Wider die Monokultur

Freitag, 21. September 2012

Es ist wahr, es entstehen Probleme beim Zusammenleben zwischen Deutschen und Ausländern. Wer das Problem ist, wird von der rechtsgerichteten Presse nur falsch interpretiert. Denn nicht die Leute, die hierkommen sind das Problem - problematisch sind meist diejenigen, die immer schon hier waren. Sie sind es, weil sie nicht kapieren wollen, dass es etwas wie eine ethnisch reine Gesellschaft nie gab und im Hinblick auf diese engmaschig vernetzte Welt zukünftig nie mehr geben kann. Multikulturalität ist nicht das Hirngespinst linker Spinner, sondern deren Leugnung ist die weltfremde Lebenslüge nationalstaatlichen Denkens. Wer heute noch glaubt, dass Deutschland den Deutschen gehöre, der ist das Problem - Schreihälse, die dergleichen rufen, wirken vielleicht nicht so, weil sie viele Befürworter finden, aber sie sind Anachronismen.

Mit auferlegten Anleitungen, wie eine Gesellschaft sich zu formieren habe, welche Traditionen sie pflegt, welche Bräuche sie feiern soll, wie sie sich zu aufgeworfenen Fragen in Stellung zu bringen hat, ist die Zukunft nicht gestaltbar. Die Dummköpfe, die dieser Tage dem dicklichen Hetzer aus Neukölln zustimmend die verschwitzte Hand tätscheln, sind blöd genug anzunehmen, dass die Leitung des Landes durch die, die schon länger anwesend sind, populistisch gesagt: dass die Leitkultur, einen Fortschritt verzeichnet. Sie ist es aber nicht im Hinblick auf eine immer kleiner werdende Welt - und sie ist es nicht, weil sie historisch gesehen eine relativ neue und noch junge Idee ist, die im letzten Jahrhundert mehr Schaden anrichtete, als Nutzen für alle Menschen einfuhr. Leitkultur ist der ausgedachte Irrsinn von Menschen, die die Entwicklung der modernen Welt nicht verstehen können - Leitkultur ist der Versuch, sich ein wohliges nationales Nest in einer Welt einzurichten, die für nationalen Standesdünkel keinerlei Begründungen mehr aufzuzeigen hat.

Das Problem sind die, die schon lange hier sind. Viele von ihnen rufen nun, der Islam müsse sich der Beleidigung stellen - das fordern sie nicht, weil sie so profanisiert sind, so säkularisiert, denn einen Jesus beim Schwänzeblasen und Gruppensex mit seinen Jüngern, modelliert von einem islamischen Freigeist, würden sie nicht ertragen wollen. So weit geht ihnen die Freude am Beleidigtwerden nicht! Sie wollen die Freiheit der Beleidigung gegenüber dem Islam, weil sie damit provozieren, weil sie ihrer leitkulturellen Rückständigkeit schmeicheln wollen, weil sie sich selbst vormachen, besser zu sein als die, die sie verachten.

Die Multikulturalität ist nicht gescheitert - sie birgt auch keine Chancen. Sie ist! Ganz schlicht: Sie ist! Mehr ist dazu nicht zu sagen. Man muss sie niemanden schmackhaft machen. Man muss aber wohl begreifen, dass sie mehr als je zuvor - und sie war zuvor stets mehr oder weniger Realität - eine Konstante wird, die nicht einfach mit auferlegten Vorgaben in Schablonen zu pressen ist. Wir stehen nicht vor der Wahl: Multikulti oder nicht? Das suggeriert mancher dickliche Neuköllner, das machen schiefbärtige Ex-Senatoren weis - aber diese Wahl gibt es nicht. Diese Wahl gab es nie. Diese Wahl gäbe es nur, wenn nationalistisch bis rassistischer Wahn Verfassungsrang erhielte, wenn wir zurück wollten in ein rassisch fundiertes Gemeinwesen. Ansonsten ist in einer Welt, in der Menschen eines Kontinents, teilweise global, ihren Lebensmittelpunkt frei wählen können - wobei frei in der kapitalistischen Welt synonym für ökonomisch gezwungen steht -, in der das Autochthone noch mehr als zuvor zur Seltenheit wird, keine Alternative geboten. Die wahre Alternativlosigkeit liegt nicht im ökonomischen Weg, der wäre veränderbar - sie liegt darin, dass multikulturelle Wege unumgänglich sind, natürlich vorgegeben.

Das kann man gut finden - oder nicht. Aber man kann keine Optionen aufzeigen. Der Kluge nimmt es so, wie es ist. Er arrangiert sich, er macht etwas daraus. Das ist wahrlich nicht immer einfach. Aber wenn man mit dem Gefühl herangeht, ein Gegeneinander sei die Grundlage, dann entsteht kein Miteinander oder Nebeneinander in friedlicher Koexistenz. Dann entsteht dieser Wahn, der meint, er habe eine Wahl. Hat er nicht! Das Autochthone war seitdem wir den Status als Naturvölker verlassen haben, nur ein Gespinst. Es war immer relativ. Und es wird in dieser schnellen Welt noch gespinstischer; wer daran festhält, der ist geistig auf dem Stand einer primitiven Kultur anzusiedeln.

Dass man seine Identität nicht verlieren will, das ist verständlich. Es ist auch nicht multikulturell, alle kulturellen Einflüsse innerhalb einer Gesellschaft zu einen Brei zu verrühren. Das hat auch niemand vor! Multikulturalität sagt ja: viele Kulturen. Und Europas Geschichte kannte immer wieder Phasen, in denen Kulturen nebeneinander in einem Gemeinwesen lebten, ohne sich gleich zu bekriegen. Der habsburgische Vielvölkerstaat, den man gerne bemüht, um die Monokultur als richtigen Weg anzupreisen, ist kein Gegenbeispiel - er ist eher das Beispiel dafür, wo dieses nationalistische Rassengewinsel hinführt. Auch in ihm gab es Leitkultur, wie so oft in der Geschichte. Haben wir immer noch nicht gelernt, dass eine anleitende Kultur zwangsläufig im Chaos endet?

Multikulti ist nicht gescheitert - es ist. Und es wird immer sein. Scheitern heißt ja: nun gibt es eine Wahl. Das Menschen von hier nach dort ziehen, dass Deutsche auswandern, dass man hier einwandert - so war es immer mal mehr und mal weniger. Die monokulturelle Sehnsucht, die sich in der Vergangenheit als mörderisch erwiesen hat, ist die blödeste und gefährlichste Ausformung von Geschichtsvergessenheit.



30 Kommentare:

Anonym 21. September 2012 um 08:53  

Istanbul, Mombasa, Neapel, Wien, Marseille. Städte, welche schon multikulturelles Leben demonstrierten, als Deutschland noch ein kleinstaatlicher Flickenteppich war oder als Deutschland unter die Ausläufer des Mongolensturms geriet.
Roberto De Lapuente hat vollkommen recht: Es braucht ein Mit- und Nebeneinander der verschiedenen Kulturen, mit Respekt gegenüber der anderen Kultur und Religion. Denn eine respektlose Kritik anderer Kulturen und Religionen ist meistens ein versteckter Rassismus. Hinter dem dürfen sich weder die Meinungsfreiheit noch der Schutz von Traditionen und "Werten" verstecken.

der Herr Karl

Anonym 21. September 2012 um 09:18  

Ein guter, mit Empathie geschriebener Artikel.

Alles unbekannte, fremde, neue stößt erst einmal bei den meisten Menschen auf Ablehnung. Wenn sich dann herausstellt, daß diese Menschen trotz anderer Sprachen und Bräuche mit den Einheimischen viele Gemeinsamkeiten haben, dann entstehen (plötzlich) Gemeinschaften. Und kein Land, bzw. Ort kann sich degegen stellen.
Falls doch, ist es früher oder später dem Untergang geweiht.

Genau wie beschrieben, eine aufgezwungene Kultur endet im Chaos oder im Krieg.

Danke für den Artikel.

Grüße
Hartmut


Anonym 21. September 2012 um 09:36  

Multikulti wird als Kernthema von dem Autor des neuen Exemplars von "Qualitäts- und Aufklärungsliteratur" nur vorgeschoben, um mit BILD die seit Rostock-Lichtenhagen der Vergangenheit angehörig geglaubten Vorurteile, Stereotype und Klischee unter sein Klientel der Stammtischprolls zu streuen.

Umdenker 21. September 2012 um 09:50  

Man soll ja immer vorsichtig sein, dass man einen Artikel nicht einfach pauschal gut findet, nur weil es die eigene Meinung und/oder Thesen bestätigt.

Ich habe aber genauso längere Zeit über Multikulti nachgedacht und bin auch seit einiger Zeit genau zum gleichen Schluss wie Roberto gekommen. Multikulti ist, ob man will oder nicht. Es ist sogar "immer schneller", also die Dynamik der Genpool- wie auch Kulturvermixung und somit immer wieder Veränderund und Weiterentwicklung verläuft exponentiell. Das bietet uns nunmal die moderne Infrastruktur.

Dieser Wahn nach Leitkultur ist wohl wirklich die Angst vor Veränderung. Das Halten des kulturellen Status Quo als Bastion vor dem angeblichen Identitätsverlust. Dabei merken die meisten nichtmal, dass viele Orte der Welt sowieso einen gemeinsamen Nenner in der Identitätsfindung haben, nämlich das liebe Geld. Mal unabhängig von der Wertung, was das über unseren Intellekt im 21.Jh. aussagt.

Wahrscheinlich werden ein Lohnarbeiter oder Unternehmer aus Paris, Madrid und Berlin mehr Gemeinsamkeiten haben, als jemand aus Oberuntertupfingen (Synonym für kleines, ländliches, konservatives Dörfchen) und $westliche Grosstadt.

Anonym 21. September 2012 um 10:32  

Und Huntington hatte Recht …

Sie zerstören. Sie brennen nieder. Sie töten. Die Massen, die in Libyen, dem Sudan, in Afghanistan und Tunesien Amok laufen, lassen nur eins erkennen: ihre selbstverschuldete Unmündigkeit. Anstatt sich gegen die Tötung der Religionsbrüder in Syrien zu stellen, lässt sich ein gesamter Kulturkreis gegen den Westen aufhetzen. Huntington hatte also Recht.

http://themundi.wordpress.com/2012/09/17/und-huntington-hatte-recht-2/

Eike Brünig 21. September 2012 um 11:31  

Demnach bin ich also ein Rassist, wenn ich schreibe, dass ich es ungehörig finde, Leute zu massakrieren, die weder etwas mit dem Schmähfilm, noch mit Mohammedkarrikaturen zu tun haben, sondern einfach nur derselben Nation angehören, wo es veröffentlicht wurde? Ich würde sowas auch von keinen anderen Göttern und ihren Repräsentanten dulden.

Harzpeter 21. September 2012 um 12:24  

Eine Passage aus Zuckmayers "Des Teufels General":

Die Verlobte des Fliegerleutnants Hartmann hat die Verlobung mit ihm aufgelöst, weil sein Stammbaum die Vermutung nahelegt, dass seine Urgroßmutter nicht deutschstämmig sei, während der Rest seiner Familie eindeutig rheinländscher Herkunft ist. Wegen der Entlobung aufgrund seines nicht lückenlosen Ariernachweises ist Hartmann zutiefst bedrückt.
Der "volkstümliche" General Harras nimmt ihn sich daraufhin zur Brust:

"Na, und was wissen Sie denn überhaupt über die Seitensprünge der Frau Ururgroßmutter? Die hat doch sicherlich keinen Ariernachweis verlangt. (...)

...was kann da nicht alles vorgekommen sein in einer alten Familie. Vom Rhein - noch dazu. Vom Rhein. Von der großen Völkermühle. Von der Kelter Europas! (...)

Und jetzt stellen Sie sich bitte mal Ihre Ahnenreihe vor - seit Christi Geburt. Da war ein römischer Feldhauptmann, ein schwarzer Kerl, braun wie ´ne reife Olive, der hat einem blonden Mädchen Latein beigebracht. Und dann kam ein jüdischer Gewürzhändler in die Familie, das war ein ernster Mensch, der ist noch vor seiner Heirat Christ geworden und hat die katholische Haustradition begründet. Und dann kam ein griechischer Arzt dazu, oder ein keltischer Legionär, ein Graubündner Landsknecht, ein schwedischer Reiter, ein Soldat Napoleons, ein desertierter Kosak, ein Schwarzwälder Flözer, ein wandernder Müllerbursch vom Elsass, ein dicker Schiffer aus Holland, ein Magyar, ein Pandur, ein Offizier aus Wien, ein französischer Schauspieler, ein böhmischer Musikant - das alles hat am Rhein gelebt, gerauft, gesoffen und gesungen und Kinder gezeugt- und - und der Goethe, der kam aus demselben Topf, und der Beethoven und der Gutenberg und der Matthias Grünewald und - ach was, schau im Lexikon nach. Es waren die Besten, mein Lieber! Die Besten der Welt! Und warum? Weil sich die Völker dort vermischt haben. Vermischt - wie die Wasser aus Quellen, Bächen und Flüssen, damit sie zu einem großen lebendigen Strom zusammenrinnen. Vom Rhein - das heißt vom Abendland. Das ist natürlicher Adel. Das ist Rasse. Seien Sie stolz darauf, Hartmann - und hängen Sie die Papiere Ihrer Großmutter in den Abtritt. Prost!"

PeWi 21. September 2012 um 13:16  

Deutsche an sich gibt es doch gar nicht. Im ewigen Hin und Her der Wanderungen blieben alle möglichen Stämme im jetzigen Gebiet, was sich im geschichtlichen Sinne erst vor Kurzem Deutschland nennt, "kleben". Woher wollen wir so genau wissen, was wir wirklich sind? Als Nationen gegründet wurden, wurden wir im Prinzip erst zu Deutschen gemacht. Kennt jemand wirklich seine Wurzeln? Wir haben auch innerhalb des heutigen Deutschlands als - ich formuliere mal - Alteingesessene nicht alle die gleiche Kultur. Für mich ist es Nonsens sich über andere - egal wer sie sind und an was sie glauben oder nicht glauben - zu erheben.

Anonym 21. September 2012 um 13:55  

Sie argumentieren wie die Technokraten einer Brüsseler EU.
Erst wird am Bürger vorbei irgendetwas installiert, und sobald gravierende Probleme damit zutage treten, wird es für alternativlos erklärt...
Mit diesem einen Argument kann jeder Rechte Sie leider als Teufel hinstellen, ohne dass Sie es im Kern widerlegen können.

Pete 21. September 2012 um 14:21  

Hallo Anonym von 8 Uhr 53!
Sie nennen Wien als gutes Beispiel. Was meinen Sie, wie Wien heute aussähe, wenn die Österreicher die großen historischen Schlachten gegen die Türken nicht gewonnen hätten?

Anonym 21. September 2012 um 14:46  

Ihnen ist es in Deutschland gut ergangen, Sie fettes Schwein. Multikulti ist tot und so Typen wie Sie gleich mit!!

Anonym 21. September 2012 um 14:49  

Buschkowky hat nie gesagt daß er Multikulti abwählen will. Huntington hat es schon geschrieben daß es Untermenschen gibt. Das sieht man nun jeden Tag in den News.

Anonym 21. September 2012 um 15:09  

Der Ärger um Multikulti macht sich ja fast ausschließlich an den Einwanderern aus wenigen (muslimischen) Ländern fest. Mit den Migranten aus über 200 anderen Nationen hat man kaum ansatzweise diese Probleme.
Insofern ist der Fehlschluss ("es liegt an denen, die schon lange hier sind") an Eklatanz gar nicht zu überbieten.

Anonym 21. September 2012 um 15:31  

@Pete

Vielleicht hätten wir ein anderes (zinsloses) Finanzsystem?

der Herr Karl

Jörn D. 21. September 2012 um 15:41  

Wer Buschkowsky kennt, weiss, dass er all die Jahre immer auf die Leute zugegangen ist in einer Haltung der Achtung und des Willkommenheissens, aber auch in klarer Aussprache, wenn sich nicht an die Gesetze gehalten wird.
Wie Buschkowsky hier - in völliger Unkenntnis seines Umgangs mit und seines Engagements für Migranten - als Kanonenfutter missbraucht wird, ist einfach nur schäbig und diskreditiert diejenigen als konstruktive Dialogpartner.

Sathusa 21. September 2012 um 15:52  

Am Multikulturalismus ist wahr, dass wir die Anderen brauchen. An der Leitkultur ist wahr, dass wir die Anderen nur anerkennen können, wenn wir unserer Toleranz eine Grenze setzen. Wer keine eigenen Werte zu verteidigen hat, kann auch nicht tolerant sein. Wahrer Multikulturalismus setzt eine Leitkultur voraus.
Dieses Ausspielen von Leitkultur gegen Multikulti ist unsäglich.

Roberto J. De Lapuente 21. September 2012 um 15:57  

Was für ein Ausbund an nationaler Blödheit... gerade sowad wie "Multikulturalität braucht Leitkultur" ist so scheißblöd, dass es klar ist, welche Art Charakter dahinter steckt.

Zoran 22. September 2012 um 16:41  

"...dass es klar ist, welche Art Charakter dahinter steckt."

Der autoritäre etwa?

Sven 22. September 2012 um 16:57  

"Scheißblöd" - genau das ist das Wort, dass mir in den Sinn kam, als
ich viele der Kommentare hier las...danke für das Stichwort.

Ihre Argumentation ist wieder einmal sehr adäquat, allein mit
der These habe ich meine Probleme. Natürlich sind die Rassisten
hierzulande, die von Lightkultur und "Multikulti ist gescheitert"
faseln, das Problem. Aber nicht sie allein, sondern ihre
Gesinnungsgenossen auf der anderen Seite, mit denen sie über die "Mitte
der Gesellschaft" (in diesem Falle fast eine Milliarde Menschen, die
von ein paar Tausend Vollidioten als Geisel genommen werden) hinüber
Tennis spielen und sich die Bälle zu spielen. Al Qaeda und
FoxNoise/ProvinzIdioten sind zwei Seiten desselben Medaille, die von
dem Hass, den sie sähen, gleichmaßen genährt werden; sie arbeiten als
Team, um die Gesellschaft zwischen sich zu zerreiben.


Viel peinlicher für die Pipifanten ist aber das Folgende: Deutschland
selbst ist ein Vielvölkerstaat, der trotz der Phasen der
Großdeutschisierung nie eine eigene Kultur hervorgebracht hat. Die
Rheinländer haben ihren Karneval, über den die Hamburger nur den Kopf
schütteln, die Bayern haben nicht viel von den preußischen Tugenden von
Fleiß und Pünktlichkeit, der schwäbische Reinlichkeitsfimmel muss von
einem Berliner für eine Neurose gehalten werden. Den Ruhrpottler
verbindet allenfalls die Bergbautradition mit den Sachsen, und
holsteinisches Kulturgut wie der Friesennerz ist dem Württemberger
nicht weniger fremd als den Ottomanen. Ein Hannoveraner kann sich weder
in der hessischen Provinz, noch in Oberbayern verständlich machen - da
ist das Wienerische doch deutlich "deutscher". Es gibt kaum etwas, das
verbindet, außer ein paar willkürlich gezogenen Grenzen. Weder die
Kultur, noch die Sprache, sonst wären Niederländer, Schweizer oder
Österreicher auch als Deutsche zu bezeichnen - und gehen Sie doch mal
nach Zürich und schreien in der Fußgängerzone "Die Schweiz ist eine
deutsche Provinz!"...

Die Frage ist, ob man es nun mit Nietzsche oder mit Schopenhauer sagt;
ersterer sagte 1889 mit Hinblick auf die Gründung des Deutschen Reichs,
deutscher Geist, das sei seit 18 Jahren eine contradictio in adiecto;
letzterer Befand, was den Deutschen ausmache, sei, dass die Frage, was
deutsch sei, niemals aussterbe.

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Peinhart 23. September 2012 um 09:56  

Wir haben Globalisierung. Das ist nicht nur so dahergesagt, inzwischen sind alle Weltgegenden dem gleichen 'Wert' unterworfen: aus Geld mehr Geld machen. Das Problem ist, dass gleichzeitig diese nun 'allgemeingültige' Form des Wirtschaftens in einer fundamentalen Krise steckt - immer mehr Menschen und immer mehr ganze Regionen werden aus diesem Zusammenhang 'entlassen', was nichts anderes heisst als ausgeschlossen.

Diese ganzen angeblichen 'Kulturkämpfe', dieses angebliche 'wir und die' sind nichts anderes als Projektionen; Versuche, irgendwelche 'Gruppen' zu halluzinieren, zu denen man sich bei allem Ausschluß noch zugehörig fühlen kann und von denen man auf andere, vermeintlich noch 'inferiorere' Gruppen herabsehen kann. Das Problem ist wahrlich nicht neu, zeigt sich aber immer besonders in Krisen und spaltet dummerweise gerade die, die eigentlich ein gemeinsames Interesse haben (müssten), gegen das Prinzip des Ausschlusses an sich vorzugehen.

Das betrifft aber auch nicht nur die hiesigen Multi-Kulti-Hasser, auch die 'Islamisten' zB versuchen auf diese untaugliche Weise nur die Tatsache zu verdrängen, dass ihnen ein erfolgreicher Anschluß an die 'Warengesellschaft' nicht mehr gelungen ist und auch nicht mehr gelingen wird. Dieselbe, durchaus gerechtfertigte Ahnung lastet auf denen, die hierzulande mit HartzIV oder Niedriglöhnen ihr Leben fristen, während die (noch) sogenannte Mitte durch Arbeitsdruck und zunehmende Konkurrenz das Damoklesschwert schon im Nacken fühlt.

Ihr euch gegenseitig Verachtenden dieser Welt - wem spielt ihr damit in die Hände...?

flavo 24. September 2012 um 09:58  

Zwei Facetten des Problems:
Es gibt in der Tat Reinheitsvorstellungen. Deren Anhänger haben sich darin verfangen und kommen ohne weiteres auch nicht mehr heraus.
Bei einem Großteil der Anhängerschaft der Reinheit ist die Anhängerschaft eine Ersatzformulierung für die Angst vor oder in materiellen Engpassituationen. Von daher redet man an sich vorbei, wenn man die Multikulturalität als alleindastehendes Thema betrachtet, im Grunde springt man auf den Argumentationspfad der Reinheitsanhänger auf. Der Großteil des Monokulturalismus würde sich verflüchtigen, wenn die materiellen Ungleichheiten nicht bestünden. Die dann verbliebenen Reinheitsanänger kann man dann getrosst unter Pluralität subsumieren.
Mich wundert es, dass man dies nicht einmal auf Linker Seite versteht. Aber wenn man materielle und symbolische Exklusionsspindeln anwirft und in ihrer Umdrehungszahl aufdreht, dann wird man sich doch nicht wundern, dass jedeR sich an allem versucht festzuhalten, dass einen noch dazugehören läßt zu einer Identität und Kollektivität, auch um den Preis, entlang anderer Merkmale zu exkludieren. Stellt diese Exklusionsspindeln ab!
Ganz abgesehen davon, dass Migration auch kein vom Himmel gefallenes Phänomen ist. Krieg, Armut, Ausbeutung, konzernaler Imperialismus rauben den Menschen ein Leben an vielen Orten. Die Scheinlinken optieren natürlich für ein Nomadentum, zwischen Jetlag und Kulinarik, Surfbrett und Fremdsprache, und dass ein Mensch sich an einer Heimat erfreut, dass er lebt an einem Ort, in einer Region, ohne alle drei Jahre Kontinent zu wechseln, dass er die dortogen Lebensüblichkeiten respektiert haben will und nicht von jedem dahergelaufenen Pluralitätsturner sich abschaffen lassen will, da würgt es ihnen schon die Nazikeule aus dem rachen. Gut, diese Problem besteht auch nur im Falle Deutschlands, auf der restlichen Welt hat man kein Problem zu sagen, dass man gern wo daheim ist und dass das das blosse Gleichbeleiben der Postanschrift übersteigt. Es gibt auch ein Recht auf Sukzession des Lebens.
Stellt diese Exklusionsspindeln ab!

C_C 24. September 2012 um 12:21  

ich habe mich mal mit den sogenannten 'deutschen Tugenden' auseinandergesetzt, weil ich da so stolz drauf war, obwohl ich Italiener bin.

Tja, die Recherche hat ergeben, daß diese Tugenden in nahezu allen Völkern und Kulturen, die ein gewisses Alter haben, auftauchen.

Wie es oben schon steht: die Menschen sind garnicht so unterschiedlich. Man muß sie nur öfter mal dran erinnern, Einwandernde genauso wie Einheimische. Hier und im Rest der Welt.

Dennoch frage ich mich, welche Reaktionen wir im Zuge der weiteren Resourcenverknappung, mittlerweile auch bei der Ernährung, zu erwarten haben. Vielleicht möchte der Autor mal dazu Stellung bezeihen?

Anonym 24. September 2012 um 17:46  

Endlich sagts mal einer richtig. Danke Herr De Lapuente. Gibt viele Nazis in D. Man merkt das an den Kommentaren hier.

Momo 25. September 2012 um 09:16  

Ich halte mich für gewöhnlich aus solchen Diskussionen heraus, weil man meiner Erfahrung nach in Foren und Blogs oft beleidigt oder zensiert wird.
Ich komme jedoch nicht umhin zu bemerken, dass sich kaum jemals Ausländer selbst zu Wort melden beziehungsweise sich als solche deklarieren.
Daher habe ich mich nun entschieden, hier kurz etwas über mich zu erzählen.

Meine Eltern sind in den sechziger Jahren aus familiären und wirtschaftlichen Gründen aus Serbien nach Österreich ausgewandert, wo ich fast zehn Jahre später als letztes von drei Kindern geboren wurde. Die wirtschaftliche Situation von damals ist absolut nicht mit der heutigen vergleichbar, denn ich weiß von meinen Eltern, dass man sich nur an die Tore von Fabriken, Gaststätten usw. begeben musste und nach Arbeit (naturgemäß gehörte das Wort "Arbeit" zu den ersten Worte, die Gastarbeiter erlernten) fragen musste.
Wer eine schnelle Auffassungsgabe besaß und rasch begriff, worin die Arbeit bestand, bekam den Job in der Fabrik oder dem Restaurant, gleich, ob er in seiner früheren Heimat Ziegenhirte, Fabrikarbeiter, Handwerker, Jurist oder Arzt gewesen war. So war das damals.

Meine Eltern haben uns Kinder zu Bescheidenheit und Unterwürfigkeit erzogen. Da sie aus Serbien emigrieren mussten, waren sie den Österreichern ungemein dankbar, dass sie in ihrem Land leben und arbeiten durften. Stets haben sie uns erklärt, dass wir uns glücklich schätzen durften, in Österreich geduldet zu werden. Wir sollten die Österreicher respektieren und ihnen dankbar sein.
Tatsächlich haben wir uns daran gehalten, haben die Schule abgeschlossen und gute Berufe ergriffen. Dennoch muss ich gestehen, dass es nicht einfach war, mehrere Jahre lang regelmäßig auf dem Gymnasium von ausländerfeindlichen österreichischen Teenagern beschimpft worden zu sein.

Heute scheint sich der Spieß umgekehrt zu haben, heute sind in manchen Städten die deutschen Kinder die Opfer von ausländischen Kindern. Aus eigener jahrelanger und in qualvoller Erfahrung weiß ich, was dieses Mobbing bei den Opfern anrichtet, gleich, ob es sich bei den Opfern wie in meinem Fall um Ausländer, oder aber um Inländer handelt. Das verheerende Ergebnis ist dasselbe, einfach deshalb, weil wir Menschen uns nicht so sehr voneinander unterscheiden, wie wir selbst oder andere uns gerne glauben machen möchten.

Ob Österreicher oder Deutsche, ob Serben oder Türken, ob Araber oder Italiener, vor unanständigem, respektlosen und menschenverachtenden Verhalten ist also niemand gefeit. Verletzend ist beides gleichermaßen, gleich, aus welchem Land Täter beziehungsweise Opfer stammen.
Mein Problem sind die Verallgemeinerungen und dass viele nicht differenzieren. Leider auch hier nicht.

Alex Bremen 26. September 2012 um 10:32  

Kultur, ob man sie nun gut oder schlecht bewertet, ist eine heillose Abstraktion und der Begriff "Leitkultur" setzt diesem Fass noch die Krone auf. Ich möchte einmal von den Erfindern einer "deutschen" Kultur konkret wissen, worin diese denn bestehen soll. Und man möge nicht damit kommen, dass deutsche Kultur darin besteht, die Gesetze zu achten. Erstens tun das auch mehr als genug Deutsche nicht und zweitens: Gesetze gibt es auch im Iran.
Überhaupt ist es ein grober und kontrafaktischer Unfug zu behaupten, eine Nation basiere auf einer gemeinsamen Kultur. Historisch sind beinahe alle "Nationen" das Produkt von Krieg, Terror und hoheitlicher Gewalt und kein Kulturverein in Groß.

CafeDelMar 26. September 2012 um 11:35  

Integration beginnt im Kleinen. Das ist der Punkt. Es sind nicht nur Moslems, bei denen es Integrationsprobleme gibt. Und auch unter den in Deutschland lebenden Arabern gibt es anständige Leute, die eine Bereicherung darstellen. Ich bin selbst mit zahlreichen Ausländern befreundet, darunter Ungarn, Slowaken, Italiener. Es gibt aber auch unter Zuwanderern aus christlichen Ländern Problemfälle.
Integration muss auch von Zuwanderern gewollt sein. Und das ist nicht immer so, wie ich erst jüngst erlebte. Leider gibt es auch unwillige Europäer, die hier leben und sich abkapseln. Wer hier lebt, muss mit den Gegebenheiten leben lernen und mit den Menschen klar kommen, die hier leben. Ganz einfach. Parallelgesellschaften entstehen schon dadurch, dass Leute nicht einmal versuchen, mit den Einheimischen in Kontakt zu kommen. Deshalb ist es geboten, generell auf Integration zu achten. Da müssen aber auch Kollegen und Nachbarn ran. Der Staat kann von sich aus keine Integration sicherstellen. Die Menschen müssen sie wollen.
Nur "Nazis" rufen, wie hier ein Kommentar, schürt lediglich Aversionen. Nur meine bescheidene Meinung...

Alex Bremen 27. September 2012 um 11:01  

Die Rede von "Parallelgesellschaften" unterstellt eine Einheitsgesellschaft also Einheitskultur, von der es Abweichler gibt. Diese Monokultur sehe ich nirgendwo. Menschen haben nun mal unterschiedliche Lebenswelten, vom Trachtenverein bis zum Swingerclub und die Lebenswelt einer proletarischen Eckkneipe ist mindestens ebenso weit von der Lebenswelt eines Yachklubs entfernt wie die Lebenswelt eines Muslims von einem atheistischen Ost-Berliner. Ist doch totalter Schwachsinn zu behaupten, die Deutschen hätten ihre Art zu leben und die Fremden ihre. Im Grund leben wir alle in irgendeiner Form von Parallelgesellschaft.

P.S. Übrigens stört es mich auch nicht, wenn es Leute gibt, die meine Sprache nicht gut sprechen und andere Dinge tun als ich, denn ich will ja gar nicht von jedermann angelabtert werden und mit jedermann was zu tun haben.

Anonym 28. September 2012 um 08:33  

Man hat ja schon einiges Indiskutables gelesen in den Kommentaren, aber was Alex Bremen da für eine Egomanie und Arroganz mit einem vorgeblich linken Geist bemäntelt - da bleibt einem die Spucke weg.
"Übrigens stört es mich auch nicht, wenn es Leute gibt, die meine Sprache nicht gut sprechen ... denn ich will ja gar nicht von jedermann angelabtert werden ..."

Tiefer kann man kaum sinken...

Alex Bremen 28. September 2012 um 16:45  

@Anonymus

Nehmen Sie doch mal Stellung zur Sache, anstatt mein Ego zu beweinen: Die meisten Deutschen reden nicht mal mit ihren deutschprachigen Nachbarn, haben sich nichts zu sagen. Warum stören die sich also eigentlich an den Sprachfertigkeiten ihrer ausländischen Mitmenschen? Alle sollen gefälligst immer deutsch reden. Warum denn? Es gibt doch eh kaum bis keinen Redebedarf.

Oder schärfer gesagt: Es gibt Idioten, die stört es, wenn in der S-Bahn sich um sie herum alle auf türkisch unterhalten. Und zwar NICHT, weil sie mit denen ins Gespräch kommen wollten, sondern einfach aus Prinzip, aus purem, Sprach-Nationalismus.

Dagegen wollte ich polemisieren.

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