De dicto

Donnerstag, 10. Februar 2011

"Jetzt sind Sie gefordert, Frau Bundeskanzlerin: Damit 6,5 Millionen Hartz-IV-Empfänger nicht noch länger auf ihr Geld warten müssen. [...] Und am Ende muss die Kanzlerin den gordischen Knoten beim Hartz-IV-Gesetz durchschlagen."
- Marion von Welser, BILD-Zeitung vom 9. Februar 2011 -
Zum Gesagten sei angemerkt: Dass jemand wie von Welser, die jahrelang ein Frauenjournal im ZDF leitete, dem Fetisch der Eierstöcke frönt - jenem feministischen Dogma also, wonach man einen zur Wahl stehenden Menschen schon deshalb wählen sollte, weil er Eierstöcke in sich trägt -, das ist nur die eine Geschmacksnote des Miefs, in dem das steckt, was einst über den Feminismus zur Emanzipation geraten sollte. Das Gezerre um sechs Euro zu einem Durchschlagen des gordischen Knotens zu verklären, aus Angela der Biederen eine Alexandra die Große zu machen: das ist schon eine tolldreiste Vernebelungsaktion!

Wobei wir schon bei der anderen stinkenden Note des Miefs sind: emanzipierte Frauen, Produkte eines ehemals berechtigten, später extremistisch ausufernden Feminismus, entblöden sich heute immer weniger, mit Machtpositionen konform zu gehen, opportun zu reinen Wirtschaftsinteressen zu stehen. Feminismus und Kapital sind eine Symbiose eingegangen - Schwarzer und ihre Entourage waren, wenn überhaupt, nur kurzzeitige Befreier, die in eine andere Knechtschaft führten: von der Obhut des Mannes hinüber in die Dienerschaft fürs Kapital. Statt anzuklagen, dass das Geschacher um einige Euro die ganze Lächerlichkeit der Volksparteien und ihrer kleinparteilichen Anhängsel unterstreicht, werden die kärglich im Raum stehenden Summen (die Koalition hält an den fünf Euro von von der Leyens Rechenkünsten fest; die Opposition will sechs Euro zusätzlich) zu großzügigen Zuschlägen gekürt.

Der Fortschritt des Feminismus war, dass er aus Abhängigkeiten führte, um in andere Abhängigkeiten zu geleiten. Und er machte blind: Menschen seien demnach alleine daher unterstützenswert, weil sie Frau sind; Schwarzer votierte einst für Merkel, weil da endlich eine Frau zur Wahl stand - unreflektierter Eierstockfetischismus ist das! Die Zeilen von Welsers sind keine Kampfschrift, sie atmen keine Boshaftigkeit, sind wahrscheinlich besonders gut und besonders fürsorglich gemeint: aber daran kranken die gar jämmerlich, die heute besonders emanzipiert auftreten, diese ganze elitäre Frauenschaft von Schwarzer bis Schröder, von Merkel bis hin zu von der Leyen. Sie haben sich die Positionen einer an sich fortschrittlichen Denkweise herausgegriffen und sie mit den herrschenden Machtverhältnissen verbandelt. Sie meinen es ja gut mit der Kindern und Bedürftigen - dass sie dabei weibliche Marionetten in Männeranzügen mit Damenzuschnitt sind, merken sie gar nicht mehr. Hauptsache der Kanzler hat Eierstöcke und darf als starker Mann auftreten!



23 Kommentare:

Seismograph 10. Februar 2011 um 10:42  

Jawohl Roberto, das Geschriebene und die daraus herauslesbare Wut ist genau das, was auch ich empfinde, angesichts dieser verfluchten Heuchler im Hosenanzug, und da ist nicht nur das Merkel gemeint.
Und was die Schwarzer angeht, die und Ihresgleichen haben jetzt genau das erreicht, was es von vornherein zu erreichen gab, nämlich nix weiter als ein paar Lücken zu besetzen, die die Männer gnädigerweise freigelassen haben, Ouote eben, sonst nichts.
Zufrieden werden sie allemal sein, jetzt können sie sich aufblasen und aufgeblasen werden, so als würden sie etwas bedeuten, am besten in der Gossenjournalie, der Blödzeitung.
Danke für den Text!

Anonym 10. Februar 2011 um 11:33  

brillant bösartig mit hauchdünner Nadel der Pudelinnen Kern getroffen. Eine wahrhaft chirurgische Meisterleistung. Lob und Anerkennung zollt der hunsrückbauer.

Anonym 10. Februar 2011 um 11:35  

Hm, Sie haben recht und unrecht.

Recht, weil die Entwicklung genau so ist.

Und unrecht, weil Sie von den vermännlichten Frauen, aber auch den wirklich weiblichen und wirklich kompetenten Frauen in unserer Zeit zu viel erwarten:
Ich bin in einer Zeit groß geworden, in dem die etablierten Männer Frauen einfach nicht in ihre Reihen gelassen haben. Das war damaliger Zeitgeist.
Jahre später mussten die Frauen, die es auf Grund von Kompetenz und/ oder Beziehungen und/ oder Sich-Hochschlafen stets und rundum die Uhr beweisen, dass sie in ihren Berufen genauso gut, ich meine auch schlecht, wie Männer sind. Hatten sie Kinder, mussten sie stets beweisen, dass sie sowohl Beruf als auch Mutterpflichten miteinander in Einklang bringen konnten. Männer mussten das nicht beweisen.
In diesem Stadium befinden wir uns gerade, wobei wir gerade im Übergang sind, die Kinder in den Kindergarten oder die Kinderkrippe abzuschieben, weil keine auskömmlichen Teilzeitstellen für Vatis und Muttis geschaffen werden, damit beide ihrer "Erziehungs"aufgabe gerecht werden können.
Es schaffen eher ausschließlich Frauen in höhere Positionen, die sich z. B. männlich kleiden, charakterlich vermännlichen, weil sie sich anpassen müssen oder dies glauben tun zu müssen.

Frauen, die wirklich weiblich auftreten, dabei hochkompetent sind, Humor haben, vielleicht sogar Kinder zu versorgen haben, wofür der Vater seinen Part immer noch nicht fifty-fifty übernehmen will oder kann (s.o.), diese Frauen werden immer noch nicht reingelassen.
Im Fußvolk schon eher, aber nicht in den Vorstandsetagen.

Eine Ausnahme bildet da sicher Doris Schröder-Köpf, die kürzlich mit ihrer Qualifikation als Journalistin und Mutter in den Aufsichtsrat der Karstadt AG gekommen ist und mit dieser? Expertise die Bilanzen & Co. von Karstadt prüfen wird, um ihrer Aufsichtsfunktion als Aufsichtsratsmitglied gerecht zu werden.

Meiner Meinung nach erwarten Sie von den Frauen zuviel in zu kurzer Zeit, wobei ich es mir genauso wünsche wie Sie. Doch, wie lange haben Männer gebraucht, sich umzustellen?! Mein Vater war in unserer Stadt der Erste, der einen Kinderwagen geschoben hat. Und er blieb es auch für lange Zeit.

Auch Frauen können keine Wunder vollbringen und schon gar nicht von Jetzt auf Gleich.

Übrigens: Ein anderer Trend ist, dass viele (akademische) Männer, die z. B. in der Wirtschaft keine Stelle gefunden haben, nun in den sozialen Bereich wechsel(te)n und dort mit einer allzu einseitigen betriebswirtschaftlichen (und ich meine SandkastenDenke) das Sozialwesen, das wesentlich weiblicher Werte (auch bei Männern) bedurfte, nun industrialisieren und verbetriebswirtschaftlichen. Mit einer der Gründe, warum Leiharbeit in der Wohlfahrtsindustrie Eingang gefunden hat und Tafeln nicht wieder aufgegeben werden, weil sie Subventionen einbringen, usw..
Frauen finden dort nunmehr immer weniger ihre Berufung, weil alles und jedeR controllt wird. Bin gespannt, wann die dortigen Frauen vermännlichen werden. Die Alternative ist bis dato der Arbeitgeberwechsel bis dann erkannt wurde/ wird, dass das nicht bringt, weil überall alles verbetriebswirtschaftlicht wird. Dies ist -neben der miesen Entlohnung- ein wesentlicher Grund für den sog. Pflegekraftmangel.

Es liegt auch in den "Händen" (Herzen und Köpfen) von Männern, ob Frauen so vermännlich bzw. so werden und bleiben, wie von Ihnen richtig beschrieben.

Anonym 10. Februar 2011 um 12:05  

A. (Mann)

Ich hatte die Hoffnung das durch die Emanzipation und durch Frauen in Führungspositionen sich etwas ändert in dieser Gesellschaft. Aber nein, sie sind genauso dumm und arrogant wie die Männer. Und wenn ich so unsere führenden Eierstockträger (Leyen+Merkel) so beobachte, umso respektloser behandle ich selbige. Mir zeigt dies nur das Frauen nicht besser sind als Männer. Schade, wieder eine Hoffnung weniger!

Anonym 10. Februar 2011 um 12:53  

Muss es immer ein 'Männer-Frauen'-Thema sein, ein 'Entweder-Oder'?

Frauen beweisen jetzt, dass sie genauso schlecht oder gut sind wie Männer. Wobei beide Parteien die Dinge schon unterschiedlich angehen.

Ist nicht Beides wichtig?

Geht es nicht darum, eine sinnerfüllte Welt für ALLE zu schaffen?

Roberto J. De Lapuente 10. Februar 2011 um 13:18  

"Geht es nicht darum, eine sinnerfüllte Welt für ALLE zu schaffen?"

Dochdoch, darum geht es ja. Und manche dieser Herrschaften haben ja auch schon einen Sinn gefunden, nach denen ihnen der Sinn steht... und wenn es der Sinn gebietet, für die BILD aus Gerichtssälen zu berichten, sich dabei als aufgeklärter Geist zu geben, während man für die Reaktion schreibt, dann ist man doch da, wo man hinwollte, wo man aber immer bestritt hinzuwollen.

Anonym 10. Februar 2011 um 13:34  

@ Herrn de Lapuente 13:18 Uhr:

Auch (Un)Sinn ist weder männlich noch weiblich, sondern menschlich.

Roberto J. De Lapuente 10. Februar 2011 um 13:37  

Dabei wollten sie es einst so viel besser machen... man verurteilte damals nicht die menschliche Unzulänglichkeit, man verurteilte das männliche Unvermögen...

Anonym 10. Februar 2011 um 13:42  

Wenn die (politsche) Wahl scheinbar nur aus Pest oder Cholera besteht, warum soll dann ein A. Schwarzer nicht eine weibliche Pest oder Cholera unterstützen?

Auch Maria von Welser macht das, was viele Männer vor ihr gegenüber Männern getan haben: Sie unterstützt ihre Geschlechtsgenossin, Frau Merkel.

Ob das inhaltlich alles sinnvoll ist und für wen, ist eine andere Frage. Und wir sind uns einig, dass das nicht der Fall ist.

Männer aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung haben unser Land an die Wand gefahren. Sie hätten es doch wahrlich anders bzw. besser machen können. Sie hatten die Macht und den Einfluss und das Geld. Sie hatten alle Möglichkeiten.

JETZT lassen sie ganz langsam mehr Frauen in die Politik, damit sie als 'Trümmerfrauen' den Karren aus dem Dreck ziehen.

landbewohner 10. Februar 2011 um 14:05  

frauen sind keine besseren menschen!! natürlich auch keine schlechteren, wenn man mal das problem merkel,leyen,springer,schröder,mohn,thatcher,clinton,marcos,miss tunis usw usw usw als nicht speziell weibliches betrachtet.
nur die ganze feminismus- und gendermasche war von anfang an darauf ausgelegt, frauen des oberen geselschaftsdrittels mehr macht und geld zu verschaffen. und diese damen hatten damit einen weg gefunden, ihre stellung nicht durch wettbewerb sondern durch die benachteiligungsdebatte aufzuwerten.
in den sog. normalfamilien war oder wäre die durch die seit den 70ern ständig sinkenden realen familieneinkommen arbeitsteilung und gleichberechtigung automatisch notwendig geworden.
und de facto hat die emanzipationsdebatte von schwarzer und co zu flintenweibern bei bund und polizei, nachts malochenden fabrikarbeiterinnen und nun in vollzeit statt teilzeit tätigen aldi kassiererinnen geführt.
angeschmiert sind diejenigen, die am unteren ende der gehaltsskala stehen, egal ob männer oder frauen und logischerweise auch deren kinder.

Anonym 10. Februar 2011 um 14:27  

„Feminismus und Kapital sind eine Symbiose eingegangen - Schwarzer und ihre Entourage waren, wenn überhaupt, nur kurzzeitige Befreier, die in eine andere Knechtschaft führten: von der Obhut des Mannes hinüber in die Dienerschaft fürs Kapital.“

Den Feminismus kann man auch als eine Art Sub-Ideologie des Neoliberalis-mus bzw. des Spät-Kapitalismus betrachten. Den Frauen wird "Freiheit" ver-sprochen, aber eigentlich sind sie von einer Unfreiheit (Über Jahrhunderte hinweg innerhalb der Großfamilie, zuletzt als Hausfrau in der Kernfamilie) in die andere (Der Markt mit seinen Markt“gesetzen") gewechselt. Bis auf wenige Frauen, die gut verdienen (und vollmundig die feministische Ideologie verbreiten!), muss sich der Großteil der Frauen, zu kümmerlichen Löhnen, an die Kapitalisten verkaufen.

Der Kapitalismus privatisiert nicht nur alles, was zu privatisieren ist (z. B. die klassischen 4 Elemente der Griechen: Erde/Boden, Wasser, Luft – mit Hilfe der CO2-Steuer! und Feuer – d.h. die Energie), sondern usurpiert nach und nach alle Leistungen, die früher die Familien in Eigenarbeit erstellt haben (Kleidung, Möbel, Nahrung usw. zuletzt den Pflegedienst – mit der Forderung nach flächendeckenden Kinderkrippen, wird nun auch die Kinderaufzucht vom Markt übernommen. Mich wundert, dass noch nicht die komplette Hausarbeit der Kernfamilien vom Markt übernommen wurde. Warum geschah das bisher noch nicht? Ich vermute mal, dass der Profit zu gering ist.)

Der globale Kapitalismus ist also eine Ideologie, die nicht nur alle nationalen Wirtschaften zerstört, sondern auch die einzelnen Familien, so dass am Ende nur noch das einzelne Individuum dem Markt gegenübersteht und von dort die Waren und Dienstleistungen beziehen muss, um zu überleben. Hinzu kommt die Liebes-Ideologie, die jeder flatterhaften Frau gestattet, ihren Mann in die Wüste zu schicken (und den Kindern ihren Vater zu nehmen, wenn sie es darauf anlegt), wenn sie nur 1Tag oder 1 Woche „Schmetterlinge im Bauch“ hat. Sie kann jederzeit eine Familie zerstören, nur weil sie „Liebe“ empfindet und sie fühlt sich noch gut dabei, weil sie durch die feministische 68er-Ideologie unterstützt wird. Deren Zentral-Credo lautet: Du musst jede „Liebe“ ausleben, denn die wahre Wirklichkeit sind die Gefühle und was zählt sind einzig und allein DEINE Gefühle.
(Anmerkg: PLATON vergleicht Verliebte mit geistig Verrückten – der Bud-dhismus betrachtet Gefühle nur als Kräuselungen auf der Wasseroberfläche des Gefühlsozeans. Geht man seinen flatterhaften Gefühlen nach, ist das gewissermaßen eine Art Handbuch zum Unglücklichsein / -werden, „in the long run“ gesehen – kurzfristig hat man natürlich seine Kicks – Spaß versus Freude).
Auch wenn diese Handlungsweise eine Spur der seelischen Verwüstung bei Mann und Kinder nach sich zieht – egal! (siehe die Romane von Michel Houellebecq)
Anton Reiser

Anonym 10. Februar 2011 um 14:28  

Forts. Anton Reiser
[N.B.: Das war der Gegenentwurf zu den 50/60er Jahren, als die Frauen he-roisch bei Alkoholikern und Schlägern aushalten mussten. Jetzt können sie aus reiner Launenhaftigkeit heraus, Familien zerstören. Und sage bitte nie-mand, so etwas komme nicht vor. Beides sind die Extreme an den äußersten Rändern möglicher Gesellschaftsentwürfe. Damals, eine Gesellschaft mit Idealen + mit der Fähigkeit Frustrationen zu ertragen. Heute eine Gesell-schaft mit dem einzigsten „Ideal“ aus Geld noch mehr Geld zu machen + äußerst reduzierter Frustrationstoleranz, zumindest auf dem Gebiet der Beziehungen, wo ein Ausweichen leicht möglich ist bzw. von der SozPäd-Ideologie noch forciert bzw. sogar gefordert wird. --- Das Symbol dieser dekadenten Gesellschaft: Der Trolley-Koffer – „Trolley-Gesellschaft“ oder „Generation Trolley“. Wenn ich sehe wie 100kg-Männer /2m-Männer die Trolleys durch die Gegend ziehen bzw. an Bahnhof-Engstellen über meine und andere Leute Füße fahren, dann weiß ich: Ich gehöre nicht mehr zu dieser Gesellschaft. Ich habe innerlich gekündigt. Kurz: ich bin „UNZUGEHÖRIG“.]

Gab es noch in den 50er/60er Jahre viele Bauernfamilien, die wenigsten zum Teil Selbstversorger waren, so gibt es das heute nahezu nicht mehr. Alle Bundesbürger sind völlig abhängig von den Märkten. Deshalb würde ein Zusammenbruch der Wirtschaft auch viel härter zuschlagen als in den 30er Jahren, als es noch Subsistenzwirtschaft gab. Natürlich waren die Großfamilien auch keine Idylle (siehe z.B. Franz Innerhofer's "Schöne Tage"). Aber die waren wenigstens Selbstversorger und kaum abhängig von den Märkten. Wir, die ach so „freien“ Konsumbürger, sind, trotz allen Geschwafels über „Freiheit“, völlig von den Märkten (Banken und Konzerne) versklavt worden. Wenn dieses System zusammenkracht, dann kommt die ganze Sklaverei und unsere Unfähigkeit zur Selbstversorgung, zum Vorschein. Dann sind wir wahrhaft „frei“ – „vogelfrei“ – „Homo sacer“ (Giorgio Agamben).

Anonym 10. Februar 2011 um 14:52  

Als Macker mit feministischer Tarnkappe wurde mir von Frauen früher gesagt: Viel gelesen aber nichts begriffen. Dir würde ich gerne ergänzend bescheinigen, nix begriffen, weil nix gelesen. Das die neoliberale Frauenförderung nur eine bessere ökonomische Verwertung von Frauen im Schlepptau hat, wurde schon vor über 25 Jahren diskutiert.

Lesetipps:
1. "Viel erlebt und nicht begriffen!" Die Männer und die FRauenbewegung (Cheryl Benard, Edit Schlaffer 1985)
2. Frausein allein ist kein Programm (Ingrid Strobl 1989)
3. Komplizinnen (Martha Mamozai 1990)

Feminismus entfaltet erst dann seinen Erfolg, wenn er auf Herrschaftsfreiheit basiert. Das ist aber bei den beiden "Damen", die in Deinem Text erwähnt werden, nicht der Fall - genau so wenig wie bei Alice Schwarzer. Die Übernahme männlicher Normen und Verhaltensformen (Karriere, Konkurrenz, Leistungsprinzip etc.)mit dem Ziel der quantitativen Parität wäre lediglich als Voraussetzung dafür zu akzeptieren.

Das Feindbild des Antifeministen ist immer noch die kluge, gut aussehende und aggressive Frau, wenn sie auch noch politisch links
orientiert ist.

Libero 10. Februar 2011 um 15:01  

"Dabei wollten sie es einst so viel besser machen... man verurteilte damals nicht die menschliche Unzulänglichkeit, man verurteilte das männliche Unvermögen..."

Und genau das ist der Punkt, der es Frauen wie Männern immer noch schwer bis unmöglich macht, sich wirklich zu emanzipieren.
Grabenkämpfe wo frau/ man [ in alphabetischer Reihenfolge :-)))] hinschaut.

Roberto J. De Lapuente 10. Februar 2011 um 15:18  

"Auch Maria von Welser macht das, was viele Männer vor ihr gegenüber Männern getan haben: Sie unterstützt ihre Geschlechtsgenossin, Frau Merkel."

Das ist meines Erachtens derselbe Scheiß andersherum. Ich habe noch nie jemanden deshalb verteidigt, weil er einen Penis hat...

Tachchen 10. Februar 2011 um 18:06  

Jetzt steh ich doch auf dem Schlauch. Wo bitte ist in diesem elenden Bild-Geschreibsel ein Hinweis zu entnehmen auf Hosenanzüge, Frauen, Frauenrechte, Emanzipation oder sonst etwas?
Der Artikel ist das typische Produkt einer ehemaligen Mitarbeiterin eines öffentlich-rechtlichen Senders. Sie macht das, was die so machen, wenn sie machen, was sie immer machen. Sich bei den Mächtigen anbiedern, nämlich. Ist dummdreiste Angepasstheit jetzt ein exklusives Männerrecht?? Ich denke nicht!

antiferengi 10. Februar 2011 um 21:01  

Oha. Da seh ich schon wieder die schwarzen Listen blitzen ;-) Grade standhafte, - aber zeitgemäß ökonomisch-sozial gebildete Mädels, eifernd und geifernd die Beweislage aus der Seifenblase der eingekapselten Ideologismen sortierend. Zeternd und scheltend alles niedermachend, was sich jenseits der Blase befindet. Es sei denn, - es steht Feminismus auf eine der anderen Hohlräume. Ganz egal, was drin ist. Hauptsache, es steht drauf. Da gehts mir wie dir @Roberto. Bei diesen A nach B Ideologien, die nicht mal sehen, welches Land sie während der Fahrt durchqueren, werd ich auch immer ganz müde.

Anonym 10. Februar 2011 um 21:27  

Im Kapitalismus gibt es keine Entlohnung nach Leistungsanstrengung.

Sebst wenn alle Menschen das selbe Bildungs- und Leistungsniveau hätten, gäbe es im Kapitalismus Hierarchien. Vorgesetzte und Untergebene, Arm und Reich, Angesehene und Verachtete, Männer und Frauen, arbeitende Arme und nicht arbeitende Arme.

Anonym 10. Februar 2011 um 22:09  

*

“Empört Euch!” nun auch auf Deutsch. Etwas für Mut-Bürger:

Endlich nun ist die von Stéphane Hessel in eindringlichen Worten niedergeschriebene Streitschrift auch auf Deutsch erschienen und steht zum Verkauf bereit.

http://www.readers-edition.de/2011/02/10/empoert-euch-nun-auch-auf-deutsch-etwas-fuer-mut-buerger/

JUle 10. Februar 2011 um 22:10  

Anonym 10. Februar 2011 14:52

Ihrem text vor allem möchte ich zustimmen.

es geht doch nicht darum, die grenzen zwischen männern und frauen wieder ein stück höher zu bauen, den tief verwurzelten hass auf emanzipierte frauen zu schüren, indem man ihnen wie auch hier im blog die schuld am niedergang der familie zuzuschieben.die frauen, die "drin" sind, die in die nähe der tröge der machtigen gelangen das genau deshalb weil sie genau die eigenschaften einsetzen, die wir klardenkenden auch bei männern nicht mehr gutheißen können, wie egoismus, ellenbogen, intrigieren etc.)das hat mit feminismus nicht das allergeringste zu tun.
das es einen riesigen handlungsbedarf gibt, damit männer und frauen endlich gleichberechtigt leben können, sollte jedem klar sein....aber statt diese dinge anzugehen, macht man immer so weiter wie bisher. statt die familien so zu unterstützen wie z.b. in skandinavien, passiert hier einfach gar nichts. diese trottel, die hier behaupten 16 std am tag zu arbeiten und immer die letzten im büro sind, die schaffen auch nicht emhr als andere...in schweden gälten sie als looser.
es geht doch gar nicht darum, ob männer oder frauen die besseren menschen sind....das ist eine dumme frage. allerdings ist die politik fast überweigend von männern egmacht worden udn dies war überwiegend zum schaden aller. wir alle, die wir nicht nur den tanz ums goldene kalb tanzen wollen, andere dinge wie familie, liebe, freundschaft etc für wichtig halten, sollten uns zusammentun (männer und frauen) und dem derzeit herrschenden irrsinn etwas entgegensetzen....schon alleine dadurch, dass wir uns nicht mehr gegeneinander ausspielen lassen. Frauen sind toll, Männer auch :-)

Anonym 11. Februar 2011 um 10:26  

@ Anton Reiser:
Ich vermute, Sie könnten an der Lektüre von Hans-Joachim Maaz' "Liebesfalle" Gefallen finden. Spannendes Büchlein!


@ RdLp:

"Auch Maria von Welser macht das, was viele Männer vor ihr gegenüber Männern getan haben: Sie unterstützt ihre Geschlechtsgenossin, Frau Merkel."

zu: "Das ist meines Erachtens derselbe Scheiß andersherum. Ich habe noch nie jemanden deshalb verteidigt, weil er einen Penis hat..."

Stimmt! Die Frauen, von denen nach meiner Erfahrung viele, aber immer weniger, z. B. in Wirtschafts- und Politikthemen unerfahren und vom persönlichen Selbstwertgefühl/ Selbstvertrauen eher nicht so gut bestückt waren/ sind, haben sich bisher oft am männlichen Vorbild orientiert, deshalb mutieren ja so viele zu vermännlichten Frauen. Sie idealisier(t)en Männer in hohen Positionen, die Guttenbergs und Ackermanns, usw. und nahmen an, dass diese wüßten wie es geht. Die Erkenntnis, dass kaisers keine Kleider anhaben, ist noch nicht aus ihnen selbst erwachsen. Und deshalb wird auf Deibel komm raus kopiert.

Sie haben recht: Das gilt es zu überwinden! Doch brauchen diese Entwicklungs- und Erkenntnisse Zeit und Geduld.
Irgendwann werden hoffentlich ALLE erkennen, dass es so (egal, ob in männlicher oder weiblicher Form) nicht weitergehen kann ... und wir im übrigen bereits unsere Kinder verheizen.

Es muss über die Schubladen und Schränke und Wohnungen und Städte hinausgedacht und gehandelt werden.
Doch an diesem Punkt sind nach meiner Erfahrung die meisten Männer und Frauen noch lange nicht.
Das ist ja der Grund, warum Politik und Wirtschaft alles aussitzen und/ oder prekarisieren und eine Gruppe auf die andere projiziert und Sündenböcke sucht. Sie wissen nicht mehr weiter, gestehen sich ihr NIchtmehrweiterwissen und ihre Ohnmacht aber nicht ein.

Anonym 11. Februar 2011 um 13:08  

Auf die Idee, dass Frauen bessere Menschen sein sollen, kann nur jemand kommen, der keine Frau ist oder ein weibliches Arschloch, das einfach die hach-wir-sind-jahrhundertelang-unterdrückt-worden-Karte auspielt, um selbst nach oben zu kommen.

Ich bin eine Frau und habe in meinem bisher 36jährigen Leben die Erfahrung gemacht, dass es nichts unsolidarischeres gibt, als Frauen untereinander.

Ich bin Jahrgang 1974 und sorry, ich bin nie unterdrückt worden. Wieso sollte ich einen Vorteil aus der Unterdrückung von Frauen ziehen, die Generationen vor mir gelebt haben? Und wieso sollte ich ein Arschloch wählen, nur weil es wie ich auch Tittenträgerin ist?

Mir gehen jedenfalls die Frauen gewaltig auf den Zeiger, die mir vorschreiben wollen, wie ich denn bitteschön als emanzipierte Frau zu leben habe (um Gotteswillen nicht zuhause bei den Kindern bleiben - um mal ein Beispiel zu nennen).

Die wollen mir ernsthaft vorschreiben, wie ich mich selbst zu verwirklichen habe. Und das soll dann Emanzipation sein? Ich tausche also nur den Personenkreis, der mir Vorschriften macht und dann bin ich emanzipiert? Lächerlich!

Alice Schwarzer ist eine Beleidigung für jeden denkenden Menschen. Wie die irgendwer noch ernst nehmen kann, ist mir völlig schleierhaft.

Ich leide jedenfalls an einer Schwarzer-Bulimie: jedesmal wenn ich sie sehe und vor allem höre, dann muss ich kotzen.

Anonym 12. Februar 2011 um 10:07  

Auch wenn ich mich hier als Mann vielleicht unbeliebt mache: ich würde lieber in einer Gesellschaft leben, in der es mehr Gleichberechtigung gibt - ich denke, wir Männer hätten auch einiges davon (vgl. das Buch "Die Söhne Egalias" von Peter Redvoort)!

Anton

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