Nichts Genaues schreibt man nicht

Montag, 25. März 2019

Bis neulich tat die europäische Politik noch so, als sei der Feldzug gegen so genannte Fake-News epochal. Mit Artikel 11 der EU-Urheberrechtsreform hat man diese Absicht wohl gänzlich eingestellt.

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Dick im Geschäft

Freitag, 22. März 2019

Es reicht, ich muss mir auch ein bisschen Identitätssensibilität zulegen. Sonst bin ich nicht trendy. Wer künftig hier was gegen Dicke hat, der kriegt sein Fett ab. Denn wer meine Identität beleidigt, muss mit der fat community rechnen, zu der ich mich nun zähle.

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Sagen, wenn es zu viel wird

Mittwoch, 20. März 2019

Ein klein wenig erinnerte mich der Rückzug Sahra Wagenknechts vor einer Woche an jenen Rückzug des vorherigen Papstes. Der fühlte sich seinem Amt nicht mehr gewachsen, erklärte diesen ersten päpstlichen Rücktritt seit Jahrhunderten mit der Furcht davor, im Laufe seiner letzten Lebensjahre den Anforderungen einer modernen Welt nicht gerecht werden zu können. Auch wenn Kritiker ihm seinerzeit andere Motive unterstellten, besonders im Hinblick auf die Missbrauchsthematik, musste seine Entscheidung doch Respekt abringen. Da stand nämlich einer, der von sich sagte, dass er schwach sei, seinen Aufgaben nicht so nachkommen könne, wie es die Pflicht eigentlich von ihm verlange: Das hatte durchaus Symbolcharakter für die Überlasteten und Ausgebrannten dieser Erde.

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Gute Besserung, liebe Aufsteher!

Montag, 18. März 2019

Nicht Wagenknechts Rückzug aus der aufstehen-Spitze wird zum Problem für die Bewegung. Faktisch ist aufstehen schon lange am Ende. Das liegt vor allem daran, dass all die Probleme, mit denen die Linke zu ringen hat, in die Bewegung eingeschleppt wurden.

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Ich gucke nur noch und hoffe nichts mehr

Freitag, 15. März 2019

Als Autor oder – weniger hochtrabend gesagt – als Blogger bin ich zwangsläufig auf der Jagd nach Themen. Dabei würde ich mich so oft lieber rausziehen aus der Sache – und nichts mehr sagen. Denn was für Unsinn uns mittlerweile beschäftigt: Ich kann das nicht mehr ernstnehmen. Geschweige denn dagegen was ausrichten. Und wenn ich noch ehrlicher bin: Ich glaube an nichts mehr.

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Kramp-Karrenbauers Postdemokratie

Mittwoch, 13. März 2019

In meinem eigenen kleinen Weltausschnitt, manche nennen ihren auch Bubble, tobte letzte Woche die Empörung. Wegen Annegret Kamp-Karrenbauer. Nein, an dieser Stelle soll nicht darüber befunden werden – es wurde bereits ausreichend darüber berichtet, kommentiert und beraten. Interessant fand ich an der ganzen Diskussion was völlig anderes: Man warf der Frau vor, dass sie als künftige Bundeskanzlerin so nicht sprechen dürfe. Jemand schrieb sinngemäß, dass er Merkels Eigenschaft, immer im richtigen Moment die Klappe zu halten, schon jetzt ziemlich vermisse. Andere orakelten schon, nun sehe man ja, was uns demnächst blühe. Frau Bundeskanzlerin, so nicht!

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Das habt ihr brav gemacht: Wahlrecht als Belohnung

Montag, 11. März 2019

Die Bundesjustizministerin ist beeindruckt von den jungen Leuten, die für den Klimaschutz demonstrieren. Daher möchte sie sie zur Belohnung mit dem Wahlrecht ausstatten. Wahlrecht verteilen, weil man glaubt, da macht jemand etwas richtig? Man sollte denen, die was gefühlt falsch machen, das Wahlrecht entziehen. Der Bundesjustizministerin zum Beispiel.

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Nach dem Kater

Freitag, 8. März 2019

Der Kater ist verklungen, Karneval ist rum. Vielleicht wäre es das Beste, man ließe ihn für alle Zeit ruhen. In Zeiten wie diesen ist er nicht mehr vermittelbar. Denn schlechte Zoten werden gleich als Generalangriff auf die Lebensart begriffen. Vorbei die Zeiten, da jeder ein Recht darauf hatte, mit Witzchen versehen zu werden. Heute herrscht Pussy Terror.

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Discounterkritik in der sibirischen Verbannung

Mittwoch, 6. März 2019

Ein Dreiviertel Liter Rotwein für 1,04 Euro, 500 Gramm Kaffee für 1,97 Euro und 530 Gramm Würstchen für 2,12 Euro: So billig ist der sibirische Discounter Mere wirklich – jedenfalls ging es so durch die Presse. Er ist günstiger als Aldi, billiger als Lidl, da geht keiner mehr erstmal zu Penny. In den letzten Wochen wurde ja viel über Mere berichtet. Rätselhaft erschienen die Preise. Wie kann der Discounter aus Sibirien nur so günstig Lebensmittel anbieten? Was hat es mit dem Geschäftsmodell auf sich? Das kann doch nicht ganz koscher sein, da muss doch was dahinterstecken. Das macht doch irgendwie das seriöse Discountergeschäft in unserem Land kaputt - oder etwa nicht?

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Der Tierschutz geht euch mal gar nichts an, liebe Veganer!

Montag, 4. März 2019

Der Schwangerschaftsabbruch beschäftigt die Bubble. Und in ihr liest man einen Gedanken besonders häufig: Männer haben beim Thema nichts verloren und sollen – verdammt nochmal! – still sein. Sagt mal, gehts noch? Wie sehr die Gesellschaft gespalten ist, sieht man besonders an dieser Pseudoprogressivität. Man nistet sich in Spaltung ein und tröstet sich auch noch damit, eigentlich demokratisch zu agieren.

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Bürgernähe ohne Bürger

Freitag, 1. März 2019

Es gibt sie ja doch noch, die Politiker, die dorthin treten, wo wir normalen Menschen unseren Alltag verrichten. Doch dieser Abstieg von Eliten in den Bürgeralltag litt von jeher an einem: Am umgedrehten Vorführeffekt.

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Baldrian aus dem ifo-Reformhaus

Mittwoch, 27. Februar 2019

Nachdem die Sozialdemokraten so tun, als meinten sie es diesmal mit der Reform ihrer Jahrhundertreform ernst, die verrückterweise mit dem Namen eines Ex-Managers bezeichnet wird, gibt es urplötzlich allerlei Forderungen nach einer Hartz-IV-Reform. Nicht zuletzt aus dem konservativen Lager kommen nun Gegenvorschläge zur Güte.

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Chiara Angelina Shiting Bull

Freitag, 22. Februar 2019

An Haltestellen, am Bahnhof, an Kiosken: Überall wo wir zwischendurch warten, informiert man uns mittlerweile über die wichtige Ereignisse unserer Zeit. Sportergebnisse zum Beispiel. Und über attention bitches aller Art, Society-Leute, die keine Sau kennt, die aber jedem unter die Nase gerieben werden. Über den Bullshit für unterwegs.

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Geh doch nach Hause, SPD!

Mittwoch, 20. Februar 2019

Die Sozialdemokraten treten zur Charmeoffensive an. Hartz IV soll überwunden werden. Auch der Arbeitsmarkt soll menschlicher werden. Arbeitnehmer sollten ein Recht darauf haben, auch mal von daheim zu arbeiten. Homeoffice nennt man das in Business-Deutsch schon seit langem. Für Pendler ist das natürlich eine starke Sache, wenn man nur noch viermal statt fünfmal die Woche in übervollen Bahnen hocken oder mit dem Auto durch verstopfte Straßen schleichen muss. Sich im Schlafanzug an den Rechner hocken und trotzdem Geld verdienen: Das hat was.

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Und die Geschicht’ von der Moral …

Montag, 18. Februar 2019

Ethischer Kundenboykott oder moralisch geschulte Manager: Beides ist irrelevant, denn Sittlichkeit ist nicht die Aufgabe des Marktes. Wer sie dorthin verlagert, lässt sie verpuffen. Moral ist ein politisches Primat.

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Nachrichten fürs Hundchen

Freitag, 15. Februar 2019

Alles sein können was man will, wann man will, wo man es will. Gleichzeitig hier und da, ja überall sein. Dieser in eine postmaterialistische Dekadenz pervertierte Existenzialismus ist doch keine Lebenseinstellung. Er ist eine Krankheit, die neben Lifestyle-Schnickschnack ein schizophrenes Selbstverständnis von Arschlöchern hervorbringt.

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Gelebtes Vorsorgeprinzip: Scheuer entsorgen!

Mittwoch, 13. Februar 2019

Ich bin ein bisschen ratlos. Dieser Krieg um die Deutungshoheit zu Diesel und Straßenverkehr verunsichert mich zutiefst. Die Angelegenheit ist ja in den vergangenen Monaten zu einem regelrechten Glaubenskrieg mutiert. Für Leute wie mich, die nun mal keine Wissenschaftler sind, geht es wirklich nur noch darum, was sie glauben können oder wollen - und was nicht. Ich glaube natürlich auch was, habe nichts gegen ein Diesel-Verbot, sorge mich um die Luft und nehme zudem an, dass der momentane Zustand nicht gesund sein kann.

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Jetzt helfen nur noch Schauprozesse!

Montag, 11. Februar 2019

In Bayern schrumpft die Sozialdemokratie auf sechs Prozent zusammen. Im Bund sieht es weiterhin miserabel aus. Wenn die Basis der Partei nicht sofort handelt, ist die sozialdemokratische Partei endgültig am Ende angelangt. Was die SPD jetzt braucht sind: »Schauprozesse« und »Berufsverbote«.

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Die Diktatur des Volontariats

Donnerstag, 7. Februar 2019

Die „Guten“ und „Anständigen“ in unserem Land brauchen dringen eine Image- und Marketingberatung. Ihr Auftritt im Kulturbetrieb schreckt viele Menschen ab – und treibt sie den schlechten Alternativen in die Arme.

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Kann Städtebau heute im 21. Jh. betrieben werden, ohne eine ökologische Notbremse zu ziehen?

Dienstag, 5. Februar 2019

Während das globale Klimachaos und das globale Artensterben sich mit rasender Geschwindigkeit verschärfen, wird in Frankfurt Stadtentwicklung des 20. Jh. betrieben: Autoparkplätze, Beton, Gasheizung, ggf. Kohlestrom und fertig. Auf diese Weise sollen auf dem Gartengebiet der Grünen Lunge im Frankfurter Nordend mit seiner besonders großen Artenvielfalt und mehreren tausend Bäumen die Günthersburghöfe entstehen.

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Gedenken? Geh denken!

Montag, 4. Februar 2019

»Unsere Erinnerungskultur bröckelt, sie steht unter Druck von extremen Rechten.« Das sage nicht ich – das sagt Heiko Maas. Aber er irrt sich, denn er verwechselt Symptom und Ursache. Eigentlich bröckelt es nämlich schon wesentlich länger. 

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Der Name der Chose

Freitag, 1. Februar 2019

Hartz IV reformieren oder abschaffen? Das hat der Spiegel Manuela Schwesig von der SPD gefragt. Prompt gab sie zur Antwort: »Der Name muss weg.« Neue Inhalte brauche es aber auch. Man ahnt was Priorität hat: Die Verpackung. Dabei spielt es eh keine Rolle mehr, was die SPD will oder nicht will.

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Der Bundespräsident, der den Bundespräsidenten abschafft

Mittwoch, 30. Januar 2019

Knapp zwei Jahre ist es nun her, dass ich auf dem Berliner Platz der Republik stand, während drinnen im Reichstag die Bundesversammlung tagte. Ich war nur zufällig an diesem Sonntag, da ein neuer Bundespräsident gewählt werden sollte, in der Hauptstadt, wollte mir aber einige Minuten Zeit nehmen, um am Puls der Ereignisse sein zu können.

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Prima Klima oder Das Orakel von ifo

Montag, 28. Januar 2019

Der Ifo-Index fällt – unerwartet stark. Seit diesem Januar weiß das ifo-Institut und die deutsche Presselandschaft: Die Wirtschaft ist im Abschwung. Möge uns der Allmächtige oder wer auch immer helfen, die Folgen abzumildern! Oder vielleicht hilft er uns ja wenigstens dabei, den ifo-Index zu verstehen.

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Weil. Ich. Es. Kann.

Mittwoch, 23. Januar 2019

Ich bekenne. Ich habe in der Nacht von Silvester auf Neujahr eine kleine Tüte mit Raketen besessen und deren Inhalt in den Himmel gejagt. Zwölf Raketen waren es – und einige Knaller. Wir standen zusammen in der Dunkelheit und haben es getan. Keine Ahnung warum, es machte nicht mal sonderlich Spaß.

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Das Volk und die da oben: 30 Jahre später

Montag, 21. Januar 2019

Mancher behauptet, dass die politischen Akteure der Stunde in etwa so auftreten, wie jene am Ende der DDR. Aber eigentlich ist es schlimmer, denn zwischen dem ZK und den Menschen war der Abstand wohl doch nicht so groß wie im Deutschland von 2019.

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Scholz als Kanzler: Ein bisschen wie Sex in Gummistiefeln

Freitag, 18. Januar 2019

Was diskutieren und debattieren wir eigentlich für phantastische Sachen im öffentlichen Raum! Ob nun Olaf Scholz Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten wird oder nicht zum Beispiel: Der Mensch ist ein phantasiebegabtes Wesen – aber manchmal soll man dann doch über Dinge reden, die einen Realitätsbezug haben .

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Den Öffentlich-Rechtlichen geht es wohl zu gut

Mittwoch, 16. Januar 2019

Im letzten Sommer lud mich das Deutschlandradio zu einem Gesprächskreis ein. Neben mir waren drei weitere Teilnehmer und natürlich der Moderator mit von der Partie. Es ging, dies allerdings nur am Rande, um die Ausschreitungen in Chemnitz – eine Sau, die im schnelllebigen Medienbetrieb schon lange aus dem Dorf gescheucht wurde.

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Straffällige Asylbewerber ausweisen?

Montag, 14. Januar 2019

In den letzten Tagen kam wieder ein altes Thema aus dem Komplex »Flüchtlingsdebatte« auf den Tisch: Kann, ja soll man straffällige Asylbewerber ausweisen können? Muss man als Linker automatisch gegen eine solche Option sein? Nicht zwangsläufig!

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Was ich schon für Bullshit geschrieben habe!

Freitag, 11. Januar 2019

Klar, ich habe mich in den letzte elf Jahren, seitdem ich anfing zu schreiben, schon sehr verändert. Heute sehe ich Sachen anders, neige weniger zum Idealismus, ja bin aus manchem linken Dogma ausgebrochen. Vorwürfe nehme ich zur Kenntnis.

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Zumutbarkeitslimbo mit der Bahn

Mittwoch, 9. Januar 2019

Seit nunmehr 24 Jahren ist in Bad Orb kein Zug mehr verspätet angekommen – und ebenso wenig verspätet abgefahren. Nun ja, wenn man ganz genau sein will, muss man schon konkretisieren: Denn seit 24 Jahren ist kein Personen- oder Güterzug mehr in Bad Orb gesichtet worden. 1995 wurde die Bahnstrecke aufgegeben. Seit 2001 fährt dort nur noch eine touristische Schmalspurbahn, der Bahnhof der fast 10.000 Einwohner umfassenden hessischen Stadt, beherbergt heute ein Restaurant. Vielen Orten in Deutschland erging es ähnlich. Seit 1994 hat die Deutsche Bahn 5.400 Kilometer Gleise, das sind an die 16 Prozent des gesamten Streckennetzes, stillgelegt oder abgebaut.

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Das Menschenrecht gilt zuerst mal für die Frau …

Montag, 7. Januar 2019

Die Debatte um die etwaige Reform beim Schwangerschaftsabbruch kann keine nach Mann-Frau-Schema sein. Wer den Diskurs dergestalt führt, unterstreicht letztlich nur seine fehlende geistige Reife. Denn hier liegt eine ethische Frage vor, die bis zu einer gewissen Grenze offen behandelt werden muss. Wer anderer Meinung als die Reformer ist, muss sich noch lange nicht als Reaktionär verunglimpfen lassen.

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… fahr’n fahr’n fahr’n auf der Autobahn

Freitag, 4. Januar 2019

Den Deutschen gehen bekanntlich die Gewissheiten flöten. Dass nicht immer alles so bleibt, wie es mal war, setzt ihnen ganz schön zu. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) zum Beispiel, sie möchte ein Tempolimit auf Deutschlands Autobahnen. Auf Deutschlands Autobahnen! So ein Frevel. Dabei ist das schon lange fällig.

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Unsere Art zu leben und der Terror

Mittwoch, 2. Januar 2019

Kurz vor Weihnachten gab es einen Doppelangriff auf unsere Freiheit. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte auf zweierlei Ebenen etwas angeregt: Zunächst sprach sie sich für ein Tempolimit von 120 Stundenkilometer auf Deutschlands Autobahnen aus, um dann mit einer von Behörden kontrollierten Silvesterböllerei nachzulegen. Beide Maßnahmen dienten der Umwelt und der Gesundheit. In den sozialen Netzwerken tobte danach die blanke Wut. Die DUH erntete einen Shitstorm. Selbst in meiner eher linken Filterblase formierte sich dort der Empörungsmob, der der Ansicht war, dass hier auf gefährliche Art und Weise an der freiheitlichen Grundordnung gerüttelt würde. Ja, das sei viel schlimmer noch, ein weiterer Angriff auf unsere Art zu leben.

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Weihnachtsgrüße aus dem Safe Space

Montag, 24. Dezember 2018

Wo ist eigentlich die Triggerwarnung vor Erzählen der Weihnachtsgeschichte? Die ist mindestens so grausam wie Ovids Metamorphosen. Ach ja, fast hätte ich es vergessen: Soziale Deprivation genießt man ja zuweilen mit der ganzen voyeuristischen Härte des Schicksals. Na dann frohe Festtage auch …

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Die Tyrannei der Verweichlichung

Freitag, 21. Dezember 2018

Die Geschichte der Alten, die auf die Jugend oder aber auf die sich verändernde Welt herabsehen, ist eine Geschichte voller Verweichlichungsvorwürfe. Wahrscheinlich war allerdings keine Gesellschaft je so zartbesaitet, ales es die hiesige ist. Daher gleich eine Triggerwarnung: Weiterlesen kann Tränen verursachen, ihr Weicheier!

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Das Jahr, in dem die Sozis ihre letzte Chance verschenkten

Mittwoch, 19. Dezember 2018

Vor elf, zwölf Monaten schielten die Sozialdemokraten im Lande noch traurig auf die damaligen Hochrechnungen. Sie lagen, je nach Umfrage, bei 20 oder 21 Prozent. Und das, obwohl ihnen mit Martin Schulz wenig zuvor der Mann der Stunde beschert war - und kurzfristig Hoffnung auf 30 plus X Prozent gab.

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Klimaschutz ist eine soziale Frage

Montag, 17. Dezember 2018

Die Empfehlung Essgewohnheiten umzustellen, um Menschheit und Erde zu retten, gehört mittlerweile natürlich zum progressiven Repertoire. Es gehört aber mehr dazu als dieser warmer Ratschlag. Eine zentrale Frage dahinter ist der Wert der Arbeit.

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Die nächste Revolution wird mit einem freundlichen Wort beginnen

Freitag, 14. Dezember 2018

»S6?«, brummte er mit Handy am Ohr und sah mich mit doofen Augen an. Mindestens so doof wie er kann ich auch, dachte ich und machte auf stumpf und ausdruckslos. Dann ging er weg, telefonierte weiter, »Weiß nicht, ob das die S6 ist, ey«, grunzte er in seinen mobilen Smartbegleiter. Bin ich etwa empfindlich geworden oder ist mein Anspruch auf Höflichkeit nicht Grundlage für eine bessere Gesellschaft?

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Gelbwesten: Potenzial Ultralinker ist besorgniserregend

Mittwoch, 12. Dezember 2018

Nachdem es letzte Woche so aussah, als würde die Linkspartei offiziell Distanz zu den Protesten in Frankreich halten, sich mit der Skepsis zieren, es vielleicht ja doch eher mit einer Bewegung von »ultrarechtem Potenzial« zu tun zu haben, konnte man sich dann am Wochenende doch noch darauf besinnen, sich solidarisch zu den Zielen der Männer und Frauen in gelben Westen zu bekennen. Schließlich konnte man sich darauf einigen, eine »Ermutigung für Deutschland« in den Ereignissen jenseits des Rheins zu vermuten. Zum Glück, denn eine Linke, die es ernst meint, kann sich keine Unnahbarkeit leisten in dieser Angelegenheit. Die meisten Ziele der französischen Bewegung könnten ja auch aus einem Wahlprogramm der Linken stammen – wenn auch nicht alle.

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Republikanisch sinnvoll

Montag, 10. Dezember 2018

Sinnleere, Resignation, alles läuft auf Verschleiß: Was uns fehlt ist eine Erzählung, wofür es sich zu leben, lieben, arbeiten lohnt. Ein New Deal muss her. Es wird Zeit, dass wir wieder Republikaner werden.

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Schweigen ums Baukindergeld

Freitag, 7. Dezember 2018

Wenn es der gehobenen Mittelschicht in puncto Wohnraum gut geht, würde das am Ende das Klima am gesamten Wohnungsmarkt entspannen. Das ist fast klassische Pferdeäpfel-Theorie. Grober Unfug, aber leider viel zu selten und viel zu leise öffentlich thematisiert.

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Das Geheimnis der Wiederbegrünung

Mittwoch, 5. Dezember 2018

Neulich in der Ortsbeiratssitzung hier in Frankfurt: Die Grünen gaben eine Erklärung ab. In der letzten Sitzung habe die Fraktion Bürger für Frankfurt (BFF) einen Antrag zur Errichtung eines Heidi-Denkmals eingereicht. SPD, CDU und FDP hätten diesen völlig sinnbefreiten Antrag abgenickt und damit gemeinsame Sache mit den Rechtsextremen gemacht. Denn die BFF, so führte der Erklärende aus, stehe der AfD nahe. Der Fraktionschef der BFF sei nämlich bei der Landtagswahl in Hessen für die AfD angetreten. Danach gab es ein bisschen Tumult, der FDP-Mann wies das energisch zurück, der Ortsvorsteher stellte klar, dass eine solche Erklärung in schriftlicher Form nachzureichen sei. Die beiden Grünen, insbesondere der, der sein Namensschild durch eines eigener Machart ersetzt hatte, auf dem sein Name doppelt so groß angebracht war, als auf den Aufstellern, die üblicherweise vor den Ortsbereitsmitgliedern drapiert werden, schien sehr zufrieden mit der Aktion zu sein.

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Edel sei der Mensch, verdammt nochmal!

Montag, 3. Dezember 2018

Braucht der Mensch Anreize oder nicht? Sanktionen bei Hartz IV: Ja oder nein? Ist er ein fauler Hund oder grundsätzlich Beschäftigungstherapeut? Von einem Extrem des Menschenbildes taumeln die Macher der Agenda 2010, Sozis und Grüne, ins andere Extrem hinüber.

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Vom Verwalten des Prekären

Mittwoch, 28. November 2018

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hätte gerne eine moderate Anpassung bei den Minijobs gesehen. Statt 450 Euro monatlich sollten es fortan 487 Euro sein, die man sich so abgaben- und steuerfrei verdienen kann. Der Bundesrat hat am letzten Freitag einstweilen den Antrag hierzu abgelehnt. Einen Tag später meldete sich die Minijob-Zentrale zu Wort. Auch sie sei für eine Anpassung. Sie müsse aber nach eigenem Verständnis gar nicht so kleinlich ausfallen, denn mit jeder Erhöhung des Mindestlohnes würde die »zur Verfügung stehende Arbeitszeit« gesenkt. Als der Mindestlohn noch bei 8,50 Euro in der Stunde lag, konnte ein Minijobber noch 53 Stunden im Monat arbeiten – ab 2019 werden es nur noch 49 Monatsstunden sein können. Die Arbeitgeber schlossen sich indes der Forderung an.

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Parteien ohne Volk? Nein: Parteien komischer Völkchen!

Montag, 26. November 2018

Politische Beobachter sind sich sicher: Das Modell der Volkspartei ist tot. Gründe gibt es viele, gemeinhin erklärt man das Phänomen mit der schönen neuen Welt. Sie sei so komplex, eine Partei könne nicht mehr alles unter einen Hut kriegen. Vielleicht ist es jedoch viel banaler: Denn Parteien, die keine Ahnung vom Leben des Volkes haben, können keine Volksparteien sein.

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Wissen ist Ohnmacht

Freitag, 23. November 2018

Durch Wissen zu verändern: Das war stets die wunderbare Verheißung der Aufklärung. Dieses Prinzip funktioniert heute weniger denn je. Wir wissen heute viel, verändern aber nicht unser Verhalten, verändern nicht die Strukturen. Ohne Gedanken des Gemeinsinns scheinen aufklärerische Ansätze nur zu verpuffen.

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Jeder Tag ein schwarzer Freitag

Mittwoch, 21. November 2018

Der kommenden Black Friday läutet für den Handel das Weihnachtsgeschäft ein. Ein schwarzer Freitag ist das auch für die Lieferanten diverser Zustelldienste: Ihr Aufgabenfeld wächst beständig, jährlich steigt die Zahl ausgelieferter Pakete, bewältigter Treppenhäuser, eingesammelter Retouren und gerammelt voller Lieferfahrzeuge. Speziell in der Vorweihnachtszeit wird das ohnehin üppige Arbeitsaufkommen nochmal forciert. Sie ist der Ausnahmezustand in einem Beruf, der ohnehin dauernd in einem Ausnahmezustand ausgeübt wird.

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Sitzen bleiben, lächeln, nicht bewegen

Montag, 19. November 2018

Momentan liegt es wohl im Trend, der Bundeskanzlerin auf ihren letzten Metern nochmal Lob auszusprechen. An dieser Stelle werden wir nun nicht behaupten, dass wir sie vermissen werden. Für den südeuropäischen Flair, den sie ins Land brachte, danken wir aber recht herzlich.

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Ich bin ja so verdrossen …

Freitag, 16. November 2018

Sowas wie Gesellschaft gibt es nicht – Thatcher hatte letztlich dann doch recht. Sie hat freilich munter mitgewirkt, sodass sie Recht behalten konnte. Kein Wunder, wenn man allerorten Resignation spürt. Wieso sollte es einem Blogger und Autoren anders gehen?

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