Nachfrage mit Titten steigern

Mittwoch, 15. Juni 2011

Schaut Frauenfußball!, liest man nun an jeder Ecke. Was für eine potente Werbeinitiative doch vor diesem stieftöchterlichen Ableger dieses Sports steht! Mit allen Mitteln wird geworben, in jeder Branche versucht man abzustauben, ein zu stillendes Bedürfnis, das bislang kaum jemand verspürte, zu forcieren, um neue Märkte zu erschließen und Absätze zu türmen. Direkte Werbepartner bieten Frauen-WM-Bahntickets an und werben auf ihren Plattformen, in ihren Werbespots für dieses Ereignis im eigenen Lande. Was auf wenig Gegenliebe stößt, wird mittels Werbung liebenswert gemacht - jedes Mittel ist hierzu recht.

Selbst Discounter, die nicht direkter Sponsor oder Partner der Frauen-WM sind, werben mittelbar dafür und versuchen ein Klima des deutschen Team-Spirits anzukurbeln. "Es geht wieder los!", ist nur einer der aufmunternden Slogans, es nun auch mit der weiblichen Variante dieses Sports zu probieren - dabei werben sie für qualitativ minderwertige Deutschland-Fanartikel made in china und lichten trikotierte Schönheiten ab, die passend zur Feierlaune Bratwürste schwenken und mit herausgewölbtem Busen Bierkastentürme stützen. Die sexiest Fußball-Weltmeisterschaft aller Zeiten finde jetzt statt, bekommt man zu hören und zu lesen. Emanzipation bedeutet hier, dass der Frauenfußball, um dasselbe Interesse zu wecken, wie die männliche Domäne dieses Sports, auch mit Rundungen, drallem Arsch und feisten Titten werben soll - hier darf Frau wieder ganz Sexobjekt sein, wenn nachher nur die Zuschauerzahlen stimmen und die Öffentlichkeit Notiz nimmt von den kickenden Damen.

Überhaupt erkennt man an dieser Einheitsfront der Werbeinitiativen, die aus Erbauung und Aufmunterung besteht, dass die "eine Säule der Gewaltenteilung der Marktwirtschaft", so wie man sie uns vereinfacht in Schulen beibringt, kein freier, nicht manipulierter Indikator ist. Da ist ein Angebot, das nur wenige Begehrlichkeiten weckt - und da ist die Nachfrage, die stagniert. Eigentlich müsste nun das Angebot schwinden, doch ein Bombardement der Werbung macht, dass der Eindruck von Nachfrage entsteht. Man bekommt einen Eindruck davon, dass Nachfrage nicht einfach Nachfrage ist, sondern die gezielte Schürung von Bedürfnissen, die zuvor kaum jemand hatte, die nun aber zum unstillbaren Verlangen funktioniert werden. Nachfrage ist nicht, was der Konsument will - Nachfrage ist, was dem Konsumenten oktroyiert wird, haben zu sollen, damit er im Trend liegt.

Die nationale Taumelmachung und Ekstaseproduktion wird von Konzernen übernommen. Allerlei Unternehmen sorgen dafür, dass der deutsche Konsument sich nun auf die Frauen-WM einstellt, sich mit schwarz-rot-gelben Konsumgut eindeckt und dabei eine positive Stimmung ins Land trägt - sowas steigert den Absatz und minimiert die Unzufriedenheit. Dazu packen alle mit an, die davon profitieren könnten. Der Frauenfußball selbst ist nicht Herzensangelegenheit - er ist eine Sache der Geldbörse, der Profitmaximierung. Und deshalb heiligt, wie geschrieben, der Zweck jedes Mittel: Frauenfußball war eine Domäne, die sich kickende Frauen erschlossen haben, nachdem das lange untersagt war vom Fußballverband. Dass Frauen fußballern dürfen ist vielleicht keine große Leistung der Gleichberechtigung, wohl aber ein Mosaiksteinchen - einerlei nun, dass für eine Frauen-WM weibliche Sexobjekte werben, mit Bodypainting-Trikots und dem gewieften Spiel der Reize und den ewigen Lockungen und Stimuli des Weibes. Männer denken nur an eines, sagten uns Feministinnen einstmals, und überhaupt, wenn man ganz ehrlich ist, so wussten sie: Männer sind Schweine - aber zu Erlangung öffentlicher Aufmerksamkeit darf der Mann stimuliert werden, darf sein niederster Instinkt geweckt und seine Lust an üppigen Rundungen aufgegeilt werden. Schweine, die nur Titten angaffen wollen - das sind Männer, die auf solchen Striptease abfahren während des ganzen Jahres. Fahren sie aber nun darauf ab, so sind sie eben lediglich Konsumenten dieses Sports und damit berechtigt, mittels Titten auf Frauensport scharf gemacht zu werden.

So soll ein Klima des Aufbruchs entstehen. Alle schauen nun Fußball, soll der Konsument glauben - und er soll konsumieren: als Zuschauer, als Fanartikelhalter, als Partylöwe. Das Sommermärchen könnte nun jedes Jahr stattfinden, wenn der Frauenfußball nur dieselbe Größe würde, wie es der Männerfußball seit Jahren bereits ist. Alle würden sie in deutscher Kluft durch die Gegend rennen und für einige Wochen abgelenkt sein - das ist der Traum der Industrie, der Politik, der in den Prospekten durchschimmert. Gemeinsam sind sie für den Frauenfußball, nicht weil der so ungemein interessant wäre, sondern weil er ein so ungemein interessantes Geschäftsfeld darstellt...



19 Kommentare:

Anonym 15. Juni 2011 um 10:37  

Ich kann's von den "Sommermärchen" nicht mehr hören!

In diesem asozialen Land gibt es wohl Wichtigeres, als Fußball, Autorennen u.s.w.

Explodierende Armut, soziale Ausgrenzung und Ignoranz sollten in einem aufgeklärten Land eigentlich der Vergangenheit angehören, aber der Mensch lernt nicht gern und vergisst noch schneller.

Empört Euch!

PeWi 15. Juni 2011 um 11:14  

... und der Traum der Geschäftswelt funktioniert. Die meisten kaufen eh nur das, was ihnen vorgeschrieben wird und nicht, was ihnen gefällt, da sie nicht wissen, was ihnen gefällt, wenn es ihnen nicht gesagt wird. Aber bitte nichts gegen Frauenfußball. Die spielen anders, aber ästhetisch und wenn man sie verschwinden lassen wollte, nur weil sie Bedeutungsloser sind, ökonomisiert Freude am Sport.

Roberto J. De Lapuente 15. Juni 2011 um 11:24  

Ob Frauenfußball ästhetischer ist, weiß ich nicht. Es fehlt die Dynamik und die Athletik - das ist auch der Grund, warum man die Spielweise der Männer um 1960 und 1970 als besonders ästhetisch erachtete. Damals wurde auch noch kraftsparender "Standfußball" gespielt.

Anonym 15. Juni 2011 um 12:22  

Hier haben wir ein Angebot, aber nicht die Nachfrage, die wir gerne hätten, um damit auch ein Riesengeschäft zu machen. Was nun?

Tja, SEX SELLS... also Mädels, werft euch in heisse Fummel, packt mehr Make Up drauf als sonst, macht auf sexy und begehrenswert, aber zackig!
Diese Ignoranz der Männer gegenüber euch als Fussballerinnen werden wir schon beikommen, wenn man denen erstmal klar macht, dass ihr als Sexobjekte eine richtig gute Figur macht!
Dann werden sie hechelnd und sabbernd Tickets kaufen und uns die Merchandising-Artikel aus den Händen reissen!

Und, quasi nebenbei, bekommen die kleinen Mädchen, die Interesse am Fussball haben und gerne selbst spielen würden, jetzt auch endlich _ordentliche Vorbilder_ präsentiert! Denn man muss kein Mannsweib sein, wenn man sich als Frau für Fussball begeistert... NEIN... niemand will Mannsweiber sehen!

Überhaupt sollten endlich mal ALLE Frauen begreifen, dass sie gefälligst so sexy wie irgend geht sein sollten! Wir bieten schliesslich genug Produkte in den Bereichen Mode, Kosmetik, Schmuck und Lifestyle an, mit denen kann man aus so ziemlich jeder Schabracke noch was machen!

Wenn wir den Frauen erstmal klarmachen, dass sie Sexobjekte sein _wollen_, dann haben wir es so gut wie geschafft und sie werden so selbst verhindern, dass Mann sie jemals erst nimmt.



Prost Mahlzeit,

Diana

Anonym 15. Juni 2011 um 12:30  

Wenn schon Kritik an der Hype, dann sollte man die Reklamefuzzies nicht mit ihrer eigenen veredelten & verlogenen Sprache beschreiben sondern schlicht zu all dem immer REKLAME sagen und schreiben, anstatt "Werbung", "P.R.", "neue Märkte erschließen", "Öffentlichkeitsarbeit", "Publicity", "Promotion", "Bedarfslenkund" etc.
Nein, es ist üble REKLAME.
Denn, wie schon Max Goldt sagt, über dies Wort REKLAME ärgern sich die lästigen Reklamefuzzies am meisten.
- kdm

Anonym 15. Juni 2011 um 13:23  

Anonym hat gesagt...

"Explodierende Armut, soziale Ausgrenzung und Ignoranz sollten in einem aufgeklärten Land eigentlich der Vergangenheit angehören, aber der Mensch lernt nicht gern und vergisst noch schneller."

Vollkommen richtig, aber gerade DESHALB brauchen unsere "Eliten"
ja diese "Sommermärchen" in schöner Reihenfolge für den Pöbel, so wie einst "Brot & Spiele" eben...
Und wie schön, dass da auch noch trotz allgemein sinkender Einzelhandelsumsätze, sinkender Realeinkommen wenigsten so mal wieder ein paar Geschäftchen gemacht werden können.
Also: Keine Aufregung, ganz gewöhnlicher Deutscher Kapitalismus!

MfG Bakunin

Jutta Rydzewski 15. Juni 2011 um 14:08  

Anonym 10:37

"Explodierende Armut, soziale Ausgrenzung und Ignoranz sollten in einem aufgeklärten Land eigentlich der Vergangenheit angehören, aber der Mensch lernt nicht gern und vergisst noch schneller." ...

... und nicht zu vergessen, dass eine neue Variante eines schwarz-rot-gelben Hetzspielzeugs auf den Markt geworfen wurde, sozusagen ein Sommermärchen der hinlänglich bekannten Art: Hartz IV. Nun sind es die Hartz IV-Selbstständigen, die sich vorgeblich "arm rechnen", wie die "seriöse" SZ sogar ihren entsprechenden Artikel, sozusagen auf Anweisung der BA, überschmiert hat. Natürlich gibt es keine belastbaren Zahlen, aber unterschwellig soll mal wieder klar gemacht werden, ein neues Rudel von Sozialschmarotzern, Sozialmissbrauchern, Abzockern usw. ist ausfindig gemacht worden und überschwappt das Land. Da kann es doch nur heißen: Auf sie mit Gebrüll, denn schließlich müssen die Anständigen vor den Unanständigen geschützt werden. Und an diesem widerlichen und ekelhaften Spielchen werden sich mal wieder alle beteiligen, nicht nur die Politikermischpoke, sondern auch und besonders die so genannten Hauptmedien, sowie das unerträgliche ExpertenUNwesen. Dieses Land ist nur noch krank, und wird mit jedem Tag kränker.

mfg
Jutta Rydzewski

Natascha 15. Juni 2011 um 14:40  

Liegt vielleicht daran dass ich kein Fernsehen schaue, aber ich habe von dieser Frauen WM noch nicht viel mitbekommen. Wo soll dieses Konsumfeuer denn stattfinden? Das ist kaum vergleichbar mit dem medialen Dauerorgasmus während der Herren WM, die alle vier Jahre gleich einem unentdeckten Virus vierzig Millionen Männer für vier Wochen in Günter Netzer transformiert.

Die Frauen WM begegnete mir bisher nur in einem reich bebilderten Artikel der WELT über einige Spielerinnen die sich für den PLAYBOY ihre Trikots nassspritzen ließen (mit Wasser natürlich, ihr Ferkel).

Das scheint wohl die These von Roberto zu bestätigen. Größtenteils interessieren sich Männer eben nur für Frauensport wenn das Auge mitessen darf. Deshalb werden die Trikots der Frauen wohl auch immer kürzer, während die der Männer immer länger werden.

Ich spiele Volleyball, bei der Beachvolleyballvariante gibt es sogar eine Trikotvorgabe die eine Maximalbreite in cm für die Höschen festlegt.

Von den Herren der Schöpfung muss natürlich Keiner in knappen Speedos aufs Spielfeld gehen. Ein Fall für Alice Schwarzer?

Manul 15. Juni 2011 um 14:48  

@Anonym #1:

Irgendwie ist es langweilig geworden sich zu empören, wenn man von allen Ecken schief angeguckt wird, als ob man ein Außerirdischer wäre. Ich frage mich eh schon seit Langem, wer eigentlich verrückt ist, ich oder die Leute da draussen, die jeden Dreck fressen und sich darüber noch freuen, dass sie Dreck zum Fressen bekommen haben.

Stephan 15. Juni 2011 um 16:08  

warum nur arbeiten wir in Jobs, die keinen Spaß machen, verdienen unsere Kohle im Schweiße unseres Angesichtes, geben sie aus für Dinge, die man uns vorschreibt, weil angebotsorientierter Markt, um damit Leuten zu imponieren, die uns am Arsch vorbei gehen könnten, weil sie so inhaltlos sind, eben, genau, wegen der Triebe: fangen, besitzen=unterwerfen=mächtig sein....da passen doch die geil wackelnden Titten der Fußballerinnen mächtig gewaltig ins Bild der Bild - noch Fragen?

Anonym 15. Juni 2011 um 17:05  

welche titten? die haben alle keine

antiferengi 15. Juni 2011 um 19:07  

@Anonym 12:30
Kann ich nur zustimmen. Es gibt kein hässlicheres Wort, als das elitäre Umfeld von Kunst redender Menschenfischer aus dem Schein heraus wieder auf den Teppich zu holen, - als Reklame. Das hat eine ähnliche Wirkung, als würde man Günter Grass als Gassenhauer und Kneipendichter bezeichnen. Mitunter , - extrem sinnvoll und nachahmenswert.

Aber um beim Thema zu bleiben. Um die muskulösen Beine der Damen verkaufen zu können, - bedarf es nun mal der Titten ;-) (Duck, - und wech)

Trojanerin 15. Juni 2011 um 20:31  

Ein Bedürfnis, das bisher kaum jemand verspürte, wird forciert.
Ich glaube nicht, dass dies im Falle des Frauenfußballs sonderlich erfolgreich sein wird.

Wenn es um Konsumartikel geht, dann ist das eine Sache. Aber es geht auch ans eingemachte: Wir haben das Bedürfnis, die Sterbehilfe zu legalisieren, wir haben das Bedürfnis, die existenzsichernden Sozialleistungen abzubauen, damit mehr an die Profiteure einer Umverteilung von unten nach oben gelangt, wir haben das Bedürfnis, das mehrgliedrige Schulsystem beizubehalten, damit die Kinder des Arztes nicht mit den Kindern der Kassiererin gemeinsam lernen müssen usw.

Momo 15. Juni 2011 um 22:20  

In diesem Zusammenhang möchte ich auf den kürzlich in einem ad sinistram-Beitrag behandelten Matthias Matussek (Leiter des Spiegel-Kulturressorts) zurückkommen:

Während der Fußball-WM 2006 schlug Matussek heftig auf die nationale Trommel. Die NachDenkSeiten titelten seinerzeit: "Wie der Neo-Nationale Matthias Mattusek die WM-Euphorie umdeutet: Die „Bejahungswelle“ stelle selbst die Wiedervereinigung in den Schatten."

http://www.nachdenkseiten.de/?p=1399

Matussek wollte die während der Fußball-WM entfachte nationale Euphorie u.a. dazu mißbrauchen, breite Schichten der Bevölkerung politisch zu deren eigenem Schaden über den Tisch zu ziehen. Wolfgang Lieb schrieb seinerzeit in den NDS:

"Nun will ich Herrn Matussek nicht unterstellen, er wolle uns einen neuen deutschen, sich anderen Nationen überlegen fühlenden, nach außen aggressiven Patriotismus oder gar Chauvinismus einreden, aber in dem Interview wird ziemlich deutlich, welche Ziele er in die Fußballeuphorie und in die überschwängliche Begeisterung der Fans für ihre Mannschaft hineindeuten möchte:
„Ich glaube, dass es ein Nationenzusammengehörigkeitsgefühl braucht, um gerade durch schwierige Zeiten zu kommen und zu sagen: Okay, das muss jetzt sein, diesen Einschnitt machen wir. Und da ist Patriotismus natürlich sehr tauglich. Und ich glaube, dass da eine gestiegene Bereitschaft ist.“
Patriotismus oder Nationalismus („Nationenzusammengehörigkeitsgefühl“) also als Stimulans für Opferbereitschaft, für Rentenkürzungen, für Hartz IV, für weitere Belastungen bei der Krankenversicherung, für die höhere Mehrwertsteuer, für die Kürzung der Pendlerpauschale oder des Sparerfreibetrags, für Studiengebühren oder den Abbau von Sozialleistungen. „Okay, das muss jetzt sein, diesen Einschnitt machen wir.“
„Wir“? Wer ist wir? Wer sind die Betroffenen, die mit einem Appell an ihr nationales Zusammengehörigkeitsgefühl diese „Einschnitte“ hinnehmen sollen? Ist das etwa die gesamte „Nation“? Zu welchem Einschnitt ist Herr Mattusek bei sich selbst bereit? Soll die Frage, ob es bei diesen Einschnitten gerecht zugeht, durch den nationalen Überschwang zugekleistert werden?
Es ist (historisch) in Deutschland schon oft so gewesen, dass Patriotismus und Nationalismus als Bindemittel gegen eine auseinanderdriftende Gesellschaft und als Motiv für die individuelle Opferbereitschaft (im Regelfall der unteren Schichten) zugunsten einer stilisierten Volksgemeinschaft missbraucht wurde. Das fängt bei der Inszenierung der Kriegsbegeisterung für den Ersten Weltkrieg an und hört bei der Naziparole „Du bist nichts, dein Volk ist alles“ nicht auf."

Der Missbrauch der eigenen Religion zwecks Schürens religiöser Ressentiments sowie das Aufstacheln eines nationalen Hurrapatriotismus sind, jedes für sich genommen, bereits eine enorme Gefahr für das friedliche und gedeihliche Zusammenleben unterschiedlicher Religionen und Nationen. Bei Matussek scheinen religiöses und nationales Eiferertum Hand in Hand zu gehen. Ein aus Sicht Matussekts erfreuliches Nebenprodukt: Weite Schichten der Bevökerung werden durch permanente "Brot und Spiele"-Veranstalungskampangnen von der Durchsetzung der aus ihrem realen Leben resultierenden (tatsächlichen) Interessen abgelenkt.

Anonym 15. Juni 2011 um 22:55  

Genießen wir alle noch diesen bedächtigen und ruhigen Sommer, nächstes Jahr um die Zeit werden unsere Ohren und Augen wieder massiv beleidigt und vergewaltigt werden mit endlosen "Deutschland, Deutschland" Gebrüll und endlosen Schwarz-Rot-Gold... Ar...tüchern.
Also Freunde, genießt DIESEN Sommer!

Bakunin

Anonym 16. Juni 2011 um 09:58  

Es bedarf schon einer gewissen perversen Neigung, das Frauen DFB-Team ausgerechnet sexy zu finden: Lange, weite Hosen bis zum Knie, Trikots, unter denen sich die sekundären Geschlechtsmerkmale nur erahnen lassen, ungeschminkt und ohne lackierte Fingernägel, verschwitze Haare bedürfen einer kranken Phantasie, um dieses Erscheinungsbild von Sportlerinnen in ein erotisches umzudefinieren.

Aber darum geht es hier anscheinend nicht, sondern um die Definitionshoheit einiger, was weiblich ist.

redlope 16. Juni 2011 um 17:54  

In den USA heißt das, was bei uns "Fußball" heißt, "Soccer" und ist in erster Linie ein Frauensport.
Harte Jungs spielen American Football - und männlichem Soccerspiel haftet sogar etwas "schwuchteliges" an. Dies nur am Rande.
Alles ist Matrix.

Über den Frauenfußball will ich also nicht streiten, aber eine Werbung, die direkt ans Kleinhirn appelliert, zeigt mal wieder, was die Werbemacher und deren Auftraggeber von "Uns", dem Volk ("Kosumenten") denken: Brünftiges Vieh, manipulierbar wie ein Tier, dem man sexuelle Lockstoffe um die Nase wehen lässt, um sie irgendwohin zu treiben. Und der Mensch ist halt ein Augen"tier".
Man sollte das durchschauen und "Nein" sagen.

Anonym 17. Juni 2011 um 00:15  

@anonym am 16. Juni

wer von den Kommentatoren hat denn behauptet die Frauenfussballmannschaft sexy zu finden?
Und wer beansprucht hier die Definitionshoheit was weiblickeit ist?
Vielleicht mal einen Realitätscheck machen bevor man seine eigenen Projektionen hier anderen unterstellt.

Und wenn du weite Kleidung, bei der man die Geschlechtsmerkmale nur erahnen kann, nicht erotisch findest, leidest du einfach nur an mangelnder Fantasie.
Und jetzt geh wo anders klugscheissen...

Stefan 7. Juli 2011 um 15:10  

Vielen Dank für diesen Artikel. Er zeigt, das es auch ohne stumpfes "Frauenfußball-Bashing" geht. :)

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