Der Linksruck in Deutschland

Montag, 23. Mai 2011

Man kann sich schon vorstellen, was bald in den Spalten, die die Welt nicht braucht, im Feuilleton großer Tagesgazetten, gepinselt wird. Die Republik stehe nun vor einem Linksruck, wird man da lesen müssen. Rote und Grüne eroberten Baden-Württemberg, Grüne drängten sich nach Rheinland-Pfalz und beide im Verbund hielten die Bremer Bastion mit Nachdrücklichkeit. Die Libertinage der Liberalen findet unterdessen überhaupt kein Landesparlament mehr und die Christdemokraten verlieren Prozentpunkte und Nerven, beides im zweistelligen Bereich.

Linksruck! wird es bald durch die Redaktionsräume schallen. Der gute alte Konservatismus findet keine Mehrheiten mehr - wobei die, die mit dem Aufkleber "Konservatismus" am Revers herumliefen, gar nie konservativ waren, sondern wechselweise reaktionär oder neoliberal - je nach Wetterlage und Erfordernis. Konservativ wäre ja eigentlich vielmehr Kretschmann, den man aber unter dem Schlagwort "Linksruck" verortet. Nach links driftet dieses Land bereits dann ab, wenn Parteien in Ämter rutschen, die als erste militärische Auslandseinsätze der Bundeswehr oder die einschneidendste Sozialreform zulasten der Ärmsten der Gesellschaft verabschiedeten. Ist das der linke Abweg in diesem Lande? Wenn ja, wie sieht dann der rechte Pfad aus? Betreibt der rechte Konservatismus Mordbrennerei unter den Armen, sodass die "Segnungen des SGB II" sich noch als linke Gutmenschelei herausnehmen können?

Was die Linksruck-Parolen ausmacht, kann nicht erklärt werden - es gibt hierfür keine sinnvollen Erklärungen. Diejenigen, die sich demnächst um die nach links schlitternde Republik sorgen werden, sind antiquierte Lagerdenker, vergessene kalte Krieger aus Zeiten, da es tatsächlich noch unterschiedliche Nuancen zwischen Christ- und Sozialdemokraten gab - und zwischen Liberalen und Grünen sowieso. Was sie heute unterscheidet ist die raue Schale, denn ihr Kern ist bei allen genauso weich. Matschig im Inneren, nur das Äußere unterscheidet sich. Das heißt, eigentlich ist es die raue Schale, die manche haben und manche nicht. Denen von der Sozialdemokratie und den Grünen fehlt die raue Pigmentierung weitestgehend. Sie wirken etwas lockerer, etwas galanter, sehen freundlicher drein, tragen weniger schlechte Anzüge auf ihren weniger fetten Ranzen - es sind Neoliberale und Reaktionäre, die nicht neoliberal und reaktionär aussehen; Spießer, die die Spießigkeit, vermittels besserer PR, nicht mehr unmittelbar auf der Haut tragen. Möglich, dass ihnen die vielen Jahre der Korruption und des Nepotismus abgehen, die den anderen inzestuös potenziert auf den Leib geworfen wurde.

Linksruck in der Bundesrepublik bedeutet, dass Menschen und Parteien in Ämter gehoben werden, die nicht allzu linkisch aussehen. Freundlichere Gesichtszüge, die denselben Mist herunterbeten und praktizieren, wie ihre Kollegen, die unbeholfen und taperig ihrem big business in schwarz oder gelb nachlaufen. Linksruck ist, wenn derselbe reaktionäre Brei und dieselbe neoliberale Herrenmenschelei und derselbe wirtschaftliche Schmierfilm angekurbelt wird wie einst - nur mit etwas ansehnlicheren Gesichtern, etwas menschlicheren Menschen. Das unkende Feuilleton hätte damit recht: der Linksruck ist brandgefährlich für dieses Land! Denn wenn höflichere Gestalten dieselbe Unhöflichkeit umsetzen, wie vormals die hölzernen und ungelenken Mappusse dieses filzigen Landes, dann wird der Skandal herrschender (Klientel-)Politik mittels grünsozialdemokratischer Charmeoffensive eingelullt.

Linksruck heißt hier und heute, neoliberale und marktorientierte Politik mit Charme und ein wenig Liebreiz vermittelt zu bekommen. Den Geiferern des Feuilletons scheint dies zu stinken. Sie mögen keine falschen Freundlichkeiten, die von der Unfreundlichkeit ihrer bevorzugten Politik ablenken könnte, die vielleicht falsche Hoffnungen anfacht und die Wähler träumen läßt, es möge doch nicht alles so schlecht sein, wie es gemeinhin heißt. Inhaltlich kann den bewährten Feuilletonisten der Linksruck nichts ausmachen - denn der ist derselbe. Er ist dasselbe Nichts, dasselbe Arrangement aus Entsolidarisierung und fast schon spastisch egoistischen Affekten. Nein, es ist das Wie der Vermittlung. Der Linksruck stülpt der Wirtschaft und der Politik (und der Wirtschaftspolitik!) eine tarnende Maske über. Er lenkt ab, er kaschiert, macht die Entsolidarisierung innerhalb der Gesellschaft unsichtbar. Freundlichere Charaktermasken aus den Schmieden der Sozialdemokratie und der Grünen vermitteln die ganze Härte nicht mit der nötigen harten Nachdrücklichkeit, sie wirken immer noch ein wenig milde, ein bisschen einsichtig und mitleidend, schaffen es dauerhaft, dass man ihnen abnimmt, sie würden die Schwere ihrer Entscheidung quälend in sich hineinfressen und daran menschlich und überdies mitmenschlich zerbrechen. "Mit Bauchschmerzen" verkünden sie einschneidende Reformen - ihre Kollegen in schwarz und gelb haben Bauchschmerzen höchstens, wenn sie sich überfressen haben.

Linksruck! empören sie sich nur, die Herren und Damen Feuilletonisten und Feulletonistinnen, weil sie ehrliche Häute und Häutinnen sind. Sie meinen es nur gut, daher ihr alsbaldiger Aufschrei in den Spalten rechts oben oder links unten. Sie stehen auf Ehrlichkeit und schätzen die Tölpelhaftigkeit derer, die sich erst gar keine Mühe machen, ihren Quark mit freundlicher Miene an den Mann und die Frau mit Wahlbenachrichtigungskarte zu bringen. Denn wer unfreundlich und aufgeblasen Unfreundlichkeit und Aufgeblasenheit ans Volk bringt, der bringt der gebotenen Ernst mit, der macht den Menschen kein X für ein U vor, keine falsche Menschlichkeit für richtige Unmenschlichkeit...



26 Kommentare:

Anonym 23. Mai 2011 um 07:38  

"Mit Bauchschmerzen" verkünden sie einschneidende Reformen - ihre Kollegen in schwarz und gelb haben Bauchschmerzen höchstens, wenn sie sich überfressen haben."

Kopfschmerzen kennen die nicht, denn schließlich gibt es ja üppiges Schmerzensgeld.

potemkin 23. Mai 2011 um 08:06  

Ja, so sieht die Politikerkaste aus, wenn der Klassenkampf gewonnen ist. (War es nicht Warren Buffett, der den Satz geprägt hat, dass natürlich Klassenkampf stattfindet, und dass 'wir' ihn gewinnen?) Mag sein, dass er irgendwann mal wieder aufflackert, der Klassenkampf, vielleicht in Griechenland oder Spanien, aber hier gibt es nur Sieger, die die Beute mehr oder weniger eloquent verteilen. Die Wahlbeteiligung spricht Bände...

Anonym 23. Mai 2011 um 10:53  

Mit so einem gequälten Aufschrei "Linksruck!", soll den Massenmedienhörigen Mitmenschen suggeriert werden, dass wir erstens tatsächlich noch eine intakte Demokratie hätten, in der ein Linksruck möglich wäre und zweitens, dass ein ebensolcher Linksruck in "diesen schweren Zeiten", dass denkbar schlechteste ist, was uns passieren kann.

Wo wir doch so verschuldet sind (weil wir über unsere Verhältnisse gelebt haben und immer noch leben!) und diese Schulden unbedingt und möglichst bald abzahlen müssen, kann es ja nicht zielführend sein, wenn das Volk den populistisch daherschwafelnden Linken ins Netz geht (und damit sind SPD/Grüne gemeint, nicht etwa Die Linke)!

Nein, wir brauchen Wirtschaftskompetenz in der Führungriege! Denn nur so entstehen Arbeitsplätze! BLABLABLA... man möchte sich erbrechen!
Und zuweilen drängt sich mir der Gedanke an eine gewisse, radikale "französische Lösung" auf.


Diana

Anonym 23. Mai 2011 um 11:47  

Der Artikel folgt zu sehr der Logik, dass nachts alle Katzen grau sind. Im Mittelpunkt des FDP-Programms stehen "mehr brutto vom netto" und ewige Umverteilung von unten nach oben, im Mittelpunkt des Grünen-Programms Umweltschutz und Ökologie. Das ist doch ein Unterschied!

Zudem befinden wir uns sicher in einer längerfristigen Bewegung der Gesellschaft: Wenn nächstes Jahr rot-grün regieren sollte, und die die soziale Schieflage unserer Gesellschaft nicht korrigieren (wofür einiges spricht), so wird das gegenwärtige Parteien- und Politsystem noch weiter erodieren.

Die Wahlergebnisse zeigen mir, dass immer mehr Menschen die Nase voll haben von einer Politik, die sich ausschließlich an den Interessen von Finanzinvestorten, Lobbyisten, Karrieristen und anderen Mitgliedern der UpperClass orientiert. Die Dinge kommen in Bewegung.

klaus baum 23. Mai 2011 um 12:25  

der mappu8s hatte doch ähnlichkeiten mit dem anführer in orwells farm der tiere?

Klaus 23. Mai 2011 um 13:06  

Und was ist nun also die Alternative?

Trojanerin 23. Mai 2011 um 13:19  

Das die SPD und Die Grünen für linke Politik stehen ist abwegig. Was die Wählerwanderung angeht, würde es mich schon interessieren, wie viele Wähler von der FDP zu den Grünen übergelaufen sind. Für mich sind die Grünen neoliberal mit ökologischem Anstrich. Das aber die neoliberale Politik der Vergangenheit nicht nur den Menschen schadet, sondern auch der Natur, ist für mich offensichtlich. Ich bin schon gespannt, was für eine Politik die Grünen betreiben werden. Sie haben ihren Grundsatz, eine Partei zu sein, die für Frieden steht, sehr schnell über Bord geworfen.
Warum sollte es bei der Ökologie anders sein?
Wirtschaftswachstum um jeden Preis mit all seinen Folgen wie Klimawandel, Verschwendung von Ressourcen u.v.m. und eine nachhaltige Politik gehen schlicht und einfach meiner Meinung nach nicht zusammen.
Nur weil man etwasals ökologisch bezeichnet, muss es lange nicht ökologisch sein.

Anonym 23. Mai 2011 um 13:43  

Da ist sie wieder: die implizite Forderung nach dem "Neuen Menschen". Denn Politiker sind unmenschlich - mit mal mehr, mal weniger menschlicher Hülle. Von anderen hört man nie.
Und genau das ist er, hier nun schwarz auf weiß und unverblümt dokumentiert: der Linksfaschismus.
Da wird sie gleich wieder aufbranden, die Entrüstung und Ereiferung: Man wird ihn ja noch fordern dürfen, den besseren Menschen! Man wird ja wohl noch Menschen in gut und böse einteilen dürfen! Man wird das ja wohl noch sagen dürfen! Wo kommen wir denn da hin, wenn man das nicht mehr sagen darf! Wo Meinungsfreiheit doch so ein hohes Gut ist!

Anonym 23. Mai 2011 um 15:27  

Seit 1946 regiert die SPD in Bremen. Bessere Wachstumsbedingungen kann Filz in Deutschland nicht gehabt haben.
Was Kommentatoren hier nicht davon abhält, den Wählern zu attestieren, tendenziell verstanden zu haben.
Honecker läßt bei diesen Durchhalteparolen grüßen.

W.W.

michamue 23. Mai 2011 um 15:27  

Danke für diese Zeilen, dazu passt der Kommentar der BLÖD vom Freitag, dass unser JETZIGES Gesundheitssystem Kommunismus wäre.

Wenn es nicht so traurig wär (da viele BILDungsbürger dies unbesehen glauben), könnt ich vielleicht noch lachen.

Bremer 23. Mai 2011 um 15:50  

Wir blicken in Bremen auf 65 Jahre zurück, in denen eine tendenziell linkere Politik gemacht wurde als in CDU-regierten Ländern. Es gibt nach dieser langen Zeit keine Indizien dafür, dass es dort tendenziell menschlicher zugeht, mit weniger Armut und Kriminalität.
Dies offenbart, wie glaubwürdig ein plumper Slogan wie "Ad Sinistram" ("Nach links") als vermeintlich heilbringende Wegweisung ist.

Roberto J. De Lapuente 23. Mai 2011 um 16:17  

Gratuliere Bremer, gelesen und nichts verstanden...

Bremer 23. Mai 2011 um 18:00  

Ich fürchte, ich habe genug verstanden. Das ewige Gerede, dass ja nur der "reale" Sozialismus noch umgesetzt werden müsse und es sich ja nur noch nicht um den "realen" handele, habe ich jetzt 40 Jahre lang in Diskussionen gehört - früher jenseits der Mauer, heute mehr oder weniger verklausuliert allerortens.

Roberto J. De Lapuente 23. Mai 2011 um 18:10  

Haha, Bremer, genau das habe ich also geschrieben? Komm, lass es, jetzt wird es echt peinlich...

landbewohner 23. Mai 2011 um 18:15  

selbst wenn irgenwo in dieser brd die linkspartei bei irgeneiner wahl 80% der wählerstimmern ergattern sollte, -- einen linksruck wirds auch dann nicht geben, weil all die abgehalfterten und zu kurz gekommenen spdler und dgb-fuzzis ruckzuck für eine art steinmeier-nahles-münte üolitik sorgen würden.

antiferengi 23. Mai 2011 um 19:08  

Naja. Es wird einfach die bessere Verkaufsstrategie gewinnen. Und rot-grün, hat diesbezüglich einfach die professionellere Infrastrukur zur Verfügung. Empathischer, geübter, eingehender. Eben professioneller. Das passiert, wenn man die Werkzeuge des Marktes für alles und jeden benutzt. Eben auch für Politik. Und alle, dies mittlerweile als normal empfinden. Es ist diese stinkende Normalität, die sich langsam, aber immer schneller, nach rechts bewegt. Klasse geschrieben, - übrigens.

pascal 23. Mai 2011 um 19:12  

@klaus baum: hehe jetzt, da du es sagst... :)

@landbewohner: Glaubst du denn tatsächlich, dass sich so groß etwas in diesem Land würde, nur weil eine Partei im Spiel des Lebens mitmischen darf, die sich einen "linken" Anstrich gibt? Soviel anderst als deine abgehalfterten und zu kurz gekommenen SPD'ler sind DIE auch nicht!

philgeland 23. Mai 2011 um 20:10  

Linksruck? Haha!
Aber gut, seit die Amis einen waschechten Sozialisten ins Amt gewählt haben, fallen jetzt auch in Deutschland die letzten Hemmungen.

klaus baum 23. Mai 2011 um 20:21  

ICH DACHTE IMMER, ES SOLL EIN RUCK DURCHS LAND GEHEN,

Anonym 23. Mai 2011 um 20:45  

Landbewohner 18:15: Du vergisst, dass das Parlament nur der geschäftsführende Ausschuss des Kapitals ist. Selbst wenn die sozialistischen, das System überwinden wollenden Kräfte in der LINKEN bei einer 80%-Mehrheit diese Partei dominieren würden, ist es sehr unwahrscheinlich, dass sich die Herrschenden enspannt mit einer glühenden Kohiba ins Fenster legen und zusehen, wie ihnen durch den "Umbau der Industriegesellschaft" die Privilegien und materiellen Reichtümer genommen werden? Ich bin überzeugt, dass bei einem derartigen Szenario die Faschismuskarte gezogen würde.

Mesut 23. Mai 2011 um 21:32  

Ich möchte darauf hinweisen, dass der Begriff "Linksruck" ein, wenn nicht DER zentrale Slogan der Linken im Wahlkampf 1998 zur Unterstützung Gerhard Schröders war.
Man kann also schon lange absolut niemandem mehr vertrauen in der Verwendung der Richtungsbegriffe - nicht einmal der Linken selbst.

Anonym 23. Mai 2011 um 22:32  

Gelinkt werden wir mit dem Linksruck und landen in rechter Scheiße.

Wir brauchen keinen realen Sozialismus und keinen undemokratischen Kapitalismus.
Unser Ziel sollte eine menschlichere Gesellschaft sein. Dieses Ziel erreichen wir nicht mit den Handlangern des Großen Geldes.

Nehmen wir uns solche einschlägig verlinkten "Vertreter" zur Brust - und die Demokratie selbst in die Hand.

Anonym 23. Mai 2011 um 22:34  

Die Wahrheit ist doch, dass die Masse der Wähler, d.h. die die noch wählen gehen, in Deutschland stock-konservativ sind, völlig unabhängig davon, ob sie CDU/CSU/SPD/FDP/Grüne wählen.
Selbst DIE LINKE versucht sich mit allen Mitteln als die "bessere" SPD auszugeben, sich dieser SPD hemmungslos anzuschleimen.(ist ja auch die einzige Möglichkeit für diese "LINKEN", an Staatspöstchen zu kommen!).
Die so genamnnten "Gewerkschaften" hielten und halten sich seit eh und je für Steigbügelhalter, "commis" des Kapitals, selbst nennen sie sich ja inzwischen gern Co-Manager, "Tarifpartner" sowieso...
Und die winzigen linken, "kommunistischen" Sekten und "wahren" "Arbeiterparteien"?(DKP, MLPD, KPD(B), KI etc...) Abgesehen von deren völliger gesellschaftlichen Bedeutungslosigkeit sind sie meistens auch noch damit beschäftigt, sich selbst mit ideologisch scharf gewetzten Messern zu bekämpfen, bis hin zu persönlichen Diffamierungen unterster Schublade...., deren "Gurus" platzen oft vor Eitelkeit, verpackt in absoluten Wahrheitsansprüchen...
Da mag die bürgerliche Journaille das Gespenst eines "Linksrucks" bei Gelegenheit so oft sie will an die Wand malen...., leider, leider, leider ist davon auf absehbare Zeit hier in Deutschland nirgends etwas auszumachen.
Die herrschende Macht hat weiterhin freie Bahn in diesem Land für alle weiteren "großen" Vorhaben.

MfG Bakunin

Anonym 23. Mai 2011 um 23:07  

@ philgeland

Vortrefflich, und ich warte immer noch auf den- oder diejenige, die die neoliberale Umwertung aller Werte (Zitat: Friedrich Nietzsche) auch so nennt.

Obama übrigens ist für die US-AmerikanerInnen ein "Sozialist", und für Israelis ein "Antisemit".

Tja, ersteres weil er für den Wohlfahrtsstaat us-amerikanischer Prägung stehen soll, für US-Republikanerinnen, und zweitens für rechte Israelis, die meinen, dass Obama deswegen für einen gerechten Frieden in Nahost steht, weil er Juden haßt (=Antisemit).

Man sollte vielleicht wirklich ein anti-markradikales, satirisisches "LTI" schreiben, wie einst Victor Klemperer über die Nazi-Sprache veröffentlicht hat.

Hilfe, Stalin ist auferstanden, weil die Linkspartei für gerechte, flächendenkende Mindestlöhne ist könnte man aufschreien in diesem Mc-Carthy-Antikommunisten-Verseuchten Merkel-Deutschland dieser Tage.....

Amüsierte Grüße
Bernie

PS: "links" ist doch auch die Grüne-Raupe-Nimmersatt Joschka Fischer, und sein Gazprom-Spezi Schröder sowieso, ebenso wie der "linke" SPDler Sarrazin, der das Hetzen gegen Muslime, und HartzIV-Empfängerinnen zur Tugend erhoben hat - neoliberale Beliebigkeit eben, und es wird Zeit von Spanien zu lernen, um diese Sprachverhunzung auch eine solche zu nennen.

Übrigens, Franco war ja auch ein "Sozialist", ebenso wie Hitler, wenn es nach heutigen Rechtsneoliberalen geht - Sprachverhunzung und Volks(bildzeitungs)verblödung wohin das Auge blickt im Lande von "Honni" Merkel *grins* *lol*

Anonym 23. Mai 2011 um 23:09  

Noch was, da hier irgendwo der Begriff "Linksfaschismus gefallen ist, der stammt nun eindeutig aus der Neonazi-Ecke, und hat sich keineswegs in die Neue Mitte verirrt. Auch die Zusammenhänge die ein gewisser "anonym" da sehen will sind die typischen Behauptungen aus der rechtsextremen Ecke.

Gruß
Bernie

Anonym 24. Mai 2011 um 09:57  

"[...]Die herrschende Macht hat weiterhin freie Bahn in diesem Land für alle weiteren "großen" Vorhaben[...]"

Lieber Bakunin,
Du schreibst es leider.

Übrigens, was "links" oder "rechts" ist, auch so ein typisch dt. Phänomen, findet sich meist in Organisationen oder Parteien.

Eine spanische Bewegung, die von Parteien und Organisationen, egal welcher Ausrichtung, generell die Schnauze voll hat ist wohl wirklich noch in weiter Ferne.

"Der Untertan" (Zitat: Mann) existiert halt doch generell in Deutschland - Man hört es ja gerade von älteren Semestern, und leider deren Sprößlingen oft genug, dass dt.-berühmte Sätzchen "Die da Oben können ja doch alles machen was die wollen, wir ändern daran eh nix!".

Deutschland eben - auch im 21. Jahrhundert beratungsresistent, sozialrassistisch, stockkonservativ und demokratiefaul.

Trauriger
Gruß
Bernie

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