PoWi mit'm Barth

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Mario Barth deckte mal wieder auf. »Denn es geht um Ihr Geld«, sagte er im Trailer zu seiner Show und tat dabei so, als wolle er sich zum Rächer der gerechten Steuerzahler aufschwingen. Aber seine Sendung mildert nicht die Politikverdrossenheit – sie ist sie.

Jüngst war mal wieder so ein langweiliger Samstagabend. Wir drückten von Sender zu Sender und landeten bei einem Best of von »Verstehen Sie Spaß?«. Sie zeigten gerade einen Film mit Mario Barth, wie sie ihn aufs Glatteis führen. Es ging um die Planung seiner Show im Berliner Olympiastadion und man setzte ihn einen Typen vom Ordnungsamt vor die Nase, der ihm das Feuerwerk am Ende der Show verbat. Er wedelte mit Statuten und Verordnungen und Barth wurde langsam sauer. Irgendwann platzte er. Er schimpfte auf »die da oben« und rief laut, dass es ein freies Land sei und es hier eine Verfassung gäbe. Wowereit mache nur Party und überhaupt: »Det ist doch nüsch die DDR, wa!« Er redete sich in Rage. Und bei allem menschlichen Verständnis für seine Aufregung, man sah doch deutlich: viel politische Ahnung hat der Mann nicht.

3 Kommentare:

Anonym 16. Oktober 2014 um 18:40  

Hallo Roberto,
was soll das?
Einem Herrn Barth einen Kommentar zu widmen ist, meiner Ansicht nach, zuviel der Ehre.
Du erreichst weder ihn noch seine 'Bewunderer'.
Das RTL zu97,5% Mist ist, das weiss zuindest jeder Deiner Leser, also was solls. Schreib über was Interessanteres als über eine Unterhalter der sich unten haltenden.

MfG. M.B:

Roberto De Lapuente 16. Oktober 2014 um 19:07  

@M.B.:

Das ist dieses ewige Gerede davon, dass man sich bestimmten Teilen der Medien nicht widmen sollte. Mir sagten auch immer Leute, dass ich nichts über die Dinge schreiben sollte, die die Bildzeitung fabriziert. Aber warum denn bitte nicht? Boulevard sei kein Thema, sagten sie. Und wieso?

Vor Jahren schrieb ich dazu einen Text, den ich heute leicht anders schreiben würde. Aber von der Substanz stehe ich nach wie vor dazu. Darin heißt es:

"Der Boulevard ist ausschlaggebender als der seriöse Journalismus; Berichte über Florida-Rolfs polarisieren mehr als Statistiken zur Altersarmut - der reißerische Text zu einem Mann, der im Ausland Sozialhilfe bezieht, kann Gesetzeslagen ändern; Statistiken ändern bestenfalls ihre Erhebungsmodifikationen."

Barth und diese ganze oberflächliche Bande prägen insofern die Menschen mehr, als jeder seriöse Journalist. Das ist Gesprächsthema. Ich weiß, wovon ich rede, weil ich den Menschen, mit denen ich durch die Notwendigkeit des Geldverdienens zusammenfinde, aufs Maul schaue.

Du hast recht, ich erreiche weder Barth und seine Anhänger. Aber ich will es gesagt haben. Das hat Berechtigung.

Der Link zum Text, der sich mit dem Boulevard befasst, ist dieser hier:
http://ad-sinistram.blogspot.de/2011/01/dem-boulevard-mehr-ehre.html

Braman 18. Oktober 2014 um 15:59  

Hallo ROBERTO,
aus Deinem Blickwinkel hast Du sicher recht. Ich schreibe halt aus dem Meinen.
Ich habe nochmals Deinen Artikel (Link) gelesen und es macht ja auch Sinn und auch ich rede und schreibe (in Lesrbreifen) gegen den Boulevard und erreiche damit sicher auch Leute die ihre Ansichten (nicht Meinungen, da sie meisten keine haben) aus dem Boulevard beziehen. Dein Blog aber, der erreicht diese Leute nicht. Ich aber kann mir Argumentationshilfen von Dir "klauen" und damit hast du auch wieder Dein Ziel erreicht.

MfG: M.B.

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