Auschwitz verallgemeinern!

Mittwoch, 1. Dezember 2010

In Israel, so wird leider viel zu zögerlich berichtet, ist der Araberhass zur Staatsmaxime erhoben. Palästinenser in die Ödnis jenseits des Jordans oder des Gaza-Streifens abzuschieben, sie dort hinter meterhohen Mauern versauern, sie dabei stets mit militärischem Auge begutachten zu lassen, das ist die offizielle Leitkultur des Landes. Erlassene Apartheidgesetze, die die Knesset erließ, sind da fast nurmehr Beiwerk. Und dass sämtliche kleinen Hetzer da ins lauschige Geifern verfallen, versteht sich von selbst - es ist in Israel wie überall: wenn von offiziellen Ränge verhetzt wird, dann fühlt sich auch jeder Narr dazu aufgefordert, seine Frustration zu politisieren. Selbst Oberrabbiner rufen deswegen dazu auf, an arabische Studenten nicht mehr zu vermieten - der Hass auf Araber durchdringt auch - oder gerade! - den närrischen Kleingeist.

Avraham Burg fordert in seinem streitbaren Buch "Hitler besiegen: Warum Israel sich endlich vom Holocaust lösen muss", dass die israelische Gesellschaft sich von jener Staatsdoktrin verabschieden sollte, nach der der Holocaust ein singuläres Ereignis darstellt, das zur nationalen Identitätsstiftung missbraucht wird. Sicher sollte man den Massenmord nicht vergessen, man sollte an jene blutigen Ereignisse zurückdenken, nicht aber in dem Sinne, ihn als rein an den Juden begangenes Unrecht zu verstehen. Wenn der Holocaust überhaupt eine Bedeutung haben soll, so schreibt Burg sinngemäß, dann als universelle Mahnung; er soll eben nicht mahnen, was die Gojim mit den Juden getan haben - er sollte der Menschheit vor Augen führen, was der Mensch mit dem Menschen anstellen kann, wenn sämtliche moralischen Imperative einstürzen.

Burg erntete dafür in Israel Missfallen, sogar Drohungen; und freilich fühlten sich Holocaust-Überlebende brüskiert - schließlich ist ihnen ja das große Unrecht am eigenen Leibe widerfahren; ihnen, diesen Juden, nicht den Menschen universell. Man kann ihre Beleidigung verstehen, muß deshalb aber nicht auf die Emotionalisierung eingehen. Denn es ist, wie Norman G. Finkelstein schreibt, der mit seinem Buch "Die Holocaust-Industrie" vor Jahren Aufsehen erregte (und von rechtsradikalen Kreisen fälschlicherweise zum antisemitischen Wahrheitsjünger erkoren wurde), eigentlich moralisch nicht nachvollziehbar, weshalb US-amerikanische Juden zwar Museen zum Gedenken an die Shoa einrichten, gleichzeitig den Sinti und Roma, ebenfalls Opfer nationalsozialistischen Rassenwahns, die Teilnahme an einem solchen Projekt verweigern. Finkelstein zürnt gegen die Ideologie derer, die den Holocaust nur unter den Gesichtspunkten des Profits betrachten, die Entschädigungsgelder einstreichen und hierzu den Kampfbegriff von der "Singularität des Holocausts" eingeführt haben, um sich gegen etwaige andere Gruppen, die Opfer des hitleristischen Deutschlands waren, besser zu positionieren. Er leugnet nicht, wie manche rechtsextremistischen Blender einst behaupteten, dass der Holocaust stattgefunden hätte - die Holocaust-Industrie ist nicht die Industrie einer Erfindung, sie ist aalglatter Lobbyismus, der mit dem Andenken an Millionen von Toten satten Reibach macht.

Eingedenk dieser Gedanken, die Singularität fallen zu lassen, Auschwitz zum universellen Leitgedanken zu erheben, muß dem Staat Israel vorgeworfen werden, den Holocaust zu instrumentalisieren und ihn damit zu relativieren. Das ist fürwahr ein heikler Vorwurf. Nur: wenn man das Gedenken an Auschwitz national und rassisch anwendet, es nicht generalisiert, um es der Menschheit zu widmen, das heißt, an all jene (jüdische oder nichtjüdische) Menschen zu denken, die von Menschenhand geschunden, gepeinigt und getötet wurden und noch werden, dann findet eine Ausbeutung des Gedenkens statt, ein Missbrauch des mahnenden Gedächtnisses. Auschwitz hat demnach nicht das Andenken an gemeuchelte Juden zu sein: es muß verallgemeinert werden, hat als Andenken an das große menschliche Unrecht herzuhalten, als Mahnung dessen, dass der Mensch des Menschen Wolf ist. Es hat Mahnmal der menschlichen Rasse zu sein.

Ein derart generalisierter Leitgedanke des Gedenkens, er würde auch selbstgerechten Oberrabbinern, die gegen arabische Mieter keifen, Einhalt gebieten...



19 Kommentare:

klaus baum 1. Dezember 2010 um 08:11  

sehe ich genau so:
>>Wenn der Holocaust überhaupt eine Bedeutung haben soll, so schreibt Burg sinngemäß, dann als universelle Mahnung; er soll eben nicht mahnen, was die Gojim mit den Juden getan haben - er sollte der Menschheit vor Augen führen, was der Mensch mit dem Menschen anstellen kann, wenn sämtliche moralischen Imperative einstürzen.<<
Im übrigen hat der philosoph jüdischer herkunft, adorno, formuliert: der wichtigste imperativ nach 1945 sei: auschwitz dürfe sich nicht wiederholen.

klaus baum 1. Dezember 2010 um 08:18  

kleiner vorschlag: du schreibst: auschwitz >>hat als Andenken an das große menschliche Unrecht herzuhalten<<

das verb herzuhalten klingt unglücklich gewählt. ich empfehle: auschwitz ist das andenken, die erinnerung an das große menschliche unrecht ...

oder: hat als ... zu dienen ...

ich würde anstelle von andeken eher den jüdischen begriff der erinnerung verwenden.

das geheimnis der erlösung heißt erinnerung. ein jüd. zitat.

andenken hat im deutschen auch die konnotation: ich war am tgernsee und hab mir ein andenken von dort mitgebracht, ein souvenir.

Bernd Henneberg 1. Dezember 2010 um 08:40  

Das Problem ist doch hier sicherlich nicht der Holocaust an sich. Das Problem ist vielmehr, daß der Begriff "Jude" immer noch im Sinne der Nazis benutzt wird, nämlich als Bezeichnung einer "Rasse". Die Absurdität diese Begriffes der Nazis wird noch durch die Tatsache verstärkt, daß die Nazis 6 Millionen Deutsche, Polen, Russen, Franzosen, Niederländer, usw. jüdischen Glaubens unter dem Begriff "jüdische Rasse" in die Todeslager geschickt haben.
Aber eben nicht nur Menschen jüdischen Glaubens sondern eben auch Sinti und Roma.
Noch absurder ist jedoch, wie beschrieben, das Rabbiner dazu auffordern nicht an Araber zu vermieten. Hier geht es wieder mal nicht um "Rasse" sondern um "Glauben". Noch dazu um einen Glauben, der offensichtlich eine Sekte des jüdischen Glaubens ist. Denn die "Araber" die heute in Israel oder Palästina leben, leben dort sicherlich schon seit tausenden von Jahren und sind wahrscheinlich wärend des Osmanischen Reiches vom Judentum zum Islam konvertiert.

Anonym 1. Dezember 2010 um 10:46  

Israel hat sich von einem Staat, der ein sozialistisches Experiment (Kibbuz) durchführen wollte, in einen rassistischen Appartheidstaat verwandelt. Aber der Bundesregierung ist das egal. Wir bleiben Israels Freunde (mich ekelt das so an, dass ich überlege, auszusteigen, auszuwandern oder ???).
Ich habe am 16.11.2010 in Augsburg einen Vortrag der palästinensischen Friedensaktivistin Sumaya Farhat-Naser, die in der Westbank lebt, gehört (Man lese bitte ihr erschütterndes Tagebuch "Disteln im Weinberg"). Es war erschütternd. Der israelische Staat erlässt von Monat zu Monat perversere Gesetze, um die Westbank in "Homelands" (Südafrika vor Mandela)) zu verwandeln. Der westliche Teil der Westbank wurde als militärisches Sperrgebiet deklariert. Die Folge: alle Palästinenser mussten das Gebiet verlassen. In der verbleibenden Westbank werden die Palästinenser in 3 Enklaven buchstäblich eingemauert. Darum herum siedeln die jüdischen Raubsiedler. Die Westbank ist in 4 Gebiete eingeteilt. Jedes Gebiet vergibt Extra-Pässe/ Identitätskar-ten. Ein Palästinenser von Westbank-Nord kann nicht mehr nach Westbank-Süd. Außerdem gibt es zwischen den einzelnen Orten unzählige Militärsperren. Frau Sumayat-Naser berichtete z.B. von 7 Sperren auf 20 km Entfernung. Dadurch ist das soziale Leben praktisch zum Erliegen gekommen. Die Fahrt zur Arbeit ist eine Art kafkaeskes Abenteuer. Die Menschen sind völlig der Willkür der israelischen Militärposten ausgeliefert (Info für die Feministinnen unter uns: Laut Fr. Sumayat-Naser sind die schlimmsten Soldaten, die WEIBLICHEN! Sie geht deswegen immer zu männlichen Millitärposten.).Ein jüdischer Intelektueller sprach von einem "Soziozid" der am palästinensichen Volk begannen wird - und die Welt schaut zu und macht nichts - und der Rassist Netanjahu, der die Menschenrechte mit Füßen tritt, wird mit stehenden Ovationen im Bundestag empfangen (nur Sarah Wagenknecht + Co. blieben sitzen).
Es lebe Deutschland, es lebe der US-Imperialismus, es lebe ISRAEL (Vorsicht! Ironie!), dass den Holocaut für ihre dreckige, menschenverachtende Politik missbraucht.

Daniel Limberger 1. Dezember 2010 um 11:12  
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Daniel Limberger 1. Dezember 2010 um 11:13  
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Daniel Limberger 1. Dezember 2010 um 11:13  
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Anonym 1. Dezember 2010 um 14:21  

Blogger Daniel Limberger hat gesagt...

Addendum:.....

Hallo Daniel, gerade noch vor wenigen Minuten(bis gegen 14 Uhr) auf SAT 1, der Dauerarbeitslose Egon Dübel(zuvor bereits durch ARD und ZDF durchgereicht, angeblich seit 30 Jahren arbeitslos) mit "Arbeitslosenkrone" auf dem Kopf und eine 21-jährige(seit 4 Jahren arbeitslos)vor einem tobenden, kreischenden Publikum, welches nach "harten Vorgehen" gegen "Schmarotzer", "Drückeberger", "Leute die vom Staat leben" ruft....
Eine eigentlich lehrreiche Vorstellung für jeden wirklich Interessierten, Wissen-Wollenden, wie "Demokratie" und Faschismus im Grunde bestens zusammenpassen, sich gegenseitig bedingen, "beruchten", wie "fruchtbar der (bürgerliche)Schoß" noch immer ist.
Es mag ja "nur" TV sein, aber der faschistische Geist, gerade auch kleiner krummer Untertanen, neudeutsch: "reife Demokraten", ist schon mit beiden Händen zu fassen!
Muss man also noch immer Adolf Hitler und seine damaligen Mitstreiter dafür verantwortlich machen, wenn H E U T E Obdachlose, "Asoziale", sonstige "Abnormale" immer wieder Opfer von Gewaltverbrechen werden, meistens begangen von Leuten, die sich als "Rechts" ausgeben?
Erfüllen diese "Rechten" nicht die geheimsten feuchten Träume vieler "aufrechter", "reifer Demokraten"?
Und was sagen nun alle guten "aufgeklärten" Menschen" dazu, alle, die auf diese "Demokratie" absolut nichts kommen lassen wollen, nur immer "Auswüchse", "Fehlentwicklungen" benörgeln, doch schon bei der Namensnennung Walter Ulbrichts oder dem Begriff "Mauer" vor Schreck erbleichen, nur noch völlig sinnfrei von "Diktatur" faseln?

Unangepasste Grüße von
Bakunin

Anonym 1. Dezember 2010 um 14:24  

Sorry, es war natürlich der ARNO DÜBEL!

Bakunin

Anonym 1. Dezember 2010 um 14:40  

um Teufel jagen sollten sie ihre Herrscher in Tel Aviv..."

Ja. Und das könnten wir uns auch in Deutschland (und Europa) sagen, von den USA ganz zu schweigen.

Mahn -oder Denkmäler und anderes "Gedenken" haben nur eine Alibilfunktion oder können, so wie in Israel, instrumentalisiert werden. Wenn Menschen vergangene Greueltaten wirklich erinnern würden, wie könnte es da noch Kriege geben. Die Deutschen, die ja wirklich zwei brutale Kriege hinter sich haben, marschieren jetzt wieder munter im Gleichschritt und überfallen Länder, die ihnen nichts getan haben. Und das soll noch ausgedehnt werden...

Was wird denn überhaupt erinnert?

Anonym 1. Dezember 2010 um 15:04  

Es ist einfach unmenschlich, von den Israelis jetzt schon zu erwarten, sich von ihren Gefühlen loszusagen.
Der Mensch ist keine Rationalitätsmaschine, wie hier ein ums andere mal gefordert wird.

Trojanerin 1. Dezember 2010 um 17:09  

Meiner Meinung nach geht es überhaupt nicht darum, von den Israelis zu erwarten, sich von ihren Gefühlen loszusagen. Vielmehr ist es wichtig, dass die Gräueltaten der Nationalsozialisten gegenüber der jüdischen Bevölkerung genau wie gegenüber Sinti und Roma, politisch Andersdenkenden, Behinderten niemals in Vergessenheit geraten.
Was ich bemerkenswert finde ist, das Teile der israelischen Bevölkerung aus sich selbst heraus gerade weil jüdischen Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus unfassbares Unrecht und Leid angetan wurden, nicht die Lehre gezogen haben, sich für Frieden insbesondere mit den Palästinensern einzusetzen und friedlich miteinander zu leben. Das hat sicher ganz viele Ursachen. Eine Rolle hierbei spielt meiner Meinung nach die Militarisierung der israelischen Gesellschaft. Militärische einhergehend mit wirtschaftlichen Interessen der herrschenden Klassen, Stichwort Rüstungsindustrie, Ablenkung von innenpolitischen, sozialen Problemen, sind mitverantwortlich für den Konflikt. Auf Seiten aller Beteiligter (selbstverständlich meine ich hier auchdie Seite der Palestinenser) gibt es Kräfte, die ein Interesse haben, dass der Konflikt nicht beigelegt wird. Dabei ist der israelisch-palästinensische Konflikt seit vielen Jahrzehnten kompliziert und facettenreich, so dass eine Verbesserung für die Lage der Palästinenser bei gleichzeitiger Bewahrung der berechtigten israelischen Interessen kaum vorstellbar scheint.

emil 1. Dezember 2010 um 17:57  

Israel ist eben keine Demokratie, weil es keine gleichen Rechte für alle Bürger gibt. Es ist keine Demokratie, weil die Demokratie immer in dem Moment endet, in dem das Militär die Entscheidungen bestimmt. Das war schon im antiken Griechenland so.

Und mitnichten waren die Kibbuze ein "sozialistisches" Experiment. Es war rechtsradikale Gedankenwäsche durch Gruppenzwang und primitive Landwirtschaft auf geraubtem Land bei Tag, während nachts die umliegenden arabischen Dörfer überfallen und terrorisiert wurden. Lediglich eine weniger komfortable Vorstufe der heutigen Raubsiedlungen.

Anonym 1. Dezember 2010 um 22:50  

Emil, das ist doch ein bisschen kurz gedacht. Bzw. da können wir uns nur einig werden, wenn wir allen Demokratien die demokratischen Eigenschaften absprechen. Mag sein, Israel gibt nicht allen Bürgern gleiche Rechte. Andere Länder geben praktischerweise nicht allen Bewohnern Bürgerrechte und ziehen sich so elegant aus der Affäre. Kibbuzze sind im Vergleich zu anderen sozialistischen Experimenten zunächst kein dummer Ansatz gewesen - funktioniert hat leider bislang kein staatlich-sozialistischer oder -kommunistischer Ansatz.

Anonym 2. Dezember 2010 um 00:25  

Tojanerin: "Dabei ist der israelisch-palästinensische Konflikt seit vielen Jahrzehnten kompliziert und facettenreich, so dass eine Verbesserung für die Lage der Palästinenser bei gleichzeitiger Bewahrung der berechtigten israelischen Interessen kaum vorstellbar scheint."

Womit man ganz elegant seinen moralisch-politischen Frieden mit den Untaten des zeitgenössischen Nach- WK II- Imperialismus(international) gemacht hätte!
Wozu "Auschwitz" auch heute noch so alles taugt....

Absolut fröstelnde Grüße von
Bakunin

Anonym 2. Dezember 2010 um 15:59  

Inzwischen muss man sich auch als Linker fragen, ob es für die Deutschen nicht besser und gesünder wäre, wenn sie einen Schlussstrich unter ihre Geschichte ziehen und ihre "historische Verantwortung" zu den Akten legen würden. Was in den 60er Jahren mit der Frage "Wie konnte es nur passieren?" begann, hat die Deutschen doch aus dem Jammertal ihrer Schuldgefühle in einen Zustand moralischer Überlegenheit geführt, wie man hier erkennt. Sie fragen sich nicht mehr, wie "es" passieren konnte, sondern machen sich Sorgen, dass "es" wieder passieren könnte – nicht in Deutschland, sondern in Israel. Weil die Juden – anders als die Deutschen – aus ihrer Geschichte nichts gelernt hätten.

Anonym 2. Dezember 2010 um 18:54  

_BB_

Toll. Ich bringe hiermmit mein Wohlgefallen im Allgemeinen über Blog und Kommentatoren zum Ausdruck. Es fällt nicht immer leicht, denn das Prinzip "It kills you to know" findet bei Lektüre der oben genannten stets und immer wieder Anwendung. Wie sie alle heißen mögen der Blogwart und die Kommentatoren, ich schätze Ihre Nonkonformität und was beinahe noch wichtiger ist innerhalb dieser, Ihre Kontroversität.
Wie es schon vor einiger Zeit Einer schrieb, es bleibt am Ende nur noch Dank zu sagen.

"so many lifes filled with greed overlooking those who need.
Open your eyes, change your ways open your heart and break away"

mondoprinte 4. Dezember 2010 um 11:23  

Zweifellos ist es ekelerregend, wenn antiarabischer Rassismus in Israel bzw. hierzulande mit der "Sorge um das jüdische Volk" gerechtfertigt wird.
Zudem ist es mit dem institutionalisierten Shoa-Gedenken so weit gekommen, dass man sich schon fragt, welche israelische Siedlung man als nächstes ideell mitbauen hilft, wenn man sich uzr Notwendigkeit der Erinnerung an die Shoa bekennt.
Auch richtig: Die Nazis haben nicht nur Juden getötet.
Und schließlich: Heute sollte es auch darauf ankommen, jüdisches LEBEN, in Israel, Deutschland und anderswo, als spöches mit besonderem Wollwollen zu beäugen und zu begleiten - ich schreibe mit Bedacht mal nicht "beobachten" oder "verfolgen"... Die Erinnerung an tote Jüdinnen und Juden greift oft viel zu kurz und hat zu einer Kultur des bloßen Gedenk-Vollzugs geführt - gerade auch hierzulande.

Und doch: Die Deutschen, die sich bereitwillig haben von den Nazisrepräsentieren lassen, haben zu allererst Juden gemeint, als sie davon wahnhaft sprachen, Deutschland müsse wieder rein werden. Die Endlösung richtete sich besonders an Jüdinnen und Juden.

Die Betonung der Partikularitätjüdischen Leidens hat in Abgründe geführt - und doch ist sie richtig. Avigdor Liebermann, Bahamas, konkret, Liza's Welt, PI und Geert Wilders können die Erinnerung an jüdisches Leid missbrauchen, wie sie es für geboten halten - die Singularität von Auschwitz steht für mich nicht außer Frage.

Anonym 10. Dezember 2010 um 23:42  

"Auschwitz verallgemeinern!"

Verbrechen, industriellen Massenmord,....wegdiskutieren. <<<<<
Europraub leugnen, damals---und heute?
Übrigens, Roberto, erinnere woher und weshalb dein Vater nach , Deutschland kam.
Zoran

  © Free Blogger Templates Columnus by Ourblogtemplates.com 2008

Back to TOP