Ridendo dicere verum

Dienstag, 16. Oktober 2012

"Wir stehen am Grab des Wortes. Es ist nicht schön gestorben. Es ist nicht vom Zensor erwürgt worden. Es ist als leere Worthülse im Brackwasser der Beliebigkeit ertrunken."

3 Kommentare:

baum 16. Oktober 2012 um 12:42  

aus meinen nun 35 jahren zurückliegenden studien zu gottfried von straßburgs TRISTAN (und Isolde) erinnere noch eine reflexion des autors über die entwertung und zerstörung der bedeutung des wortes minne. gottfried nannte das verwortet und vernamet.

den wortsinn durch missbrauch entwerten:

http://woerterbuchnetz.de/DWB/call_wbgui_py_from_form?sigle=DWB&mode=Volltextsuche&hitlist=&patternlist=&lemid=GV06530

Der Duderich 16. Oktober 2012 um 12:52  

Ich liebe diesen Kerl!
Aber 'Beliebigkeit'?
Ich sehe in der alltäglichen Kakophonie der Euphemismen eher ein Kampf um die Deutungshoheit.
Wörter werden nicht 'beliebig' eingesetzt, sondern sollen die bestehende Ordnung erhalten und legitimieren.
Da steckt Methode dahinter - nicht 'Beliebigkeit'.

Wer Deinen letzten Text (http://ad-sinistram.blogspot.de/2012/10/was-man-heute-sagt-wenn-man-es-sagt.html) gelesen hat weiß, was ich meine.

Opa Totti 16. Oktober 2012 um 14:35  

„Die Sprache ist dem Menschen gegeben, um seine Gedanken zu verbergen." Talleyrand. Vor rund 200 Jahren. So sagt sich nicht "So weit sind wir gekommen" sondern es fragt sich "Sind wir weitergekommen?"

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