Nomen non est omen

Donnerstag, 20. Januar 2011

Heute: "Ausbildungsfähigkeit"
"Die Bundesregierung setzt sich dafür ein, dass jeder junge Mensch, der ausbildungswillig und ausbildungsfähig ist, ein Qualifizierungsangebot erhält, das zu einem Berufsabschluss führt."
- Berufsbildungsbericht 2010, herausgegeben vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, Seite 3 -
Seit Jahren beklagen Unternehmen, dass viele Jugendliche nicht mehr ausbildungsfähig seien. Gemeint sind damit mangelnde schulische Leistungen, vor allem in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik. Angeblich seien jedes Jahr 25 bis 50 Prozent aller Schulabgänger nicht ausbildungsreif. Die Zahlen schwanken, je nachdem ob die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK), der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) oder sich die Bundesregierung zu diesem Thema äußern.

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat im September 2005 eine Definition aufgestellt, nach der Jugendliche ausbildungsfähig seien. Zu diesen Eigenschaften und Anforderungen an Jugendliche gehören:
"Zuverlässigkeit, die Bereitschaft zu lernen, die Bereitschaft, Leistung zu zeigen, Verantwortungsbewusstsein, Konzentrationsfähigkeit, Durchhaltevermögen, Beherrschung der Grundrechenarten, einfaches Kopfrechnen, Sorgfalt, Rücksichtnahme, Höflichkeit, Toleranz, die Fähigkeit zur Selbstkritik, Konfliktfähigkeit, Anpassungsfähigkeit und zu guter Letzt die Bereitschaft, sich in die betriebliche Hierarchie einzuordnen."
Nach diesen Kriterien zu urteilen, wäre so gut wie kein Jugendlicher ausbildungsfähig. Zur Jugend gehört ein ungestümes, pubertäres und wildes und eben kein marktkonformes Verhalten, wie es sich Unternehmen gerne wünschen. Was Unternehmen mit ihrem Anspruch fordern, ist nichts anderes als die Abschaffung der Jugend. Abgesehen davon, dürfte es so gut wie unmöglich sein, all diese Kriterien bei Jugendlichen zu messen.

Insofern sind die Begriffe Ausbildungsreife und Ausbildungsunfähigkeit nicht eindeutig definiert. Es drängt sich vielmehr der Verdacht auf, dass sie politisch und ökonomisch instrumentalisiert werden. Das Schlagwort fällt z.B. häufig dann, wenn Unternehmen kritisiert werden, weil sie nicht genug Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen. Nach der DGB-Jugend haben rund 1,5 Millionen Menschen im Alter von 20 bis 29 Jahren keine abgeschlossene Ausbildung. Das sind 15 Prozent dieser Altersgruppe. Im September 2010 haben ca. 130.000 Lehrstellen gefehlt, ohne Schönrechnerei dürfte die Quote deutlich höher liegen.

Hinzu kommt, dass viele Unternehmen ihre Anforderungen an zukünftige Azubis zu hoch ansetzen. Viele Jugendliche sollen am besten schon alles können, damit das Unternehmen ihnen nicht mehr viel beibringen muss und damit Zeit und Mühen sparen kann. Unternehmen benutzen also gern die Phrase der Ausbildungsunfähigkeit der Jugendlichen, um so von ihrer eigenen Ausbildungsunwilligkeit abzulenken.

Interessant ist auch, dass Jugendliche die von der Arbeitsagentur als nicht ausbildungsfähig deklariert werden, nicht mehr in der Statistik der Lehrstellen-Suchenden aufgelistet werden. Zudem werden fast eine halbe Million Jugendliche jährlich in Warteschleifen geparkt, die auch in der offiziellen Statistik der Lehrstellen-Suchenden nicht auftauchen.

Politik und Wirtschaft haben also beide ein Interesse an der Inflation des Unwortes: "Ausbildungsunfähigkeit". In der Öffentlichkeit findet indessen nur eine Debatte um die Erziehung und Bildung der Jugendlichen statt. So als liege das Problem einzig und allein an der Dummheit der Jugendlichen: Prinzip Eigenverantwortung.

Dies ist ein Gastbeitrag von Markus Vollack aka Epikur.

20 Kommentare:

Anonym 20. Januar 2011 um 10:30  

Es betrifft ja eben nicht nur die Ausbildung "in der Wirtschaft". Man höre sich mal vertraulich an Hochschulen um, wie dort das Niveau von Prüfungen und für Abschlußarbeiten sukzessive gesenkt wird, damit die Quote derer, die durchkommen, nicht gar zu sehr absackt...
Das ist schon erschreckend.

Kassandra 20. Januar 2011 um 11:04  

"Abschaffung der Jugend": Donnerwetter!!!



PS:
... beginnt das nicht schon viel früher???.

epikur 20. Januar 2011 um 11:18  

@Kassandra

Vollkommen richtig. Auch die Kindheit wird zum Verschwinden gebracht.

Anonym 20. Januar 2011 um 11:19  

Als ich (eine ziemlich gute Schülerin und gesellschaftlich sehr interessiert) nach dem Abi in die kfm. Ausbildung ging, war das bzw. der betriebliche Alltag ein Schock für mich:

Da arbeiteten Menschen, gefühlt Funktionsträger bzw. damals schon Human Resourcen, 8 Stunden am Tag an langweiligen Aufgaben wie z. B. Eingaben in die EDV, damals noch Fernschreiben, Ablage, Telefonieren, Schriftverkehr erledigen, usw. usw..
Jeder Tag so ein-tönig wie der andere ... mit ein-tönigen Menschen.
Die meist langweilige und einseitig leistungsorientierte Schule war dagegen vergleichsweise noch "spannend" gewesen.

8 Stunden so tun als ob man jede Minute neugierig und wissbegierig ist und sein Gegenüber sympathisch findet.
Im Dunkeln hin zur Ausbildung, im Dunkeln abends nach Hause.

Man passte sich an und machte es sich in der Anpassungs-Illusion scheinbar erträglicher. Heute wird auf Teufel-komm-raus mit Konsum kompensiert.
Nein, es geht/ ging nicht nur um die Abschaffung der Jugend, es ging/ geht um die Abschaffung des Menschseins.


Nach meiner Erfahrung erwerbsarbeiten Menschen dann gerne und hoch motiviert, wenn sie eine wirklich sinnvolle und abwechslungsreiche Arbeit verrichten möchten/ können ..., die menschengerechterweise ihrer Berufung entsprechen sollte und die Gesellschaft weiterbringt.


Übrigens, die meisten Betriebe sind genauso ausbildungsunwillig wie weiterbildungsunwillig. Das verursacht doch alles Kosten, die die Prämienzahlungen kürzen. Und dann vom "Fachkräftemangel" schwätzen.

Anonym 20. Januar 2011 um 11:21  

A.
"Zuverlässigkeit, die Bereitschaft zu lernen, die Bereitschaft, Leistung zu zeigen, Verantwortungsbewusstsein, Konzentrationsfähigkeit, Durchhaltevermögen, Beherrschung der Grundrechenarten, einfaches Kopfrechnen, Sorgfalt, Rücksichtnahme, Höflichkeit, Toleranz, die Fähigkeit zur Selbstkritik, Konfliktfähigkeit, Anpassungsfähigkeit und zu guter Letzt die Bereitschaft, sich in die betriebliche Hierarchie einzuordnen."

Kurz gesagt, seine Persönlichkeit, seine Menschlichkeit und Freiheit auf zu geben. Ein Ja-Sager zu werden. Es zeigt sehr gut woraus die heutigen Arbeitnehmerschaft besteht.

Unternehmen benutzen also gern die Phrase der Ausbildungsunfähigkeit der Jugendlichen, um so von ihrer eigenen Ausbildungsunwilligkeit abzulenken.

Genau mein Meinung! Dies wird auch bei den sogenannten Fachkräftemangel angewendet. Die Qualifikationen sind dort auch so hoch angesetzt das sie kaum einer Erfüllen kann. Die Wirtschaft weist jede Schuld von sich und schiebt den schwarzen Peter den Menschen zu.

Arbo Moosberg 20. Januar 2011 um 12:11  

Wobei an Hochschulen dank unserer besonders "sozialen Durchlässigkeit" ja schon die landen, die ausgesiebt wurden, sprich, auf die "unsere Elite" das mit der mangelnden Ausbildungsfähigkeit gar nicht beziehen möchte. ;-)

Anton Chigurh 20. Januar 2011 um 12:39  

Da liegt der Hase doch ganz woanders im Pfeffer.
Es besteht ja gar kein gesteigertes Interesse daran, möglichst viele Jugendliche vernünftig auszubilden.
Ständig wird in die Gegend gebläht, dass Deutschlands Reichtum "in den Köpfen" liegt.
Diese Heuchelei erlebt einen Höhepunkt nach dem anderen, wenn dann hastig geschnürte "Bildungspakete" zugunsten von irgendwelchen Bankrettungen spielend über Bord gekippt werden.
Zugang zu Bildung und Ausbildung soll ausschließlich denen gewährt werden, die per Herkunft schon eine Perspektive haben.
Aber alle anderen braucht man für etwas anderes: Niedrig- und Billiglöhner. Ohne Ausbildung, ohne Wissen, ohne Antrieb.
Hier soll künstlich ein Markt für drei-Euro-Löhner geriert werden, Menschen, die sich ein Leben lang ausbeuten lassen können, weil sie keinerlei Aufstiegschancen erlangen werden.
Es ist die Durchsetzung und Ausweitung des Manchester-Kapitalismus, nur dass die Billiglohnsklaven nicht als Leibeigene bezeichnet werden, es de facto aber sind.
Die tumbe Masse soll am Rand des Existenzminimums vor sich hin siechen und von den Brosamen der prekären Beschäftigungen abhängig sein. Nicht das Maul aufmachen dürfen, weil man ja nichts kann und künstlich blöd gehalten wird.
Wenn sich das lallende Weinfass Brüderle mal wieder durch eine Talkshow lügt und lächerliche Zahlen unters Volk vergüllt, dabei feist grinsend von Vollbeschäftigung halluziniert, so ist das purer Zynismus dieses Gewohnheitsverbrechers am Volk.
Ein gewisser Teil der Masse MUSS blöd gehalten werden - und wer eignet sich mehr dafür als Migranten und sozial Schwache ?

Anonym 20. Januar 2011 um 12:56  

Die Regierung wird diesen Artikel wohlwollend zur Kenntnis nehmen, liegt das Problem dem Artikel nach zu urteilen ja ganz offensichtlich nicht im Bildungssystem.

Solche Phrasen wie "es ging/ geht um die Abschaffung des Menschseins" unter den Kommentaren hier machen mich aber sehr nachdenklich. War z.B. Feldarbeit, mit der große Teile der früheren Menschheit ihr Leben verbrachten, eigentlich menschlich oder nicht? Oder was hätten sie stattdessen tun sollen?

Anonym 20. Januar 2011 um 13:15  

magicpen sacht:

Da fehlen doch noch ein paar Anforderungen: Fähig zu kritischem (nicht NUR selbstkritischem), sozialem und politischem Denken, ausgeprägtes Bewußtsein für die eigene Würde und die der anderen, um nur einige zu nennen... Äh, ach nee, doch nicht. Dann wären die Jugendlichen im Sinne ihrer zukünftigen Arbeitgeber erst recht nicht mehr ausbildungsfähig .

Ansonsten frage ich mich, woher seit ein paar Jahren all die lebensuntüchtigen und vollverblödeten Jugendlichen herkommen? Scheint ein Virus zu sein. Denn dass die jungen Leute innerhalb einer halben Generation plötzlich von sich aus degenerieren, kann ja wohl nicht sein. Alternativ könnte man fragen, ob nicht doch wirtschaftliche und politische Prozesse die Gesellschaft derart verändert haben, dass die Jugendlichen in der Masse einfach nicht mehr die Möglichkeit einer guten Vorbereitung in Familie, Schule und Ausbildung bekommen KÖNNEN. Aber das wäre ja wirklich ein ketzerischer Gedanke...

Anonym 20. Januar 2011 um 13:56  

Antonle, deinem Beitrag kann ich nur voll zustimmen, sehe das schon lange ähnlich!

MfG Bakunin

Anonym 20. Januar 2011 um 15:21  

Endlich wird dieses Thema hier mal aufgegriffen. Es ärgert mich schon seit Jahren, auf welch schäbige und infame Weise die heutige Jugend verunglimpft wird. Ein Titel zum Thema bei Maybritt Illner hieß neulich erst wieder: "Dumm, faul, abgehängt?" Man etikettiert eine ganze Generation als zu dumm und faul und spricht ihr jede Qualifikation ab. Dabei trifft auf die heutige Jugend wahrscheinlich viel eher das Gegenteil zu, sie ist unglaublich angepasst und leistungsorientiert. Viele meiner Generation erlebe ich in ständiger latenter Angst, keinen Ausbilduns- oder Arbeitsplatz zu bekommen, die reale Knappheit der Stellen ist man sich bewusst, entsprechend leistungsbereit sind die meisten auch. Der Konkurrenzkampf und der Leistungsdruck wirken massiv. Diese eigentliche Realität der Lebenswelt junger Menschen findet wenn über die Jugend gesprochen wird aber an keiner Stelle Erwähnung. Stattdessen beschimpft man diese tatsächlich leistungsorientierte und (viel zu) angepasste Generation auch noch. Das macht mich unglaublich wütend und traurig!

Anonym 20. Januar 2011 um 15:45  

Anonym, 11:21: „Kurz gesagt, seine Persönlichkeit, seine Menschlichkeit und Freiheit auf zu geben. Ein Ja-Sager zu werden. Es zeigt sehr gut woraus die heutigen Arbeitnehmerschaft besteht.“

Und exakt da liegt ein sehr virulentes systemimmanentes Problem verborgen: In der Informatik wird der Ausdruck „yes-man developer“ gerne als Schimpfwort benutzt, und beim Feierabendbier lehrte mich ein Bekannter (beruflich im Bereich Möbeltransporte/Umzüge tätig) den wunderschön Schweizer Ausdruck „Gummihälse“, den er synonym für „Ja-Sager“ verwendet: Der Hals federt den ganzen Tag wie bei einer Gummi-Spielfigur rauf und runter.

In der Software-Entwicklung wie im Umzugs-Business stehen offenbar die Eigenschaften „Verantwortungsbewusstsein“ und „die Bereitschaft, sich in die betriebliche Hierarchie einzuordnen“ aus dem Katalog allzu oft direkt im Konflikt: die Hierarchie hindert den Arbeiter daran, „to get things done“ - der Arbeitgeber ist abhängig von einer gewissen Renitenz seiner Untergebenen und fürchtet sie zugleich.

Die gute Nachricht aus systemkritischer Sicht ist die Tatsache, dass die Bourgeoisie anscheinend kaum in der Lage ist, diesen inneren Widerspruch zu erkennen. Da werden in der Industrie bei jeder Gelegenheit ganze Generationen von über 40jährigen erfahrenen Ingenieuren entlassen, um Leute einzustellen, die noch „jung und formbar“ sind (Originalzitat eines ehemaligen Vorgesetzten, selbst Ingenieur) – um danach festzustellen, dass kaum noch Projekte erfolgreich abgeschlossen werden. Die Manager werden Opfer ihres eigenen Warenfetischismus gegenüber der Ware „Arbeit“, zumal qualifizierte Leute nicht einfach ihre abstrakte Arbeitskraft verkaufen, sondern ihre konkrete Arbeit – und diesen Unterschied zu begreifen, sind die Leute an den einschlägigen Bundesministerien intellektuell offenbar nicht in der Lage.

M.Gor 20. Januar 2011 um 18:16  

Gnihihi

"...Sorgfalt, Rücksichtnahme, Höflichkeit, Toleranz, die Fähigkeit zur Selbstkritik, Konfliktfähigkeit,..."

Na da würden ja etliche Parlamentarier, Vorstandsvorsitzende etc. wohl auch keinen Ausbildungsplatz bekommen.

Von daher stereotyp: skrupellose Humankapitalverwerter fordern, die Arbeitsdrohnen sollen sich gefälligst auch als solche verstehen und sich dabei pudelwohl fühlen.

Anonym 20. Januar 2011 um 20:36  

Meine Mutter erzählte mir als sie noch lebte immer wieder, dass ich eine schwierige Geburt war. Ich wollte einfach nicht kommen. Dann war ich auf einmal da, aber eigentlich noch nicht Geburtsreif. Dann sollte ich in den Kindergarten, habe mich geweigert, bin aus dem Kindergarten geflohen. Eigentlich war ich damals noch nicht Kindergartenreif. Ich wurde wieder eingefangen und im Kindergarten arretiert damit ich nicht noch mal fliehen konnte. Dann sollte ich im Alter von 6 Jahren eingeschult werden, doch ein Psychologe stellte fest, dass ich noch nicht für die Hauptschule Schulreif war.Im ersten Schuljahr blieb ich "hängen". Meine Mutter stellte den Rektor zur Rede, und wollte wissen, warum ein Kind schon im 1. Schuljahr sitzen bleiben kann. Die Antwort des Rektors: " Es muss auch Dumme geben, die später unseren Müll entsorgen. Das war 1963.Dann sollte ich eine Ausbildung beginnen, wusste aber nicht, welchen Beruf ich ergreifen sollte. Eigentlich war ich damals noch nicht Ausbildungsreif.Ich konnte bei meiner Ausbildungsaufnahmeprüfung einen Bruch nicht dividieren, obwohl ich meinen Hauptschulabschluss hatte. Doch der Ausbildungsleiter gab mir eine Chance und ich hatte meinen Ausbildungsvertrag in der Tasche. Nun, ich hatte meine Ausbildung erfolgreich bestanden und sollte fortan meinen Mann im Berufsalltag stehen. Aber eigentlich war ich noch nicht Berufsreif.Trotzdem habe ich jahrelang in meinem Beruf geschuftet und meine Familie ernähren können. Dann wurde mir langweilig und wollte mich in meinem Beruf fortbilden. Aber eigentlich war ich noch nicht Fortbildungsreif. Dann habe ich mich selber zum Meister und Ausbilder qualifiziert und wurde krank. Heute bin ich Rentner aber eigentlich bin ich noch nicht Rentenreif.

Anonym 20. Januar 2011 um 21:53  

Zu Dumm und zu Blöd für die Arbeitswelt, so wird den jungen Menschen schon frühzeitig der Platz in der Gesellschaft zugewiesen.
Wie es anders sein könnte haben die Jugendlichen ja nie erfahren, also können sie auch nicht vergleichen und ergeben sich in ihr Schicksal.
Dem Huhn in der Legebatterie fehlt ja auch nichts, hat nie was anders kennen gelernt..
Wird wohl schon richtig sein was die "Alten" sagen, ohne Murren und Aufbegehren begibt sich die Jugend auf den ihr zugewiesen Platz.
Hat doch bei Hartz4 auf trefflich geklappt.

mfg
WW

Trojanerin 20. Januar 2011 um 22:29  

Wer braucht ausbildungsunfähige Jugendliche?

Die Wirtschaft, damit sie deren produzierten Müll ohne nachzufragen Konsumieren.(soll nichtheißen, dass die Gebildeten nicht genauso dumm konsumieren können) Die herrschende Politik braucht die Jugendlichen, damit die bestehenden Verhältnisse mangels Bildung und anderer Ressourcen nicht in Frage gestellt werden, .
Kinder und Jugendliche werden um ihre Kindheit und Jugend betrogen, weil sie überall mit Konsumzwängen und dem Leistungsgedanken konfrontiert werden. Manche rasten dann aus. (Winnenden) Bei anderen bricht die neue Volkskinderkrankheit ADHS aus.
Mängel bei der Ausbildungsfähigkeit liegen am schlechten, dreigliedrigen Bildungssystem, in dem schon Kinder im Alter zwischen acht und zehn Jahren aller Lebenschancen beraubt werden. Dies ist jedoch nicht genetischen Ursprungs, sondern
resultiert konsequent aus der Ökonomisierung aller Lebensbereiche. Ist ein Jugendlicher nicht angepasst, so wird er gleich als ausbildungsunfähig abgestempelt.

Anonym 20. Januar 2011 um 22:32  

"Man etikettiert eine ganze Generation als zu dumm und faul und spricht ihr jede Qualifikation ab."

Gibt es hier jemanden, der über Jahrzehnte hinweg mit Auszubildenden zu tun hatte und sich auf dieser Basis ein Urteil gebildet hat?
Ansonsten sind das alles nur hinfällige Behauptungen ohne eigenes Wissen.

Anonym 21. Januar 2011 um 13:43  

@ Anton Chigurh
"Ein gewisser Teil der Masse MUSS blöd gehalten werden - und wer eignet sich mehr dafür als Migranten und sozial Schwache ?"

Problem sind doch gerade ZUVIELE Mindergebildete, für die keine Stellen da sind (für die anderen auch nicht automatisch, aber schon eher). Selbst wenn ein Teil der Masse "dumm" gehalten werden soll, wie Sie das annehmen, übersteigt diese Masse ja bei weitem die (angenommenen) "Bedürfnisse".
Dass sowas hier unwidersprochen bleibt, kann einem echt flau im Kopf werden lassen.

Anonym 21. Januar 2011 um 14:17  

Trojanerin, "ist ein Jugendlicher nicht angepasst, so wird er gleich als ausbildungsunfähig abgestempelt"
...das zu pauschalisieren ist mit Verlaub schwachsinnig. Aus welchen Einblickenin den Ausbildungsbetrieb speist sich diese Behauptung? Wie ich von dem Ausbildungsbetrieb nebenan weiß, ist man da froh, wenn die Leute um 7 Uhr anwesend sein und sich ein paar Stunden konzentrieren können.
Was hier an vermeintlichen Ansprüchen herbeigedichtet wird, ist absolut sagenhaft. Als ob die Betriebe niemanden bräuchten oder anderweitig Zugriff hätten! Das ist doch die (falsche) Prämisse, unter der hier so gut wie alle kommentieren.

Anonym 21. Januar 2011 um 15:12  

@ Anonym, 14:17:

Ist nicht dieses Jahr 'alternativlos' das sog. Unwort des Jahres geworden?



Die Jugend (und ich meine auch immer mehr Andere) schreien nur so nach Alternativen zu dem ganz alltäglichen, NORMalen Wahnsinn in und außerhalb der Betriebe - sei es durch bewusste Aussagen oder unbewusst durch z. B. rebellisches, zuweilen auch delinquentes bis hin zu leider kriminellem Verhalten.

Sicher, es gibt auch die allzu stark Angepaßten ... doch die haben unsere Wirtschaft ja kürzlich an die Wand gefahren, lassen sich die allzu starke Anpassung mit Prämien bezahlen, nehmen heimlich Aufputschmittel, pumpen Dioxin ins Tierfutter, landen in den sie weiter formenden Parteien, usw. usw.

(PS: keine Entschuldigung/ Bewertung dieser Jugendlicher, sondern nur eine Beschreibung dessen, was abgeht).

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