Ziel der Frauenbewegung war Gleichberechtigung und Autonomie, auch und gerade zwischen Mann und Frau, denn die Frauenbewegung ist älter:, wie der Frauentag.
http://de.wikipedia.org/wiki/Frauenbewegung#Die_erste_Welle_der_Frauenbewegung

Und Sie gestatten mir, dass ich den Sinn und Grund des internationalen Frauentags so persönliche interpretiere, wie mir das als Mensch gestattet sein dürfte.

Einer Begrenzung rein auf die Arbeiterbewegung möchte ich nicht: http://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Frauentag
folgen, da auch der Gedanke einen solchen Tag einzurichten aus vorangegangenen Ereignissen und Ideen aufbaut. Oder kurz: Die Idee aus den Reihen der Bürgerlichen ist nicht vom Himmel gefallen, unabhängig davon, worauf die Bewegung den Fokus selbst gelegt hat.
Wenn Sie das derart tun, so sei Ihnen das unbenommen; doch Sie mögen mir verzeihen, diktieren lasse ich mir Ihre Einschätzung nicht, denn die halte ich jetzt für zu kurz gesprungen.
Hatte Sie gebeten, zu überdenken, ob Sie möglicherweise einer Fehlinterpretation unterliegen. Kann nicht feststellen, dass Sie das tatsächlich überprüft haben, sondern sie gehen dazu über, Ihre Meinung (aus ein paar Zeilchen heraus) wie eine Gesetzmäßigkeit zu unterstellen und ziehen Ihrer Ansicht nach, eine sog. Beweisführung dafür ins Feld. Oder kurz: Sie erzählen den Autoren und anderen Lesern schon, was sie hinter den Zeilen dachten und zu denken haben und legen dabei jedes Wort auf eine feste Schiene und/oder Goldwaage, selbst wenn der Kontext das wieder aufweicht. Sie sind ein … das formuliere ich jetzt nicht, Sie können sich sicherlich denken, was ich hätte schreiben können.

Et Voilà: ... Dort steht explizit: "Das ist nicht von äußeren Gegebenheiten abhängig" und "...das geschieht in erster Linie im Kopf und hat in meinen Augen höchstens am Rande etwas mit äußeren Umständen und Gegebenheiten zu tun," Diese Aussagen stehen im krassen Gegensatz zu Ihrer Interpretation. Dabei stimme ich Ihrer grundsätzlichen Aussage "der emanzipiert, selbstbewusste Mensch ist ein soziales Wesen" sogar voll zu, nur steht das halt nicht in den kritisierten Kommentaren.

Vll war es lediglich unglücklich formuliert? So hab ich das zumindest gesehen. Weil der Rest nicht passte, bin ich gar davon ausgegangen, es sind bei der Überarbeitung Worte verlustig gegangen.

Tatsächlich weißt der dort beschriebene Ansatz Parallelen mit Hubbard auf. Ich verstehe daher Ihre Unterstellung nicht. Diese Formulierungen hat "onlyme" ins Thema eingebracht, nicht ich. Ich habe sie nur in einen philosophischen Kontext gesetzt.
Seit wann ist der Hinweis auf Scientology rein philosophisch zu sehen? Sie werden überall eine Menge Parallelen, sowohl in der Philosophie, als auch in der Psychologie zu Hubbards Ansätzen finden, denn vielen Teiltechniken bediente er sich doch, missbrauchte und instrumentalisierte ganze Bereiche … Dös hat der sich mitnichten alles selbst ausgedacht, sondern für sich passend zusammengesetzt. Deswegen sagen mögliche Parallelen noch nichts aus.

ff.

Anonym 18. März 2012 um 19:55  

Teil 4
..."Emanzipation ... Das zu forciert zu politisieren und/oder in eine Richtung zu instrumentalisieren bzw. auf einen solchen Zug aufzuspringen, halte ich im höchsten Maße für kontraproduktiv." Darum geht doch gar nicht, Doch darum geht es, um eine Instrumentalisierung des Frauentages. Da steht nicht einmal, in welche Richtung, weil es so viele davon gibt.
auch Sie vermengen Geschlechter- mit Klassenkampf. Nah eigentlich würden Ihre Aussagen eine solche Interpretation eher forcieren, so man sich die Arbeiterbewegung, die es sich auf die Fahne schrieb, den Tag erschuf, so in den Fokus setzt, wie Sie das tun. Arbeiterbewegung ist und war stets ein Klassenkampf. Und der Geschlechterkampf resultiert - nicht nur alleine - ebenso ursächlich im Klassenkampf selbst. Das kann man nicht verwechseln, sondern es gehört zu den Ursachen. Auch zu den ganz stupiden, banalen alltäglichen Ursachen, man kann es gemeinhin den Tritt nach dem geringsten Widerstand nennen, ohne, dass ich mir die Mühe mache, das näher zu erläutern. Ansonsten macht Geschlechterkampf in der Natur schlicht keinen Sinn. Darüber kann man mal nachdenken … denke ich. Und wenn man sich anschaut, wo der Geschlechterkampf gesellschaftlich-kulturell in der Regel am heftigsten angesiedelt ist und stets war … dann kann man daran etwas schlussfolgern, man kann es auch sein lassen.
….Dies steht jedoch im Gegensatz zum Ursprung der Frauenbewegung und des Frauentages. Aus meinen Worten geht keinerlei Verwechselung hervor! Fangen Sie das Spielchen nicht auch noch mit mir an und versuchen mir Gedanken zu unterstellen, die dort nicht dahinter liegen; dann kann das Rosi richtig böse werden. Dort steht etwas von menschlicher Emanzipation. Die schließt eine Emanzipation zwischen Mann und Frau nicht aus! Punkt! Sie werden es nicht schaffen, mir zu unterstellen, ich hätte Emanze mit Emanzipation verwechselt, wobei die Emanze letztlich auch einen Teil ihres Ursprung im Klassenkampf finden wird, wie die Autonomie zwischen Mann und Frau dort ein Zuhause hat. Völlig irrelvant letztlich, ob das auch zwischen den Geschlechtern passiert oder sich nur derart begrenzen würde. Wenn Sie diesen Schritt nicht eine Dimension weiter zu denken wünschen, dann lassen Sie das und damit hat für mich eine weitere Diskussion keinerlei Sinn. Das ist mir zu beschränkt, denn meiner einer geht davon aus, das kann man parallel diskutieren, ohne den Gesprächspartner in eine solch dumme Ecke stellen zu wollen. Kann das auch klarer formulieren … doch Sie werden mich schon verstanden haben, hoffe ich.
.......Diese Unterdrückung ist real und keineswegs eine Frage der Einstellung. Genau darauf weist der Frauentag als GEDENKTAG hin. Das wissen wir und trotzdem ist alles eine Frage der subjektiven Einstellung, etwas anderes hat Mensch nicht zur Verfügung. Doch weiterhin, gerade auf die Arbeiterschicht bezogen, ist die gesellschaftliche Gesamtunterdrückung ebenso ein Thema, sowohl „eurozentrisch“, als auch ganz global. Und man darf über Teilbereiche deren Auswirkungen, Interpretation, Kulturen schreiben, wie man möchte. Jemand greift im Blog ein Thema auf und macht nicht gleich eine Dissertation daraus oder füllt gleich ganze Bücherregale … Das darf man das nicht? Darf ich fragen: „Wie sind Sie denn eigentlich drauf“. Denke, das ist jetzt geklärt … und ich schaue noch auf die Fakten, die da noch kommen … Zu merkwürdigen Vorwürfen nehme ich keine Stellung mehr ...
ff. (möglicherweise)

Anonym 19. März 2012 um 09:44  

@ TaiFei

Weder bin ich reaktionär noch in irgendeiner Weise inhuman.
Und ob ihre Einlassungen zum Thema auch nur irgendeine philosophische Grundlage haben, lasse ich mal dahingestellt.
Ich negiere weder, dass weltweit Frauen unterdrückt werden, noch stelle ich in Abrede, dass Gleiches auch hierzulande geschieht.
Viel bedenklicher scheint mir die Richtung hinter dessen, was sie als Frauenbewegung bezeichnen.
Das Ganze dient nur einem Zweck, die Familie als Ganzes auf ökonomische Bedürfnisse auszurichten, ganz im Sinne der momentanen Politik.
Wer das nicht sehen will, dem sei das unbenommen, aber man muss schon die Gesellschaft im Kontext betrachten, und da unterliegen Männer den gleichen Ausbeutungs- und Unterdrückungs-Mechanismen wie Frauen, das ist Fakt.
Und da ich gerne tiefer in eine Materie einsteige, waren meine Ausführungen eine logische Konsequenz. Zur Unterdrückung gehört eben auch die Bereitschaft sich unterdrücken zu lassen. Und wer einmal Unterdrücker ist, der lässt sich dieses Machtpotenzial nur ungern aus der Hand nehmen, und wird jedes Mittel nutzen die Macht in Händen zu behalten.
Was daraus letztendlich folgt, dürfte offensichtlich sein.

Beste Grüße
Onlyme

  © Free Blogger Templates Columnus by Ourblogtemplates.com 2008

Back to TOP