Das Glück mancher Linker; dritter Teil

Mittwoch, 9. Februar 2011

Götterdämmerung wurde an dieser Stelle bereits zweifach betrieben. Zunächst wurde Ulrike Meinhof wiederbeatmet, danach musste Rudi Dutschke auferstehen. Beiden wurde unterstellt, sie würden, lebten sie heute noch, dem Mainstream verfallen sein. Ein Frevel? Möglich. Aber einer, der erlaubt sein muß, um denen den Spiegel vorzuhalten, die sich einst als Linke zu erkennen gaben und heute mit den Interessen des Kapitals ins Bett kriechen. Die senile Meinhof wurde zur Hardlinerin umgeschrieben, der alte Dutschke zum Lavierer zwischen Positionen - der heutige Linke, der sich selbst wahrscheinlich kaum als Linken wahrgenommen hat, er hätte im hohen Alter vielleicht resigniert.

Heute: Heinrich Böll

Nachdem er Anfang der Achtzigerjahre zur intellektuellen Koryphäe bürgerlichen Protests avancierte, wurde es später etwas ruhiger um ihn - mit dem Abflauen der Proteste wurde er von einer moralisch integeren Institution, wieder zum "intellektuellen Helfershelfer des Terrors", nachdem die dritten Generation der RAF mit neuer Offensive wütete. Die Realos unter den Grünen, die ja selbst noch kürzlich der Anti-AKW-Bewegung angehörten, hätten ihn rüde angefahren, weil er eigentlich ja niemals die Stimme des Protests war, sondern ein eloquenter Aufwiegler, der sich nicht von seinem Baader-Meinhof-Komplex lossagen will - mit solchen Leuten, erklärte die Realo-Fraktion, die Regierungsabsichten hegte, dürfen die Grünen nicht in Verbindung gebracht werden.

Der Nobelpreisträger hätte an der Wende als relativ stiller Beobachter teilgenommen. Das Alter und die Erfahrung, nur von jenem kleinen Teil der Bevölkerung als mahnende Stimme akzeptiert zu werden, der sich als links denkend bezeichnet, hätten ihn zur Stille ermutigt. Die Wendezeit war die Zeit rechter Tendenzen und Gesinnungen - jemand wie Böll, mittlerweile seit gut zwei Jahrzehnten in der Schusslinie konservativer und rechter Kreise, er hätte besser geschwiegen. Sicherlich hätte er weiterhin Bücher geschrieben, die sich auch ganz gut verkauft hätten - wo Böll oder Grass auf dem Buchdeckel steht, ist der, wenn schon nicht reißende, so doch der annehmbare Absatz, so gut wie gesichert. Seine Kritiker hätten ihm Zahnlosigkeit attestiert, der Biss früherer Tage fehle, die Geschichten würden banaler und weniger gesellschaftskritisch. Und tatsächlich, der Böll des wiedervereinten Deutschlands, der Berliner Republik und der Agenda 2010-Politik, er wäre ein Autor gewesen, der beredte Trivialliteratur auf den Buchmarkt geworfen hätte: Liebesgeschichten und Prosa statt Nachkriegsdramen und bundesrepublikanische Analysis.

Gefragt, warum er nun in seichteren Gewässern fische, hätte Böll geantwortet, dass er das gar nicht verleugnen wolle. Nachdem er jahrelang mürbe gemacht wurde, nachdem man ihn einen Terrorvater nannte, sein Haus durchsuchte, ihn nach der Protestzeit der Achtzigerjahre zum Aufwiegler abstempelte, habe er sich irgendwann dazu entschlossen, seine Meinung künftig weniger offen kundzutun. Als dann aus "Wir sind das Volk!" die nationalistische Parole "Wir sind ein Volk!" wurde, verschlug es ihm die Sprache - als Asylbewerberheime unter Beifall der Anwohner brannten, als man türkische Mädchen bei Autodafés abfackelte, da sah er sich plötzlich wieder in einem Großdeutschland gefangen. In jenen Wochen und Monaten wurde ihm klar, dass sein Wirken, das gesamte Wirken der intellektuellen Eliten Nachkriegsdeutschlands, vergebens war. Keine fünfzig Jahre nach dem Wahn, so hätte Böll traurig zu Protokoll gegeben, der erneute Wahnsinn - für was habe er damals in seinen Werken eigentlich die Stunde Null beschrieben? Warum aufklärerische Novellen wie jene über diese Katharina Blum, wenn das Organ, welches er darin ungenannt kritisierte, mittlerweile ungenierter hetzt als je zuvor? Alles umsonst!

Ich habe mich dann entschlossen, so würde er gesagt haben, Dinge zu Papier zu bringen, die ohne Substanz sind. Liebe und Eifersucht etwa, ewige menschliche Themen - alles andere, was er thematisiert hatte, es passte nicht mehr in diese neue alte Zeit. Er habe es satt, resignierte er leise, Dinge zu beschreiben, sie anzuklagen, die hernach genauso stattfinden wie ehemals. Warum sollte er nochmals Reden halten, in denen er von der Separationspolitik der Nationalsozialisten erzählt, wenn gleichzeitig die amtierende Regierung Separationspolitik gegen Menschen betreibt, die ökonomisch schwächeln? Für was das alles? Sein Lebenswerk, so würde er das Interview beschließen, es sei zerstört - er habe in der guten Hoffnung geschrieben, wenigstens ein klein wenig bewirkt zu haben; aber bewirkt habe er nichts. Daher Liebesgeschichten, die lesen sich in fünfzig Jahren noch genauso gut oder schlecht wie gegenwärtig.



32 Kommentare:

Anonym 9. Februar 2011 um 09:55  

Thomas Ebermann, Hermann Gremlitza, Otto Köhler, Oliver Tolmein, Birgit Rommelspacher, Ingrid Strobl, Rainer Trampert, Jutta Ditfurth, (diese Liste ließe sich beliebig verlängern) sind lebende Personen, deren Wirken die billige Polemik des Autors als Anbiederung an den publizistisch konservativen Mainstream entlarven.

Sollte es sich bei Ihnen nicht um einen tief verwurzelten bösartigen Zynismus handeln, sondern um Ironie, so fordert diese vom Leser eine fortgeschrittene interpretatorische Fähigkeit.

Roberto J. De Lapuente 9. Februar 2011 um 10:13  

Ui, da ist wieder einer beleidigt...

Wobei man aufpassen muß, was Polemik ist, was nicht, gell? Ich meine, wer so reißerische Zeilen als Kommentar zurückläßt, der ist wahrlich billigst polemisch...

Daniel Limberger 9. Februar 2011 um 10:44  
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
lope 9. Februar 2011 um 10:57  

lapuente sie sind reaktionär. sie machen alles kaputt

christophe 9. Februar 2011 um 10:59  

Lieber Roberto!

Du mußt dich damit abfinden: Dieses Land ist kein Hort für Scherz, Ironie nebst tieferer Bedeutung! Einigermaßen niveauvoller Humor, der subtil und mit sanften Andeutungen arbeitet, wird hier nicht verstanden. Auf ein grobes Land gehört ein derber Humor, die Sprache ist nur Spiegel einer allgemeinen Verarmung. Wer in anderen Ländern gelebt hat, kann sich nur schwer daran gewöhnen, dass hier im alltäglchen Leben humorvolle Bemerkungen selten verstanden werden und bestenfalls Verwirrung auslösen...

Roberto J. De Lapuente 9. Februar 2011 um 11:04  

Das kann schon sein, Christophe. Erklärt auch, warum ich oft wie ein Depp dastehe, wenn ich eine Bemerkung mache, die eigentlich witzig sein sollte...

Lope, links denken ja - links beten nein! Was mache ich denn kaputt? Ihr mit linken Ikonen und Altären eingerichtetes Weltbild? Dort, wo ideologisch konform Gut und Böse miteinander ringen? Ja? Dann ist es ja gut!

Anonym 9. Februar 2011 um 11:48  

Diese seinen Lesern gegenüber beständig herablassende, kindische Art (heute: "Ui, da ist wieder einer beleidigt") ist wieder gewohnt symptomatisch für die menschliche Unreife des Autors.
Eine Fundgrube an Studienmaterial für Psychoanalytiker, hier...

Eine gutgemeinte Zukunftsvision für den Werdegang des Roberto J. de Lapuente: Altenpfleger - nachdem er eingesehen hat, dass er damit den größeren Dienst an der Menschheit leistet.

Anonym 9. Februar 2011 um 11:52  

Obwohl es sich bei deinem Text ultimativ um eine Spekulation handelt, ist es letztlich eine nicht unrealistische. Sie regt hoffentlich zum Denken an.
Andererseits: das tägliche Weltgeschehen sollte wohl mindestens genauso zum Denken anregen, ABER...

Danke trotzdem für Deinen Blog und mögest Du nie resignieren!

Diana

Roberto J. De Lapuente 9. Februar 2011 um 11:52  

Um Ihren Stuhlgang zu kontrollieren, oder wie? Sagen Sie doch mal... ich frage nur mal kindisch-naiv nach...

Anonym 9. Februar 2011 um 12:29  

"Diese seinen Lesern gegenüber beständig herablassende, kindische Art (heute: "Ui, da ist wieder einer beleidigt") ist wieder gewohnt symptomatisch für die menschliche Unreife des Autors."

Sie beklagen die menschliche Unreife des Autors,machen dabei auf mich jedoch den Eindruck eines seit geraumer Zeit verstorbenen.

Also da ist mir die menschliche Unreife(ganz egal was Sie da hineininterpretieren)lieber.

http://www.textlog.de/freud-psychoanalyse-dichter-phantasieren.html

Anonym 9. Februar 2011 um 12:51  

Ausgerechnet einen Nobelpreisträger für Literatur zum Kasper einer fiktiven, hämisch daherkommenden Satire zu machen ist jetzt das Tagesgeschäft linken Heldentums, vergleichbar mit dem radikalen Schritt, seine Unterschrift unter eine Petition zu setzen.

Dir lieber Roberto traue ich sogar zu, die Geschwister Scholl als heutige Parteivorsitzende der NPD lächerlich zu machen. Hauptsache die Klick-Quote stimmt und Satire darf alles.

antiferengi 9. Februar 2011 um 13:02  

Ich denke, die Figuren sind variabel austauschbar. Da ist niemand, der nicht ganz frei von Vorbildern oder Sympathien für das/den eine/n, oder andere/n ist. Wohl keiner, der nicht die Zähne zusammenbeißen würde, wenn das eine oder andere Idol als Haltepunkt im eigenen Hirn plötzlich zur Disposition stehen würde. Wäre auch ziemlich traurig, wenn dem nicht so wäre. Und mit der Schwere des Bedeutungsgewichts, steigt auch die Reaktion darauf. Welcher Fan Einsteins will schon hören, dass er ein übler Chauvi war. Oder unter Robertos ganz unlinientreuer Feder evtl. einer hätte werden können? Spannend. Hoffentlich kommen da noch Fortsetzungen?

Roberto J. De Lapuente 9. Februar 2011 um 13:24  

Eine noch, lieber Antiferengi... ein ganz übler Linker, wird das sein.

Schön, wie sich hier manche mokieren... und blamieren.

Anonym 9. Februar 2011 um 13:27  

Als angehende Altenpflegerin rate ich von diesem Beruf doch eher ab, vor allem, wenn dann ein solches Talent verschwendet würde.
Danke, dass du trotz zwischen den Zeilen herauszulesender familiärer/persönlicher Probleme weiterhin in solch rasantem Tempo derart schöne Artikel schreibst.
Und danke für diesen speziellen, bei einem gefallenen Böll befürchtete ich ja schon, dir diesmal tatsächlich widersprechen zu müssen und zu antworten "Doch nicht der Böll!" Aber dein Entwurf einer möglichen Zukunft dieses von mir sehr geschätzten Autors trifft wohl auch ins Schwarze.
Lässt mich ein bisschen traurig zurück, diese Erkenntnis des fiktiven Heinrich B.

Amike

Roberto J. De Lapuente 9. Februar 2011 um 13:33  

Liebe Amike, gern geschehen. Böll schätze ich ja auch sehr; ich habe ihn mir eben als traurigen alten Mann vorgestellt.

So rasant ist das Tempo hier doch gar nicht...

Anonym 9. Februar 2011 um 13:41  

Na, wenn man nur wenig Zeit zum Lesen hat schon. Und das war keineswegs als Vorwurf gemeint! Wenn jemand alle paar Monate mal was ganz Passables schreibt, dann könnte man das ja auch als Glückstreffer bezeichnen, aber ich finde es sehr beeindruckend, wenn jemand solche Texte in einer derartigen Regelmäßigkeit schreiben kann (noch dazu, wenn er augenscheinlich auch Anderes zu tun und zu bedenken hat).
So, genug der Lobhudelei, bevor du auch noch einer dieser verkommenen/resignierten/degenerierten ehemaligen Linken wirst... da kommt mir doch spontan eine Idee, wer der Vierte im Bunde der Demontierten werden könnte ;)

Amike

landbewohner 9. Februar 2011 um 13:45  

mir gefällts, wie du so die evtl. verwandlung linker gallionsfiguren zur diskussion stellst. gut, ein gewisses maß an resignation ist daraus abzulesen; aber ich meine durchaus zu recht, wenn man sich die verwandlung so mancher dieser wegbereiter oder gar die grosse masse der ehemals linken streiter ansieht. klar gibts auch ausnahmen, einige wenige, die aber widersprechen keineswegs der tatsache, daß der großteil der ehemals revolutionären alltagslinken wunderbar im reaktionären kleinbürgertum angekommen ist.

Roberto J. De Lapuente 9. Februar 2011 um 13:49  

Weißt Du, Landbewohner, das alles was erst gar nicht als resignatives Element geplant. Als ich dann aber sah, was es da für Bluthunde gibt, die sich da wirklich linke Heiligenbildchen montiert haben, stellte sich doch ein gewisses Maß an Resignation ein. Ideologen machen mich ganz depressiv irgendwie...

Anonym 9. Februar 2011 um 14:16  

Roberto, was willst Du mit solchen Polemiken eigentlich erreichen?

Sei doch mal ein bisschen deutlicher!

Nach meiner persönlichen Interpretation willst Du hier gar nicht auf linke "Helden" pissen, sondern die Linken dazu ermutigen, selber zu denken, sozusagen sich selbst zum Vorbild nehmen und endlich über die typisch linken Schemata herauszukommen.

Wieso muss man in Deutschland eigentlich als Linker zwangsläufig die Katholische Kirche ablehnen? Wieso wird erwartet, das man als "anständiger" Linker Atheist sein muss?

Ich falle auf wie ein bunter Hund, weil ich links bin und gläubige Katholikin! Ich bin Katholikin und wähle deshalb (!) die Linke.

Nach meiner Interpretation (korrigiere mich, wenn das nicht stimmt) hast Du einen ähnlichen Ansatz wie Konstantin Wecker in seinem Lied über die weiße Rose:

"Nun haben sie Euch zur Legende gemacht und in Unwirklichkeiten versponnen, denn da ist einem - um den Vergleich gebracht - gleich das schlechte Gewissen genommen."

Will heißen, auch ein Böll, auch ein Dutschke usw. waren Menschen mit Fehlern! Und Du hast die Bereitschaft von Menschen mit Überzeugungen, diese Überzeugungen über Bord zu werfen, nur überspitzt. Deshalb muss man auch nicht staunend vor einem Denkmal Dutschke stehen und sich sagen, dass man das sowieso nie erreichen kann. Falsch! Das ist nur eine Ausrede, um nicht selbst etwas machen zu müssen.

Ich halte Dich nicht für einen Zyniker oder Misanthropen. Hey Leute, der Roberto will doch nur spielen! Roberto kann einfach keine Schubladen ertragen (wie ich auch)! Wieso muss ich als Linke die klassische Familie ablehnen? Wieso soll ich mir vorschreiben lassen, was ich zu denken habe, nur damit der Stempel "links" passt? Nee, das ist mir wirklich zu blöd! Ich bin ganz überwiegend links, ein bisserl liberal (was Bürgerrechte angeht) und ein bisserl konservativ (was Familienpolitik angeht).

Es ist für einen denkenden Menschen doch gar nicht möglich, 100 Prozent Meinungsübereinstimmung zu irgendwem zu haben. Mein Mann und ich haben dieselbe Lebenseinstellung, den selben politischen Hintergrund und trotzdem "nur" eine Übereinstimmung von sagen wir mal 80 Prozent. Alles andere wäre doch eine Lüge oder reiner Opportunismus. Das überlassen wir doch bitteschön den dumpfen "Bürgerlichen", die z. B. für Atomkraft sein müssen, weil das die Union so will.

Selber denken und solidarisch handeln! Das ist die Devise!

Roberto J. De Lapuente 9. Februar 2011 um 14:38  

Aber damit ist doch alles erklärt! Gut analysiert. Und Katholik zu sein und Linke wählen: das schließt sich nicht aus. Warum auch?

Anonym 9. Februar 2011 um 17:07  

Stimmt. Genau so wenig wie Atheist zu sein und NPD wählen.

Edgar 9. Februar 2011 um 22:26  

Öh, nix für ungut.
Katholisch und links passt ganz und gar nicht. Was ist denn für euch links ?
Ein Oberhaupt zu haben ?
Von oben nach unten zu regieren ?
Unterm Deckmantel des sozialen, hierarchische Machtstrukturen aufzubauen ?

So ein quatsch.
Religös und links kann ich mir ja noch vorstellen. Aber katholisch ?

antiferengi 9. Februar 2011 um 22:34  

@anonym 17:07
Tjä. Deshalb gibt es ja die Unterscheidung zwischen Links und Rechts, - nicht wahr? Wenn's die Linken jetzt noch schaffen, undogmatischer, unideologischer und vor allen Dingen untechnokratischer wie die Rechten zu sein, gehören ihnen die Herzen der Menschen. Diese Herzen, und alles was dies am Leben erhält, sollte eigentlich ihr Ziel sein.

Anonym 9. Februar 2011 um 23:38  

Wow, da kommen aber einige gekränkte Gemüter aus ihrer Ecke gekrochen und erklären den Roberto doch fast zum Leichenschänder. Was sagt mir das? Personenkult ist doof.

Kleiner Tipp: Betrachtet mal alle drei Beiträge als ganzes, vielleicht erkennt ihr eine Tendenz.

@Roberto:
Das mit der Verantwortung auf zwei Schultern tut mir sehr leid, ohne dir zu nahe treten zu wollen.

Gruß

Ahmet

Wolfgang 10. Februar 2011 um 00:44  

Ach Roberto, Du schreibst zwar sehr gut, kommst aber an die Realität nicht heran:

"Am kommenden Mittwoch, 29.11. strahlt der Kulturkanal "Arte" eine Dokumentation der unheimlichen Art aus: "Benutzt und gesteuert - Künstler im Netz der CIA" (Sendetermin: 20:40 Uhr). Erstmals wird nachgewiesen, dass der amerikanische Geheimdienst seine Finger auch tief in der linken Kunst- und Kulturszene stecken hatte, Autoren wie Heinrich Böll die Reisekosten bezahlte und nebenbei auch noch Informationen zu Reisen Bölls im ehemaligen Ostblock abschöpfte."
http://worldcontent.twoday.net/stories/2987796/

Es hatte schon seinen Grund, dass unsere Lehrer uns damals mit Böll quälen mussten. Böll war aber nicht der Einzige in der Künstlerszene, nur einer von vielen:

"Besonders in der linken und sozialdemokratischen Kulturszene suchte die CIA mögliche Zuträger. "Böll war ein Diamant in der Sammlung der CIA", so der Autor der Dokumentation. Mit einer Umwegfinanzierung über Dritte, wie z.B. über den PEN-Club oder dem Kölner Verlag "Kiepenheuer und Witsch" flossen seit Anfang der 60er Jahre mindestens 10 Jahre lang Gelder, die den Einflussbereich der CIA in der medialen Öffentlichkeit sichern sollten."
http://worldcontent.twoday.net/stories/2987796/

Du musst also noch etwas aufdrehen, Roberto, um gegen die Realität bestehen zu können.

jürgen 10. Februar 2011 um 01:02  

...vielleicht hätte ihn auch nur die unerträgliche Hoffnungslosigkeit des Sein sprachlos gemacht. Wer auch immer, was auch immer, wann auch immer - die Chance, das Falsche zur unrechten Zeit zu machen ist wohl immer 50%...

http://www.videogold.de/benutzt-und-gesteuert-kuenstler-im-netz-der-cia/

trotzdem: Grüße aus dem Thale der Ahnungsvollen von
Jürgen

Anonym 10. Februar 2011 um 13:58  

@edgar

"Öh, nix für ungut.
Katholisch und links passt ganz und gar nicht. Was ist denn für euch links ?
Ein Oberhaupt zu haben ?
Von oben nach unten zu regieren ?
Unterm Deckmantel des sozialen, hierarchische Machtstrukturen aufzubauen ?" (ZE)

Lies die Bergpredigt und Du weißt, dass es ganz und gar nicht unpassend ist, katholisch und links zu sein. Wer Jesus ernst nimmt, der MUSS als Katholik links sein! Dass die Katholische Kirche viele Fehler hat, brauchst Du mir nicht zu erzählen. Ich war auch schon mal ausgetreten. Aber inzwischen habe ich begriffen, dass die KK die einzige Instanz ist, die dem neofeudalen Irrsinn noch irgendetwas entgegensetzen kann. Eine Instanz, die die Nächstenliebe predigt und den Pazifismus! Die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Warum sind die Sozialisten in Lateinamerika so erfolgreich (Chavez, Morales etc.) Weil sie mit der Kirche zusammenarbeiten und nicht gegen sie!! Weil sie Katholiken nicht abstoßen durch primitiven Anti-Katholizismus. Wir Gutwiligen müssen doch zusammenhalten, sonst wird sich nie etwas ändern!!!
Die evangelische Kirche schwimmt doch nur immer schön im Mainstream mit. Mir ist ein verbohrter Katholik, dessen Werte unumstößlich sind, lieber als ein Evangele, der ach so tolerant ist. Wer nach allen Seiten hin offen ist, der kann nicht ganz dicht sein!
Ich weiß, dass es viele verlogene Katholiken gibt, aber setze Dich mal in irgendeine Sonntagsmesse und höre zu! Das ist - zumindest in meiner Pfarrei - jedes Mal ein Aufruf - wenn man die Predigt denn ernst nimmt - die Linke zu wählen!!!!!!

Mein Gott, wieso müssen wir Linke uns immer über den Weg streiten, während Konservative sich sogar mit dem Teufel verbünden, um siegreich zu sein! Das ist doch das Erfolgsrezept von denen!

Kapiert es doch endlich mal!!!!!

Banana Joe 10. Februar 2011 um 20:24  

"...während Konservative sich sogar mit dem Teufel verbünden, um siegreich zu sein! Das ist doch das Erfolgsrezept von denen!..."

Richtig!

Geschlossenheit ist hier Trumpf: es können die Argumente noch so dünn sein, auf die kann man locker verzichten. Im Idealfall gilt: wer komplett nach allen Richtungen Geschlossenheit zeigt, der muss wohl richtig zu sein. ;-)

Banana Joe

Edgar 11. Februar 2011 um 01:20  

Liebe katholische Kommentatorin, sie verteidigen hier keine Religion sondern einen Konzern.
Da dieser Konzern noch dazu uralt ist, hat er natürlich auch solche Strukturen: Feudal.
Oben ist der Kaiser namens Papst und darunter die Könige namens Bischöfe.

Ist das jetzt irgendwie gerecht?
Sind die alle gleich ?
Hat das irgendwas mit Bergpredigt zu tun ?

Man könnte ja annehmen, dass diese Kirche im Katastrophenfall etwas von ihrem Reichtum abgibt. Jetzt kommt es ja darauf an.
Ist aber leider nicht der Fall, die werden davon noch reicher.

philgeland 11. Februar 2011 um 01:32  

Sorry, aber das mit dem "Glück mancher Linker" ist im Grunde seines Wesens auch nicht besser als die von rechten Spínnern gehegten Träume, was denn gewesen wäre, wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte.

Wohlgemerkt, von den Toten ist die Rede, nicht von den Lebendigen.

Konjunktiv II Irrealis my ass.

Was Böll angeht, der hat einen Stein bei mir im Brett, nicht wegen seines "Werkes", sondern nur wegen jener, von ihm so vortrefflich geleisteten Übersetzung, die uns in der zehnten Klasse, noch dazu von einer eher "konservativen Lehrkraft, als Lektüre im Deutschunterricht verschrieben wurde:

"Der Fänger im Roggen".

philgeland 12. Februar 2011 um 03:04  

P. S. zur Klärung, vereinfachend formuliert und ohne Polemik:

Ich halte es einfach für müssig, darüber zu räsonieren, wie sich jemand wohl verhalten würde, wenn er noch am Leben wäre.

Und Punkt.

Anonym 22. Februar 2011 um 10:57  

Alle drei Gedankenexperimente lesen sich nett und es spricht einiges dafür, dass es so hätte kommen können (wenn auch nicht müssen, doch das behauptet der Autor ja auch nicht). Ich bin auch oft sprachlos vor Entsetzen, wenn ich sehe, was aus einstigen Linken (Mahler, Rabehl, D.C-B., Fischer, Schwarzer, Ströbele, Schily u.v.a.) geworden ist. Was ich an diesen Satiren hier aber ein wenig vermisse, ist der VErsuch einer Hypothese über die Gründe der Korrumpierbarkeit (ist es nur Korrumpierbarkeit, der Wunsch nach Wohlstand und Anerkennung durch die gesellschaftlichen Spitzen?) oder eine Erklärung für den Sinneswandel.

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