Linke, die auf der Spielwiese von Falken grasen

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Kriegsfragen sind für die Linke eigentlich ein dankbares Themengebiet. Dort können sie ihre Standhaftigkeit beweisen und ihren humanistisch geprägten Ansatz vorzeigen. Eigentlich. Der Konflikt mit dem IS taugt nämlich dazu nicht. Er stellt das linke Spektrum vor eine Zerreißprobe.

Was waren das noch für Zeiten, als man als Linker gegen den Krieg in Afghanistan oder im Irak war. Die Lager waren klar. Man wusste in etwa, um was es hinter den Kulissen wirklich geht. Die USA und der Westen als Demokratie-Überbringer? Menschen-rechtskriege? Das alles war zu lachhaft um wahr zu sein. Die vermeintlich gute Konfliktpartei war schnell enttarnt. Man konnte damals noch offen pazifistisch sein, ohne Gefahr zu laufen, als herzloser Trampel angesehen zu werden. Das ist aktuell nicht mehr ganz so einfach. Die allgemeine Wahrnehmung des IS diskreditiert jeglichen pazifistischen Anklang.

4 Kommentare:

Braman 23. Oktober 2014 um 22:35  

Es gibt keinen gerechten oder moralischen oder wie auch immer zu rechtfertigenden Krieg.
Nach all den Lügen die uns kriegslüsterne Mächte oder Mächtige seit es Macht- und Eroberungskriege gibt, aufgetischt haben, warum soll ich der jetzigen Propaganda Glauben schenken?
Sicher sind die Führer der IS-Milizen Verbrecher, Mörder und Kriminelle. Das sind aber die Führer eigentlich aller kriegsführenden Parteien, überall und zu allen Zeiten.
Weltweit die Waffenproduktion einstellen und Meinungsverschiedenheiten werden grundsätzlich NUR von den Leuten ausgetragen die diese Meinungsverschiedenheiten haben ohne physische und finanzielle Beteiligung der anderen Menschen.
Das ist meine naive Vorstellung.

MfG: M.B.

Sozi 24. Oktober 2014 um 03:44  

Und wir schauen zu. Denn wir sind Weltmeister im Zuschauen. Wir haben nicht nur in Ruanda zugeschaut, sondern auch in Srebrenica und Gorazde, in Halabdscha und Ghouta. Wir haben rote Linien gezogen, nur um zuzusehen, wie sie überschritten wurden. Wir haben immer nur mit "Konsequenzen" gedroht, aber keine umgesetzt.

Aus Angst vor einem "Flächenbrand" oder davor, in einen Konflikt hinein gezogen zu werden, der uns überfordern könnte. Oder weil wir uns um Wichtigeres kümmern müssen: die Einführung der Mietpreisbremse, die Aufhebung des Inzesttabus oder die Frauenquote in den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen.

Wir haben an Konferenzen über die Ursachen des Ersten Weltkriegs teilgenommen und uns immer wieder gefragt, warum die Alliierten die Zufahrtswege nach Auschwitz nicht bombardiert haben. Heute wissen wir es. Auschwitz war strategisch unwichtig. Und über all der Beschäftigung mit der Vergangenheit haben wir eines außer Acht gelassen: Es reicht nicht, Konflikten aus dem Weg zu gehen. Sie sind schneller bei uns, als Roberto J. de Lapuente eine Kolumne schreiben kann.

Roberto De Lapuente 24. Oktober 2014 um 06:31  

So schreibt ein wahrer Sozi. Auschwitz verhindern, gell? Hat damals der Fischer schon gesagt. Das war sein gerechter Krieg. Zuschauen reicht nicht? Vielleicht. Eingreifen reicht auch nicht. Das macht die Sache nicht besser.
Und der letzte Satz ist ein Witz. Ein Produkt der Aufstachelung. Ich dachte, aus den Jahren nach dem 11. September wurde gelernt. Aber Hysterie ist etwas, was es immer gibt. Sie ist schneller da, als Sozi einen Kommentar schreiben kann.

Felix Klinkenberg 24. Oktober 2014 um 11:52  

Hallo Sozi, die Al CIAda, IS oder welche Namen ihnen aktuell Verliehen werden,sind eine Schöpfung des GB/US Imperium. Nun im Moment, werden sie Eingesetzt, um die Ethnische Säuberung, die in dem Plan zum New Greater Middel East festgelegt ist durch zu ziehen.Allein das sie mit diesem bekannten Shock& Awe, auftreten, sollte die Quelle, für jeden Erkennbar werden lassen.

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