Die große Leere im Herzen Jörg Laus

Sonntag, 28. April 2013

Ein Text von Fabian Köhler.

Die große Leere im Herzen des Terrors heißt ein Blog-Beitrag von Zeit-Redakteur Jörg Lau über das Boston-Attentat. Nicht nur über den Wahn der Attentäter liest man dort, sondern auch über einen einst sensiblen Journalisten, der nun lieber hasst als zu erklären.

Das Erfolgsrezept für Blogs zum Thema Islam und Nahost ist simpel: Möglichst viele Vorurteile, möglichst wenig Fakten, Pauschalisierungen statt Erklärungen. Eine wohltuende Ausnahme zwischen allen "politisch Inkorrekten" und "Dschihad-Watchern" war lange der Zeit-Redakteur Jörg Lau. Sein gleichnamiger Blog auf Zeit-Online bot das, was bei dem Thema ein sicherer Garant für Erfolglosigkeit ist: Differenzierungen. Dass Laus Beiträge zuweilen trotzdem so tendenziös sein konnten, wie man es von einem Redakteur einer Wochenzeitung, in dem selbst der Herausgeber schon vom "Islamofaschismus" schwafelte, erwartet, stimmt leider auch. Doch für eine Sache blieb sein Blog stets gut: Denkanstöße. Spätestens gestern hat Jörg Lau beschlossen, mit dem Denken aufzuhören.

5 Kommentare:

Anonym 28. April 2013 um 09:32  

Würde man einen Kreuzritter ins 21. Jahrhundert Obamas katapultieren, und einen seiner damaligen "Gegner" würden die wohl eine identische Welt vorfinden, und sich heimisch fühlen, und dies trotz aller Bemühungen von Aufklärern wie Kant, Voltaire usw. usf....

Zum Text paßt übrigens auch der Hinweis, dass die evangelisch-nahe Bertelsmann-Stiftung eine Umfrage finanziert hat nach der angeblich jedem zweiten Deutschen "der Islam unheimlich wäre".

...so schürt Frau Mohn Feindbilder, wie Goebbels früher gegen die angeblich faulen, parasitären und aggressiven Juden im Film "Jud Süß"....

Gruß
Bernie

Anonym 28. April 2013 um 12:48  

Ich kann nicht für andere Sprechen, aber mir sind die Aktivitäten der Bertelsmann-Stiftung und ihre Finanzierung unheimlich.

ulli 28. April 2013 um 13:15  

Ein paar Straßen entfernt, am Charlottenburger Schloss, finden auch öfter solche Veranstaltungen statt wie Marathons, Halbmarathons und ähnliches. Dann sammmelt sich dort eine große Menschenmenge, darunter viele Leute mit kleinen Kindern, die solche Veranstaltungen ja lieben, auch viele Teenies, die die Läufer anfeuern oder sonstwie Spaß machen. In einer solchen Menschenmenge Bomben zu zünden ist ein Akt der absoluten Barbarei. Wer glaubt, dass ihm ein solcher Anschlag erlaubt oder irgendwie ideologisch gerechtfertigt sei, hat zum Mindesten einen riesigen Sprung in der Schüssel. Mich langweilt inzwischen auch vieles, was über solche Attentäter geschrieben und analysiert wird. Auch die Biographien von Pol Pot oder von irgendwelchen SS interessieren mich nur am Rande. Die Linke sollte sich besser für die Probleme und Sorgen der Leute interessieren, die mit ihren Kindern zu solchen Veranstaltungen gehen, nicht für diese Killer.

Roberto De Lapuente 28. April 2013 um 14:14  

Immer gleich jemanden einen Sprung in der Schüssel zu attestieren - wie öööööde. Wenn die Welt mal so einfach wäre. Warum man jetzt so belehrend sein muss, nach dem Motto: "Warum verurteilt der Autor dieses Textes nicht einfach so stupide, wie es Lau tut" ist nicht nur öde, sondern auch noch wenig geistreich. Ist aber nur meine Meinung.

Anonym 28. April 2013 um 17:25  

@Roberto J. de Lapuente

Mich anschließ ;-)

Übrigens, dass erste was ich beim Anschlag in Boston dachte ist, dass nun die Kriegspartei USA den Krieg ins eigene Land holt, und zwar ganz sachlich.

Ist doch schon seit Jahrtausenden so, dass lange Kriege irgendwann auch Auswirkungen - egal welcher Art - auf die "Heimatfront" haben.

Soll heißen, mein Mitleid gilt den Anschlagsopfern in Boston ebenso wie den unschuldigen Kollateralschäden, auch Drohnen-Opfern, im angeblichen Krieg gegen den internationalen Terrorismus, der immer mehr zu einem Konflikt zwischen Fanatikern us-christlicher und angeblicher al-kaida-islamistischer Sorte eskaliert.

Da bin ich - als Atheist - doch heilfroh zwischen den Fronten zu stehen, und gäbe es mehr Agnostiker/Atheisten, da bin ich mir fast sicher, dann gäbe es diesen Krieg zwischen Islamisten und US-Evangelikalen eben nicht mehr....

...wer weiß, dass nur dieses eine Leben auf ihn wartet, und danach nix mehr - wir Menschen sind nach dem Tode Wurmfraß mehr nicht - , der hat es nicht mehr nötig - wie in Boston - Unschuldige in den Tod zu schicken, oder wie in Kundus eben das gleiche mit Zivilisten als angeblichen Kollateralschäden zu veranstalten....

....es gibt weder Allah noch Gott, und solange es diese Christen und Moslems (beide Fanatiker für mich) nicht kapieren solange gibt es eben den Krieg zwischen diesen beiden fanatischen Religionen.....

Nur die bescheidene Meinung von jemandem der stolz ist nichts, aber auch gar nichts mehr zu glauben - weder an Gott noch ann Allah noch an die Segnungen des neoliberalen Glaubens der dt. Thatcher, die sich Angela Merkel nennt.

Gruß
Bernie

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