Wir versprechen, nicht zu lange zu löffeln

Montag, 14. Mai 2012

Die Alten hätten den Jungen zu versprechen, sie "nicht in die Armut zu stoßen". Sagt einer, der selbst auf die Rente des umlagenfinanzierten Systems nicht angewiesen ist - sagt einer, der für weltfremde Einwürfe und zynische Zwischenrufe bekannt ist. Roman Herzog nämlich. Ex-Bundespräsident und -Verfassungsrichter. Klingt edel, klingt galant, wie er da als alte Stimme der Alten den Gönner, die weise Maßhaltung gegenüber den Jungen spielt. Er hat leicht Reden...

Es ist ja schon grober Unsinn, wenn man so tut, als könne eine gesamte Generation ein Versprechen abdrücken - Herzogs Versprechensvorschlag kann doch nicht im Namen einer kleinen Rentnerin erfolgen, die überhaupt nichts zu verschenken hat. Wie will sie versprechen, die Jugend nicht in Armut zu stürzen, wenn sie selbst arm ist? Überhaupt: "Nicht in die Armut stoßen"! Klingt nach Generationenzoff, den Herzog mal wieder anfacht - hat er vor Jahren schon, als er alten Menschen das Wahlrecht entzogen sehen wollte. Jetzt soll das Alter die Jugend nicht plündern. Wir geloben feierlich, die Jungen nicht in Armut zu stoßen! Hört sich an wie: Wir versprechen, wir hungern auch leise, ohne euch zu behelligen! Oder: Wir versprechen, wir liegen euch nicht auf der Tasche! Herzog nährt das Bild des ausrangierten Großvaters, der in der Ecke des Kammer sitzt, am Kachelofen vielleicht, so wie damals, in agrarischen Tagen, als der Alte nur noch weglöffelte, was in arbeitsamere Mägen hätte gehört. Man beäugte diesen nichtsnutzigen Körper, diesen unnützen Esser scharf,  hoffte auf baldiges Eingreifen der Natur - auf dass er bald nicht mehr im Eck sitzt und in seinem Napf herumlöffelt. Den Löffel abgeben: Daher mag dieser saloppe Ausdruck unter anderem auch kommen.

Darauf läuft Herzogs Versprechenswunsch hinaus. Wenn es ihm tatsächlich um die verarmende Jugend ginge, dann wären seine Ansatzpunkte andere. Er würde nicht eine ganze Generation vor ein Versprechen zwingen wollen, das diese in der Mehrzahl gar nicht geben kann, weil sie jetzt schon zu wenig hat, um die eigenen alten Tage abgesichert zu verbringen. Er hätte reiche Rentner zu einem Versprechen zwingen müssen. Symbolisch wenigstens - praktisch wäre das irrelevant. So ergiebig sind reiche Rentner ja auch nicht. Und er hätte fragen müssen, warum das umlagefinanzierte Rentensystem, von dem unabhängige Volkswirte sagen, es sei das einzig denkbare und funktionstüchtige System, so beharrlich in die Ecke gedrängt wird - und dann käme er vielleicht auf die Idee, dass die Umlagefinanzierung den Lobbyisten in die Hände gefallen ist. Die Diskrepanz zwischen dem Milliardenloch in der Rentenkasse und den Milliarden, die der Staat als Riester-Zulagen verteilt, müsste ihn schon etwas stutzig machen. Die Festlegung eines Höchstsatzes als eine Art Versprechen an die Jugend, das ist in einem reinen Umlageverfahren, zu dem Wirtschaft und Politik, Eliten und Besserverdienende treu stehen würden, überhaupt nicht notwendig. Was erwirtschaftet wird, wird anteilig verteilt - wenn auch weniger mehr erwirtschaften, so kann weiterhin verteilt werden.

Herzog denkt so weit nicht. Er will der Jugend versprechen, dass alte Generationen darauf achten, ihren Enkeln und Kindern nicht die Haare vom Kopf zu fressen. Demütig sollen Rentenempfänger erklären, dass sie nicht zum zu großen Unkostenfaktor werden. Alle. Egal, was sie so aus der Rentenkasse erhalten. Symbolisch nur, praktisch ist das ja Quatsch. Aber es ist ein Unfug, der auf die (Massen-)Psychologie zielt. Den Empfängern der staatlichen Rente soll devote Ergebenheit abgerungen werden. Wasser auf die Mühlen jugendlicher Ungerechtigkeitstheoretiker, die das Alter als teuren Luxus unserer westlichen Gesellschaft ansehen, für den sie nicht bezahlen möchten. Alt werden kann ja jeder; man ist ja liberal und jeder darf tun und lassen was er will. Also auch alt werden. Aber wenn, dann bitte selbst finanzieren - denn unterm Strich, zähl' ich; Slogans eines Zeitgeistes, der jetzt und hier leben will, der die neoliberale Weltauffassung derb eingehämmert bekam, der entsolidarisiert ins Gemüt schnürt.

Was Herzog mal wieder reitet, weiß niemand so genau. Ist es der Hass eines Alten auf das Alter? Oder elitäre Arroganz gegen solche, die vom Leben nicht belohnt wurden? Einsicht, Wissbegierigkeit und Erkenntnisgewinn reitet ihn jedenfalls nicht - Solidarität und Menschlichkeit sowieso nicht...



23 Kommentare:

klaus baum 14. Mai 2012 um 07:34  

war der mann nicht mal bundespräsident?

Roberto J. De Lapuente 14. Mai 2012 um 07:35  

Ja, man hatte in dieser Republik schon immer ein fürchterliches Talent für "besondere" Bundespräsidenten...

Don M. Tingly 14. Mai 2012 um 09:08  

natürlich verläuft die frontlinie eher zwischen reich und arm als zwischen alt und jung. wenn man allerdings bedenkt, dass derzeit die erste nachkriegs- (sprich erben-) generation in rente geht. also die generation, die historisch betrachtet wohl die reichste aller zeiten sein wird, dann trifft seine aussage im großen schon zu.

natürlich ist es immer gefährlich von DEN rentnern oder DER jugend zu sprechen. aber die tendenz der jetzigen rentner-generation, ihre leistungen überzubewerten und gleichzeitig relativ ignorant mit den folgegenerationen umzugehen, kann ich schon teilen.

Anonym 14. Mai 2012 um 09:15  

Der Mann fürs Dreiklassenwahlrecht !!!

potemkin 14. Mai 2012 um 09:18  

Das erinnert mich an einen Film, in den es einen Guerillakampf zwischen Jungen und Alten gibt. Sozusagen Erfahrung gegen Kraft. Herzogs Kaste steht natürlich über solchen Szenarien. Noch übler ist freilich sein Vorschlag, die 5%-Hürde anzuheben. Warum nicht gleich auf 20%, dann sind die Mehrheitsverhältnisse klar...

Michi 14. Mai 2012 um 09:30  

Ja, toller Text. Gefällt mir gut und entspricht der Wahrheit. Was mir nicht gut gefällt ist dieses Ohnmachtsgefühl, dass mich partout nicht mehr verlassen will, angesichts der Zustände auf diesem Planeten. Vielleicht werd ich ja noch von Ausserirdischen entführt, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich, wie wir wissen zu letzt...

liebe Grüßle, Michi

Anonym 14. Mai 2012 um 09:36  

eigentlich ist das doch heute eher selten, daß ein 78 jähriger so einen senilen Brei von sich gibt...
aber, daß so ein Gelaber auch noch von den Medien verbreitet wird, das ist doch vom Übelsten...

Hartmut

Kaiserbubu 14. Mai 2012 um 09:43  

Vor der NRW Wahl hat Herzog sich in die Diskussion um das Wahlrecht eingebracht. Er ist dafür die 5 Prozent Hürde auf 10 Prozent anzuheben, damit keine kleine Partei mehr "die parlamentarische Demokratie" stört und keine Koalitionen mit klaren Verhältnissen mehr zustande kommen. Und das von einem Verfassungsrechtler? Er ist wirklich ein neoliberaler Tattergreis mit bösartigen Ideen.

Anonym 14. Mai 2012 um 09:53  

Ach, Roman Herzog hat noch andere gute Ideen:

http://www.morgenpost.de/politik/article106297248/Roman-Herzog-wuerde-Fuenf-Prozent-Huerde-erhoehen.html

Dieser Mensch ist durch und durch asozial und verfassungsfeindlich, ein Misantrop, der Champagner säuft und für den Pöbel Wasser predigt (natürlich rationiert). Übrigens ist er nicht nur ehemaliger Bundespräsident, sondern auch ehemaliger Verfassungsrichter.

Allerdings hat ein Volk, dass in einer Landtagswahl die FDP auf 8,5% bringt und die Linke rauswählt, auch nichts anderes verdient, als die Stiefelspitze dieser "Elite" im Nacken zu spüren. Offenbar wollen es die Leute nicht anders.

Anonym 14. Mai 2012 um 09:56  

Roman Herzog war der Bundespräsident, der den "Ruck durch die Gesellschaft" gefordert hatte.
Nun, es hat ja "geruckt", wie man sehen kann, und es rückt immer weiter :(
Ich habe vor Jahren einen Roman gelesen, der eine Gesellschaft bechrieb, in der kaum noch Kinder geboren wurden, und wenn, dann durften sie nicht mehr privat erzogen werden. Alte (und "unnutze") Menschen wurden in einer Art gesellschaftlich-religiösem und feierlichem Ritual aufs Meer gefahren und getötet, verklärt als Reise in ein anderes Land.
Gruseliges Fazit: Wer also als alter Mensch die jüngere Generation nicht unterstützen kann, der möge ihnen doch wenigstens nicht noch etwas wegnehmen und doch lieber schnellstmöglich abtreten.
Ich kann einfach nicht verstehen, dass unseren sog. "Eliten" ihre Kosten-Nutzen-Rechnungen (letztens ja erst wieder die Frage, ob man sich die künstlichen Hüftgelenke für ältere Menschen nicht sparen sollte)nicht als menschenverachtend einleuchtet. Sind wir noch Menschen? Sind all die sich klug wähnenden Dummschwätzer, die meinen die Geschicke unserer Gesellschaft zu "lenken", noch Menschen?
Wie lange noch, bis die Realität jegliche noch so düstere Zukunftsvision eingeholt hat?

Cora

Anonym 14. Mai 2012 um 10:55  

Ach, das Buch gibt's auch schon, Cora? Das macht dann schon wieder eins, das ich nicht mehr schreiben muss. Aber irgendwann fällt mir bestimmt noch eins ein, das es noch nicht gibt.

willi 14. Mai 2012 um 10:58  

Wir werden wohl um das vielzitierte "sozialvertretbare Ableben" auf lange Sicht nicht vorbeikommen. Bislang reichte der kärgliche Restbestand an Anstand, den diese Gesellschaft aufzubringen bereit war noch aus, um diese Frage nicht ernsthaft zu diskutieren.
Roman Herzog möchte aber diese Diskussion gerne forcieren. Als EX-Bundespräsident und Ex-Verfassungsrichter erhält er nicht nur den mittlerweile berühmten "Ehrensold", sondern verfügt auch noch stattliche Pensionsanspruche aus seiner Richtertätigkeit.
Damit ist er zweifellos einer der eher teuren Kostgänger der nachfolgenden Generation und könnte, wenn er sich denn dazu durchringen könnte, das mit dem Ableben ins Auge zu fassen, einen prima Beitrag dazu leisten, die junge Generation nicht weiter zu belasten. Meinen Segen hätte er.
Das ist schon sehr lustig, dass sich ausgerechnet die dicksten Maden im Speck so gerne bei den Hungerleidern über Schlankheitskuren auslassen.

flavo 14. Mai 2012 um 11:23  

Es ist ein tragisches Theater, welches seit Jahren aufgeführt wird. Die Privatisierung der Rente ist eine neoliberale Kernforderung und vor 20-25 Jahren festigte sich langsam die neoliberale/neoklassische Ansicht, dass die Wachstumseinbrühe ende der 1970er mit mehr Markt gelöst werden könnten. Tausend Einzeldiskurse wurden da rund herum entzündet, an einer Unzahl vpon Fronten kämpften und kämpfen die Neoliberalen. Irgendwann hat es sich normalisiert und das neoliberale Programm wurde zur Grundrichtung der Politik, auf der sich dann allfällige Tagespolitik noch abspielen konnte. Rentenkassen sind ein gewaltiger Brocken, die den Finanzmarkt erst eigentlich befeuert haben. In den 1990ern wurden europaweit die Weichen zu deren Teilprivatisierung gestellt.
Der inszenierte Generationenkonflikt war und ist eine Nebelkerze, ein geschürter Zank, dessen einziger Effekt ist, die Privatisierung der Rentenkassen voran zu treiben. Der Multifrontenkampf der Neoliberalen erleichtert bei versperrter Sicht der Volkssubjekte die Schürung von vereinzelnden, fragmentierenden Gefühlen. Privatisiert die Renten und es geht allen endlich besser, ist der beschallte Luftstoß der sich damit selbst unterwerfenden Unterdrückten.
Es ist absurd: aber es ist ein Kern der neoliberalen Lehre: vermarkten und Wohlstand mehrt sich. Dabei kann kein Privater eine höhere Rente ausbezahlen als der Staat, dies hängt alles am Wirtschaftswachstum und am Verteilungsmodus des erwirtschafteten Mehrwertes. Der Staat kann umverteilen, der MArkt auch, aber nur nach den Mattheusprinzip. Für 90% werden die Renten dadruch schlechter.
Es ist wie ein Heimspiel: die jungen Leute wurden ambivalenzfrei verneoliberalisiert und werden dadurch zu Kampfgenossen gegen die Alten, deren Rentenmasse die einen im Portfolio haben wollen und die anderen im Egokapselssog abgeschafft.
Inzwischen hat man in vielen Ländern das Beitragssystem. Jeder zahlt sich seine Rente ein. Noch staatlich, aber andererseits ist es nunmehr nur mehr ein kleiner Schritt, das staatliche Rentenkonto auf ein privates Rentenkonto zu transferieren. Dann kann man dort auch gleich das Selftradingsystem mitbenutzen und seiner Altersrente wahrlich Schmied werden.

Anonym 14. Mai 2012 um 11:44  

@ Anonym 10:55
Ja sicher. Die "Schöne neue Welt" von Huxley musst du auch nicht mehr schreiben. Wie wärs denn ausnahmsweise mal mit einem Roman, der eine hoffnungsvolle Zukunft beschreibt, also eine Lösung all unserer Miseren anbietet? Aber wie dem auch sei: Ich melde mich schonmal als Leser an :)
MfG
Cora

Anonym 14. Mai 2012 um 13:46  

Was „klingt edel, klingt galant“ hier? „Herzogs Versprechensvorschlag“ erinnert bei dem Thema als Freud‘scher Versprecher unweigerlich an die Verbrechen unter Augusto Pinochet, erinnert an Fussballstadien auf der einen Seite, „vorbildliche“ Rentenreformen (Wikipedia) auf der anderen Seite derselben Medaille.

Das bekannte Ergebnis: „Chiles Sozialsystem bedarf einer tiefgreifenden Reform in allen Bereichen, denn die eine Hälfte der Chilenen hat keinen Rentenanspruch, und für 40% von den anderen ist es schwierig, auch nur die Voraussetzungen für die Mindestrente zu erreichen.“ Edel und galant klingt auch die Reform von 2008 (a.a.O.): „Die Schlechterstellung von Frauen wurde etwas abgemildert.“ – so spricht der wahre Gentleman!

„Viele Kritiker wie auch Befürworter sehen in der Reform ein wichtiges Experiment unter Realbedingungen, das Aufschlüsse über die Auswirkungen einer vollständigen Umstellung eines Rentensystems auf das Kapitaldeckungsverfahren liefert. Die Entwicklung wurde daher international mit großem Interesse beobachtet.“ steht bei Wikipedia zu lesen. Mit welch interessegeleiteter Ignoranz dieses „grosse Interesse“ gesegnet ist, beweist die Rentendiskussion in Deutschland.

Anonym 14. Mai 2012 um 13:51  

Ach ja, der Herzog...interessant wie er sich Demokratie vorstellt und diese "vollzieht":

"Wie die Bertelsmann-Stiftung die Bundespräsidenten zu wichtigen Verbündeten machte."

http://www.berliner-zeitung.de/medien/stiftung-bertelsmann-und-die-bundespraesidenten,10809188,14840424.html

Anonym 14. Mai 2012 um 14:13  

Er soll sich ein Beispiel an westdeutschen Frauen mit Kindern nehmen - die kriegen keine Renten mehr die sich lohnen würden erwähnt zu werden.

Die Renten - pardon, Pensionen bekommen stattdessen die, die ihr Leben lang auch nicht einen Pfennig einbezahlt haben, Beamte wie Herr Herzog.

Aber vielleicht möchte er das System ändern. Keine Pensionen mehr, stattdessen Grundversorgung.

Das wäre doch mal ein Ruck in die richtige Richtung.

Antje 14. Mai 2012 um 15:29  

Roman Herzog, ein von allen, mehr als reichlich, alimentierter Vertreter der INSM.
Er möchte also, dass wir wieder da landen, wo wir vor Bismarck schon mal waren.
Auch dieser Mann hat zugelassen, dass der Staat sich seit 1957 aus der GRV bedient, um versicherungsfremde Leistungen zu bezahlen und damit die GRV ruiniert wird. Rund 700 Milliarden Euro fehlen der GRV bis heute, weil das was sich Bundeszuschuss nennt, gar kein Zuschuss ist, sondern mangelhafte Ersatzleistungen des Bundes. Damit haben die gesetz. Versicherten einen Großteil gesamtgesellschaftlicher Aufgaben allein bezahlt und somit haben sich, um den nicht zurückerstatteten Anteil, Beamte, Politiker und anders berufsständisch Versicherte weniger an diesen Aufgaben beteiligt.
Ich kenne nur Rentner, wenn sie denn noch eine auskömmliche Rente haben, die ihre Kinder und Enkel unterstützen wo es nur geht. Und sie geben ihr Geld aus was sie haben, ein nicht unerheblicher Faktor für die Binnennachfrage.

Ob Pensionäre, wie Herzog, auch so handeln weiß ich nicht.

Ein lehrreicher Vortrag um das was sich Bundeszuschuss nennt und dass das BVG Rentner anders behandelt als Pensionäre:
http://www.adg-ev.de/aktivitaeten/aktionen/information-zum-aktuellen-vortrag/472-der-vortrag-als-livestream

Anonym 14. Mai 2012 um 18:00  

Ja Herr Roman Herzog hat nicht eine technologische Innovation auf den Weg gebracht oder erdacht.

Er hat keine Maschine zusammengeschraubt.

Er hat nicht unter Akkordbedingungen gearbeitet.

Er hat Theologie Rechtsexegese betrieben.

Und die Alten können die Jungen nicht in Armut verstossen.

Die Jungen in Armut stürzen (Wer sind eigentlich die Jungen) können nur 1% der Jungen die 99% der anderen Jungen ausbeuten.

Herzog ist ein verwirrter Rechtsaussen.

Mit einem absurden Nationalbegriff.

Darauf beruhen seine ganzen Lügen.

Stehen quasi im Dienst der Nation.

maguscarolus 14. Mai 2012 um 18:24  

Immer wenn ich so etwas wie diese Herzog-Texte lese möchte ich schießen. Roman Herzog: Ein Fackelträger der Verbetriebswirtschaftlichung alles Menschlichen.

Zu denken, dass dieser Mann mal Kultusminister in BW war . . .

Trojanerin 14. Mai 2012 um 22:03  

Es gibt das Unwort sozialverträgliches Frühableben. Lange leben sollen bitte nur die, die sich das auch leisten können. Wo kommen wir hin?
Wer maßt sich an, die Dinge zu beurteilen? Kranke, behinderte, pflegebedürftige Menschen – auch jüngere – verursachen Kosten.
Was tun wir dann? Wenn jemand das Alter nicht finanzieren kann, dann wird er eben nicht alt. Wenn jemand seine Pflege nicht finanzieren kann, dann wird er eben nicht gepflegt. Wenn jemand seine Gesundheitsversorgung nicht finanzieren kann, dann bleibt er eben krank.
Dann dürfen wir aber nicht davon sprechen, dass die Bundesrepublik ein demokratischer, sozialer Rechtsstaat ist und dass die Würde eines jeden Menschen unantastbar ist.
Die Entsolidarisierung bringt nicht nur den Kampf zwischen alt und jung, sondern zwischen arm und reich, krank und gesund, Arbeitslos und nicht arbeitslos.
Der Gedanke, es darf jeder alt werden, es darf bloß nichts kosten ist perfide, denn diejenigen, die nicht alt werden können, ohne dass sie Kosten verursachen, können und werden dann nicht alt oder gesund oder gepflegt.

Wolfgang Buck 14. Mai 2012 um 23:00  

Es wird Zeit über die "Liberalisierung" der Sterbehilfe nachzudenken.

Es wird sich sicher die ein oder andere Oma finden, die sich lieber selbst aus dem Leben verabschiedet bevor sie Ihren Kindern und Enkeln auf der Tasche liegt.

Und es wird sich sicher ein Präsident hier im Lande finden der sich für die Freiheit der Oma aktiv aus dem Leben zu scheiden einsetzt.

Mit dem wohligen Klang des Wortes Freiheit kann man den Menschen schließlich jede Fußfessel, jede Sklaverei verkaufen...die Freiheit der Schafe eben.

pillo 16. Mai 2012 um 00:25  

@Wolfgang Buck
[...]Es wird Zeit über die "Liberalisierung" der Sterbehilfe nachzudenken.

Es wird sich sicher die ein oder andere Oma finden, die sich lieber selbst aus dem Leben verabschiedet bevor sie Ihren Kindern und Enkeln auf der Tasche liegt.[...]

Da man die Deutschen besonders gut mit kleinen finanziellen Anreizen (siehe Abwrackprämie) motivieren kann, wird es wohl irgendwann eine Sterbeprämie geben.

Wer mit 67 freiwillig den Löffel abgibt, bekommt das entsprechend honoriert. Wer erst mit 75 bereit ist Abschied zu nehmen, bekommt schon deutlich weniger. Tja, und wer meint über 80 Jahre alt werden zu müssen, für den siehts dann ganz schlecht aus, es sei denn er gehört zu den Wohlhabenden.

Na, da soll Opa seinen Kindern und Enkeln dann mal erklären, warum diese auf das schöne Geld verzichten sollen, nur weil er noch ein Weilchen weiterlöffeln will.

Natürlich würde man eine Sterbeprämie hierzulande nie unter ihrem wahren Namen sondern unter einem wohlklingenden Euphemismus einführen. Das eine derartige Prämie oder etwas Vergleichbares eines Tages kommen wird, halte ich in diesem Land mittlerweile wirklich für denkbar.

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