Der eigentliche Eklat

Dienstag, 22. Februar 2011

Bei einer Veranstaltung in London, bei der auch, oder besser gesagt: natürlich, Thilo Sarrazin anwesend war, sei es zum Eklat gekommen. Ein junger Mann habe die Anwesenden, unter denen auch die liebenswürdig gedrungene Gestalt des Henryk M. Broder lümmelte, mit dem Ausruf "Ihr seid alle Faschisten!" bedacht. Als ein Eklat wird dieses Verhalten hochgespielt; dabei läge der Eklat nicht im Ausruf selbst, sondern anderswo.

Man kann schon begreifen, warum der junge Mann zu einer solchen Grobschlächtigkeit gegriffen hat. Wer Sarrazins "kleine Geschichte der Eugenik" kennt, wer dessen Hang zu genetischen Rückschlüssen wahrgenommen hat, der muß in einem Anflug von Zivilcourage zu solchen drastischen Verbalmitteln greifen. Das große Aber ist jedoch, dass "Faschist" gänzlich unpassend ist - Faschisten, die gab es in Italien, das waren die Kampfbünde und Schwarzhemden um Mussolini. Faschisten dachten fürwahr totalitär, sie liebten den Frieden nicht unbedingt, waren expansionistisch und inspiriert durch die Geschichte des italienischen Stiefels und damit von der Überlegenheit der eigenen, ehemals römischen Kultur überzeugt. Was sie aber nicht waren, was so gut wie niemals eine Rolle im Fascismo spielte, das waren Erblehre und Rassentheorie.

Im Gegenteil, die Faschisten waren sich ihrer ethnischen Vielschichtigkeit durchaus bewusst. Die razza italiana war kein reinrassiger Verein, man wusste von der Verschmelzung aus Etruskern, Ligurern, Lateinern, Griechen, Langobarden, Normannen und Sarazenen - all diese Völker hatten ihren genetischen Beitrag zur Entstehung der Nation geleistet. Wie hätte man bei einer so weitreichenden Geschichte, mit so weitreichenden ethnischen Verwurzelungen, in der allerlei Völker eine Rolle spielten, von rassischer Reinheit predigen können? Schon die Ursprünglichkeit genetischer Denkweise fehlte im Fascismo also gänzlich. Einer regimekonformen Erblehre war damit das Wasser abgegraben. Die italienischen Faschisten verstanden überhaupt nicht, warum die Hitleristi so antisemitisch waren - Italien verfolgte Juden erst, nachdem das Dritte Reich den Part des mächtigeren Bündnispartners einnahm, weil sich der Duce in seinem Größenwahn vollkommen übernommen hatte. Vormals waren Juden vielleicht nicht besonders beliebt, wie seinerzeit überall in Europa, aber sie aufgrund ihrer rassischen Zusammensetzung zu verfolgen und auszumerzen, das wäre den Faschisten nicht in den Sinn geraten.

"Ihr Faschisten!", rief der junge Mann also den Teilnehmern der Londoner Runde zu. Und das sei ein Eklat, heißt es nun. Der eigentliche Eklat ist aber, dass der junge Mann irrte: Sarrazin kommt einem Faschisten im eigentlichen Wortsinne nicht besonders nahe - er gleicht einem Faschisten deswegen nicht, weil er allergrößten Wert auf Genetik und Volksspezifika legt. Das Wort "Faschist", das gerne als Allgemeinbegriff verwendet wird, um die totalitären Systeme jener stiefelgewichsten Ära unter einen Hut zu bringen, es beinhaltet, wenn überhaupt, nur rudimentär, was im "deutschen Faschismus" das Salz in der stinkenden Suppe war: die scheinbare Wissenschaftlichkeit bekanntlich, die sich erdreistete, Menschen nach Genen zu sortieren, sie damit rassisch einzuordnen. Das war die Spielwiese nicht der "Faschisten im Allgemeinen", es war der Tummelplatz der deutschen Nationalsozialisten!

Und genau das ist der eigentliche Eklat an der Sache: indem er diejenigen, die sich da lobend um Sarrazin versammelten, als "Faschisten" beschimpfte, hat er sie freundlicher und zuvorkommender behandelt, als es angebracht gewesen wäre. Wer dem Rassenkundler nacheifert, der ist kein Faschist: der ist ein Nazi! Der Eklat war demnach, dass er sie nicht beim Namen rief, diese Bande...



34 Kommentare:

opalkatze 22. Februar 2011 um 08:24  

"[..] unter denen auch die liebenswürdig gedrungene Gestalt des Henryk M. Broder lümmelte [..]"

- made my day. Und Rechts haste, nur besser ausgedrückt, als ich es könnte.

klaus Baum 22. Februar 2011 um 08:51  

wie vera.

du bist mir doch ein sehr genauer wortbedeutungserarbeiter.

großes lob von einem älteren herren.

wenn man aber den film 1900 gesehen hat und all die grausamkeiten der faschisten, die darin dargestellt wurden, waren es auf jeden fall keine besseren menschen als die nazis.

allerdings haben sie ihre "linken" schriftsteller nicht aus dem land gejagt, sondern sie in die verbannung geschickt - nach apulien. ich rede von cesare pavese.

Daniel Limberger 22. Februar 2011 um 09:14  

Lieber Roberto,

irgendwo hast DU ja Recht, wen DU vom italienischen "Original"-Faschismus sprichst. Aber die Nazis in Deutschland, das waren eben auch *Faschisten*. Die deutschen Nationalsozialisten unter Adolf Hitler werden ebenso unter die Oberbezeichnung "Faschisten" subsummiert, genauso wie Francos Mannen oder Pinochets Schergen. Salazar in Portugal war ebenso Faschist wie Horthy in Ungarn oder Jozef Tiso in der Slowakei.
In dem Punkt irrst Du also. Aber auf andere Weise hast Du vollkommen Recht: denn Sarrazin ist fürwahr kein Faschist, sondern Demokrat! Das macht die Sache nicht besser, aber ein Faschist wäre bestrebt die grundgesetzliche Ordnung in völkischer Richtung zu überwinden. Parteienpluralismus würde ein Faschist abschaffen wollen. Die Volksgemeinschaft würde er zwangskollektivieren unter dem Banner der Nation. Das alles macht Sarrazin nicht: er will sogar Ausländer nach der BRD einladen, wenn sie der deutschen Wirtschaft nützlich sind - damit ist er ein wahrer Standortnationalist, ebenso wie der ganze Rest der Politiker in Deutschland, deren vornehmste Berufung in ihrer Betätigung als Berufsnationalisten liegt. Aber eben demokratisch und ohne Fremdenfeindlichkeit gegenüber „nützlichen“ Ausländern. Und obendrein sortiert Sarrazin nicht einfach völkisch nach „arisch“ und „nicht-arisch“, sondern er dividiert die „deutsche Volksgemeinschaft“ in „Leistungsträger“ und „faule“ und „dumme“ „Schmarotzer“. Während Hitler im Gros der Arbeitslosen im Grunde brauchbare „Volksgenossen“ wähnte (Ausnahme: „Asoziale“), sieht Sarrazin im Gros der Arbeitslosen ihre Unbrauchbarkeit in der Konkurrenz als erwiesen an. Sarrazin will diese „Minderleister“ und „Schmarotzer“ ausrotten, indem er ihnen das Kinderkriegen erschweren will und der Leistungsträgerakademikerin eine 50.000,-€-Prämie für ein Kind vor dem 30. Lebensjahr geben will. Vom völkischen Standpunkt eines deutschen Faschisten wäre es dagegen geboten, allgemein die Geburten aller deutschen Mütter (also auch der arbeitslosen!) zu unterstützen und zu fördern.
Jetzt kann man sich aussuchen, was schlimmer ist: der alte deutsche Faschismus, oder der neue Sarrazin’sche Konkurrenzsortierungswahn. Schlimm ist jedenfalls beides.

Zum Vertiefen biete ich natürlich wieder Audio-Deluxe-Aufklärung Marke GegenStandpunkt an:

-“Thilo Sarrazin -Die herrschaftliche Durchmusterung des Volkskörpers auf seine Nützlichkeit für Staat und Kapital mit dem Befund “bedingt tauglich” – Wo ist der Skandal?” (Radio X, Frankfurt, Dezember 2009) > http://www.farberot.de/mp3/GegenStandpunkt_Sarrazin.mp3

-„Thilo Sarrazin und seine Kritiker. Debatte über deutsche Bevölkerungspolitik: dumm & gemein. Was ist und macht deutsche Bevölkerungspolitik?“ (2010-09-22, Bremen, Prof. Dr. Freerk Huisken) > http://doku.argudiss.de/?Kategorie=all#345

- „Wie die Politik gegen Sarrazin antritt und ihm doch recht gibt: Die Forderung nach "Integration"“ (Prof. Dr. Freerk Huisken, Hamburg, 25.1.2011) > http://doku.argudiss.de/data/11_01/integration_hh_0111_ges.mp3

- „Der Faschismus und seine demokratische Bewältigung“ (Vortrag und Diskussion in drei Teilen, Wien, 24. 3. 2010) >
http://sendungsarchiv.o94.at/getFile.php/Faschismus1_96kbps_1chn_44100Hz.mp3?audio=1&id=094pr4230&filename=Faschismus1_96kbps_1chn_44100Hz.mp3 +
http://sendungsarchiv.o94.at/getFile.php/Faschismus2_96kbps_1chn_44100Hz.mp3?audio=1&id=094pr4257&filename=Faschismus2_96kbps_1chn_44100Hz.mp3 + http://sendungsarchiv.o94.at/getFile.php/Faschismus3_96kbps_1chn_44100Hz.mp3?audio=1&id=094pr4258&filename=Faschismus3_96kbps_1chn_44100Hz.mp3

- "Der Faschismus und seine demokratische Bewältigung (Dr. Rolf Röhrig, Mai 1996, Bremen) > http://doku.argudiss.de/?Kategorie=RuD#93

- "Faschismus und Antifaschismus heute. Wie man die Neonazis kritisieren sollte – und wie besser nicht" (19. März 2009, Nürnberg, Dr. Peter Decker) > http://doku.argudiss.de/?Kategorie=all#279

Liebe Grüßle

Daniel

Roberto J. De Lapuente 22. Februar 2011 um 09:18  

Nein, der Begriff "Faschismus" wurde vom italienischen Vorbild entlehnt - der Nationalsozialismus hatte letztlich sogar mehr mit dem Bolschewismus gemein als mit dem italienischen Faschismus...

Daniel Limberger 22. Februar 2011 um 09:32  

Lieber Roberto,

bist Du jetzt unter die Totalitarismustheoretiker gegangen? Wieso soll der deutsche Nationalsozialismus mehr mit dem Bolschewismus als mit dem europäischen Faschismus zu tun gehabt haben? Immerhin war der Hauptfeind der Nazis ja die "jüdisch-bolschewistische Weltverschwörung". Die Sowjets wollten die Kulaken *als Klasse* vernichten, d. h. ihre ökonomische Funktion beseitigen, nicht unbedingt die physischen Menschen, die diese Rolle ausübten. Die Nazis dagegen wollten "Volksfeinde" *ausmerzen*, d. h. letztlich physisch vernichten!
Glaube nicht, ich sei auch nur im geringsten ein Freund des brutalen stalin‘schen Bolschewismus. Ich bin auch kein Leninist. Aber die deutschen Nazis in ihrem nationalistischen Extremismus mit der jungen Sowjetunion in ihrem teils barbarischen Klassenkampf zu verwechseln, fiele mir nicht ein. Das waren einfach zwei ganz verschiedene Systeme, Herr Roberto "Hannah Arendt" de Lapuente!

Liebe Grüßle

Daniel

Anonym 22. Februar 2011 um 09:46  

Lieber Herr De Lapuente,
in Sachen 'Bolschewismus' haben Sie sich jetzt aber vergriffen. Sie verwenden dieses Wort als von der Geschichte losgelösten Kampfbegriff ähnlich wie die Leute, mit denen Sie doch wirklich nichts gemein haben. Vielleicht lesen Sie gelegentlich etwas zur Geschichte der Bolschewiki nach.
Freundliche Grüße

Frank F. 22. Februar 2011 um 10:00  

"Zeitung Hetzt Gegen Sarrazin"

Klasse!! Kann man die Independent auch in D. abbonieren?

Roberto J. De Lapuente 22. Februar 2011 um 10:01  

"Die Sowjets wollten die Kulaken *als Klasse* vernichten, d. h. ihre ökonomische Funktion beseitigen, nicht unbedingt die physischen Menschen, die diese Rolle ausübten."

Entschuldigung, aber genau das ist falsch. Es gab gesetzte Quoten, wieviele Kulaken und Kulakenangehörige erschossen werden sollten. Und die Quoten wurden eigentlich immer übererfüllt. In nuce ging es hüben wie drüben um die Schaffung einer neuen Gesellschaft mit neuen Menschen - der einzelne Mensch war dabei nur Erfüllungsmechanismus...

Anonym 22. Februar 2011 um 10:42  

Lieber Herr De Lapuente,
ich finde nicht, dass Sie ein 'sehr genauer Wortbedeutungserarbeiter' sind.
Kapitalistische Gesellschaft ist bei Ihnen doch auch nicht gleich Hitler. Warum setzen Sie dann Sowjets gleich Stalin?
Ersetzen Sie Ihren Begriff von 'Sowjets' durch das Adenauer'sche 'Zoffjetts' oder das Reagan'sche 'Böse'! Dann wird es möglich, 'Sowjet' oder im Deutschen 'Räte'(republik) als eine der historischen Formen von Basisdemokratie zu begreifen und zu verwenden. Mit der genaueren Sprache wäre dann auch das Denken und vielleicht das Handeln besser strukturiert.
Freundliche Grüße

Anonym 22. Februar 2011 um 11:36  

"[...]Und genau das ist der eigentliche Eklat an der Sache: indem er diejenigen, die sich da lobend um Sarrazin versammelten, als "Faschisten" beschimpfte, hat er sie freundlicher und zuvorkommender behandelt, als es angebracht gewesen wäre. Wer dem Rassenkundler nacheifert, der ist kein Faschist: der ist ein Nazi! Der Eklat war demnach, dass er sie nicht beim Namen rief, diese Bande...[...]"

Zuerst stutzte ich, aber lieber Roberto J. de Lapuente Du hast recht, die Euthanasie bzw. Eugenik beging erst im NS-Faschismus furchtbare Menschheitsverbrechen im Namen der Wissenschaft.

Leider hat aber Hitler Namensgeber gehabt, und Stichwortgeber, da wundert mich Sarrazins eugenischer Rassismus, und der Vortrag in GB widerrum nicht, denn die Vorreiter der NS-Eugeniker saßen in den glorreichen USA, dass - lange vor Hitler - schon Verbrecher und "Minderwertige" sterilisieren ließ. Bis in die 1970er Jahre hinein soll dies sogar in der nahen Schweiz praktiziert worden sein.

Übrigens, die Eugenik ist eine Wissenschaft von Vorgestern, und Sarrazin somit - moderne Genetiker sehen die Sache den doch etwas anders, aber ob dies bei dem Ewiggestrigen namens Sarrazin je ankommt - da stelle ich einmal ein riesiges Fragezeichen hin.

Übrigens, ich hoffe, dass die Genetik des 21. Jahrhunderts sich auch bei Sarrazin durchsetzt - Ich weiß, eine vergebliche Hoffnung....

Gruß
Bernie

PS: Jared Diamond, ein US-Wissenschaftler, der einmal über den Verfall von Hochkulturen geschrieben haben soll ist wohl ein Utopist, denn was wir derzeit mit Sarrazin, Broder, Merkel und Von Zu Guttenberg bzw. Von der Leyen erleben ist der - von ihm generell gesehene - Beginn des Verfalls einer Kultur. Ich hoffe, dass ich den Tag nicht mehr erlebe wo wir in Deutschland wie die Maya nicht einmal mehr wissen was unsere Vorfahren großes geleistet haben - Hitler mal ausgeklammert, der für mich immer noch der Menschheitsverbrecher per se ist.

Anonym 22. Februar 2011 um 11:59  

Hallo Roberto und Daniel, die deutschen Faschisten haben sich selbst ganz im Gegensatz zu den italienischen Schwarzhemden niemals als Faschisten bezeichnet sondern von früh an als Nationalsozialisten, Nationale Sozialisten.
Zu diesem Zwecke der Täuschung vornehmlich der deutschen Arbeiter kopierten sie auch viele Rituale und Symbole der deutschen Arbeiterbewegung, bis hin zur Übernahme von ausgewählten Liededgut. (z.B. "Unsere Fahne flattert uns voran..." u.a..)
Aber sie waren auch äußerst gelehrige Schüler des DUCE, der Schwarzhemden,eiferten ihnen fast alles nach, kopierten, stiebitzten ab, was nur so ging und sich schon in Italien als erfolgreich erwiesen hatte.
Dagegen übernahmen die deutschen Nationalsozialisten ihre abstrusen Rassenlehren, eugenischen Theorien fix und fertig der Bürgerlichen Wissenschaft(!), vornehmlich(!) aus den USA und GB, im wesentlich geringeren Umfange auch aus Deutschland.
Und gerade DAS unterschied eben die Deutschen Nationalsozialisten, "Faschisten" grundlegend von den Faschisten in Italien, Spanien, Portugal oder Ungarn, den faschistoiden Klerikern Polens oder der Slowakei.
Der "Faschist" Franco hat sogar einmal verfolgte und vor Vernichtung bedrohte "Zigeuner" in seinem Lande aufgenommen.
Trotz einer langen christlichen Tradition des Antisemitismus gab es weder in Italien, Spanien noch in Portugal systematische Verfolgungs- und Vernichtungsprogramme für "Juden" oder "Zigeuner", bis 1944 ebenso wenig in Ungarn oder der Slowakei, welche bekanntlich zu jener Zeit Vasallenstaaten Nazi-Deutschlands waren.
Bei dieser Gelegenheit: Während des Zweiten Weltkrieges kam es zu einer denkwürdigen Begegnung zwischen Hitler und Franco an der französisch-spanischen Grenze mit dem Ziel Hitlers, das faschistische Spanien stärker an der Seite Deutschlands in den Krieg einzubinden.
Die Verhandlungen zogen sich zäh hin...., endeten für Hitler aber ERFOLGLOS!
Nach den Verhandlungen äußerte Hitler gegenüber seinen Kumpanen, er würde sich lieber alle Zähne ziehen lassen als noch einmal mit (seinem "faschistischen Freund") Franco verhandeln zu wollen!
Der "Faschist" Franco und die hinter ihm stehenden maßgeblichen Kräfte Spaniens verspürten offenbar wenig Lust, zu Helfershelfern und Vasallen der deutschen "Faschisten" = Nationalsozialisten, ganz exakt- für dich, Daniel: - räuberischen deutschen Imperialisten - herabzusinken.
Ich denke Roberto, dein Ansatz ist ganz richtig, mit dem Begriff Faschismus etwas bewusster umzugehen.
Denn sonst wirft man mitunter schnell "Kraut & Rüben" durcheinander.

Trotz oder gerade deshalb ganz und gar unfaschistische Grüße von
Bakunin

opalkatze 22. Februar 2011 um 12:05  

@Klaus
Das geht runter wie Öl. *grins*

Bei so viel Hochgelehrsamkeit trau ich mich gar nicht, Roberto ein wenig zu unterstützen, aber zumindest sind dem Nationalsozialismus wie dem Sozialismus sowjetischer Prägung starke antifreiheitliche Züge gemeinsam (wenn auch der Verglecih mit den Bolshewiki vielleicht ein bißchen weit geht). Jetzt duck ich mich und mach mich schnell vom Acker -

Anonym 22. Februar 2011 um 12:12  

Anonym Daniel Limberger hat gesagt...

"Ich bin auch kein Leninist...."

Könntest du das hier mal etwas näher erläutern, warum und weshalb?

MfG
Bakunin

Anonym 22. Februar 2011 um 13:04  

"[...]Entschuldigung, aber genau das ist falsch. Es gab gesetzte Quoten, wieviele Kulaken und Kulakenangehörige erschossen werden sollten. Und die Quoten wurden eigentlich immer übererfüllt. In nuce ging es hüben wie drüben um die Schaffung einer neuen Gesellschaft mit neuen Menschen - der einzelne Mensch war dabei nur Erfüllungsmechanismus...[...]"

Lieber Roberto J. de Lapuente,

da hätte ich aber gerne eine Quelle für.

Übrigens sollte die Quelle keine angelsächsische, und antineoliberale bzw. -marktradikale, sein ist mir alles klar ;-)

Ich empfehle einmal die Lektüre von Archie Brown "Aufstieg und Fall des Kommunismus" - Die Quelle ist nicht so neoliberal durchseucht wie z.B. Robert Gellatelys "Hitler, Stalin und Lenin"

Ich will die Bolschewiki keineswegs freisprechen, aber warne davor, die mit den Nazis zu vergleichen.

Warum? Die heutigen Nazis, und Neuen Rechten in Europa, profitieren eben von den Vergleichen, die an den Haaren herbeigezogen sein dürften.

Robert Gellately z.B. behauptet, ohne jegliche Beweise, wie in Geschichtsrevisionsmus-Kreisen mittlerweile üblich, dass auch Stalin wie Hitler Gaswagen besessen haben soll.

Fazit:

Stalin und Hitler waren zwar nicht ideologisch Brüder im Geiste, aber massenmörderisch schon - bis zu Gaskammern und Gaswagen.

Übrigens, seltsamer Weise las ich vor kurzem, dass eine beliebte Hinrichtungsmethode in den USA die Gaskammer sein soll - Sind die Amis Nazis?

Irgendwie sollten wir uns tatsächlich fragen, wie die alten Römer: "Wem nützt dies?"

Oder?

Ich hab da so meinen Verdacht, wem die dauernden Vergleiche des Zombie-Kapitalismus (so im angelsächsischen Raum die Bezeichnung für den Neoliberalismus bzw. Marktradikalismus seit 2008) und des toten Kommunismus/Sozialismus alter Prägung nützen.

Vielleicht ist ganz genau dies der Sinn der Krise?

Es gibt nur noch eine globale Alternative, und die heißt eben Zombie-Kapitalismus (den Begriff prägte ein Brite oder Amerikaner für - siehe oben).

Gru
Bernie

Anonym 22. Februar 2011 um 13:09  

Noch was:

Mich persönlich haben vor Jahren zwei Bücher geprägt "Das Schwarzbuch des Kommunismus", und das "Schwarzbuch des Kapitalismus" von Robert Kurz.

Ich halte daher von beiden Ideologien wenig, und befürworte einen Dritten Weg, der nichts mit dem Blair/Schröder-Papier zu tun hat.

Der österreichische Journalist Christian Felber hat in "Neue Werte für die Wirtschaft. Eine Alternative zu Kommunismus und Kapitalismus", und seinem neuen Buch "Kooperation statt Konkurrenz: 10 Schritte aus der Krise" mal einen Weg dahin aufgezeichnet.

Lohnt sich die zu lesen ;-)

Gruß
Bernie

Anonym 22. Februar 2011 um 13:17  

@Bakunin

Der Historiker Kurt Pätzold soll ja ein Buch über die NSDAP geschrieben haben, wo er genau diese - von Dir hier erwähnte - Strategie beschreibt.

Mich nervt übrigens, als Antifaschist sowieso immer, dass wir in Deutschland immer wieder bei Hitler landen, wenn wir vom Faschismus redem, oder falschen Vergleichen zwischen Kommunismus und Faschismus.

Klammern wir den Kommunismus einmal aus, dann wird schnell klar, der Faschismus ist keineswegs tot - er lebt in manchen Ländern dieser Welt immer noch - vor allem in Mittel- und Südamerika (z.B. Honduras).

Darüber sollte man einmal schreiben, und die Vergangenheit des toten Kommunismus/Sozialismus ausblenden.

Gruß
Bernie

PS: Ich sah mal, vor Jahren, im TV einen tollen Film, der die vom Historiker Robert Pätzold auf Deutschland bezogene Funktion des Faschismus als Unterhöhlung der Arbeiterbewegung voll auf den Punkt gebracht hat - "1900" - Ich weiß zwar nicht, ob es diesen Film noch gibt, z.B. auf DVD, aber er ist echt sehenswert was die Strategie am Beispiel Italien bedeutet hat: Kirche, Arbeiter und alle machten mit bei Mussolinis Faschismus, der keineswegs so harmlos war, wie manche hier darstellen wollen - "1900" war, glaube ich mich zu erinnern, sogar mit bekannten US-Schauspielern wie z.B. Burt Lancaster.

Anonym 22. Februar 2011 um 14:35  

Sorry, ich halte die Diskussion für Hirnwichserei.

Ich unterscheide Menschen danach, inwieweit sie bereit sind, für eigene Vorteile andere über die Klinge springen zu lassen oder nicht.

Die erste Kategorie betitele ich als Arschlöcher und die zweite Kategorie als Menschen.

Ganz einfach.

Wieso verzetteln wir Menschen der zweiten Kategorie uns immer in schwachsinnigen Nebensächlichkeiten, während die Arschlöcher uns regieren und mitnichten darüber reflektieren?

Anonym 22. Februar 2011 um 14:58  

"[...]Wieso verzetteln wir Menschen der zweiten Kategorie uns immer in schwachsinnigen Nebensächlichkeiten, während die Arschlöcher uns regieren und mitnichten darüber reflektieren?[...]"

Gute Frage

Gruß
Bernie

Anonym 22. Februar 2011 um 15:00  

Oops

"Robert Pätzold" heißt eigentlich "Kurt Pätzold" - Sorry, im Eifer des Gefechts ist mir da ein Fehler passiert, aber ansonsten bleib ich dabei:

"Wem nützt eine solche Diskussion?"

Gruß
Bernie

Granado 22. Februar 2011 um 15:20  

@"Bakunin"
Sorry, die Behauptung, dass Franco erfolgreich die Aufforderung zur Kriegsbeteiligung abgewimmelt habe, ist ein Märchen aus Franco-Spanien. Franco wollte sich beteiligen, aber zur Belohnung Kolonialgebiete auf Kosten Frankreichs - Hitler war aber das besiegte Frankreich immer noch wichtiger als spanische Unterstützung. Spanien lieferte aber Rohstoffe (ich kenne die Geschichte eines dt. Ingenieurs, der in Südspanien eine alte Eisenmine wieder in Gang setzte) und die "Blaue Legion" für den Einsatz in der Sowjetunion (teilweise rekrutiert aus republikanischen Gefangenen).

Daniel Limberger 22. Februar 2011 um 16:04  

@Bernie:

Wenn Du Christian Felbers Ideen ansprichst - mit dessen Fehlern (und Unwissenheit) hat sich auch der GegenStandpunkt auseinandergesetzt und sogar eine Podiumsdiskussion mit Felber persönlich veranstaltet. Die kannst Du Dir hier ANHÖREN (MP3):

„Neoliberale Gegenreform?“ - Woran krankt der Kapitalismus? - Podiumsdiskussion zwischen einem Vertreter des „Gegenstandpunkts“ und Christian Felber, Mitbegründer von Attac (Wien, 07.05.2008) >
http://sendungsarchiv.o94.at/getFile.php/Felberganz_64kbps_2chn_48000Hz.mp3?audio=1&id=094pr2410&filename=Felberganz_64kbps_2chn_48000Hz.mp3

Liebe Grüßle

Daniel

Daniel Limberger 22. Februar 2011 um 16:22  

Lieber Bakunin,

ich bezeichne mich ganz einfach deshalb nicht als „Leninist“, weil ich im Zweifel doch Marx recht gebe und nicht Lenin. Wo sich also Lenin von Marx unterscheidet, da gebe ich Marx recht. Lenins Imperialismustheorie (Imperialismus als „höchstes Stadium“ der bürgerlichen Gesellschaft) soll ja auch nicht gerade das Gelbe vom Ei gewesen sein. Sicher ist an Lenin durchaus einiges Positives zu sehen, was er praktisch durchgeführt hat - anders als bei Stalin.
Sein taktischer Rückzug zur NEP ist grundlegend zu kritisieren - auch wenn es evtl. der einzig gangbare Weg war, was ich durchaus zugestehen will. Diesen Rückschritt (Lohnarbeit, Geld usw. wurden beibehalten) permanent zu machen, ist zwar einerseits eher Stalin als Lenin anzukreiden - doch hatte Lenin dafür bereits den Grundstein gelegt, indem er *nicht klarmachte*, dass die NEP nur ein *taktischer Rückzug* sein sollte, um die Bauern für die Revolution zu gewinnen (und um an die Lebensmittel für die Arbeiter in den Städten heranzukommen). Außerdem war auch unter Lenin keine Rede davon, wie das mit dem Absterben der Staatsgewalt geplant sei - die Sowjets trieb doch eher ein unbändiger Staatsidealismus: der Staat als Mittel der Arbeiterklasse, dass ich nicht lache...
Aber weißt Du, dass ich kein Leninist bin, das habe ich eher so dahingesagt, als dass ich dieses Urteil wirklich großartig begründet hätte. Ich bin eben Kommunist, Marxist - und daher brauche ich eben nicht zu begründen, warum ich was alles *nicht* bin. Ich bin ja auch kein „Trockist“ (obwohl die mir schon sehr sympathisch sind). Ich stehe für Herrschaftsfreiheit und geplante Produktion nach Bedürfnissen (statt Wertproduktion) – ich bin eben astreiner „GegenStandpunkt-Marxist-Kommunist“ :)
Hey, aber hör doch mal rein beim GSP, wie der heute China kritisiert – da wird einem klar, was auch in der SU und in der DDR alles falsch lief:


- „China. Mao und seine Erben auf ihrem langen Marsch zur Weltmacht“ (Dr. Renate Dillmann, Jena, 26.01.2011) > http://www.archive.org/download/VD_China_Dillmann_Jena_260111_499/China_Dillmann_Jena_260111.mp3

- „Buchvorstellung: China – Mao und seine Erben auf ihrem langen Marsch zur Weltmacht“
9.6.2010 | Bern | Dr. Renate Dillmann >
http://www.unia-jugend-bern.ch/wp-content/vortraege/china.mp3

- „60 JAHRE VOLKSREPUBLIK CHINA: MAO UND SEINE PROKAPITALISTISCHEN ERBEN AUF IHREM LANGEN MARSCH ZUR WELTMACHT“ (Renate Dillmann, Radio X, Frankfurt/Main, Oktober 2009) > http://www.farberot.de/mp3/GegenStandpunkt_China.mp3 + http://www.farberot.de/mp3/interview%20china.mp3

- ”70 Jahre Oktoberrevolution: Der Weg der KPdSU – Von der Verwirklichung einer Kritik an Staat und Kapital zum Bekenntnis, keine Revolution mehr zu wollen“ (München 1987-11, Dr. Konrad Hecker) > http://doku.argudiss.de/?Kategorie=all#154

Um Marx zu verstehen und nebenbei noch mitzubekommen, warum die alten Kommunisten bzw. “Realsozialisten” viel falsch und weniger richtig gemacht haben empfiehlt sich auch der dreiteilige Veranstaltungsmarathon “DDR-Ökonomie” vom November 1989:
http://www.archive.org/details/MG_Peter_Decker_Die_DDR_Oekonomie_Teil_1_5 + http://www.archive.org/details/MG_Peter_Decker_Die_DDR_Oekonomie_Teil_6_10 + http://www.archive.org/details/MG_Peter_Decker_Die_DDR_Oekonomie_Teil_11_14

- „Marxismus - Anpassungslehre oder Kritik?“ (Berlin, 1991, Dr. Peter Decker) > http://www.farbe-rot.de/mp3/Marxismus%20-%20Anpassungslehre%20oder%20Kritik.mp3

- “Sozialismus in der DDR” (Berlin 1989/1990, Dr. Peter Decker & Heinz Scholler) > nur hier: zu finden auf der CD, die sich hier als *.iso herunterladen lässt: http://doku.argudiss.de/data/isos/sskp1.iso

VIEL SPASS!

Liebe Grüßle

Daniel

Anonym 22. Februar 2011 um 16:33  

Fakt ist, dass sich parteipolitisch überhaupt nichts getan hat auf Sarrazin hin, obwohl diese Folgen riesengroß heraufbeschworen wurden.
Enttäuscht von dieser Folgenlosigkeit verzettelt man sich jetzt von Links in solche Definitionsdebatten, weil eben keine realpolitische Folgen zu diskutieren sind.
Wie glücklich können sich politisch Interessierte in einem Land schätzen, wenn sie sich solche Verzettelungen leisten können, solche für gewichtig erklären können!
Ein Vorredner brachte es mit "Hirnwichserei" perfekt auf den Punkt.

Anonym 22. Februar 2011 um 16:41  

Granado hat gesagt...
@"Bakunin"
"... Franco wollte sich beteiligen, aber zur Belohnung Kolonialgebiete auf Kosten Frankreichs - Hitler war aber das besiegte Frankreich immer noch wichtiger als spanische Unterstützung..."

So könnte es vielleicht gewesen sein(?).
Mir ging es in meinem Beitrag keinesfalls darum, die Herren Franco, DUCE oder Salazar(Port) im Gegensatz zum "Monster" Hitler als "gutmütigere Onkels" erscheinen zu lassen.
Mir ging es nur darum zu zeigen, dass Faschismus keinesfalls immer "Faschismus" ist, dieser sich in sehr vielgestaltigen Formen äußern und agieren kann.
Diese Erkenntnis könnte möglicherweise auf mittlere Sicht einmal wieder sehr aktuell werden.
Es könnte sich unter Umständen als sehr verhängnisvoll erweisen, Faschismus immer nur auf Auschwitz, Holocaust oder reinen Rassismus, endlose Angriffskriege reduzieren zu wollen.
Die konkreten "Attribute" eines Faschismus sind immer auch sehr Umstände bedingt, entspringen keinesfalls nur einem reinen "ideologischen Fanatismus",müssen vor allem auch immer für bestimmte Ziele FUNKTIONAL sein.
Das mag für manche Augen und Ohren vielleicht kalt und emotionslos klingen, doch bin ich überzeugt davon, auch dem Faschismus oder sonstigen authoritären Systemem mit nüchterner Wissenschaftlichkeit "auf die Schliche" kommen zu können, jedenfalls besser als mit noch so urtümlichen, gewaltige Geräusche produzierenden Moralkeulen.

"Unmoralische" herzliche Grüße von Bakunin

Anonym 22. Februar 2011 um 16:52  

Daniel Limberger hat gesagt...
Lieber Bakunin,

"ich bezeichne mich ganz einfach deshalb nicht als „Leninist“,.."

Hi Daniel, danke für die Mühe, die du dir zu meiner sehr konkreten und ernsthaften Frage gemacht hast.
Eine Menge von Lenin halte ich auch heute noch für sehr aktuell, mit einigen anderen Dingen konnte und kann auch ich mich nicht recht anfreunden.(Einzelheiten würden hier an dieser Stelle zu weit führen, düften viele hier wohl auch nicht interessieren?)
Deinen Hinweisen werde ich jedenfalls demnächst mal näher nachgehen.
(Der von dir hier eingestellte mp3 Beitrag ganz aktuell zu Ägypten war für mich sehr interessant, aufschlußreich, hat mir geholfen, einige mich bis dahin beschäftigende Fragen recht gut zu beantworten!)

Beste Grüße von
Bakunin

philgeland 22. Februar 2011 um 18:24  

Es gibt schon einige gute Gründe, "Faschismus" nicht mit "Nationalsozialismus" in einen Topf zu werfen, mögen die Nazis auch noch so einiges vom "Duce" abgekupfert haben.

Einig sind wir uns aber wohl darüber, dass faschistische Diktatoren wie Pinochet und Franco keine Nationalsozialisten waren. Auf Rassenkunde kam´s denen nicht an, sondern schlicht und einfach auf die gewaltsame Durchsetzung eines modernen repressiven Ständestaates.

Der Staatsgedanke, in welcher perversen Auslegung auch immer, ging wiederum den Nazis am Arsch vorbei.Deren abstrus-kriminelle Vorstellungen, die sich in Begriffen wie "Volkskörper" manifestierten, hatten mit einem "Staat" nur soviel gemein, wie sie seine Existenz für notwendig hielten.

Anonym 22. Februar 2011 um 20:02  

@all

Stefan Sasse hat hier in seinem "Geschichtsblog" wohl doch genug dazu geschrieben.

Ich seh's ähnlich, und betrachte die Diskussion meinerseits - hier zumindest - als beendet an.

Hier der Links zu Stefan Sasse:

"[...]Erinnerung und Geschichtsbewusstsein der Deutschen
Von Stefan Sasse[...]"

Quelle und ganzer Text, dem ich nichts hinzufügen muss:

http://geschichts-blog.blogspot.com/2011/02/erinnerung-und-geschichtsbewusstsein.html

Gruß
Bernie

Christine Hartmann 23. Februar 2011 um 11:07  

»Faschismus an der Macht ist die offene, terroristische Diktatur der reaktionärsten, chauvinistischsten, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals.« Georgi Dimitroff

...Dem ist nichts hinzuzufügen

Roberto J. De Lapuente 23. Februar 2011 um 11:31  

Die Dimitroff-These alleine halte ich für unzureichend. Thalheimers Bonapartismus-These erklärt das Phänomen mindestens genauso gut.

Michel 24. Februar 2011 um 15:42  

Die Meinungs- und Redefreiheit dient nicht nur dazu, Meinungen zu veröffentlichen, sondern vielfältige Meinungen zu veröffentlichen in der Hoffnung, dass sich in fairer Diskussion gute Argumente herausbilden und schlechte Argumente, Lügen, Gerüchte und Hetzerei eben als solche enttarnen.

Die Meinungsfreiheit soll also durchaus dazu dienen, Rassisten und Volksverhetzer als solche zu entlarven.

Das scheint mir nicht zu funktionieren.

Warum das nicht funktioniert, ist wohl hinlänglich bekannt.

Anonym 26. Februar 2011 um 13:24  

>Roberto J. De Lapuente 22. Februar >2011 10:01
> Entschuldigung, aber genau das >ist falsch. Es gab gesetzte Quoten, >wieviele Kulaken und >Kulakenangehörige erschossen werden >sollten.

Das ist zeitliche Verallgemeinerung und damit falsch.

Anonym 26. Februar 2011 um 13:38  

>Anonym 22. Februar 2011 11:36

>Zuerst stutzte ich, aber lieber >Roberto J. de Lapuente Du hast >recht, die Euthanasie bzw. Eugenik >beging erst im NS-Faschismus >furchtbare Menschheitsverbrechen im >Namen der Wissenschaft.
Nö nur das Ausmaß war größer, es gab aber ähnliche Programme auch bei "demokratischen" Ländern.

Die Geschichte des Zarenreichs ab 1891 und der Sowjetunion bis 1924 wird in "Die Tragödie eines Volkes" von Orlando Figes schön aufgedröselt.

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Warum hat sich Franco den Zielen Hitlers verweigert?
a.) siehe Beitrag von "Granado"

"blaue Legion" = http://de.wikipedia.org/wiki/Blaue_Division
dazu bis Ende 1943 eine Jagdstaffel


b.) Nicht das die Ziele so unterschiedlich gewesen wären, die Ressourcen des deutschen Reichs (auch nach dem Frankreichfeldzug 1940) waren viel zu klein um noch Spanien - in einem Krieg - versorgen zu können. DAS war Franco, anders als dem "Willensmenschen" Hitler, klar und das war auch der einzige Grund warum die Kooperation nicht zustande kam.

Anonym 3. März 2011 um 07:43  

De Lapuentes Beitrag und die Diskussion darüber ist noch besser als Ralph Giordanos Leserbrief an Karlen Vesper im Neuen Deutschland vom 16.6.2010, der anscheinend keine Diskussion auslöste: http://www.neues-deutschland.de/artikel/173135.was-mich-jedoch-tief-empoert.html

Franco war übrigens Falangist.

Anonym 4. März 2011 um 16:43  

Jetzt haben wir ihn, den offen als islamistisch eingestandenen Terroranschlag in Frankfurt.

Angenommen, zwei Mitglieder der LINKE wären von einem Neozai erschossen worden - würden sich Folgemaßnahmen allein gegen diesen Mann richten, oder gäbe es eine Debatte, schärfer "gegen Rechts" vorzugehen?

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