In eigener Sache

Dienstag, 16. März 2010

oder: ad sinistram ist nominiert!

Gestern Nachmittag wurde ich darüber in Kenntnis gesetzt, dass ad sinistram bei den Deutsche Welle Blog Awards 2010 in der Kategorie Best Weblog Deutsch nominiert ist.

Es gibt nun zwei Möglichkeiten, eine Kategorie zu gewinnen. Oder sagen wir lieber: es gibt zwei Möglichkeiten, in einer Kategorie zum primus inter pares zu werden. Einmal durch ein Abstimmverfahren, oder durch die Entscheidung einer internationalen Jury. Die Abstimmung endet am 14. April 2010; einen Tag darauf gibt die Jury ihr eigene, von der Abstimmung unabhängige Entscheidung bekannt. Von wesentlichem Interesse ist für die Deutsche Welle (deutscher Auslandsrundfunk und Mitglied der ARD), die Förderung von Informations- und Pressefreiheit. In siebzehn Kategorien werden jeweils elf Blogs nominiert, die sich aus eingereichten Vorschlägen rekrutieren.

Für die Kategorie Best Weblog Deutsch, für die ad sinistram sich letztlich qualifiziert hat, waren 272 Vorschläge eingegangen. Deshalb halte ich alleine die Nominierung für einen Grund zur Freude. Überhaupt in Frage zu kommen, den Deutsche Welle Blog Award zu erhalten, darf schon als eine große Ehre verstanden werden. Umsomehr, weil ad sinistram neben hochklassiger Konkurrenz auflaufen darf, also in bester Gesellschaft ist. Die Nominierung, ich halte sie für eine Auszeichnung meiner bescheidenen Bemühungen. Sie ist Ansporn, mich auch weiterhin zu bemühen.

In diesem Sinne danke ich denen, die mich für diesen Preis vorgeschlagen haben. Und der Jury, die mich des verbliebenen Fünfundzwanzigstels würdig erachtete, sei an dieser Stelle ebenfalls gedankt.

12 Kommentare:

Anonym 16. März 2010 um 15:35  

Sie wurden zu Recht nominiert!
Ich gratuliere und bin gepannt auf weitere Veröffentlichungen von Ihnen.
Ein Fan

Anonym 16. März 2010 um 15:52  

Ich lese gerne ad sinistram, ich lese gerne die Nachdenkseiten.
Ich (wie wohl auch andere) spreche darüber, empfehle via Mundpropaganda weiter und die Besucherzahlen beider Websites und die sich hieraus egebenden (Nach)Denkprozesse wachsen auf natürliche und organische Weise und eben auch mit Maß und in ihrer angemessenen Zeit. Nur so können sie kraftvoll werden und bleiben.

Beide Seiten finde ich sehr gelungen und -jede der beiden Websites auf ihre Art- auf hohem sprachlichen und überaus einfallsreichem Niveau.

Jedoch:
Unsere Welt würde anders und ich vermute besser aussehen, wenn es keine Preise gäbe und so Inhalte aus sich selbst heraus und für sich selbst erstellt würden und damit ihre eigene, die ihnen gemäße Wirkung hätten.

Obama zum Beispiel wäre ein anderer Politiker als all die anderen gewesen, wenn er -ernstgemeint und nicht aus marketingstrategischen Gründen- "Danke, aber nein danke" gesagt hätte.
Das wäre es mal gewesen! Nicht aus Trotz oder Überheblichkeit, sondern weil er einfach unabhängig ist und das bleiben möchte.
Nun, er hat sich in die lange Reihe eingegliedert, wollte wohl auch niemanden vor den Kopf stoßen, usw.. Und schließlich hat er einen Teil seines Preisgeldes an Wohlfahrtsorganisationen oder so gespendet(, die sich wiederum überhaupt aus der Existenz von Minderheiten speisen und Bypässe bilden, die echte Lösungen verhindern, mindestens aber verschleppen.) Man kann es sich schönreden.

Er und andere sog. Preisträger wurden/ werden prämiert wie die "Ochsen" und hielten/halten dabei wohlig lächelnd still, fühlen sich (endlich) akzeptiert und etablierter (können bei der Verleihung evtl. Kontakte knüpfen, was ja anders auf keinen Fall ginge und schon gar nicht so schnell), betreiben vor und nach der Ehrung Werbung damit und bestehen und wachsen nicht mehr aus sich selbst heraus, denn nun ist der Geehrte als solcher gerne gesehen.
Doch das Versprechen der preisverleihenden Elite ist zu verführerisch, denn da will man auch hin - entweder in Reih und Glied, mindestens aber als Exot.
Das hat uns in die Finanz- und Wirtschaftskrise geführt: die milliardenfache Suche nach Anerkennung, Prämien, Macht, Einfluss, Status, Zertifizierung, Ein-wenig-anderssein, usw..
Preise und Ehrungen sind -wie die Werbung- die Metastasen eines Krebsgeschwürs, gemeinhin akzeptiert und selten hinterfragt. Liebe ersetzen sie übrigens mitnichten. Mit entsprechender

Anonym 16. März 2010 um 15:53  

... Fortsetzung:

Werbung untermalt werden die so Geehrten zu Frühgeburten, die -sofern sie die Frühgeburt überleben- u. U. Folgeschäden behalten.

Will ich einen unliebsamen Mitbürger schwächen, verleihe ich ihm einen Preis. Und dann setzt häufig der Herdentrieb ein, denn oftmals folgen andere Preise - niemand möchte ein schlechterer oder unachtsamerer Preisgeber sein. Und wenn man jemanden ehrt, der zudem noch als exotisch bzw. wagemutig gilt (ohne es vielleicht wirklich zu sein), kann der Preisverleihende sich dranhängen und selber das Gefühl haben, für eine gute Sache etwas getan zu haben. Das beruhigt das Gewissen.

Und bei Preisverleihungen kann der Preisträger ja so prima Kontakte knüpfen, Geschäfte anbahnen, etc.. Das Leben ist ja wirklich hart genug. Menschlich allzu verständlich! So sind wir halt.
Der Preisträger ist fortan sehr stark mit dem Preisgeschäft beschäftigt, wird eingeladen, bewundert, darf Reden halten, wird fotografiert, kommt in die vielgepriesenen Medien.
Ob seine Schreibe und seine Motive dieselben bleiben oder gar andere waren?!

Leider wird uns das Streben nach Anerkennung und Lob von kleinauf beigebracht, so dass wir es für völlig normal halten und uns verhalten wie alle anderen: genormt, selbst in der Abweichung.
Deshalb besteht das, was auch ad sinistram hinterfragt, weiter fort ... und gibt viel Nahrung zum (be)schreiben. Wir sind dabei wechselseitige "Parasiten".

Würde Erkennung nicht ausreichen und doch so viel (mehr) sein?

Anmerkung:
Ich bitte um Verzeihung, dass ich anonym schreibe. Immer dann, wenn ich dieses Thema privat oder im Beruf anspreche, ernte ich gem. der Norm Unverständnis und Kopfschütteln.
Wir haben zwar im GG die Meinungsfreiheit verankert, nicht aber die Denkfreiheit, die alleine eine echte Meinungsbildung bewirkt. Ad sinistram scheint/ schien mir hierbei eine wohltuende Ausnahme zu sein, (vielleicht irre ich mich da aber doch), jedoch wenn es ans denkerisch Eingemachte geht -und für viele ist es das, oft sogar als wichtige Basis ihres Berufes- ... .

landbewohner 16. März 2010 um 16:21  

ok, soll mich fruen, daß du nominiert worden bist, siegen darfst meinetwegen auch noch. und - daß dein blog eins der bestens ist - unwidersprochen.
leider gottes allerdings sind die bedenken von anonym nicht von der hand zu weisen und ich teile sie durchaus. alledings hoffe ich erstmal, daß du zu der minderheit der wahrhaft aufrechten gehörst, die sich weder durch preise und die damit verbundene akzeptanz noch durch durch den schnöden mammon beeinflussen lassen.
eigentlich glaub ich auch, du kannst das. hoffen wir also, daß dein blog und DU durch diese auszeichnung nicht versaut werden und ihr 2 uns lesern erhalten bleibt. und - ich bin da erstmal guten mutes.

Roberto J. De Lapuente 16. März 2010 um 16:24  

Sicher, Preise, ich verstehe und teile die Bedenken ja. Aber ich nehme es als Honorierung meiner täglichen Arbeit - und das freut mich durchaus. Leben ändern sich nicht durch Preise...

B. Schülke 16. März 2010 um 17:33  

Roberto, Du schriebst "Leben ändern sich nicht durch Preise". Vielleicht gilt dieser Satz für Dich; mit Sicherheit gilt dieser Satz nicht für die Allgemeinheit.

Preise können der erste Schritt in die Anpassung/Korruption sein.

Was mich stutzig macht, ist der Reporter-ohne-Grenzen-award. Mit Verlaub, ist der amerikanische Auslandsgeheimdienst jetzt auch noch mittelbar bei der Preisverleihung involviert. Ich habe meine erheblichen Bedenken - vorsichtig formuliert.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Margareth 16. März 2010 um 17:50  

Lieber Roberto,

natürlich habe ich Dich nominiert. Und mache fleissig Werbung für Dich.
Meinen pers. Oscar hast Du eh schon längst .

Ich spuck Dir mal virtuell 3 mal über die Schulter Toi Toi Toi :))

antiferengi 16. März 2010 um 19:42  

Oh, sehe grad. Roberto bastelt auch am Ambiente. Schick das neue Oberlicht. Gratuliere dir. Beim nächsten Preis, kannst du den webseitenbastlern aber sagen, das sie sich mal lesbare spamschutzcodes aussuchen sollen. Hab mich fast totgevotet, bis ich da durch war. Versuch der Alte zu bleiben.

Anonym 16. März 2010 um 19:53  

Lieber H. De Lapuente,

auch ich habe Sie beim Weblog vorgeschlagen, und dies aus tiefster Überzeugung. Und ich befürchte überhaupt nicht, dass Sie sich verbiegen lassen könnten.
Ich bleibe ein treuer und regelmäßiger Leser Ihrer Beiträge.

Je vous souhaite trois fois merde, dans l'espoir que cela rabattra vers vous cette récompense que vous méritez chaque jour par vos écrits qui trouvent si souvent le juste ton qu'il faut pour faire passer le message "notre démocratie n'est pas seulement menacée, elle est malheureusement déjà en chute libre".

Votre fidèle lecteur et admirateur

Anhänger des 04.08.1789

epikur 17. März 2010 um 11:06  

Zunächst einmal Glückwunsch, lieber Roberto!

Leider teile ich auch die Bedenken von anonym. Durch die Anerkennung und die Aufmerksamkeit könnte die Veränderung schleichend kommen. Langsam, unbemerkt.

Wir wissen doch ganz genau, wozu Preise da sind. Auch Du hast das oft genug in Beiträgen über Obama oder den deutschen Fernsehpreis thematisiert.

Ich von ZG würde jedenfalls -aus all den Gründen die anonym zu Recht angesprochen hat- keinen Preis annehmen wollen.

gerhard 17. März 2010 um 16:25  

Freue mich auch für Dich. Und es ist völlig in Ordnung, dass dieses Ereignis -ob Du willst oder nicht-Deinem Ego schmeichelt. Bei mir reicht es sogar schon, wenn ich bei einem 10-km-Volkslauf in meiner Altersklasse 3. werde und auf dem Treppchen lande, obwohl nur 2 weitere Starter in meinem Jahrgang mit mir konkurrierten.

Die grundsätzliche Kritik an der Verleihung von Preisen teile ich, differenziere aber dahingehend, dass es eine Rolle spielt, wer den Preis verleiht, in welcher Gesellschaft man sich bei den Nominierten befindet und wofür der Preis ausgelobt wird. Der Preisverleiher heißt nicht Burda. Mit nominiert wurden auch die "Nachdenkseiten". Tammox fehlt leider und hätte auch auf die Liste gehört. Letztlich wird doch benotet, wer der spitzeste journalistische Stachel im Fleisch des System ist.

Das Gegenbeispiel war die Verleihung des Grimme-Preises 2005 an Frank Plasberg. Damals habe ich schon gedacht: "Preise sind wie Hämorrhoiden, irgendwann kriegt jedes Ar...loch einen." Seitdem ist Plasberg zu einem eitlen, neoliberalen Systemapologeten auf dem Niveau eines Boulevardjournalismus mutiert. Für diese Anpassungsleistung bekam er dann 2008 von Burda den "Bambi".

Der Postillon 18. März 2010 um 18:14  

Man dankt für den netten Kommentar bei den BOBs.

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