De auditu

Dienstag, 20. Dezember 2011

Man liest und man hört dieser Tage, dass Bundespräsident Wulff nicht die ganze Wahrheit gesagt habe. Er habe, ob nun wissentlich oder unwissentlich, einige Details seiner privaten Verbandelungen mit der Wirtschaft verschwiegen. Diese Deutung der Ereignisse rund um seine Person sind Allgemeinplatz - das Vertrauen in den Bundespräsidenten scheint erschüttert, weil er nicht die ganze Wahrheit sagte. Diese Floskel, zeugt aber auch davon, dass er doch wenigstens nicht gelogen hat. Er war ehrlich, wenn auch nicht gänzlich. Er druckste herum, stotterte sich ein Geständnis zusammen, war aber vom Mut abgeschnitten, alles auf den Tisch zu bringen. Wulff ist somit kein Lügner, nur eine unentschlossene Person, die ruhigen Gewissens ehrlich sein sollte und auch dürfte - dann würde die Öffentlichkeit ihm seine Tête-à-têtes mit dem ganz großen Geld nachsehen.

Wie man die Affären um Wulff medial behandelt, zeugt wiederum vom fehlenden Mut der Medien. Sie sagen uns nicht die ganze Wahrheit - sie lügen nicht, aber völlig ehrlich sind sie nicht. Wulffs Nähe zum Kapital, die exemplarisch für den ganzen Stand des Politikers anzusehen ist, der in diesen Zeiten kein Volksvertreter, sondern ein Mittler zwischen Gesetzgebung und wirtschaftlichen Interessen ist - Wulffs Nähe zum Kapital also, sie wird verharmlost. Man fordert von ihm Ehrlichkeit, als sei der skandalöse Umstand, dass sich die Politik von Wirtschaft bezahlen, schmieren und aushalten läßt, damit entschuldbar.

Tritt ein Skandal ins öffentliche Leben, konstruieren Medien Schutzfloskeln, um die wirklichen Skandale zu kaschieren. So baut man Wulff eine Brücke, die auf Ehrlichkeit fußt - damit wären Wulffs Abenteuer auf der Spielwiese potenter Geldgeber vergolten. Dass es ein grundsätzliches Problem, ein an die Wurzel gehender Skandal ist, wenn hohe Politik mit großem Geld privatim umgeht, wird damit "als normalste Sache der Welt" abgetan. Welche Freunde Wulff, welche Freunde die Politik an sich hat, und zu welchen Verquickungen von Interessen es hierbei kommen kann, wird hinter "Er hat nicht die ganze Wahrheit gesagt" verborgen.

Wulff tat vor etwa drei Jahren einen Ausspruch, der aus heutiger Sicht völlig konsequent und verständlich ist. Er befand, man solle keine Neiddebatte und Pogromstimmung gegen jene gesellschaftliche Gruppe entfachen, die Arbeitsplätze schaffe. Gemeint waren damals Manager und jene Klientel, bei der Wulff stets seine Urlaube verbrachte...



22 Kommentare:

Anonym 20. Dezember 2011 um 08:08  

Zum einen ist es oft nicht die Sache an sich, die zum Rücktritt vermeintlich seriösder Politiker führt, sondern deren seifiger Umgang mit der Aufklärung. Es ist ja schon lächerlich, dass nicht Wulff mit seiner Bringschuld an der Spitze der Aufklärer steht, sondern der Ältstenrat des nieders. Landtages.

Aber.......ne ganz ganz dicke Krawatte bekam ich, als ich hörte, dass Wulff nach einem evtl. Rücktritt jährlich 200.000 Euro Pension plus Büro mit Sekretärin und Dienstwagen bekommt. LEBENSLÄNGLICH!

So wird man Wutbürger.

Roberto J. De Lapuente 20. Dezember 2011 um 08:24  

Dabei war es doch ausgerechnet Wulff, der als Aufklärer schon so oft auffiel:
http://ad-sinistram.blogspot.com/2010/07/ein-moderner-aufklarer.html

Anonym 20. Dezember 2011 um 08:57  

Roberto: Dein verlinkter Text vom 26.07.2010 bekommt wieder hohe Aktualität!

Neues vom "Sprechautomaten"!

Anonym 20. Dezember 2011 um 09:01  

SPON heute: Für die Zeitungsanzeigen, mit denen im Herbst 2007 während des niedersächsischen Landtagswahlkampfs für das Buch "Besser die Wahrheit" geworben worden sei, habe Maschmeyer 42.731,71 Euro aus seinem Privatvermögen ausgegeben, meldet das Blatt. Warum macht der Maschmeyer dass nur? Sollte ich ihm wohl auch mal meine Kontoverbindung mitteilen?

Anonym 20. Dezember 2011 um 11:30  

@Anonym, 20. Dezember 2011 09:01

Und Wulff hat ja angeblich nicht mal gemerkt, dass da für sein Buch geworben wurde und weder er noch der Verlag dafür Geld ausgeben musste...

Normalerweise würde man so etwas nicht als Entschuldigung durchgehen lassen, sondern eine Untersuchung der geistigen Gesundheit verlangen! Das ist ja eine guttenbergsche geistige Minderleistung.

Gruß Omnibus56
___

PS: Ich bin sehr dafür, dass Wulff belegt, dass und wie viel er für seinen Mallorca-Urlaub bei Maschmeyer bezahlt hat.

Dass er solche Urlaube selbst nicht für ganz astrein hält, zeigt die Tatsache, dass er betont, seit Amtsantritt keine solchen Einladungsurlaube mehr angenommen zu haben. Wulff weiß genau, dass er dadurch in der Schuld stand und steht - und dass die Bürger das im Grunde auch wissen.

PPS: Wutbürger bin ich nicht - empörter Zornbürger aber schon lange.

Anton Chigurh 20. Dezember 2011 um 13:25  

Ein ganzes Stück weit beruhigend ist es, dass sich die Banditen in Nadelstreifen im Berliner Reichstag nicht so richtig einig sind. Was für Schweinereien könnten sie anstellen, hielten sie nur alle parteiübergreifend zusammen und dicht...? Aber zum Glück gönnt der Eine dem Anderen nicht das Schwarze unter dem Fingernagel (des Neides wegen natürlich - nicht aus moralischen Gründen !!).
Vielleicht ist es für einen aus dem Fußvolk unmöglich, zu durchschauen auf was und wen ein Politiker bei seiner Arbeit Rücksicht nehmen muss, damit er ÜBERHAUPT arbeiten kann. Jeder will was von ihm, jeder hat Erwartungen an ihn, aber: wie weit kann/darf das gehen ?
Und da steht schon die Frage im Raum: wie überhaupt kann sich ein Politiker wie Wulff in eine Kandidatur zum Staatsoberhaupt auch nur hineintrauen, wenn er derart viele grenzwertige Aktionen hinter sich hat ? Ihm muss doch klar sein, dass irgendwann Irgendwer anfängt zu buddeln. Die Schweinepresse wartet nur auf den Startschuß zur Demontage eines Politikers und wenn der dann gegeben wird, muss man sich nur noch nach dem Auftraggeber fragen.
Warum wurde gerade Christian Wulff von der CDU zum Kandidaten gekürt ? Hat er den wenigesten Dreck am Stecken ? Seine Reputation als farbloser Suppenkasper mit Froschstimme hat ihn bestimmt nicht zum Bundespräsidenten prädestiniert. Die Frage ist also: wem ist er auf die Zehen gestiegen ? Was hat er angestellt, dass die BLÖD Zeitung kübelweise Scheisse über ihn ausgießt ? Das Wulff war doch sonst nie ein Problem...?

Anonym 20. Dezember 2011 um 13:28  

Ganz Deiner Meinung, so fiel mir ein, als heute morgen im Radio die Rede von Maschmeyer war, dass dieser ja auch nach NDR- Recherche schon eifrig ganzseitige Kampagnen für GErhard Schröder bezahlt hat. Also, so als SPD- Minister wäre ich nicht so vorlaut. Aber das gehört wohl zum Geschäft, zumindest wird es mir immer so gesagt wenn ich in Gesprächen auf Parteispenden etc. zu sprechen komme...

Oliver Intemann 20. Dezember 2011 um 13:39  

Lieber Weihnachtsmann, ich wünsche mir dieses Jahr, dass bei der Weihnachts- und Neujahrsansprache von Merkel und Wulff jeweils ein kräftig gebauter Arbeitsloser oder Sklavenjob-Ableister hinter ihrem Stuhl steht und ihnen bei jeder Lüge, die aus ihren Schandmäulern kommt, einen kräftigen Schlag in den Nacken verpasst, bis ihm der Arm lahm wird. Wahrscheinlich brauchts dafür aber noch ein oder zwei Auswechselspieler.

Sorge doch bitte auch dafür, liebes Christkind, dass in 2012 bei den vielen Debatten im Bundestag hinter jedem "gewählten Abgeordneten" der cduspdfdpgrünen-Partei einer von diesen, (dann auch ganz bestimmt hochmotivierten) sozial benachteiligten Leistungsträgern steht, um dem "Volkszertreter" bei seinen unqualifizierten Zwischenrufen und Lügen-Vorträgen einen, sicherlich wohlverdienten, Nackenschlag zu verabreichen. Sollte einer von den ausgehungerten Sklaven nicht ausreichen, dürfen auch gerne zwei oder mehrere von ihnen sich die Arbeit teilen. Job-Sharing sozusagen. Diese Menschen würden diese Tätigkeit mit freude auch ehrenamtlich ausüben, da bin ich mir sicher.

Vielen herzlichen Dank im vorraus und frohe und besinnliche Festtage. Liebe Grüße dein Olli

Anonym 20. Dezember 2011 um 13:56  

.....ja, am Sonntag verstarb in Hradecek ein ehemaliger Präsident....V. Havel war ein Rhrenmann und ein Mensch, der auch für seine Überzeugung ins Gefängnis ging .....in unsereme Korrupten deutschen Land gäbe es keinen vergelichbaren...

Roberto J. De Lapuente 20. Dezember 2011 um 14:33  

Doch, gibt es: Gauck.

Anonym 20. Dezember 2011 um 14:40  

tut mir Leid......Dieser Gauck(ler).....wo ist er in einem wirklichen Widerstand in der Ostzone gewesen....?......er ist eine neoliebraler Tralala....

Roberto J. De Lapuente 20. Dezember 2011 um 14:49  

Man werte meinen Einwurf als zynischen Zwischenruf. Mehr war er nicht. Wer mich liest, weiß was ich von Gauck halte...

Anonym 20. Dezember 2011 um 14:55  

Wer von Politikern unbedingte Wahrheitsliebe fordert, ist entweder grenzenlos naiv - oder sieht absichtsvoll von den Bedingungen dieses Geschäftes ab. Wulffs Erklärung nutzte den Raum zwischen wahrheitsgemäßem Eingeständnis und kunstvoller Auslassung. Man kann das schlitzohrig finden, auch über die Maßen trickreich, aber all das begründet noch keinen Straftatbestand.
Erst die bewusste Täuschung überschreitet die Grenze der Legalität, die gilt es jetzt zu beweisen.

Anonym 20. Dezember 2011 um 15:06  

......lkach...ich lese hier jeden Tag.....und immer gerne.....und wollte es auch eigentlich nicht glauben......

Anonym 20. Dezember 2011 um 18:58  

Nun, nach Köhler also vermutlich auch Wulff, der vorzeitig geht. Die Geschichte um Köhler war ja auch ein unglaubliches Gezeter. Das war nicht nur ein Riesengezeter, sondern eine strategische Meisterleistung der Ablenkung. Wenn ich Verschwörungstheoretiker wäre, hier könnte man glatt ansetzen...

Warum war Köhler zurückgetreten? Offenbar wegen dem Satz als er sagte, dass wir auch wegen wirtschaftlicher Interessen Kriege führen müssten. Da gab es plötzlich diesen Aufstand. Dass aber praktisch im selben Moment zu Guttenberg das gesagte in die Tat umzusetzen begann, war plötzlich überhaupt kein Thema mehr. Ja er knüpfte sogar ausdrücklich an die Worte Köhlers an. Keine Sau interessierte das, viel wichtiger schien die Frage, warum der BuPrä plötzlich abdankte. Warum gab es aber diesen Aufstand - wenn er denn echt war und nicht inszeniert - bei einem Mann ohne politische Entscheidungsmacht, wenn ein anderer - nähmlich der Verteidigungsminister - das gesagte aufgreift und umsetzt, ohne sofort ebenfalls in die Kritik zu geraten? Aber da kam rein gar nichts. Darauf habe ich bis heute keine überzeugende Antwort, ohne in den Verdacht eines VT'lers zu geraten...

Personalisierung statt echte thematische Auseinandersetzung ist ein typisches Merkmal postdemokratischer Gesellschaften...

Das Selbe kann man bei Wulff sagen. Schon merkwürdig, dass es ausgerechnet die "Bild"-Zeitung war, die hier aufklärte, die Zeitung, die wie keine andere Werbung für Gauck machte. Schon merkwürdig, wie eine Sache zum Skandal wird, die in Wirklichkeit nichts weiter als "Pille Palle" ist. Ja, Wulff stellt sich seltendämlich an und ja, er ist jetzt eigentlich kaum mehr haltbar. Trotzdem bleibt der Fall eine Randnotiz, verglichen mit Skandalen, die tatsächlich welche sind. Bei Wulff wie bei anderen Politikern fällt immer wieder der Name Maschmaier. Im Ausland sieht er sich mittlerweile und viele weitere Spitzenkräfte des AWD einer Klage gegenüber. Wo war aber der Skandal, als der Riester-Renter für über 260 000 € Vorträge innerhalb eines Jahres auch bei Maschmaiers AWD hielt? Wo ist der Skandal, wenn Steuergelder nahezu direkt mit in die Tasche dieses Herrn fließen, eben auch wegen Riester's persönlichem Einsatz für die staatlich subventionierte Riesterrente und er dann Phantasie-Prämien für Vorträge erhält? Wer bekommt denn für einen 1h-Vortrag 25 000 € ??? Micheal Jackson vielleicht...

Ja Herr Wullf, wieviele kleine Gefälligkeiten haben sie gegenüber Maschmaier getan, damit er ihnen die Villa auf Mallorca für ihren Urlaub anbot?

Das Problem ist doch eigentlich, dass wirtschaftliche Eliten immer direkteren Einfluss auf die Politik haben. Man kann privat kaum noch vom Amt trennen. Der Fall Geerkens ist sowas. Man darf nicht vergessen, dass diese Freundschaft sein vielen Jahren bestand und bis zum Vater von Wulff zurück reicht. Selbst als ewiger Nörgler fällt es mir ausgerechnet hier schwer, den Skandal zu erkennen.

Nachdem nun wahrscheinlich zum zweiten mal ein Bundespräsident in kürzester Zeit zurücktreten oder zurückgetreten wird, könnte die Beschädigung dieses Amtes kaum größer sein. Nur ist es nicht damit getan, einfach einen neuen einzusetzen... Das eigentliche Problem - die vielfältigen Verknüpfungen von Spitzenpolitikern mit der Wirtschaft, einem kaum noch auseinander zu haltendem Filz - bleibt bestehen. Wird gar nicht erst zum Thema.

Anonym 20. Dezember 2011 um 19:42  

aber,warum jetzt so ein palaver um diesn mann ?

Anonym 20. Dezember 2011 um 20:53  

Na, eigentlich brauchen sie jederzeit einen Skandal oder? Man muss dann nicht über die übrigen ekligen Sachen berichten, Arbeitslosigkeit und so. Oder über den Aufbau von Konzentrationslagern in US - sorry: Internierungslagern gegen den Terror natürlich. Wie regeln wir das in D eigentlich? Ich meine, wenn Müller-Meier-Schmidt auf die Straße geht (ohne Trillerpfeife, dafür mit Knüppel)? Wulff ist nur so'n armer Kerl, den sie gerade aufmischen, danach ist's ein anderer. Namen spielen da keine Rolle, die Skandale, sofern es welche sind, sind immer dieselben: medienwirksamer Kitsch, um die kitschsüchtigen Deutschen abzulenken, gar zum WUTBÜRGER zu erziehen: "Wir sind wütend über die da oben". Ein Skandal fokussiert die vermeintliche Wut, nach dorthin, wo sie nicht mehr schadet. Geil, gell, diese Haufen wutbürgerlicher Wutbürger überall. Ha, ha, ha, ha, ha! Wie lachen da die elitären Geldsäcke! Lustiger Witz das wieder, das mit dem Wulff. Und sitzen oben in ihrem Geld- und Machthimmel und schauen hinab auf den lächerlichen Pöbel. Witz das! Noch einen drauf, Jungs!

Anonym 20. Dezember 2011 um 20:55  

Man sollte sich aber mal fragen, warum Wulff medial zum Abschuss freigegeben wurde, gerade die Springerpresse ganz vorne dabei ist. Die Interessen hinter dieser medialen Kampagne würde ich gerne kennenlernen - denn vermutet hätte ich, dass gerade die Springerpresse einen CDU-Mann schützt.

Trojanerin 20. Dezember 2011 um 23:53  

Es gab hier am 21.06.2011 einen sehr treffenden Artikel mit dem Titel „Nieder mit dem Grüßaugust“.

Nicht zuletzt die gegenwärtigen Geschehnisse um Herrn Bundespräsidenten Wulf bestätigen o.g. Beitrag.

Für die Nachfolge von Horst Köhler standen seinerzeit Gauck oder Wulf zur Wahl. Ich selbst habe, wie einige andere Kommentatoren auch, Wulf für die bessere Alternative gehalten, weil mir Herr Gauck so etwas von unsympathisch ist wegen seiner neoliberalen Einlassungen gepaart mit theologischem Geschwätz.
Im Grunde war die Wahl zwischen Wulf und Gauck wie die Wahl zwischen Cholera und Pest. Die Cholera (Herr Wulf) kann etwas weniger verheerend sein, als die Pest. (Herr Gauck).

Ich denke, das war vielleicht eine Unterschätzung von mir hinsichtlich Herrn Wulf. Dieser ist ebenso kritikwürdig wie Gauck. Er ist neoliberal, korrupt und hat Kontakte in sehr rechtslastige Kreise.
Ich wundere mich immer, wenn ich davon lese, dass die Kritik an Wulf (oder seinem Vorgänger) die Würde des Amtes beschädige.
Die Würde des Amtes, sofern ein Amt eine Würde hat, beschädigen die Amtsinhaber durch ihr Verhalten schon selbst.

Anton Chigurh 21. Dezember 2011 um 00:05  

@ anonym 20.12., 18:58 h

Ich höre dauernd "man darf das Amt oder die Institution des Bundespräsidenten nicht beschädigen".
Wer will einen denn hier veralbern ?
Nicht die Kritiker beschädigen das Amt des BP, das tut der Herr Wulff schon ganz alleine - und nur er !!!
Das wäre schön einfach, den Kritikern den Schwarzen Peter zuzuschieben - nicht der, der aufklärt hat dubiose Kontakte mit Unternehmern und Verbrechern wie Maschmeyer, die hat Christian Wulff ! Es ist die typische Masche der Systemmedien und der Lobby, den Erwischten zum Opfer stempeln zu wollen....sorry, das wäre ein bisschen zu einfach !

Anonym 21. Dezember 2011 um 09:45  

@Anton Chigurh:

"Ich höre dauernd "man darf das Amt oder die Institution des Bundespräsidenten nicht beschädigen"."

Das habe ich weder geschrieben, noch wollte ich das damit zum Ausdruck bringen.

Mir geht es um die Oberflächlichkeit der Kritik in den Medien, die so tun, als wären das alles nur persönliche, moralische Verfehlungen - die waren es natürlich im Fall Wulff auch, gar keine Frage - und hätten keine systematischen Ursachen...

Damit bedient man nur die Masse, die sowieso "von denen da oben" nichts gutes erwartet. Es führt letztlich nur zu Resignation, zur Abwendung vom Staat, ihren Ämtern und der Politik. Nichts anderes als das ist das Ziel der neoliberalen Ideologie.

Oberflächliche Kritik lähmt, statt aufzurütteln und die Menschen zum Handeln zu bewegen...

Carlos 3. Januar 2012 um 15:29  

@Roberto
zum Artikel - sehr gut, mir aus der Seele gesprochen (wie vieles andere hier); aber das betrifft den Herrn Wulff, und war ja wohl auch so angelegt.

Beim Lesen der Kommentare beschlich mich erneut dieses unangenehme Gefühl, wir alle könnten wieder mal in die Medienfalle getappt sein, und uns beim Suhlen in der Empörung so sauwohl fühlen, daß wir nicht mitkriegen, was außerhalb der Falle inzwischen vor sich geht.

Der letzte BP wurde schon demontiert - nicht, daß ich DEN gut gefunden hätte. Das Finanzdesaster bei der "Integration" der DDR-Finanzen in die BRD, das er federführend zu verantworten hatte, fand in der Öffentlichkeit kaum Beachtung. "Gestolpert" ist er wie wir wissen über seinen Ausspruch, den man ihm als Befürwortung von Wirtschaftskriegen angekreidet hat.

Na, ich bitte, dazu sind wir als Nato-Partner doch verpflichtet, das ist doch bekannt ... also m.E. nur ein populistischer Vorwand.

Nun Wulff ...

Der BP repräsentiert Deutschland, das Volk, den Souverän. Während er faktisch keine Macht hat, authorisiert er wichtige Ämter und Machtpositionen. Es soll schon BP´n gegeben haben, die sich auch in das politische Geschehen eingemischt haben.

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß durch gezielte Abwertung des Amtes in der öffentlichen Wahrnehmung versucht wird, eine als hinderlich empfundene Machtposition jetzt so langsam mal abzubauen. Wozu das Amt gut ist, woher es stammt, wissen die wenigsten der breiten Öffentlichkeit (vermute ich, teilweise höre ich es); wenn die Aufmerksamkeit sich dann auf die unseligen Protagonisten des Amtes richtet und die öffentliche Schlammschlacht noch gezielt mit Details zu den Pensionsberechtigungen des BP gewürzt wird, dann ist der Boden wohl bereitet für eine Diskussion darum, das Amt und die damit verbunden Kosten einzusparen (der Staat muß ja sparen, gell?!?).

Und in der Zwischenzeit regiert´s sich ungeniert weiter, haben wir garnicht mitgekriegt .... panem et circenses

Schöne Grüße

Carlos

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