Die Würde des Neonazis ist unantastbar

Freitag, 25. März 2016

Er ist sich keiner Schuld bewusst und erschien mit Hitler-Gruß vor Gericht. Weil seine Haftbedingungen angeblich gegen die Menschenrechte verstoßen. Auch wenn es schwer fällt, auch dieses Ekel hat Menschenwürde verdient.

Anders Breivik hat Menschenrechtsklage eingereicht. Er fühlte sich isoliert und nicht nach humanitären Bedingungen inhaftiert, seine Menschenrechte würden nicht respektiert. Also tagt nun ein Gericht, um die Vorwürfe zu prüfen. Am Tage, da die Medien verstärkt über die Beschwerden des Massenmörders berichteten, konnte ich via Facebook rege Empörung wahrnehmen. Seine Opfer hätten auch keine Wahl gehabt, las ich da. Wie käme er also nun auf den Trichter, dass es ihm besser ergehen sollte, als allen seinen Opfern? Mitleid könne er keines erwarten. Und Menschenwürde? Wo war sie denn, als er in Massen tötete? Es war mal wieder zum Erschaudern, ich habe – was in der Natur meines Wesens liegt – viele linke Sympathisanten unter meinen »Freunden« und Followern. Und dennoch galoppiert hier diese Haltung, die ins tiefe Mittelalter gehört.

5 Kommentare:

Anonym 25. März 2016 um 12:39  

....unter welchen Haftbedingungen sitzt der denn?.....

habanero 25. März 2016 um 19:11  

@ Anonym

Kennst Du Dich mit Google aus?
Einfach mal "haftbeschwerde anders breivik" eingeben.

Hier habe ich zwei Ergebnisse zusammengefaßt. In den Artikeln findest Du auch Bilder seiner Zelle.

1.Er, der aus Mordlust 77 Menschen tötete und seinen Amoklauf mit einer kruden nazistischen Ideologie begründete, wehrt sich gegen Fesselungen mit Handschellen, mangelnden Kontakt zu anderen Gefangenen und Untersuchungen des nackten Körpers – alles Verletzungen seiner Menschenrechte, wie sie in der Europäischen Menschenrechtskonvention festgehalten sind, klagt Breivik. Ein Gericht hört sich seine Klage nun in aller Ruhe an, um zu klären, ob da etwas dran ist.


2.Der Mann, der 77 Menschen getötet hat, fühlt sich "schlechter behandelt als ein Tier". Das Essen sei "schlimmer als Waterboarding", sagt er – und vergleicht sich mit einem Friedensnobelpreisträger.
Das Leben ist nicht schön im Gefängnis. Wie schlimm es wirklich ist, beschreibt Anders Behring Breivik so: Das Essen sei für einen Osloer unzumutbar, sogar "schlimmer als Waterboarding", es gebe nur Plastikbesteck, und der Kaffee sei kalt. Eindeutig eine Form von Folter, behauptet Breivik in der Turnhalle seines Hochsicherheitsgefängnisses, die für seinen Prozess gegen den Staat Norwegen zum Gerichtssaal umfunktioniert wurde.
Da er keine Bekannten seines alten Netzwerks empfangen dürfe, leide er unter einem totalen Besuchsverbot, so Breivik. Und weiter: "Das Einzige, das für mich sinnvoll ist, sind nationalsozialistische Freunde und Ehepartner."
Weiter leide er unter einer Art "Isolationskopfschmerz", er sei mehrfach kurz davor gewesen, "gebrochen zu werden". Nach seiner Meinung seien nicht viele Menschen in der Lage, unter solchen Haftbedingungen zu überleben, wie er sie hat. Breivik stehen drei Zimmer mit insgesamt 31,5 Quadratmetern zur Verfügung: eins zum Schlafen, eins für Sport und eines für das Studium, das er absolviert. Er verfügt über eine Playstation, TV mit Videotext, Trainingsgeräte und Zugang zu Zeitungen. "Dem norwegischen Staat wird es nicht gelingen, mich in den Selbstmord zu treiben, auch wenn er es seit fünf Jahren versucht", so Breivik.
Breivik behauptet, dass Norwegen die inhumansten Gefängnisse in der westlichen Welt habe.
Unter anderem führt er an, dass er "Fertiggerichte" serviert bekäme, manchmal sogar das gleiche Gericht zwei Tage hintereinander. "Alle, die in Oslo-West wohnen, wissen, dass dieser Umstand schlimmer als Waterboarding ist", meinte Breivik.
Auch Pappteller und Plastikbesteck finden nicht seine Zustimmung, außerdem müsse er kalten Kaffee trinken, weil man ihm eine Thermoskanne verweigere.

Frohe Ostern

maguscarolus 27. März 2016 um 10:40  

Solange Massenmord zur Durchsetzung der Interessen von Geldeliten anders bewertet wird als ein Amoklauf durchgeknallter Einzeltäter, ist die Menschheit von wahrer "Aufklärung" so weit entfernt wie eh und je. Leider kann ich nichts Anderes feststellen, als dass wir uns Alle im Mahlstrom eines barbarischen Zeitalters befinden. Noch ist der Abgrund für viele nur undeutlich erkennbar, und doch stellt seine Realität alle Dystopien in den Schatten. Wäre es das Ziel der Geldeliten, die Menschheit auf weniger als die Hälfte ihres derzeitigen Bestandes zu reduzieren, so wäre der eingeschlagene Weg genau der Richtige!

Roberto De Lapuente 27. März 2016 um 12:36  

@habanero, es geht nicht um die Tatsachen seiner Haftbedingungen. Nicht um dessen Befindlichkeiten, nicht um kalten Kaffee. Dein Einwand verfehlt das Thema meines vorangegangenen Textes. Dass man etwaige Haftbedingungen toleriert und gutheißt, die gegen die Menschenwürde verstossen würden oder könnten, sind Sujet. Nichts anderes.

habanero 29. März 2016 um 08:47  

@ Roberto De Lapuente
Vielleicht ist Dir entgangen, daß ich nicht auf Deinen Text eingegangen bin, sondern auf die Frage von "Anonym" die da lautete ....unter welchen Haftbedingungen sitzt der denn?.....

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