Fragen nach der Übernahme

Freitag, 17. Februar 2012

Wird Frankreich oder Deutschland Schutzmacht in Griechenland?
Kann das Schutzgebiet künftig trotzdem Hellenische Republik heißen?
Deutsch-Südosteuropa oder Französisch-Peloponnes entzückt doch auch!

Gilt für die Einwohner des Schutzgebietes wahlweise das Grundgesetz oder die Constitution française?
Sollte man nicht eilig den verstorbenen Artikel 23 des Grundgesetzes wiedereinführen oder reicht auch ein ordinäres EU-Mandat?
Soll Merkels Silhouette grüne oder blaue griechische Briefmarken zieren? Oder starrt auf Postwertzeichen Sarkozy von links in das rechte Gesicht der Bundeskanzlerin?
Wer kommt für Kost und Logis der Besatzungstruppen auf?
Wer koordiniert denn eigentlich die Regierungspolitik im Schutzgebiet? Übernimmt man die traditionellen Strukturen oder stülpt man mitgebrachte über die autochthonen?
Wie konnte man bloß den Wehrdienst deinstallieren, wo doch absehbar war, dass ein Verteidigungsfall droht?

Wer beschließt denn eigentlich die Verabschiedung des griechischen Alphabets zur Simplifizierung von Verwaltungsakten? Erledigt das ein fünfköpfiges Gremium von Franzosen oder Deutschen direkt in Athen? Oder fällt das unter die Kompetenz des Bundestages?
Wer schneidert seriösere Uniformen für diese jetzt noch clownesken Wachen vor dem Athener Parlament? Joop oder Gaultier? Lagerfeld könnte für jede der beiden Schutzmächte arbeiten!
Und wer bringt den Wachen eigentlich bei, dass man unter deutscher oder französischer Ägide nicht wie je und je einschlafende Hampelmänner Dienst stechschrittet?
Eine energische Zack-Zack-Garde soll den Griechen die neue Ära einbläuen!
Ob wohl die Außendienststellen der Bundesagentur für Arbeit die Faulheit aus den Schutzgebiet sanktionieren kann? Soll man überhaupt zunächst deutsche oder französische Beamte mit der Verwaltung betrauen, bis die Einheimischen halbwegs fließend Deutsch oder Französisch sprechen?
Organisiert TUI oder FTI die Fahrten ins Schutzgebiet, auf die jeder deutsche Steuerzahler ein vom Bundesverfassungsgericht eingeräumtes Anrecht hat?
In welcher Höhe soll der Preis für ein Kilo Oliven in den Kolonialwarenläden festgeschrieben werden?

Könnte man nicht vereinbaren, dass die Schutzmacht, die jetzt den Zuschlag für Griechenland erhält, dem Kontrahenten den Vortritt läßt, wenn Italien oder Spanien Hilfe benötigt?
Jeder soll seinen Platz an der Sonne, sein Stück vom Kuchen bekommen!
Vielleicht kann man das bankrotte Irland aus geographischen Gründen den Briten ans Herz legen? Portugal regiert sich doch bestimmt direkt mit dem spanischen Schutzgebiet?
Wie lassen sich dann rumorende Unabhängigkeitsbestrebungen im Einklang mit den Menschenrechten unterdrücken?
Die EU wird für die Schaffung eines Gesetzespassus votieren, in dem nachzulesen ist, dass jedes Schutzgebiet unabhängig werden kann, falls es ausreichend Schutzgeld bezahlt!

Und wann ist Deutschreich und Frankland endlich saturiert?



11 Kommentare:

BlueLion 17. Februar 2012 um 07:09  

Das hätte von Presseoffizier Sanftleben sein können :-)
Übrigens, die Piraten könnten Hrn.Schramm als Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten vorschlagen ...

R@iner 17. Februar 2012 um 09:18  

Die Abschaffung des unsäglichen griechischen Alfabets ist ja gut und richtig. Man könnte aber gleich Esperanto als Amtssprache einführen. Dann müsste man beim nächsten betroffenen Land nicht wieder die gleichen Überlegungen anstellen und hätte den Papierkram auch gleich unter Dach und Fach.

Roberto J. De Lapuente 17. Februar 2012 um 09:33  

Die Einführung Esperantos wäre ein egalitärer Akt - wir wollen aber doch gerade nicht Gleiche unter Gleichen sein...

Anonym 17. Februar 2012 um 10:36  

@Roberto J. de Lapuente

Dachtest wohl beim Abfassen des Texten an Lettow Vorbeck, und dessen "Schutztruppe" in Afrika?

Hier mehr darüber:

http://www.welt.de/kultur/history/article1782859/Lettow_Vorbeck_deutscher_Fels_in_Afrika.html

...tja, die Hereros können heute noch ein trauriges Lied über die Völkermörder, darunter ein Vorfahre eines NS-Verbrechers, singen....

Wollen wir hoffen, dass die Griechen nicht vom Regen in die Traufe kommen.

Übrigens, die Nachfahren von Lettow-Vorbeck stehen schon Schlange - für die neuen dt. "Schutztruppen" weltweit, die Griechen & andere Völker vor dem eigenen (Über-)leben schützen wollen.

Zynische Grüße
Bernie

Frage 17. Februar 2012 um 12:26  

Sagen Sie es doch mal, wie die Politik mit Griechenland vonstatten zu haben gehen sollte!
Wie wäre es richtig?

ekelfranz 17. Februar 2012 um 14:05  

@Roberto J. de Lapuente
Wer schneidert seriösere Uniformen für diese jetzt noch clownesken Wachen vor dem Athener Parlament? Joop oder Gaultier? Lagerfeld könnte für jede der beiden Schutzmächte arbeiten!
Warum die denn? Boss, Hugo Boss!! Damit haben die Griechen doch schon einmal nachhaltige Erfahrungen gemacht. Insbesondere die schicken Uniformen der SS und die der Wehrmacht aus dem Hause Hugo Boss sind älteren Griechen noch gut in Erinnerung. Ja, Boss gewandet fühlt man sich doch gleich in stolzer Tradition eines Herrenmenschen

Anonym 17. Februar 2012 um 14:49  

Viele dieser Fragen stelle ich mir seit 1990.

Grüße aus dem besetzten Osten!

jürgen 17. Februar 2012 um 15:50  

Endlich! -
Hat nicht der Vater einst seinen ganzen Einsatz geleistet, als er, für Führer, Volk und Vaterland (Mutter trug damals schon wieder ein reines Kindlein unter dem arischen Herzen, das Vierte - das ihr der Herr Gauleiter dafür das Mutterkreuz in dritter Stufe an den runden Busen heftete) die Akropolis im Hellenischen bestieg und unsere geliebte Sonnenrunenflagge auf ihr hisste...
Nun ist der Weg frei, für den Gang nach Asien, um dem Erbfeinde England in Indien von hinten den Dolch in den Rücken zustoßen. Mit unseren tapferen Mannen am Hindukusch muss es gelingen, die Träume vom Großdeutschland zu erfüllen...

Oder will etwa die A(r)gentur des Reichsarbeitsdienstes nur die Langzeitarbeitslosen als Blockwarte für Fleiß und Strebsamkeit dem faulen Griechen vorsetzen?

Aldo 17. Februar 2012 um 20:55  

Die Vampire sind unterwegs.
in Gestalt von IWF, EZB und Europäischer Union.
Früher hat der IWF
im Namen des Gottes des Geldes
Argentinien, Brasilien, Chile und Uruguay verwüstet
mit Militärdiktaturen überzogen. Seine Losung:
Kampf gegen die Subversion. Das Ziel: den Widerstand gegen die alleinseligmachende Religion des Geldes zu brechen,das die Hohepriester des Kapitals aus God’s Own Country
ohne Unterlass verkündigten:
Löhne herunter, Zinsen nach oben
das Wort dafür :Schuldendienst.
Die Ernte war reichlich:
Entführungen, Geheimgefängnisse, Folter, Mord
der Tod war nicht nur ein Meister aus Deutschland.
Nach der Blutspur kamen die Segnungen des Marktes :in Argentinien übertraf die Zahl der Opfer des Neoliberalismus die 30 000 Tote und Verschwundenen der Militärdiktatur.
Doch diese Staaten haben sich von der Schuldknechtschaft inzwischen befreit,
Schon haben die Schergen des internationalenFinanzkapitals
ein neues Opfer ausgemacht
am südlichen Rand Europas.
Destabilisierung heißt jetzt das Programm,
das Code Word dafür:
Finanzhilfen oder Rettungspakete.
Ein Krieg wird erklärt
gegen die griechische Bevölkerung.
Für diesen Krieg braucht man jedoch
keine Truppen, keine Bomben, keine Besatzer.
Es genügt die Androhung,
Griechenland den Geldhahn abzudrehen
und die Bevölkerung
in Angst und Schrecken zu versetzen.
mit psychologischer Kriegsführung
der willfährigen Internationalen Medien,
die ihre Herren, nämlich die großen Banken und Versicherungen schützen müssen.
Kapitalanleger eben.
An der Spitze dieser unheilvollen Troika
von IWF, EZB und Europäischer Union
marschiert die eiserne Kanzlerin
mit starrem Blick auf markkonforme Demokratie
singt sie das Hohelied auf das Modell Deutschland
mit seinen Millionen Arbeitslosen,
die im Hartz IV Ghetto darben.
Der Abgrund rückt immer näher.
Die Menschen in ihrer Verzweiflung.
Angst und Hoffnungslosigkeit
klammern sich an die Fantasmen
von Nationalismus und Fremdenhass.
Die Geschichte wiederholt sich….

Anonym 18. Februar 2012 um 14:52  

schon gehört?
der Dr. Hundt vom BDA fordert wegen des Streiks des Vorfeldpersonals am Frankfurter Flughafen, das Streikrecht einzuschränken, er spricht von Tarifgleichheit und -gerechtigkeit, sülzsülz.
Dabei kriegt der bda den Hals nicht voll und sorgt dafür, dass immer mehr Arbeitnehmer in Sub-Sub-Firmen ausgegliedert werden. Wenn ihm dann hin und wieder sein Tun auf die Füße fällt, schreit er nicht nur Aua, nein er ruft auch gleich Mamimami, du mußt was tun. Ein armseliger Haufen dieser bda, aber gefährlich, weil amoralisch, asozial, hinterfotzig, feindlich gegenüber den Arbeitnehmern. Spartengewerkschaften, das beste was uns Arbeitnehmern passieren kann, davon brauchen wir mehr, also Wachstum, weil sie sind eine gute Waffe gegen das Kapital. 200 Mann sorgen für 4 Mio. € weniger Umsatz bei der Fraport – und das an einem Tag. Die Jungs sind ihr Geld echt wert. Davon mehr wäre Wachstum – doch die Fraport bremst.

pillo 19. Februar 2012 um 21:53  

Gab es nicht schon in den 90er Jahren irgendwelche Hinterbänkler, die Mallorca als 17. Bundesland der BRD einverleiben wollten? Was damals noch als Sommerlochposse abgetan wurde, scheint heute gar nicht mehr so fern der Realtät.

Ich glaube, die meisten Deutschen ahnen gar nicht, wie sehr ihr Ruf momentan in ganz Europa ruiniert wird. Und wenn doch einmal was zu ihnen durchdringt, wird es mit einem arroganten: "Erst nehmen sie unser Geld und dann beschimpfen sie uns auch noch dafür." abgetan.

Wenn mir jemand zu Beginn der 90er Jahre erzählt hätte, wie sich unsere "Eliten" im Jahr 2012 gegenüber anderen Völkern wieder gerieren werden, ich hätte es nicht für möglich gehalten.
'Am deutschen Wesen soll die Welt genesen!' Diese Vorstellung scheint bei einem nicht unerheblichen Teil der Deutschen unausrottbar verwurzelt zu sein.

Schon Winston Churchill wußte zu berichten: "Man hat die Deutschen entweder an der Gurgel oder zu Füßen."


traurige Grüße

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