Gesellschaft in vier Phasen

Mittwoch, 5. Januar 2011

Die kapitalistische Gesellschaft ist ein interessanter, eigentlich unerklärlicher Patient; einer, der seit mehr als 150 Jahren im Sterben liegt und sämtliche Phasen des Sterbens (nach Elisabeth Kübler-Ross) durchlebt - der aber nie in der letzten Phase ankommt, stets dem Tod noch mal von der Schippe springt. Er hüpft von Phase vier zurück auf Phase eins oder zwei, je nachdem, was das kurze Glück wirtschaftlicher Zustände gerade zulässt - nur Phase fünf, der letzten Phase, geht er nicht ins Netz. Die kapitalistische Gesellschaft ist zählebig und übersteht die vereinzelten Krisen ihres Siechtums stets aufs Neue - nicht blendend, meist arg gebeutelt: aber immerhin, man lebt noch!

Betrachten wir die Koliken, die die deutsche kapitalistische Gesellschaft in den letzten Monaten beutelten, anhand der fünf Phasen des Sterbens nach Kübler-Ross:

1. Phase: Leugnung

Marodes System? Wir sollen ein marodes System sein? Neinnein, das ist ja ausgeschlossen! Alle anderen Systeme haben versagt - gibt es denn den Warschauer Pakt noch, hm? Gut, wir hatten eine Krise, aber wir sind doch eben dabei, sie vorbildlich zu stemmen. Nein, das System ist nicht krank - einige wenige sind es, einige wenige missbrauchen das System. Die blanke Gier einiger Einzelner macht die Krise - sie war doch nicht im Kern angelegt. Ein Paar Bazillen sind ins System geraten, das ja! Doch deswegen ist noch lange nicht der ganze Körper krank! Ein sterbendes System! So ein Irrsinn - Spekulanten waren es; und die sind eine vergleichsweise leicht zu kurierende Infektion. Einzelfälle waren es - aber das System ist intakt, ist stimmig, bringt jene Vorzüge des Menschen zum Vorschein, die eine gesunde Gesellschaft braucht!

2. Phase: Zorn


Die Typen an der Börse waren es! Das sind die Sünder, die gehören bestraft. Rigoros bestraft! Die und diese ganze Bande fauler Schweine! Die Arbeitslosen, die uns unser schönes Geld kosten. Und die Ausländer, die sich in unsere Hängematte legen und sich von uns auch noch füttern lassen. Moslems und Araber, die sollte man mal zur Rechenschaft ziehen. Und Arbeitslager müssen her, damit diese müßiggängerische Clique mal einen anderen Wind verspürt. Überhaupt diese ganze linke Irrenanstalt sollte mal verboten werden, diese Gutmenschen mit ihrem Multikulti und ihrem Geseier vom Guten im Menschen. Solche müssten wir ausmerzen, dann können wir den Karren wieder aus dem Sumpf ziehen, dann wären wir keine Gesellschaft in einem maroden System - wird sind nicht marode, wir sind nur übersatt und übervoll an überflüssigen Menschenmaterial.

3. Phase: Verhandeln

Vielleicht ist ja ein bisschen Wahres dran, vielleicht sind es nicht nur diese Bazillen, die sich am System schadlos halten - kann sein, dass es kleine Ungereimtheiten im System gibt; möglich, dass wir das jetzt mal einsehen müssen. Der Kapitalismus ist doch nicht unfehlbar - und das ist ja gerade das Reizvolle: er ist menschlich, weil er wie der Mensch nicht unfehlbar ist. Man muß Fehler eingestehen können - das ist sympathisch! Daher müssen wir das System stützen, wir müssen mit denen verhandeln, die an vorderster Front miterleben, dass es Gefahrenquellen gibt: bei den Spekulanten, bei den Bankern. Spannt Rettungsschirme auf! Vermittelt zwischen den Grundlagen des Systems und diesen winzigen Fehlern des Systems! Federt ab! Es ist ja noch nicht alles verloren - wenn wir vermitteln, wenn wir als Gesellschaft finanziell einspringen, dann können wir dem Siechtum doch spielend entkommen.

4. Phase: Depression
Ach, es hilft ja alles doch nichts! Das irdische Getümmel ist beschissen - und unser System, so irdisch wie es ist, es ist letztlich auch so. Es ist so unterirdisch, weil es irdisch ist. Man kann ja schuften, machen, Schirme aufspannen: am Ende obsiegt die Niederlage, schlussendlich liegen wir alle darnieder. Gut, wir sind halt marode, wir sind eine malade Veranstaltung - man muß es endgültig einsehen. Aber marode und sterbenskrank sind noch alle Systeme gewesen. Machen wir uns nichts vor: wir sind vergänglich in einer vergänglichen Welt; wir sind das beschissene Produkt eines Globus, auf dem es nur so von Beschissenen wimmelt. Alles Scheiße! Wir sind alle dem Untergang geweiht. Am Ende sind wir alle tot...

Hier setzte die fünfte Phase an, hier schrübe Elisabeth Kübler-Ross der Akzeptanz Raum zu - doch so weit kommt es beim kapitalistischen Patienten nie. Das macht ihn als Patienten so spannend: seine Gesellschaften haben bis heute nie akzeptiert, dass sie in einem System leben, dass von Geburt an erkrankt war; immer dann, wenn man kurz vor der Akzeptanz stand, konnte leichte Linderung bewirkt werden und die Massen taumelten aus der Depression zurück in den Zorn oder zur Leugnung. Würden die kapitalistischen Gesellschaften die fünfte Phase beschreiten, sie würden gelassener und würden hinnehmen, dass dieses System, das man für das einzig wahrhaftige hält, keine Dauerlösung sein kann - und der Patient Kapitalismus wäre bereits tot.



21 Kommentare:

Anonym 5. Januar 2011 um 10:44  

Dann hoffe ich einmal, dass wir Zusammenlebensformen finden, die uns den Übergang in die fünfte Phase ermöglichen.

Uwe 5. Januar 2011 um 12:10  

Und was ist denn nun die ominöse Dauerlösung?
Bis Stufe 5 wissen alle Systemkritiker ganz genau Bescheid, und dann kehrt das ganz große Schweigen ein, bestenfalls ein Winden.
In der Lapuente-Version der Geschichte ist man also in großer Gelassenheit ob des bereits (!) eingetretenen Todes des bisherigen Systems. Man hat also gar kein System mehr (Anarchie). Und diese totale Unsicherheit soll Gelassenheit erzeugen?
Das ist der größte Mumpitz, den ich in diesem zum Glück noch jungen Jahre gelesen haben.

Wolfgang 5. Januar 2011 um 14:25  

"Freiheit erzeugt Gewinner und Verlierer. Aber deswegen wollen wir doch nicht die Freiheit aufgeben." Dieses perverse Zitat des Pfarres, Bürgerrechtlers und gefühlten Bundespräsidenten Gauk, das in schönster Weise das moderne Wording, das Ersetzen des Sinnvollen Begriffes "Wettbewerb" mit dem in diesem Kontext sinnlosen Begriff "Freiheit" zeigt. Dieses Zitat zeigt auch warum der Kapitalismus niemals in der fünften Ebene des Sterbens ankommt. Der Kapitalismus ist fehlerbehaftet. Aber die Katastrophen die durch diese Fehler resultieren werden als Systemimanent und daher tragbar, ja gar als Regulativ wichtig dargelegt ... und HEY! Was für eine Alternative gibt es schon zur FREIHEIT!?

potemkin 5. Januar 2011 um 14:27  

Ein interessanter Vergleich! Nur: Die fünfte Phase ist leider immer die Katharsis, das "Alles auf Null" oder, vulgärer ausgedrückt: Krieg. Und darauf scheint auch alles wieder hinaus zu laufen. Wo sonst sollen schließlich Wachstum und Aufschwung herkommen? Für die Überlebenden wird es dann auch wieder eine zeitlang Vollbeschäftigung geben...

Trotzdem: Glückwunsch zum Jubiläum und ein kreatives neues Jahr!

Anonym 5. Januar 2011 um 14:53  

Apropos Mumpitz:

Ein Onkel von mir war anno 1991 in Polen - er ist Bänker gewesen, und schon seit Jahren Rentner - Damals, um darauf zurückzukommen triumpierte er: "Die maroden Straßen in Polen allein zeigen schon, dass der Sozialismus nicht überlebensfähig war" - Tja, was würde er nun dazu sagen:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=7892#h13 - Punkt 13 und Kommentar dazu.

Auch so ein Mumpitz "Uwe" oder?

Fazit:

Alle -ismen sind Bullshit, wie man am Zustand unserer Republik unter der Diktatur des Neoliberalismus sieht.

Gruß
Bernie

Anonym 5. Januar 2011 um 14:58  

@Roberto J. de Lapuente

Treffende Analyse - Nun wäre noch ein Vergleich der Systeme angebracht, und was der Zombie Kapitalismus - als vermeintlicher Sieger der Geschichte - vom Toten Sozialismus an Undingen übernommen hat.

Gruß
Bernie

PS: Ich halte es ja für eine "Zeitungsente", aber nachdem Griechenland seine Grenze zur Türkei mit einem "Grenzzaun" (=Mauer) abschotten will soll es in Deutschland auch bei Neoliberalismus-Fans "in" sein die deutsche Grenze mit Mauern zuzumüllen - Wie war das damals noch in der DDR? "Die Mauer muß weg!" - Dank marktradikalen Taliban haben wir nun bald wieder "Mauern" und einen SED-Staat mit kapitalistischem Vorzeichen - Ich hoffe ja immer noch, dass ich hier völlig daneben liege, aber die Zeichen stehen wohl so, dass ich leider Recht behalten werde....

endless.good.news 5. Januar 2011 um 15:18  

Ich persönlich sehe auch nicht das Problem im Kapitalismus. Das Problem sind die Menschen darin. Diese sind es, die es bisher immer geschafft haben ein Gesellschaftssystem marode werden zu lassen. In meinen Augen muss man ein System schaffen in der niemand eine deutliche Überlegenheit gegenüber den Anderen erreichen kann. Letztenendes gehen alle Systeme an der Konzentration von Macht in einer kleinen Gruppe kaputt.

Anonym 5. Januar 2011 um 15:38  

Ich kann nur hoffen, dass uns die kapitalistischen Auswüchse zu der erforderlichen Verzweiflung und Inspiration führen wird, damit wir uns dieses unmenschlichen Systems ein für alle mal entledigen und Raum schaffen, für eine neue, anarchistische Gesellschaftsform.

Anonym 5. Januar 2011 um 18:50  

Uwe, wieso soll das Mumpitz sein? Planwirtschaft oder Untergang, das ist bei schwindenden Ressourcen die langfristige Parole! Menschen haben leider einen, soweit er die eigene Art betrifft paranoiden, Ewigkeitsglauben.

Anonym 5. Januar 2011 um 19:02  

Ich frage mich: Wann ist denn ein System ein kapitalistisches ? Zeichnet das kapitalistische System aus, dass es vorrangig Privateigentum schützt ? Der Vorrang des Individuums und seiner Rechte gegenüber dem Kollektiv ?
Die Schwierigkeit Phase 5 einzuleiten besteht doch darin, eine valable Alternative aufzuzeigen. Es soll ja nach dem Tod weitergehen.

Anonym 5. Januar 2011 um 20:13  

@Uwe

Du scheinst kein Dauerleser dieses Blogs zu sein, sonst wüßtest du um was es bei den Beiträgen bei ad sinistram geht. Wenn du wirklich so begierig nach Lösungen suchst, kann ich dir www.zmag.org oder www.nachdenkseite.de ans Herz legen, um nur zwei Beispiele zu nennen. Englischkenntinisse bei zmag vorausgesetzt.


@Roberto

Erst einmal meine Glückwünsche fürs dreijährige Jubiläum. Und ich finde es nicht schade, daß es ad sinistram immernoch geben muss. Veränderungen kommen schließlich nicht über Nacht, auch wenn das jetzt abgedroschen klingt.

Was deinen Artikel betrifft, ich verstehe das ganze mal als Analogie, wird die 5. Phase so schnell nicht eintreten. Ich denke davon können wir ausgehen. Weltwirtschaftskrisen, Kriege und Hungesnöte? Dieser alte, zähe Bastard will einfach nicht sterben.
Wir müssen den Patienten in eine Sterbehospiz einweisen. Und der Sensenmann kommt in Gestalt einer planetaren Zerstörung durch (allen voran) die globale Erwärmung.

Manul 5. Januar 2011 um 22:11  

@Bernie:

LOL! Ich habe Polen vor 1991 erlebt und ich scherze oft, dass selbst in der kommunistischen Volksrepublik waren Dinge selbstverständlich, für die man heute löhnen muss oder sie sind schlicht nicht vorhanden. Insgesamt finde ich es sehr erschreckend wie sehr sich das nähert und das merken sogar meine Eltern, die den Kommunismus selbst bekämpft haben.

Man konkurriert eben mit Schwellenländern wie Brasilien, China und Indien. Ich war in Indien und noch sind wir da nicht angekommen, aber es bürgern sich manche Dinge ein, die eigentlich dort üblich sind, Gated Communitys z.B... aber irgendwie ist das immer das Gleiche, wenn man genauer darüber nachdenkt, und das ist das Schlimme daran.

Uwe 5. Januar 2011 um 22:35  

potemkin, "wo sonst sollen schließlich Wachstum und Aufschwung herkommen?"
Gucken Sie sich die Statistiken der positiven Entwicklung der Auftragslage an. Wieso sollte da jetzt als nächstes Krieg nötig sein für Wachstum und Aufschwung?
Die Arbeitslosenzahlen gehen dabei auf unter 3 Mio. runter. Auch wenn die Arbeitsplätze teilweise an Qualität eingebüßt haben, stehen die Zeichen nicht auf Unruhen hervorrufende Massenarbeitslosigkeit, die hatte man für vielleicht mal doppelt bis dreimal soviele Arbeitslose angenommen.

Also einfache Frage: Wo soll heute denn mehr Protestpotential herkommen als zur (größeren) Krise vor 2 Jahren?

Trojanerin 5. Januar 2011 um 22:47  

Die Sterbephasen nach Elisabeth Kübler-Ross verlaufen nicht chronologisch. Man kann von Phase 1 direkt in Phase 3 kommen und von Phase 3 wieder in Phase zwei. Man kann manche Phase gar nicht durchleben, weil die verbleibende Lebenszeit nicht ausreicht.
Bezogen auf den Kapitalismus stellt sich die Frage, was mit der 5. Phase, der Akzeptanz, gemeint ist. Wenn die Menschen selbst erkennen, das die kapitalistische Gesellschaft am Ende ist, also sterben wird, bleibt die Frage, was danach kommt. Man kann ja auch gar nicht von den Menschen sprechen. Es geht vielmehr darum, wer die wirtschaftliche und politische Macht ausübt und welche Interessen damit vertreten werden sollen.
Bestimmte wohl situierte Kreise haben zum einen die Macht und zum anderen überhaupt kein Interesse, an den bestehenden Verhältnissen etwas zu ändern. Folglich fehlt die Einsicht , dass das kapitalistische System am Ende ist. Sie werden es auch gar nicht einsehen wollen, denn Umweltkatastrophen und Klimawandel, Hunger und Flüchtlingsströme, soziale Ausgrenzung und Verelendung berühren die Herrschenden nicht. Und schließlich rappelt sich das kapitalistische System immer wieder auf. Es stirbt nicht. Es hat den 2. Weltkrieg überlebt und wird auch noch die wahr gewordenen Zukunftsvisionen aus „schöne neue Welt“ und „1984“ überleben.

Inglorious Basterd 6. Januar 2011 um 09:12  

@Bernie: "Alle -ismen sind Bullshit, wie man am Zustand unserer Republik unter der Diktatur des Neoliberalismus sieht."

Diese Aussage vielleicht noch einmal editieren? Was ist mit Altruismus, Humanismus, Pazifismus?

Schräge Psychpoklempner wollen uns z. B. einreden, dass Altruismus auch eine Form von Egoismus sei ("Die Psycho-Falle" - Karl-Heinz Joepen, Rotbuch-Verlag 1997).

@Roberto: Mit Kübler-Ross befinden wir uns als kritische Linke hier aber auf der Eso-Schiene. Zu Deinen Gunsten werte ich den Gebrauch der Parallele mal als Satire.

Anonym 6. Januar 2011 um 12:00  

@Uwe

Ihnen wäre die Lektüre von Nachdenkseiten wirklich ans Herz zu legen - Allein schon, dass Sie auf die Statistik-Lüge mit den abnehmenden Arbeitslosenzahlen ist für mich persönlich Beweis für ihre verbohrte Weltsicht, die meint Regierungen lügen nie, und überhaupt alle PolitikerInnen sprechen die Wahrheit.

Hier der Hinweis, dass die Arbeitslosenzahlen schon seit Montaten zurechtgebogen werden wie es eben Schwarz-Geld (absichtlicher Fehler) paßt:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=7892#h01 - Punkt 1

Albrecht Müller, und Wolfgang Lieb, beide keine Schröderianer, aber SPD-Promis berichten schon seit Beginn von Schwarz-Geld über diese Statistik-Manipulation auf die Sie hier offensichtlich voll reingefallen sind.

Was übrigens mangelnde Proteste angeht, da hat man ja bei der Verabschiedung des Sparpakets gesehen woran die scheitern - Oder demonstrieren Sie gerne, wenn Sie als Terrorverdächtiger aufgrund Andersdenkens gelten?

Zynisch könnte man sagen:

Den islamistischen Terroristen des 11. September 2001 sei dank, dass wir Sozialabbau, völkerrechtswidrige Kriege und andere Undinge an der Bevölkerung vorbei durchdrücken dürfen.

Man sollte Osama Bin Laden dafür den Nobelpreis (=kap. Kriegspreis) verleihen!

Zynischer Gruß
Bernie

Manul 6. Januar 2011 um 14:24  

@Uwe: "Wo soll heute denn mehr Protestpotential herkommen als zur (größeren) Krise vor 2 Jahren?"

Ganz einfach: Die Krise ist noch gar nicht vorbei, sie hat sich nur in unterschiedliche Ausläufer geteilt, die aber alle mit der Krise von vor 2 Jahren eng zusammen hängen. Es redet auch heute keiner mehr von der 'Finanzkrise', sondern von der 'Euro-Krise', als ob beides etwas völlig unterschiedliches wäre. Im Finanzwesen und in der Wirtschaftspolitik hat sich allerdings auch nichts Signifikantes verändert, man betreibt immer noch eine Blasenökonomie, in der ein immer größerer Haufen totes Kapital von einer Steueroase zur nächsten vagabundiert, auf der Suche nach besseren Renditen und um den Staaten Steuern vorzuenthalten. Die Folgen der Finanzkrise sind also immer noch virulent und sorgen nach wie vor für große Ungleichgewichte, die jederzeit aus der Balance geraten können, sobald eine Blase überfüttert ist, wie die Hypothekenblase in den USA 2007 (die im Übrigen schon viel früher erkennbar war für jene, die sich dafür interessierten...).

Deshalb eine einfache Gegenfrage: Woher sollen also die Impulse kommen, die zu einer echten Besserung der Lage führen würden? Ich sehe keine, ich sehe dafür jede Menge inkompetenter und korrupter Politiker und einen gierigen Geldadel, der nur an seine eigenen Pfründe denkt und der schon immer bereit war dafür millionenfach über Leichen zu gehen.

Die Habenichtse dürfen sich also auf interessante Zeiten gefasst machen. Gnade dürfen sie von dieser Herrscherkaste nicht erwarten, die diese ganzen Zumutungen und Verbrechen auch noch als erfolgreiche Politik verkauft.

Anonym 6. Januar 2011 um 14:47  

@Manul

Danke für deinen Hinweis.

Ich beziehe mich ja auf die Zeit des Verfalls des Kommunismus, und da sind die Parallelen zu heute wirklich erschreckend - nicht allein verfallende Häuser und Straßen betreffend.

Übrigens, ich war mal froh, dass der Sowjetkommunismus/-sozialismus mit dem Mauerfall Geschichte geworden ist, aber seit dem Genossen der Bosse Gerhard Schröder und dessen AGIPROP-Nachfolgerien Angela Merkel weiß ich, dass der alternativlose Neoliberalismus der selbe Unfug ist, wie der autoritäre Staatskommunismus alter Prägung.

Einziger Unterschied:

Der Kapitalismus begeht seine Verbrechen im Verborgenen und heuchelt "Freiheit" und "Demokratie" vor, während man einen neoliberalen Totalitarismus praktiziert.

Da waren Stalin, Pol Pot & Co., zwar ebenso mörderisch wie Maggie Merkel und der "Friedensnobelpreisträger" Obama, aber die haben mit offenem Visier gekämpft, zynisch gesagt.

Ergebnis selbe Unmenschlichkeit aber keine Heuchelei wie beim neoliberalen Freiheitsengel Westerwelle.

Gruß
Bernie

Anonym 6. Januar 2011 um 15:04  

@Inglorious Basterd

Natürlich gebe ich dir Recht.

Ich meine natürlich mit -ismen und Bullshit die ideologisch verblendeten von autoritärem Kommunismus, Faschismus und Kapitalismus bzw. Neoliberalismus.

Präzisierend genug?

Gruß
Bernie

Anonym 7. Januar 2011 um 04:37  

"Akzeptanz" ist Tod ist Krieg und der Heiland ist wiedergeboren!

Ronny Meyer 8. Januar 2011 um 23:45  

Alles was zum Thema gesagt werden musste ist bereits gesagt.
Überhaupt muss was dran sein an der These, den ich leide mit, in den einzelnen Phasen, spüre es, wie's mir schlecht und schlechter geht und dann doch wieder besser.
Ich kann mir denken, warum es nie zu Ende gehen kann nach der letzten Phase. Es hat sich einfach noch kein seriöser Sterbebegleiter gefunden, für einen solchen Haufen von Toren......

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