Der hat nichts mit uns gemein!

Freitag, 29. Juli 2011

Selbstverständlich ist die bürgerliche Mitte hierzulande, die sich größtenteils für christlich oder christlicher Herkunft erklärt, wegen der Ereignisse in Norwegen schockiert. Behauptete doch der Terrorist, er sei bekennender Christ, womit er seinen Massenmord zu begründen trachtete. So einer ist kein Christ, hört man jedoch nun. Wenn man dessen Herkunft aus der bürgerliche Mitte schon nicht aberkennen kann, so doch wenigstens den religiösen Tand, den er in die Waagschale wirft. So einer ist kein Christ, denn wer so etwas tut, der hat etwas falsch verstanden. Dem wäre gar nichts hinzuzufügen, wenn es nicht dieselben Leute wären, die Terroristen islamischer Herkunft nachsagten, diese seien besonders gläubig, besonders koranfest. Wie sonst, wenn nicht im tiefen Glauben an Allah, hätten sie so eine Bluttat begehen können?

Diese Selbstgerechtigkeit passt wie ein geschnitzter Jesus aufs Holzkreuz. Der Terrorist, der sich als christlicher Kreuzritter sieht, den erkennt man seinen Glauben, sei es auch nur sein Irrglaube, besonders christlich zu sein, ab. Leitet der Terrorist sein Handeln aber irrigerweise aus dem Koran ab, so zweifelt man nicht an dessen muslimischer Standfestigkeit - nein, man sieht sie bestätigt. Der christliche Mörder ist ein Irrgänger, der die Bibel nicht verstanden hat - der muslimische Mörder ist nur konsequent, weil er den Koran eins zu eins umsetzt. Der Mordschrist gehört nicht zu uns, unken sie - aber der Mordsmuslim, das ist einer von denen, ein ganz typischer Vertreter von denen. Der Terrorist, der den Koran heranzieht, um zu töten, gilt als strukturelles Problem des Islam. Der Terrorist, der Bibelweisheiten rezitiert, um der Gerechtigkeit willen zu morden, der ist ein Irrgänger, ein Ketzer. Keiner aus unserer Mitte, wissen Christen dann zu entschuldigen - aber der Muselmann, der war fest im Islam verankert, war fromm, war korannah. Wer stets in einem Buch liest, in dem nur Mord und Totschlag steht, der ist doch nur konsequent, wenn er das Gelesene wahr macht. Wer brav Bibel liest, dem kann das nicht widerfahren. Und was ist mit denen, die Bücher und Texte lesen, die Abneigung und Hass predigen? Die das lesen, was Broder und Sarrazin aus dem Füller kleckste? Wären die nicht auch konsequent, wenn sie wahr machten, was da in und zwischen den Zeilen zu deuten ist?

Schemenhaft erinnert man sich noch an Muslime, die nach dem 11. September, und später auch immer wieder, darauf hinwiesen, dass die Terroristen, die im Namen Allahs meucheln, nichts mit ihnen gemein hätten. Das seien keine Muslime, das seien Mörder, die den Koran vergewaltigen, erklärten sie betroffen. Die Mörder würden den Islam instrumentalisieren. Sie ernteten aber nicht Verständnis, sondern Skepsis. Statt die Mörderbrigaden aus dem Islam zu subtrahieren, las man das Feuilleton rauf runter, sollten sich Moslems hinstellen und bekennen, sich dafür entschuldigen, dass da einige Brüder mordeten. Sie sollten sich entschuldigen, weil der Islam an sich eine Blut- und Bodenreligion ist und man als Muslim damit zu einer anrüchigen Gemeinde gehört. Diese westliche, diese christliche Arroganz leistete man sich, weil man der Ansicht war (und ist), dass der Islam schon im Keime gewalttätig und blutrünstig ist - schon der gemäßigte Islam, so wissen "Islamkritiker", sei eigentlich ein Generalangriff auf den Frieden. Es wäre unvorstellbar, dass man jetzt die Christen Europas dazu aufforderte, sich für diesen terroristischen Christen nach Selbstverständnis zu entschuldigen. Es wäre überdies auch gar nicht nötig, denn die Sippenhaftung gilt nicht für Familien, nicht für (Religions-)Gemeinschaften. Und sie müssen es nicht, weil es tatsächlich nicht von großem Glauben zeugt, Menschen zu ermorden - dies gälte dann allerdings religionsübergreifend.

Wenn der terroristische Anschlag in Norwegen überhaupt etwas bewirkt hat, dann nur die Sichtbarmachung westlicher, abendländischer Selbstgerechtigkeit. Er hat eklatant aufgedeckt, dass Terror nicht Terror und Terrorist nicht Terrorist ist. Das war immer bekannt, denn wer Terrorist ist, ist immer eine Definitionssache der Machthaber. Wer früher Terrorist war, der kann später Held werden - man denke nur an die Geschwister Scholl. Dass aber ein Terrorschlag dieser Größenordnung systematisch nicht als Terrorismus bezeichnet wird, damit weiterhin der Terrorist muslimischer Herkunft ein Monopol auf diese Bezeichnung hat, sagt alles aus. Und dass man der Terrorismus eines selbstbekennenden Christen als christliches Produkt leugnet, während der Terror selbsterklärter Muslime als unleugbar muslimisch gilt, sagt noch mehr aus.



36 Kommentare:

Anonym 29. Juli 2011 um 09:31  

Danke für den überfälligen Text.

Ja die Christen, die sind auch perfekt im Heucheln, und dies nicht erst seitdem der Terrorist in Oslo - im Namen seines fundamentalistischen Christentums -gemeuchelt hat.

Es ist, in dieser schnelllebigen medialen Zeit, schon vergessen, dass US-Christen Munition an "ihre Jungs" in Afghanistan lieferten, wo Bibelstellen eingraviert waren, d.h. meucheln die Taliban, dann wenigstens mit dem evangelikalen Spruch auf der Patrone "Auge um Auge, Zahn um Zahn....", oder ähnlichen Bibelsprüchen, die zu Mord und Totschlag aufrufen.

Benedikt XVI ist übrigens für Katholiken der Chef-Heuchler vom Dienst - Wieso schweigt der zu dem Terroristen von Oslo? Hat nicht der katholische Papst - vor einiger Zeit - eine antimuslemische Predigt gehalten? Ist es nicht Benedikt XVI, der einen seiner Papstvorgänger, der millionenfachen Judenmord zuließ, Pius XII, von diesem Vorwurf, und dem des christlichen Judenhasses, via Seligsprechung freisprechen will? Hat nicht der Papst Benedikt XVI, und seine christlichen Kollegen aus anderen Konfessionen, vor päpstliche Geschichtsfälschung zu betreiben wonach sogar Menschheitserrungenschaften, die gegen den jahrhundertelangen Widerstand der Kirche durchgeboxt wurden, für seine römisch-katholische Kirche, via Geschichtsfälschung, zu vereinnahmen? Ich meine die Aufklärung, die neuerdings von Kirchenvertretern heuchlisch als christliche Errungenschaft ausgegeben wird, während dieselben Vertreter dem Islam ein Zeitalter der Aufklärung absprechen wollen, und diesen nur auf islamische Fundamentalisten festlegen wollen.

Kein Wort davon, dass die Aufklärung auch über den Islam stattfand, weil gerade islamische Gelehrte Errungenschaften der antiken Welt Europas erhielten, als christliche Prediger auch die letzten Zeugnisse antiker Kultur vernichten wollten - Bildersturm-Terrorismus der christlichen Art, die man, in Christenkreisen, bis heute abstreitet, und dies obwohl die Überreste Bände über die christlichen Fundamentalisten der Frühzeit (z.B. die Parabalani, eine christliche Sekte, die stark an die Taliban des Islam erinnert) sprechen - Archäologie lügt, im Gegensatz zur kirchlichen Geschichtsschreibung, eben nicht.

Übrigens auch die unterschiedliche Behandlung des Terrorismus, sah man ja schon lange vor dem 11. September 2001 - im Kalten Krieg.

Linksstaaten, oder kommunistische Staaten, wenn die von Terroristen angegriffen wurden, hatten oft keinerlei Unterstützung seitens der westlichen Welt - Im Gegenteil, die westlichen Geheimdienste, allen voran die CIA, föderten diese Terroristen sogar noch.

Gruß
Bernie

Anonym 29. Juli 2011 um 09:35  

Noch was:

Christen die meinen, dass ihre Heilige Schrift, die Bibel, nicht zu Hass und Gewalt, ja sogar zu Völkermorden aufruft, die sollten sich einmal eine nichtweißgewaschene Version der Bibel (alte vergriffene Auflage z.B. aus früheren Zeiten) reinziehen - Die kommen aus dem Staunen nicht heraus, und wenn es ganz dumm läuft verlieren die, ob der Bibellektüre gar ganz ihren Glauben, wie es mir gegangen ist.

Interessant ist übrigens auch, dass eine Heilige Schrift, auch die Bibel, immer wieder davor warnt sie zu entwerten, indem man Stellen verfälscht oder wegläßt - Ja, die drohen einem sogar mit "ewiger Höllenpein" - Hat aber biblische Chronisten nie davon abgehalten die Bibel an ihr Zeitalter anzupassen, indem die auf Teufel komm raus fälschten, logen und betrogen.

Gruß
Bernie

flavo 29. Juli 2011 um 10:25  

ganz recht, das Sichereignete wird hier synthetisiert zu besprechbaren Entitäten, die außerhalb des Feinbildes des Islamterrors stehen. Nur das herumgelegene Blut und die Leichen und das Bumm der Explosion sind rein äußerliche Ähnlichkeiten mit dem Islamterrorismus. Das ganze Konvolut von trockener Wüste, vermummten Gesichtern, Moscheengängern, Bärtigen, geknebelten Frauen und übel riechenden Einsiedlern, die in religiöser Trance Sprengstoff zünden, greift hier nicht. Es kommt die Psychopathologie zum Zug. Damit wird die eigene Religion rein gehalten, weiss und unbefleckt. Dass dem Glaubensbruder in Norwegen vielleicht die aggressiven Worte des Papstes Ratzinger Balsam auf der Seele waren, dass ist nicht einmal in der Phantasie möglich. Die weißreine Religion ist für den interferenzfreien Markthauch, für die Milderung des Leids durch den heiligen Schein der Spendem, für die Liebe zur Ordnung und zrur dankbaren Unterwerfung und für die allseitige Beschweigung des großen Restes. Aber nie für anzünden von Bomben und Erschießen von Menschen. Hier waltet kein heiliger Geist mehr, der Wille Gottes ist nicht so unergründbar, als dass er hier noch als am Werke betrachtet werden könnte. Hier ist die Erblindung erlaubt: blindes Mitleid, wenn man kann oder ansonsten Bschweigung. Es gibt nichts zu verstehen. Der Versuch des Verstehens würde in den Horror führen, in der jeweiligen inneren Welt würden geheiligte Objekte zu dunklen Schatten werden, zu monströsen Hackprinzipien, zu volatilen Panikschüben, zu Ohnmacht und Desorientierung, Sinnschwindel und Kreisel des Grauens. So bleibt man am Ufer stehen und beglotzt durch blindes Mitleid oder Beschweigen, wenn nicht der Hass sich versprachlicht in den Glaubensgeschwistern. Ein Kranker im Gehirn, falsche Hormonflüsse und Ungleichgewichte der Transmitter, man hockt am Rand des Sinnes und durch eine trübe Scheibe nimmt man den Unsinn wahr, wie ein Tourist im Safaripark. Das extrasensuelle Ereignis, ein kurzes Blitzlicht auf den eigenen Sinnbogen und den Kreis der Welt durch eine Art fluider Weltenteilung wie Zellteilung, die ihr Geborenes entlässt und sich neu verschließt. Das böse innere Objekt nach außen gebiert und es in dieser Konstellation richtet. Sadistische Lüste anzieht, großzügige Vernunft inszeniert, Gerechtigkeit durchführt, innere Einheit erleben lässt. Die gute Welt entsteht. In ihr gibt es nicht den allabendlichen Hass und Groll auf Chef, Dummheit und Ausländer und Spekulanten, auf Armut und Arroganz. Hier gibt es eigentlich nichts. Gibt es hier etwas? Nein.

Anonym 29. Juli 2011 um 10:34  

"Dass Terror nicht Terror und Terrorist nicht Terrorist ist",

offenbart die bekannte Scheinheiligkeit des westlichen Wertesystems.
Rechter Terror wird immer verharmlost. Traurig!

Interessant auch, wie der Nackt-Scanner (pfui!) zum Körper-Scanner (ist doch nix!) mutiert ist.

Hinter dem Begriff "Terror" steckt eine menschenfeindliche Ideologie, die Unterdrückung und Ausbeutung des Volkes zum Ziel hat.

Der Terror des Finanzkapitalismus.
Die neoliberale Ideologie.
Das Große Geld.

Terror herrscht, wenn Menschen die Würde genommen wird.

epikur 29. Juli 2011 um 10:54  

Es geht sogar noch weiter: der muslimische Terrorist muss ja quasi an den Koran glauben, im Namen Allahs gejandelt haben, denn was sonst steht im Koran? Der Koran wird in westlichen Medien als Mordmanifest dargestellt, während die Bibel das Buch des Friedens ist. Insofern kann Breivik für den Westen kein Christ gewesen sind.

Ein Blick in die Geschichte zeigt uns, für wieviel Frieden die Bibel weltweit gesorgt hat.

Anonym 29. Juli 2011 um 11:29  

Die Kritik geht am Kern der Sache vorbei. Für Breivik ist "das Christentum" nicht in erster Linie eine Religion mit ihrem spezifischen Gottesglauben, sondern vielmehr die Kategorie, welche es erlaubt, zwischen "uns" und den "anderen" zu unterscheiden. Christentum ist vielmehr eine kulturelle Metapher, die ohne weiteres auch Atheisten mit einschliesst. Der Gottesglaube, der für das Christentum und den Islam als Religionen absolut zentral ist spielt keine Rolle. Die Bezeichnung "christlicher Atheist" würde er wohl nicht als paradox empfinden.

Anonym 29. Juli 2011 um 11:40  

„Des Todes sollen sie sterben!“

Eigentlich ein alter Hut, Ekmek hat vor einigen Wochen eine einschlägige Zitatesammlung aus dem Buch der Bücher bereitgestellt: http://ekmek.blogsport.de/2011/05/17/des-todes-sollen-sie-sterben/ - vollständig eignet sich dieses schon rein physisch prächtig, um es dessen „braven“ Lesern, welchen „das“ (Mord und Totschlag wahr machen) „nicht widerfahren“ kann, laut und deutlich rezitierend um die Ohren zu hauen…

Anonym 29. Juli 2011 um 13:00  

@epikur

"[...]Ein Blick in die Geschichte zeigt uns, für wieviel Frieden die Bibel weltweit gesorgt hat[...]"

Ein Blick in eine x-beliebige Bibel, oder den sogenannten Katechismus der katholischen Kirche, reicht auch schon ;-)

Karen Armstrong, eine kath. Nonne, wies schon vor Jahren darauf hin, dass etwas, was Christen seit Oslo ignorieren, ja sogar leugnen, schon damals existiert hat:

Christlicher Fundamentalismus.

Übrigens, die Iren in Nordirland wissen das ja ebenso wie die dort lebenden Protestanten:

christlicher, fundamentalistischer Terror existiert.

Oder war die IRA für die Verteidiger von Sarrazin, Broder & Co. nur ein Hirngespinst "linker Kreise"?

Gruß
Bernie

PS: Die Bibel sollte schon einmal auf dem Index für stark jugendgefährdende Texte landen - Warum wohl?

Anonym 29. Juli 2011 um 13:08  

Schon vor dem Attentat in Oslo berichtete der Humanistische Pressedienst regelmäßig über die religiöse Rechte, die es ja lt. Sarrazin- bzw. Broder-Fans nicht geben soll.

Hier der Hinweis:

"[...]Religiöse Rechte – Notizen Juni 2011

USA. (hpd) Der Juni ist vorbei und langsam beginnt das Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur. Gouverneur Rick Perry möchte sich zum Liebling der Christlichen aufschwingen. Wichtigstes Ereignis in diesem Monat war die Zulassung der Homoehe im liberalen Bundestaat New York. Wie nicht anders zu erwarten war, legt die Christliche Rechte sogleich Einspruch ein.

Die Republikanerin Vicky Hartzler warnte vor den Folgen der Homoehe und stellte sie auf eine Stufe mit Inzest und der Fahrerlaubnis für Dreijährige, während der Publizist Joseph Farah Parallelen zu Mord und Kindesmissbrauch zog. Televangelist Pat Robertson erinnerte an die unzüchtige Stadt Sodom, die von Gott zerstört wurde. (Quelle 1), (Quelle 2), (Quelle 3).

Redaktion und Übersetzung: Lukas Mihr[...]"

Quelle und ganzer Text:

http://hpd.de/node/11749

Gruß
Bernie

Anonym 29. Juli 2011 um 13:16  

Schön auf den Punkt gebracht.

Als weiteres Beispiel könnte man hier die Hitler=Atheist Debatte anführen. Dass sich A.H. in seinem Manifest explizit in Gottes Auftrag wähnt, dass es NS Organisationen wie die deutschen Christen gab - geschenkt.

Anonym 29. Juli 2011 um 20:23  

Danke für diesen Text.

Die Asymmetrie äußert sich nicht nur in der ungleichen Behandlung der Täter, sondern auch der heiligen Texte. An Rechtfertigung von Gewalt oder Aufforderung zur Gewalt mangelt vor allem dem AT, aber auch dem NT nicht. Solche Texte sind aber offenkundig multivalent und wurden und werden in der Wechselwirkung mit anderen kulturellen Einflüssen völlig unterschiedlich interpretiert. Dennoch wird von der Abendlands-Agitprop gerne der jeweilige gesellschaftliche Zustand als notwendiges Resultat dessen dargestellt, was in den Texten und Dogmensystemen angelegt sei.

Die Tatsache, dass ungezählte historische Zufälle bis hin zu klimatischen und geologischen Faktoren dem gegenwärtigen Zustand vorausliegen, wird vernachlässigt oder systematisch übergangen. Das Christentum gelangte in eine stark strukturierte, allein schon von der Umwelt her inhomogene Umgebung, die eine Diversifikation in verschiedene Richtungen begünstigte. Die relative Stagnation des Islam nach dem Mittelalter hängt eher mit ethnischen Faktoren inklusive der arabischen Dominanz zusammen. Auch wenn man derartige Faktoren nur plausibel machen und nicht im strengen Sinne nachweisen kann, sollten intellektuelle Sorgfalt und Vorsicht davor behüten, im Nachhinein den jeweiligen Jetztzustand als notwendige Folge des Anfangszustands darzustellen.

Die Manier der ideologischen Bereinigung zeigt sich bis in Details der Sprache hinein. Typischerweise heißt es beispielsweise „ein Christ“, aber „der Moslem“. Damit ist eine Idealtypisierung (ein) einer Realtypisierung (der) gegenübergestellt. Die Idealtypisierung lässt immer eine Reserve, indem sie den realen Christen von seinem idealen Bild separiert. Letzteres fällt dann je nach historischer Situation und Bedarf unterschiedlich aus, etwa nach der Art: „Ein Christ ist stolz, wenn er Reisig für den Scheiterhaufen herbeitragen kann, auf dem der Ketzer brennt“ oder „Ein Christ ist friedfertig und treu, der Moslem hingegen gewalttätig und verschlagen“ oder auch „Ein Deutscher ist so und so, aber der Iwan, der ist ganz anders“ oder „Ein Weißer ist intelligent und unternehmend, der Neger jedoch dumm und triebhaft wie ein Tier“ usw.

So kommt auch die an sich erstaunliche Tatsache zustande, dass es seinerzeit nach allgemeinem Konsens christlich geboten war, Hexen und Ketzer umzubringen, und diejenigen, die dies als „unchristlich“ bezeichnet hätten, selbst in Rauch aufgegangen wären, heute aber das Gegenteil als richtig gilt. Die jeweils aktuelle Ideologie wird als Essenz des heiligen Textes ausgegeben. Man könnte meinen, christlich-abendländische Geistesritter hätten aus all dem lernen können, dass man sich an Eines am Allerwenigsten halten sollte, nämlich eine wörtliche Interpretation heiliger Texte und eine einlinige Interpretation von Geschichte. Das Christentum selbst wäre in diesem Fall nämlich noch auf dem Stadium einer antiken Sekte. Und dass sie entsprechend vorsichtig mit dem Koran bzw. Islam verfahren sollten, zumal der ja auch alles andere als eine homogene Masse ist.

Es ist in meinen Augen irrelevant, inwieweit der Täter "aktiver Christ“ ist oder nicht, entscheidend ist die Figur des „Christlichen Abendlandes“ als Kampfzeichen. Ohne den immer wieder und vielfach herausgearbeiteten Überlegenheitsanspruch des Christentums würde aber das Kampfzeichen seiner Legitimation teils verlustig gehen. Daher ist es kein Widerspruch, wenn die Helden des christlichen Abendlandes es oft mit dem Glauben selbst nicht so hatten oder haben, sie brauchen ihn nur im Hintergrund.

bobrobotboy 29. Juli 2011 um 20:56  

Wichtiger Artikel,gut geschrieben.Ergänzend möchte ich darauf hinweisen,dass es nicht zuletzt die Geheimdienste christlich fundamentalistischer Regierungen (US unter Bush/Cheney) waren, die den islamischen Terrorismus mitunter verdeckt unterstützt,bzw. toleriert haben um geostrategischen Nutzen daraus zu ziehen.Lesenswert:Nafeez Ahmed:Our Terrorists.
http://www.newint.org/features/2009/10/01/blowback/

Unterdosis 29. Juli 2011 um 21:11  

Schon in der Bibel steht: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Das hat dieser Terrorist namens Breivik einfach in die Tat umgesetzt, ganz so wie es sich für einen christlichen Kreuzritter des Templerordens gehört.
All die Bemühungen der konservativen Seite sind derzeit auf Schadensbegrenzung angelegt, es geht nur darum irgendwie den schwarzen Peter weiter zu reichen.
Aber wie man es auch dreht und wendet: Breivik ist die Bombe, deren Zündschnur Sarrazin und Spießgenossen angezündet haben.

Anonym 29. Juli 2011 um 23:04  

"[...]Christentum ist vielmehr eine kulturelle Metapher, die ohne weiteres auch Atheisten mit einschliesst[...]"

Yep, für die alten Römer war das Christentum ja auch eine atheistische Religion, eben weil die an die Vielgötterei glaubten, die Christen eben nicht......

Irgendwo habe ich so etwas schon einmal gelesen.....

Irgendwo.....

Und wo sind die alten Römer heute?

reneè 29. Juli 2011 um 23:25  

Mein lieber Roberto,
nicht in jeder Flasche, auf der Riesling drauf steht, ist auch Riesling drin (darum gibt es ja Web-Seiten wie deine!), das ist dem Alkoholiker aber egal. Die christliche Botschaft, wie sie in der Bergpredigt offenbar wird, ist eine des Friedens und der Nächstenliebe. Es lohnt sich, die anzuschauen und ernst zu nehmen. Dass diese Worte Jesu wirken können, hat Ghandi gezeigt. Mit diesem Credo hat weder Breivik, noch die Tea-Party, noch die CDU/CSU oder der Papst etwas zu tun. Die Verfehlungen der sogenannten Christen (auch in der Vergangenheit) kannst du nicht der Grundidee anlasten. Ob der Koran eine solche Schlüsselstelle der Gewaltlosigkeit enthält weiß ich nicht - aber wozu spielt das eine Rolle?
Ist die Hautfarbe eines Menschen von Bedeutung, die Form seiner Kreditkarte, die Länge der Haare? Ob er beschnitten ist? Und jetzt kommt es: Seine Religion? Seine Haltung ist es, seine Einstellung, sein Verhalten. Sonst nichts. Es gibt nichts Richtiges im Falschen!
Grüße aus der Nachbarschaft
rx (rxrenee.wordpress.com)

Anonym 30. Juli 2011 um 08:22  

Man muss auch mal feststellen dass in der Bibel und im Koran im Großen und Ganzen so ziemlich derselbe Mist steht. Jungsteinzeitliche Kulte eben. Die Religion des modernen Menschen sollte der Humanismus sein und damit verbunden der Widerstand gegen alle antihumanistischen Ideologien. Davon gibt es genügend, ja man kann sagen die wesentlichen Elemente der modernen, globalen Kultur sind antihumanistisch. Ob es nun der Krieg gegen Terror, Drogen oder CO2 ist, das globale Finanzsystem, die politische Entmündigung, die amoklaufende Rüstung oder im kleineren Maßstab die Entwertung aller Nicht-dominanten. Der Zeitgeist ist zutiefst antihumanistisch.
Der (evangelikale) christliche Terror ist natürlich, wie jedermann sehen kann, der größte Mörder und Räuber der Moderne. Dessen industialisierte tödliche Effizienz ist beispiellos und unanfechtbar. Nicht zu vergessen seine extreme kulturlosigkeit welche sich in der Bushdoktrin oder in den politischen USA generell abbildet.
Übrigens würde ich mir vom Papst auch klare Worte erwarten. Aber woran der Papa so alles Schuld sein soll ist doch nur lächerlich und offenbart ein zutiefst mediengesteuertes Denken. Natürlich denken die Neger beim schnakseln an den Papa in Rom und verzichten aufs Kondom, natürlich ist er zuständig wenn irgendwo ein katholisches Kind in den 60ern (Achtung Neusprech) "mißbraucht" wurde, kurzum, er ist an fast allem irgendwie Schuld und das bei völligem Fehlen jeder Autorität.

Der Täter ist einfach verrückt. Dazu kann niemand was und Lehren lassen sich auch keine daraus ziehen. Shit happens!

Die westliche Wertegemeinschaft, von der ich mich distanziere, könnte allerdings aufhören Terror auf der ganzen Welt zu verbreiten. Denn sie tötet stündlich mehr Menschen als in Norwegen umkamen.

Anonym 30. Juli 2011 um 10:31  

@reneè

Buchtipp:

"Der Jesuswahn - Wie die Christen sich ihren Gott erschufen" von Heinz-Werner Kubitza.

Gerade bei der Bergpredigt wird neuerdings bestritten, dass die wirklich von einer, historisch nicht nachweisbaren, Person namens Jesus Christus stammt.

Übrigens, die Forderungen der Bergpredigt hat jeder normale Mensch intus - Dazu benötigt man weder eine Bergpredigt noch einen imaginären "Jesus Christus" - Es sind einfach ganz normale humanistische Werte, die hier in einer Bergpredigt verlangt werden.

Mehr dazu in oben erwähntem Buch, dass leider einen reißerischen Titel trägt, aber vom Inhalt her bis dato nicht widerlegt wurde.

Fazit:

Wer immer noch an die christliche Nächstenliebe glaubt, der leugnet alle Verbrechen an den sogenannten "Heiden", denn auch der große, bis dato nie widerlegte, Ex-Theologe Karl-Heinz Deschner weist in seiner großen "Kriminalgeschichte des Christentums" nach, weist darauf hin, dass die "Heiden" mit Feuer, Tod und Schwert bekehrt worden sind.

Kreuzzüge also von Anbeginn des Christentums an - Interessant ist auch folgender Satz des Ex-Theologen Deschners: "Haben die Christen keine Macht geben diese sich als verfolgte Unschuld aus, aber kaum sind die Christen an der Macht morden, foltern und lügen die ebenso, wie die Christen es ihren Gegnern, den angeblichen "Feinden des Christentums" vorwerfen. Ja, sogar noch schlimmer als diese."

Es gibt sogar die Theorie, dass z.B. Kaiser Nero die Christen nie in dem Ausmaß verfolgt hat, wie christliche Geschichtsfälscher dies jahrhundertelang behauptet haben - Die Christen mordeten weit schlimmer als Nero, als diese an der Macht waren, und dazu gibt es, im Unterschied zu den angeblichen Christenverfolgungen, sogar archäologische Beweise.

Christen, aller Schattierungen, waren nämlich nicht nur im Heidenverfolgen Spitze sondern auch darin, bis dato, deren Geschichte so umzufälschen, dass aus Opfern Täter wurden - Wie bereits erwähnt, bis heute, wie der "Kreuzritter in Oslo", und dessen rechtschristliche bzw. christliche Taliban als Verteidiger, beweisen.

Fehlt bloß noch, dass die Ermordeten Sozialdemokraten auf der Insel selbst schuld an ihrem Schicksal waren.....christliche Geschichtsverdrehung eben....

Noch was:

Sogar der römisch-katholische Großinquisitor, Benedikt XVI, hat hochaktuell die Kirchengeschichte gefälscht - in seiner Haßpredigt gegen den Islam. Jahre vor dem Terroranschlag in Oslo.

Ob sich Breivik auch auf Benedikt XVIs Brandrede gegen Mohammed berufen hat?

Ich weiß es nicht, aber wundern würde es mich nicht, wenn sich der Oslo-Terrorist auch auf den obersten Geschichtsfälscher und Papst Benedikt XVI bezogen hätte.

Benedikt XVI hält übrigens im September - als erster Papst - eine Rede im säkularen Bundestag - Man darf also gespannt sein was dieses Oberhaupt eines totalitären Staates namens Kirchenstaat bzw. Vatikan an Geschichtsfälschungen in seiner Heimat lostritt.

Anonym 30. Juli 2011 um 11:57  

"[...]Es ist in meinen Augen irrelevant, inwieweit der Täter "aktiver Christ“ ist oder nicht, entscheidend ist die Figur des „Christlichen Abendlandes“ als Kampfzeichen. Ohne den immer wieder und vielfach herausgearbeiteten Überlegenheitsanspruch des Christentums würde aber das Kampfzeichen seiner Legitimation teils verlustig gehen. Daher ist es kein Widerspruch, wenn die Helden des christlichen Abendlandes es oft mit dem Glauben selbst nicht so hatten oder haben, sie brauchen ihn nur im Hintergrund[...]"

Das trifft aber genauso auf den islamischen Fundamentalismus zu, was du hier schreibst, insbesondere der Punkt "[...]Daher ist es kein Widerspruch, wenn die Helden des christlichen Abendlandes es oft mit dem Glauben selbst nicht so hatten oder haben, sie brauchen ihn nur im Hintergrund[...]" Wer denkt dabei nicht an die Taliban, als die in Afghanistan die Alleinherrschaft gestellt haben - Die verboten alle weltlichen Vergnügungen, die diese sich selbst gönnten.

Man soll ja sogar in Osama Bin Ladens Villa Porno-Videos gefunden haben, die dieser islamistische Terrorist bei anderen strickt abgelehnt hat - Religöse Doppelmoral eben, die der Islam mit dem Christentum teil, ebenso wie mit jeder anderen Religion (ob die nun göttlich oder weltlich inspiriert ist).

Übrigens dazu gibt es mittlerweile auch zuhauf Literatur, über die Heuchelei von religösen Fundamentalisten aller Farbschattierungen, und Sekten.

Anonym 30. Juli 2011 um 12:09  

Noch was, ich sehe schon wie christliche Trittbrettfahrer nun jegliche Kritik an Religion als Terrorismus abtun wollen - auch so eine Gefahr, die die Islamfeindlichkeit aufzeigt.

Kritisiert man zukünftig den Islam, dann ist man eben ein "Neuer Rechter". Es ist wohl doch wichtig einen Unterschied zu finden, denn ansonsten sehe ich schon, dass z.B. ein Papst behauptet, dass Kritik an Religion eben etwas "verbotenes" sein soll.

Das christliche Trittbrettfahrer schon lange vor dem Anschlag in Oslo Kritik an Religion als "...phob" bzw. "...feindlich" abtun wollen hat hier ein Blogger schon erwähnt:

"[...]EUROPA. (hpd) Der katholischen Kirche nahestehende Kreise gründeten ein Observatorium zur Überwachung der sogenannten Christianophobie. Sie wollen damit die europäischen Staaten und Institutionen unter Druck setzen, um mittels der angeblichen Diskriminierung der europäischen Christen die Privilegien der Kirchen zu sichern und den Laizismus zurückzudrängen[...]"

Quelle und ganzer Text:

http://hpd.de/node/5710

..dafür gehen die Befürworter der Diffamierung von Kritik an Religionen sogar soweit, diese ganz verbieten zu wollen...

Deren Fazit, ich ahne es schon:

Marx, Feuerbach, Deschner, Schmidt-Salomon, Luxemburg sind allesamt rassistische Religionsfeinde.....

...hanebüchen? Ich befürchte stark, dass - nach dem unsäglichen Terroranschlag eines selbsternannten Kreuzritters in Oslo - genau diese Art der Trittbrettfahrerei aufkommt, die da heißt Kritik am Islam = Islamfeindlichkeit; Kritik an Religionen = Religionsfeindlichkeit.....und alle werden in einen Topf geworfen....

Ich hoffe ja so, dass ich total falsch liege, aber irgendwie schwurbelt der Verdacht schon lange in mir.....

....die Zukunft wird es zeigen....

Übrigens es gibt den § 166 noch:

[...]LUDWIGSHAFEN (hpd) Dass es sich bei dem umgangssprachlich „Gotteslästerungsparagraph“ genannten § 166 StGB um „ein strafrechtliches Relikt“ handelt, war unter den Anwesenden unumstritten. Wie die „Religiöse und weltanschauliche Meinungsfreiheit“ angesichts des Blasphemie-Verbots in fast allen europäischen Staaten verteidigt werden kann, war Thema der gemeinsamen Tagung von Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften (DFW) und Internationalem Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA)[...]"

Quelle und ganzer Text:

http://hpd.de/node/9104

...und der wird nun, wenn es nach der Evangelikalen Frau Merkel und dem dt. Papst Benedikt XVI, erst recht verschärft...Oslo liefert den Vorwand dazu, da bin ich sicher bei unseren Sicherheitsgesetzen....

ekmek 30. Juli 2011 um 13:30  

Der hat nichts mit uns gemein!

Der Titel trifft es schon sehr gut, ebenso wie der vorige Eintrag

Es war gottseidank nur ein Psychopath...

Ein Attentäter aus der "Mitte" der Gesellschaft, so etwas kann es einfach nicht geben und wird gerne verdrängt.
Ihm wird das Christsein abgesprochen, ihm wird abgesprochen politische Ansichten gehabt zu haben (welche sich im Übrigen mit einem Teil der "Mitte" überschneiden dürften) und ihm wird sogar ein klarer Verstand abgesprochen.

Und ja hier wird mit zweierlei Maß gemessen, bei Selbstmordattentätern, welche sich das Paradies versprechen kommt ja auch niemand darauf diese als Psychopathen oder verrückt abzustempeln und ihnen jegliche religiöse/politische Motivation abzusprechen.

Breivik war genauso "wenig" wahnsinnig wie Mohammed Atta.

Anonym 30. Juli 2011 um 15:03  

Vergangene Woche war ich in einer Boutique. Frau unterhielt sich.
Frau kam auf Norwegen zu sprechen.
Ich meinte, dass der Täter wohl viele Anregungen von den Wilders, Sarrazins, Broders und Co. erhalten haben könnte.

Eine anwesende andere Frau, ca.60 Jahre, immer auf Schick aus, die letzten Jahrzehnte wohl eher Hausfrau (keine Wertung!!), Männe in der Beratungsbranche tätig, usw. antwort3ete: "Also ich finde den Sarrazin gut, der Mann hat Recht. Wir lassen viel zu viele Leute in unser Land rein."

Es verschlug mir die Sprache. Ich erwiderte, dass wir andere Länder runterwirtschaften, ausbeuten, Erwerbsarbeitslosigkeit exportieren, und uns dann nicht wundern dürften, wenn deren Bedürftige dann bei uns an unsere Tür klopfen."

Sie antwortete: "Aber wir Deutschen haben denen doch auch sehr viel gebracht." Ich fragte nach, was sie meinte. Sie meinte die Kolonialzeit.
Da hat es mir vollends die Sprache verschlagen. Mir wurde bewusst, WIE einfach diese Frau gestrickt ist. Sie wußte nichts von Krankheiten, die wir dort eingeführt haben. Sie wußte nichts davon, dass wir denen unseren Glauben übergestülpt und ihnen die eigene Identität genommen haben, nichts von Greueltaten. Usw., usw.. Sie wußte gar nichts ... oder will es nicht wissen. Zuviele romantisch-verklärende Filmchen geschaut.

Und dass ihre Männe als Berater auch im benachbarten Ausland arbeitet bzw. arbeiten/ schmarotzen würde, ja das ist dann etwas ganz anderes.

Frau kann sich die Welt schönreden ... wie es beliebt.

Anonym 30. Juli 2011 um 20:56  

Leute,
lasst euch nicht für fremde Zwecke missbrauchen - wenn ihr euch mit solchen Themen beschäftigt, dann vergeudet ihr Zeit, die ihr dringender benötigt, um die wahren Prozesse hinter dem offiziellen Theatervorhang der heutigen Politik und Medien zu durchschauen.

Zuerst einmal ist die Trennung von Menschen in Religionsgemeinschaften ein Machtmechanismus ("Teile und Herrsche") - je mehr die Menschen aufeinander gehetzt werden können, desto leichter ist es für die wenigen Mächtigen, mit uns fertig zu werden.
Ähnlich funktioniert es mit Jungen und Alten, Frauen und Männern, Armen und Reichen etc.
Hass ist ein Machtmechanismus, der immer nur neuen Hass erzeugen kann.

Also lassen wir uns zuerst einmal nicht aufteilen - wir sind alle Menschen - jede/r ist natürlich eine unverwechselbare Einzelpersönlichkeit, aber es gibt stets mehr Gemeinsames als Trennendes. ("aber das Blut ist immer rot")

Sodann behalten wir mal den klaren Blick für die Realitäten - es gibt soviele Ungereimtheiten rund um diese Taten, dass man schon wieder gezwungen ist, an diverse andere ähnliche Vorkommnisse zu denken: eine Übung am Tage des Bomben-Attentats, eine sehr dilettantisch auf einem Kanaldeckel platzierte Bombe, Splitter und Fenster, die infolge der Explosion(en?) nicht nach innen in das Haus, sondern nach aussen flogen, zum Zeitpunkt der Explosion "zufällig" abwesende Mehrzahl der Mitarbeiter (weil schon Feierabend war) und so weiter.

Dann die Insel, die auf Google-Earth nicht auffindbar ist, wie der junge Mann (allein?) auf die Insel gekommen ist, warum kein Hubschrauberpilot für das Polizeieinsatzteam verfügbar war, die Story um das "zu kleine" Boot, die fehlenden Aufsichtspersonen im Ferienlager bzw. deren Untätigkeit beim Überfall, na und so weiter.

Zu viele Fragen, die nicht gestellt werden von den gleichgeschalteten Volksverblödungsmedien. Statt dessen werden wir mit wilden Spekulationen überhäuft - fragt noch mal jemand nach Fakten und deren Erklärung?

Zum Christentum: wer das Alte Testament gelesen hat, der hat genug Mord, Totschlag, Rache und andere fiese Gelüste kennen gelernt.
Und dass das Alte und das Neue Testament inhaltlich völlig entgegengesetzt gerichtet sind, scheint auch noch keinem hier aufgefallen zu sein - alles gute Christen.

Anonym 30. Juli 2011 um 23:43  

"[...]Frau kann sich die Welt schönreden ... wie es beliebt[...]"

Tröste dich, die Erfahrung machte ich auch heute mit meiner ältesten Schwester - Die meint, dass alles war ich ihr über die Kriege über Rohstoffe in Afghanistan und dem Irak Politik wäre, und dies hätte die noch nie interessiert....

Irgendwie habe ich ja eine andere Auffassung von "Politik", aber auch egal, Hauptsache man definiert sich die Ungerechtigkeit der Welt mit der Aussage weg "...das ist alles Politik, und da bin ich nicht so gut drin....

Übrigens, als ich ihr erzählte, dass ich erfuhr, dass die Hungernden in Somalia nur wenig vom Spendengeld sehen würden, weil lt. neuesten Medienberichten ja alles für die Verwaltungs- und sonstigen Kosten der Hilfsorganisationen draufgehen würde meinte die nur "die Caritas würde nie betrügen"....Is ja alles Politik, und christliche Hilfsorganisationen tragen sowieso alle einen Heiligenschein (mal zynisch von mir ausgedrückt)....

Wie schriebst du liebe "anonyma":

"[...]Frau kann sich die Welt schönreden ... wie es beliebt[...]"

Wie wahr...wie wahr.... leider muss ich schreiben.....

ekmek 31. Juli 2011 um 15:09  

Also diesen Verschwörungsmist, kann ich hier nicht unkommentiert stehen lassen.

Natürlich kann man die Insel auf Google Earth finden, auf anhieb.

Der Täter ist mit einem Boot auf die Insel gekommen, welches genau für diese Zwecke vom Ferienlager zur Verfügung gestellt wurde.

Einfach selber prüfen/nachlesen und nicht irgendwelches Hörensagen weitergeben:

http://jungle-world.com/artikel/2011/30/43668.html

Anonym 31. Juli 2011 um 15:47  

"[...]Zum Christentum: wer das Alte Testament gelesen hat, der hat genug Mord, Totschlag, Rache und andere fiese Gelüste kennen gelernt.
Und dass das Alte und das Neue Testament inhaltlich völlig entgegengesetzt gerichtet sind, scheint auch noch keinem hier aufgefallen zu sein - alles gute Christen[...]"

Mein Buchhinweis "Jesuswahn" kommt nicht von ungefährt - Das Neue Testament ist nicht inhaltlich völlig entgegengesetzt zum AT gerichtet - Es baut darauf auf. Scheinst auch kein so guter Christ zu sein? Oder? Sonst wüßtest du das ;-)

Übrigens, der Autor des Buches "Jesuswahn" ist Theologe, und weiß daher ganz genau was er schreibt, wenn er die unmenschlichen Stellen des NT beschreibt - Die gehen sogar noch über den Tod hinaus.

Ewige Höllenqualen z.B. - Der Philosoph und Religionskritiker Schmidt-Salomon hat dazu eine gute Satire geschrieben, frei nach dem Motto: alle Andersdenkdenen kommen nach dem Ableben in eine Art himmlisches Vernichtungslager.

Er weist dies sogar Punkt für Punkt nach....

...auch die unmenschlichen Stellen im NT....

...Schriften, auch, und gerade, religiöse, werden von Menschen geschrieben, und da kommt es auch im NT vor, dass Unmenschlichkeiten existieren - sogar über den Tod hinaus.

Fazit:

Gott, auch der im NT, ist ein mörderischer Diktator wie Hitler oder Pol Pot in Kambodscha....

Wer etwas anderes behauptet, der kennt die Dogmen und theologischen Texte der Bibel nicht.....

Anonym 31. Juli 2011 um 15:51  

@ekmek

Der Anwalt des Oslo-Attentäters hat ja auch bescheinigt dass er ein Psychopath ist. Ein Journalist frage dann nach dem Strafmaß in Norwegen - ganz einfach, wenn er ein Psychopath ist wird er straffrei ausgehen.

Wunderbar - ganz zynisch ausgedrückt - Breivik kommt nach norwegischem Recht also mit dem Mord an über 70 Menschen straffrei davon, weil er sich selbst als "verrückt" bezeichnet.

Tja, so dumm ist dieser Terrorist wohl doch nicht? Oder?

Anonym 31. Juli 2011 um 15:51  

@ Anomym 30.07. 11:57

Sicher trifft meine Charakterisierung auf verschiedene Glaubenssysteme zu, vor allem auch den Islam. Nur ist das nicht das Problem, um das es geht und das wir primär durch Arbeit an uns selbst anzugehen in der Lage sind.

Die Hauptgefahren für die offene, pluralistische Gesellschaft in europäischen Ländern und den U.S.A. drohen in meinen Augen nicht vom Islam. Die „Islamisierung“ ist Propaganda wie noch vor nicht allzu vielen Jahrzehnten die „Verjudung“ (man braucht ja nur einen klassischen antisemitischen Text nehmen und einige Worte ersetzen, um die Parallelen zu erkennen); sie verkennt nicht zuletzt die säkularisierende Eigendynamik der technischen Zivilisation (die man in Ländern wie Saudi-Arabien oder Iran mit aufwendigen und gewaltsamen Maßnahmen einzudämmen trachtet). Die Gefahren drohen von innen, dem Bedürfnis nach einfachen Erklärungen, einfach strukturierten, homogenen Gesellschaftsordnungen usw., wie es vor allem in Situationen der Unsicherheit zutage tritt, und da dient die „christliche“ Abendlands-Ideologie als Vor- und Hauptschlagshammer.

Wenn es einen Unterschied der „abendländischen Kultur“ gegenüber anderen gibt, so scheint dieser das relativ hohe Maß von Distanzierungsvermögen gegenüber sich selbst, das sich im Zusammenspiel vieler kultureller Einflüsse entwickelt hat. Dies liegt der Entwicklung der Wissenschaft zugrunde, ebenso wie der Idee der Toleranz. Die „Abendlandsbewahrer“ wollen aber genau das zerstören. Ein Staat, in dem „Gutmenschen, Kulturmarxisten“ usw. unterdrückt oder eliminiert sind (nicht umsonst attackierte der Täter gerade keine Muslime), bietet genau die demokratische Freiheit, die de facto auch im Nationalsozialismus für Rechtgläubige und –rassische, aber nur für diese bestand. Hier liegt die totalitäre Gefahr, an der die demokratischen, pluralistischen Gesellschaftssysteme zugrunde gehen können: innere Aushöhlung. Der Täter hat ja mit der Mentalität dessen, was heute als „Mitte“ gilt, einiges gemeinsam, und man sollte sich erinnern, dass die Tatsache, dass die „Mitte“ nicht hinter der Weimarer Republik stand, die Ereignisse 1933-1945 zwar nicht notwendig bedingte, aber in Abhängigkeit von Zufällen und weiteren Dispositionen ermöglichte.

Darüber hinaus sollte man nie vergessen, dass die innere Legitimation der westlichen demokratischen Gesellschaft zu weiten Teilen auf Wohlstand beruht. Wir leben jedoch in einer Welt endlicher Ressourcen und sehen mit dem Zuwachs an Bevölkerung, die legitimerweise auch am Wohlstand teilhaben möchte, und ungezählten anderen Faktoren einer massiven globalen Konkurrenzsituation entgegen. Das Neue ist das Zusammentreffen vieler Faktoren, die bislang nur isoliert oder lokal auftraten. Als politische Antwort fällt aber vor allem nur die gigantische Akkumulation von Waffen ins Auge. Dass die „Rückbesinnung“ auf die „abendländischen Werte“ (unbewusst) auch die geistige Bahnung globaler kriegerischer Auseinandersetzungen betreibt, liegt auf der Hand. In dieser geistigen Bahnung sehe ich eine weitere Gefahr der Abendlandsideologie.

Es kommt nicht von ungefähr, dass gerade in den U.S.A., deren Wohlstand in besonderem Maße von der Dominanz über andere Länder und Ressourcenverschwendung abhängt, radikal-fundamentalistische Gruppierungen, welche diese Auseinandersetzung als biblisches Armageddon rationalisieren, sich eines hohen Zuspruchs erfreuen. In diesem Sinne ist der Islam auch eine Art Feindesstatthalter für den ideologischen Bedarf des Westbürgers, mit anderen Worten Pöbeldienst. Man dürfte ja beispielsweise bei konsequenter Anwendung Saudi-Arabien nicht als Verbündeten betrachten, sondern als Hauptfeind und -betreiber der „Islamisierung“. Um so mehr darf man gespannt sein, auf welche Weise es die Abendlandsideologen unternehmen werden, die absehbaren Konflikte mit China „wertmäßig“ zu rationalisieren, denn dort herrscht ja gerade ein autoritäres, auf Leistung ausgerichtetes System, und die Konfuzius-Ideologie wurde ja von hiesigen „Leistungsträgern“ immer wieder als Vorbild gepriesen.

Anonym 31. Juli 2011 um 16:15  

@ Anonym 30.07. 20:56

Das AT gehört zum Christentum, und abhängig von der jeweiligen Ausrichtung liegt es in mehr oder minder starker Weise wie das NT dem Glauben zugrunde. Sonst wäre es ja nicht möglich, dass Scharen von christlichen Kreationisten sich auf die Bibel berufen. Darüber hinaus enthält auch das NT genügend Passagen, die als Aufforderung zu oder als Rechtfertigung von Gewalt gelesen werden können und auch tatsächlich wurden. Die selektive und einlinige Interpretation des NT und AT lag der christlich motivierten Gewalt über viele Jahrhunderte zugrunde. Oder waren das alles keine Christen, nur diejenigen, die jetzt die „Liebe“ betonen (um dann wie gute C-Politiker „Kollateralschäden“ zu bagatellisieren und in vollem Wichs Militärgottesdienste zu feiern)? Das NT ist bekanntlich ein außerordentliches heterogenes und in Vielem von den Quellen her fragwürdiges Gebilde, inklusive der Bergpredigt. Sie sollten sich vielleicht selbst unterrichten, bevor Sie andere über „das Christentum“ belehren wollen. Den christlichen Glauben nicht für eine einfache Sache zu halten, heißt übrigens noch nicht, ihm notwendigerweise ferne zu stehen oder feindlich zu sehen.

Anonym 31. Juli 2011 um 18:27  

@ ekmek:

o.k., habe die Insel auch "gefunden". Ist recht klein - wie viele Menschen leben und arbeiten dort?
Was für ein Fährboot (wie gross) fährt wohl diese 250 m breite und 500 m lang Insel wie oft an?
Wieviele Menschen sind dort in der Regel an Bord?
Sollte da nicht jeder jeden kennen?


Woher hat Frau Wittich ihre Weisheiten über das Sommerlager?
War sie da?
Das was da bei jungle-world berichtet wird, ist also nicht "Hören-Sagen"?
Kann man solche "Berichte" glauben?
Klingt eher nach "linker" Meinungsmache, wobei Norwegen und seine Politik bzw. Einwohner (wie bei allen Mainstreammedien) nicht gut bei wegkommen - sonderbar.

Und es wirft weitere Fragen auf.

Warum überlebt ein so brutaler Attentäter eine solche Bluttat?
Hat er seine Waffen vor den anrückenden Ordnungskräften niedergelegt?
Und sie haben ihm nichts getan? Kann ich mir schwer vorstellen.
Meist reagieren Ordnungskräfte nach Bluttaten verständlicherweise auch erstmal emotional - oft auch schon bei kleineren Delikten - warum hat er nicht mal ein "blaues Auge" verpasst bekommen?
Und woher wusste er dass er überleben würde ("Sonnenstudio"-Story)?

Soviel Blödsinn wird berichtet, und so wenige Fragen beantwortet - die meisten, die ich oben aufgeworfen habe, sind immernoch ungeklärt...

ekmek 1. August 2011 um 14:10  

1. Wenn man nichts glauben will was irgendwo, in irgendeinem Medium weitergegeben wird, dann kann man ein vernünftiges Gespräch darüber auch gleich vergessen.

"Der Anwalt des Oslo-Attentäters hat ja auch bescheinigt dass er ein Psychopath ist."

Der Anwalt kann das nicht bescheinigen, dass kann nur ein Psychologe dessen Gutachten dann auch zugelassen werden muss.
Es ist sein Verteidiger, natürlich versucht er ihn als psychisch krank darzustellen.

"Tja, so dumm ist dieser Terrorist wohl doch nicht? Oder?"

? habe ich das behauptet?


"Warum überlebt ein so brutaler Attentäter eine solche Bluttat?"

Ich würde dich bitten, auch selber ein bisschen über die Taten zu lesen, am besten in verschiedenen Medien.
Der Täter trug eine Kugelsichere Weste und ergab sich sofort nach Ankunft der Polizei.
Er hatte seine öffentliche Inszenierung doch auch sorgfältig geplant (sogar Pressefotos angefertigt), sein eigener Tod gehörte nicht zum Plan.

Und nein ich war nicht dort und nein ich weiss nicht ob die Journalisten die darüber geschrieben haben zum Zeitpunkt der Verhaftung vor Ort waren. Das müssen sie auch nicht sein, um darüber akkurat berichten zu können.

Ein Medium kritisch zu hinterfragen bedeutet nicht alles was in ihm steht als Lügen oder Gerüchte zu diffamieren.

"die meisten, die ich oben aufgeworfen habe, sind immernoch ungeklärt..."

Nein sind sie nicht, sie haben einfach nur nichts direkt mit der Tat zu tun und werden deswegen nicht extra in jederm Artikel aufgezählt.

Es ist nichts falsches daran Fragen zu stellen, aber wen man mit keiner Antwort zufrieden ist, dann haben die Fragen keinen Sinn mehr.

Anonym 1. August 2011 um 17:44  

Der Autor des Buches "Jesuswahn" meldet sich zu dem Terroranschlag in Oslo zu Wort:

"[...]Christentum
OSLO. (hpd) Der norwegische Attentäter Anders Breivik galt zunächst als christlicher Fanatiker. Zur Frage, ob auch bewusst christliche Attentäter künftig denkbar wären, äußerst sich in einem Kommentar der Theologe Heinz-Werner Kubitza[...]"

daraus ist folgendes genommen:

"[...]Es ist Blauäugigkeit anzunehmen, Gewalt sei dem Christentum und der Bibel im Grunde wesensfremd. Die heiligen Schriften und 1500 Jahre Kirchengeschichte belegen das Gegenteil. Und auch wenn das Christentum heute durch die Aufklärung und ihre Werte (die keine christlichen Werte waren) geläutert worden ist, und es für die meisten Christen als nicht hinnehmbar erscheint, dass Andersgläubige verfolgt oder sogar umgebracht werden. Niemand kann ausschließen, dass am Sprengstoff, den die biblischen Schriften in so großem Maße bereithalten, sich nicht doch christliche Attentäter ideologisch ausrüsten, so wie es so viele in der Vergangenheit auch schon getan haben. Solange Aufrufe zu Mord und Gewalt sich in heiligen Schriften finden, und diese nicht im Giftschrank der Geschichte zumindest Jugendlichen und Heranwachsenden entzogen werden, muss man mit allem rechnen.

Dr. theol. Heinz-Werner Kubitza ist Autor des Buches „Der Jesuswahn. Wie die Christen sich ihren Gott erschufen. Die Entzauberung einer Weltreligion durch die wissenschaftliche Forschung“ www.jesuswahn.de [2][...]"

Quelle und ganzer, wirklich lesenswerter, Text:

http://hpd.de/print/11768

Anonym 1. August 2011 um 19:38  

@ekmek

Sorry für das Mißverständnis, aber ich bin mit dem Anonym, dem Du Verschwörungstheorien unterstellst nicht identisch, aber dennoch wollte ich einmal darauf hinweisen wie raffiniert dieser "Verrückte" in Oslo sich aus der Schlinge ziehen will - Lt. norwegischem Recht geht er als Psychopath straffrei aus, aber wie bereits erwähnt, die Norweger wollen die Gesetze ja so verschärfen, dass der Attentäter auf jeden Fall lebenslänglich weggesperrt wird.

Das mit dem "verrückt" und "straffrei" ist mir auch beim Fall Demjanjuk aufgefallen - dieser KZ-Mörder, der tausendfach mehr Menschen auf dem Gewissen hat als der Oslo-Attentäter, plädierte nämlich auch darauf, dass er "krank" wäre, und kam so mit einem geringen Strafmaß davon.

Ähnlich wie andere Massenmörder, die immer auf "unschuldig" plädieren - wie der Oslo-Attentäter.

Es scheint wohl generell eine rechte Ausrede vor Gericht zu sein, dass man "körperlich krank"; "geistesgestört" oder ein "Psychopath" ist - Vorteil, als Attentäter von Oslo, oder Demjanuk & Konsorten, man bekommt ein weitaus geringeres Strafmaß verpaßt als normal.

Übrigens wäre es ein rechtes Jugendcamp gewesen und der Attentäter ein "linker Gutmensch":

Ich wage gar nicht zu spekulieren wie groß das Geschrei in- und außerhalb von Norwegen wäre.....

...mit rechts identifiziert sich der Staat eher als mit links....

...traurig aber leider allzu wahr....

Anonym 4. August 2011 um 16:17  

Die Kritik ist ein Schlag ins leere. Bei Breivik ist "christlich" und "Christentum" lediglich eine kulturelle Metapher. So spricht er an andrer Stelle von einem Kameraden, den er als "christlichen Atheist" bezeichnet. Dies ergäbe absolut keinen Sinn, wenn mit "christlich" ein Glauben angesprochen wäre.

Das Bedürfnis nach Christenbashing in allen Ehren, aber Breivik taugt in dieser Hinsicht nichts.

Roberto J. De Lapuente 4. August 2011 um 16:41  

Entschuldige mal, letzter Anonymus, ich habe geschrieben, dass der so christlich ist, wie ich Hawaiianer. Nur: warum sind terroristische Menschen mit muslimischen Hintergrund immer gläubige Mulsime? Die sind meines Erachtens so muslimisch, wie ich Hawaiianer.

Anonym 6. August 2011 um 14:48  

"[...]Das Bedürfnis nach Christenbashing in allen Ehren, aber Breivik taugt in dieser Hinsicht nichts[...]"

Lange habe ich auf den Begriff gewartet, welchen die höchstchristliche Instanz - Benedikt XVI - erfunden hat, und schon ist so ein evangelikaler Schreiberling da und wirft Roberto J. de Lapuente "Christenbashing" vor - Geh zurück in den Vatikan, und heul Dich dort über die angebliche "Christanophobie" - die Wortvokabel, die direkt aus der Feder des Papstes und Großinquisitors Benedikt XVI stammt - aus, lieber anonym.

Übrigens "christliche Atheisten" gibt es genausowenig wie karierte Zebras oder gestreifte Giraffen, aber das weiß der evtl. evangelikale Schreiblerling sicher auch besser als Roberto J. de Lapuente, und ich, sowie andere Atheisten die dies lesen.

Interessant ist es übrigens auch, dass der unbekannte Anonymus genau bestätigt was der angebliche "Christenfeind" und Ex-Theologe Karlheinz Deschner in die Kriminalgeschichte des Christentums beschreibt - Hat das Christentum kulturell nix zu melden, dann ist man "das Opfer" - ist es aber an der Macht, dann wehe den Gegnern, und vermeintlichen Feinden, der christlichen Religion.

Danke Anonymus, du bestätigst die Vorurteile, die manche gegen christliche Taliban haben voll und ganz.....Fazit: Nix mehr Vorurteil, sondern Wahrheit....

Anonym 9. August 2011 um 17:24  

Ja, klar: blöd ist es, den ganzen Islam aufgrund islamistischen Terrors zu verteufeln.

Weil nun aber konservative bis rechtsgerichtete Kreise genau dies tun, ist es doch nicht sinnvoll, nun das Christentum "gerechterweise" zu verteufeln.

Dieser Logik folgend müßte man dann den Gedanken der Solidarität und des Sozialismus ebenfalls unter Strafe stellen, weil der Stalinismus Millionen Opfer zur Folge hatte.

Ja, es gibt eine Nähe zwischen institutionalisiertem Christentum und Konservatismus/Nationalismus - und somit auch zur pervertierten Gedankenwelt des Rechtsterroristen Breivik.

Aber imer wieder entgleist die Diskussion angesichts solcher Taten in Richtung Verteufelung jeglicher Moralkonstrukte.

Selbst, wenn es Konstrukte sind: wir brauchen sie und müssen in Kauf nehmen, daß sie in ihrer Komplexität so manches einfache Hirn überfordern.

Aber deshalb keinerlei Werte mehr zulassen? Sorry, das ist völlig weltfremd.

Feyd Braybrook

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