Lazarus mit Kalaschnikow

Mittwoch, 2. April 2014

Ich muss an dieser Stelle mal wieder etwas Positives melden. Kommt ja leider nicht oft vor. Aber ab und zu muss man auch das Gute sehen. Was habe ich nicht schon über die Deinstallierung des paritätischen Gesundheitssystem geschimpft. Aber die Ärzte, die gehören trotzdem immer noch zur globalen Elite des Fachs.

Neulich kam mir dieser Gedanke, als ich diese Frau sah, die schon fast am Ende war. Sie war quasi tot. Haben nicht vor einigen Jahren diverse (Boulevard-)Gazetten gemeldet, dass sie mit dem Leben kämpfe? Am Limit war sie im Knast auf alle Fälle. Und ihre Tochter informierte die Welt gedeihlich darüber, dass Mama am Ende sei, wenn sie nicht bald aus dem Gefängnis käme. Alle Welt machte sich Sorgen. Wie lange hält sie noch durch? Internationale Besucher meldeten: Ja, sie ist sehr sehr krank. Dann kam die Meldung, dass sie frei sei und man schob sie im Rollstuhl vor und war ein bisschen gerührt, dass sie es doch geschafft, dass sie doch überlebt hatte.

Dann ließ sie sich schnell in einem deutschen Krankenhaus von deutschen Ärzten behandeln. Ihr Glücksfall! Heute kann sie schon wieder schimpfen und drohen und irgendwelchen »Dreckskerlen Kugeln in den Kopf« wünschen. Selbst mit der NATO kann sie schon wieder ganz schmerzfrei anbandeln. Fast auferstanden von den Toten möchte sie Tote sehen. Selten war jemand so schnell so geheilt wie sie. Und die Frau ist nicht mal krankenversichert in Deutschland. Wie gut muss es erst denen gehen, die es in diesem Lande schon sind?

Die Welt hat sich wahrlich verändert. Wir empfinden nicht mehr so, wie noch Menschen vor mehreren Jahrzehnten empfunden haben. Früher hat einer seine Hand auf die Stirn eines Lahmen aufgelegt und auf ihn eingeflüstert - und der Typ warf seine Krücke weg, sprang in die Luft, rief »Juhu!« und bestieg den nächsten Hügel. Heute setzt sich ein so wundersam Geheilter in einen Sessel, verbreitet Hysterie, will einen Krieg beginnen und erzählt der Welt via geheimdienstlichen Mitschnitt, dass er für Mord und Totschlag schon wieder bereit ist.

Was hat eigentlich Lazarus getan, als ihn Jesus von den Toten erweckt hatte? Dass er Drohungen ausstieß, konnte ich nirgends lesen. So ein Tod schlaucht ja auch. Ich vermute, er hat es sich gut gehen lassen. Heute hätte er sich vielleicht eine Kalaschnikow gekrallt und mit Kopfschüssen gedroht. Auferweckte sind auch nicht mehr, was sie mal waren. Aber die Ärzte sind besser geworden.


11 Kommentare:

Anonym 2. April 2014 um 09:15  

ANMERKER MEINT:

Taffe Glosse, Roberto. Sie wird der vom Westen gewünschten Realität voll gerecht. Es war dringend notwendig allen, vor allem den Ukrainern, den Russen und nicht zuletzt den Europäern zu zeigen, was es wirklich heißt, am deutschen Wesen zu genesen. Die blonde Gretel aus der Ukraine, die MärtyrerIkone des "Freien Westens" musste schnellstens reanimiert werden, damit sie das zum Dank aussprechen konnte, was in den Köpfen der westlichen Politiker eigentlich rumspukt - siehe Herrn Schäubles PutinHitlerVergleich bei dem mal wieder Herr Freud mitgeholfen hat, den reaktionären Biedermann Schäuble mal wieder so zu zeigen, wie er wirklich ist! Die blonde Gretel aus der Ukraine hat endlich das Fass aufgemacht, aus dem alle volltrunken vor die Hunde gehen werden! Es sei denn, Frau Merkel hätte ihre Kettenhunde doch besser im Griff als wir dachten und es gälte das alte Sprichwort: Bellende Hunde beißen nicht. Aber ich merke schon, das klingt ein bisschen wie das Pfeifen im Walde. Möge die blonde Gretel vor die Hunde gehen!

MEINT ANMERKER

Anonym 2. April 2014 um 09:39  

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, die Frau ist eine Psychopathin; wie vermutlich die allermeisten Machtmenschen.

Wintermärchen 2. April 2014 um 12:50  

Genial!

Wer weiß, was sie geschluckt hat...

Nur mal so nebenbei: Die Ärzte sind besser geworden, aber sicher, vor allem wenn´s ums Schnippeln geht.
Neulich im TV: In D wird doppelt so häufig operiert wie in vielen anderen Ländern, oft zum Nachteil der Patienten.

Warum? Die Privatisierung der Kliniken....OP´s bringen viel Geld.

Bei manchen Patienten vollbringen sie aber wahre Wunder, siehe diese Frau: Echte Deutsche Wertarbeit.

Sledgehammer 2. April 2014 um 14:06  

"Auferweckte" sind nicht zwangsläufig "Aufgeweckte", oftmals drängt nur die verlotterte Moral auf ein Revival.

landbewohner 2. April 2014 um 14:32  

jesus muß in berlin wohnen - oder der doktor eisenbart.

Anonym 2. April 2014 um 15:52  

Gerade weil diese Frau ja von ihren Gegnern fast ins Grab gebracht wurde - so zumindest die kolportierte Geschichte -, ist es ja verständlich, dass sie die Sache irre persönlich nimmt und nicht den Abstand hat, einen kühlen Kopf zu bewahren.
Diese Häme in deinem Artikel mit dem biblischen Vergleich finde ich dazu ehrlich gesagt unangebracht, Roberto.
Es ist doch eher traurig.

Roberto De Lapuente 2. April 2014 um 16:13  

Ja, sehr traurig. Ich habe auch ein wenig geweint, als ich ihn schrieb.

Helge 2. April 2014 um 18:27  

Ja, lieber Roberto , da weine ich doch gleich mit, aber vor lachen. Punktlandung!

Lachen muß ich aber auch oft, wenn es mir zum Weinen wäre.

Roberto De Lapuente 2. April 2014 um 18:34  

Helge, so geht es mir dauernd. Weinen, lachen, ist doch eh alles dasselbe Ausschütten des Innersten...

Detlef Bosau 2. April 2014 um 22:48  

Ist sie nicht gar so sehr geschwächt, daß sie ihren drolligen Zopf nicht mehr flechten und auf dem Kopf drapieren konnte? Also bitte etwas mehr Respekt vor dieser armen, gebeutelten Frau ;-)

Detlef Bosau

HMxxx 3. April 2014 um 08:37  

Ein Sprichwort bei den Iren heißt: "We laugh because we cry".

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