Die Diktatur meteorologischer Strahlemänner

Freitag, 2. August 2013

oder Wenn die Sonne aus dem Arschloch scheint.

Tolle Aussichten fürs Wochenende. Der Sommer bleibt. Sonne satt. Herrliches Wetter. Genießen Sie die Sonnenstrahlen. Und auch nächste Woche soll es schön bleiben. Der Sommer nimmt kein Ende. Laue Nächte pur. Diese stereotypen Sprüche aus der Wettervorhersage, von Metereologen und Moderatoren, kotzen mich nicht nur an, sie sind das Abbild einer Massenmeinung, die mir im realen Leben kaum begegnet.

Ich kenne fast niemanden, der bei diesen Temperaturen glücklich wäre. Die Leute, die ich kenne, scheinen mit den Leuten, für die das Wetter angesagt wird, nicht klimatisch verwandt zu sein. Ich habe in meinem Bekanntenkreis mal herumgefragt und Auswertung betrieben. Von allen 47 Befragten mögen alle 16 Senioren die Hitze nicht, alle die körperlich arbeiten und alle die früh aufstehen müssen (18) schließen sich an. Fünf Herzkranke und drei Personen mit Sonnenallergie pflichten dem bei. Nur drei Befragte schätzen die pralle Sonne und halten sie für "echt geil". Diese drei Sonnenfreunde haben das zwölfte Lebensjahr noch nicht überschritten. Für die, die nachrechnen: Die zwei Befragten, die noch ausstehen, hielten meine Frage in Anbetracht ihres Sonnenbrandes für einen schlechten Witz. Repräsentativ ist diese Umfrage natürlich nicht, denn ich habe vornehmlich solche Leute gefragt, die mit großer Wahrscheinlichkeit kein Faible für Hitze haben.

Völlig einig waren sie sich nicht nur darüber, dass sie diese Temperaturen nicht mögen. Auch diese meteorologischen Gestalten, die als Strahlemänner den "Sommer von seiner schönsten Seite" postulieren, obwohl sie am Vorabend noch beobachteten, wie ihre Nachbarin wegen Kreislaufzusammenbruch vom Notarzt abgeholt wurde, gingen den Befragten mächtig auf die Nerven.

Diesen berufsbedingt immer fröhlichen Arschlöchern scheint die Sonne aus dem Arsch. Man verzeihe mir diesen Tonfall, aber diese Fröhlichkeit-und-Sonnenschein-Industrie, die das Wetter fetischiert, die es als eine Art von Hurra-ist-das-Leben-nicht-wundervoll!-Anbeterei verkauft, widert mich täglich mehr an. Man kann sich gar nicht mehr in Ruhe von den Medien desinformieren lassen, ohne auf eines dieser quietschglücklichen Arschlöcher zu treffen. Ständig erinnern sie einen dran, dass der Sommer da ist, bleibt oder gleich wieder kommt. Und das verbinden sie mit Bildern von einer Lebensqualität, die kaum ein Mensch besitzt.

Diese Wetterberichterstattung und ihre boulevardeske Ausschlachtung, dieses Bedienen einer auf dieser Welt grundlegenden Nichtigkeit - schließlich ist auf dieser Erde immer Wetter! -, scheint ein Sport, gemacht von Leuten in gut klimatisierten Räumen für Leute in gut klimatisierten Räumen zu sein. Eine Form von alltagsesoterischer Ist-das-Leben-nicht-geil!-Ideologie, die sich jemand, der sich die Hitze durch seine Finanzkraft nicht vom Halse halten kann, gar nicht leisten kann.

Was tun in heißen Nächten? Empfehlung eines TV-Senders letztens: Ziehen Sie ins Hotel! Denn Hotels sind klimatisiert. Für welche Gesellschaftsschicht entwirft man solche Ratschläge?

Oder so wie neulich dieser Wagner von der Bildzeitung. Er schrieb, wir hätten "einen tollen Sommer", man könnte "bis zwei Uhr morgens beim Italiener sitzen". Mir kam fast das Kotzen. Kommt mir bei Wagner immer. Aber bei diesem speziellen Wagner ganz besonders. Klar, der Typ kann es sich leisten, bis zwei Uhr morgens zu zechen. Dann legt er sich bis mittags hin, steht auf, braucht sich nicht anziehen, bringt zehn bis fünfzehn Sätze aufs Papier, gibt sie telefonisch durch und kassiert sicherlich ein vierstelliges Honorar. Auf Typen wie ihn ist die Wetterberichterstattung zugeschnitten. Auf Typen wie ihn, die bis zwei Uhr nachts Servicepersonal durch die tropische Nacht hetzen können und das dann "Ankurbelung der Wirtschaft" nennen. Aber das ist eine ganz andere Scheiße, um die geht es heute mal nicht.

Dass ich schwitze wie ein Mastbulle ist eine Sache. Die fröhlichen Stimmen, die mir meinen Gestank auch noch als eine ganz besonders tolle Geschichte verkaufen wollen, das ist etwas ganz anderes. So einfach wie beim Wetter erkennt man selten, wie eklatant daneben die Medien an den realen Lebensumständen der Menschen vorbeimoderieren. Wenn der Typ im Radio sagt, dass diese lauen Nächte einfach nur schön seien, dann soll er mal in mein schwüles Schlafzimmer gehen und versuchen dort zu pennen. Die Hitze macht mich aggressiv. Solche Typen noch aggressiver. Ich kann es nicht leiden, wenn die Sonne aus all diesen Arschlöchern herausscheint. Sie sollten ihre Arschbacken zusammenkneifen und die Sonne darin lassen.


34 Kommentare:

epikur 2. August 2013 um 08:45  

Ein Freund von meinte mal: "draußen ist Wetter". Er wollte damit ironisch anmerken, dass eben immer Wetter ist und das darüber reden Zeitverschwendung oder Beschäftigungstherapie sei.

Über das Wetter wird oft und viel gesprochen, gerade bei den älteren Semestern. Es ist eben einer der wenigen Dinge im Leben, die wir Menschen scher kontrollieren können.

ninjaturkey 2. August 2013 um 09:49  

»...Für welche Gesellschaftsschicht entwirft man solche Ratschläge?...«

Für die gleichen 4%, für die die restlichen 96% vor nach und während der Nachrichten mit Dax-Orakeln im Business-Dress vor antiquierten Börsensäälen (wie sich´s der Michel eben vorstellt) belästigt werden. An die gleiche Zielgruppe wendet sich auch der Börsen-Ticker (noch so ein vorzeitlicher Begriff) an manch unterem Bildschirmrand, der mich frappant an Rudi Carells "Am laufenden Band" (die Älteren unter uns...) erinnert.

safariexperte 2. August 2013 um 10:00  

Ich finde das Wetter dieses Jahr sehr gut auch wenn schon wieder viele stöhnen und es zu heiß finden.

Guter Artikel.

http://keniaurlaub24.de

Ramones 2. August 2013 um 10:13  

Geh raus, bräun dich! Auch wenn dir die Bräune überhaupt nicht steht!
Wenn die Sonne dann nicht mehr scheint, bezahle dein letztes Geld, um dich im Sonnenstudio bräunen zu dürfen! Das musst du machen, um den Schönheitsidealen zu entsprechen!
Du willst dich doch mit einer gesellschaftskonformen Person paaren, oder?
Aber dann tue es bitte nur rein aus Vergnügen, denn wir wollen doch nicht, das du andere Menschen noch als Subjekte statt als Objekte betrachtest. Sowas ist ein Zeichen von Schwäche, und du willst doch kein Schwächling sein, oder?

altautonomer 2. August 2013 um 11:02  

Bis zu einer Temperatur von ca. 25 Grad C. bleibe ich noch fast täglich ausdauersportlich aktiv. Alles was darüber liegt, versuche ich hin und wieder nur mit Radfahren auszugleichen (Fahrtwind), um in der Wohnung nicht in Agonie zu verfallen. Inzwischen ist auch das Radfahren mit Gegenwind (den ich im Winter hasse, im Sommer liebe) so, als ob in der Sauna jemand einen Aufguss gemacht hat und mir mit dem Handtruch die heiße Luft ins Gesicht wirbelt.

Diesen Typen in den TV-Medien möchte ich mal persönlich begegnen und ihnen ihr schönes Wetter um die Ohren hauen. Der Text oben spricht mir voll aus den Poren.;-)

ulli 2. August 2013 um 11:39  

Also bitte, ich gehe schon immer gern ins Freibad oder an einen der Berliner Seen, und dort finden sich keineswegs nur reiche Leute (im Freibad trifft man vielmehr auf die Multi-Kulti-Unterschicht). Ich finde es auch äußerst angenehm, Abends in einem Gartenlokal zu sitzen - auch dort trifft man auf lauter normale Zeitgenossen. Womöglich ist dir ja eine Laus über die Leber gelaufen (es hat sicher nichts mit Diktatur zu tun, wenn Claudia Kleinert das Wetter ansagt). Also wie Jean-Claude Izzo, der Autor der äußerst empfehlenswerten Marseille-Trilogie schrieb, als sein Detektiv in den Banlieus ermittelt: Die Sonne schien auch für die Armen und die Arbeitslosen...

Roberto De Lapuente 2. August 2013 um 11:48  

Ulli, das Du ein grundlegendes Problem hast, meine Texte zu lesen, habe ich schon vor geraumer Zeit begriffen. Was hat der Text mit Läusen über Lebern zu tun? Und das die allseits beliebte Hitze nicht die Freundin von Menschen ist, die draußen unterwegs sind, die schuften müssen usw., das ist ja keine Neuigkeit.
Aber was solls, ich streite mich nicht übers Wetter, aber das Geblödel, mir meinen Schweiß als eine tolle Sache verkaufen zu wollen, das kann mich mal.

alien observer 2. August 2013 um 11:53  

Aber, aber, wie wärs denn mal mit ein wenig gewaltfreier Kommunikation. :)

Immer ruhig bleiben Roberto, es gibt genug dinge über die man sich aufregen kann, die Wetterfrösche lassen mich auch bei tropischer Hitze kalt.

Wenigstens muss ich mir bei dem Wetter die alte Leier von "Klimaerwärmung, bei der Saukälte wär mir Klimaerwärmung nur recht."
nicht mehr anhören.

Roberto De Lapuente 2. August 2013 um 12:06  

Hey, ich bin ganz ruhig. Warum auch nicht?

Anonym 2. August 2013 um 12:27  

Wie sagte ich vor ein paar Tagen - ich kann auf Winter und Sommer verzichten, Frühling und Herbst reichen mir vollkommen.

Da ich aus Vernunftgründen auch im Sommer nur mit Mütze (Schutz vor Sonnenbrand wegen fehlender Haarpracht) und Jacke (Schutz für dem schwarzen Melanom - an dem mein Cousin mit 30 gestorben ist) verlasse, bin ich nun "Gefangener" meiner Wohnung, in dem mein Ventilator wenigstens ein wenig kühlen Wind erzeugt.

Gut, mein Kühl-Gefrierkombination beinhaltet noch Vorräte für ein paar Tage ... dann muss ich raus.

Sozusagen mein Glück, zur Zeit ALG-2-Bezieher zu sein und mit 62 Jahren auch keine Termine mehr zu bekommen.

Harzpeter 2. August 2013 um 13:32  

Alte "Volks"weisheit: Wenn die Menschen sich gegenseitig sonst nichts mehr zu sagen haben, dann reden sie über das Wetter...

Hartmut B. 2. August 2013 um 13:44  

Als Kind und Jugendlicher habe ich den Sommer (natürlich mit Jahreskarte) in einem Waldschwimmbad im Harz verbracht. Dafür bin ich heute sehr dankbar. Es liegt in einem Tal, wo die Sonne erst morgens gegen 10 h hineinschien und abends ca. 17 h
wieder hinter einem Berg "verschwand".
Dann, ca 40 Jahre lang wohnte ich in verschiedenen Großstädten in Nord- und Westdeutschland. Da ist mir der Sommer mehr und mehr zur Qual geworden. - Nach Möglichkeit sind wir dann immer ans Meer gefahren.
Seit einigen Jahren empfinde ich die Hitze regelrecht als Bedrohung. Bleibe in dem kühlsten Raum meiner Wohnung - bis auf 3-4 mal Gassi gehen mit meiner Dackelhündin - aber nur im Schatten......
Seit zweieinhalb Jahren lebe ich wieder auf dem Land - hier ist die Hitze grundsätzlich erträglicher......
Da ich nicht fernsehe kann ich mir kein "Bild" von Meteorologen machen
- muß wohl so ähnlich sein , wie ein Pfarrer. ;-)

Stefan Rose 2. August 2013 um 14:28  

Ahhh, mir so was von aus der Seele geschrieben... Ich reagiere bei diesem Wetter eh schon leicht gereizt, und wenn mir dann so eine blonde Wetterfee aus klimatisiertem Studio was über das supidupi Sommerwetter in die Ohren flötet, kriege ich regelmäßig Gedanken, die man auch im StGB wiederfindet.
Es wird wohl seinen Grund haben, dass Menschen in südlichen Ländern tunlichst versuchen, der prallen Sonne aus dem Wege zu gehen bzw. sich vor ihr zu schützen.

Anonym 2. August 2013 um 15:16  

Der DWD gibt eine Hitzewarnung nach der anderen raus. Die sehen das nicht ganz so locker. In der Innenstadt, wo die Temperatur gleich noch einige Grade höher liegt, fahren ständig Krankenwagen, weil die Leute umfallen wie die Fliegen. Im Park drängen sie sich in dem verbleibenden Schatten der noch nicht abgeholzten Bäume. Lange kann man dort auch nicht bleiben, da nicht nur Bäume, sondern auch die öffentlichen Toiletten entfernt wurden. Und ins Gebüsch pinkeln (wenn man eines findet) kostet jetzt nicht mehr 30 sondern 300 Euro.

Bleibt nur der Rückzug in die kleine Wohnung ohne Balkon, dafür mit dicker Styroporisolierung, die dafür sorgt das es auch nachts konstante 30°C in der Wohnung hat (bei offenem Fenster, sonst noch mehr), wie auch an den folgenden kühleren Tagen an denen die Temperatur nur langsam sinkt.

Anonym 2. August 2013 um 16:31  

Ich mag die Hitze eigentlich ganz gern, weil ich dann viel zu matt und zu fertig bin, um mich groß aufzuregen und im Grunde rege ich mich seit der Einführung dieses Massenunterdrückungs-Vehikels namens Hartz-IV ständig auf. Die Schröder-Bande hat uns ja nicht nur Hartz-IV ans Bein gebunden, sondern die politische Landschaft in Deutschland endgültig zerstört. Die strengen sich ja nicht mal mehr an, den Anschein zu wahren.

Es ist jedenfalls auch mal ganz angenehm, wenn dieses Gefühl des permanenten Kotzen-Könnens durch die Hitze ein bisschen gedämpft wird.

maguscarolus 2. August 2013 um 17:08  

Über das Wetter zu schwadronieren ist doch von jeher die ideale "Nullkonversation".

Solange es "das Wetter, das allen gefällt" nicht gibt werden sich die Gemüter daran erhitzen.

Das Wetter ist für unsere "Politen" ein dolles Geschenk, da es doch von deren Abgrund an Minderleistung perfekt ablenkt.

LaGioconda 2. August 2013 um 19:12  

Was mich noch mehr aufregt als die permanent Hitze anpreisenden Wetterleute, ist der vornehmlich im Radio propagierte Grillzwang.

Maitre Caron 3. August 2013 um 01:02  

Mir geht's gut !
Manchmal habe ich ein schlechtes Gewissen deswegen, aber mir war es in diesem Land noch nie zu heiß. 1976 hatte ich meine erste eigene Wohnung (Dachwohnung) das war anstrengend. Aber sonst war 1976 ein schöner Sommer.
Im Sommer 2003 habe ich noch täglich trainiert, und es ging mir gut dabei. Nachts sind die Temperaturen in meiner Wohnung auf 36° gefallen und ich habe gut geschlafen.
Vor 3 Wochen habe ich wieder angefangen zu Laufen, es macht Spaß. Dank Regelsatz ist mein Fahrrad mein einziges Verkehrsmittel, und ich fahre gerne schnell, auch gestern und heute.
Allerdings habe ich es (Dank Regelsatz) schon seit ein paar Jahren nicht mehr bis ins Schwimmbad geschafft.
Und ich kenne noch ein paar Mitmenschen, die sich bei diesen Temperaturen richtig wohl fühlen, wie ich Ü50.
Mein Mitleid ist bei Euch, aber mir geht es gut.
Grüße aus dem kühlen Main Delta

altautonomer 3. August 2013 um 08:50  

Dass einzelne Hitzeresistente kein Problem mit Tagestemperaturen von Ü35 haben, ist hie doch gar nicht das Thema, sondern die Arroganz und Allgemeinverbindlichkeit der Damen und Herren Wetterfrösche der klimaanlagentemperierten TV-Anstalten den Zuschauer pauschal ein "herrliches Sommerwetter" mit langersehntem Eisdielenbesuch und Freibadaufenthalt unterjubeln. Ohne Rücksicht auf z. B. Kreislaufinstabile, Alte, Strassenbauarbeiter und Schwangere.

hier ich 3. August 2013 um 09:08  

Also ich bin zwiegespalten, einerseits machts mich ueber 30 Grad ganz schoen fertig,da meine Flachdachgeschosswohnung richtig aufheizt. Aber andererseits wachsen meine Chili und Basilikumpflanzen bei tropischer Hitze richtig gut!

@Hartmut B. Waldschwimmbad im Harz? War das zufaellig bei Bad Gandersheim, da war ich als Kind auch und hab das als Tal in Erinnerung.

Hartmut B. 3. August 2013 um 11:02  

@altautonomer 8:50

genau, Du hast Robertos Thema noch mal auf den Punkt gebracht - find ich gut...

@hier ich

nein, das war im Südharz - genau gesagt in Scharzfeld....

Oliver K 3. August 2013 um 12:20  

Die meisten Wetter werden irgendjemandem gut liegen. Einige moegen's kalt, andere mittel, andere heiss, ...

Aber die Sonnenanbetung als Ideologie (nicht als Einzelerscheinung) scheint mir eine Degeneration zu sein. Sie ist doch wohl erst in den letzten so 50 Jahren entstanden, in den Industrielaendern. Ich meine den Komplex um die Vorstellungen, Hitze sei was schoenes, und man solle sich der Sonne aussetzen. Wie gesagt, nicht als Einzelphaenomen, sondern als Ideologie.

Ob das was mit der "Verweiblichung" der westlichen Gesellschaften zu tun hat?

Wohl hat es etwas mit der Natur-Ideologie zu tun, dem Verlust des Horizontes -- ausser Reproduktion bleibt nichts mehr.

skippi 3. August 2013 um 13:22  

Unsere tägliche Ration an Desinformation und Beliebigkeit gib uns heute...Tagesschau, Börse und eben das Wetter.

Was braucht man mehr, um zu glauben, auf dem Laufenden zu sein.

Sehr guter Artikel, dessen intonierte Frustation - ob der buchtstäblich staatlich verordneten "Schönwettermacherei" sehr gut rüberkommt.
Ist mir aus der Seele gesprochen.

Stefan Reuter 3. August 2013 um 15:04  

So ist es...So und nicht anders !!
Mich kotzt dieses hautkrebserregende Sonnengebrate an.
Gegen Kälte kann man sich anziehen, gegen diese Hitze nicht ausziehen !
Das dieses scheiß Wetter ungesünder ist, als alles andere, wird nicht bei den Wetterleuten gepredigt.
In einer Großstadt nachts bei dieser Hitze zu pennen ist das eine, durch das Gegröle von Typen die bis in den Morgen hinein in Parks oder sonstwo saufen, dass andere !
Ich bin kein Sommerfan. War es nie und werde es auch nie werden !!

Andreas 3. August 2013 um 16:58  

...und besonders gut gefallen mir auch immer die "Höchsttemperatur-Hitparaden", wo dann fortwährend heruntergeleiert wird, welcher Ort heute wieviel Grad Celsius "geschafft" hat - geradezu so, als wäre dieses eine bewunderswerte Leistung...

landbewohner 4. August 2013 um 08:38  

sicherlich ist es wunderbar nach einem kühlregnerischen frühling irgendwo in südlichen gefilden in oder am pool oder meer zu sitzen und 33 grad samt campari und netter gesellschaft zu geniessen. aller dings nur im urlaub, den sich immer weniger menschen - nicht nur hierzulande - leisten können. aber bei täglicher maloche, egal ob auf dem bau oder im muffelbüro, und wohnen in bauten, die keinesfalls für temperaturen jenseits der 30 grad konzipiert worden sind, können nur noch vollidioten oder fernseh- und zeitungskommentatoren von supersommer phantasieren, zumal ja der superjunisommer die deutschen auch noch zum heizen ihrer sommerkalten hütten zwang.

Störgröße 4. August 2013 um 17:01  

Danke dafür!
Ich bin Kraftfahrer, ohne Klimaanlage und fahre täglich zehn Stunden, mein Gehirn ist geschmolzen und ich kann gar nicht soviel trinken, wie ich Durst habe. Aber ... ich erinnere mich, wie ich im Winter geschimpft habe :-))
Und immer die tollen Tips - keine Anstrengung, nicht raus gehen - manman

Anonym 6. August 2013 um 12:25  

Hallo Roberto, nach langer Abstinenz bin ich mal wieder hier gelandet, und dann dieser tolle Beitrag!
Alles was du so schreibst, geht mir schon so seit Jahren jeden Sommer durch den Kopf, diese ekelhafte Wetter-Sonne-Pur-Geilheit-Laberei ohne Ende.
Millionen Menschen aus unterschiedlichsten Gründen leiden und diesen Temperaturen, doch ein paar gut gestellte Fatzkes jubeln sich endlos verbal ob dieses "Super-"Wetters" pausenlos einen nach den anderen runter.
Ist man jung, gesund, muss gerade nicht arbeiten oder in vollklimatisierten Räumen, klar, da lässt sich es aushalten, doch so viele andere Leute, selbst in Ämtern und Behörden, haben gerade nichts zu lachen.

Mit besten Grüßen

Bakunin

Dennis82 8. August 2013 um 13:39  

Nein. Auch hier kann ich nicht zustimmen, zumal es (warm oder kalt) eh eine Geschmacksfrage ist, über die es müßig ist, sich zu streiten. Mich wundert aber, dass Robertos spanische Wurzeln so hitzeempfindlich sind! ;) Ich jedenfalls liebe die Hitze und den Sommer, den Sonnenschein... aus dem einfachen Grund, dass es auf das Jahr gesehen nur ein paar wenige Tage sind, die halbwegs erträglich sind.

Deutschland ist was Wetter und Klima betrifft schlicht ein furchtbarer Ort. Es regnet und windet permanent, es ist kühl und grade den Winter über meist oft einfach nur grau. Was mich regelmäßig Wetterdepressiv macht. Bis in den Juni hinein froren wir uns dieses Jahr nahezu alle den Hintern ab... und nun wird's nach Rudi C. "mal endlich wieder Sommer" - und den griesgrämigen Stubenhockern isses auch wieder nicht recht. Geht's raus in den Park oder an den See, legt euch in den Schatten eiens Baumes und lest ein gutes Buch. Es gibt meiner Meinung nach nix schöneres. Und wenn's zu warm wird, kühlt euch mit nem Sprung ins Nass ab. Aber Nein, wir müssen ja aaaarbeiten! Und genau deshalb hassen wir den Sommer - weil wir meist irgendwo eingesperrt sind und das schöne Wetter nicht genießen dürfen. Selbstentfremdung...

An und für sich weiß ich auch nicht, was Roberto denn damit eigentlich fordert? Dass in Zukunft die Wetterfritzen in TV und Radio in (gleichsam) freudiger Erregung 12 Grad und Dauerregen ankündigen sollen...?

Roberto De Lapuente 8. August 2013 um 14:02  

Den Unsinn mit meinen "spanischen Wurzeln" kannste gleich mal stecken lassen. Was soll das? Ist das Genetik für Arme? Übers Wetter streite ich nicht - wie man aber Wetter verkauft, darüber kann man reden und das habe ich dargelegt. Leider verstehen das nicht alle.

Dennis82 8. August 2013 um 15:08  

Nein, Roberto - sollte einfach nur ein Witz bezogen auf die unterschiedlichen klimatischen Begebenheiten in Spanien und D (und der unterschiedlichen Gewöhnung an höhere Temperaturen) sein...! Dann ich zum lachen einfach wieder in den feuchten, kalten Keller.

Und ich habe dich sehr wohl verstanden - aber in dem Falle übertreibst du halt meiner Meinung nach leider maßlos; die systemerhaltende Weltverschwörung der Sommerwetterliebhaber. Oh, tschuldige, ich wollte ja nicht mehr "lustig" sein...! :( War mein letzter Beitrag hier - auf so ne Art muss ich mich jedenfalls nicht anblaffen lassen!

Roberto De Lapuente 8. August 2013 um 15:14  

Na, dann lass es eben bleiben. Beleidigte Leberwurst...

Weltverschwörung. Ahja... tja, sage ja, Du kapierst den Text nicht. Macht aber nichts, so soll es sein.

Dennis82 8. August 2013 um 15:33  

Na gut, es war der vorletzte:

Nein Roberto, nix ist mit "beleidigter Leberwurst" - der Tonfall zu so einem harmlosen, eigentlich freundschaftlich mit einem Augenzwinkern ;) versehener Kommentar war schlicht nur eins: niveaulos und unverschämt!

Und es ist auch schon unheimlich praktisch, wenn man selbst behaupten kann, wer etwas kapiert hat oder nicht...? Nun denn - dann behaupte ich dann einfach mal genauso frech, du hast meinen Kommentar auch nicht verstanden! Dann wären wir ja quitt...!

Aber wie gesagt - ich sehe keinen Grund, mich SO anpflaumen zu lassen - nur weil ich mich mal erdreiste, nicht deiner Meinung zu sein...! Ciao!

Kat 7. August 2014 um 14:16  

Was für ein wunderbarer Artikel, einfach herrlich; du sprichst alles aus, was ich seit Jahren so hasse! Die Sommer-Hysterie der Medien, dieses ständige Auffordern zu grillen treiben mich die Wände hoch. Und permanent wird jubelnd verkündet, dass irgendeine beschi**ene Marke geknackt wird! Am Schlimmsten finde ich das Wort "ENDLICH!", das immer zwanghaft mit dem Sommer in Verbindung gebracht wird!

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