Satire oder fliegende Torten?

Freitag, 22. März 2013

Der schmierenkomödiantische Slapstick über den copy & paste-Minister, der als Satire verkauft wurde.

Die Kommentarspalten waren sich vorher wie nachher darüber einig, dass Der Minister, jener Spielfilm, den Sat 1 kürzlich ausstrahlte, eine gelungene Satire sei. Die Doktorspielchen des Freiherrn, so lobte man, seien eindrucksvoll lustig gelungen. Dabei offenbarte die Sat 1-Produktion nur eines: Wie zurückgeblieben der politische Anspruch der Satire hierzulande ist. Die Satirekultur ist in Deutschland Stemmeisen und selbst Hollywood gelingen solche Produktionen wesentlich feinfühliger.

Voll normaaal?

Dieser Sat 1-Freiherr fungierte als Depp. Das sah man ihm auch sofort an. Er war so übertrieben lächerlich, dass es fast schon gefährlich ist, die Affäre um Guttenberg mit diesem Film in Verbindung bringen zu wollen. Wäre er als Typ eine solche Witzfigur gewesen, so hätte er einen anderen, einen schlechteren Eindruck auf die Bürger gemacht. Als er ertappt wurde, mag er sich blöd benommen haben, aber nicht wie ein völlig verblödeter Irrer, dem vorher noch einfiel, sich nackt auf den Teppich zu räkelt. Guttenberg war dämlich in seinem Dünkel, wortgewandt dämlich, mit feinen Umgangsformen ausgestattet dämlich, nicht aber wie ein übergroßer Junge, der weinerlich gewesen wäre.

Guttenberg war eine gefährliche Erscheinung, ein adliger Volkstribun ohne Qualitäten, der sich aber als Kompetenz verkaufte und eine PR-Maschinerie hielt, die diese blaublütige Mittelmäßigkeit zur Hochform puschte. Eine Witzfigur von so grobschlächtiger Idiotie war er nie - eine raffinierte, eine kultivierte schon eher. Braucht Satire, um in Deutschland erfolgreich zu sein, diesen Hang zur überdrehten Voll normaaal-Stilistik mit aufgesetzter Tom Gerhardt-Pudelmütze? Leise Töne voll nuanciertem Witz kommen in diesem burlesken Ballermannismus natürlich nicht vor. Ist Slapstick schon Satire? Warum flogen nicht gleich noch Torten als Krönung pseudosatirischer Tiefgründigkeit?

Vermutlich, denn auch die Karikatur dieser Kanzlerin war die eines kauzigen Muttchens, das selbst im Hosenanzug und darübergeworfener Schürze noch Brot schnitt und Ministerentscheidungen während der Hausarbeit aufdiktiert bekommt - bezeichnenderweise von einem auf Märklin-Züge abfahrenden Ministerpräsidenten Bayerns. Ohne Infantilisierung scheint Satire hierzulande nicht zu funktionieren. Und in diesem Geiste sind auch die phantasielosen Verballhornungen sämtlicher Nachnamen zu sehen, sie lesen sich wie die verzerrten Kopfgeburten von Kindern kurz nach der Vorschule.

Infantiler Parallelpolitbetrieb

Satire muss nicht zwangsläufig das exakte Abbild der Formate sein, die man in der Wirklichkeit findet. Sie verliert an Ausdrucksfähigkeit, wenn sie die Bilder, die man von Personen der Realität hat, beinahe identisch kopiert. Eine so überspitzte Abhandlung der Plagiatsaffäre sichert sich nicht nur Gelächter, sondern wertet die optischen Vorgaben aus der Wirklichkeit auf, macht, dass man sagt: Na, sooo schlimm ist die Merkel ja doch nicht. Was hätte dagegengesprochen, die Plagiatsaffäre mit anderen Protagonisten auszustatten, den Guttenberg nur anzudeuten, eine Eins-zu-Eins-Kopie Merkels zu unterlassen und die Ränkespiele der Macht dafür besser zu betonen?

Denn was bleibt von dieser Satire in Erinnerung? Eine Kanzlerinnenfrisur mit überspanntem Kanzlerinnengesicht, ein alberner Minister und allerlei Kopien von Politikern, die man entweder grotesk überstiegen dargestellt hat oder aufgrund der Übertreibung ihrer typischen Attribute veralberte. Es ist dieselbe zahnlose Form der kabarettistischen Aufbereitung, die man zu Kohls Zeiten kannte, da eine überdimensionale Birne schon für Schenkelklopfer sorgte und die Lächerlichmachung seiner politischen Inhalte zurückstellte.

Der Minister ist wie etwaige Folgen aus dem Star Trek-Universum, in denen die Protagonisten in ein Paralleluniversum gelangten, in denen alles was sie kennen, sie inklusive, bereits existierte - nur eben in gespiegelter Gestalt. Vereinfacht gesagt: Die Guten sind dort böse und andersherum. Das Drehbuch gibt hier einen infantilen Parallelpolitbetrieb wider, in der die Nuancen zwischen lächerlich und seriös so weitmaschig sind, dass man sie ohne viel Gespür sofort begreift. Wenn das die Realität wäre, dann wäre es herrlich einfach. Nun ist freilich Satire nicht Realität, aber wenn sie sich zu weit von ihr entfernt, dann gerät sie zur Schmierenkomödie. Und genau das ist Sat 1 gelungen.

Die versuchte Kopie der Wirklichkeit, die nur dezent entstellt und verfremdet, um sich nicht angreifbar zu machen für Unterlassungsklagen, birgt stets die Gefahr der Überspanntheit des Sujets. Das eigentliche Motiv verschwindet hinter den Showeffekten und soll durch bizarre Überspitzungen aufgefangen werden, was wiederum nur scheitern kann. Als Lehrstück politischer Satire im Film muss Wag the Dog angeführt werden: Keine billigen Kopien, keine Zoten durch Zurschaustellung übergroßer Attribute, keine total bizarr agierenden Rollen, sondern leise Töne des politischen Wahnsinns in natura. Die Story ist fürwahr bizarr, tritt doch die USA in einen Krieg ein, um damit eine sexuelle Affäre des US-Präsidenten zu einer Minderjährigen zu vertuschen. Mag die Storyline einer Satire auch einer Groteske entsprechen, solange die Akteure nicht wirken, wie manische Maskenträger aus einem Bühnenstück nach Gusto der Commedia dell'arte, erzielt das realistische Sequenzen, die dann als Satire wirken können.

Nicht ob, sondern wie man satirisch aufgreift

Kürzlich unterhielt sich die Bedenkenträgerei mal wieder darüber, was Satire wohl darf und was nicht. Es ging wie stets, wenn man darüber sinniert, um den humorigen Umgang mit Hitler. Dabei ist doch nicht die Frage, was Satire darf, sondern was sie nicht darf. Und das nicht mal im Hinblick auf Moral, sondern auf deren eigene Wirkungsweise. Die ontologische Grundfrage der Satire ist keine ethische Disziplin, sondern eine ästhetische. Die Frage des Ob ist zweitrangig, wenn die Frage nach dem Wie so beantwortet wird, dass sie eine gewisse Würde birgt. Ob man Hitler satirisch aufgreifen darf, stellt sich doch gar nicht als Frage. Wie man es tut, nach welchen Standards, ob als Clownerie, als Schmierenstück oder mit Raffinesse, das ist es, worüber man diskutieren kann.

Unabhängig von Hitler als Gegenstand gibt es eine ärmliche Vermischung von Satire und Possenreißerei in der Massenkultur Deutschlands. Eine Posse voller Bajazzos nennt sich schon Satire, obgleich der politische Sprengstoff so gut wie aus dem Schneider war. All die Hampel, all die Übertreibungen, die mimischen Taschenspielertricks, die überspitzte Verzerrung der Wirklichkeit ins dann von jeder Wirklichkeit abgelöste Phantastische - für Gehalt und für profunde Zusammenspiele politischer Macht- und Wirkungsweisen bleibt da kein Platz. Satire versucht das zumindest - guter Satire gelingt es zuweilen sogar.

Die absichtliche Grobmotorik von Darstellern entstammt der Theaterbühne. Dort mussten die Schauspieler übertrieben lachen oder lauter als im wirklichen Leben heulen, um auch den hintersten, den billigsten Plätzen die Emotion des Moments verständlich zu machen. Als es aber möglich wurde, das Schauspiel direkt vor das Auge des Betrachters zu bekommen, mit Erfindung des Films also, war dieses grobmotorische Mienenspiel mit gemütskrankem Duktus nicht mehr notwendig. Im Stummfilm sind die Darstellungen oft noch dergestalt überzogen, weil die Schauspieler noch das Theater im Kopf hatten und dachten, Schauspiel sei die Darstellung des Wirklichen mit übertriebener Betonung, weil sie meinten, es gehöre sich eben so. Bannt man dieses maßlose Mienenspiel trotzdem aus Gründen der Witzigkeit vor die Linse, so geht es um billige humoristische Abstauber, um die schnelle Lacherquote.

Kurzum, Satire ist nicht Komödie und jede gute Komödie hat Aspekte der Satire in sich. Dem einem Metier geht es um Witzigkeit als Ziel, das andere nutzt Witzigkeit als Weg zu einem Ziel. In der Komödie ist der Humor Syntax - die Satire missbraucht ihn zu höheren Zielen, zur Aufdeckung und Entblößung und überspannt ihn nicht, sondern gestaltet Humor mit der Groteske der Normalität. Der Minister war eine Komödie bestenfalls - vielleicht sogar eine mittelmäßige. Satirisch war dieses Stück allerdings nicht.



16 Kommentare:

altautonomer 22. März 2013 um 07:34  

Bemerkenswert wir für mich schon, dass sich ausgerechnet der gebührenfreie Sat1-Kanal mit seinem bildungsspezifischen Publikum an ein derartiges Projekt herantraute. Schließlich war der Film für diese Spassgesellschaft gemacht, nach dem Motto "Mario Barth trifft Titanic." Deshalb vermutlich auch der hohe Wiedererkennungsfaktor bei den Protagonisten (z. B. Diekmann 1:1).

Als positiven Effekt sehe ich, dass mit diesem Stück den unverbesserlichen Gutti-Fans nachtzräglich noch mal kräftig in die Suppe gespuckt wurde.

Eine ähnlich niederschmetternde Kritik von links zu dem Film "Unsere Mütter, unsere Väter" habe ich dagegen bisher in der Blogwelt vermisst. Ausnahmen: Nachbarblog "Kritik und Kunst", junge Welt und "Der Freitag". Der Rest der "Leitmedien" war lobender Mainstream. Auch hierzu gab es bei Lanz eine skandalöse Talkrunde unter anderem mit Baring. Zit. Baring: "Der Jude war auch Täter, um seine Haut zu retten."



Roberto De Lapuente 22. März 2013 um 07:46  

Ich werde nächste Woche zu diesem ZDF-Dreiteiler etwas anbieten.

baum 22. März 2013 um 08:00  

Ich habe weder den DER MINISTER gesehen, noch UNSERE VÄTER; UNSERE MÜTTER. Mir ist die Kraft abhanden gekommen meine Nase wie ein Lackmuspapier in alle Ereignisse zu stecken, um hernach in irgendeiner Richtung anzulaufen.
Ob die Filme zum letzteren Thema der "Aufarbeitung der Vergangenheit" dienen, ist doch mehr als fragwürdig.

Rantje Wagener 22. März 2013 um 08:43  

Interessanter Artikel bzw interessante Seite, diese werde ich in meine Favoriten mal abspeichern.

Hartmut B. 22. März 2013 um 09:39  

Meiner Meinung nach dienen diese ganzen Filme der Ablenkung. Psychologisch gesehen sind es reine Ablenkungsmanöver, um von der gegenwärtigen Misere das Volk auf andere Gedanken zu bringen....

...eben, panem et circenses !

altautonomer 22. März 2013 um 09:46  

Roberto: Dann darf man ja gespannt sein.

Wenn ich das schon mal absondern darf:

PS.: Mich stört besonders der Tenor "Endlich wird drüber gesprochen". Dabei ist die Geschichte der NS-Zeit eine Geschichte der Opfer (Siehe "Das Urteil" - Dokumentation über den Auschwitzprozess in Frankfurt). Die Täter haben bis auf wenige Ausnahmen
hartnäckig geschwiegen, konnten sich aber zu ihrer Entlastung noch an jedes Detail erinnern.

Nur wenn die Täter unter sich waren, haben sie sich mit ihren Taten gebrüstet.Wer wirklich etwas Authentisches über die Täter und ihre Moral erfahren möchte, dem empfehle ich das Buch “Soldaten”, Fischer-Verlag 2011:

Sönke Neitzel und Harald Welzer präsentieren darin Gespräche von deutschen Soldaten, die Briten und Amerikaner zwischen 1940 und 1945 in den Kriegsgefangenenlagern abhörten. Und die sich von ihrer ungeschminkten Seite als ziemlich mordlüstern erweisen. Mit einigem Entsetzen erfährt der Leser, wie wenig Unrechtsbewusstsein unter den Soldaten herrschte, wenn sie sich über ihre Mordtaten unterhielten, wie sie mit den von ihnen verübten Massakern prahlten und übelsten Gewalttätigkeiten zu Witzgeschichten präsentierten: “Die Sache hat mir einen Mordsspaß gemacht.” Auch das Töten von Zivilisten, das Morden von Kindern, die Vergewaltigungen von jüdischen Frauen entlockte den deutschen Soldaten kein Wort des Mitgefühls, der Scham oder des Zweifels. Für Wette bestätigt sich einmal mehr: Je mehr man die Wehrmacht erforscht, desto düsterer wird das Bild.

ulli 22. März 2013 um 09:48  

Ich fand den Film offen gesagt ganz witzig, vor allem aber fand ich Katharina Thalbachs Merkeldarstellung durchaus abgründig: Diese Kombination von Banalität mit abgefeimtem Machtmanagement liegt vielleicht gar nicht so falsch. Ich weiß ja auch nicht, was in Merkel vorgeht, aber man sollte sich vor Augen halten, dass sie am Abend des Mauerfalls, als die gesamte Stadt Kopf stand, nichts besseres zu tun hatte als in die Sauna und dann ins Bett zu gehen. Das scheint mir von einem schon beachtlichen Desinteresse an den Gefühlen und Lebensumständen ihrer Mitmenschen zu zeugen. Es gibt auch diese Geschichte, dass sie nach der Scheidung von ihrem ersten Mann sofort noch einmal heimlich in die frühere Wohnung ging, um sich die Waschmaschine zu krallen (Waschmaschinen waren in der Mangelwirtschaft der DDR rar). Vielleicht war diese "Angela Murkel" gar nicht so abwegig.

Jutta Rydzewski 22. März 2013 um 11:35  

@altautonomer.

Zit. Baring: "Der Jude war auch Täter, um seine Haut zu retten."

Von diesem braunen Widerling ist doch nichts anderes zu erwarten. So wie Goebbels immer seine Hetz- und Hassreden begonnen hat: Der Jude, der Pole usw.. Ein erbärmliches Trauerspiel ist diese keifende, braune Zumutung (ich habe mir die "Lanze" ohnehin nicht angetan, und den Baring sowieso schon lange nicht mehr) jedoch für die Öffentlich-Rechtlichen. Obwohl Baring aus seiner Hitlerverehrung keinen Hehl macht, ist er offenbar immer noch gern gesehener Gast in den diversen Verblödungsrunden. O-Ton Baring am 09. November 2003, im Nachtstudio des ZDF: "Der Hitler hat ja in einem Maße dieses Land in Bewegung gebracht, was man sich heute gar nicht mehr vorstellen kann. Er hat in den 30er Jahren, was bis in die 40er, 50er – man kann sagen – in die 60er Jahre weitergewirkt hat, den Leuten einen Elan vermittelt, der vollkommen von uns gewichen ist." Weiteres Beispiel für Barings braune Gesinnung: Am 07. September 2006, bezeichnet er, als umjubelter Gastredner der hessischen CDU, die Verbrechen der Nazis als “bedauerliche Entgleisung”. Unglaublich. Millionen ermordete Juden, Sinti, Roma, Homosexuelle, Behinderte, politische Gegner, Kriegsgefangene und andere "Untermenschen", der eklatante Zivilisationsbruch durch diese braune Seuche, zudem mit zig-Millionen Kriegstoten, ist nach Auffassung des Hitlerbewunderers Baring lediglich eine "bedauerliche Entgleisung." Dieser unverbesserliche Vertreter der braunen Zunft hält es sogar für übertrieben, dass hinsichtlich der singulären Menschheitsverbrechen der Nazis, von der geistigen Planung bis zu ihrer unvorstellbar menschenverachtenden Ausführung, überhaupt von singulären Verbrechen gesprochen wird. Dass Baring bezeichnenderweise auch statt Integration “Eindeutschung” fordert, rundet sein braunes Bild ab, zumal es nach Baring auch gar keine Neonazis gibt, sondern es sich lediglich um "Jugendverirrungen" handelt.

All das und noch einiges mehr, hat allerdings nicht zur öffentlichen Ächtung dieser Type geführt, oh, nein, er ist, nach wie vor, einer der meist gebuchten Talkshowteilnehmer auf allen Kanälen, insbesondere bei den Öffentlich-Rechtlichen.

Tut mir leid, wenn ich das eigentliche Thema verfehlt haben sollte, ich bin aber immer wieder fassungslos und wütend, wenn ich höre, dass für diesen ekelhaften Hitlerbejubler mal wieder der öffentlich-rechtliche Talkshow-Teppich ausgerollt wurde. Offenbar ist das alles: Voll normaaal.

Stefan Becker 22. März 2013 um 12:16  

@altautonomer,
ich glaube die meisten Soldaten, die in die Kriege geschickt werden haben jede Art von Menschlichkeit nach kurzer Zeit verloren, das hat mit ihrer Nationalität weniger zu tun denke ich.

altautonomer 22. März 2013 um 15:29  

Jutta Rydzewski: Baring hat bei Lanz im Verlauf der Diskussion auch behauptet, die Russen und die Deutschen hätten einen Vernichtungskrieg geführt.

Auf BR hat er in der Münchner Runde in Gegenwart von Herbert Prantl gesagt, die Nazis seien eine Linkspartei gewesen. (Erika Steinbach reloadet.)

Stefan Becker: Zu dem Resultat kommen die Autoren des Buches "Soldaten" auch (Massaker von My Lai). Hier geht es aber um die Spezifik dere deutschen Geschichte. Die Wehrmachtsausstellung, Christopher Brownings "Ganz normale Männer" und Daniel Goldhagens "Hilters willige Vollstrecker" haben mit dem Märchen vom sauberen Waffenroch aufgeräumt.

Hartmut B. 22. März 2013 um 15:42  

@Jutta Rydzewski

Danke für Ihren Beitrag. Auch ich bin entsetzt und zornig über eine solch infame und unglaubliche Schuldzuweisung.

In den 70ern war ich in der Kriegssopferversorgung tätig.
Wenn ein Mitarbeiter damals nur einen Spruch, wie sie Baring vor einem Millionen- Publikum raushaut, geäußert hätte, da bin ich mir sicher, daß dies ein Entlassungsgrund gewesen wäre.

Heute wird so ein Nazi-Verehrer von den öffentl. Sendern eingeladen, um für Nazis Propaganda zu machen.
Ich möchte nicht wissen, wieviele, vor allen Dingen junge Menschen auf dieses braune Propaganda hereinfallen.

Ich bin traurig und wütend zugleich !

Banana Joe 22. März 2013 um 15:48  

Als "Tagestipp" wurde diese "Satire" in unserer Fernsehzeitschrift angepriesen. Habe mich aufgrund dieses Tipps von meiner Frau dazu überreden lassen, diesen Film auf Sat1 anzuschauen, obwohl nach meiner Überzeugung die Privatkanäle keine echte Satire haben erwarten lassen...

...doch dieser "Tagestipp" stellte sich beim Betrachten als alberner "Tagesflop" heraus. Meine Gedanken dazu hat Roberto treffend in Worte gefasst. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Danke für diese Zeilen.

Banana Joe

Anonym 22. März 2013 um 16:19  

@ Jutta Rydzewski

Liebe Frau Rydzewski - auch wenn Sie denken, Sie hätten hier das Thema verfehlt - egal !! Es war lange, lange, lange überfällig, dass einmal so schonungslos und offen über diese braune Made Baring gesprochen wird. Dieser cholerische Volksverhetzer gehört seit Jahren vor einen Richter, bekommt aber unverständlicherweise immer wieder Zuckerwatte in den Arsch geblasen. Sie haben mir mit ihrem Beitrag aus tiefster Seele gesprochen.
Auch wenn jetzt mein Beitrag hier ebenso das Thema verfehlte...

Anton Chigurh

altautonomer 23. März 2013 um 11:42  

Guter Text zum angekündigten Thema UVUM:

http://www.ruhrbarone.de/unsere-muetter-unsere-vaeter-das-versagen-des-fernsehereignisses-des-jahres/comment-page-1/#comment-432506

Musst Du nicht veröffentlichen. Nur so als Tipp für Dich.

Lutz Hausstein 24. März 2013 um 10:06  

Sehr schön fand ich auch den Hinweis auf "Wag the Dog". Für mich ein ganz toller Film, den ich eher zufällig vor ein paar Jahren entdeckte und der mich begeisterte.

Illustriert er doch wunderbar, mit welcher Kaltschnäuzigkeit die Beherrscher der Massenmedien "Wahrheiten" erzeugen und verbreiten können, welche die Bevölkerung am Ende als Realität annimmt. Mit allen, sich daraus ergebenden Folgewirkungen.

Sicher - "Wag the Dog" ist nur eine Fiktion. Aber unrealistisch? Wer weiß, wer weiß ... Wie war das doch gleich mit dem Irak-Krieg? http://www.nachdenkseiten.de/?p=16619#h13

Insignium 26. März 2013 um 01:25  

Was bei diesem ZDF-Dreiteiler "Unsere Mütter, unsere Väter" auffiel:
Die Darstellung ist sicher richtig - kaum an der Front, wird aus dem schneidigen Offizier ein Mörder. Das hat es gegeben, tausendfach. Die im Anschluß gesendete Dokumentation verriet dann aber, dass es viel mehr deutsche Soldaten gab, die keine Kriegsverbrechen verübten. Im Film wird das komplett übergangen.
Diese offene Diskrepanz zwischen Film und Dokumentation ist doch sehr eigenartig.

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