De dicto

Sonntag, 25. Oktober 2009

"Ein Waisenjunge aus den Wirren des Vietnam-Krieges wird Gesundheitsminister. Ein bekennender Schwuler wird Vize-Kanzler und Außenminister. Eine Frau aus dem Osten schafft als Kanzlerin die Wiederwahl. Eine Frau mit sieben Kindern bleibt Familienministerin. Und ein 67-jähriger Mann im Rollstuhl wird der wichtigste Finanzminister Europas.
Diese Lebensläufe sagen mehr über unser Land aus als unsere eigenen Vorurteile und die unserer Nachbarn. Deutschland ist ein weltoffenes Land, in dem es ein "Einwanderer" der ersten Generation mit 36 Jahren (!) zum Bundesminister bringen kann."
- BILD-Zeitung, Michael Backhaus am 25. Oktober 2009 -
Zum Gesagten sei angemerkt: "Bunte Republik" nennt man es also, wenn jemand, der mit schwarzen Koffern durch die Hinterzimmer dieses Landes rollte, ein obskures Verhältnis zu Geld an den nebligen Tag legte, zum Finanzminister nominiert wird. Die Buntheit des neuen Deutschland ist schwarz, tiefschwarz, nicht nur parteipolitisch mit gelben Stich, sondern eher schwarzkassig, schwarzkassierend. Das Vielerlei der Farben orientiert sich an abgegriffenen Oberflächlichkeiten, in einem solchem Ausmaß, dass selbst jener Kerl, der mit seinen schwarzen Gepäckstücken ihm untergebene Angestellte an seiner statt aufs Schafott vorschickte, zum rosa Farbtupfer werden kann. Man möchte der "bunten Republik" noch einen Charakter hinzufügen: den blinden Journalisten, der von Farben spricht, die er offenbar nie erblicken durfte. Kurzum, in diesem Land gibt es keine Begrenzungen, keine Barrieren, herrscht Barrierefreiheit. Schwule werden Außenminister, Berufsmütter Ministerin, Rollstuhlfahrer Kassenwart und Erblindete zu Dozenten der Farblehre; Deutschland ist demnach eine liberale und tolerante Gesellschaft, ein Eldorado des Gleichheitsgedankens.

Der Bodenlosigkeit dieser Botschaft wird die Krone aufgesetzt, wenn man auch noch Rösler als "Einwanderer der ersten Generation" präsentiert, der seinen bundesrepublikanischen Erfolgsweg beschritten habe. Da steht er dann auf einem verklärten Podest, wird den Einwanderern, den vielen integrationsmuffeligen Moslems, am Nasenring gezogen vor Augen geführt. Blickt auf Ihr Eigenbrötler, Ihr könntet Karriere machen, wenn Ihr nur endlich zu uns stoßen würdet! Dabei nimmt Philipp Rösler die Stelle eines Paradebeispiels ein, zumindest soll er als solches fungieren. In Vietnam geboren, kam er 1973 im Alter von neun Monaten nach Deutschland, wurde von einem Haushalt adoptiert, der mit vielem gesegnet war, nur mit Armut nicht. Er trägt einen deutschen Vor- und Zunamen, ist Inhaber einer deutschen Karriere und vertritt jene Spielart deutscher Liktorenbündelei, die man hierzulande smart als Liberalismus kennt. Einiges davon ist freilich nicht verwerflich. Verwerflich ist es aber, dass man Rösler nun heranzieht, um die "bunte Republik" auszurufen, in der die Gleichheit aller Menschen so weit gediehen ist, dass jedermann Ministerposten ergattern kann, wenn er nur ausreichend deutsch sein will. Denn Rösler ist kein Einwanderer, er ist Adoptivkind mit asiatischer Physiognomie, deswegen aber dennoch deutsch, so deutsch man eben sein kann, wuchs in sorglosen Verhältnissen auf, leistete ein Studium ab, wurde Arzt. Für Mehmet standen solche Optionen nicht offen.

Wenn aus Mehmet im zarten Säuglingsalter ein Manfred geworden wäre, aus Kemal Karl oder aus Ali Adolf, dann hätten sie womöglich ähnliche Sprünge vollzogen. Dann wären sie aber auch keine Einwanderer gewesen, sondern Kind einer deutschen Bürgersfamilie. Wer Rösler als Musterexemplar hervorhebt, der spricht sich im Stillen für genetische Konditionierungen aus, die sich am Rassischen ausrichten. Wenn man den angeblichen Einwanderer Rösler missbraucht, um zu erklären, dass er trotz vietnamesischer Wurzeln zum Minister aufgestiegen ist, dann beweihräuchert man nicht nur die liberale Gesinnung der Bundesrepublik, man betont damit auch die rassische Genetik, weil man die sozio-ökonomischen Vorteile, die Rösler in die Wiege gelegt bekam, schamlos ausblendet. Man tut großkotzig gönnerhaft; seht nur, selbst einen Asiaten schustern wir einen Posten zu, wenn er sich brav eingedeutscht hat! Und wehe den Menschen ausländischer Herkunft, die jetzt noch poltern und von Benachteiligung und Ausgrenzung sprechen. Dann holt man das Aushängeschild gelungener Integration aus der Schublade und fragt die Poltergeister, wie wohl ein Rösler erklärbar sei, wenn es hierzulande angeblich doch so ungerecht zugeht. Was man wieder einmal verschlucken wird, ist die Erkenntnis, dass aus Ali auch ein hohes Tier hätte werden können, wenn sein Vater kein unterbezahlter anatolischer Hilfsarbeiter, sondern ein deutscher Bürgersmann gewesen wäre.

Zynischer interpretiert: Rösler ist auf die richtige Weise eingewandert, die Alis und Mehmets nicht. Wer durchs Schaukelbettchen in die wohlige Kinderstube immigriert, steht nicht auf einer Ebene mit solchen, die durchs Straßenfegen und Maschinenreinigen versucht waren, in dieser Gesellschaft Fuß zu fassen.

29 Kommentare:

klaus baum 25. Oktober 2009 um 12:34  

In diesem Land herrscht Barriere-Freiheit nur, wenn in Richtung Neoliberalismus gerollt wird, wenn es also für die Mehrheit abwärts und eine Minderheit aufwärts geht.

Markus 25. Oktober 2009 um 12:56  

Sehr gut zusammengefasst, wie man versucht, zu verheimlichen, dass eben die soziale Schicht die entscheidende Rolle für die Möglichkeit des sozialen Aufstiegs darstellt und dabei nebenbei auch noch ein paar rassistische Vorurteile bedient. Und weiterhin den Hass auf "die Einwanderer, die sich nicht integrieren wolle" stärkt.

Geheimrätin 25. Oktober 2009 um 14:06  

Ja genau auf diesen Bildartikel habe ich noch gewartet. Deutschland kann stolz sein, Zeit mal wieder richtig zu feiern und sich nicht immer nur aufs Negative zu konzentrieren. Werden wir uns endlich mal wieder unserer Stärken bewusst, unserer Weltoffenheit, Progressivität und wirtschaftlichen Kompetenz. Was sich hier offenbart ist die Allianz der Sieger aus der Mitte der Gesellschaft..Dessen können (und sollten!) wir absolut versichert sein. Allein diese Mitte weiss das rechte Maß zu halten und eine moderne, leistungsgerechte Politik zu gestalten, die gleich einer privaten, solidarischen Altersvorsorge vor allem auch die Schwachen in der Gesellschaft im Visier hat. Nur diese rechte Mitte kann die zersetzenden, neosozialistischen Kräfte der ewig gestrigen erfolgreich abwehren und uns zu neuen Ufern konservativer Werte führen.„Deutschland, meine Trauer, Du, mein Fröhlichsein“,

Maverick 25. Oktober 2009 um 14:10  

[...] Wenn aus Mehmet im zarten Säuglingsalter ein Manfred geworden wäre, aus Kemal Karl oder aus Ali Adolf, dann hätten sie womöglich ähnliche Sprünge vollzogen. Dann wären sie aber auch keine Einwanderer gewesen, sondern Kind einer deutschen Bürgersfamilie. [...]
[...] Denn Rösler ist kein Einwanderer, er ist Adoptivkind mit asiatischer Physiognomie, deswegen aber dennoch deutsch, so deutsch man eben sein kann, wuchs in sorglosen Verhältnissen auf, leistete ein Studium ab, wurde Arzt. Für Mehmet standen solche Optionen nicht offen.[...]


Für Mehmet vielleicht nicht, aber für Vural schon. Wie kommt das?
Übrigens, gibt es auch genug Manfreds, Karls und Adolfs ohne Chance auf „ähnliche Sprünge“. Lieber Roberto, es bestehen schon genug Gräben quer durch unsere Gesellschaft. Ich glaube, wir brauchen keine zusätzlichen mehr. Und auf eine Vertiefung bestehender Gräben könnte ich auch ganz gut verzichten.
Wenn Du, Roberto, mir jetzt mit Deiner, von mir sehr geschätzten, wortgewaltigen Rhetorik antworten und widersprechen solltest, habe ich dagegen natürlich keine Chance. Aber vielleicht nimmst Du Dir meine Worte doch etwas zu Herzen, ohne sie in Bausch und Bogen in die Tonne zu schreiben.
Danke.

Anonym 25. Oktober 2009 um 15:18  

Was ich mich die ganze Zeit Frage ist,
wie Herr Rössler eigentlich zu dem doch recht rabiaten Streben der FDP zu mehr Freiheiten für die grüne Gentechnik steht.

Monsanto könnte doch so einige seiner Verwandten auf dem Gewissen haben.

Oder wie war das damals mit Agent Orange

http://de.wikipedia.org/wiki/Monsanto

Anonym 25. Oktober 2009 um 15:20  

...damals war Agent Orange ja auch nach "wissenschaftlichen Untersuchungen völlig unbedenklich für den Menschen"

landbewohner 25. Oktober 2009 um 15:47  

tut mir leid, aber nicht nur ein adoptierter vietnamese?, auch ein schwuler guido, eine kommunistische angie und eine kinderreiche ursula haben den "sprung" nach ganz oben geschafft.
aber richtig ist: das elternhaus machts - alle anderen kriterien sind egal.

Anonym 25. Oktober 2009 um 16:06  

Die nehmen es, wie es gerade passt.
Gestern noch wurden Vitnamesen als Zigarettenschmuggler diffamiert, heute spielt man sie (siehe "Fakt")
gegen andere Mitbürger ausländischer Herkunft aus. Und so geht es weiter Mensch gegen Mensch. Die Solidarität mit Menschen, die keine so günstigen Voraussetzungen hatten, wird schamlos untergraben. Sind in diesem Land nur noch "Hochintelligente" willkommen. Wo kaufen die dann ihr Gemüse?

E. Bonacker

Roberto J. De Lapuente 25. Oktober 2009 um 16:43  

Lieber Maverick, ich spreche ausdrücklich von Bürgersleut', was heißt, dass es natürlich Manfreds und Karls gibt, die keine Chance haben. Ihre Wiege stand einfach im falschen Schlafzimmer. Damit reiße ich keine Gräben, nur kann man es nicht dulden, dass man hier die BRD als eine Gesellschaft hinstellt, in der eitel Sonnenschein ausgebrochen ist. Rollstuhlfahrer werden benachteiligt, Schwule sind für viele immer noch Päderasten, Mütter vieler Kinder leben oft am Rande des Nervenzusammenbruchs, Menschen ausländischen Ursprungs werden ausgegrenzt. Was für die illustre Riege der "bunten Republik" gilt, gilt doch nur, weil man es mit Menschen aus feinen Kreisen zu tun hat. Das will damit gesagt sein, zumal ich Rösler klar als das herausgestrichen habe, was er ist: eben Deutscher. Die Geburt in Vietnam macht ihn doch nicht zu Vietnamesen, denn aufgesogen wurde er mit deutscher Unkultur, zumal in diesen Kreisen es fast als Bibel gilt, nach bestimmten nationalen Kodizes erzogen zu werden. Daher taugt Rösler nicht als Beispiel gelungener Integration, denn er war von Anfang an "Teil der Richtigen"...

Anonym 25. Oktober 2009 um 17:02  

Lieber Roberto,

Sie haben (wie ich es übrigens oft empfinde, auch wenn ich nicht jedesmal einen Kommentar schreibe) sehr prägnant formuliert, worin der Unterschied zwischen dem kleinen Mehmet und Klein-Philipp Rösler besteht. Auch mir ging gestern der Hut hoch, als sowohl bei der Frankfurter Rundschau als auch bei Telepolis unisono die Rede von Philipp Röslers „Migrationshintergrund“ war.
Ich habe selbst zwei (inzwischen erwachsene) asiatische Adoptivkinder, aber es würde mir doch im Traum nicht einfallen, zu behaupten, mein Sohn und meine Tochter hätten einen „Migrationshintergrund“?! Was ich dann auch als Kommentar schrieb.
Ein Mit-Leser belehrte mich aber, „Migrationshintergrund“ sei laut Wikipedia „ein Ordnungskriterium der deutschen amtlichen Statistik zur Beschreibung einer Bevölkerungsgruppe, die aus seit 1950 eingewanderten Personen und deren Nachkommen besteht“.
Mir erschien es bislang eher als eine verkrampft politisch korrekte Formel für „sieht anders aus als du und ich, darf aber dank unserer Fortschrittlichkeit trotzdem irgendwie am Rande mitspielen“.
In meinen Ohren schwingt da stets eine gönnerhafte Konnotation mit – man denke nur an „den Gung“, der in der „Lindenstraße“ als ständig Konfuzius zitierender (auch so ein knallblödes Klischee!) Einfaltspinsel jahrelang für einen Hauch von Exotik sorgte (oder womöglich noch immer sorgt – zum Glück habe ich kein Fernsehen mehr).
Mein Sohn und meine Tochter und auch Philipp Rösler sind als Kleinkinder nach Deutschland gebracht worden, ohne dass sie sich explizit zum Immigrieren entschlossen hätten, zu einer Zeit, als Inlandsadoptionen von Waisen außerhalb der eigenen Großfamilie in Asien nur selten vorkamen und sie daher dort kaum echte Chancen gehabt hätten.
Sie sind also – wie Sie mit Recht schreiben – in einer deutschen Familie als deutsche Kinder, ja, eher noch besonders ersehnt, geliebt und verhätschelt, aufgewachsen und hatten es schon allein dadurch erheblich leichter als gleichaltrige Migrantenkinder, dass sie die deutsche Sprache bereits von Papa, Mama und Geschwistern lernten statt erst von den Kumpels im Kindergarten.
Diese Privilegiertheit mit den Chancen vietnamesischer Boat People oder sogenannter Gastarbeiter in einen Topf zu werfen ist einfach nur peinlich. Dabei staune ich oft darüber, wie souverän „echte“ Migrantenkinder den Spagat zwischen Elternhaus und Umgebung meistern, indem sie beispielsweise für ihre Eltern dolmetschen... DAS nenne ich wirklich eine bewunderswerte Leistung, vor der ich nur den Hut ziehen kann!

Solidarische Grüße,
Saby

Maverick 25. Oktober 2009 um 18:13  

Vielen Dank für Deine Antwort, Roberto. – Sie ist so ausgefallen wie ich es befürchtet habe. Du hast keinesfalls verstanden, was ich Dir sagen wollte.

Erklärungsversuch:
In der germanischen Mythologie, denn die deutsche Geschichte und Kultur reduziert sich nicht nur auf die Zeit von 1933 bis 1945, gibt es einen Archetypus namens Loki. Von ihm wird behauptet, dass er „Böses“ will, aber „Gutes“ schafft. Bei Dir habe ich das Gefühl, dass es in konträrer Richtung läuft. Du willst „Gutes“ und schaffst aber „Böses“. Du spielst ganz klar Mehmet gegen Manfred aus. Aber Mehmet und Manfred sind nicht immer, aber immer öfter die besten Freunde. Das kannst Du aber in Deiner intellektuellen Borniertheit leider nicht (an)erkennen.
Vielleicht wäre es wirklich besser, dass das Territorium der BRD mit ihrer sogenannten „Unkultur“ (denn wer hat denn heutzutage wirklich noch Ahnung von germanischer Mythologie) zur Disposition gestellt wird. Dann können sich all diese Manfreds, Mehmets, Robertos, Arons und weiß der Teufel wer noch alles um diesen Fleck Erde kloppen.
Mir ist schlecht. – Ich werde mich aus diesem Blog wieder zurückziehen.
Und Du Roberto, bleibe weiter kritisch. Vielleicht kommt ja irgendwann jemand, der Dir verständlicher als meinereiner erklären kann, was ich Dir näher bringen wollte, es aber nicht vermochte.

Kassandra 25. Oktober 2009 um 18:18  

Die SchauspielerInnen mögen wechseln, sie mögen auch das Kostüm und dessen Farbe wechseln - das Stück aber bleibt dasselbe.

Anmerkung zu den Röslers dieser deutschen Welt:
Assimilation wird als Integration verkauft ...

und wieder Wissen mit Bildung verwechselt.

Hie wie dort geht es nur um Pöstchen und jedwede Art von Profit, wenn es denn jemals um etwas anderes ging.

maguscarolus 25. Oktober 2009 um 18:44  

@Maverick

Es ist im wesentlichen die Schichtzugehörigkeit, die chancenbestimmend ist. Viele Schüler mit Migrationshintergrund verschiedenster Herkunft habe ich unterrichtet, aber es ist stets dasselbe Muster: Sind die Eltern gebildet oder zumindest bildungsoffen, dann haben die Kinder im Elternhaus soviel Unterstützung wie sie brauchen, um bei ausreichender Begabung unser Bildungssystem erfolgreich zu durchlaufen. Die wirtschaftliche Situation der Familie ist dabei eher sekundär. Immerhin war der begabteste LK-Schüler meiner gesamten Dienstzeit Türke!
Ich verallgemeinere meine Erfahrungen keineswegs, aber diese Präsentation einer ministerialen Vorzeigeriege ist nichts anderes als ganz plumper Schwindel, und soll die wahren Ursachen des Unterschichtelends in Deutschland verschleiern.

Ich habe es nicht recherchiert, aber Vural Öger ist bestimmt nicht der Sohn eines kinderreichen analphabetischen Hilfsarbeiters und einer hilflosen Frau.

Jan Perlak 25. Oktober 2009 um 21:45  

Die Hauptteilungslinie in diesem Land verläuft längst nicht mehr zwischen Einheimische/Ausländer, Alte und Junge, Behinderte und Nichtbehinderte - auch wenn diese bestehen bleiben. Die Hauptteilungslinie verläuft zwischen Arm und Reich, geboren mit guten (z.B. finanziellen) Vorbedingungen bzw. Vorkonditionierungen und geboren mit schlechten.

Mit den gutsituiertesten Eltern lässt sich eine Migrationsherkunft oder eine Behinderung bestens ausgleichen. Dieser Vorteil kommt aber nur einem verschwindend geringen Abschnitt unserer Gesellschaft zu gute.

Mal ehrlich: Philipp Rösler oder etwa Cem Özdemir sind doch Teil der Elite in Deutschland, das vielleicht weltoffen ist, aber nicht offen im Inneren.

Roberto J. De Lapuente 25. Oktober 2009 um 21:46  

Wie sehr Manfreds und Mehmets Freunde sind, hat man unlängst gesehen, da wollen wir nichts schönen. Hier wird nicht gegeneinander ausgespielt, es wird kritisch begutachtet. Natürlich gibt es auch Freundschaft, wenngleich es einer Seltenheit gleichkommt. Intellektuelle Borniertheit, so glaube ich, kann man mir nicht unterstellen. Ich halte mich nicht für intellektuell, nicht im dem Sinne jedenfalls, in dem hier in voller Verachtung gesprochen wird. Man muß nicht ins Germanische zurückrudern, ein Verweis auf Goethes Faust hätte ausgereicht.

Letztlich glaube ich, dass ich schon begriffen habe. Es geht um eine Art künstliche Solidarität, die man mir abverlangt, wann immer ich Gesellschaftsschichten entgegenstelle. So war es, als ich die "gepeinigten Peiniger" beschrieb, so ist es erneut. Aber nur um der gemeinsamen Sache wegen, die nicht gemeinsame Sache ist, weil Schicht A kein Interesse mehr an Schicht B hat, die in der Gosse rumort, nur deswegen also, um eine künstliche Front herbeizuschreiben, soll nicht am Brei vorbeigeredet werden. Insofern ist zu sagen, dass ich mich nicht mit den intellektuellen Schichten solidarisch zeige, sondern mit der Gosse. Wenn schon borniert, so durch die Borniertheit der Gosse.

Und wenn es dem geneigten Leser schlecht ist, so soll er sich wirklich zurückziehen, bevor er mir den Teppich vollkotzt. Sich am Wort Unkultur im Zusammenhang mit der Eigenart dieses Landes, sich immer in bester Manier darstellen zu wollen, selbst wenn die Scheiße dampft, sich an diesem Wort also aufzugeilen, ins Germanische abzudriften, halte ich für... nein, nicht verdächtig... gewöhnungsbedürftig. Nicht immer alles national sehen, denn im Gegensatz dazu, was man mir gerne unterstellt, bin ich kein Anti-Deutscher, der - wie unlängst unterbreitet - Hass auf die deutsche Sprache hegt. Wie könnte ich? Es ist die Sprache, in der ich schreibe, die ich beherrsche. Nur verbinde ich damit nichts Nationales, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Roberto J. De Lapuente 25. Oktober 2009 um 21:57  

@ Jan:

Bleibt von mir zu ergänzen: Wäre Philipp von einer armen deutschen Familie adoptiert worden (einerlei wie realistisch das sein mag), wäre er eben auch nicht dort gelandet, wo er neuerdings ist. Dann hätte man am Ende die Familie noch gefragt, wieso es nötig gewesen sei, ein asiatisches Kind zu adoptieren, wenn es doch hierzulande genug Auswahl gäbe. Der Status, was der finanzielle Status heißen muß, gleicht eben alles aus.

Letztlich wollte ich das damit sagen. Wenn aber die BILD nun so tut, als sei Rösler ein Beispiel für Integration, dann ist das ein Hohn und eine Ohrfeige für jeden ausländischen Menschen hier, der nur versucht, sein Leben irgendwie zu leben. Zumal Rösler sich nie integrieren mußte, weil neunmonatige Säuglinge keinen Kulturschock auszugleichen haben.

Geheimrätin 25. Oktober 2009 um 22:08  

Lieber Roberto, ich habe das Gefühl es wird allmählich aberwitzig mit der Sprachverwirrung in diesem Land. Einer der wenigen , der diese Sprachverwirrung aus trefflichste beschreiben und somit auch durchbrechen kann, bist eindeutig du.Danke dafür.lg.G.

Anonym 25. Oktober 2009 um 22:30  

Lieber Roberto J. de Lapuente,

eben ein Rassismus aufgrund des sozialen Status, nichtmehr der Hautfarbe und der Kultur.

In Südafrika gibt es - so meine ich irgendwo einmal gelesen bzw. gesehen zu haben - dafür sogar einen Begriff: "Apartheid aufgrund sozialer Unterschiede (frei übersetzt).

Für viele in den Townships, man sieht es z.B. im kritischen Kinofilm über die Zustände der Privatisierung weltweit - der Titel ist mir gerade entfallen - bleibt nur der Haß gegen sozial Schwache, welche die Schwarzen in Südafrika nun eben auch von den eigenen Leuten, die zu "etwas" geworden sind, erdulden müssen.

Eine Aufgabe für den neuen Friedensnobelpreisträger Obama wäre z.B. gegen jegliche Form des Rassismus, auch, und gerade diese neuen Formen, die dank Neoliberalismus weltweit auf dem Vormarsch sind, vorzugehen. Ich weiß, mein Wunsch ist utopisch, da ja auch Obama aus der reichen Oberschicht der Schwarzen der USA stammt, und nicht, wie die PR uns suggerieren will mit, z.B. Bürgerrechtlern und Black Panthern wie Mumia Abu Jamal identisch ist.

Herr Rössler ist bestimmt, da könnte man deinen Vergleich auch mit anderen vietnamesischstämmigen Deutschen heranziehen, nur deswegen bevorzugt worden weil er in einer "Besserverdiener-Familie" aufgezogen wurde.

Wie schon gesagt, es gibt auch, mir persönlich waren solche Beispiel sogar bekannt - hab derzeit zu meinen alten Schulkollegen leider keinen Kontakt mehr, da sich alles verlaufen hat, wie so oft im Leben - andere Vietnamesen oder vietnamesischstämmige, die nicht mit dem goldenen Löffel im Mund großgezogen wurde.

Schade, dass ich den Kontakt verloren habe, denn mich würde wirklich interessieren, was die darüber denken, dass sie keine Chancen haben, aber ein Besserverdiener-Zögling schon....

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

Anonym 25. Oktober 2009 um 23:37  

@Roberto J. de Lapuente

Lass dich nicht unterkriegen - Als Ergänzung noch etwas zu Schäuble, der nun als zweiter Lafontaine (Keynesianer) gehandelt wird:

"[...]Überschrift "Wolfgang Schäuble -
Keynes zieht ins Finanzministerium
Von M. Sievers und T. Kröter[...]"

Der Auszug wo Schäuble als zweiter Lafontaine verkauft werden soll:

"[...]Mit Wolfgang Schäuble (CDU) wird zum ersten Mal seit Oskar Lafontaine ein bekennender Keynesianer das Finanzministerium leiten.[...]"

Quelle und kompletter Text:

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?em_cnt=2035138&

...Ja, ja und die Union ist neuerdings sozialdemokratisch...

Was davon zu halten ist, dass hat der SPD-Promi, und Buchautor bzw. Volkswirtschaftler Albrecht Müller in "Meinungsmache" schon auf den Punkt gebracht.

Die angebliche "Sozialdemokratisierung der Union"....bei Nachdenkseiten eine Extra-Serie dazu...

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

Daisy 26. Oktober 2009 um 00:57  

Vural Öger stammt in der Tat nicht aus der Unterschicht:

"Seine Eltern verbanden die beiden Pole der türkischen Elite: Einerseits der Vater, ein General aus der Verwaltungshauptstadt Ankara; andererseits die Mutter, Spross einer großbürgerlichen Familie aus der wahren Kapitale Istanbul." (mehr hier: http://www.manager-magazin.de/koepfe/artikel/0,2828,136587,00.html)

Auf der nächsten Seite des Artikels kann man übrigens nachlesen, dass seine ersten Passagiere (naheliegenderweise) türkische Gastarbeiter waren. Ich vermute (kann es aber natürlich nicht beweisen), dass es ein türkischer Reiseunternehmer zur damaligen Zeit sehr schwer gehabt hätte, genügend deutsche Passagiere zu finden.

fletcher2 26. Oktober 2009 um 01:03  

Nein, es kann nicht angehen, daß die Entwicklung eines adoptierten Babys aus Vietnam, aufgewachsen in einem gutsituierten deutschen Haushalt zu einem deutschen Gesundheitsminister, zerredet wird. Nein, soviel Integration ins Deutschtum muß anerkannt, eher noch gefördert und intergrationsunwilligen Türken, Arabern und noch Schwärzeren als leuchtendes Beispiel gewollter und gelungener Politik dienen.

Und unsere Schwulen, jedenfalls einige Berühmte, haben ebenfalls den Sprung an höchste Führungsstellen deutscher Politik geschafft. Schwulsein ist nichts Verwerfliches mehr und hat schließlich nichts mit Qualifikation zu tun. Die hat man ja schließlich auch nicht den Heteros abverlangt, die irgendwann irgendwelche Ministerposten ihr eigen nennen durften.

Selbst Menschen mit einer Behinderung können es in höchste Ämter und Würden schaffen. Nur, warum man dafür extra Wolfgang Schäuble anführt, entzieht sich meiner Kenntnis. Hätte man nicht genauso gut jeden anderen Regierungskoalitionspolitiker oder gewisse SPD Führungsleute benennen können?

Nein, jetzt mal ohne Ironie: Deutschland ist ein weltoffenes Land, aber nur für die Wirtschaft und das Kapital. Deutschland ist eine Nation aus 82 Millionen Einzelkämpfern - wenn auch keine Waffengleichheit herrscht, so hat doch ein Jeder die gleichen Chancen - zu kämpfen -, jedenfalls theoretisch. Daß nicht jeder es schaffen kann, liegt in der Natur der Natur, die, zu ihrem Fortbestehen, ein Auswahlverfahren entwickelt hat, bei dem eben nur die Stärksten leben - der Rest kann höchstens überleben - mit etwas Glück.

Daß unsere denkresistente Journaille marktschreierisch ihre freie, politikkonforme Meinung übers Volk ausgießt, bedarf keiner Erwähnung mehr. Ich hab's nur erwähnt, weil es sowieso sinnlos ist. Deutschland im Jahre 2009 - man wird noch viel erleben werden und noch mehr vergessen müssen. Seht ihr, geht auch ohne Ironie?!

Dies ist nicht mehr mein Deutschland, in dem ich geboren, aufgewachsen und alt geworden bin. Dies ist das Deutschland eines absterbenden Gemeinschaftsgeistes, einer Verrohung und einer Versklavung seiner Menschen. Es ist das Deutschland, das ich SO nicht erwartet habe.

Politik war schon immer, mehr oder weniger, ein notwendiges Übel. Heutige Politik ist kein Übel - sie ist mehr. Heutige Politik ist Verdummung, Versklavung, Diebstahl und .... - - - Oder war es doch schon immer so?

Charlie 26. Oktober 2009 um 02:30  

@Maverick:

Ich fürchte, Du hast Robertos Text nicht richtig verstanden. Er zieht keine neue Gräben, wo vorher keine waren, sondern verweist - sehr verkürzt dargestellt - lediglich darauf, dass es im Grunde nur einen einzigen bestehenden (und zu verurteilenden) Graben in diesem Land gibt - und der verläuft zwischen der sogenannten Oberschicht (den Reichen) und dem Rest der Bevölkerung.

Bevor Du also "Grabenkämpfe" anzettelst, wo gar keine auszumachen sind, rate ich Dir, gewissenhafter zu lesen - und das möglichst nicht in der germanischen Historie.

Daisy 26. Oktober 2009 um 13:48  

Im Übrigen ist das Ganze ja ein Trick, der auch in einem anderen Land seit Generationen gut funktioniert: Der Mythos des "Tellerwäschers", der den Unterschichten signalisiert, dass es jeder - solange er sich nur hinreichend anstrengt - "schaffen" kann. Dabei wird völlig ausgeblendet, wie gering die statistische Wahrscheinlichkeit für solch einen Erfolg ist, und dass eine solche Karriere meist nur durch viele Sonderfaktoren möglich wurde. Dazu zählt der Zufall, nicht selten aber auch ein Gutteil krimineller Energie, was jedoch ausgeblendet wird, sobald der "Aufsteiger" an der Spitze steht. Wer dagegen in einer Oberschichtsfamilie aufwächst und auf eine Eliteuniversität gehen darf, der braucht weniger Glück und muss auch seltener Gesetze brechen, um sich einen guten Platz in der Hackordnung zu sichern.

Leider schlucken trotzdem auch viele Mitglieder der Unterschichten, die es besser wissen müssten, diese Märchen.

Anonym 26. Oktober 2009 um 14:01  

@Anonym:

"Ich weiß, mein Wunsch ist utopisch, da ja auch Obama aus der reichen Oberschicht der Schwarzen der USA stammt, und nicht, wie die PR uns suggerieren will mit, z.B. Bürgerrechtlern und Black Panthern wie Mumia Abu Jamal identisch ist."

Sehr gut, dass du das ansprichst. Es geht mir immer gegen den Strich, wenn viele Medien erfreut davon sprechen, dass der "Obama es ja geschafft habe", so als wäre er als Kind in einem schmuddeligen Armenviertel aufgewachsen und hätte sich mit seiner "sozialen Weltsicht" ganz nach oben gekämpft. Der Mann ist alles andere als "sozial". Selbst das amerikanische Gesundheitssystem wird/wurde nur deswegen überdacht, weil es enorme Staatshaushaltskosten(!) verursacht, nicht etwa weil soviele Menschen darin verrecken. Das vergessen viele. Obama ist auf Privatschulen gegangen, seine (weiße) Mutter hat für die Ford Foundation gearbeitet...der Mann ist qua Geburt privilegiert.

Der amerikanische Historiker Webster Tarpley hat in Obamas inoffizieller Biografie aus diversen Zeitungsartikeln recherchiert (die man natürlich gerne hinterfragen kann, allerdings gibt es ja nicht sehr viele Quellen über Obama, ist ja alles noch Neuzeit), dass Obamas schwarzer Urahne (ich weiß jetzt nicht, ob es sein Ur-Ur-Ur-Großvater war) für britische Kolonialsten gearbeitet hat. Offenbar nicht völlig unfreiwillig...

Anonym 26. Oktober 2009 um 15:46  

Tja, mir ist es eigentlich egal, welche Farbe oder ehemalige Nationalität jemand trägt. Entscheidend sind die Auswirkungen. Rössler erscheint mir neben seinen FDP Mitstreitern derjenige zu sein, in dessen Anlitz der Kahlschlag der Sozialsysteme vorangetrieben wird. Wenn es Rössler nicht wäre, wäre es ein anderer Jungliberaler. Die Totenstunde der demokratischen und sozialen Bundesrepublik ist eingelätuet. Letzte Runde Deutschland. Stellt eine Kerze für die in Agonie liegenden BRD auf.

Anonym 26. Oktober 2009 um 16:59  

"[...]Nein, jetzt mal ohne Ironie: Deutschland ist ein weltoffenes Land, aber nur für die Wirtschaft und das Kapital. [...]"

Du bringst es auf den Punkt, den allein schon die dt. Asylpolitik beweist wie sozialrassistisch unsere Gesellschaft immer noch ist.

Frontex schiebt an der EU-Außengrenze arme Flüchtlinge ab, egal wieviel die durchgemacht haben, aber die "Eliten" aus diesen Ländern sind durchaus erwünscht.

Das meine ich mit NEUEM RASSISMUS in Deutschland bzw. weltweit.

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

Anonym 26. Oktober 2009 um 17:09  

"[...]Sehr gut, dass du das ansprichst.[...]"

Und das obwohl ich Obama immer noch um Längen besser finde als den Texas-Boy George W. Bush ;-)

Im Ernst, schon im US-Wahlkampf gab es Momente wo ich bei Obama oberskeptisch wurde, so als er die Heimat seines leiblichen Vaters Kenia besucht hat - ein Land wo des öfteren Hungersnöte herrschen, auch heute noch. Obama so in einem Video-Beitrag den ich mal ausgeliehen habe wortwörtlich an seine kenianischen "Landsleute" - versprecht euch nicht zuviel davon wenn "einer von euch" - eben er selbst - US-Präsident wird.

Was ist seither für seine Heimat Kenia geschehen? Gar nichts, eben wie Obama selbst meine "versprecht euch nicht zuviel davon, wenn ich mal US-Präsident sein sollte".

Dazu noch folgendes - Im Beitrag versprach er auch den Völkermord im Sudan zu beenden, auch nur wohlfeile Worte, und dafür erhielt Obama den Nobelpreis.

Ist ja auch egal, die "Eliten" weltweit - eine Ironie der Geschichte - haben von den Sozialisten gelernt - Es ist eine Internationale, die sich selbst trägt und stützt, nicht allein in den USA.

Der Rassismus alter Prägung ist zum Glück mausetot, aber dafür erleben wir die Geburt eines neuen sozialdarwinistischen Rassismus, der genauso schlimm ist, weil er Menschen - wie einst in Auschwitz an der Rampe - "selektiert".

Am Offensichtlichsten wird dies an den - von mir bereits erwähnten - EU-Außengrenzen - Dort läßt man arme Einwanderer absaufen, während die Superreichen, und "Qualifizierten" - die mit Vitamin B im "Westen" - aus diesen Ländern in Europa gerne gesehen sind.

Kein geringerer als der bolivianische Präsident Evo Morales, selbst Native American, hat diesen neuen EU-Rassismus scharf kritisiert.

Gruß
Nachdenkseiten-Leser
(eigentlich Obama-Fan, aber skeptisch geworden, weil Obama eben seinen Herkunft so kaschiert, dass man glauben könnte er stamme nicht aus der Oberschicht der USA).

Anonym 26. Oktober 2009 um 19:14  

"[...]Der Rassismus alter Prägung ist zum Glück mausetot, aber dafür erleben wir die Geburt eines neuen sozialdarwinistischen Rassismus, der genauso schlimm ist, weil er Menschen - wie einst in Auschwitz an der Rampe - "selektiert".[...]"

Sorry, aber nach nachdenken muss ich mich selbst korrigieren:

Ist der "neue Rassismus" nicht der uralte Rassismus zwischen Reich und Arm - den der Hautfarbe und Kultur lasse ich jetzt wirklich mal außen vor.

Ist es nicht früher schon so gewesen, dass die "Eliten" sich selbst unterstützt haben? Damals vor der Großen Französischen Revolution 1789, die für kurze Zeit "Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" für alle brachte? Spätestens bei Robespierre wurde dies wieder durchlöchert, und ab Napoleon hieß es dann doch wieder - außer beim Wehrdienst - alle die nicht nur selbsternannten "Elite" gehören, und dem alten Adel bzw. den Geldsäcken, sind außen vor.

Karl Marx wollte dies durchbrechen, was ihm jedoch nicht gelang, da ja auch in den real existierenden sozialistischen Ländern galt "Haste was biste was, haste nix biste nix."

Liege ich damit richtig, dass wir den uralten Feudal-Rassismus der "Eliten" dank Neoliberalismus wieder haben statt - wie ich selbst irrtümlich annahm - einen "Neuen Rassimsus", und zwar global bzw. Kulturen- und Länderübergreifend? Oder liege ich damit grundfalsch?

Eure Meinung würde mich mal interessieren.

Gruß
Nachdenkseiten-Leser

Wolfgang 27. Oktober 2009 um 10:00  

Ja, wir können stolz sein auf unsere neuen Minister und Innen!

Ein Finanzminister, der schon bewiesen hat wie kreativ man mit 100.000 DM umgehen kann.

Ein Gesundheitsminister, der als Facharzt weis, wie gebeutelt die Ärzte in Deutschland sind und wie gut es dagegen den Kranken hierzulande geht.

Eine Familienministerin, die die Vorzüge einer guten und teuren Kinderbetreuung aus eigener Erfahrung zu schätzen weis.

Ein Aussenminister, der noch völlig unverbraucht ist und sich kreativ einbringen kann, da er nie politische Verantwortung hat tragen müssen.

Eine Kanzlerin, die das was sie macht von der Pieke auf erlernt hat, als Seketärin für Propaganda und Demagogie in der FDJ.

Ein Arbeitsminister der als Verteidigungsminister bereits genug Menschenverachtung bewiesen hat um auch die Arbeitslosen und Parasiten ohne wenn und aber zu "fordern".

Ein Verteidigungsmnister, der Trans-Atlantiker ist und in adliger Tradition Deutschland und seine getreuen Verbündeten wieder zu den Kämpfern der Kultur auf den Schlachtfeldern Asiens machen wird.

Jetzt kann's ja nur noch vorwärts gehen. Tschüß Linke, tschüß SPD. Ihr könnt euch jetzt alle selber auflösen. Bestenfalls die grünen Großbürger könnten in Zukunft noch gebraucht werden....um das Schwarz-Gelbe Braun ein wenig aufzuhübschen...

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