Die miese Brühe, die wir saufen, während die Demokratie stirbt

Freitag, 13. Dezember 2013

Die Große Koalition gefährde demokratische Prozesse, habe ich in die Runde geworfen. Es gab allerdings kaum Antwort. Meine Kollegen schwatzten weiter am Wesentlichen vorbei. Haste den Gabriel gesehen gestern? Voll der Krawallo mit der Slomka! Meinste nicht auch, Roberto? Ich sagte darauf nochmals, dass diese geplante Koalition keinerlei Opposition mehr zulasse und dass das der Demokratie nicht gut tue. Ich erntete bloß Schweigen. Danach widmete man sich wieder dem Kaffee, der nach allgemeiner Auffassung wie eine Brühe schmeckt, in der vorher Socken gewaschen wurden.

So stehen wir meist vor Arbeitsbeginn rum, trinken Kaffee, essen einen Happen, stecken uns eine Kippe ins Gesicht und quatschen. Einer sagte mir kürzlich, dass nun der Mindestlohn komme. Er habe es gelesen. Ich antwortete, dass das nun zwar im Koalitionsvertrag stehe, aber noch lange nicht sicher sei. Nur weil es den Koalitionären komme, kommt noch lange kein Gesetz, fügte ich hinzu. Ein Koalitionsvertrag ist ja kein Gesetzgebungsverfahren. Ich schrieb ja unlängst darüber. Außerdem sei das eine bedenkliche Entwicklung, wenn man nun so tut, als würde die Koalitionsrunde Gesetze beschließen. Das sei Ausdruck eines allgemeinen Demokratiedefizits oder von Unwissenheit, sagte ich ihm. Er ging darauf gar nicht ein. Er unkte nur, dass der Mindestlohn sicherlich einige Arbeitsplätze kosten würde.

Ich stelle mir vor, dass vor etwas mehr als achtzig Jahren, genau an derselben Stelle, an der wir jeden Morgen quatschen, auch Leute herumstanden. Damals vermutlich noch auf einem Acker. Der Stadtrand lag ja noch weiter östlich. Leute, die vielleicht eine Pause vom Kartoffelernten machten und einen Kaffee schlürften. Und die schwatzten. Die Präsidialkabinette führen uns in den Ruin, sagte vielleicht einer aus der Runde in die Runde. Er führte aus, dass die Journalisten diese spezielle Variante der Diktatur nicht kritisieren, sondern sie sprachlich verklären und stützen, indem sie die Notverordnungen zu einer Vernunftsangelegenheit küren. Wahrscheinlich hörten alle zu, sagten aber wenig bis nichts darauf. Nur einer sagte, denn einer ist immer dabei, der sowas sagt: Was soll man denn machen, die Not ist groß und irgendwie muss man schließlich regiert werden. Wenn es keine starke Regierung gäbe, die die Arbeitslosen an die Kandare nimmt, dann wird alles bloß noch schlimmer. Und überhaupt, der Kaffee schmeckt beschissen. Hey Robert, haste deinen Socken als Filter verwendet?

Wahrscheinlich war es nie anders. Der miese Kaffee in der eigenen Tasse ist den Menschen stets wichtiger gewesen, als der schleichende Prozess der Verschlechterung eines Gemeinwesens. Er macht sie gesprächiger als der Niedergang. Klar, den Kaffee können sie auch schmecken. Und sie können demnach feststellen, dass er ihnen nicht schmeckt. Und falls der Kaffee mal alle ist, dann kann man in die Tasse starren und den Mangel konkret benennen. Aber eine Demokratie, die langsam aber sicher ihre vormaligen Ideale verabschiedet und immer stärker marktverortet wird, empfindet man nicht so sehr als Mangel. Man erfasst einen solchen Prozess ja kaum sinnlich. Das heißt, man nimmt ihn schon wahr, muss dann aber eins und eins zusammenzählen.

Zwar kann man auch heute recht deutlich erkennen, wie die politischen und publizistischen Eliten leichtfertig mit der Demokratie umgehen, sie sprachlich in neue Gefilde führen und letztlich veräußern. Aber Kritik im Alltagsleben der Menschen vernimmt man darüber selten. Sie sind ein bisschen politikerverdrossen, mögen die Bonzen aus Wirtschaft und Politik nicht, aber ansonsten scheint sich niemand wirklich aufzuregen.

Und ich, ich sitze wie einst Klemperer hier rum und staune über die alltagssprachlichen Auswüchse, die das demokratische Verständnis neu einrahmen. Ich bin es inzwischen müde, immer wieder von postdemokratischen Zuständen sprechen zu müssen. Aber genau so ist es eben. Wo bleibt denn der Verfassungspatriotismus, der laut Vorsicht! schreibt, wenn sie mal wieder die Koalitionsrunde zum Gesetzgeber krönen? Wenn es um politische Prozesse, Willensbildung und Verfahrenswege geht, da schleicht sich eine Laxheit in die Sprache ein, hinter der man ein gutes Pfund Verachtung für dieses politische System wittern muss.

Ein System, das bekanntlich vieles erschwert, wie manche Aasgeier aus Politik und Wirtschaft am Rande von Stuttgart 21 schon feststellten. Demokratie macht nämlich handlungsunfähig, wenn man sie zu ernst nimmt, haben sie uns erklärt. Mitsprache lähmt und so. Die Nazis nannten ähnliches verächtlich Plauderbude - dem ewigen Debattieren wollten sie ein Ende bereiten. Man müsse handeln, etwas tun, tätig werden. Nicht nur immer reden, argumentieren und Kompromisse finden. Die Typen, die heute herumheulen, weil Großprojekte in Deutschland so schwer umsetzbar sind, weil ja jeder mitreden möchte, klingen ganz so wie diese Nazis von einst. Nur sagen darf man es ihnen nicht, sonst werden sie sauer.

Erschreckend ist seit Jahren, wie die von der Troika verabschiedete Sparpolitik sprachlich an den Mann und die Frau gebracht wird. Man spricht von Sanierung, von Sparpotenzial und davon, dass der Beamtenapparat nun schlanker geworden sei. Das sind Floskeln, die mir schon in manchem Alltagsgespräch begegnet sind. Sie färben das Weltbild der Menschen. Hinter all diesen Floskeln stecken Methoden der Entdemokratisierung, die in den Ländern, die man zu sanieren vorgibt, drastische Formen angenommen haben. Die Entmachtung eines vom Volk gewählten Parlaments hat aber mit Sanierung nichts zu tun. Sprache, die verkappt ...

Im Zuge der Koalitionsverhandlungen fanden sich viele kleine Sentenzen, die zum Nachdenken anregten. Eben die Geschichte, dass man die Koalitionsrunde zum Gesetzgeber erklärte. Oder aber, dass eine Sendung den Fahrplan der nächsten Wochen zeichnete und für Mitte Dezember die "Merkel-Wahl" festschrieb. Oder dass man den Mitgliederentscheid der Sozialdemokraten einfach ignorierte und schrieb, dass die Große Koaliton komme, daran gäbe es keinen Zweifel mehr. Und dann gibt es noch so viele andere Sprachgezüchte, die an der republikanischen Ausrichtung derer, die die Öffentlichkeit mit Meinung versorgen, zweifeln lassen. Ich erinnere mich, dass ich über die Schlagzeile "Manning schuldig!" stolperte. Dass er für schuldig befunden wurde, wäre richtiger gewesen. Wenn man schreibt, dass er (oder ein anderer Angeklagter) schuldig sei, macht sich der Journalismus gleich noch zur moralischen oder gar richterlichen Instanz. Speziell in einem Fall wie dem des Bradley Manning, der eigentlich im besten republikanischen Sinne dafür sorgte, dass diverse Fakten die Sache der Öffentlichkeit (also zur res publica) wurden, ist das gefährlich.

Ich sehe einige meiner Kollegen vor mir, wie sie abwinken und sagen: Ach komm, du übertreibst. Sind ja nur Worte. Stimmt. Und dann denke ich an Victor Klemperer, der die sprachlichen Abwandlungen (auch schon im Vorfeld Hitlers) notierte. Es gab Wendungen, die plötzlich Einzug fanden, rohe Floskeln, die den Weg wiesen und einen auch sprachlich klar antidemokratischen Kurs. Dabei liegt mir fern anzunehmen, der Faschismus käme bald wieder zurück. Damals warteten die Nazis auf ihre volle Entfaltung. Uns erwartet das demokratische Kleidchen über den häßlichen Körper der Wirtschaftsdiktatur. Und wenn ich es mir recht überlege, was ist denn schon der große Unterschied zwischen einem jener Präsidialkabinette von damals und der marktkonformen Demokratie, auf die man uns sprachlich immer vehementer vorbereitet?

Nein, es sehen nicht alle zu, wie eine Demokratie der Teilhabe, die den mutigen Bürger nicht scheut, sondern befürwortet, langsam in eine andere Form gegossen wird. Aber mir scheint, es hören alle viel zu passiv zu. Aufgeregt wird sich über allerlei Unsinn. Teils über Geschichten aus dem Boulevard, über Personalien am Rande der Machtzentren oder über Muckefuck. Wenn man die Entdemokratisierung und das defizitäre Gequatsche am Rande dieses Prozesses nur erschmecken, bloß in die eigene Tasse gießen könnte: Es wäre plötzlich das Thema jeder Runde. Bäh, diese Demokratie schmeckt ja wie Wasserbrühe. Kann man ja nicht trinken.

Ich sitze hier und schlürfe selbst üblen Kaffee. Ich mach' mir mal nen richtigen, bevor ich mir weiter Gedanken über den Niedergang mache. Man sollte die Postdemokratie wenigstens dekadent mit einem Schluck ordentlichen Kaffee hinunterspülen. Der Geschmack vollmundiger Bohnen macht jeden Untergang erträglicher.


15 Kommentare:

Marianne vom Kokelores 13. Dezember 2013 um 07:29  

Mich erstaunt es auch und macht mich fassunglos -dieses Fehlen jeglichebn Aufschrei des Massen.
Das Konzept Brot, Lügen und Spiele geht anscheeinend auf.

Anonym 13. Dezember 2013 um 08:40  

130@Roberto de Lapuente

Ganz deiner Meinung.

Es dürfte wohl auch am fehlen kritischer Intellektueller liegen, dass die Neoliberaliban in .de meinen wieder Morgenluft zu wittern, und an der von dir beschriebenen Demokratiefeindlichkeit, und Obrigkeitshörigkeit in Deutschland.

Ich selbst erlebte ähnliches bei einer Vorstellungsrunde auf einem Rathaus, da fragte der Bürgermeister uns Praktikanten ob wir "obrigkeitshörig" wären, und meinte, verbal, dass diese Zeiten ja gottseidank vorbei wären.

Wohlgemerkt "verbal", denn praktisch wohlte der gute Mann nicht an unserem Untertanengeist gerüttelt sehen - Sowas nennt sich dann wohl "Die Arroganz der Macht".

Mich wundert übrigens nicht allein die Friedhofsruhe in Deutschland, während antidemokratische, und wirtschaftsfreundliche, "Reformen" durchgeführt wurden - Nein, auch das Ausbleiben von wirklichem Revolutionsgeist im nahen Ausland wundert mich auch.

Ich warte ja immer noch auf den Funken des Widerstandes in irgend einem europäischen Land, dass dann wie ein Buschfeuer auf andere Länder Europas übergreift, wie anno 1789 in Frankreich, aber diese Zeiten sind - was Europa die EU angeht - wohl endgültig vorbei.

Südamerika hingegen ist da ein Hoffnungsschimmer, da auch im Traumland der Neoliberaliban (=Chile) dort die Massen auf die sprichwörtlichen Barrikaden gehen.

In der EU hingegen, dem Ursprungsland der Revolution Frankreich z.B., Friedhofsruhe ebenso wie in Deutschland (was mich widerrum bei der antidemokratischen Tradition in Deutschland seit der Niederschlagung der Revolution 1848/49 bzw. 1918 nicht wundert).

Armes, hinterwäldlerisch-neoliberales EU-Europa...

Trauriger Gruß
Bernie

Hermann Palmer 13. Dezember 2013 um 10:20  

ecesOnc 223
Es ist nicht leicht, die Tatsache zu begreifen, dass wir als Volk zu blöde sind für Demokratie! Wir politisch Intellektuellen, die wir in entsprechenden Foren unsere Threads hinterlassen, werden überwiegend von uns selbst gelesen. Ich zum Beispiel schreibe mir wie manche Mitstreiter die Finger wund um aufzuklären. Die einen geduldig mit Honig im Mund - ich ehr mit Wut und unverblöümten Argumenten. Alle finden wir unsere Liker - aber die Menschen, welche wir aufklären möchten, die saufen in aller Ruhe ihren Billigkaffee und arbeiten an der Vollendung ihres Lemming-Gehabes. Wer ist nun eigentlich dümmer? Die oder wir, die nicht ihre Sprache sprechen?

Anonym 13. Dezember 2013 um 10:34  

Ich bin grundsätzlich vorsichtig mit Sprachkritik - allzu oft neigt sie dazu, die Realitäten hinter der Sprache auszublenden. Aber unabhängig davon - ich glaube, deine Kaffeemetapher hat mir soeben eine neue Celan-Interpretation eröffnet, danke dafür :D !

maguscarolus 13. Dezember 2013 um 10:50  

Tja Klemperer und seine Lingua tertii imperii – ob diese intellektuelle Abhandlung des Philologen Klemperer damals wahrgenommen wurde?

Heute sind wir jedenfalls so breit aufgestellt, dass intellektuelle Höhenflüge nicht mehr möglich sind. Es gibt nur noch "Gewinner" und "Verlierer" im Ausbeutungssystem. Für Demokraten ist kein Platz mehr und für Intellektuelle "gar nie nicht", es sei denn, man möchte technokratische Funktionseliten fälschlicherweise zu den Intellektuellen rechnen.

MacPaul 13. Dezember 2013 um 11:25  

Und wieder die entscheidende Frage: welche Demokratie?

ulli 13. Dezember 2013 um 11:32  

Mir fehlt höchstens noch der Hinweis auf die unselige Bedeutung des Wohlstands in diesen deutschen Geisteshaltungen. Denn die Kehrseite der schleichenden Entdemokratisierung scheint mir die immer größere soziale Kälte. Es gibt ja diesen Begriff der "verrohten Bürgerlichkeit" und nach meinem Eindruck wird die immer schlimmer: In Berlin sitzen vor vielen Geschäften die Bettler (seien es die irgendwie nach "Beggars Opera" aussehenden Osteuropäer, seien es die Berliner Armen mit ihren Obdachlosenzeitungen) und kein Mensch stört sich dran. Dieser Anblick aktiviert höchstens ein unangenehmes Gefühl der Widerwärtigkeit. Und die GroKo bedient genau wieder die Wohlhabenden: Die Mütterrente ist ein gigantisches Geschenk an alle, die ihr Leben lang einen gutbezahlten Job hatten, und alle alten Beamten jubeln, denn wenn sie dann in Pension gehen, bekommen ihre Frauen noch zusätzliche Rentenpunkte und können sie sich noch einen Urlaub mehr leisten pro Jahr. Mit Armutsbekämpfung hat das nichts zu tun. Demokratie hat nicht nur den Nachteil, dass die Bürger sich gegen irgendwelche Bauprojekte wenden können, sie kann sogar dazu führen, dass die Armen ihren Anteil am Wohlstand einfordern. Da verzichtet der deutsche Wohlstandsbürger doch lieber auf eine Opposition. Für was braucht er die denn? - Schließlich hat ihm doch die gute Regierung schon die Rente erhöht.

Anonym 13. Dezember 2013 um 11:34  

....tja...dann haben es die Leute halt nicht anders verdient.....aber warum bringst du dir nicht deinem eigenen guten Kaffee mit?...

Anonym 13. Dezember 2013 um 12:42  

-Ironie an-

Kurt Tucholskys immer noch gültige Aussage "Hier können Sie Kaffee kochen!" bezeichnet damit also die soziale Komponente im Parteinamen der SPD, wenn wenigstens die Plörre noch mundet?

-Ironie aus-

Dieser vernebelnde Gebrauch der Sprache ist bereits sehr schön bei Adorno zu lesen, wo durch triviale Begriffe das Dahinterstehende geschönt oder umgedeutet wird. Bei intensivem Lesen der täglichen Meldungen einschlägiger Gazetten ist es frappierend zu sehen, wie Tatsachen verdreht werden oder der Blick vom Kern der Tatsache auf Nebensächliches gelenkt wird.
Das gilt auch für das gesamte Tamtam um die Regierungsbildung und deren Ansehen in der Bevölkerung. Auf dieses Verhalten unserer Politiker wiederum gibt es nach meiner Meinung passende Ausführungen bei Hannah Arendt. Sie beschreibt beispielsweise, wie die grundsätzlich gegebene Autorität demokratischer Vertreter, durch deren eigenes Verhalten ad absurdum geführt wird. Diese für und aus sich selbst heraus sprechende Autorität, die sich durchsetzen kann ohne Zwang, geht ob des egoistischen Verhaltens genannter Vertreter immer mehr verloren und wird daher durch zunehmend repressive Maßnahmen ersetzt um des Machterhalts willen.
Wie es mehrheitlich um das Ansehen unserer Volksvertreter bestellt ist, kann im täglichen Umgang wahrgenommen werden. Um diese ständig wachsenden Beschränkungen wenigstens nett aussehen zu lassen, kommt dann Sprache in´s Spiel, die Bezeichnung gezielte Desinformation trifft es aber auch.

So ähnlich verhält es sich mit Nachdenken und dem - schon wieder! - Zwang zum Handeln. Handeln suggeriert erst einmal, dass etwas getan wird, hat aber leider den Nachteil, dass Entscheidungen oft genug nicht mehr bedacht werden und auch nicht mehr zu korrigieren sind.
Wie so eine Handlung provoziert werden kann, war beispielsweise nach dem "Überschreiten der roten Linie" im Syrienkonflikt zu sehen. Es existierte zu dieser Zeit kein Beweis, ob und wer tätsächlich für den Einsatz des Giftgases verantwortlich war (so ist es im Grunde immer noch), aber es baute sich eine Medienhysterie auf, welche die Frage über einen Angriff bar jeden Überlegens nur noch auf das "Wann" reduzierte.
Analog verhält es sich mit den Rettungsschirmen und dergleichen mehr, die "Partnern" ihr "Handeln" aufzwingt, bis am Ende wider jeder Vernunft eine einzige Reaktionskette entsteht, bei der trotzdem niemand mehr den Mut aufbringt, einen neudeutsch "Break" zu setzen, um die "Handlungskette" durch eine Entscheidung zu durchtrennen, die durch Nachdenken entstand.
Regierungen machen sich auf diese Art selbst zu Getriebenen, die von einer handlungsbasierten (Fehl-)Entscheidung in die nächste schlittern und ddaher Sachzwänge und Alternativlosigkeit bemühen müssen, um im Nachhinein das Bild wieder der Realität anzupassen.

In Anbetracht vieler Parallelen (Radikalisierung, Militarisierung, Sozialabbau, Geldentwertung) zur Weimarer Zeit mag ich gar nicht daran denken, was uns im Zweifel nach der Merkel-dominierten großkoalitionären Autokratie erwarten kann, unsere Regierung bewegt sich bereits jetzt immer mehr in einem Paralleluniversum.

Anonym 13. Dezember 2013 um 14:01  

Wenn sich in den Herzen und Hirnen der Massen nichts bewegt, dann bewegt die Masse nichts. Klar,der Aufschrei der Massen wäre schon mal ein Anfang.
Mein Schrei geht in diese Richtung:http://gutesleben.org/
mit Fortsetzung hier:
http://www.bzw-weiterdenken.de/2013/11/care-statt-crash/

Robert- für und nach was schreien die Kaffee trinkenden Kolleg_innen, außer für guten Kaffee, natürlich?

pillo 13. Dezember 2013 um 14:56  

Das Schlimme ist ja, wie Du schon richtig beschrieben hast, dass die Leute nicht wissen wollen und das Gesagte ggf. geflissentlich überhören. Es fehlt ihnen also nicht am Intellekt die Dinge zu erfassen, sondern schlicht am Willen (oder Mut?) sich mit den Problemen auseinander zu setzen.

Im Grunde ist es das Verhalten von Kleinkindern. Wenn ich das Problem ignoriere, wird es schon irgendwie wieder verschwinden. So wie manch Schuldner die Mahnungen nicht öffnet und sich damit zumindest eine zeitlang noch die Illusion erhält, alles sei gut. Genauso glauben scheinbar immer noch viele Menschen, die gesellschaftlichen und ökonomischen Probleme würden sich in Wohlgefallen auflösen, wenn man sie nur lang genug nicht wahrnimmt.

In Deutschland scheint dieses Verhalten besonders ausgeprägt zu sein (vielleicht kommt es uns aber auch nur so vor?). Während man sich in anderen Ländern gegen die Obrigkeit wehrte, erzählte man sich in deutschen Landen lieber Märchen, in denen das bzw. der Böse symbolisch besiegt wurde. Es mangelte also nie an der Erkenntnis, was richtig und was falsch sei, sondern immer nur am "Arsch in der Hose" entsprechend Taten folgen zu lassen.

Anonym 13. Dezember 2013 um 18:16  

Mich wundert eher, dass bisherige Gesetze plötzlich wegen der Größe der Opposition über den Haufen geworfen werden sollen. Waren bisherige Oppositionen etwa nicht wertig genug, dass man ihnen nicht mehr Bedeutung hätte zuschreiben müssen? Warum meldet das erst jemand an, während man bei der letzten Großen Koalition keine Stimmen dergleichen vernahm? Warum sah man damals (es ist nur ein paar Jahre her) keine Veranlassung zur Stärkung der Opposition im Parlament?

Anonym 13. Dezember 2013 um 20:41  

- Es dürfte wohl auch am fehlen kritischer Intellektueller liegen …

Wohl eher nicht. Das tiefere PRroblem liegt darin, dass die MASSE nicht an kritischen Intellektuellen interessiert ist. Wird ja so in etwa im Beitrag beschrieben: Es wir nicht zugehört, man wendet sich ab und ersäuft sich hingebungsvoll mit Sockenfilterkaffee.

Wozu also sollte sich ein kritischer Intellektueller exponieren, wenn er gegen eine Wand kritisiert?

Die Amis auf Kurs
Grüsse
kosh

PS: Man tut was man kann und man kann was man tut.

Anonym 14. Dezember 2013 um 12:00  

"Die Mütterrente ist ein gigantisches Geschenk an alle, die ihr Leben lang einen gutbezahlten Job hatten, und alle alten Beamten jubeln, denn wenn sie dann in Pension gehen, bekommen ihre Frauen noch zusätzliche Rentenpunkte und können sie sich noch einen Urlaub mehr leisten pro Jahr."
Ich finde diesen 'überschläglichen' Kommentar reichlich ungezogen, um es vornehm zu formulieren - Ich als Mutter mit einem Kind, vor 1992 geboren, immer arbeitend, und heute Rentnerin hätte wirklich was davon (!?), wenn dieser eine Rentenpunkt, möglicherweise 20 Euo bedeutend - oder wid er mir gar mit der nächstenjährigen Rentenerhöhung gegengerechnet ...?

Uilenspiegel 17. Dezember 2013 um 00:00  

Wir halten uns für intellektuell genug, uns ein Urteil zu bilden. Aber wir sind ein Teil der poltischen Scheiße! Es hat eigentlich nie gefehlt an kritischen Intellektuellen. Menschen, welche ihren Unterhalt im 8, 10, oder gar 12-Stundentag verdienen müssen, lesen selten Adorno. Noch nicht einmal HM Enzensberger. Sie werden belogen nach Strich und Faden. Und jene, welche sich als ihre Interessenvertreter bezeichnen (SPD - Gewertkschaften) oder ihnen eine bessere Welt versprechen (Die Grünen), denken nicht einmal daran zu tun, was sie versprechen. Ob das aus Dummheit geschieht, oder schlimmere Ursachen hat, sei mal dahin gestellt! Es entstand die Agenda 2010! Es gab von diesen Interessenvertretern die Zustimmung zum Export von Chemikalien (mit denen Giftgas hergestellt werden konnte) nach Syrien! Und wer jetzt glaubt, dass Gabriel in der GroKo Arbeiterinteressen vertreten will, der ist einfach naiv und reif für die Klapse! Der Betrug am Volk ist raffiniert eingefädelt und die Medien überschlagen sich im vorauseilenden gehorsam, die Lügen in Seidenpapier zu verpacken! In der SPD-Basis gabe es jetzt über 30000 Idioten, welche glaubten, dass die Abgabe von ungültigen Stimmzetteln ein demokratischer Protest wäre. Dafür muss man nun wirklich strohdumm sein! Aber das Widerkäuen von verlogenen Dummheiten in Seidenpapier führt noch nicht einmal zum Kotzen! Nein - ich bleibe dabei - wir als Volk sind zu dumm für Demokratie. Und das ist gewollt so! Dafür gibt die deutsche Wirtschaft gerne Millionen aus um Milliarden zu gewinnen. Und wenn aus Verzweiflung weniger Intellektueller eine ausserparlamentarische Opposition entsteht, dann wird eben wieder geschossen und zur Not vergast!
Wir heben bereits eine Demokratur! Aber die Diktatur liegt schon nicht mehr in den Windeln! Was aber glaubt ihr kann das abwenden? Intellektuelles Geschwätz? Darin kann der eine oder andere Baden - aber bewirken tut es nichts. Intellektuelle und Arbeiter und Angestellte saufen die miese Brühe, während die Demokratie verreckt!

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