De dicto

Samstag, 22. Mai 2010

"Mütter brauchen Sicherheit
[...]
Politik kann Frauen nicht zum Schwangerwerden „überreden“. Das hat etwas mit Liebe, mit dem richtigen Mann und der wirtschaftlichen Situation zu tun."
- Marion Horn, BILD-Zeitung vom 18. Mai 2010 -
Zum Gesagten sei angemerkt: Wiederholt eine dieser springerschen Gleichstellungsbeauftragten am Werk; eine, die von Gleichstellung ebensoviel hält wie vom ästhetischen Schönheitssinn der Burka. Frauen, die ja potenzielle Mütter sein könnten, bräuchten Sicherheit. Stimmt! Und Männer, mögliche Väter? Das ist eindeutig herauszulesen: die gehören zu den Utensilien, die eine Frau braucht, damit die Schwangerschaft auch gelingt. Liebe, Mann, wirtschaftliche Situation - der Mann als befruchtender Gebrauchsgegenstand! Wäre er das für jene Gleichstellungsbeseelte nicht, würde sie als Titel ihres Elaborats festhalten: Familien brauchen Sicherheit! oder Eltern brauchen Sicherheit!

Einst war es Gewissheit, dass der Mann der spendende, daher ausschlaggebende Part bei der Fertilisation ist; die Frau war nur aufnehmendes Behältnis, allezeit empfängnisbereit. Ein Zusammenspiel zwischen männlichem und weiblichem Schoß wurde nicht bemerkt, wollte auch gar nicht wahrgenommen werden. Davon nahm man erst sehr viel später Notiz, mit Aufkommen der modernen Medizin. Mit dem Versuch, im Namen einer Gleichstellung oder Emanzipation, krampfhaft (oftmals aber zurecht) eine Besserstellung der Frau in vielen Lebenslagen zu erwirken, wandelte sich die medizinische Einsicht zurück in den Aberglauben der Vorväter; endlich hatte sich der Irrglaube aber verkehrt: heute scheint es so, als wäre die Frau die gebende, lebensspendende, daher ausschlaggebende Seite; der Mann wirkt nurmehr stillschweigend mit, ist nur Beiwerk, allezeit spritzfreudig aber nicht wesentlich an der Zeugung beteiligt. War in der damaligen Männerwelt das Weibchen nur Utensil, so scheint für viele Frauen heute das Männchen einzig als Nutzgegenstand. Der Mythos wurde zunächst von der Wissenschaft besiegt, nur damit aus ihm ein neues, ein altes Phantasma sprießt. Zwar weiß man von der biologischen Abhängigkeit, unterschlägt es aber im ideologischen Wahn des gender mainstreams.

Mütter brauchen Sicherheit! Väter auch. Wieso, wenn man von der Geburtenzurückhaltung spricht, erläutert man nur die strukturellen Miseren, die in die Ödnis der Kinderbettchen führen? Mal abgesehen davon, ob eine wachsende Geburtenlust überhaupt sinnvoll oder notwendig wäre: wieso gelangen einzig materielle, unterbringungsrelevante Sujets aufs Tapet? Warum nur Elterngeld und der Ausbau von Kitas und Krippen? Der materielle Bezug der Debatte scheint offenbar der Mutter geschuldet - denn sie wird stets in einem Atemzug mit den handfesten Forderungen genannt. Idealistische Diskrepanzen, die Eltern vor Kindern zurückschrecken lassen könnten, so wie einst beispielsweise der drohende Atomtod junge Menschen davor zurückscheuen ließ, finden im öffentlichen Diskurs keine Stimme. Kinderlosigkeit und wirtschaftliche Situation werden verquickt - damit das Kind zum wirtschaftlichen Faktor erklärt. Ob aber die Aussicht, Kinder in Kitas und Krippen zu stecken, vielleicht vielen Frauen und Männern zuwider ist, wird öffentlich nicht thematisiert. Ob die Kinderfeindlichkeit, die sich nicht fiskalisch messen läßt, weil es Kindergeld und dergleichen gibt, die aber in Treppenhäusern, auf frisch gemähten Rasen, repressiven Schulsystemen und Betreten verboten!-Schildern messbar werden - ob diese Kinderfeindlichkeit ausschlaggebend ist, interessiert materiell orientierte Gleichstellungsbeauftragte überhaupt nicht. Und ebensowenig interessiert es, ob das herrschende Scheidungsgesetz mitsamt seinen väterfeindlichen Vorgängen zur Unterbringung der gemeinsamen Kinder nach der Trennung, eventuell eine Mitschuld tragen könnte. Denn möglich wäre es doch, dass Väter - die zur Befruchtung ja notwendig sind - aus Angst vor dem späteren Raub ihrer Kinder, lieber erst gar keine Kinder haben wollen. Ein Raub, der von der Justiz unterstützt wird, der Väter vereinsamen und ihren Kindern entfremden läßt, sie zum Dukatenscheißer mit wenig Rechten an den eigenen Kindern macht.

Für Gleichstellungsbeauftragte vom Schlage Horns sind das freilich Fragen aus dem Patriarchat, gestellt von Gestrigen und Unbelehrbaren. Rotzfrech an der Gleichstellung der Frau vorbeigefragt - denn ohne Frau keine Kinder. Und ohne Mann? Für manche dieser Geschlechterspalterinnen dürfte vor dem geistigen Auge eine bessere Welt voller künstlich Befruchteter entstehen...

13 Kommentare:

Desparada-News 22. Mai 2010 um 10:28  

Künstlich befruchten?... Kopfkratz... Auch dazu braucht es einen Mann, der den Samen spendet, also bereitstellt, wenn auch anonym zumeist.

Okay, hinterher hat er nichts mehr damit zu tun. Von seinem Erzeugnis weiss er nichts, ob es geklappt hat, - ob es gesund ist - er weiss es nicht. Weggespritzt, das war es für ihn - und die Frau hat das Kind für sich.

Und doch, ohne dieses männliche Tun geht es nicht. Auf die Gleichstellung, Gleichberechtigung, etc., gehe ich nicht weiter ein, weil daraus sowieso ein Haufen Mumpitz geworden ist. Das Geserede der Gleichstellungsbeauftragten und der Zustand unserer Gesellschaft sind Teile dieses Mumpitzes.

Es gibt viele Gründe, keine Kinder zu wollen, Du hast einige davon aufgezählt, und zwar jene, die tatsächlich überlegt werden von den Leuten, die dafür in Frage kämen.

landbewohner 22. Mai 2010 um 11:58  

bei dem vorherrschenden bzw verordneten frauenbild - frau macht karriere oder ist nur hausfrau - ist kein platz für kinder. ausnahme ist noch das gehobene bürgertum, wo das einkommen für putze und privatschule reicht und die dame des hauses sich wohltätig engagieren kann. und 2 personen, die irgendwie verbandelt sind, aber ganztägig den grössten teil ihres tages und lebens mit "karriere machen", geld sammeln und job beschäftigt sind, können keine familie aufbauen und da sind kinder dann auch zeit- und kostenfaktor. und für normalverdiener oder gar prekärverdiener, für die eine lebensplanung gar nocht möglich ist, stellt sich schon die frage, ob man sich so ein kind leisten kann oder überhaupt verantworten kann so ein kind in diese welt zu setzen. zu frau horn, gender und gleichberechtigung: an einem grossteil der frauen sind diese diskussionen vorübergegangen, weil sie nämlich mit den molesten des alltags beschäftigt sind und waren. auch besser so, wenn man die auswüchse der damals wirklich angebrachten emanzipation betrachtet, alles für die arbeitswelt, zerstörte familien, massiv gesunkene realeinkommen, massiv verlängerte reale arbeitszeit,bombenwerfende und knüppelnde soldatinnen und polizistinnen, hampelmänner, merkels, mohns und horns ....
ich hör lieber auf.

Anonym 22. Mai 2010 um 12:02  

@Roberto J. de Lapuente

Du bringst es wie immer auf den Punkt.

Übrigens jemand der von einer "linksfeministischen Allianz", und "Kinderfeindlichkeit" in Deutschland schreibt - in ihrem neuesten Buch ist Eva Hermann, die wegen anderer Äußerungen - die aus dem Zusammenhang gerissen wurden, wenn es nach Frau Hermann geht - versucht wurde mundtot gemacht zu werden, von Emanzen wie z.B. Thea Dorn, und Alice Schwarzer.

Ich bin übrigens kein Fan von Eva Hermann, aber der Versuch eine Frau, die ähnliches wie du hier schreibt was "Kinderfeindlichkeit" angeht, mittels medialer Propaganda mundtot zu machen ist schon kriminell.

Wo man das Nachlesen kann?

In Eva Hermans neuem Buch "Die Wahrheit und ihr Preis: Meinung, Macht und Medien", welches übrigens auch diverse Gerichtsurteile zugunsten von Frau Hermann enthält, die allesamt bestätigen, die Frau ist keine Rechtsextreme, aber wurde versucht mit diesem Vorwurf mundtot zu machen, indem man z.B. Zitate von ihr aus dem Zusammenhang riß, auch bei der Kerner Sendung, wo Frau Hermann rausgeworfen wurde. Auch Herr Kerner mußte sich einen Verweis einfangen, justizhalber.

Wie bereits erwähnt, ich bin kein Fan von Eva Hermann, aber der Versuch diese Frau mit dem Vorwurf sie wäre eine Rechtsextreme mundtot zu machen erinnert mich fatal an die Vorwürfe an die Adresse z.B. der Linkspartei, und Oskar Lafontaines.

Ich wünsche dem Buch daher weite Verbreitung, weil es - anhand einer Frau, die nicht gerade aus der Unterschicht stammt - zeigt wie mediale Manipulation in Deutschland mittlerweile funktioniert, und beweist, dass solcherart Manipulation nur den echten Rechtsextremen nützt.

Frau Hermann konnte sich noch wehren, aber man stelle sich vor, es wäre eine Arbeitslose/ein Arbeitsloser gewesen, der mit solcher medialer Gewalt mundtot gemacht werden soll, der sich keine teuren Anwälte leisten kann, die die Vorwürfe justizhalber als haltlos, und Mobbing, entlarven, die Sache wäre sicher nicht so gimpflich ausgegangen.

Gruß
Bernie

PS: Ich meine es so: Wenn es schon reicht jemand wegen Äußerungen, die total aus dem Zusammenhang gerissen wurden, als "rechtsextrem" zu brandmarken -Verharmlost dies nicht echte Rechtsextremisten?

persiana-451 22. Mai 2010 um 12:52  

Ich als alte Verschwörungs"theoreretikerin" glaube ja nicht an Zufall. Man will uns so langsam unsere eigene Dehumanisierung schmackhaft machen. Sex ohne Fortpflanzung (Verhütung, ja sogar massenhafte Zwangssterilisierung, wie von John Holdren schon vor Jahrzehnten in seinem Buch "Ecoscience" gefordert - der Mann ist heute übrigens Obamas Wissenschafts"zar" -) und Fortpflanzung ohne Sex (also künstliche Befruchtung derjenigen Samen- und EispenderInnen, der Erbmaterial man für geeignet hält).Beziehungen ohne Bezug zueinander, vielleicht wird man sogar mit einem Partner Sex haben, und sich mit einem anderen dann künstlich fortpflanzen, wenn überhaupt... So soll unser aller Zukunft aussehen...Die Kinder sollen dann möglichst schnell von den Eltern getrennt werden (in den Kindergarten mit ihnen, am besten gleich nach der Geburt in die Krippe). Danach gehts weiter mit Ganztagsschulen, und vielleicht wären manche Eltern sogar froh, die Kinder fast nie zu Gesicht zu bekommen, hampeln sie doch selbst wie die Wahnsinnigen in der Tretmühle herum...

Anonym 22. Mai 2010 um 14:39  

kinder sind doch aus der mode. heute hat man egoismus.

Anonym 22. Mai 2010 um 15:15  

Kleine Leseempfehlung: Erich Kästner, "Das Riesenspielzeug" aus dem Jahre 1932!!!

Anonym 22. Mai 2010 um 17:17  

@ persiana-451:

Es geht darum, die Menschen in unserem Land zu isolieren. Je isolierter sie geistig, seelisch und physisch sind und je genormter sie erzogen werden, desto einfacher sind sie im einseitigen (Leistungs)system zu verwalten und zu verheizen.

Bismarck führte die Sozialversicherungen ein, um die Menschen vom Feld in die Fließband-Fabriken zu verführen. Und die Menschen ließen sich verführen. Krupps und Co. bauten dann noch die passenden Werkswohnungen.
Die ehemals Menschen wurden damit immer abhängiger, verloren ihre eigene Kraft und das über viele Generationen gewachsene Wissen und Erfahrung.

Heute ist/ scheint kein Geld mehr da, Berufe und Jobs sind ebenfalls dezimiert, nun muss das Volk für Leiharbeit, Mini-Jobs, Ein-Euro-Jobs, usw. abgerichtet werden(, nur weil immer nur in denselben Denkschablonen gedacht und gehandelt werden kann!)

Wer dann dafür wohl geadelt wird?

PS: Frauen/ Mütter sollten erwerbsarbeiten gehen können und dürfen, schon um finanziell unabhängig bleiben zu können. Es muss doch andere Lösungen geben als den Kindergarten und die Ganztagsschule.

carlo 22. Mai 2010 um 20:16  

Kinder brauchen "WIR" (pardon) nur noch in Afghanistan und sonstwo. Aus dem Rest machen "WIR" Billiglöhner, und dann geht die Chose doch.
Wozu noch Gefühle, wenn es doch einen Apparat gibt der alles in geordnete Bahnen leitet.

p.s. super...roberto....demnächst kauf ich dein buch, aber ich will nicht nur für mich eine widmung!
Sag mir dochmal was das, weil ich halt auch auf Hartz 4 bin was das kosten könnte. Ich sags mal so, lieber eine Flasche guten Roten weniger in meiner Hand, aber dafür was bewegt!
So.........meine e-mail dürftest Du haben!

salud
carlo

Roberto J. De Lapuente 23. Mai 2010 um 09:17  

@ Carlo

Inwiefern habe ich die Mail? Habe keine erhalten? Widmungen kosten nichts, wenn Du das meinst... wo kämen wir dahin, wenn ich für mein Gekritzel auch noch Geld nehmen würde?

Roberto J. De Lapuente 23. Mai 2010 um 09:20  

Paßt übrigens blendend dazu: Eine nette Dame, die von A-, B- und C-Männern spricht. Auf so eine Idee käme man mal andersherum...

HMxxx 23. Mai 2010 um 09:44  

Es gab übrigens im Spiegel 1/2007 unter der Überschrift „Der neue Mensch“ einen, wie ich fand, interessanten Artikel.
Hier der Link: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,457053,00.html

Da fragt Mann sich doch, wo das noch enden soll?

Geheimrätin 23. Mai 2010 um 14:42  

@ Roberto
Vielleicht sollten wir uns hier auf einen neuen Begriff einigen: Postmoderner PatriarchatInismus: kurz PoPa!

Anonym 29. Mai 2010 um 16:20  

"Blogger Roberto J. De Lapuente hat gesagt...

Paßt übrigens blendend dazu: Eine nette Dame, die von A-, B- und C-Männern spricht. Auf so eine Idee käme man mal andersherum..."

Nicht das ich den neuerlichen Marienkult irgendwie beschönigen möchte, aber am Ende schreibt sie auch von A-Frauen in der Politik. Ich nehme an, C oder D (vielleicht noch weiter hintan?) Frauen, sind dann in der Werteskala dieser Ideologin schlichte Hausfrauen, die ihren Männern gerne und mit Herz dienlich sind und glücklich in dieser Rolle.

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