Tore für ihr Europa

Dienstag, 26. Juni 2012

oder: Merkel hofft auf ESM-Sieg von Löws Truppe - und die stützt der Kanzlerin EM-Vorhaben. Oder war es andersherum? Eine Unterscheidung scheint bald stündlich schwerer...

Dass die Politik die Nähe des Sports sucht, ist weder neu noch besonders originell. Wie sie die Kanzlerin allerdings sucht, diese Nähe, das hat es vormals in Deutschland noch nicht gegeben. Noch nie zuvor benutzte die politische Richtlinienkompetenz dieses Landes so kalkuliert den Tribünenplatz oder den Zugang zum Entmüdungsbecken. Wie darauf die Fußball-Nationalmannschaft reagiert, das dürfte hingegen auch so ein Fanal sein. Nie zuvor scheint eine nationale Auswahl so ehrerbietig mit der Ausbeutung ihres Sports zu politischen Zwecken umgegangen zu sein - kein Nationaltrainer vor Löw katzbuckelte je so ungeniert devot vor einem Kanzler.

Man kann nicht erwarten, dass sich eine Fußball-Nationalmannschaft gegen diese Vereinnahmung zur Wehr setzt. Sie ist ja keine Meute junger politisierter Menschen, die mit Eloquenz auftritt, um sich gegen das Establishment aufzulehnen. Sie ist, nachdem sie einst ein Haufen war, der der Fußlümmelei nachging, selbst Establishment geworden. Ob man aber so weit gehen muß wie Löw und seine Spieler, ist doch mehr als fraglich. Ist es denn wirklich nötig, dass Löw vor versammelter Journalistenriege der Kanzlerin Arbeit lobt? Kommt sich ein Khedira nicht belämmert vor, wenn er in Blöcke hineinnotieren läßt, dass die Nationalelf geschlossen Fan von Merkel sei? Muss denn jeder Spieler, der von der PR-Abteilung des DFB ins Rampenlicht geschickt wird, ein anerkennendes, ein lobendes Wort für Merkel auf den Lippen tragen? Ist diese anheimelnde Nähe denn notwendig?

Politik missbraucht Sport - das ist schon wahr. Aber im aktuellen Falle der Nationalelf ist es so, dass sie sich genussvoll missbrauchen läßt, sich zum nützlichen und willigen Idioten macht, an der Blendwerkmaschinerie mitpedaliert, die ein breiter Teil der Medien in Schwung geworfen hat. Die DFB-Auswahl äußert sich freilich nicht inhaltlich zur Politik Merkels, sie zeigt einfach nur Sympathie und schmust dezent mit ihr. Gesunden Abstand hält sie keinen - dafür fühlt man sich zu geschmeichelt und geliebt. Man ist schließlich Fan von ihr - ohne sich je politisch zu äußern. Das indoktriniert natürlich die Anhängerschaft, die diese Nähe nicht unangebracht oder zumindest peinlich findet, sondern ganz normal und auch schön, denn so steht doch das Land einig zusammen in der Stunde sportlicher Ausnahmezustände.

Dabei ist dieser Ausnahmezustand ein Zustand, der den wirklichen Ausnahmezustand kaschiert. Während ein Putsch im Gange ist, der Europas Demokratien entkräftet und Parlamente künftig von der Entscheidungsbefugnis abhält, weil das Haushaltsrecht im Orkus überstaatlicher Verbürokratisierung verschwinden soll; während in Verfassungen einzubauende Schuldenbremsen den gestalterischen Handlungsspielraum einengen und den Sozialstaat als primäres Einsparpotenzial brandmarken; während Sparprogramme für Hungerleider fiskalpaktierend verbindlich werden und Zuwiderhandlung legitim abgestraft werden kann - während also der Ausnahmezustand zu einem Dauerzustand werden soll, angetrieben von Merkel und ihren Einflüsterern, bezeugen junge Männer, bezeugt eine offizielle Auswahl des Landes, Sympathie für diese Frau - outen sich die DFB-Kicker fröhlich als Merkels Fans.

Von was genau sind sie denn Fan? Vom Sparen? Vom Umsturz, der von oben herab geplant und bewerkstelligt wird? Von den offenbaren Problemen, die diese Frau mit der Demokratie zu haben scheint? Von der Hegemonie, die sie hängender Backens anstrebt? Was genau ist bitte der Grund, sich zum Fan dieser Frau zu machen? Es interessiert nicht, welcher Verteidiger des DFB mit einem leichten Mädchen kopuliert - es spielt aber eine erhebliche Rolle, weshalb man mit der Politik Merkels so unkritisch beischläft.

Wer sich so benimmt, ist nicht das Opfer von Politik - er ist Täter. Bei fiktiven Entmerkelisierungsprozessen nach ihrer Zeit würden sie sicherlich als Mitläufer eingestuft. Sie geben dieser politischen Konzeption, diesem Europa von Konzernen und Banken, eine elanvolle Note, lotsen den politisch unbedarften Teil ihrer Anhänger in die Arme Merkels. Löws Mannschaft kickt nicht für Deutschland, sondern für ein Europa nach Merkels Kriterien. Sie strebt nicht den Pokal an, sondern den Fiskalpakt mit all seinen Demokratieantipathien. Sie schießen nicht Tore zum Sieg, sondern schießt auf demokratische Strukturen und auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker. So ist nicht die Auswahl des DFB, sondern nicht weniger als der Auswurf des ESM.

Ein Wort zur UEFA noch. Sie liefert ja die Bilder. Man mokierte sich kürzlich darüber, dass eine Szene Löws während des Spiels hineingeschnitten war. Die Szenen aber, bei denen Merkel jubelnd oder fiebernd zu betrachten war, waren live, waren nicht eingebaut. Und es waren nicht wenige Szenen. Man erinnere sich, als der DFB 1990 im Finale der Weltmeisterschaft stand, da besuchte Helmut Kohl das Stadion in Rom. Man sah ihn gleichwohl vor dem Spiel, kurzes Statement eines Reporters dazu - das war es auch schon! Gesehen wurde er erst wieder bei der Pokalübergabe - dort aber als Statist, klatschend und zurückhaltend. Jubelszenen während des Spiels waren nicht zu sehen, kein Mitzittern, keine entstellte Miene beim Gewahrwerden einer gescheiterten Chance. Weshalb widmet die UEFA dieser Frau diese vehemente Aufmerksamkeit? Ist die EM eine Unterorganisation des ESM? Merkel derart weichzuspülen, sie dauerhaft als Jubelkanzlerin zu stilisieren: dass ist schon schier als Werbespot für ihren Fiskalpakt einzustufen? Nie zuvor biederte sich der europäische Fußballverband so hemmungslos an die europäische Politik an, wie es dieser Tage geschieht. Das ist der eigentliche Skandal um die Bilder, die die UEFA in die Wohnzimmer strahlt - nicht die Neckerei Löws mit einem Balljungen, die so nicht stattfand. Und nicht dessen Spaß mit diesem Jungen ist zu unterstreichen, sondern sein neckisches Treiben mit der Kanzlerin wäre eine Schlagzeile wert. Merkels Fiskalpakt-Politik wird mit ihrem Gejubel von der UEFA in die Totale genommen, wird mit einem Sie-ist-eine-von-uns-Streich flankiert und gestützt; Merkels Fiskalpakt-Politik in der Totale scheint total...

Eine so eklatante Nähe des Fußballs zur Politik gab es hierzulande vermutlich seit "damals" nicht mehr. Es ist das Wesen totalitärer Politik, jede Nische des alltäglichen Lebens zu erobern, um die eigenen Denkmuster, Ziele und ideologischen Konzepte in den Köpfen der Menschen zu verfestigen. Im politischen Totalitarismus leben wir nicht, nur der Profitismus ist das Totale - dennoch ist diese Verpflanzung des Politischen ins Sportliche ein Akt, der an totalitäre Epochen erinnert. Es gab in jener damaligen Zeit viele Schreibtischtäter - weniger Rasentäter, weil der Fußball nicht den medialen Stellenwert hatte, den er heute hat. Von Rasentretern scheint man sich nun gar zu Rasentätern zu modifizieren - Rasenmittäter! Löws Mannschaft ist nicht einfach nur naiv, nicht bloß nett zu einer Frau, die sie regelmäßig besucht - sie macht sich zum Teil jener Täterschaft, die sich großkotzig als gewissenhafte Politik bezeichnet. Bislang haben große Turniere vom politischen Geschehen abgelenkt - die Nationalelf heute wirkt aber nicht nur auf dem Rasen ablenkend, sondern verschafft der Kanzlerin auch noch ein Alibi. Das ist nicht arglos - das ist Mittäterschaft!



28 Kommentare:

Anonym 26. Juni 2012 um 08:11  

...nundenn, die grössten Intelligenzbestien sind die Fussballer nun eben mal nicht......also ist nichts anderes von denen zu erwarten......und Löw...eine aufgeputzte Diva......

Anonym 26. Juni 2012 um 08:23  

Toller Kommentar!
Aber, Hr. De Lapuente, erwarten Sie da nicht zu viel von "unseren Jungs"? Die haben doch keinen blassen Schimmer über das Geldsystem im Allgemeinen und dem Euro im Besonderen. Die haben Geld wie Heu, merken von der Krise überhaupt nichts, leben in einer völlig anderen (Phantasie-)Welt. Neulich las ich irgendwo, die Hobbys von Cristiano Ronaldo sind Fußball, sein Körper, Frauen, Pornos und Play Station spielen (dort kann er den virtuellen Avatar seiner selbst steuern). Bei vielen deutschen Spielern, dürfte es ähnlich sein. Man denke nur an Khedira mit seiner Freundin - nahezu völlig nackt, nur Khediras Hand bedeckt ihre Brüste - auf dem Titelblatt eine Herrenmagazins. Das sagt alles.

Anton Reiser

André Tautenhahn 26. Juni 2012 um 08:29  

Einen Überblick über die von der UEFA und den gebührenfinanzierten Sendeanstalten eingesetzte Waffentechnik in sowie außerhalb der Stadien gibt es hier:

http://www.film-tv-video.de/newsdetail+M5ddaa63d10b.html

Anonym 26. Juni 2012 um 08:43  

Hätte sich irgendein Mensch vor 20 Jahren, wohlgemerkt vor nur 20 Jahren, vorstellen können, dass mal im Jahre 2005 Menschen vom Staat gezwungen werden würden, entweder für ein Euro in der Stunde zu arbeiten oder den Hungertod zu sterben? Kein Mensch! Hätte ich dies damals prophezeit und wäre lauthals über die Straßen gerannt um alle zu warnen, man hätte mich in einer Klinik fixiert. Würde ich heute, im Jahre 2012, lauthals über die Straßen rennen und die Aufhebung des Grundgesetzes durch das BVerfG verkünden, sie würden nur mitleidig sagen: Armer Kerl.
Also: Der Ball ist rund und das Spiel hat 90 Minuten. Und die durchgeknallte Mama Merkel freut sich über jeden Bürger, der sich im Stadion aufhält und nicht auf der Straße. Man stelle sich nur vor: 60000 Zuschauer nur eines Fußballspiels auf den Straßen des Aufstands und nicht im Stadion. Und das jedes Wochenende und in verschiedenen Städten.

http://www.flegel-g.de/2012-06-10-Fiskalunion.html

Anonym 26. Juni 2012 um 10:09  

Was wollen SIE eigentlich? Die höchste Frau Deutschlands sollte den respect bekommen der sie zu steht. Die Nationalteam hat das kapiert. SIE aber nicht

Anonym 26. Juni 2012 um 10:48  

Als Historikerin kann ich nur in vollem Umfang zustimmen. Das ist Mittäterschaft par excellence.

Anonym 26. Juni 2012 um 10:53  

@ Anonym 10:09
Was sind SIE denn für einer?
Die "höchste" Frau Deutschlands verkauft wahrscheinlich Ansichtskarten auf der Zugspitze oder hat Probleme mit dem Hosenkauf.
Erika Merkel hat bloß zeitweilig eins der höchsten Ämter im Staat inne und hätte sich dort u.U. Respekt verdienen können, wenn sie nicht die Entmachtung des Parlaments für die Geldgeier organisieren würde, in deren Enddarm sich ihre Partei kuschelig eingenistet hat. Tatsächlich hätte sich Merkel günstigstenfalls einige Jahre Knast wegen Untreue verdient.
Wieder so ein bezahlter Troll, der so dermaßen absichtsvoll falsch schreibt, dass es die Meinung des erregten Blöd-Lesers simulieren soll.
Geh doch woanders, wennstu nicht gfällst was geschreibt hat hier,ey!

Room 101 26. Juni 2012 um 11:11  

@Anonym 10:09
Bei solch einem Kommentar fällt mir nur eins ein: q.e.d.
Ihre Rechtschreibung und Grammatik offenbaren die Stärken Ihrer Kreativität. Jedoch dementprechend schwach ist bei Leuten wie Ihnen die Fähigkeit zum eigenständigen Denken ausgeprägt...

Anonym 26. Juni 2012 um 11:17  

Lieber Roberto, ich bin mir nicht sicher, meine aber, dass ard und zdf bilder von der uefa angeboten bekommen, die sie übernehmen können. Das beinhaltet auch ein angebot verschiedener kameraeinstellungen zur "freien" auswahl, will sagen: ard und zdf regie entscheiden, wann merkel eingeblendet wird, die uefa bietet lediglich an. Weiß da jemand näheres?

Staats-tv at its best also. So unerträglich, dass länderspiele (ich schaue länderspiele nur bei em und wm, dann allerdings die spiele aller mannschaften, weil ich den sport liebe, übrigens nicht nur als zuschauer) grundsätzlich für mich erst kurz nach anpfiff beginnen, ich inzwischen auf den kommentar verzichte und nach der zweiten/dritten torwiederholung videotext drücke, wenn ich weiß, dass merkel im stadion ist. Das nationale dumpfbackentum ist mir ohnehin zuwider, also stadion nur mit "meinem" verein, dass aber gern und regelmäßig. Nicht jeder fußballfan ist vollverblödeter mainstreamfan, es gibt sogar ganz wunderbare fußballblogs.

Ansonsten: Top artikel

gruß
oblomow

Thomas 26. Juni 2012 um 11:42  

Wenn ich die Lobhudelei auf unsere Bundeskanzleuse durch z. B. Philipp Lahm, den Kapitän der deutschen Fußballnationalmannschaft, höre, dann beschleicht mich irgendwie der Wunsch, daß diese Mannschaft doch bitte das nächste Spiel verlieren möge...

Anonym 26. Juni 2012 um 13:34  

@Anonym 10:53
Super! Sie haben meine volle Unterstützung. Solche Trolle sollte man gleich mit dem verbalen Knüppel eins drüber ziehen, wenn man denn nicht VÖLLIG FASSUNGSLOS, angesichts der Rechtschreibkünste dieses Trolls, wäre. Oder will der einfach nur den ganzen Blog verarschen?
Bei einem solchen Kommentar fällt einem eigentlich nichts mehr ein. Da fragt man sich, ist das ein hochgebildeter Ausländer, der eben der Deutschen Sprache nicht mächtig ist oder ist das einer der zahllosen funktionalen Analphabeten, die unser Schulsystem auskotzt. Schreiben die Leute in 10 Jahren alle so? Und wird das dann von den grünen Sozpäd-Tussen als "kreativ" verkauft, wie das ja heute schon mit dem Türk-Deutsch ("Kanak-Sprak") der Fall ist?

Anton Reiser

Anonym 26. Juni 2012 um 13:40  

Wenn ich es recht gesehen haben, dann haben die hochgebildeten Kommunikationsfachleute des Propagandasenders "ZDF", die Merkel nur eingeblendet, wenn ein Tor für Deutschland fiel und sie gejubelt hat. Beim Gegentor zum 1:1 sah man die, vmtl. bedröppelt dreinschauhende, Merkel nicht.

Anton Reiser

Anonym 26. Juni 2012 um 13:43  

Wenn zu diesem 'Sommermärchen' mal ein Film gedreht werden sollte, könnte man ihn nennen:

"Merkels Helfer".

Roberto J. De Lapuente 26. Juni 2012 um 13:46  

@ Anton Reiser:
Stimmt nicht ganz. Beim Ausgleich sah man sie nicht - aber bei vergebenen Chancen des DFB schon. Man sollte doch ihr Herzblut sehen...

Anonym 26. Juni 2012 um 15:59  

@ Anton Reiser
Einen hochgebildeten Ausländer, der ein halber Analphabet wäre und sich zufällig durch Robertos hintersinnige Texte quält, halte ich für unwahrscheinlich, wenn die Botschaft sein soll:"Auch Migranten lieben Mutti, wenn auch 'typisch' unbeholfen prollig"
---> Astroturfing
Wenn das Thema schon Propaganda ist.
Transatlantikbrücke, BDI, INSM und Co werden sich schon ein paar Tintenknechte fürs Netz leisten können.

Anonym 26. Juni 2012 um 21:15  

Merkel wird auch noch als Edelfan bezeichnet. Edelfan! Ich fasse es nicht. Hat die überhaupt Ahnung vom Fußball? Kann sie alle Nationalspieler benennen?

Und dass alle Fußballspieler dumm seien, ist ein Vorurteil. Viele haben einen Beruf erlernt oder gar studiert bzw. tun dies nach der aktiven Fußball-Karriere.

Und Merkel versaut mir meinen Fußballgenuss. Wie soll man da noch den Sport genießen, wenn immer wieder diese Kanzlerdarstellerin eingeblendet und man immer an deren Politik erinnert wird?

Anonym 26. Juni 2012 um 22:32  

Wen wundert die Reaktion von Löw und seiner Mannschaft auf Merkel? Es ist ein Club der Millionäre - sie (meinen zu) profitieren. Hartz 4 droht ihnen jedenfalls nicht.

willi 26. Juni 2012 um 23:45  

Schöner Artikel. Ich finde die Rumschleimerei mittlerweile nur noch peinlich und du hast Recht, wenn du von Mittäterschaft sprichst.
Allerdings ist Profiefußball ganz großes Business und Gefälligkeit gehört da zum Geschäft. Die Spieler lernen in ihren Vereinen schon früh, wie man sich optimal verkauft und absolvieren Rhetorikkurse, um diese wunderbaren, harmlos-nichtssagenden Interviews zu geben, mit denen sie uns nach Spielende beglücken und die garantiert niemanden weh tun.
Wenn die Journallie mit Muttis Fußbalbegeisterung Herummenschelt macht die Truppe halt schön mit -dafür ist man Profi.

Da freut mich außnahmsweise mal, dass Volleyball Randsportart ist und unsere Jungs die Olympiaqualifikation geschafft haben, auf dem Weg in die Worldleague sind und ihnen die Zumutung erspart bleibt, dass da eine dickliche, ältere Frau mit in die Umkleidekabine will.

WS 27. Juni 2012 um 00:34  

Bereits beim Griechenlandspiel habe ich mir (als von Kindesbeinen an geprägter Fan von Spielen der deutschen Fussballnationalmannschaften)erstmals gewünscht, die griechische (also gegnerische) Fussballmanschaft möge der deutschen eine Lektion in Sachen Übermut (bezogen auf politisches Gebaren) erteilen. Ich hoffe, dass wenigstens nach dem Italienspiel das unseelige Treiben und die naiv eitle Anbiederung an die politischen Prominenzen ein blamables Ende findet. Im Übrigen finde ich es immer wieder unbegreiflich, frustierend und abstoßend, wie dumm und unkritisch der weitaus überwiegende Teil meines Bekanntenkreises mit den schlecht gespielten Jubelauftritten unserer peinlichen Kanzlerin und allen anderen PR-Aktionen umgehen. Gegen eine Übermacht von Ignoranz und Dummheit ist einfach kein Kraut gewachsen!

Stefan Wehmeier 27. Juni 2012 um 00:47  

"Dass Schuldenaufnahmen nur möglich sind, wenn ein anderer Geld übrig hat und zum Verleih bereit ist, kann als bekannt vorausgesetzt werden (nur nicht bei denen, die an das Hirngespinst einer "Geldschöpfung der Geschäftsbanken" glauben). Weniger bekannt ist dagegen, dass die leihweise Aufnahme solcher überschüssiger Geldmittel nicht nur möglich, sondern in jeder Volkswirtschaft zwingend notwendig ist! Denn ohne die Rückführung über Kredite in den Kreislauf würden sie als Kaufkraft in der Wirtschaft fehlen. Als Folge käme es zu Unterbrechungen des Geldumlaufs und damit, in Höhe der Ersparnis, zu Nachfrageausfällen.
…Normalerweise werden solche Ersparnisbildungen durch die Kreditaufnahmen anderer Wirtschaftsteilnehmer geschlossen, vor allem über Investitionen der Unternehmen. Gehen jedoch die Ersparnisbildungen über deren Bedarf hinaus, dann versucht man – nicht zuletzt durch exzessive Ausweitungen der Werbung – die Privathaushalte zum Kauf auf Pump anzuregen, wie das bereits in den 1960er Jahren zunehmend der Fall war. Da aber auch dieser Ausweg seine Grenzen hatte und die Geldvermögen immer rascher zunahmen, blieb schließlich nur noch der Staat zur Schließung des Kreislaufs übrig.
…Die Staaten sind also, nach den Gesetzmäßigkeiten unseres heutigen Geldsystems, in Fällen überschüssiger Ersparnisbildungen zur Ausweitung ihrer Schulden gewissermaßen gezwungen. Und das heißt im Umkehrschluss, dass die Staaten in unseren Tagen ihre Schuldenaufnahmen nur dann abbremsen oder gar herunterfahren können, wenn Unternehmen oder Privathaushalte ihre Kreditaufnahmen ausweiten würden. Geschieht dies nicht im ausreichenden Umfang, dann versuchen die Besitzer dieser weiter wachsenden Vermögensmassen schließlich, ihre Gewinne über fragwürdige Finanzanlagen und Spekulationsgeschäfte hereinzuholen. Welche Folgen das wiederum hat, haben wir in den letzten zehn Jahren erlebt. Daraus ergibt sich, dass ein wirkungsvolles und unproblematisches Abbremsen der ständig wachsenden Schulden nur dann möglich wäre, wenn dies bei den Geldvermögen vorausgehen würde. Und das heißt wiederum, wenn man jenen Vermehrungs-Automatismus dieser Geldvermögen, der aus dem Zins- und Zinseszins-Effekt resultiert, anstatt der Schuldenzunahme abbremsen würde. Ein Abbau, der sich automatisch einstellt, wenn man, über einen geregelten Umlauf des Geldes, für ein marktgerechtes Absinken der Zinssätze und – in gesättigten Volkswirtschaften – deren Pendeln um die Nullmarke sorgt."

Helmut Creutz (aus HUMANE WIRTSCHAFT 02/2012)

Zu sagen, dass "Spitzenpolitiker", die an eine staatliche "Schuldenbremse" glauben, an Realitätsverlust leiden, ist noch milde formuliert. Tatsächlich sind sie – ob "gläubig" oder "ungläubig" – in besonderem Maße von einer allgemeinen Geisteskrankheit betroffen; einer Programmierung des kollektiv Unbewussten, die vor Urzeiten erforderlich war, um den Kulturmenschen "wahnsinnig genug" für die Geldbenutzung zu machen: die Religion.

http://www.juengstes-gericht.net

Trojanerin 27. Juni 2012 um 01:15  

Man darf sich wirklich nicht wundern, wenn Spieler oder Trainer die Politik der Bundeskanzlerin loben. Sollten diese Leute etwa Kritik üben? Warum auch? Die beißen doch nicht die Hand, die sie füttert oder anders formuliert die können ja wirklich zufrieden sein mit der Arbeit der Kanzlerin und ihrer Regierung. Es handelt sich um einen elitären Haufen den Ballsport ausübender Millionäre.
Ich finde, der Bundestrainer wirkt nur noch wie eine Karikatur seiner selbst. Die Politik benutzt den Sport und die vereinigten Massenmedien machen es möglich, hofieren dieses Verhalten auf schäbige Weise. Von den Politikern und Fußballspielern erwarte ich nichts anderes, aber die öffentlich-rechtlichen Medien sollten sich schämen.
So hoffe ich morgen auf einen Sieg Italiens, die italienischen Fußballer sehen wenigstens besser aus. Und ich hoffe, dass niemand von möglicherweise betrunkenen, enttäuschten deutschen Fans belästigt wird, wenn diese sich ihren Frust von der Seele randalieren müssen.
Ich möchte ausdrücklich nicht sagen, dass nur deutsche Fans und bei weitem nicht alle Fans solches Verhalten zeigen. Aber mein türkischer Mann und ich gehen bei solchen Fußballspielen eigentlich ungern aus dem Haus.

Anonym 27. Juni 2012 um 01:42  

irgendeiner Juni 26, 2012 um 23:10

Wie wäre es denn, wenn man klaren Tisch machen würde? Nachdem man Deutschland nach WK I davonkommen hat lassen…. (dabei gilt es nicht die Kredite der Amis zurückzuzahlen, die eh nur dazu dienten die Raten zurückzuzahlen, pervers , oder?) sollte Deutschland doch die Reparationen des 2. Weltkrieges endlich zahlen! Und zwar vollständig, keine Tricks mit dem 2+4 Vertrag. Ein Friedensvertag sollte aufgesetzt werden.....auch schon woanders gesehen....vllt

Zoran

Anonym 27. Juni 2012 um 11:58  

@Zoran
Und was ist mit "City of London"/ Wall Street, die nachweislich Hitler finanziert haben. Sollten die nicht auch Reparationszahlungen leisten? In den Nürnberger Prozessen waren auch die Bosse von Deutscher Bank, Commerzbank und Dresdner Bank angeklagt. Die Anklage ließ man allerdings fallen. Warum? Logo! Denn dann wären die Verstrickungen der GB-US-Hochfinanz mit Hitler aufgeflogen.

Anton Reiser

Anonym 27. Juni 2012 um 13:31  

An Anonym von gestern abend
"Und dass alle Fußballspieler dumm seien, ist ein Vorurteil. Viele haben einen Beruf erlernt oder gar studiert bzw. tun dies nach der aktiven Fußball-Karriere."

Die wenigsten Profifßballer haben einen anderen Beruf erlernt, und die wenigsten haben nach ihrer Fußballerlaufbahn einen Beruf jenseits des Fußballerischen.
Und die wenigen, die einen Berufsabschluß haben, machen den über Fernstudium ohne Kontakt zu anderen Menschen, weil das eine Profikarriere gar nicht anders ermöglicht.
Tatsächlich gibt es keine Berufsgruppe, die vom realen Leben der Menschen abgeschnittener ist als Fußballprofis. Selbst jeder realitätsferne Berufspolitiker ist mehr in der Gesellschaft verwurzelt und von Haus aus mehr mit den Problemen der Menschen verbunden als ein Fußballprofi.

Anonym 27. Juni 2012 um 13:34  

Ein Nachtrag noch:
Fußballprofis werden vom Kleinkindalter an darauf abgerichtet, diejenigen zu sein, die am konformsten in ein System passen. Und diejenigen, die es davon an die Spizze schaffen, sind folglich die Anpassungsfähigsten der Konformsten.
Wenn man also irgendwo unter den Menschen Widerspruch zu den herrschenden Machtverhältnissen hören will, wird man zu allerallerletzt aus den Mündern von Fußballprofis hören.

Anonym 27. Juni 2012 um 17:24  

@ Anonym 26. Juni 2012 11:17
Das ZDF schneidet sich das Spiel nicht selbst zusammen. Dies wurde bekannt, als auffiel, dass die Szene mit Löw und dem Balljungen nicht live war. Die UEFA hat eine Produktionsfirma beauftragt, die auf ihr Geheiß das "Weltbild" erstellt.

Ich frage mich, ob sich die UEFA die Mühe macht, für jedes Land eine eigene Schnittfassung zu produzieren. Oder mussten sich auch die Griechen ständig Merkel ansehen?

Grüße Klotzkopf

111hucky 28. Juni 2012 um 09:51  

Es ist eine riesen Sauerei, dass Sport für politische Manipulation misbraucht wird. Aber was anders ist von unseren Volkvertreten und Propagandamedien, nicht zu erwarten.
Erfolgreiche Fußballer werden von Anfang an an Diktaturen gewöhnt. Der kleine Diktator ist der Trainer, der alternativlos (Merkel) und unwiederuflich (ESM), das Sagen hat. Jeder Widerstand wird bereits im Keim erstickt. Entweder gehorchen oder weg.
Und was macht der Diktator selbst, in diesem Fall der Bundestrainer? Wenn man sich diesen Löw anschaut, was soll man von ihm erwarten? Untertänig, zur Befriedigung der Propagandamedien dazu verurteilt, ständig hirnlosen Mist von sich geben zu müssen. Die Macht des Trainers über seine Spieler wird von diesen Medien verlangt. Zucht und Ordnung muß sein. Das ist, was der Deutsche liebt. Dazu eine Kanzlerin, die für Deutschland fiebert. Beste PR.
Das diese dabei ist, Deutschland an eine Finanzelite zu verschachern, glaubt sowieso kaum einer.
Ob sich Merkel Kanzlerin oder Staatssekretärin im Zentralkomitee der sozialistischen EU nennen lässt, das ist den meißen (noch) einerlei.

Werner 29. Juni 2012 um 10:46  

Die ach so perfekte Nationalmannschaft hat nicht den immer wieder kommunizierten Fokus auf das Turnier und den Erfolg. Sie hat hier in Deutschland nicht das definierte Ziel, Welt- oder Europameister zu werden. Mittlerweile scheinen die primären Ziele andere zu sein: Sympathisches Maskottchen des Außenministeriums spielen und das Land im Ausland beliebter machen. Im Innenverhältnis muss die Mannschaft alle Integrationsprobleme lösen und dem Land als Vorbild zeigen, wie Multikulti funktioniert. Nebenbei kommt natürlich noch der ergebnisunabhängige Entertainmentfaktor für die Fanmeilen der Republik dazu. Wer kann sich bei so vielen Aufgaben noch darauf konzentrieren, Sport zu treiben und auch noch einen Titel zu holen??

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