Unser vorbildlicher Umgang mit rechter Gewalt

Mittwoch, 23. August 2017

Nach dieser hanebüchenen Stellungnahme von US-Präsident Trump konnte man tatsächlich nur mit dem Kopf schütteln. Der Eindruck bestärkte sich, dass da einer mächtige Wahrnehmungsprobleme, ja unter Umständen was am Sträußchen hat. Ja, natürlich war das mal wieder ein Skandal. Wie kann es bitte sein, dass der erste Mann seines Staates sich hinstellt und rechtsextreme Gewalt leugnet, obgleich es Bilder und Mitschnitte genug gab, die diesen Umstand als Fakt darlegten? Das ist fürwahr skandalös. Und dass die breite Medienlandschaft das dann auch genau so eingestuft hat, ist völlig richtig. Donald Trump ist ein Präsident der Rassisten und Hetzer. Und dass er das ist, damit kokettiert er gerne.

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Hayali teilt aus!

Dunja Hayali scheint das neue Bad-Ass des deutschen Pressebürgertums zu sein. Wie sie sich wehrt und wie sie austeilt! Dabei sind die Adressaten ihrer Zurechtweisungen nur recht billige Empfänger.

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#neulandrebellenGoesKanzlerin

Montag, 21. August 2017

Merkel ging viral. Via YouTube. Letzte Woche stellte sie sich dort vier Machern dieses Neulandes. Heraus kam Erstaunliches: Neben dem Smiley als Lieblingsemoji im Kanzleramt, wissen wir nun auch, dass die neuen Medien einfach nur die alten Medien kopieren wollen.

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Absurdes Wahlsystem

Donnerstag, 17. August 2017

Seit mehreren Wochen stellt sich das demoskopische Feuilleton eine Frage: Reicht es für Schwarz-Gelb oder nicht? Mehrheit – ja oder nein? Alles war zuletzt dabei: Vom Jubelruf des bürgerlichen Lagers, weil es womöglich doch reicht – bis hin zum Abgesang, weil man doch denkbar knapp daran scheitert. Dabei ist dieses analytische Spielchen mit der eventuellen Mehrheit irgendwo zwischen Euphemismus und Fatalismus angesiedelt. Denn Mehrheit im Sinne von mehrheitlich ist damit nicht gemeint – dass man trotzdem so tut, einfach über die fehlende Wahlmoral – oder besser -bereitschaft – hinweggeht, zeigt auch, dass man Mehrheiten heute durchaus als Minderheitenvotum toleriert.

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Der erfolgreichste Erfolglose aller Zeiten

Mittwoch, 16. August 2017

Donald Trump ist der erfolgreichste Gescheiterte, den man sich vorstellen kann. Er wird Vorbild für viele destruktive Kräfte sein, die nach ihm kommen. Sein Scheitern ist bahnbrechend.

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Die Grenzen der Linken

Montag, 14. August 2017

Offene Grenzen: Ein klassisch linkes Thema? Wenn das mal so einfach wäre. Ein Blick in die Brennpunkte des Landes sagt einem was anderes: Die europäische Freizügigkeit kann so keinen Bestand haben.

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Die Erde, das Wasser, die Luft unserer Nachkommen

Samstag, 12. August 2017

Am 2. August traf man sich zum Diesel-Gipfel und beschloss Kosmetik. Am selben Tag war Erdüberlastungstag. Und so lieferte der Gipfelbeschluss passend zum Thementag: Wirtschaftsinteressen fressen Erde auf.

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Gesicht zeigen im Zeitalter der Gesichtserkennung

Donnerstag, 10. August 2017

Die letzten 15 Jahre müssten eigentlich eine Ära gewesen sein, in der die Kriminalität, der Terrorismus und der Betrug abgenommen haben. Ja, eigentlich müsste es sogar als das Zeitalter der Abschaffung solcher Auswüchse abonniert sein. Seit mindestens anderthalb Dekaden erklärt man den Bürgerinnen und Bürgern nun, dass der sukzessive Ausbau der Überwachung zu mehr Sicherheit führen würde. Die Gesichtserkennung am Berliner Südkreuz, die neulich ihren Betrieb aufnahm, wurde mit genau dieser These von der Bundespolizei verteidigt. So könne es nämlich gelingen, »Straftaten und Gefahrensituationen im Vorfeld zu erkennen«.

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Ich verabscheue ja Verschwörungstheorien, aber …

Dienstag, 8. August 2017

Da ist doch was in Busch. Amri verlor ein Ausweisdokument. Terroristen in Frankreich auch. Selbst Einbrecher und Diebe im Blumenladen. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder werden Kriminelle zunehmend schusseliger oder aber …

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Neues Lügenpresswerk in Betrieb genommen

Montag, 7. August 2017

Die Absprache der Autokonzerne zur Täuschung von Kunden und Öffentlichkeit ist mehr als nur ein Skandal: Sie ist Beleg dafür, dass die deutsche Wirtschaft in vielen Bereichen mehr scheint als sie ist. Im gewaltigen Maschinenpark deutscher Industrie lärmen allerhand Anlagen: Allen voran das Lügenpresswerk.

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Verbietet Bertelsmann-Studien - jetzt!

Donnerstag, 3. August 2017

Sie haben heute schon Herrn Dobrindt für seine Kulanz gegenüber der Autoindustrie kritisiert und vielleicht auch sinngemäß festgestellt, dass Sie mit der Demokratie in diesem Lande nur teilweise zufrieden sind? Hatten Sie unter Umständen heute auch schon ein Gespräch, in dem Sie zum Beispiel durchschimmern ließen, dass Sie mit der Europäischen Union, die sich als reine Währungs- nicht aber als Sozialunion staffelt, nichts anfangen können? Falls ja, passen Sie bloß auf. Denn mit diesen Aussagen fallen Sie für die Meinungsforscher von Infratest - die für Bertelsmann diese Studie austüftelten - schon unter das Label populistischer Anfälligkeit.

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Wahlkampf im S-Bahn-Tunnel

Mittwoch, 2. August 2017

Grundsätzlich hört sich der Zukunftsplan der SPD gut an. Wer aber jetzt vorgibt in Straßen investieren zu wollen, die er vor Monaten noch zu privatisieren beabsichtigte, der darf nicht erwarten, dass man ihm Seriosität abnimmt. Die Berichterstatter machten aber zugleich das berechtigte Anliegen eines solchen Planes nieder.

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CEO, der Wirtschaftsforschungsmann mit dem Koks ist da

Montag, 31. Juli 2017

Wer will diese deutsche Wirtschaft noch stoppen? Wieder ein Rekordwert – beim ifo-Geschäftsklimaindex. Party unter Führungskräften: Für sie ist die Welt nur noch ein einziges Aufwärts. Dabei wird hier nicht mit Kennzahlen dokumentiert, sondern mehr so vom Gefühl her Verblendung zementiert.

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Vier Jahre gewählt und trotzdem hektisch

Freitag, 28. Juli 2017

Dass Journalisten jede Sau durchs Dorf jagen, am liebsten so lange, bis die entkräftet aufgibt, liegt auf der Hand: So läuft deren Business. Wer da nicht mitmacht, ist schnell weg vom Fenster. Dass Politiker dasselbe tun, wirft eine Frage auf: Für was werden sie auf vier Jahre mandatiert?

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Was die Bachelorette über G20 denkt

Donnerstag, 27. Juli 2017

Der Text passe so, aber die Überschrift, die würde der Aktualität des Themas nicht gerecht, meinte der für mich zuständige Redakteur. Ob mir da nicht noch was einfiele, was den aktuellen Bezug auf einen Blick verdeutliche? Mein gewählter Titel gefiel mir eigentlich ganz gut, er klang ein bisschen – nun ja: literarischer. Er erklärte mir, dass man da auf SEO lugen sollte: Schlagwörter und so. Wenn man keine Dachzeile nutzt, sollte man da unbedingt Überschriften wählen, die Erkennungsworte beinhalten. So wird man heute gefunden. Aber er kenne diese Diskussionen ja, mit den Kollegen von der Kultur gäbe es auch immer Gespräche, die so ähnlich verliefen.

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28-Stunden-Woche: Da geht mal wieder die Welt unter

Mittwoch, 26. Juli 2017

Weil die IG Metall eventuell wöchentliche Arbeitszeitverkürzungen durchsetzen will, malen die Unternehmen schon mal Szenarien einer düsteren Zukunft. Zukunft ist für sie doch immer Düsternis. Bis sie Gegenwart wird und man trotzdem satte Gewinne einstreicht.

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Talkin´ ´bout my G-G-Generation

Montag, 24. Juli 2017

Generationengerechtigkeit: Darüber sollte man wieder mal reden. Sie scheint dieser Tage kein demographisches, wohl aber ein nachrichtendienstliches Problem zu sein.

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Acht Jahre sind genug

Donnerstag, 20. Juli 2017

Eines muss man den Sozialdemokraten ja lassen: Sie haben das Wahlprogramm der Union mit etwas mehr Laune und Verve als das Original an die Leute gebracht. Inhaltlich ist das Ding ja nicht der Rede wert, es ist ein elitaristisches Steuerkonzept mit einigen Versprechungen ohne Gewähr. Die Union selbst hat ja dasselbe Wahlprogramm ganz anders vorgestellt. Ein müder alter Mann aus Bayern nuschelte etwas von Innovation und seine abgekämpfte ältere Richtlinienkompetenz stierte mit ausdruckslosen Augen in die Menge der Journalisten. Auch sie kam zu Wort, formulierte ohne viel Energie nette Binsen. So sagte sie, sie habe »Lust auf Zukunft«, was ein bisschen so klang, wie wenn andere Leute ihre Lust auf einen lustigen Grillabend zum Ausdruck bringen.

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Warum Sahra Wagenknecht schlafende Hunde weckt

Mittwoch, 19. Juli 2017

Trotz Sozialabbau, Privatisierung und Entstandardisierung: Linke Vorschläge sind weiterhin nicht unbedingt Mainstream. Woran das unter anderem liegt ist an der falschen Framing-Politik der Linken zu beobachten. Denn vorherrschende Frames zu negieren, bedeutet zugleich, sie neuronal zu stabilisieren.

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Aufruf zum unkontrollierten Hass

Montag, 17. Juli 2017

Ein Gesetz, das Sie davor bewahrt, den von Ihnen abgerissenen Spiegel eines parkenden Autos zu ersetzen und das stattdessen den Autohersteller dazu verpflichtet, schnell anzurücken, um den Defekt zu ersetzen – so ein Gesetz gibt es nicht? Aber sicher doch. Verursacherprinzip ist out, im digitalen Zeitalter muss es schneller gehen.

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Die Bundesverfassungseinrichter

Donnerstag, 13. Juli 2017

Von Anfang an kritisierten Juristen das Tarifeinheitsgesetz (TEG) als verfassungswidrigen Eingriff der Regierung in die gewerkschaftliche Freiheit. Gebilligt haben es die Karlsruher Richter dann dennoch. Mit Abstrichen, denn es muss an mancher Stelle nachgebessert werden. So dürfen die Mehrheitsgewerkschaften in einem Betrieb keine Vorzugsbehandlung erhalten, wenn deren Abschlüsse Schlechterstellungen im Verhältnis zu Abschlüssen der Minderheitsgewerkschaft darstellen. Der Verfassungsbruch blieb aber aus, allen fachlichen Einschätzungen im Vorfeld zum Trotz.
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Wir brauchen trotz Hamburg mehr Polizisten

Dienstag, 11. Juli 2017

Die Linkspartei muss sich für Hamburg rechtfertigen. Die Polizei auch. Beides ist eine tragische Entwicklung – denn beides wird dringend benötigt: Ein Linksschwenk ebenso wie mehr Polizisten. Eigentlich bedingt sich beides.

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Toleranz vs. Verteilung oder Wie Martin Schulz das Versagen linker Politik auf den Punkt brachte

Montag, 10. Juli 2017

Am Tage des Endsieges der Toleranz, der Homosexuelle im Ehekrach gleichstellt, verabschiedete der Bundestag mit einem Aufwisch ein Gesetz zur Unterbindung virtuellen Hasses. Sind wir etwa am Ende doch keine ganz so tolerante Gesellschaft? Wie passt denn das zusammen?

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Sektiererische Partei Deutschlands

Donnerstag, 6. Juli 2017

100 Prozent haben die Sozialdemokraten dem neuen Mann an der Spitze verpasst. Trotzdem krebst dieser 100-Prozent-Kanzlerkandidat in den Prognosen bei 23 oder 24 Prozent rum. Bei einer Wahlbeteiligung von - sagen wir mal - optimistisch geschätzten 75 Prozent, ergibt das am Ende, dass nicht mal ein Fünftel aller Wahlberechtigten für Martin Schulz und seine Partei gestimmt haben werden. Wir haben es hier mit einer Volkspartei ohne Volk zu tun. Dürfen wir bei dem, was aus den sozialdemokratischen Kanälen sickert, eigentlich noch von einer Partei sprechen? Sind die nicht schon in ganz anderen Sphären unterwegs?

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Das evolutionäre Muster deutscher Integration

Mittwoch, 5. Juli 2017

Menschen mit arabischen und türkischen Namen haben es schwer bei der Wohnungs- und Arbeitsplatzsuche. Das dokumentiert erneut eine Studie. Sie sind die Nachfolgegeneration derer, die zum Beispiel De Lapuente hießen.

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Echt klasse!

Dienstag, 4. Juli 2017

Auf die klassenlose Gesellschaft zielte die neoliberale Agenda von Anfang an ab. Auch wenn diese Vorstellung auf Sprache und Sozialabbau abgefärbt hat: Wer in der Hierarchie unten steht, der weiß trotzdem wie klasse er ist.

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Die Folgen von Grenfell Tower

Freitag, 30. Juni 2017

Nach dem tragischen Hochhausbrand im Londoner Stadtteil North Kensington, bei dem knapp 80 Mieter eines Sozialbaus ums Leben kamen, waren die Entscheidungsträger alarmiert. Schnelle Hilfe sei jetzt selbstverständlich Ehrensache. Man wolle nicht bürokratisch sein. Die Leute nicht alleine lassen. Das ist natürlich im ersten Augenblick Labsal für alle sparpolitischen Sozialromantiker. Wenn es hart auf hart kommt, so können sie wieder mal behaupten, dann rücken Gemeinwesen eben doch zusammen. Sozialabbau hin, Entbürokratisierung her. Not macht verbinderisch, sagt schließlich schon der Volksmund so oder so ähnlich.

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Ooommm… Politik!

Donnerstag, 29. Juni 2017

Nach der Entscheidung der Linkspartei in Bundesrat in Sachen Autobahnprivatisierung sollte ein Teil der (potenziellen) linken Wählerschaft gelassen bleiben. Denn Regierungsverantwortung erzeugt Unreinheit. So ist Politik. Was mancher Linke hingegen da draußen meint, das ist – Spiritualität.

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Asymmetrische Debilisierung

Mittwoch, 28. Juni 2017

Die Spitze der SPD hat nun einen neuen Begriff in die Runde geworfen, mit dem man der Kanzlerin Demokratieverachtung nachsagen kann: Asymmetrische Demobilisierung. Das bedeutet: Durch Sachthemenverweigerung die Wähler von der Urne fernhalten. Dazu gibt es einiges anzumerken. Als erstes mal: Warum zum Henker muss man der SPD denn Bällchen zuwerfen?

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Wir Opfer

Montag, 26. Juni 2017

Der IS hat nun auch Ziele im Iran angegriffen. Viele Berichte dazu gab es nicht. Das ist nachvollziehbar, denn eine Auseinandersetzung mit der Sache würde das Narrativ der Stunde in Frage stellen.

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Gern ein bisschen Spießigkeit

Freitag, 23. Juni 2017

Alltagsliberalismus heißt: Jeder kann machen was er will. So interpretieren wir Freiheit mittlerweile. Aber wie war das noch gleich mit den Grenzen des Nächsten, die man nicht überschreiten soll? Wie der Wirtschaftsliberalismus gehört auch der Toleranzliberalismus reguliert.

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Warum schweigt ihr bei Schäuble, liebe Rollifahrer?

Donnerstag, 22. Juni 2017

Die Muslime und ihre Verbände haben sich also letzte Woche mal wieder nicht ausreichend vom Islamismus distanziert. Der Innenminister zeigte sich enttäuscht. Der Justizminister forderte indes eine klare Haltung. Die Leitmedien skandalisierten eifrig hinterher: Ja warum distanzieren sie sich denn nicht? Deutsche Christen haben sich nach der NSU-Geschichte doch auch distanziert. Gut, sie marschierten nicht auf Demos mit und hielten als Parole »Je ne suis pas Nazi!« in die Luft. Niemand ist schließlich ein Nazi, bis das Gegenteil bewiesen ist. Man muss sich außerdem nicht für Dinge rechtfertigen, die andere getan haben. Verursacherprinzip und so. Nein, sie zeigten schlicht Betroffenheit – so nennt man die Distanzierung in Fällen wie jenen. Viele blieben damals daheim, aber kein Minister verurteilte diese Stubenhocker.

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Ein fast schon sozialistischer Kanzler

Dienstag, 20. Juni 2017

Nachdem man nun weiß, wie Schulz sich Steuergerechtigkeit vorstellt, muss man wohl ernüchternd festhalten: Kohls Regierung war ja fast schon eine sozialistische – was dieses Thema anbelangt.

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Lohn und Brot von der bayerischen Wirtschaft

Montag, 19. Juni 2017

Na also, Problem behoben. Von wegen Deutschlands Exportfixiertheit, »der Erfolg der deutschen Wirtschaft« wie dieses Phänomen in den Medien gemeinhin genannt wird, schade dem restlichen Kontinent! Das Gegenteil soll nämlich der Fall sein.

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Sozialarbeit ist Security

Donnerstag, 15. Juni 2017

Sondierte man an jenem Freitagabend, an dem Rock am Ring kurzzeitig unterbrochen war, ein bisschen die Netzwerke, so konnte man sich ein Bild der allgemeinen Gemütslage machen. Die lautete ungefähr so: Wir lassen uns von denen die Party nicht verderben. Oder aber: Wir müssen denen zeigen, dass sie uns nicht in die Knie zwingen können. Natürlich ist das demokratischer, ja gesunder Trotz. Aber in ihm schwingt etwas mit, wann das Dilemma in all den Debatten ist, die man jetzt zum Thema Terrorismus führt. Denn die Spezifikation in »Wir und die anderen« erzeugt die Ansicht, als seien Radikalisierung und der in einzelnen Fällen daraus entstehende Terrorismus etwas, was von außerhalb der Gesellschaft aufgehalst wird.

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Postfaktische Grüße, Mister Trump!

Mittwoch, 14. Juni 2017

Dieser Mann und seine Regierung machen postfaktische Politik. Das ist es, was man in Deutschland aus guten Gründen über Trump weiß. Und unsere Regierung und ihre Meinungsmacher?

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Agenda 2025 - jetzt!

Montag, 12. Juni 2017

Die Agenda 2010 ist aus linker Perspektive gescheitert. Dabei war der Ansatz, einen Weg nach vorne für Europas Sozialdemokraten und Linke zu finden, nicht verkehrt. Ganz im Gegenteil. Dieser Aufgabe muss sich Europas Linke nun dringend stellen.

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Elf Renditen müsst ihr sein

Freitag, 9. Juni 2017

Die Debatte nach den Pfiffen zur Halbzeit gegen Helene Fischer haben nur eines belegt: Dieser angebliche Widerstand gegen die Vermarktlichung des Fußballs ist durch und durch verlogen. Die Fans holen sich »ihren Sport« nicht zurück – sie schmieren vielmehr Tag für Tag genau die Kommerzmaschinerie, die sie in Momenten kurzer Hellsichtigkeit kritisieren.

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Ein kleiner Beitrag zur Linksverdrossenheit

Donnerstag, 8. Juni 2017

Ganz plötzlich entrollten die jungen Leute ein Plakat: »Luther, du mieses Stück Scheiße! Antisemitismus, Sexismus, Despotismus – kein Grund zum Feiern!« Stimmt ja auch. Wenigstens der zweite Teil davon. Der Luther war da nun wahrlich nicht ohne. Es gibt halt nur einen Haken an den Vorwürfen: Der Mann lebte vor 500 Jahren, wurde in eine Zeit hineingeboren, in der solche Haltungen Standard waren. Es ist schon sonderbar, jemanden Sexismus zum Vorwurf zu machen, der in einer Epoche lebte, in der Sexismus begrifflich noch nicht mal vorstellbar war.

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Immer wieder sonntags

Dienstag, 6. Juni 2017

Deutschlands Warenhäuser wollen es haben wie ihre Konkurrenz aus dem Internet: Sie möchten auch am Sonntag die Tore öffnen. Gute Idee, solange nach dem Aufsperren nicht die Belegschaft zur Arbeit erscheinen muss.

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Ökonomischer Harnverhalt oder Pisse zu Gold

Freitag, 2. Juni 2017

Bei einem Berlin-Trip sollte man als Tourist die Latrinenabgaben nicht vergessen. Die gehen ins Geld. Das ist das »Modell Deutschland«: Alles hat einen Preis. Selbst Pisse kann gülden sein. Europa lernt das auch noch.

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Weil die SPD keine AfD sein wollte

Donnerstag, 1. Juni 2017

Was war das doch für eine Aufbruchsstimmung, die Martin Schulz da in seine Rede im Willy-Brandt-Haus legte, als er Ende Januar vor ausgesuchten Genossinnen und Genossen sprach. Die Sozialdemokratie sollte wieder Kanzlerpartei werden. Auch um gegen die Rechtspopulisten ein Zeichen zu setzen. Und um sie, die er eine »Schande für Deutschland« nannte, wegzuhalten von etwaigen Machtoptionen. Dass man »diese Typen […] bekämpfen« müsse, hatte er schon ein Jahr vor seiner Kandidatur der Presse gallig ins Notizbüchlein diktiert. Jetzt sollte das angepackt werden. Mit ihm als SPD-Kanzler.

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Neues vom Jobwunder

Mittwoch, 31. Mai 2017

Eigentlich schade, dass der Italiener um die Ecke nicht liefert, oder? Tut er aber nun doch. Nicht er selbst, er hat den Service outgesourct. Ein Fahrradkurier macht das jetzt für ihn. Auch diese Radler sind Teil des Jobwunders und des vermeintlichen Stellenüberflusses in Deutschland.

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Schön ist es auf der Welt zu sein

Montag, 29. Mai 2017

Den US-Präsidenten und falsche Nachrichten, Hackerangriffe und die AfD: Russland finanziert offenbar jeden miesen Vorgang in der Welt. Selbst für unkritische Musik scheint der Kreml laut Spiegel noch ein Budget zu haben. Dieser letzte Vorwurf ist ziemlich gewagt für ein Land, in dem Helene Fischers entpolitisierte Gute-Laune-Songs die Charts anführen. Ist die gebürtige Russin vielleicht auch vom Kreml bestellt?

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Die analytischen Qualitäten des Mister Trump

Freitag, 26. Mai 2017

Langsam wäre es an der Zeit, nach den Ursachen des Terrorismus zu forschen. Seine Zunahme auf westlichen Boden kann man doch nicht als Zufall abtun. Einen analytischen Beitrag gab es im Getöse der Betroffenheitspresse dann doch: Ausgerechnet von the @realDonaldTrump.

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Die Partei, die Partei, die war immer rechts?

Donnerstag, 25. Mai 2017

Das Göttinger Institut für Demokratieforschung ging für die Ostbeauftragte der Bundesregierung der Frage nach, woher ausgerechnet im Osten der Republik diese Affinität für rechtsradikale Ansätze kommt. Das Team um den Politikwissenschaftler Franz Walter hat im wesentlichen einen Faktor gefunden, der die Ostdeutschen tendenziell offen für AfD und Pegida macht: Die DDR. Sie präge die Denk- und Handlungsmuster der Ossis noch immer. Mal mehr, mal weniger. Grundsätzlich sei der Ostdeutsche aber ein verlorener Geselle, denn der SED-Staat habe ihm alles abgenommen, jetzt ist er in eine eigenverantwortliche Welt geworfen. Die DDR wirkt also nach.

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Kriminalität: Ein Spar- kein Einwanderungssymptom

Mittwoch, 24. Mai 2017

Die Kriminalität hat offenbar momentan den Terrorismus als Hauptsorge der Deutschen abgelöst. Das lockt selbstverständlich die Hinterbänkler in die Talkrunden. Die Polizei kann indes nichts dagegen tun, sie hat keine Zeit einzuschreiten.

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Jetzt erst rechts

Montag, 22. Mai 2017

Die Sozialdemokraten müssten nun endgültig umdenken, liest man zuweilen. Sie müssen wieder sozialdemokratisch werden, wollen sie die Bundestagswahl noch gewinnen. Kommt jetzt der Linksruck? Nein, das Gegenteil wird geschehen.

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Von der Alternativlosigkeit zur Alternative

Freitag, 19. Mai 2017

Schon vor sechs Jahren sprach Colin Crouch vom »befremdlichen Überleben des Neoliberalismus«. Und zwar nach der Krise des Finanzkapitalismus. Dass nun ausgerechnet Macron gegen Le Pen ins Stechen ging macht deutlich, dass die einstige Alternativlosigkeit sich als Alternative in Stellung gebracht hat.

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PPP oder Von der Salonfähigkeit der Unterwelt

Donnerstag, 18. Mai 2017

Durch bewusst überhöhte Kalkulationen sollen Mitarbeiter bei Toll Collect mehrere Millionen Euro abgeführt haben. So lautete jedenfalls der Verdacht, der letzte Woche zur Durchsuchung der Unternehmenszentrale führte. Wirtschaftskriminalität liegt in Deutschland ja voll im Trend. Auf der Liste des Schattenfinanzindex hat man sich nicht umsonst an prominenter Stelle eingetragen. Dazu muss man die Steuerhinterziehung, das Abführen öffentlicher Gelder auf schwarze Konten und allerlei andere Mauscheleien schon zu einem Wachstumsmarkt machen. Sonst gelingt es einem Land nicht, zu einem Thema für solche Indizes aufzusteigen.

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