De dicto

Samstag, 5. Juni 2010

"Zwar gibt sich auch Joachim Gauck selbst kaum eine Chance auf den Sieg. Dennoch wird seine Kandidatur dem Land einen Dienst erweisen.
Sie wird die Linkspartei vorführen. Endlich wieder einmal vor großem Publikum zeigen, von welchem Geist sie immer noch ist."

- Nikolaus Blome, BILD-Zeitung vom 4. Juni 2010 -
Zum Gesagten sei angemerkt: Diese Denkart Blomes ist eine überparteiliche, nicht für die BILD alleine reserviert. Mit der Nominierung Gaucks lag es auf der Hand, dass die Linkspartei weiter in die Enge getrieben wird - man wusste, sie würde Gauck für unwählbar halten. Die Bundesversammlung liegt noch in der Ferne, aber die Abkanzelung über das Wahlverhalten in einigen Wochen, die findet schon jetzt statt. Vielleicht ist es zu weit gedacht, den Sozialdemokraten und den Grünen zu unterstellen, sie hätten Gauck mit der kalkulierten Absicht aufgestellt, um rot-rot-grünen Begehren die Luft abzudrücken. Denkt Politik so weit? Selbst wenn nicht: diese exegetische Lesart der Nominierung beinhaltet doch Attraktivität - und zutreffend wird der Schluss, nicht die Auslegung selbst, ebenso sein: mit der Linkspartei keine Koalition!

Selbstverständlich rückt es die Linkspartei in ein obskures Licht, wenn sie sich generell gegen Gauck ausspricht. Sie wirkt dabei verbittert, rückwärtsgewandt, unversöhnlich. Gleichwohl muß aber berücksichtigt werden, dass Gauck ein typischer Vertreter der bürgerlichen Mitte ist, kein Politiker von dort fürwahr, aber einer, der vom demokratischen Puls der bundesrepublikanischen Gesellschaft überzeugt ist, wenn er auch ein Kommunikationsproblem zwischen Machthabern und Regierten wahrnimmt. Zudem: der Saubermann, für den er gehalten wird, ist er nicht. Seine ehemalige Behörde nahm zuweilen die Form bürokratischer Hexenverfolgung an, machte jeden verdächtig, der in der Zeit vor der Wende mit ostdeutschen Institutionen Kontakt hatte. Das wurde unter anderem Günter Wallraff zum Verhängnis, während offensichtliche Bande nach Ostberlin, wie sie vermutlich Helmut Kohl unterhielt, im Orkus der Gauck- bzw. Birthler-Behörde verschollen bleiben.

Gaucks Behörde hat sich einerseits als zahnloser Tiger gegenüber denen erwiesen, die mächtig genug sind, ihre Stasi-Akten zu unterdrücken - und andererseits war sie immer wieder Repressionsmittel gegenüber kritischen Zeitgenossen, denen man liebliche Nähe zur Staatssicherheit nachsagte, um sie politisch oder journalistisch kaltzustellen. Grundsätzlich ist Gaucks Aufarbeitung natürlich nicht antastbar - es reicht nicht aus, auf Honecker oder Mielke zu zeigen, denen die Alleinschuld zu überantworten. Wenigstens an den Pranger gehören die kleinen Laufburschen des Regimes gestellt. Nur politisches Kalkül hat bei einer solchen Aufarbeitung nichts zu suchen, sie muß streng unpolitisch verlaufen und der verantwortliche Bundesbeauftragte dürfte sich nicht zum willfährigen Idioten von Politik und Wirtschaft erniedrigen.

Vor diesem Kontext ist der Linkspartei Ablehnung auch zu sehen. Gauck nicht wählen zu wollen, mutet zunächst durchaus seltsam an - aber es ist weniger Verärgerung über einen Nestbeschmutzer, so wie es Blome darzustellen trachtet, als die Einsicht, dass Gauck vorallem auch eine jener Gestalten war, die die Eingliederung der DDR in die BRD vorantrieben und damit einer wirklichen Wiedervereinigung im Wege standen. Er ist einer aus jener bürgerlichen Mitte, die mit Vorliebe verdeutlicht, dass damals, dass drüben nichts gut war. Das imponiert freilich vielen zeitgenössischen Protagonisten, denn damit sind auch die sozialen Errungenschaften nicht mehr gut. Deshalb, nicht weil Gauck ein so verdammt integerer Charakter wäre, ist er auch für das bürgerliche Lager als Bundespräsident vorstellbar - und daher ist er für die Linkspartei relativ unwählbar.

34 Kommentare:

klaus baum 5. Juni 2010 um 11:30  

in der linkspartei ist doch fast ausschließlich die ehemalige stasi versammelt. hat man schon einmal von schaben und asseln gehört, dass sie sich den kammerjäger als ihren vorsitzenden gewählt haben. d

Anonym 5. Juni 2010 um 12:10  

Lieber Roberto J. de Lapuente,

es scheint so, dass auch beim Fall Gauck und Linkspartei die Leitmedien nicht recherchieren sondern voneinander - die Hetze diesmal - abschreiben.

Die grünen-nahe Taz hat heute nämlich einen Text aufgelegt, der mich fatal an die Bild-Kolumne erinnert:

http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/ich-kann-zaehlen

Neoliberal-Medial scheint man eben wieder voll auf Linie zu liegen....

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

Lutz Hausstein 5. Juni 2010 um 12:30  

"... um rot-rot-grünen Begehren die Luft abzudrücken. Denkt Politik so weit? Selbst wenn nicht ..."

Doch, Politik(er) denk(en) soweit. Sogar noch viel weiter. Sie sind hervorragende strategische Intreganten - eine ihrer hervorstechendsten Eigenschaften auf dem Weg zum Gipfel der Macht.

So ist auch häufig ein bestimmtes Abstimmungsverhalten in Parlamenten zu erklären. Sofern bestimmte Abstimmungsergebnisse vorher klar sind, wird auch gern mal öffentlichkeitswirksam gegen diesen Trend gestimmt, um den eigenen schönen Schein zu wahren. Da man ja weiß, dass dieses Verhalten keine Folgen, außer dem eines positiven Rufes in der Öffentlichkeit, haben wird.

Beispielhaft sei hier nur an Abstimmungen über die eigenen Diäten erinnert. Wenn dann, wunderschön öffentlichkeitswirksam, gegen Erhöhungen gestimmt wird, gerade WEIL man um die Mehrheit FÜR eine Erhöhung weiß, bedeutet dies nicht, dass man diese Erhöhung nicht wirklich im Innersten gutheißt und sie auch gern "mitnimmt". Gleichzeitig steht man in der Öffentlichkeit als Derjenige da, der gegen diese Selbstbedienungsmentalität war und ist.

Mit dieser Verhaltens-(Abstimmungs-)Strategie lassen sich auch Abstimmungen zu anderen Themen erklären. Das Muster ist häufig, wenn auch nicht immer, dasselbe. Und wenn man sich das aktuelle Koalitionstheater (samt Theaterdonner) in NRW anschaut, weiß man, dass sich strategisches (Schein-)Verhalten nicht nur auf Abstimmungen in den Parlamenten beschränkt.

SchmidtH. 5. Juni 2010 um 12:55  

Frei nach dem Motto, "Wer anderen eine Grube gräbt, ist selbst ein Schwein", sollte die Linke in einem stillen Kämmerlein ernsthaft nachdenken.
Nämlich?
Es wäre schon ein Treppenwitz der Geschichte, wenn die Stimmen der Linken, mit denen niemand rechnet, die politische Absicht von Rot/Grün durchkreuzen würde, sie zu isolieren, und den Kandidaten Joachim Gauck überraschend ins Amt des Bundespräsidenten hieven würden.

Die Gesichter möchte ich sehen, die Überschriften lesen:

"Joachim Gauck mit den Stimmen der Linken zum Bundespräsidenten gewählt!"

Nicht uninteressant dürfte dann auch die Stellungnahme von Gauck sein.
Selbst die dann blamierte Kanzlerin Merkel könnte sich im Nachhinein hinstellen und der verdutzten Presse mitteilen, dass sie sich über den Erfolg von Joachim Gauck freue, da er ja schon immer - wie kolportiert wird - ihr heimlicher Favorit war, nur einige CDU-Strippenzieher hätten dagegen votierten.

In der Käseglocke Berlin dreht und bewegt es sich! So und nun ist ausgeträumt.

Peinhard 5. Juni 2010 um 13:22  

Ich würde Gauck nicht so schnell abschreiben - als 'ernsthaften Gegner' Wulffs. In der FDP scheint man allmählich verschnupft genug, dass Muttis Schwiegersohn kein unbedingter Selbstläufer mehr wird, die Arroganz von Gröhe oder Vaatz könnte da sogar noch stimulierend wirken.

Und dass Rot/Grün nicht mit der Linkspartei koalieren will, gereicht ihr in meinen Augen auch nur zum Vorteil. Denn da, wo sie es dennoch tun, verlieren sie auch sofort jegliches 'Profil'. Besser, sie bleiben Opposition. Dass ausgerechnet in Koalition mit Rot/Grün soetwas wie 'linke' Politik gemacht werden könnte, scheint mir dagegen vollends illusorisch - wo es aus 'Wirtschaftskreisen' doch schon wieder Stimmen geben soll, die sich Rot/Grün zurückwünschen. Weil die einfach besser sind in Sachen Sozialabbau.

PeWi 5. Juni 2010 um 15:28  

Oh lasst mich mit solchen wie Gauck in Ruhe, der einen Rachefeldzug gegen die ehemalige DDR führte, weil er nicht das bekam, was er wollte, obwohl es ihn, wenn es geklappt hätte, in genau die Verfolgungsreihe gestellt hätte. Ich kenne viele solcher Typen vom damaligen Runden Tisch meines Bezirkes. Nur den Wenigstens waren ehrliche Absichten der Demokratisierung zu unterstellen.

Peinhard 5. Juni 2010 um 16:01  

Dieser Link wird wohl nicht allzulange mehr aktuell bleiben, daher auch noch mal 'ne Bildbeschreibung: Umfrage der Tagesmärchen: "Wenn Sie persönlich entscheiden könnten, wer Bundespräsident werden soll, wen würden Sie wählen?"

Wulff 15,5%
Gauck 72,7%
Keinen 11,8%

Teilnehmer immerhin knapp 50.000, Stand 15:55

Anton Chigurh 5. Juni 2010 um 18:17  

@ klaus baum

offensichtlich hat sich der Herr Baum hier ordentlich vergaloppiert.
Dass sich in der Partei Die Linke "fast ausschließlich" die ehemalige Stasi versammelt ist komplette geistige Gülle.
Ich rate dem Herrn mal, sich an der Basis umzusehen, wie viele "normale" Menschen zu Parteiversammlungen kommen. Enttäuschte Wähler von SPD/Grünen, Gewerkschafter, oder einfach Leute, die nur noch die Schnauze voll haben vom "etablierten" System.
Ich kann diesen Scheiß nicht mehr hören, dass in dieser Partei nur Ewiggestrige und Ostalgiker ihr Unwesen treiben sollen. Sicher gibt es diese auch - genau wie es in der CDU jede Menge Rechtsabbieger gibt, die unter ihrem schwarzen Mantel braune Unterwäsche tragen !
Die Nummer ist seit zwanzig Jahren durch und man haut immer noch in die selbe Kerbe. Lasst Euch doch nicht verarschen !!!
90% der Parteimitglieder haben nichts, aber auch gar nichts mit der DDR/Stasi- Vergangenheit zu tun. Die Einzigen, die immer wieder die selbe Sau durchs Dorf treiben sind das neoliberale Gesindel und einige wenige revanchistische Loser aus der "S"PD.
Also Herr Baum: erst mal richtig hinschauen, bevor hier so ein Mist gesudelt wird !

gerdos 5. Juni 2010 um 18:19  

Klaus Baum:"..... in der linkspartei ist doch fast ausschließlich die ehemalige stasi versammelt......"
Ich vermag die Ironie dieser Bemerkung nicht zu erkennen, wie sonst kann ich mir nach dem Überfliegen Deiner doch eher kritischen Blogseiten diese absurde Behauptung erklären?

Peinhard 5. Juni 2010 um 21:03  

"Ich vermag die Ironie dieser Bemerkung nicht zu erkennen [...]"

Schade eigentlich. :)

klaus baum 5. Juni 2010 um 21:44  

das ist einerseits ironie, andererseits ist meine äußerung eine wiedergabe dessen, was uns dauernd von der spd und den grünen an rechtswärts eingeredet wird, die linke sei von ehemaligen stasileuten dominiert. habt ihr die begründungen der hessen-spd.abweichler vergessen?
mein humor ist manchmal ziemlich finster.

klaus baum 5. Juni 2010 um 22:19  

@gerdos, diese absurde behauptung kommt nicht von mir, sondern: der linken wird jetzt schon unterstellt, dass sie gauck nicht wählt, weil er "stasijäger" war.
und der linken wurde immer wieder unterstellt, siehe landtagswahl in hessen, dass sie eine stasipartei sei.
wenn sie also gauck jetzt nicht wählt, dann doch wohl, so die propaganda, wegen ihrer stasivergangenheit.

dass man im linken spektrum gauck auch noch aus anderen gründen nicht zum bundespräsidenten wählen kann, wird so gar nicht mehr erwähnt, erörtert, diskutiert.

Anonym 5. Juni 2010 um 23:35  

Anonym klaus baum hat gesagt...

"in der linkspartei ist doch fast ausschließlich die ehemalige stasi versammelt. hat man schon einmal von schaben und asseln gehört, dass sie sich den kammerjäger als ihren vorsitzenden gewählt haben."

Klaus Baum, ein Scherz, nicht wahr?

MfG Bakunin

Anonym 6. Juni 2010 um 10:00  

@gerdos

Wundert mich auch, was Klaus Baum angeht.

@all

Übrigens, die SPD und Grünen haben ja auch am Dreck am Stecken - nicht allein Stasi-mäßig. Liegt aber etwas länger zurück, und das menschl. Gedächtnis läßt einem da gerne im Stich.

Über die - aus bei Gründungszeiten bestehenden - ehemaligen NSDAP-und FDP bzw. CDU/CSU-Mitglieder will ich hier mal nicht schreiben.

Bei Sebastian Haffner, einem erzkonservativen Historiker - seinen eigenen Worten nach - kann man was über den "Sündenfall" der SPD nachlesen, die ehemals auch keine Probleme der Zusammenarbeit mit Rechtsextremisten hatten, wenn es um die Niederschlagung einer "Deutschen Revolution 1918/19", und der Beteiligung an der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ging - "Der Verrat" ist hier ein gutes Buch von Sebastian Haffner dazu.

Der "grüne" Sündenfall dürfte wohl der Krieg gegen Ex-Jugoslawien sein, wo zum erstenmal ein Krieg von Deutschland gegen Jugoslawien geführt wurde, unter dem konstruierten Vorwand der Verhinderung eines zweiten "Holocaust".

Heute sind die "Grünen" die Partei, die anderen Parteien, z.B. der Linkspartei, die eigenen, ehemaligen Ziele - nämlich ökologisch, pazifistisch und basisdemokratisch als "nicht regierungsfähig" vor die Füße wirft.

Kein Wunder, dass man in den Reihen der Linkspartei sowohl ehemalige SPDler und Grüne findet, die von beiden Parteien angewidert - auch wegen Hartz IV und Agenda 2010 - die Nase voll haben.

Gruß
Bernie

Anonym 6. Juni 2010 um 10:03  

Noch was:

Ich verabscheue beides, um Vorwürfen vorzubeugen.

1. Einen Völkermord
2. Kriege zu führen, d.h. Völker abzuschlachten, mit dem unbewiesenen Vorwand der Begründung der Verhinderung eines Völkermordes (das haben bis dato nur Rot-Grün geschafft, indem die sich ziemlich einseitig gegen die serbischen "Völkermörder" gewandt haben, während man kroatische und moslemische Menschenschlächter geschont hat, und zwar bis heute - nicht nur in Den Haag)

Gruß
Bernie

PS: Ich wäre dafür alle Massenmörder vor Gericht zu stellen, im Falle Ex-Jugoslawiens, und nicht allein die serbische Seite....

gerdos 6. Juni 2010 um 10:17  

klaus baum: Ja! Nä! Is klar! Jetzt verstehe ich.....und im Bund der Vertrtiebenen sitzen heute noch ausschließlich alte Nazis. Jetzt passt wieder.

Anonym 6. Juni 2010 um 14:35  

Was für einen Grund sollten die Linken haben, für diesen Gauck zu votieren?
Was hat dieser einstige DDR-(Mini)"Henlein" und Kleriker überhaupt vorzuweisen?
Hat er sich jemals für die wirklich Benachteiligten in diesem Lande eingesetzt?
Wo war der "DDR-Bürgerrechtler" Gauck bei den Massenprotesten gegen Hartz 4 im Jahre 2004?(Gerade auch in seiner alten Heimat!)
Hat er sich jemals öffentlich gegen schamlose Bagatell-Kündigungen gegen langjährige Beschäftigte öffentlich gewandt, gar skandalöse Absegnungen derartiger Kündigungen durch Gerichte kritisiert?
Hat er jemals seine Stimme erhoben gegen die Kriege der BRD in Jugoslawien und nun in Afghanistan?
Ja, er war aber, so hört man ganz erhrfurchtsvoll, "tapfer" gegen das "SED-Regime"....., soll zur "Wende" beigetragen haben.....
Aber in gewisser Weise "passt" er doch wieder zum höchsten Repräsentanten dieses Staates samt seiner verlogenen, heuchlerischen, ignoranten gesellschaftlichen "Mitte" - wenn man das ALLES denn mag und bejaht.....

Peinhard 6. Juni 2010 um 14:53  

"wenn sie also gauck jetzt nicht wählt, dann doch wohl, so die propaganda, wegen ihrer stasivergangenheit."

Dazu exemplarisch ein Kommentar der tagesmärchen:

"Der SPD gelingt es mit diesem Kandidaten, der Linkspartei die Pistole auf die Brust zu setzen: Wenn ihr wirklich abgeschlossen habt mit den dunklen Kapiteln der DDR-Vergangenheit, dann müsst auch ihr für Gauck sein, schreibt die SPD ihr mit diesem Kandidaten ins politische Stammbuch. Die SPD hat mit Gauck den Spieß umgedreht - nicht sie muss sich auf die Linkspartei zubewegen, sondern die Linkspartei auf die SPD." Quelle

"dass man im linken spektrum gauck auch noch aus anderen gründen nicht zum bundespräsidenten wählen kann, wird so gar nicht mehr erwähnt, erörtert, diskutiert."

Das hat nicht zu sein - wenn die Linke wirklich Mitte sein will. Und nur da sind nun mal die 'aufrechten Demokraten'. :P

Anonym 6. Juni 2010 um 14:56  

JungeJunge, es ist, war und wird wahrscheinlich immer ein widerliches Schmierblatt sondergleichen sein. Schade nur, dass es bei der Mehrheit der Bevölkerung akzeptiert ist.

jayne 6. Juni 2010 um 16:30  

Von welchem Geist Joachim Gauck ist, läßt sich hier nachlesen, und es gibt wesentlichere Gründe, ihn als Bundespräsidenten abzulehnen.

klaus baum 6. Juni 2010 um 17:45  

@peinhard, eben! wie ist das aber mit all denen, die anstelle von gauck wulff wählen. das waren dann vermutlich alle IM's.

die jungs von den medien haben seit langem schon probleme mit der logik.

Magdas Kram 6. Juni 2010 um 17:45  

Hallo,
ich finde auch, dass Gauck eine pfiffige Idee ist von den SPD/Grünen.
Aber dabei ist genau soviel Machtpolitik im Spiel, wie sie es Merkel vorwerfen.

Zwei Sachen habe ich dazu bei derFreitag geschrieben.

http://www.freitag.de/community/blogs/magda/gauck-und-merkel

http://www.freitag.de/community/blogs/magda/joachim-gaucks-totalitaere-aufklaerung

Gruß Magda

Magdas Kram 6. Juni 2010 um 17:46  

Pardon, ich sehe gerade, jayne hat schon verlinkt.

Magda

Ein Brandenburger 6. Juni 2010 um 17:56  

Möge der liebe Gott uns vor einem Pfarrer Gauck als Bundespräsident bewahren. Hoffentlich ist der momentane Hype genau so kurzfristig wie der bei Zensursula.

Wenn Gauck eins nicht besitzt, dann ist es die Fähigkeit Menschen miteinander zu versöhnen.
Wer so etwas von einem militanten Antikommunisten behauptet will die Menschen für dumm verkaufen.

Gauck-gibt-den-Versoehner
http://tinyurl.com/Gauck-gibt-den-Versoehner

Gaucks Biografie 2000
http://www.mfs-insider.de/Presse/EinLebenHinterDerLarve.htm

Gauck-geht-gar-nicht
http://tinyurl.com/Gauck-geht-gar-nicht

Anton Chigurh 6. Juni 2010 um 19:22  

@ klaus baum

puuuhhh....ich dachte schon.....;-)
Aber klarer wär schön gewesen.
nevertheless.

Lutz Hausstein 6. Juni 2010 um 20:39  

Laut Freitag-Beitrag von magda O-Ton Gauck:

"Menschen können mehr, als sie selber denken. In der Distanz zum System entsteht eine Kraft. Du spürst plötzlich, dass du auch etwas bist, wenn du deinen Werten treu bleibst. Mag sein, dass du damit nicht aufsteigst in der Gesellschaft. Aber du bist in einer Weise bei dir, dass die anderen dich anschauen mit dem Gefühl: "Oh, der hat etwas." Und dann sind sie dankbar dafür, denn sie träumen davon, auch ein Ich zu sein."

Na, da bin ich doch mal völlig bei dem guten Herrn Gauck. Da unterschreibe ich doch mal so ziemlich jeden Satz.

Mich würde jetzt aber mal interessieren, was er sagt, wenn ich dies auch für mich auf die heutige Zeit anwende? Unter diesem Gesichtspunkt darf sich jeder Andere auch einmal obige Aussage durchlesen.

Ein gewisses Grinsen dürfte dabei wohl Jedem ins Gesicht kommen, wenn man sich vorstellt, was Einem in einem solchen Fall von Gauck um die Ohren gehauen würde ...

Er passt gut ins politische System. Jede Aussage an Beliebigkeit nicht zu überbieten. Und selbst dann wird noch zurechtgebogen, was nicht mehr zurechtzubiegen ist.

Anonym 6. Juni 2010 um 21:06  

Richtig lustig wird Gaucks "Hexenjagd" vor einem kaum thematisierten, aber eignetlich öffentlich bekannten Hintergrund: Es spricht einiges dafür, daß Gauck kurz vor der "Wende" selbst innige Kontakte zu angeblich so verhaßten Stasi hatte. Er wurde dabei offenbar nicht "abgeschöpft", wie zB. nach wie vor der belegbare Stand der Dinge bei "IM Notar" alias Gregor Gysi ist. Nein, Gauck arbeitete der Stasi wohlwollend zu.

Nach Lage der Akten müßte man Gauck also mindestens als sogenannten "IM-Vorlauf" ansehen, der vielleicht nur deshalb nicht zum vollwertigen IM ausgebaut wurde, weil die Wende dazwischen kam. Linke Politiker mit einer vergleichbaren Aktenlage wurden regelmäßig als "IM" geoutet. Warum Gauck nicht?

Nun, weil Gauck selbst die Hand auf den Akten hatte, und unter anderem dafür sorgte, daß sogenannte "Opfer-Akten" nicht veröffentlicht wurden, sondern nur "Täter-Akten". Nur, wer entschied, daß aus dem "Operativen Vorgang Larve" alias Joachim Gauck eine "Opfer-Akte" wurde? Die Stasi-Unterlagenbehörde natürlich! Und schützte damit nicht nur Prominente wie Helmut Kohl, sondern offenbar auch den Chef selbst: "Saubermann" Joachim Gauck!

http://www.freitag.de/politik/0018-wiedersehen-herr-gauck

Guardian of the Blind 7. Juni 2010 um 01:52  

Dass Gauck kein linker Kandidat ist und in vielen Punkten keine linken Überzeugungen vertritt, hat er ja selbst in der Springer-Presse gesagt (http://www.welt.de/politik/article7922299/Freiheit-ist-anstrengend-denn-man-muss-waehlen.html).
Seine Nominierung ist für mich auch als politsches Signal von SPD- und Grünen-Vorstand und eine klare Absage an Rot-Rot-Grün zu verstehen: http://guardianoftheblind.de/blog/2010/06/07/gauck-die-linke-und-rot-rot-grun/

Gleichwohl war es von der Linken taktisch recht unklug, Gauck gleich direkt pauschal abzulehnen, da man den Mainstream-Medien wieder eine Steilvorlage geliefert hat, die jetzt eine Nichtwahl von Gauck mit einer Verharmlosung oder Verherrlichung von DDR und Stasi gleichsetzen.

Guardian of the Blind 7. Juni 2010 um 02:06  

@ klaus baum:
Geschriebene Ironie klappt nur in den seltensten Fällen ;-)

@ Nachdenkseiten-Leser:
Wieso, der Taz-Artikel gibt doch nur Positionen wieder, v.a. auch von Linken-Politikern.

Anonym 7. Juni 2010 um 09:24  

Die nicht-präservative Abstimmung durch das Volk ist immer noch online und ergibt heute morgen, 7.6., bei der Tagesshow:

http://umfrage.tagesschau.de/umfrage/poll_dbdata.php?oid=koehlernachfolge116

Christian Wulff: 10047 Stimmen, dies entspricht circa 12.8%
Joachim Gauck: 60730 Stimmen, dies entspricht circa 77.5%
Keinen von beiden: 7534 Stimmen, dies entspricht circa 9.6%

Stimmen gesamt: 78311

Juut, wa!?

Egon

thom 7. Juni 2010 um 09:55  

Zwar steht beim Klaus ein großes Schild am Eingang , Vorsicht schwarzer Humor, jedoch können viele dies nicht erkennen, schade.
(Alleine schon Blogtitel + Bild müssten das hergeben)

Zu Gauck sei gesagt, politisch und historisch betrachtet ist er unwählbar, eigentlich würde Herr Uhrlau als Vertreter des BND etwa die gleichen Qualitäten besitzen.
Aber so gestaltet man Wahlen, Pest oder Cholera Ihr habts doch gewollt ...;-)

klaus baum 7. Juni 2010 um 11:01  

hier gibt es endlich einige gründe, warum auch gauck nicht wählbar ist:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=5806#h02

Anonym 7. Juni 2010 um 19:07  

@Guardian of the Blind

Die Linken-Politiker, die du erwähnst haben einen schönen Stand bei Nachdenkseiten - nämlich als "Realos".

Die Linke soll gespalten werden, wie einst die GRÜNEN, in "Realos" (=überzeugte Marktradikale) und "Traditionalisten" (=keine überzeugten Marktradikalen).

Alles hier nachzulesen - Die Analyse hat es in sich:

"[...]Die neoliberale Strategie: Aus allen potentiellen Konkurrenten „Realos“ machen
Verantwortlich: Albrecht Müller | Druckversion | Beitrag versenden | < zurück
Wer sich die Freiheit seiner Gedanken erhalten will, wer den kritischen Umgang mit dem Geschehen üben will, kann das zurzeit sehr gut an der tobenden Debatte um die Entwicklung bei der Linken tun. Eigentlich, so hatte mancher kritische Beobachter gemeint, wäre mit der Wirtschaftskrise auch die Erfolgschance der neoliberalen Ideologie erledigt. Das hat sich schon deshalb als Fehleinschätzung erwiesen, weil die mit viel publizistischer und finanzieller Macht ausgestattete Bewegung immer noch die Möglichkeit hat, über Manipulation und Meinungsmache die Macht zu sichern. Albrecht Müller[...]"

Quelle und ganzer Text:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=4464

Übrigens was Gauck selbst angeht hat Albrecht Müller heute eine treffliche Analyse aufgelegt:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=5806

Punkt 2.

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

PS: Die "HarztIV-Plattform" wird übrigens auch treffend zerrissen...

michael 11. Juni 2010 um 09:04  

VORRATSDATENSPEICHERUNG FATAL!!!
BITE MAL AUF IM NAMEN DES VOLKES NACHSCHAUEN UND WAS TUN!!!
STASI, TERROR, DEUTSCHLAND - UEBERWACHUNG !

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